Freitag, 9. Januar 2026

Kissigs Nebenwerte-Analyse zu Ernst Russ: Mit Schifffahrt wieder richtig Geld verdienen

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Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 01/2026 vom 08.01.2026

Aktien in dieser Ausgabe: Dürr, Ernst Russ, Hensoldt

Ernst Russ: Mit Schifffahrt lässt sich wieder richtig Geld verdienen

Die Ernst Russ AG ist eine börsennotierte, international tätige Reederei und zugleich ein maritimer Investmentmanager mit Sitz in Hamburg. Teile der Unternehmenshistorie reichen bis ins Jahr 1893 zurück. Schiffsflotte des Konzerns legt den Schwerpunkt auf Containerschiffen in den Größenklassen zwischen 700 und 6.600 TEU. Durch den kontinuierlichen Ausbau der Flotte verfolgt Ernst Russ das Ziel, nachhaltige Wertzuwächse für seine Aktionäre zu erzielen. Und das gelingt seit einigen Jahren ganz hervorragend.

Die Hamburger haben sich als widerstandsfähiger Akteur in der wettbewerbsintensiven Schifffahrtsbranche etabliert und zeichnen sich durch seine Finanzkraft und operative Effizienz aus. Die beträchtlichen Barreserven und die diversifizierte Flottenzusammensetzung bieten Flexibilität bei der Bewältigung von Marktschwankungen. Darüber hinaus verbessern die langfristige Charterstrategie und die vergleichsweise niedrigen Break-even-Niveaus von Ernst Russ die Ertragsvisibilität und -stabilität bis weit ins Geschäftsjahr 2026 hinein – ein entscheidender Faktor in der zyklischen Schifffahrtsbranche. Schließlich bietet die enge Beziehung zum Großaktionär Döhle einen unvergleichlichen Zugang zu Know-how, Finanzierungen und Netzwerken aus dem gesamten Spektrum der Seeschifffahrt. Ein Stoff, aus dem Börsenträume gewoben werden können – sofern die Rahmenbedingungen mitspielen.

Maritimer Investment- und Schiffmanager

Nach der Globalen Finanzkrise lag die Schifffahrtsbranche am Boden und wurde von Überkapazitäten und Pleitewellen erschüttert. Doch seit einigen Jahren weht ein frischer Wind und Ernst Russ hat sich zur richtigen Zeit neu und aussichtsreich positioniert.

Nach der Veräußerung seines Immobiliengeschäfts im Jahr 2020 und großer Teile seines Geschäftsbereichs Management Services im ersten Halbjahr 2023 konzentriert sich das Geschäftsmodell nun weitgehend auf sein Schifffahrtssegment. Der Betrieb einer eigenen Flotte von Schiffen – in der Regel in Zusammenarbeit mit strategischen Partnern – bildet somit den Kern der Umsatzgenerierung.

Ernst Russ investiert sowohl auf eigene als auch auf fremde Rechnung in Schiffsprojekte mit dem Ziel, langfristig stabile Chartereinnahmen zu erzielen. Das Leistungsspektrum reicht von der Identifikation geeigneter Schiffe über Finanzierungsstrukturierung und Einsatzstrategie bis hin zu technischem Management, Crewing und laufendem Monitoring. Grundsätzlich verfolgt man einen agnostischen Ansatz beim Portfoliomanagement. Das bedeutet, dass man potenziell in alle Arten von Schiffen sowie in alle Größenklassen investieren würde.

Die Hamburger streben langfristige stabile Erträge durch nachhaltige und zukunftssichere Schifffahrtsprojekte an. Zum 31.12.2024 verwaltete Ernst Russ 29 Schiffe, wobei der Schwerpunkt auf Containerschiffen mit einer Kapazität von 700 bis 4.200 TEU lag. Die Flottenzusammensetzung wird durch zwei größere Containerschiffe mit einer Kapazität von ca. 6.600 (ESL Wasl) bzw. 13.400 TEU (Rome Express) ergänzt, wobei die ESL Wasl im März 2025 veräußert wurde. Darüber hinaus umfasst das Portfolio von Ernst Russ neben Containerschiffen auch einen Handysize-Massengutfrachter mit einer Tragfähigkeit (dwt) von 40.000 dwt und ein vielseitiges Mehrzweckschiff. Diese vielfältige Flottenstruktur ermöglicht es dem Unternehmen, verschiedene Segmente des Seeverkehrsmarktes zu bedienen und bietet Flexibilität und Widerstandsfähigkeit in seinem Betrieb.

Derzeit besitzt und verwaltet das Unternehmen eine Flotte von 26 Schiffen (sowohl eigene als auch mit strategischen Partnern) mit einem Marktwert von rund 460 Mio. USD, darunter Containerschiffe, Massengutfrachter und Mehrzweckschiffe. Ernst Russ überwacht den gesamten Lebenszyklus von Schiffsinvestitionen, von der Anschaffung und Finanzierung über die Versicherung, das technische Management, die Besatzung und die Marketingstrategien bis hin zur Stilllegung oder Veräußerung.

Zwei-Säulen-Businessmodell

Ernst Russ verdient sein Geld in erster Linie mit dem Chartern von Containerschiffen. Das Unternehmen verchartert seine Flotte an andere Unternehmen der Schifffahrtsbranche, die in der Regel als "Charterer" bezeichnet werden. Unter dem Chartern von Schiffen versteht man die vorübergehende Anmietung eines Schiffes für den Transport von Gütern (oder Passagieren), wobei in der Regel ein Vertrag zwischen dem Charterer und dem Reeder geschlossen wird. Die Beziehung zwischen dem Reeder und dem Charterer wird durch einen Chartervertrag geregelt, einen Vertrag über die Anmietung eines Schiffes.

Der Reeder ist der offiziell registrierte Eigentümer des Schiffes und trägt die Hauptverantwortung für die Investition von Kapital in den Erwerb und die Wartung/Reparatur seiner Schiffe, die Versicherung, die Registrierung und die Seetüchtigkeit. Neben den Kapitalkosten stellt der Reeder das Schiff einschließlich der Besatzung zur Verfügung und muss die Betriebskosten (Opex) tragen. Im Gegenzug erhält der Reeder vom Charterer eine Charterrate.

Der Charterer hingegen bezahlt die Reise (z. B. Bunker-, Hafen- oder Kanalgebühren sowie andere frachtbezogene Umschlagskosten). Die Hauptaufgabe des Charterers besteht darin, Frachtraten zu finden, zu verhandeln und mit dem Verlader zu vereinbaren.

Starke Zahlen machen Lust auf mehr

Angesichts eines weiterhin anspruchsvollen geopolitischen Umfelds zeigt sich die Ernst Russ AG in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 erfolgreich und strategisch gut positioniert. Dabei hat die Gruppe ihre neue Strategie verfolgt, das Portfolio gezielt zu optimieren und die eigene Präsenz am Kapitalmarkt zu stärken.

Im 3. Quartal 2025 bewegen sich die Umsatzerlöse mit 39,4 Mio. Euro (Vorjahreswert: 41,5 Mio. Euro) auf einem stabilen Niveau. Das Betriebsergebnis (EBIT) hat sich im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum von 14,8 Mio. auf 22,1 Mio. Euro erhöht. In den ersten neun Monaten hat die Ernst Russ-Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 119,2 Mio. Euro (Vorjahreswert: 129,1 Mio. Euro) und ein EBIT in Höhe von 77,6 Mio. Euro (Vorjahreswert: 51,3 Mio. Euro) erzielt. Das Konzernperiodenergebnis, das auf die Aktionäre der Ernst Russ AG entfällt, beläuft sich auf 54,6 Mio. Euro (Vorjahresvergleichszeitraum: 33,9 Mio. Euro). Die Ernst Russ-Gruppe verfügt weiterhin über eine sehr starke Eigenkapitalquote von 87,0 % (31. Dezember 2024: 75,0 %).

Der Rückgang ist hauptsächlich auf die geringere Anzahl von Betriebstagen (7.180 gegenüber 7.769; -589 Tage) nach der Reduzierung der vollständig konsolidierten Flotte von 29 auf 26 Schiffe zurückzuführen. Die durchschnittliche Tagescharterrate stieg auf 17.802 USD seit Jahresbeginn (+370 USD im Jahresvergleich). Der stärkere USD/EUR-Durchschnitt von 1,1181 (gegenüber 1,0869) belastete die Umsatzumrechnung zusätzlich, während die durchschnittliche Tagescharterrate seit Jahresbeginn um 370 USD auf 17.802 USD anstieg.

Zum Jahresende hat die ER-Gruppe ihre Prognose dahingehend konkretisiert, dass sie nunmehr von Umsatzerlösen in einer Bandbreite zwischen 152 und 162 Mio. Euro ausgeht. Unter Berücksichtigung von Schiffsverkäufen wird sich die prognostizierte Bandbreite für das Betriebsergebnis auf 87 bis 102 Mio. Euro belaufen.

"Mit den jüngsten Maßnahmen, wie dem weiteren Erwerb nicht-strategischer Minderheitsanteile, setzen wir unsere klare Strategie fort und stellen uns konsequent auf die kommenden Opportunitäten der Branche ein", kommentierte Co-CEO und Chief Financial Officer Dr. Christopher Eilers das Zahlenwerk. "Mit Investitionsdisziplin und Geduld werden wir die Ernst Russ AG konsequent weiterentwickeln. Darüber hinaus werden wir die Kapitalmärkte aktiv und transparent in unseren Transformationsprozess einbinden", ergänzt Co-CEO und Chief Commercial Officer Joseph Schuchmann.

Neue Chefs passen Strategie an

Der amtierende CEO Robert Gärtner hat sich Ende August in den Ruhestand verabschiedet und das Unternehmen hat seines Geschäftsführung neu aufgestellt: Dr. Christopher Eilers ergänzt seit dem 1. August 2025 den Vorstand der Ernst Russ AG und leitet seitdem zusammen mit dem vorherigen CCO Joseph Schuchmann als Co-CEO und Chief Commercial Officer das Unternehmen.

Die neue Geschäftsführung hat die damit einhergehende angekündigte Vereinfachung der Eigentumsstruktur und die Reduzierung nicht strategischer Minderheitsbeteiligungen bereits umgesetzt. So hat die Ernst Russ AG ihre Anteile an acht Schiffen durch den Erwerb der Minderheitsanteile erhöht: an der Ido (803 TEU), der Mirror (803 TEU), der Trouper (868 TEU), der Visitor (862 TEU), der Winner (1.841 TEU) und der Faith (917 TEU) auf 99 %. Darüber hinaus erhöhte der Erwerb den Anteil von Ernst Russ an den beiden Schiffen "MS Dream" und "MS Meandi" (beide 803 TEU mit einem bisherigen Anteil von 28,50 %) auf jeweils knapp über 50 %.

Nach Angaben von Ernst Russ beliefen sich die Kosten für den Erwerb der Minderheitsanteile auf rund 34 Mio. Euro und der Kauf wurde zu 25 % in bar und zu 75 % über einen verzinslichen Verkäuferkredit finanziert.

Insgesamt hat das neue Management im Geschäftsjahr 2025 nicht strategische Minderheitenanteile an 11 Schiffen reduziert. Infolgedessen sind derzeit nur noch 13 von 25 Schiffen mit Minderheitenanteilen ausgestattet (im Geschäftsjahr 2024 waren es 25 von 29 Schiffen). Der durchschnittliche Anteil von Ernst Russ an der Flotte steigt von 59,7 % (im Geschäftsjahr 2024, basierend auf der aktuellen Flotte) auf künftig 75,3 %.

Wirklich attraktive Bewertung?!

Ernst Russ betreibt ein "Asset-heavy-Business", denn man investiert in Werte. Ein sinkendes Zinsniveau wirkt sich daher positiv aus. Der Wert der Flotte dürfte auf rund 300 Mio. Euro zu taxieren sein zuzüglich etwa 176 Mio. Euro für die Joint-Venture-Flotte, von denen circa 86 Mio. Euro auf Ernst Russ entfallen. Hinzu kommt noch der aktuelle Netto-Cash-Bestand in Höhe von 56 Mio. Euro. Das führt zu einem Eigenkapitalwert von rund 440 Mio. Euro, dem bei einem Aktienkurs von 7,00 Euro eine Börsenbewertung von etwa 235 Mio. Euro gegenübersteht – also nur etwas mehr als die Hälfte. Rechnerisch ergäbe dies ein Aufholpotenzial von fast 100 %.

Neben dem Substanzwert der Schiffe spielt allerdings auch ihr Ertragswert eine entscheidende Rolle, also die mittel- und langfristigen Charterverträge. Die Märkte für Containerschiffscharter bleiben trotz des jüngsten Rückgangs der Spotfrachtraten strukturell stark. Die aktuellen Tagesraten für Containerschiffe mit einer Kapazität von 1.100 bis 4.250 TEU haben sich auf einem Niveau erhöhten etabliert, das deutlich über dem Level Pre-Covid und vor der Krise am Roten Meer liegt, und der Clarksons-Zeitcharterindex für Containerschiffe nähert sich seinem Höchststand Post-Pandemie.

Ein zentraler Grund für die Widerstandsfähigkeit der Charterraten ist die sehr hohe Auslastung der globalen Containerflotte. Die kommerziell ungenutzte Flotte macht nur etwa 1 % der globalen Kapazität aus, wobei ein weiterer kleiner Anteil vorübergehend in Werften gebunden ist. Das heißt, der Sektor kann als praktisch „voll ausgelastet” angesehen werden, was die Charterraten auf einem hohen Niveau hält.

Gleichzeitig ist ein Großteil der Flotte durch mehrjährige Charterverträge gebunden, und die Umwege um das Rote Meer erhöhen die globale TEU-Meilen-Nachfrage um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz, was ebenfalls zu einer Verknappung auf der Angebotsseite führt.

Darüber hinaus bleibt die Sicherheitslage im Roten Meer ein wichtiger unterstützender Faktor für den Markt. Die Angriffe der Houthis in der Region haben den weltweiten Schiffsverkehr stark beeinträchtigt. Die Passagen von Containerschiffen durch den Suezkanal sind von rund 1.354 im dritten Quartal 2023 auf nur noch 441 im dritten Quartal 2025 zurückgegangen, während sich die Gesamtzahl der Schiffstransite von 6.750 auf 3.277 fast halbiert hat, da die Reedereien eine Umleitung über das Kap der Guten Hoffnung gewählt haben. Die Störung hält an, und die neuesten Daten für das dritte Quartal 2025 zeigen keine nennenswerten Anzeichen für eine Entspannung.

Bullcase vs. Bearcase

Die Charterraten halten sich auf einem erhöhten Niveau, steigen aber auch nicht weiter an. Ernst Russ hat seine Flotte verkleinert und wird daher2026 perspektivisch weniger Umsatz und Gewinn machen. Das bremst die Freude an der Börse etwas aus, so dass der Kurs bisher den Höchststand bei 7 Euro aus 2022 und 2024 nicht überwinden konnte. Prallt er erneut an diesem Winderstand ab, könnte ein deutlicher Kursrückgang die Folge sein. Andererseits würde ein nachhaltiges Überwinden der Marke viel Kurspower auslösen. Und die Bewertung liegt mit weniger als dem vierfachen Gewinn ohnehin rekordverdächtig niedrig.

Zu erwähnen ist noch die Dividendenrendite, denn Ernst Russ schüttet traditionell üppig aus. Und so winken aktuell attraktive 4,3 % Dividendenrendite – etwaige Verkäufe von Schiffen in den nächsten Monaten könnten die Ausschüttung noch etwas höher treiben, aber das Fell des Bären sollte man erst verteilen, wenn dieser auch wirklich erlegt ist.

Fazit

Die Bewertung erscheint auf Basis der aktuellen Gewinne günstig, ein Einbrechen der Gewinne ist wenig wahrscheinlich aufgrund der hohen Auslastung der weltweiten Containerflotte und damit einhergehender solider Charterraten.

Wer eine attraktive Anlage sucht abseits des KI-Hypes und der großen Technologiewerte, dürfte beim Nischenplayer Ernst Russ durchaus auf seine Kosten kommen.

Die 4 wichtigsten Dinge, die man über Ernst Russ wissen muss

  • Die Ernst Russ AG ist eine börsennotierte Hamburger Reederei und maritimer Investmentmanager mit Fokus auf Containerschiffe zwischen 700 und 6.600 TEU.
  • Das Leistungsspektrum umfasst die Identifizierung und den Kauf geeigneter Schiffe, die Strukturierung der Finanzierung, die Entwicklung einer Einsatzstrategie, die Auswahl der Partner (technisches Management, Crewing) und das Monitoring.
  • Das Unternehmen profitiert stark von hohen Auslastungen und gestiegenen Charterraten, die infolge gestörter globaler Lieferketten zu außergewöhnlich hohen Erträgen geführt haben.
  • Ernst Russ verfolgt eine aktive Portfoliostrategie aus Flottenausbau und opportunistischen Schiffsverkäufen, um laufende Erträge zu sichern und stille Reserven zu realisieren.
Disclaimer: Habe Ernst Russ auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

3 Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    zunächst einmal: Frohes neues Jahr!
    Wie siehst Du das im Vergleich zu MPC Container ships? Beide Firmen haben Containerschiffe, aber MPC Container ships hat seinen Höchststand von 25 NOK im letzten Jahr nie wieder erreicht und hat eher einen Seitwärtstrend von etwa 18 NOK. Meins Du, dass Ernst Russ die bessere Wahl ist?
    Liebe Grüße, Reginald

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  2. Hallo allerseits,
    auch von mir ein frohes neues Jahr!
    Reedereien und ähnliche Unternehmen sind ein sehr interessantes, aber auch sehr zyklisches Segment. Beispielsweise hatte Mohnish Pabrai im 3. Quartal 2024 in die griechische Reederei Danaos investiert, aber schon im Folgequartal wieder alles verkauft, ohne dass es irgendwelche grundlegenden Meldungen gegeben zu haben scheint. Auch Fairfax Financial Holdings (Prem Watsa) ist schon seit längerer Zeit mit einer größeren Position in die Seaspan Corp. (später unter dem Dach der Atlas Corp., inzwischen unter der Poseidon Acquisition Corp.) investiert, wobei das operative Geschäft wohl von Bing Chen und David Sokol geleitet wird. Letzterer war früher mal der designierte Nachfolger von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway. Seaspan/Atlas/Poseidon ist zwar wohl im formellen Sinne keine Reederei, aber der weltweit führende Betreiber von Containerschiffen. Solange das Geschäft brummt, haben derartige Gesellschaften häufig ein unfassbar niedriges KGV. Aber wenn es kracht, droht auch schnell die Insolvenz.

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  3. Richtig, Fairfax hat auch ein solches Business. Das Gute: In der Fairfax-Holding macht Seaspan nur einen kleinen Teil aus. Selbst wenn sie also für sich Pleite gingen, klnnte Fairfax das Unternehmen weiter stützen, bis bessere Zeiten kommen. Sicherlich eine strukturell „attraktivere“ Downside als bei einem einzelnen Invest. Denn das Problem: Wenn die Branche in Schwierigkeiten gerät, dann sind alle gleichzeitig unter Druck und wer kein Cash mehr hat, der muss zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt seine Assets zu Tiefstpreisen verkaufen. Man will in diesem Geschäft sicherlich eines der am besten abgesicherten, konservativst aufgestellten Unternehmen haben, denke ich.

    Kannst Du absehen, ob das Eigenkapital auch monetarisierbar ist? Sprich: Wie lange könnte Erich Rus durchhalten, wenn sich verchartern nicht mehr lohnt? Erst einmal klkngt der Cashbestand hoch und der Preis attraktiv. Zahlt das Unternhemen aus (Dividenen? Biybacks?) oder reinvestiert er?

    Schöner Case, Danke!

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