Donnerstag, 26. Februar 2015

Was ist... Buy & Hold?

Buy & Hold ist eine Anlagestrategie, die darauf abzielt, Wertpapiere langfristig zu halten. Hierdurch wird das Risiko durch die Schwankungen an den Märkten gesenkt und die Erfolgsaussicht auf hohe Renditen erhöhen sich.

"Meine bevorzugte Anlagedauer ist für immer".

Historische Daten belegen für für den S&P 500 zwischen 1926 und 2010 eine durchschnittliche jährliche Aktienrendite von 9,7%, während Staatsanleihen nur 5,6% p.a. brachten. Dabei unterliegen die Kurse in einzelnen Jahren durchaus heftigen Schwankungen, die auch schon mal 50 Prozent und mehr ausmachen können. Auch in diesen Phasen kann und sollte man nicht panisch verkaufen und versuchen, den Markt zu timen. Mit Geduld und Ruhe hat man in den letzten 90 Jahren jedenfalls nichts falsch gemacht am Aktienmarkt. Denn die durchschnittliche Überrendite von 4% pro Jahr erzielte man durch Nichtstun.

"Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld,
wenn Du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn Du abwartest".

Dabei muss man wissen, dass zwischen 80 und 90 Prozent der Anlagegewinne in einem relativ kurzen Zeitfenster entstehen, nämlich zwischen 2 und 7 Prozent der Anlagedauer. Die meiste Zeit über bringt eine Aktie also kaum Performance, während sie in kurzen Phasen deutlich ansteigt. Wer diese wenigen kurzen Phasen verpasst, lässt auch den Großteil der Gesamtrendite dieser Aktie liegen. Und senkt damit seine Durchschnittsrendite ganz erheblich ab.

"Es ist so gut wie unmöglich, mit Market-Timing zuverlässig Geld zu verdienen;
es lohnt sich mehr, langfristig zu investieren und Unebenheiten auszuhalten".
(Christopher H. Browne)

Das erfolgreichste Vorbild für klassisches Buy & Hold ist die Aktie von Buffetts und Mungers Investmentholding Berkshire Hathaway selbst. Als Buffett sie 1965 kaufte, stand sie im Tief bei 19 Dollar. 2015 war sie die mit Abstand teuerste Aktie der Welt und durchbrach die Marke von 220.000 Dollar. Buffett hat seine Aktien nie gesplittet. Und doch ist auch Buffetts Aktie nicht ohne größere Rücksetzer 50 Jahre lang nur angestiegen. Vielmehr gab es Phasen mit erheblichen Kurseinbrüchen, wie zwischen Juni 1998 und März 2000 als Berkshire Hathaway einen Maximum Drawdown von knapp 49 Prozent einstecken musste oder während der Finanzkrise im Jahr 2009, als vom Höchstkurs sogar 51 Prozent Kurseinbruch zu verzeichnen waren. Wer die Aktien damals verkauft hat, hat eigentlich alles falsch gemacht. Denn sie stieg nach diesen heftigen Kursabstürzen auf neue Höchststände und wurde zur teuersten Aktie der Welt. Keine andere Firma hat so viele Aktionäre zu Millionären gemacht - aber natürlich nur die, die ihre Aktien nicht in Panik verkauft, sondern auch in den Schwächephase Buffett die Stange gehalten haben. Diese Buy & Hold-Anleger wurden für ihre Geduld und ihre Ausdauer reichlich mit Kursgewinnen entlohnt.

1 Kommentar:

  1. Es kann so einfach sein!

    Wenn ich überlege, was für ein Firlefanz um den Börsenmarkt gemacht wird - eine Prognose, ein Tipp, eine Timing-Strategie jagt die nächste. Dabei reicht es, in sehr gute Unternehmen zu investieren und dann...... geduldig abzuwarten.

    Deine Beiträge helfen, auf Kurs zu bleiben. Vielen Dank Michael!

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