Mittwoch, 24. Februar 2016

Andere Ansichten: Gold macht dich arm

Christian Thiel hat sich in seinem Blog "Großmutters Sparstrumpf" der Frage angenommen, was hinter dem Mythos des Goldes als Krisenwährung und Inflationsabsicherung steckt und er kommt zu dem Schluss, das Gold arm macht.

Um zu diesem Schluss zu gelangen, hat er die Entwicklung des Goldpreises einer Reihe von Prüfungen und Vergleichen unterzogen, wie z.B. mit dem breiten S&P 500- Index. Während Gold in den vergangenen 100 Jahren um 5.700 Prozent gelegt habe, seien es beim S&P 500 immerhin 1.200.000 Prozent gewesen. Inflationsbereinigt erzielte Gold in den letzten 100 Jahren so eine Jahresrendite von 1,16 Prozent.

Darüber hinaus befasst Thiel sich mit den Perspektiven für Gold und verweist darauf, dass rund 80 Prozent der gesamten bisherigen Goldförderung nach 1900 dem Boden abgerungen wurden, was auf die sich stetig verbessernden Fördermethoden zurückzuführen sei. Und genau hierin erkennt Thiel den größten Risikofaktor für das angeblich knappe Gut Gold: bisher seien über die Jahrtausende hinweg von Menschen 160.000 Tonnen Gold gefördert worden, doch in der Erdkruste befänden sich insgesamt 30 Milliarden Tonnen Gold. Das meiste hiervon ist mit heutigen Fördermethoden kaum abbaubar, doch mit fortschreitender Effizienz der Technik und neuen, effizienteren Fördermethoden ließe sich immer mehr davon aus dem Boden holen. Ein knappes Gut stelle Gold insofern also allenfalls da, solange die Technik nicht weitere große Fortschritte mache.

Zu guter Letzt geht Thiel noch auf Buffets ablehnende Haltung gegenüber Gold ein. Warren Buffett stehe nun seit 50 Jahren an der Spitze seiner Investmentholding Berkshire Hathaway und während Gold in dieser Zeit eine Rendite von 400 Prozent gebracht hätte, schaffte Buffett es, den Aktienkurs von Berkshire Hathaway um atemberaubende 1.800.000 Prozent zu steigern. Mit Investments in Unternehmen, mit Value Investing.

Kommentare:

  1. Wer weiß, vielleicht gibt es bald Gold-Fracking :-)

    Spaß beiseite: Es ist meines Erachtens schwierig, Zahlen zu solch langfristigen inflationsbereinigten Renditen ernsthaft zu bestimmen. Die conclusio, dass man Gold nicht unbedingt haben muss teile ich aber.

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  2. Guten Tag,
    nun, Buffetts Abneigung gegen Gold ist bekannt, weil es eben keinen Cashflow erwirtschaftet, aber das tut seine BRK auch nicht für den Anleger, weshalb ich auch keine habe. Ein Investment sollte Cash in die Kasse spülen. In dem Sinne ist Gold ein "totes" Investment. Aber als solches wurde es ja noch nie gesehen, sondern als Wertaufbewahrungsmittel, welches nach jedem Währungscrash unbeschadet seinen Wert behielt. Es dient nicht dazu, eine laufende Rendite zu erzielen. Warum sind alle Zentralbanken an einer Goldreserve interessiert?
    Und trotzdem, obwohl es keinen laufenden Cashflow bringt wie Dividenden, dass man von Gold arm geworden wäre, das kann man nun nicht gerade sagen. Buffett-Jünger, also "Buy&Hold" Apologeten, denken und propagieren ja gern in Dekaden. Wenn ich bei Kitco.com nachsehe, dann bekomme ich einen Cumulative Average Price für das Jahr 1975 von 161,04 USD, und für aktuell in 2016 1140.47 USD. Das sollte einer jährlichen Preissteigerung von ca. 20% entsprechen, also durchaus mit Buffetts Berkshire vergleichbar. Bei BRK gibt es ja auch nur eine Preissteigerung ohne Cashflow für den Anleger. Also arm wäre man in beiden Fällen nicht geworden, aber man hätte halt auch nichts in die Täsch bekommen.

    Beste Grüße
    MS

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  3. @MS:

    ein Anstieg von 161 auf 1140 seit 1975 entspricht einem CAGR von um die 5%. Von den 20% sind wir da doch ein Stückerl entfernt.

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    1. @Daniel,

      ja, sorry. Nicht mein Tag heute. Schwerer Denkfehler. Am besten löschen den Schmarrn. ;-)

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  4. Ich kann diese Argumente gegen Gold nicht mehr lesen... Es wird beinahe überall der gleiche Fehler gemacht, Gold als Investment zu betrachten und dessen Performance deshalb mit den Indices, einzelnen Aktien oder anderen Geldanlagen zu vergleichen.

    Gold ist aber kein Investment im klassischen Sinne. Gold ist als Währung zu betrachten! Wenn überhaupt, dann müsste Gold mit Geld, also mit dem US-Dollar, dem Rubel, dem venezolanischen Bolivar oder dem argentinischen Peso und deren Kaufkraft (heute, vor 10 Jahren, vor 50 Jahren, usw.) verglichen werden.

    100 US-Dollar konnte man 1950 gegen 3 Unzen Gold eintauschen. Heute müssen Sie für diesen Währungstausch schon 3.600 USD auf den Tisch legen.

    Aber wir müssen gar nicht bis in die 50er zurückschauen. Machen Sie diese Rechnung mal ab dem Jahr 2000 mit dem argentinischen Peso, dem Bolivar oder dem russischen Rubel...

    Bei Gold geht es einfach nur um den Schutz vor FIAT-Geld Totalverlust.

    Das hat mit investieren, Performance, Zinsen und dem ganzen Kram der in solchen Artikeln immer angeführt wird überhaupt nichts zu tun. Buffet ist Investor. Gold ist aber kein Investment!

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    1. Gold ist Geld, alles andere ist Kredit!

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