Dienstag, 27. September 2016

In Aktien investieren oder lieber Finanzderivate kaufen?

Wer eine Aktie kauft, beteiligt sich an einem Unternehmen, nimmt teil an dessen Entwicklung und partizipiert an den Kursgewinnen. Darüber hinaus kann er oftmals auch üppige Dividendenzahlungen vereinnahmen. Und setzt er auf die falschen Aktien, lernt er auf schmerzliche Art und Weise, wie man mit Kursverlusten umzugehen hat. Man sollte meinen, das sei Chance und Risiko genug und doch gibt es eine immer größer werdende Zahl von Finanzderivaten, mit denen man an den Börsen handeln kann. Bisweilen ganz losgelöst von sog. Basiswerten.

Ende der 1980er Jahre, als in Deutschland die Deutsche Terminbörse (DTB) ihre Arbeit aufnahm - und zwar mit einfachen Call- und Put-Optionen - gab es als spekulativere Anlagemöglichkeiten neben Aktien eigentlich nur Optionsscheine. Das waren Zusatzkupons, die an Aktienanleihen hingen und das Recht verbrieften, zu einem festgelegten Termin eine bestimmte Aktie zu einem bestimmten Basispreis zu erwerben. Diese Optionsscheine wurden dann separat an der Börse gehandelt und erhöhten Chancen und Risiken bezogen auf ein Investment in den jeweiligen Basiswert, da der Optionsschein zumeist zu einem Bruchteil des Aktienkurses notierte und somit jede Kursänderung prozentual viel stärkere Wirkung entfaltete. Denn eine Änderung um 1 EUR ist bezogen auf einen Kurs von 100 EUR nur 1% - notiert der entsprechende Optionsschein aber bei 10 EUR macht die Veränderung des Basiswertes um 1 EUR beim Optionsschein eine Veränderung von 10 auf 11 EUR und somit 10% aus. Der Hebel betrüge in diesem Beispiel also 10.

Schnell wurden Optionsscheine aber "zu langweilig" und es wurden weitere Derivate erfunden, von Covered Warrants bis hin zu Zertifikaten. Ihnen allen ist gemein, dass sie sich an einem bestimmten Basiswert orientieren und festgelegte Eintrittsparameter haben, die ihren Kurs und letztlich die Abrechnung am Ende ihrer Laufzeit bestimmen. Dabei gibt es noch Sonderformen, wie z.B. Knock-out-Zertifikate, Bonus-Zertifikate, Discout-Zertifikate oder ganz neue Formen, wie zum Beispiel den Handel mit Binären Optionen, wo es nur Alles oder Nichts als Ergebnis gibt. Über die Unterschiede will ich mich gar nicht großartig auslassen - sie stellen allesamt Wetten dar auf das Eintreten bestimmter Effekte und haben wenig(er) mit Unternehmen und Wirtschaft zu tun, als vielmehr mit (Finanz-)Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und sie sind allesamt nicht dazu geeignet, lange und unbeobachtet in einem Depot zu schlummern, sondern bedürfen einer ständigen Kontrolle und eines steten Beschäftigens des Anlegers mit seinen Anlageformen.

Vom Grundsatz ist diese Art des Spekulierens nicht neu, auch Börsenlegende Jesse Livermoore hat Zeit seines Lebens Optionen gehandelt und zwar unter Ausnutzung eines größtmöglichen Hebels, also maximaler Leverage. Dabei war ihm egal, ob er Optionen auf Aktien, Getreide, Edelmetalle oder Schweinebäuche hielt. Und obwohl er so mehrfach zum Millionär wurde (und zwar in den 1920ern und 1930ern, als eine Million Dollar noch eine schwindelerregende Summe war), machte er auch mehrmals Pleite.

Es stellt sich die Frage, weshalb immer mehr solcher Finanzderivate auf den Markt kommen und wer die alle kauft. Eine Antwort ist, dass diese Produkte für den Emittenten sehr lukrativ sind und er "nur" ein gutes Rechenprogramm benötigt, um die Eintrittswahrscheinlichkeiten so festzulegen, dass das Risiko möglichst beim Geschäftspartner liegt und der Ertrag beim Emittenten. Auch wenn es hierbei keine absolute Sicherheit für den Erfolg gibt, so kann man diese mit der Rolle der Bank im Casino vergleichen. Und es gilt ja bekanntlich der Grundsatz: die Bank gewinnt immer. Des Weiteren bieten derartige Finanzprodukte die Möglichkeit, mehrere Geschäfte mit ein und demselben Kapitaleinsatz zu betreiben. Wer also 3% an der XYZ AG hält und diese Aktien für einen bestimmten Zeitraum an jemand anderen verleiht, bleibt an dem Unternehmen und an dessen Erfolg beteiligt, während er noch die "Miete" für das Ausleihen kassiert. Das kommt zum Beispiel vor, wenn jemand Leerverkäufe tätigen will. Er leiht sich Aktien (oder Gold oder Weizen) und verkauft diese Werte an der Börse - und hofft, sie bis zu dem Zeitpunkt, wo er sie zurückgeben muss, deutlich günstiger wieder einkaufen zu können. Nach ähnlichem Muster wurden inzwischen viele Finanzprodukte entwickelt, die dazu führen, dass das Geld global schneller umläuft und damit auch das Risiko erhöht, wenn etwas schief läuft. So geschehen bei der Finanzkrise 2008/2009, als die CDS (Credit-Default-Swaps = Kreditausfall-Swaps) beinahe das weltweite Finanzsystem zum Kollabieren brachten, weil irgendwie alle Banken und Versicherungen gegenseitig miteinander verwoben waren und die Pleite des Einen zum Umfallen des Anderen geführt hätte, sog. Domino-Effekt. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers war hier nur die Spitze des Eisbergs.

An diesem Punkt komme ich zurück zur eigentlichen Frage: was aus Anlegersicht das Richtige ist, in Finanzderivate zu investieren oder in Unternehmen, also ihre Aktien direkt zu erwerben. Für die Banken und Hedgefonds ist die Antwort klar: Derivate. Sie ermöglichen es diesen großen Playern, mit kleinstem Eigenkapitaleinsatz enorme Summen zu bewegen und auf alles zu zocken, was sich bewegt. Und die Banken können dabei sogar noch Kundengelder akquirieren und dafür Gebühren oder Provisionen abgreifen, was das Geschäft für sie doppelt lukrativ macht. Und das Risiko ist begrenzt, da bei einer Schieflage ja die Staaten einspringen und die Risiken zulasten der Steuerzahler übernehmen. Nicht umsonst hat Warren Buffett, der legendäre Value-Investor, diese Finanzderivate als "finanzielle Massenvernichtungswaffen" bezeichnet. Und in der Tat, haben diese Produkte mit dem eigentlichen Sinn einer Investition nicht mehr viel gemein, sondern sind eher vergleichbar mit Wetten - allerdings mit einem enormen Hebel und dem entsprechenden Risiken, die uns alle treffen können.

Darüber hinaus ist Warren Buffett kein Spekulant, sondern Investor. Er beteiligt sich langfristig an Unternehmen, weil er dort Partner werden möchte, Eigentümer. Auf Derivate setzt er eigentlich nur, wenn sie ihm eine solche Option ermöglichen - wie Wandelschuldverschreibungen oder Preferred Stocks, die er während der Finanzkrise von Goldman Sachs oder Bank of America erwarb, um diesen mit Milliardensummen beizustehen. Und später noch von Dow Chemical. Diese kann er in Aktien wandeln und bis zu diesem Zeitpunkt erhält er eine attraktive Verzinsung.

»Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!«
(Warren Buffett)

BaFin warnt!
Die BaFin, also unsere deutsche Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde hat gerade erst wieder vor Binären Optionen und CFDs (Contracts for Difference) gewarnt. "Anleger verlieren mit dieser Art von Wetten auf minimale Preisveränderungen bei Aktien, Währungen und Rohstoffen in den allermeisten Fällen“. Das habe mit klassischer Wertanlage nichts zu tun und genau bei solchen Angeboten sehe die BaFin ihre Aufgabe, Verbraucher zu schützen. Die Bafin schließe sich der aktuellen Warnung der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA vor diesen Produkten voll und ganz an.

 Wertentwicklung seit 1802 (Quelle: Focus Money 39/2016) 
Fazit
Für eine sinnvolle Altersvorsorge und zum Vermögensaufbau sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf Investments in solide und ertragsstarke Firmen mit stetiger Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Schon diese Geldanlagen erfordern ein Mindestmaß an Interesse und Kümmern, das jedoch in einem überschaubaren Rahmen bleibt, solange man eben nicht mit kaum durchschaubaren Finanzderivate spekuliert, die letztlich weder die Finanzberater und schon gar nicht die Kunden verstehen. Mit solider Geldanlage haben diese Produkte wenig zu tun, sondern sie befriedigen den Spieltrieb und den Drang, schnelle Gewinne erzielen zu können bei Ausblenden des Risikos. Schmeißt man sein Geld in digitale einarmige Banditen, erzielt man die gleiche Wirkung - allerdings mit deutlich weniger Kapitaleinsatz (und Gewinnchancen), aber eben auch ohne Risiken für das weltweite Finanzsystem einzugehen.

"Schuster, bleib bei Deinen Leisten", ist an dieser Stelle mein gut gemeinter Rat an alle Privatanleger. Konzentriert euch auf die Investments, die ihr auch versteht. Kauft Aktien, sucht sie gewissenhaft aus und prüft die Bilanzen und Kennzahlen der Unternehmen. Erst dann investiert euer Geld. Zum gefahrlosen - und so gut wie chancenlosen - Zocken gibt es die Lotto-Annahmestelle eures Vertrauens...

Kommentare:

  1. Sehr guter Artikel, nur leider lesen ihn diejenigen, die ihn lesen sollten, nicht. Die Deutschen sind die größten Zocker im Vergleich zu anderen Ländern und wenn ich jetzt die neueste Werbung im Fernsehen sehe, dass man mit einer HandyApp solche Dinger handeln kann und es geworben wird, dass man damit mit den Big boys endlich gleich zieht, kann einem übel werden.

    Ich nutze auch ab und an ein Discountzertifikat und handle in bescheidenen Rahmen Rohstoffe mit CFD´s, aber alles mit Augenmaß und nur mit kleinen Beträgen. Ich sehe das eher als Hobby, denn als Geldanlage. Bei CFD´s hat man den Vorteil, dass man hier leicht short gehen kann und so eine einfache Absicherungsstrategie fahren kann. Ich bilde mir zumindest ein, dass ich in etwa weiß, was ich mache. Der normale Anleger sollte aber tunlichst die Finger davon lassen.

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    1. CFDs (und auch binäre Optionen) sind ja explizit in den Fokus der Finanzaufsichtsbehörden gerutscht, weil so viele Anleger so viel Geld verlieren. Und zwar schon deshalb, weil bei diesen Produkten die Chancen so einseitig zugunsten des Emittenten verschoben sind, dass Anleger eigentlich nur verlieren können. Ich maße mir nicht an, diese Produkte zu verstehen - und deshalb lasse ich die Finger davon.

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  2. Guten Abend Michael,

    Fällt deine Put Option auf den Dax nicht auch unter spekulieren, da auch bei diesem, rein rechnerisch, das Risiko beim Geschäftspartner liegt und der Ertrag beim Emittenten, (Stichwort Zeitwert).

    Es ist natürlich verlockend und absolut verständlich, wenn man sein Depot gegen sinkende Kurse oder einen Crash absichern möchte, doch meine Erfahrung hat gezeigt, dass dies in den seltensten Fällen funktioniert, da der Zeitwert, die Spesen, die Volatilität und die nicht voraussehbare Entwicklung gegen einen läuft.

    Zusätzlich kommt ein Anleger, der sein Depot absichert, in einen moralischen Konflikt mit sich selbst, denn einerseits wünscht er sich, dass seine Titel steigen, was ein Verlust bei der Option bedeutet, hingegen wenn die Kurse sinken steigt zwar die Option, auf der anderen Seite nimmt der Depotwert ab. Ein Dilemma, dem ich auch schon ausgesetzt war, es lässt sich meiner Erfahrung nach nur durch eine sehr rationale Denkweise beherrschen, es bleibt aber immer eine Spekulation mit eventuellen Totalverlust.

    Denn was macht ein Investor, wenn seine Kalkulation nicht eintrifft, das heisst, wenn der Kurssturz ausbleibt, verkauft er dann mit Verlust oder denkt er sich, na der kommt einfach später ich muss dabeibleiben, denn ich bin ja von einem Kurssturz ausgegangen. Was wenn er seine Option verkauft und kurze Zeit später kommt der Kurssturz, dann hat er doppelten Verlust. Meiner Ansicht nach ein Spekulatives Dilemma.

    Wie sind da deine Erfahrungen oder die deiner Leser?

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    1. Du beschreibst das Dilemma sehr gut und gerade deswegen argumentiere ich ja auch stets gegen Derivate. Ich beteilige mich an Unternehmen - würde ich mir ein Haus kaufen, würde ich auch nicht jeden Tag danach schauen, ob der Wert gestiegen oder gefallen ist, und versuchen, es möglichst schnell mit Gewinn zu verkaufen. Oder nach einem Preisrückgang um 10% sofort abzustoßen.

      Weshalb ich mein Depot mit einem Put abgesichert habe, habe ich ja sehr ausführlich erläutert, auch in der sich anschließenden Diskussion. Selbstverständlich fällt auch ein DAX-Put in die Kategorie Derivate und/oder Spekulation. Ich behaupte ja auch nichts anderes, es ist KEIN Investment. Es dient zur Absicherung meines Depots, weil alle Anzeichen darauf hindeuten, dass es zu einer heftigen Korrektur kommen wird. Was nicht heißt, dass es so eintreten muss. Ich habe meine Cash-Quote erhöht, was ich ja als beste Möglichkeit ansehe, um in einem fallenden Markt neue Positionen aufzubauen zu Ausverkaufspreisen bzw. bestehende Positionen aufzustocken. Und "nur" ergänzend habe ich noch den DAX-Put erworben. Wohl wissend, dass ich damit auch einen großen Verlust einfahren kann, wenn der Markt nicht stark fällt. Bei täglichen Schwankungen von plus-minus 10% oder mehr in dem Put, kaufe und verkaufe ich kleinere Teile der Position, um "Zwischengewinne" mitzunehmen. Den größeren Teil des Puts halte ich aber als reine Absicherungsposition, vermutlich bis gegen Ende Oktober, wenn sich bis dahin kein Einbruch abgespielt hat. Dann würde ich den Verlust beim Put als "Versicherungsprämie" ansehen und mitnehmen. Nach heutiger Überlegung.

      Die Puts, die ich gestern zu 2,93 und 3,13 EUR verkauft habe, habe ich heute zu 2,72 zurückgekauft. Wie gesagt, der größte Teil der Position ist immer im Bestand und schwankt daher kräftig mit...

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  3. Yepp, steht ja unten: "Kaufe niemals eine Aktie (oder den ganzen Index), nur weil er/sie gerade gestiegen oder gefallen ist."

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  4. Servus Michael,

    ich sehe da keine entweder-oder Frage. Derivate können sinnvoll angewendet werden. Du hast das mit dem DAX-Put als Versicherung ja prinzipiell richtig angedacht. Das beschneidet natürlich die Performance, aber sonst eben auch keine Absicherung im Negativfall.
    John Doe, ein Totalverlust kommt zwar in dem Instrument zustande, aber der muss ja gegengerechnet werden mit dem dann notwendig gestiegenem Depotwert. Man partizipiert also durch die Kosten des verlorenen Puts nicht in vollem Maße an der Steigerung der Kurse.
    Man muss sich eben entscheiden, will man eine Absicherung oder nicht. Bei einer Hausratversicherung wägt man auch ab. Soll ich Kosten aufbringen für den Fall des Verlustes, oder spare ich mir das, und wenn doch was passiert, kann ich mir durch die eingesparten Prämien das Zeug neu kaufen (Verlust ersetzen).
    Im Prinzip muss halt wirklich jeder für sich entscheiden, wie komplex er sein Depot führen mag. hat man Lust auf etwas mehr Horizont, oder gibt man sich mit den Basics zufrieden.
    Es wird ja immer so getan, als ob Buffett nichts anderes macht, als paar Mainstream-Aktien zu kaufen und drauf zu warten, dass die Zeit sie ausbrütet (Buy&Hold).
    Bei Berkshire haben Derivate natürlich auch ihre Daseinsberechtigung. Offensichtlich kauft er aber keine Index-Puts, sondern verkauft sie, spielt also Stillhalter und streicht die Prämien ein (im guten Fall). Der Verkauf von Optionen ist der cleverere Weg.
    Im Jahresbericht 2015 (10-K) werden Derivative gains/losses von USD Mio 974 (2015) 506 (2014) und 2,608 (2013) aufgeführt. Im Quartal 2/16 werden 20 Mio plus, aber in den ersten 6 Monaten 790 Mio minus deklariert.

    Ich gehe von den Stillhaltergeschäften aus, da Verbindlichkeiten kalkuliert werden, dass bei steigenden Kursen die Verbindlichkeiten höher bewertet werden und ein theoretischer Verlust auf den Shareholder Value errechnet wird;

    Liabilities: Equity index put option contracts 3,552 (Mio, also 3,5 Mrd))
    Hypothetical Price Change 30% increase, Estimated Fair Value after Hypothetical Change in Prices 2,044 (Mio)
    Hypothetical Percentage Increase in Shareholders’ Equity 0.4%
    Hypothetical Price Change 30% decrease, Estimated Fair Value after Hypothetical Change in Prices 6,561 (Mio)
    Hypothetical Percentage Increase in Shareholders’ Equity (0.8%)

    Wenn man ein privates (ich sage mal "semi-professionelles" Investing) betreiben will, was über das ganz einfache Niveau hinaus gehen soll, dann wird man sicher auch mal zu anderen Mitteln greifen, als einfach nur paar Aktien kaufen und hoffen, dass ausgerechnet die dann für alle Zeiten Plus machen.

    Na ja, wollte nur mal darauf hinweisen, dass es schon etwas einfach gedacht wäre, wenn man glaubt, Buffett macht nix anderes als paar Aktien zu kaufen und sich nicht mehr drum zu kümmern.

    Guten Erfolg,
    MS

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    1. Natürlich wieder Quatsch geschrieben; "...da Verbindlichkeiten kalkuliert werden, dass bei steigenden Kursen die Verbindlichkeiten höher bewertet werden und ein theoretischer Verlust auf den Shareholder Value errechnet wird"
      Wenn man PUTs verkauft, dann werden die Verbindlichkeiten bei steigenden Kursen natürlich geringer, bzw. man läuft ins Plus. Bei sinkenden Kurse verliert man, und muss evtl. die Versicherungsleistung erbringen.

      MS

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  5. Guter und wichtiger Beitrag, vielen Dank dafuer. Zwei Punkte fand ich besonders: 1) der Vergleich mit einem Casino und der Hinweis darauf, dass die Bank immer gewinnt. 2) Der Ausspruch von Warren Buffet von 2003. Ich bin dem Link zum Handelsblatt gefolgt und habe gelesen, wie das seinerzeit kritisiert wurde! Die Zeit hat ihm ja sowas von Recht gegeben! Ich erinnere mich an die Zeit vor 2008, als es immer hiess, finanzielle Produkte seien eben Produkte moderner Technologie und so kompliziert, dass man sie eh nicht verstehen koenne, und daher soll man eben auf die Kompetenz der Ingenieure vertrauen und sie benutzen wie man zB ein Handy benutzt (von dem an ja auch nur eine sehr ungefaehre Ahnung hat, wie es funktioniert). Ich glaube es war Goldman Sachs, die damit geprahlt haben, dass sie Astrophysiker eingestellt haben, um die Komplexitaet der Finanzprodukte zu verstehen. Bloedsinn und Nebelkerzen!

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  6. Da geht vieles durcheinander. Man kann mit Derivaten natrugegebene Risikopositionen schließen (z.B. Ein dt. Unternehmen erwartet USD in 3 Monaten und sichert den Kurs sich per Terminkontrokt) oder man kann ein künstliches Risikoeröffnen, indem man offene Positionen fährt. Die zwei Nutzungsmöglichkeiten (Hedgen und Spekulieren) muss man schon unterscheiden. Ob das aufs Ganze mit allen Weiterungen gesehen die Welt nun sicher macht oder nicht, ist schwer zu sagen, tut aber wohl hier nichts zur Sache.

    Wer sich an den Gewinnen der Banken stört, kann ja einfach mal annehmen, dass er direkt mit einem anderen Marktteilnemer eine Option handeln könnte, ohne dass also irgendein Zwischenhändler die Hand aufhält und Transaktionskosten verursacht; was ja nicht völlig unrealistisch ist. Dann sieht mann, dass das Casinoargument zu kurz greift.

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