Montag, 26. April 2021

Börsenweisheit der Woche 17/2021

"Marktbewegungen sind für den Investor nur insofern von praktischer Bedeutung, als sie entweder niedrige Kurse verursachen, zu denen man kaufen kann, oder hohe Kurse, bei denen man Kaufzurückhaltung übt und gut beraten ist zu verkaufen."
(Benjamin Graham)

Kommentare:

  1. Ist also BioNTech momentan keinen Kauf mehr wert?

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    1. Kann ich nicht beurteilen. BioNTech liegt nicht in meinem Circle of Competence und ich habe den Wert nicht näher auf dem Schirm.

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    2. Ich rechne bei BioNTech für 2021 mit einem Umsatz in der Größenordnung von 15 Mrd €. Die Marktkapitalisierung beträgt etwa 33 Mrd €, also KUV etwa 2. Wenn man mit den 15 Mrd Umsatz jährlich rechnen könnte, wäre das durchaus günstig bewertet. Für 2022 und 2023 hat die EU nochmal knapp 1 Mrd Dosen pro Jahr bestellt, wahrscheinlich zum bisherigen Preis von 15€ pro Dosis. In den USA erwarte ich ebenfalls, dass sie für Impf-Auffrischungen weiterhin primär auf BioNTech (und Moderna) setzen. Die Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind ja etwas in Verruf geraten bzw. noch gar nicht zugelassen. BioNTech teilt sich die Umsätze mit Pfizer zu gleichen Teilen.

      Wenn man alles zusammennimmt, könnte man davon ausgehen, dass 2022 und 2023 also nochmal die gleichen Umsätze wie 2021 erzielt werden. Ich denke, dass der Markt diese Erkenntnis inzwischen in den Kurs eingepreist hat. Aber über den Zeitraum bis 2023 hinaus wird es m.E. spekulativ: Wie werden sich die Produktionssteigerungen bei Moderna und der Markteintritt von CureVac auswirken? Wird es weitere Konkurrenten geben? Welche Preise kann man außerhalb der reichen Industrienationen erzielen? Wann gibt es erste Umsätze mit der individualisierten Krebstherapie, dem eigentlichen Kerngebiet von BioNTech? All das ist m.E. hochspekulativ und rechtfertigt daher m.E. nur noch eine kleine, spekulative Position. Die kann man aber bei einem langfristigen Anlagehorizont m.E. eingehen, denn BioNTech verdient sich an Corona wirklich eine goldene Nase und hat damit ALLEN anderen BioTech-Startups voraus, dass sie über viele Jahre nicht mehr auf Venture Capital / Kapitalerhöhungen angewiesen sind. Ich erwarte einen sehr volatilen Kurs über die nächsten Jahre, da die Unsicherheit über die weiteren Verdienstmöglichkeiten m.E. sehr lange weitergehen wird. Sollten die Corona-Geschäfte nachlassen, könnte es m.E. eine lange Durststrecke geben, bis andere Umsatzquellen erschlossen sind. Auch wenn (oder gerade weil) der Kurs zuletzt so schön gestiegen ist, bin ich jetzt eher vorsichtig.

      Also, mein persönliches Fazit: ja, "hohe Kurse, bei denen man Kaufzurückhaltung übt und gut beraten ist zu verkaufen"

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