Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.
Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...
Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:
📈 Rheinmetall +18,3 %
📈 RocketLab +12,3 %
📈 Costco +9,0 %
📈 KKR +5,2 %
📈 LendingClub +5,2 %
📈 Alphabet +4,9 %
📈 TransDigm +3,4 %
Es war eine seeeehr erfreuliche Börsenwoche, die den Börsen und meinem Depot einen sattgrünen Push verschaffte. Trumps spektakuläre Verhaftung von Venezuelas Machthaber Maduro hat die Welt überrascht und dabei allem Venezuelas Verbündete Russland, China und Iran bloßgestellt. Im Iran selbst toben zurzeit Unruhen und aus den anfänglichen Protesten ist inzwischen ein Massenprotest mit vielen Toten geworden - und Trump droht unverhohlen mit einem militärischen Eingreifen der USA. Zudem brachte die US-Marine einen Öltanker vor der britischen Küste auf, der zu Russlands Schattenflotte zu zählen ist, und in dem wochenlange Versuch, sich dem US-Zugriff zu entziehen, sogar unter die Flagge Russlands schlüpfte. Die USA schlugen dennoch zu, Putin reagiert verschnupft - und zahnlos. "Passend" dazu kündigte "Friedenspräsident" Donald Trump an, er wolle anstelle des aktuellen US-Militärbudgets von 1 Billion USD für 2027 eher 1,5 Billionen, um das "Traum-Militär" zu formen, das die USA verdienen.
Kein Wunder, dass Rüstungswerte in diesen Tagen haussieren - selbst wenn Trump in den USA die Branche an den Pranger stellt(e), weil sie angeblich zu wenig und zu langsam produziere, zu wenig auf die Wünsche der US-Regierung und des US-Militärs eingehe und zu wenig in neue Produktionsstrecken investiere. Trump kündigte daher an, den betroffenen angeprangerten Unternehmen Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe zu untersagen und die Gehälter des Managements zu deckeln - bis diese sich seinen Wünschen beugen. Explizit benannte er RTX als den schlimmsten Missetäter.
"Ich wurde vom Kriegsministerium darüber informiert, dass der Rüstungskonzern Raytheon (RTX) am wenigsten auf die Bedürfnisse des Kriegsministeriums eingegangen ist, am langsamsten sein Volumen gesteigert hat und am aggressivsten Ausgaben für seine Aktionäre getätigt hat, anstatt sich um die Bedürfnisse und Anforderungen des US-Militärs zu kümmern."(US-Präsident Donald Trump am 7.1.2026)
Nachdem Trump auch fortgesetzt seine Annektierungswünsche Grönlands abfeuert, und dies den Vertrauensverlust der (europäischen) Partner in die USA weiter erschüttert, sind europäische Rüstungswerte "der Place to be". Allen voran Deutschlands führende Rüstungsschmiede Rheinmetall - aber mit dieser Aussage wiederhole ich mich ja auch schon seit vielen Monaten.
Der Fear-and-Greed-Index ist von 45 auf 51 Punkte gestiegen und ist damit zurück im "Gier-Territorium" nach einem einwöchigen Kururlaub in der neutralen Zone.
Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche ziemlich rasant zulegen konnte. Ich habe kürzlich meinen Jahresrück- und -ausblick veröffentlicht, in dem ich die allgemeinen Entwicklungen aufgegriffen habe. Die spiegeln sich auch überwiegend in meiner Depotaufstellung wider; in meinem Investor-Update zum 4. Quartal 2025 bin ich detailliert auf meine größten Depotposition eingegangen und was hinter den Veränderungen bzw. der neuen Gewichtung steckt.
Meine Alternativen Asset Manager haben sich in den letzten Wochen erfreulich entwickelt. Während die Exit-Pipeline in den letzten Jahren etwas verstopft war, hellt sich die Lage hier zusehends auf. Dem entsprechend winken deutlich zunehmende Provisionserlöse aus Verkäufen, was die Gewinne antreiben dürfte. Bisher kamen die Steigerungen überwiegend durch das Wachstum der Assets under Management, doch das Wachstumstempo ließ zuletzt nach – weil die Finanzinvestoren ihren Anlegern nicht genügend altes Investmentkapital zurückzahlten, da es noch in Assets gebunden war, hielten die sich mit der Zusage neuer Gelder spürbar zurück. Zudem sanken die durchschnittlichen Provisionssätze, was Kritiker als Red Flag ansehen. Doch der Trend geht Richtung größerer Fonds und dort sind die Gebühren per se niedriger – wie auch die Kosten für die Asset Manager. Daher sinken ihre Margen also nicht, obwohl die Provisionssätze niedriger liegen als früher. Insgesamt behaupten sich die Großen der Branche deutlich besser als die Kleinen und mit Apollo, Brookfield und KKR bin ich hier genau richtig positioniert für deutlich zweistellige Zuwachsraten auch in den nächsten Jahren.
Aber... da gibt es ja noch Donald Trump. Und der hat sich zuletzt die Branche (indirekt) vorgenommen und damit die Kurse unter Druck gesetzt. So hat Trump angekündigt, dass er den Kauf von Einfamilienhäusern durch institutionelle Investoren verbieten will. Er behauptet, dass diese der Grund für die "Affordability Crisis" am US-Immobilienmarkt sei. Das ist zwar Quatsch, aber auf die bösen Finanzunternehmen einzuprügeln ist eben ziemlich populär - und an Popularität mangelt es Trump wohl mit am meisten. Die Fakten liegen anders: zwar hat sich seit 2011 der Anteil von privaten Hauskäufern von 86 % auf 82 % verringert, aber sie stellen noch immer den mit weitem Abstand größte Käuferblock dar. Das zentrale Problem ist, dass es viel zu wenig Angebot auf dem Markt gibt! Und zwar wegen des vergleichsweise hohen Zinsniveaus. Denn die meisten Immobilienbesitzer haben die Niedrigzinsphase genutzt und ihre Immobilien langfristig finanziert. Das war sehr schlau, ist aber jetzt genau der Kern des Problems. Derzeit haben bestehende Hausbesitzer einen durchschnittlichen Hypothekenzins von 4,2 % und das sind 200 Basispunkte weniger als der aktuelle 30-jährige Festhypothekenzins von 6,2 %. Also verkauft niemand. Denn die Zinsen über die gesamte Laufzeit von 25 oder 30 Jahren ist der größte Kostenblock bei einem Immobilienkauf (neben dem Kaufpreis selbst). Bei einem Immobilienpreis von 1 Mio. USD machen 2 % Zinsdifferenz satte 20.000 USD aus - Zinsrate pro Jahr! Im Umkehrschluss würde man also beim Verkauf der Immobilie und dem damit einhergehenden "Verlust" der günstigen Hypothek beim Kauf einer neuen Immobilien deutlich mehr Zinsen zahlen müssen, also weniger Einkommen übrig haben, oder aber man müsste sich einen Immobilie mit einem deutlich niedrigeren Kaufpreis suchen. Und genau das bremst das Angebot am US-Immobilienmarkt. Wer nicht verkaufen muss (aus finanzieller Not oder Umzug oder auslaufe der Zinsfestschreibung), sitzt die Sache einfach aus und wartet auf bessere Zeiten.
Das Angebot ist also historisch niedrig und Trump will nun auch noch die institutionellen Käufer vom Markt ausschließen. Ein Irrsinn und ein Irrweg! Die alleinige entscheidende Drehschraube sind die Zinsen und die müssen deutlich sinken, dann erholt sich auch der US-Immobilienmarkt. Fakten sind aber nicht Trumps erste Wahl, daher ignoriert er sie gerne.
"Nur weil du die Realität ignorierst, heißt das nicht, dass sie dich auch ignorieren wird."(Charlie Munger)
In der Realität gingen die Kurse institutioneller Immobilienbesitzer auf Tauchstation, insbesondere die entsprechender Real Investment Trusts (REITs), aber auch von Finanzinvestoren wie Blackstone, die in der Spitze 9 % und damit einen signifikant zweistelligen Milliardenbetrag, abgaben (obwohl der Anteil von Einfamilienhäusern im Bestand bei nur leicht über 1 Mrd. USD liegt). Und auch Apollo ruckte südwärts, dabei halten die weniger als 0,5 Mrd. USD im Bestand. Und die wären bei einem "Zwangsverkauf" ja nicht wertlos, sondern würden zu Marktpreisen verkauft. Die Marktreaktion ist also entsprechend kurzsichtig und überzogen; das ggf. entfallene Ertragspotenzial eher vernachlässigbar.
Mehr Effekt auf die Zinssätze und den Immobilienmarkt hat hingegen eine weitere Trump-Maßnahme: denn Trump hat die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac angewiesen, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Mrd. USD zu kaufen. Damit will er versuchen, die Hypothekenzinsen zu senken. Selbstverständlich kann er nicht darauf verzichten, sich selbst dafür zu loben.
"Da ich mich in meiner ersten Amtszeit gegen den Verkauf von Fannie Mae und Freddie Mac entschieden habe – eine wirklich großartige Entscheidung, die gegen den Rat der "Experten" ging –, sind diese Unternehmen heute um ein Vielfaches mehr wert – ein absolutes Vermögen – und verfügen über 200 Milliarden Dollar in bar. Aus diesem Grund weise ich meine Vertreter an, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden Dollar zu kaufen. Dies wird die Hypothekenzinsen und die monatlichen Zahlungen senken und die Kosten für den Erwerb von Wohneigentum erschwinglicher machen."(Donald Trump, 09.01.2026)
Ob das anhaltende Auswirkungen hat, bleibt abzuwarten. Die meisten Analysten prognostizieren jedenfalls einen Rückgang der Hypothekenzinsen um etwa einen Viertel bis einen halben Prozentpunkt, vor allem aus psychologischen Gründen. Und ein erstes Effekt war am Freitag bereits zu spüren, denn die Hypothekenzinsen erreichen 3-Jahres-Tief nach einem Rutsch der 30-jährigen Zinskonditionen um 22 Basispunkte auf 5,99 %.
Wer, wie ich, Donald Trump gerne (und zu Recht) kritisiert, muss auch loben können, wenn er mal was schafft. Also... well done, Don!
Eine herausstechendes Ereignis gab es dann noch bei KKR, die ihre Beteiligung OneStream für 24 USD je Aktie an die Private-Equity-Gesellschaft Hg verkaufen und damit zu einem Gesamtkapitalwert von rund 6,4 Mrd. USD. Damit erzielt KKR eine interne Bruttorendite von 24,9 % auf Basis seiner ursprünglichen Investition in OneStream im Jahr 2019. KKR ist nach Angaben von Bloomberg der größte Anteilseigner von OneStream und besitzt die Mehrheit der C- und D-Aktien des Softwareunternehmens. Nach KKRs Einstieg 2019 gab es 2024 einen ersten Teilausstieg durch einen Börsengang mit einem Ausgabepreis von 20 USD je Aktie. Seitdem haben KKR und seine Investoren Erlöse in Höhe von 2,8 Mrd. USD erzielt, darunter 2,3 Mrd. USD aus dem Privatisierungsgeschäft. KKR hat damit in relativ kurzer Zeit sein eingesetztes Kapital verviereinhalbfacht; die Investition von erfolgte über KKRs Fonds Americas Fund XII und Next Generation Technology, die beide eine starke Performance gezeigt haben. So liegt die Netto-IRR des Americas Fund XII 19,9 % und die des NGT-Fonds 23,7 %. KKR als Asset Manager erzielte hieraus die stetigen Managementprovisionen und nun auch eine Gewinnbeteiligung. Es läuft also - für KKR, seine Investoren und für mich als KKR-Aktionär. ツ
Und auch der Aktienkurs sollte nach zweieinhalb Jahren sehr starker Kurszuwächse und der anschließenden Durststrecke im letzten Jahr wieder reichlich Potenzial bieten. Das gilt auch für Apollo und Brookfield.
LendingClub entwickelte sich stark, während SoFi an seiner Kapitalerhöhung zu knabbern hat. SoFi hatte am 18. Dezember 2025 offiziell den Stablecoin SoFiUSD angekündigt und zwar nicht als Spielerei für Privatanleger, sondern als Infrastruktur-Angebot für Banken, FinTechs und Unternehmen (B2B). Wichtig ist dabei die Positionierung, denn SoFiUSD wird von der SoFi Bank ausgegeben und der Coin ist voll gedeckt (1:1) durch Cash, das bei SoFi Bank liegt. SoFi vermarktet ihn als "bank-grade" Stablecoin, also als regulierten Baustein für Settlement, Treasury und Zahlungsabwicklung. Das ist insofern neu und relevant, weil SoFi damit versucht, sich vom reinen Konsumenten-Fintech hin zum "finanziellen Betriebssystem" weiterzuentwickeln.
Obwohl man eigentlich ein Businessmodell fährt, das ohne allzu großen eigenen Kapitalaufwand auskommt, wurde eine Kapitalerhöhung durchgezogen. Das sorgte für Unverständnis und Kursdruck am Markt. Davon erholte sich der Kurs zuletzt wieder, geriet aber in dieser Woche erneut unter Druck, weil die beteiligten Banken ihre Mehrzuteilungsoption gezogen haben und damit die Verwässerung noch einmal größer wurde - insgesamt flossen SoFi nun 1,7 Mrd. USD zu. Ich hingegen kann die Maßnahme (und den Kapitalbedarf) nachvollziehen, denn die Cash-Abdeckung des Stablecoin SoFiUSD erfordert dies (sofern man davon ausgeht, dass es eine nicht unerhebliche Nachfrage nach den Stablecoins gibt). Da hier ein neues und sehr profitables Geschäftsfeld eröffnet wurde, stört mich die Verwässerung überhaupt nicht!
Aber es gibt noch mehr "News": soeben hat Trump hat eine Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 % gefordert (für ein Jahr). Dabei ist völlig unklar, wie er das erreichen will und ob es überhaupt rechtlich zulässig wäre. Immerhin würde damit die Unternehmensfreiheit beschnitten und ggf. Schadenersatzansprüche der Unternehmen gegen die Regierung begründet. Es war allerdings ein Wahlkampfversprechen von Trump und so verwundert es nicht, dass er das Thema populistisch aufgreift, nachdem ihm von vielen Seiten vorgeworfen wird, seine Wahlkampfversprechen nicht umzusetzen. Sollte es eine solche Obergrenze für Kreditkartenschulden geben, würde dies vor allem die Banken hart treffen, weil die ja die Kredite vergeben (und von den hohen Zinsen profitieren). Das gilt auch für American Express und Capital One, die ja die Kredite in die eigene Bilanz nehmen, während Mastercard und VISA reine Zahlungsdienstleister sind.
Für LendingClub und SoFi könnte so eine Regelung das Neugeschäft bremsen. Sie Vergeben ja Kredite an Menschen, die die hohen Kreditkartenschulden ablösen wollen/müssen, um wieder mehr finanziellen Spielraum zu bekommen. Wären die Kreditkartenzinsen de facto halbiert, würde der finanzielle Druck und damit die Nachfrage nach Alternativen entsprechend sinken. Und niedrigere Zinssätze würde auch das Interesse der Investoren, die diese Kredite auf den Plattformen nachfragen und/oder die strukturierten Zertifikate, die Finanzinvestoren kaufen, senken. Unterm Strich wäre es für die Unternehmen also keine positiven Entwicklung.
Ich halte die Maßnahme aber (auch) aus einem anderen Blickwinkel für fatal. Eine vorübergehende Senkung der Kreditkartenzinssätze würde den Menschen helfen und weniger Insolvenzen generieren. Aber... diese Leute werden dadurch nicht ihren Konsum einschränken und/oder die eingesparten Zinsen zur Schuldentilgung nutzen. Nein, sie werden eher weiter und ggf. noch stärker konsumieren und so ihre Schulden weiter hochtreiben und wenn dann irgendwann das Moratorium ausläuft und die Zinsen wieder auf 20% oder 24 % hochschnellen, werden die Privatpleiten geradezu in die Höhe schnellen - weil der "neue" Spielraum nicht richtig genutzt wurde und dann schlagartig verschwunden ist. Ist alles eine Entwicklung, die man im Blick behalten sollte. Aber kurzfristig erstmal keine Red Flag mit entsprechendem Handlungsdruck.
Viper Energy ist war nur eine kleine Position in meinem privaten Dividendendepot, aber ich habe die Position nun glattgestellt. Hintergrund sind natürlich die Vorkommnisse in Venezuela. Die OPEC+ hat ihre Förderung deutlich hochgefahren und sorgt so für ein Überangebot an den Märkten. Insbesondere Saudi-Arabien ist nicht mehr bereit, die eigene Produktion zu drosseln und so den Marktpreis zu stabilisieren. Man will sogar durch den Preisdruck die expandierenden US-Fracker in die Knie zwingen. Während die Weltkonjunktur schwächelt mit entsprechend geringerer Nachfrage, droht nun eine Rückkehr Venezuelas auf den Weltmarkt. Venezuela hat nicht nur die weltweit größten Ölreserven, sondern war in früheren Jahren auch der größte Öl-Anbieter - vor Saudi-Arabien. Die damaligen 3 Mio. Barrel pro Tag lägen zwar noch hinter der Tagesproduktion des heutigen Marktführers USA mit 5 Mio. Barrel, würden bei voller Kapazitätsauslastung aber dem Rest der Förderländer die Rücklichter zeigen.
Doch das ist natürlich keine (!) kurzfristige Perspektive, sondern eine auf lange Sicht und unter der Voraussetzung, dass hohe zweistelligen Milliardenbeträge in Venezuelas Öl-Infrastruktur investiert werden. Auf kurze Sicht greift nun allerdings die erste Vereinbarung Trumps mit Venezuela, nach der die USA bis zu 2 Mrd. Barrel Öl erhalten. Wegen der seit Jahren anhaltenden US-Sanktionen sind Venezuelas Öl-Lager randvoll und bisher war das Öl weitgehend unverkäuflich. Nun fließt es in die USA, was den Ölpreis - und die Benzinpreise - drücken dürfte. Profiteur ist u.a. Philipps 66 mit seinen Raffinerien an der US-Golfküste. Die US-Öl-Produzenten sehen hingegen eine Ölschwemme auf sich zukommen mit tendenziell sinkenden Preisen - und das ist genau das Ziel von Trump. Kein Grund zur Panik, aber auch wenig Aussicht auf positive Impulse.
Ich werde mir wohl einen ausschüttenden Dividenden-ETF in mein privates Dividendendepot legen, denn es geht mir dort eigentlich nur darum, den Freibetrag nicht ungenutzt zu "verschenken". Nachdem mein Gesellschafterdarlehen an meine GmbH inzwischen erheblich zurückgeführt wurde (anstelle eines Gehalts), erziele ich hierdurch auch keine so hohen privaten Zinseinnahmen mehr, so dass der Spielraum für Alternativen stetig wächst. Aber das ist eine andere Geschichte...
Philipps 66 werde ich künftig genauer beobachten und vielleicht auch einsteigen. Bei TransDigm bin ich das bereits. Die TransDigm Group ist ein weltweit führender Entwickler, Hersteller und Lieferant von hochtechnisierten Flugzeugkomponenten. Das 1993 gegründete Unternehmen ist hauptsächlich im Luft- und Raumfahrtsektor tätig und liefert wichtige Komponenten für zivile und militärische Flugzeuge. Das Geschäft von TransDigm ist in drei Segmente unterteilt: Power & Control, Airframe und Non-Aviation. Der Bereich Power & Control bietet Produkte wie mechanische und elektromechanische Stellantriebe, Zündsysteme und Spezialpumpen an. Der Bereich Airframe umfasst technische Verriegelungsvorrichtungen, Cockpit-Sicherheitssysteme und Sicherheitsgurte. Der Bereich Non-Aviation produziert Komponenten wie Sicherheitsgurte für den Bodentransport und Turbinensteuerungen für den Energiemarkt. TransDigm erzielt Einnahmen durch den Verkauf von Originalausrüstung und einen erheblichen Teil durch Aftermarket-Dienstleistungen, die etwa 55 % seines Nettoumsatzes ausmachen. Die Produkte des Unternehmens sind oft proprietär, was ihm einen Wettbewerbsvorteil in Bezug auf Preisgestaltungsmacht und Marktpräsenz verschafft.
Der eigentliche Clou und mein Investmentcase ist allerdings dieser: TransDigm ist ein Serial Acquirer und wird eher wie ein Private Equity-Unternehmen geführt. Die Akquisitionsstrategie von TransDigm konzentriert sich auf Unternehmen mit starkem Aftermarket-Potenzial, was zu einem diversifizierten Produktportfolio und einer stabilen Einnahmequelle führt. Das Unternehmen bedient in erster Linie Luft- und Raumfahrthersteller, Fluggesellschaften und Militärbehörden weltweit. Man übernimmt dabei Hersteller von unauffälligen Komponenten, die aber nicht (oder nur sehr schwer) ersetzt werden können, und erhöht nach der Übernahme sofort die Preise - und zwar deutlich. Die Kunden lassen das mit sich machen, weil TransDigm sich auf vergleichsweise billige Komponenten fokussiert und eine Preiserhöhung von 100 USD auf 400 USD je Stück zwar drastisch klingt ist, aber wenn sich das Volumen insgesamt pro Flugzeug im fünfstelligen Bereich befindet bei Kosten pro Maschine von über 100 Mio. USD, wird das so hingenommen. Die Kosten, einen anderen Anbieter (wenn es denn überhaupt einen gibt) zu finden und dessen Produkte in Planung, Produktion, Fertigung usw. zu integrieren, sind einfach zu hoch; und auch bei Reparatur/Wartung müssten die Fluggesellschaften jahre- und jahrzehntelang zweigleisig fahren mit entsprechenden Kosten für Personalschulungen und Lagerhaltung). "Wechselkosten" sind einer der stärksten Burggrabeneffekte überhaupt und TransDigm reitet die Welle in Perfektion.
Größtes Risiko ist, dass TransDigm inzwischen kein kleiner Nischenplayer mehr ist, sondern knapp 10 Mrd. USD Jahresumsatz erzielt und an der Börse rund 90 Mrd. USD auf die Waage bringt. Und Größe ist ein Wachstumskiller, denn es wird auch für TransDigm schwieriger, geeignete Targets zu finden, die dann auch noch genügend Umsatz und Ertragspotenzial beisteuern, damit es sich lohnt.
Ich denke allerdings, dass der TransDigm noch nicht am Ende seines Weges ist, allenfalls am Ende seine Anfangs (um Winston Churchill zu zitieren). Und ich werde meinen Investmentcase in nächster Zeit selbstverständlich noch ausführlich(er) darlegen...
Mein Vermögen hatte am ersten Januartag schon mal um +1,0 % zugelegt und auch in der ersten vollen Handelswoche des Jahres weiter kräftig Gas gegeben. Im Jahr 2025 hatte mein Vermögen insgesamt um +7,5 % zugelegt und nun verbuche ich nach acht Tagen für 2026 bereits dasselbe Ergebnis. Aber das ist nur eine kurzfristige Momentaufnahme mit wenig bis null Aussagekraft, denn die hohe Volatilität der Märkte und die noch höhere Unsicherheit (auch, aber nicht nur durch Trumps Aktionismus) werden für deutliche Schwankungen sorgen - in beide Richtungen. Für den Moment freue ich mich jedenfalls über einen positiven Jahresstart mit einem Wochenplus von +6,5 %. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +7,5 % (YTD).
Die von Trump bewusst lancierte Dollarschwäche belastet US-Werte auf Euro-Basis im Jahr 2025 mit rund 12 %. Ich gehe davon aus, dass diese Tendenz auch in 2026 anhalten wird, wenngleich nicht derselben Größenordnung. Da ich einen hohen Anteil an US-Werten im Depot halte (rund 75 %), wirkt sich die Dollarschwäche natürlich entsprechend negativ auf meine Performance aus.
Mein Investor-Update zu Q4/2025 - brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15 % pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20 %, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20 % pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.
Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10 % pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.
Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position. Mein Weltraumabenteuer Rocket Lab gehört definitiv in diese Kategorie. Selbst wenn ich als jahrzehntelanger Fan von Star Wars und Star Trek hier durchaus Insiderwissen habe... ツ
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ
Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Hi Michael, TransDigm ist laut Moodys nicht investment grade (B1 in Okt 2025) - keine red Flag?
AntwortenLöschenNein, das ist keine Red Flag - aber etwas, wo man genauer hinschauen sollte.
LöschenTransDigm zahlt keine regelmäßigen Dividenden - aber alle paar Jahre mal Sonderdividenden. In 2025 gab es eine Sonderdividende von 90 USD je Aktie, was rund 7 % Dividendenrendite entsprach. Da nur alle drei Jahre gezahlt wird, ist die Rendite pro Jahr also um die 2,5 %.
Zudem forciert TransDigm gerne Aktienrückkäufe, wann immer das Management eine günstige Gelegenheit dazu sieht.
Das Unternehmen nutzt seine steigenden Cashflows zum Kauf weiterer Unternehmen. Hinzu kommen die Dividenden und die Aktienrückkäufe. Insgesamt finanziert TransDigm diese Ausgaben auch durch Aufnahme zusätzlicher Schulden. Und das ist das Thema! Denn deshalb weist das Unternehmen hat ein negatives Eigenkapital aus; seine Schulden übersteigen seine Vermögenswerte. Und das führt zu einem negativen Rating.
Im Normalfall wäre so etwas eine Red Flag, denn bei einem "normalen" Businessmodell würde so etwas auf strukturelle und ggf. existenzgefährdende Entwicklungen hinweisen. Genau hinsehen ist also Pflicht.
Aber... es gibt auch einige sehr bekannte Unternehmen mit negativem Eigenkapital, wie McDonald's, Starbucks, Dell Technologies, Hewlett Packard, die mit hoher Verschuldung operieren (oft durch Aktienrückkäufe oder Wachstumsinvestitionen) und dennoch eine positive Marktkapitalisierung haben, da niedrigere Zinsen und starker Cashflow ihre Schulden tragbar machen. Aber klar, (auch) das Agieren von TransDigm signalisiert eine erhöhte Risikobereitschaft.
Einen sehr erhellenden Artikel dazu hat James Emanuel von Rockwell Turner verfasst: Das Dilemma des negativen Eigenkapitals.
Hallo Michael, ich freue mich auf den Artikel zu TransDigm. Wäre es möglich, dass du dann auch einen genaueren Blick auf das Thema Goodwill wirfst? Ich habe schon von Käufen abgesehen in Anbetracht der teilweise sehr hohen Werte, die da in den Bilanzen schlummern und auf ihre Abschreibung warten. Deine Meinung dazu würde ich gerne einmal hören.
LöschenWas für einen „Dividenden-ETF“ würdest Du denn präferieren?
AntwortenLöschenIch habe mich für den VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF (ISIN: NL0011683594) entschieden. Der hat eine Dividendenrendite von 3,5 %, eine akzeptable TER von 0,38 % und ist global aufgestellt, dabei aber nicht zu US-lastig. Weitere Infos hier.
LöschenDanke für Deine Rückmeldung. Den habe ich auch im Portfolio.
LöschenHallo Herr Kissing,
AntwortenLöschenich wünsche Ihnen ein schönes gesundes und erfolgreiches Jahr 2026.
Zum einen möchte ich mich für Ihre Mühe bedanken und ich habe auch zwei Fragen: So wie ich es verstanden habe, sind sie immer zu fast 100 Prozent investiert. Folglich müssen Sie, wenn Sie über eine „tolle Möglichkeit“ stolpern, andere Positionen verkaufen. Wie gehen sie bei der Entscheidung vor? In meinem (und sicherlich Ihrem auch) Depot, sind nur Aktien von denen ich zu 100 Prozent überzeugt bin. Mal stehen sie saftig grün da und manchmal rot. In letzterem Fall denke ich mir „wird schon noch“. Manchmal habe aber ich natürlich auch Aktien, wo ich die Lage gänzlich falsch eingeschätzt habe. Wie entscheiden Sie, wenn sie im Moment des entdecken keine „Pflaume“ im Depot haben? Und wie gehen Sie damit um, wenn die neue Aktie schlechter performt als die verkaufte? Shit happens? Gegebenenfalls wieder zurück? Als Beispiel: Ich bin, dank Ihnen, damals über Fairfax gestolpert. Ich konnte mich erst (leider) nicht zum Kauf entschließen und ich stehe heute bei knapp 58 Prozent Plus. Hätte ich sie vorher schon gehabt (und verkauft) wäre sie wahrscheinlich nie wieder in meinem Depot gelandet. Ich hoffe die Frage ist nicht „doof“ oder gar „hämisch“ aufgefasst.
Viele Grüße Jörn
Moin Jörn,
Löschenda hast du einen wirklich sensiblen Punkt angesprochen.
Richtig ist, dass ich meistens zu 100 % investiert bin und beinahe ausschließlich Werte ins Depot kaufe, von denen ich zu 100 % überzeugt bin. Ab und zu gehe ich auch mal eine Spekulation ein, z.B. bei Turnarounds (z.B. Almonty, LendingClub) oder bei "Perspektivwerten" wie zuletzt Rocket Lab. Aber grundsätzlich bin ich von meinem Depotwerten überzeugt und will sie langfristig halten. Und deshalb stehe ich dann natürlich vor dem Problem, Geld freischaufeln zu müssen, wenn ich eine neues Investment eingehen möchte.
Also, was dann? Zunächst habe ich ja das neue Investment analysiert und mir eine Meinung gebildet. Anschließend gehe ich meine Depotwerte der Reihe nach durch und checke sie ab. Ich prüfe, ob mein Investmentcase noch intakt ist oder ob sich etwas verändert hat. Und dann vergleiche ich den neuen Wert mit den bestehenden Depotwerten, um herauszufinden, ob der neue attraktiver ist oder nicht.
Dabei gehet es aber nicht nur um Einzelvergleiche, sondern ich checke ja mein Depot insgesamt. Also auch die Gewichtung einzelner Positionen und/oder eines Sektors. Grundsätzlich sollte man seine Gewinner laufen lassen und daher auch hohe Gewichtungen nicht einfach abrasieren. Es sei denn, man fühlt sich damit nicht wohl. Rheinmetall ist so ein Beispiel. Das war meine größte Depotposition, dann brach der Kurs deutlich ein und ich hatte Kapitalbedarf für ein anderes Investment. Meine Überlegung hat dann dazu geführt, dass ich Rheinmetall sogar aufgestockt habe! Weil ich so sehr von dem Unternehmen und seinen Aussichten überzeugt bin, dass ich trotz der Kursvervielfachung und der ohnehin hohen Gewichtung in meinem Depot nochmals mehr Geld auf diesen Investmentcase setzen wollte. Stand heute wurde das mit rund 350 Euro Kurszuwachs je Aktie belohnt und die Gewichtung ist seit dem Jahresende von 16 % auf nun bereits 17 % angewachsen.
Wenn ich interessante Werte entdecke, stelle ich manchmal einen Fuß in die Tür; ich kaufe mich also mit einer kleineren Position ein, um ein besseres Gefühl für das Unternehmen zu bekommen. Denn "Skin in the Game" macht einen erheblichen Unterschied! Ich nehme Entwicklungen und News zu dem Unternehmen und seiner Branche intensiver wahr, wenn ich investiert bin. Das führt aber auch dazu, dass ich hier auch Positionen kaufe, von denen ich (noch) nicht zu 100 % überzeugt bin. Und das sind dann auch die Werte, die ggf. wieder rausfliegen, wenn ich eine neue "Perle" entdecke. Hannover Rück ist ein Beispiel dafür oder Intercontinental Exchange. Grundsätzlich interessante Unternehmen, aber ich habe die Position wieder aufgegeben, weil ich woanders investieren wollte und dort eine höhere Überzeugung hatte.
Wirklich "blöd" ist es, wenn ich nach dem Check wirklich keine Position verkaufen möchte, das neue Investment aber so attraktiv ist, dass ich mich trotzdem unbedingt einkaufen möchte. So ist es mir gerade mit Pfisterer Holdings ergangen. Und da habe ich dann die Entscheidung getroffen, Positionen aus dem gleichen Sektor zu kürzen, um das benötigte Kapital aufzubringen. Pfisterer zählt zu den "KI-Schaufelverkäufern" bzw. zur "Energie-Infrastruktur" und so habe ich die Gewichtungen bei Amphenol, Comfort Systems, Quanta Services etwas reduziert, um Pfisterer als Ergänzung (mit einer kleinen Anfangsposition) aufnehmen zu können. Meiner Rheinmetall-Aufstockung ist übrigens AeroVironment zum Opfer gefallen - auch das ist ein sehr aussichtsreiches Unternehmen, aber um Rheinmetall aufstocken zu können, habe ich im gleichen Sektor "gewildert". In solchen Fällen ist das Bessere des Guten Feind.
1/2
2/2
LöschenÜbrigens... eine Aktie nicht wieder zu kaufen, nur weil man sie früher mal zu deutlich niedrigeren Kursen verkauft hat, ist nie eine gute Entscheidung. Der eigene Kauf- oder Verkaufskurs darf niemals eine Rolle spielen, weil er objektiv betrachtet keinerlei Relevanz hat! Man lässt sich dann vom Ankereffekt blenden. Denn "wenn die richtige Aktie gefunden ist, dann ist es nie zu früh und nie zu spät, sie zu kaufen", lehrt uns Börsenlegende Peter Lynch. Ich habe deshalb bei Alphabet zugegriffen, auch wenn ich sehr viel mehr bezahlt habe, als ich bei meinem früheren Ausstieg bekommen hatte. Aber nur deshalb jetzt auf dieses aussichtsreiche Investment zu verzichten, wäre ja wohl ein noch größerer Fehler gewesen...
So, ich hoffe, ich konnte deine Frage nachvollziehbar beantworten. Und bin gespannt, welche Gedanken du noch dazu hast.
Moin Michael,
Löschenbevor ich meine überfällige Antwort gebe, kurz etwas zu meinem "Investmentstil", der auch Teil der Antwort ist:
"Stumpf ist Trumpf" ;-)
Mein Geld fließt zum größten Teil in ETF Sparpläne und zum kleineren Teil in die eine oder andere Aktie.
Im Alltag, in der Zeitung oder in Podcasts und Blogs, stolpere ich immer wieder über (für mich) interessante Geschichten oder Produkte und überlege dann welche Firma davon profitiert.
Hier ein paar Beispiele :
Frosta: Tolles Produkt und die Leute haben (z.B. im Homeoffice) oft wenig Zeit zu kochen. Nach Corona kam der Kurs wieder gut runter, das Homeoffice blieb und der Kurs stieg.+98%
Cloetta: Die Kakao Preise steigen, Schokolade wird teurer, die Leute werden weiter Naschen. In Haribo kann man ja leider nicht investieren und bei der Recherche bin ich dann über die Aktie gefallen.+140%
Nissin: Nudelsuppen, Trend schnelles und günstiges Essen. Minus 20 %
Daikin: Die Welt wird wärmer, die Welt vermögender, wer es sich leisten kann installiert sich eine Klimaanlage. Daikin ist Marktführer und billige Konkurrenz macht die Margen kaputt. Minus 20%.
McDonalds (treibt mich da eher selten hin, aber das Unternehmen ist meiner Meinung nach Super und die Dividende zahlt meine seltenen Besuche) +5% + Dividenden
Fairfax (kennen Sie besser) +40%
usw.
Was ich mache, ist also eher spekulieren als investieren.
Solche Wetten mache ich immer (mehr oder minder wegen der Stückelung) mit dem gleichen (eher kleinen) Betrag. Fairfax (zu knapp 1.000 gekauft) war eher eine Ausnahme, da sonst weniger Geld fließt.
Und jetzt die eigentliche Antwort: Ich investiere, gucke und verkaufe wenn etwas total in die Hose geht. Das ist zum Glück selten der Fall. Auf meiner "Watchlist" sind um die 50 "Ideen", die regelmäßig ergänzt oder aber auch gelöscht werden. Der "Finden und kaufen" Prozess dauert in der Regel lange und durch meinen Job bekomme ich regelmäßig frisches Kapital :-)
Dazu habe ich mir seit Trump angewöhnt, nicht voll investiert zu sein. Knapp 5% meines Vermögens (ohne Notgroschen von 2,5 Gehältern) stecken in Ibonds, beim Tagesgeld usw.
Sollte ich also mal eine "Idee" in die Tat umsetzen wollen, ist genügend Geld da.
Zusätzlich verkaufe ich ab und an Sachen, wo die ursprüngliche "Idee" nicht mehr stimmt oder ich mich "unwohl" fühle. Nissin wäre so ein Kandidat. Bei Cloetta könnte ich auch über Gewinnmitnahmen denken und Novo Nordisk habe ich wegen der ganzen Querelen nach wenigen Wochen, mit etwas Gewinn, wieder verkauft.
Oder kurz: Ich habe das Glück mehr zu verdienen als ich ausgebe und habe ein paar Rücklagen falls ich mal investieren möchte.
Vielen Dank für Ihre PHANTASTISCHE Arbeit und die viele Mühe.
LG Jörn
Danke für die interessanten Einblicke in "deine Investmentwelt", Jörn. =)
Löschen