Mittwoch, 27. November 2019

Mein Lese-Tipp: "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht" von Jason Zweig

Jason Zweig ist einer der renommiertesten Finanz- und Wirtschaftsjournalist der USA und erlangte durch Buchveröffentlichungen zu den Themen Value Investing, Verhaltens- und Neuroökonomie weltweit Bekanntheit. Und natürlich mit seiner regelmäßigen Kolumne für das Wall Street Journal.

Dieses Buch ist der Hammer und absolut lesenswert! Auch wenn der reißerische Obertitel "Gier" der deutschen Ausgabe eher abschreckend wirkt - er ist alleine der Gier des Verlags geschuldet; wer darüber hinwegsehen kann, wird mit einem Buch der Extraklasse zum Thema Behavioral Finance belohnt.

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Denn das Buch erläutert ausführlich, weshalb wir keine guten und schon gar keine besseren Anleger sind, warum wir die dummen Fehler begehen, die wir rational immer ausschließen würden. "Neuroökonomie" nennt sich das noch recht neue Forschungsgebiet, bei dem Wissenschaftler dem Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem (überwiegend schlechten) Umgang mit Geld und Geldanlagen nachgehen. Und was uns Statistiken und Erfahrung schon gelehrt hat, wird schonungslos belegt: wir Menschen und unser Gehirn sind nicht für die Finanzmärkte geschaffen. Wir können uns nur schlecht Fehler ein gestehen und daher halten wir zu lange an den falschen Aktien fest. Andererseits neigen wir zu Selbstüberschätzung und wenn wir denn ein paar Erfolge vorzuweisen haben, schreiben wir das unserem außergewöhnlichen Können zu und halten uns schnell für unfehlbar. Mit oft fatalen Auswirkungen bei unseren Börseninvestments.

Aber Jason Zweig begnügt sich nicht damit, unser Unvermögen zu beklagen und anhand von vielen Beispielen aus der Forschung anschaulich zu erläutern, wie unser Verstand ein ums andere Mal von unseren Gefühlen bzw. Emotionen ausgetrickst wird - obwohl wir es doch besser wissen (sollten). Vielmehr zeigt er in diesem Buch auch Lösungsansätze auf, wie wir unsere typischen Verhaltensweisen ablegen und zu wirklich rationale(re)n Anlegern werden können. Und das ist gleich in doppeltem Sinn lohnenswert...

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Titel: "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht"
Autor: Jason Zweig
Seiten: 354, Gebundene Ausgabe
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446412239

6 Kommentare:

  1. Danke für die Buchempfehlung!Sehr interessant dieses Thema einmal aus der biologischen Sicht zu betrachten. Meiner Meinung nach ist die Subjektivität bei Fondsmanagern doch ein Thema. Auch wenn diese Leute sehr professionell sind, hat jeder Mensch Emotionen die bei Anlageentscheidungen mit rein spielen. Das kann meiner Meinung nach niemand abstreiten.

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  2. Danke für den Tipp. Das Buch ist genial.

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  3. Lieber Michael,
    durch dich bin ich auf rare und nicht ganz preiswerte " Schätze" bezüglich Finanzliteratur aufmerksam geworden (z.B. Ken Fischer " Die Kunst der richtigen Aktienauswahl", Greenwald " Handbuch Value Investing", Charles Ellis " winning the loosers game" oder eben " Gier" von Jason Zweig, J.Siegel " Aktien für die Ewigkeit".
    Gibt es auf deiner Liste noch andere Raritäten, " Margin of safety" ,weil unbezahlbar,mal ausgenommen?
    Liebe Grüße Thorsten

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    1. Moin Thorsten,
      zu den vergriffenen oder nur selten aufzustöbernden lesenswerten Börsenbüchern zähle ich unbedingt "Der Club der Diebe" von James B. Stewart (hier zu meiner Kurzrezension) und "Kasse statt Masse" von Ken Fisher.

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  4. Danke dir,hatte gar nicht gesehen,dass du geantwortet hattest.Ganz lieben Dank.
    Ja,Club der Diebe steht noch auf der Liste,
    Kasse statt Masse schon im Regal.Wenn du etwas brauchst,sag bescheid.
    Liebe Grüße Thorsten

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  5. Von Jason Zweigs Buch "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht" ist endlich mal wieder ein bezahlbares Exemplar verfügbar (hier guckste).

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