Freitag, 23. März 2018

Charlie Munger rät zu Buy & Hold: Du machst kein Geld mit traden, sondern mit abwarten!

Charles Thomas Munger ist der kongeniale Geschäftspartner von Warren Buffett und beide setzen seit jeher bei ihren Investments auf Buy & Hold. Diese Anlagestrategie zielt darauf ab, Wertpapiere langfristig zu halten, womit das Risiko durch die Schwankungen an den Märkten gesenkt und die Erfolgsaussicht auf hohe Renditen erhöht werden.

Historische Daten belegen für für den S&P 500 zwischen 1926 und 2010 eine durchschnittliche jährliche Aktienrendite von 9,7 Prozent, während Staatsanleihen nur 5,6 Prozent p.a. brachten. Dabei unterliegen die Kurse in einzelnen Jahren durchaus heftigen Schwankungen, die auch schon mal 50 Prozent und mehr ausmachen können. Auch in diesen Phasen kann und sollte man nicht panisch verkaufen und versuchen, den Markt zu timen. Mit Geduld und Ruhe hat man in den letzten 90 Jahren jedenfalls nichts falsch gemacht am Aktienmarkt. Denn die durchschnittliche Überrendite von 4 Prozent pro Jahr erzielte man durch Nichtstun.


»Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn Du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn Du abwartest.«
(Charlie Munger)

Dabei muss man wissen, dass zwischen 80 und 90 Prozent der Anlagegewinne in einem relativ kurzen Zeitfenster entstehen, nämlich zwischen 2 und 7 Prozent der Anlagedauer. Die meiste Zeit über bringt eine Aktie also kaum Performance, während sie in kurzen Phasen deutlich ansteigt. Wer diese wenigen kurzen Phasen verpasst, lässt auch den Großteil der Gesamtrendite dieser Aktie liegen. Und senkt damit seine Durchschnittsrendite ganz erheblich ab.

»Es ist so gut wie unmöglich, mit Markt-Timing zuverlässig Geld zu verdienen; es lohnt sich mehr, langfristig zu investieren und Unebenheiten auszuhalten.«
(Christopher H. Browne)

Das erfolgreichste Vorbild für klassisches Buy & Hold ist die Aktie von Buffetts und Mungers Investmentholding Berkshire Hathaway selbst. Als Buffett sie 1965 kaufte, stand sie im Tief bei 19 Dollar. 2015 war sie die mit Abstand teuerste Aktie der Welt und durchbrach die Marke von 220.000 Dollar. Buffett hat seine Aktien nie gesplittet. Und doch ist auch Buffetts Aktie nicht ohne größere Rücksetzer 50 Jahre lang nur angestiegen. Vielmehr gab es Phasen mit erheblichen Kurseinbrüchen, wie zwischen Juni 1998 und März 2000 als Berkshire Hathaway einen Maximum Drawdown von knapp 49 Prozent einstecken musste oder während der Finanzkrise im Jahr 2009, als vom Höchstkurs sogar 51 Prozent Kurseinbruch zu verzeichnen waren. Wer die Aktien damals verkauft hat, hat eigentlich alles falsch gemacht. Denn sie stieg nach diesen heftigen Kursabstürzen auf neue Höchststände und wurde zur teuersten Aktie der Welt. Keine andere Firma hat so viele Aktionäre zu Millionären gemacht - aber natürlich nur die, die ihre Aktien nicht in Panik verkauft, sondern auch in den Schwächephase Buffett die Stange gehalten haben. Diese Buy & Hold-Anleger wurden für ihre Geduld und ihre Ausdauer reichlich mit Kursgewinnen entlohnt.

Charlie Munger und Warren Buffett wurden mit ihrem Investmentansatz Milliardäre und Buffett rangiert regelmäßig unter den fünf reichsten Männern der Welt. Allerdings ist er der einzige von diesen, der es nicht mit einer Geschäftsidee so weit gebracht hat, sondern durch Investieren: das Investieren in Werte, in Unternehmen. Er folgt diesem Investmentansatz seit mehr als 60 Jahren und er ist leicht zu kopieren, von jedermann. Jeder von uns kann erfolgreich mit Aktieninvestments werden, er muss nur langfristig agieren und konsequent dem Beispiel Charlie Mungers folgen und den Weg des Warren Buffett gehen: Buy & Hold.

Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    wie siehst du denn aktuell die Situation am Markt? Die Stimmung spricht derzeit ja eher weniger für steigende Kurse, vielmehr könnte es sogar noch weiter runtergehen.

    Vielen Dank und Gruß,
    Stefan

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    1. Der Markt kann weiter fallen. Oder wieder steigen. Beides möglich, ich kann das nicht voraussagen. Was spricht denn für fallende Kurse, außer dass Chartfreaks das so darstellen und die allgemeine Stimmung negativ ist? Was nach Kostolany dafür spricht, dass genau das Gegenteil passiert...

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  2. Hallo Michael,
    Sag mal, wie siehst du nach längerer Zeit die Aktien von Corestate Capital ?
    Das war doch mal deine grösste Position und du warst immer ziemlich positiv eingestellt !
    Würde mich freuen, von Dir mal eine aktuelle Einschätzung zu lesen.
    Danke u. Grüße Andre

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    1. Ich bin immer noch sehr positiv bzgl. Corestate Capitaleingestellt und weiter hoch investiert. Der Kurs konsolidiert seit vielen Monaten, das ist nicht ungewöhnlich nach dem zuvor sehr starken und schnellen Anstieg. Corestate ist aus meiner Sicht eine der aussichtsreichsten Unternehmen und eine der preiswertesten Aktien am Markt. Ob bzw. wann der Kurs dies auch wieder honoriert, bleibt abzuwarten.

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  3. Michael,
    kannst Du uns erklären, warum die in 2017 einen Verlust ausweisen ??? Habe mal aus HV-einladung kopiert. Danke Dir. Gruß Andre

    Anerkennun­g des Verlustes der Gesellscha­ft für das Geschäftsj­ahr 2017 und Einstellun­g in die gesetzlich­e Rücklage für das Geschäftsj­ahr 2016* Der Vorstand schlägt der Hauptversa­mmlung vor, einen Verlust der Gesellscha­ft für das Geschäftsj­ahr 2017 in Höhe von insgesamt TEUR 12.824 anzuerkenn­en. Der Vorstand schlägt der Hauptversa­mmlung vor, den Verlustvor­trag auf neue Rechnung vorzutrage­n. Der Vorstand schlägt der Hauptversa­mmlung ferner vor, aus dem Gewinnvort­rag des Geschäftsj­ahres 2016 einen Betrag von 94.580,11 EUR in die gesetzlich­e Rücklage gemäß § 461-1 AktG in der jeweils gültigen Fassung und im Anhang des Einzelabsc­hlusses der Gesellscha­ft für das Geschäftsj­ahr 2016 einzustell­en.

    03 *
    Ausschüttu­ng aus den frei verfügbare­n Rücklagen der Gesellscha­ft* Der Vorstand schlägt der Hauptversa­mmlung vor, die Ausschüttu­ng aus den frei verfügbare­n Rücklagen der Gesellscha­ft in Höhe von insgesamt EUR 42.588.246­ (entsprech­end EUR 2,00 je ausgegeben­er Aktie der Gesellscha­ft) an die Aktionäre der Gesellscha­ft zu beschließe­n (die *Ausschütt­ung*). Die Ausschüttu­ng ist innerhalb von 3 Werktagen ab dieser Versammlun­g zahlbar

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    1. Corestate ist ein Konzern mit mehreren Töchtern (wie Hannover Leasing, ATOS, Helvetic Finance). Der Konzern fährt auch die Beteiligungsgewinne ein. Daneben gibt es die Corestate S.A., das ist vergleichbar mit einer Deutschen AG. Diese ist börsennotiert und an der sind wir Aktionäre beteiligt. Diese S.A. hat u.a. die Zukäufe der neuen Töchter gestemmt, was erhebliche Kosten verursacht hat. Die Umsätze und gewinne dieser Töchter fließen aber nicht in die AG (S.A.), sondern werden im Konzernabschluss verbucht. Daher weist die S.A. diesen hohen Verlust aus. Also nichts Ungewöhnliches und auch nichts, was einem Sorgenfalten auf die Stirn treiben muss.

      Wer's genau(er) wissen will, sollte sich die beiden Dokumente anschauen Jahresabschluss des S.A. und des Konzerns. Darin stehen die Details und reichlich Erläuterungen dazu.

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  4. Vielen Dank Michael !
    wie immer sehr gut erklärt von Dir und daher bleibt deine Seite einer der Besten und kompetentesten Börsenseiten im Netz.
    Grüße Andre

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  5. Hallo Michael,

    warum sollte man deiner Meinung nach in Aktien investieren und nicht in ETFs? VG Payam

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    1. Wer keine Ahnung von Aktien hat, wer keine Geschäftsberichte lesen kann oder wer sich nicht kümmern will, der sollte in Aktienfonds und/oder Aktien-ETFs investieren. Besser als sein Geld auf dem Sparbuch verschimmeln lassen, gar nicht zu sparen (also alles auszugeben), oder es in Lebensversicherungen zu versenken. An diese "Anleger" wende ich mich aber nicht primär, sondern ich kümmere mich um meine Investments aktiv, ich schreibe hier im Blog über meine Erfahrungen beim Investieren und meine Überzeugungen, wie man es richtig macht. Alles, was ich an ETFs/Fonds habe, sind eine (beitragsfrei gestellte) Rentenpolice auf Aktienfondsbasis und mein VL-Sparvertrag (bis vor zwei Jahren ist es mir gelungen, mein privates Einkommen unterhalb der entsprechenden Grenze zu halten, so dass ich VL-Prämie bezogen habe - meine Aktieninvestments schmeißen ihre Gewinne ja in meiner GmbH ab).

      Ich habe mit gegenüber die Erwartung, besser als der Gesamtmarkt zu performen durch meine selektive Aktienauswahl. Hat in der Vergangenheit meistens auch geklappt und außerdem ist es mein Hobby und macht mir einfach sehr viel Spaß. Deshalb sind passive Investments nichts für mich. Und ich schreibe hier im Blog auch nicht darüber.

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