Montag, 18. Mai 2026

[Kissigs Kloogschieterei] Ein Märchen über Gipfelstürmer und dünne Luft. Echt zu schön?!

NASDAQ und S&P 500 feiern Rekorde und erklimmen ein neues Allzeithoch nach dem anderen. Dabei kann sollte einem ganz schön schwindelig werden. Denn diese "meistgehasste Hausse" wird vor allem durch KI-Wetten und Chipwerte angetrieben, während sich der Rest der Unternehmen und die Wirtschaft insgesamt verwundert die Augen reibt.

Aber es auch eine Geschichte von stärker als erwartet sprudelnden Unternehmensgewinnen und Liquidität. Denn die neuen, leichteren US-Regeln für Banken-Eigenkapital setzt dort gewaltige Summen frei und diese machen sich umgehend auf die Suche nach Rendite. Sie fließen in Gold, in Rohstoffe, aber nicht so sehr in Anleihen, denn die sind angesichts vermutlich bald wieder steigender Zinsen keine gute Anlageform, und in Aktien. Vor allem in momentumgetriebene Werte, denn immer öfter haben Algorithmen die Hand am Zug, wenn es um Anlageentscheidungen geht. Und die spielen selten(er) das Fundamentalspiel, sondern setzen auf schnelle Gewinne. Auch so lässt sich Geld verdienen, doch sterbliche Anleger haben es hier natürlich schwer, mit den KI-Börsenbots mitzuhalten.

Es geht auch anders: Man sucht sich Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen heraus, die über einen starken und anhaltenden Burggraben verfügen und dennoch Wachstum bei Umsatz, Cashflow und Gewinnen versprechen. Man sucht Growth-Aktien zu Value-Preisen – was zugegebenermaßen nicht ganz einfach ist, denn diese Kombination ist fast so selten wie ein Einhorn. Fast. Charlie Munger sagt, man müsste nur alle 10 Jahre ein solches Einhorn entdecken und dann einen Haufen Geld investieren. So würden Anleger Superrenditen einfahren, auch wenn sich ansonsten in ihrem Depot eher Mittelmaß die Klinke in die Hand gibt.
"Überrenditen" sind das Zauberwort. Fast jeder von uns hat mal eine Kursrakete im Depot gehabt, aber nur einige wenige haben lange genug daran festgehalten, um aus dem Verdoppler einen Verzehnfacher, einen Verhundertfacher oder einen Vertausendfacher heranwachsen zu lassen. Die ersten 100% fühlen sich grandios an, ganz außergewöhnlich, und man neigt dazu, seine "Gewinne mitzunehmen".
Gewinne sichern, bevor die Aktie wieder einbricht. Verständlich, aber töricht. Denn jede Superaktie erleidet auf ihrem Höhenflug mehrmals heftige Kursrücksetzer. (Nur) wer an Bord bleibt, kann die Erfolgswelle vollständig auskosten – und das Einhorn durchs Ziel reiten.

Alles Gute für euer Geld!
Michael C. Kissig

4 Kommentare:

  1. Was sind denn Giftelstürmer?

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  2. Okay, danke. Können sie mir bitte auch ein paar vertausendfacher nennen? Dankeschön!

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    1. Hier ein paar Beispiele für Thousandbagger: Alphabet, Amazon, Apple, Berkshire Hathaway, Constellation Software, Domino's Pizza, Microsoft, Netflix.

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