Montag, 29. Februar 2016

MBB: Was gibt's denn hier zu feiern?

Seit langer Zeit habe ich die Beteiligungsgesellschaft MBB auf meiner Empfehlungsliste und das Unternehmen hat sich seit 2012 prächtig entwickelt, ebenso der Aktienkurs. Seit einiger Zeit kommt aber vermehrt Gegenwind auf und das wirkt sich zunehmend aus.

Zugegeben, 2015 war ein "Übergangsjahr". Mit diesem Etikett retten sich Unternehmen über ein schlechtes Unternehmensjahr, aber bei MBB traf dies auch durchaus zu. Denn man hat stark in die eigenen Töchter investiert, vor allem in Delignit und Hanke Tissue, wo sich der Umsatz ab 2016 verdoppeln sollte. Investitionen belasten erst einmal den Cashflow und den Gewinn, aber gute Investitionen holen dies über höhere Umsätze und Gewinne wieder rein und richtig gute Investitionen bieten sogar Gewinnsteigerungen.

Und solch richtig gute Investitionen sollte es sich handeln. Eigentlich. Doch schaut man auf die heute vorgelegten Zahlen und den Ausblick, kann man hier seine Zweifel haben. Denn die mit Abstand größte Tochter, die MBB Fertigungstechnik, hat ein China-Problem und belastet damit Umsatz- und Gewinne. Die hohen Investitionen des Vorjahres sollten sich hier kompensierend auswirken und Ende 2015 vermeldete MBB auch noch den tollen Zukauf der Aumann-Gruppe, der eine höhere EBIT-Marge aufweisen sollte, als die bisherigen MBB-Töchter. Also eigentlich tolle Aussichten. Und doch...

 MBB SE (Quelle: comdirect.de) 
Für 2014 wies MBB einen Gewinn je Aktie von €2,01 aus und ursprünglich sollte 2015 in etwa auf dieser Höhe abschließen. Ein Übergangsjahr eben. Bei der letzten Konkretisierung des EPS lag man dann aber bei einer Prognose von €1,71 und wenn man heute verkündet, man habe die Prognose mit €1,78 deutlich übertroffen, dann ist das richtig. Im weiteren Sinne jedenfalls. Also Schwamm drüber, schauen wir auf 2016, das Jahr müsste richtig toll werden für MBB, denn die Investitionen bei Delignit und Hanke Tissue bringen endlich Umsätze und Gewinne und dann ist da ja noch der Millionen-Zukauf Aumann. Doch das Management peilt ein 2016er EPS von €2,00 an, eine Steigerung ggü. 2015 um 12 Prozent.

Das klingt erstmal erfolgversprechend, wenn da nicht... genau, da war ja mal die Planung, dieses EPS hätte bereits in 2015 erreicht werden sollen. Und nun plant MBB nur, den Gewinn des Jahres 2014 zu wiederholen. Nachdem so viel investiert wurde, nachdem man den ersten großen Zukauf seit der genialen Übernahme der Claas Fertigungstechnik gestemmt hat. Auch wenn man weiß, dass MBB gerne zurückhaltend plant, ist dieser Ausblick für mich enttäuschend. Vermutlich ist er ehrlich, aber eben auch kein großer Wurf. Da scheint bei MBB einiges nicht rund zu laufen und wenn ich einiges meine, dann bedeutet dies vor allem die MBB Fertigungstechnik, den Automobilzulieferer, der stark nach China expandiert. An der vergleichsweise kleinen Delignit liegt es jedenfalls nicht, die hat für 2015 tolle Zahlen gemeldet, den Umsatz um 3,9 und das EPS um 7,4 Prozent gesteigert. Die Dividende soll unveränderte €0,03 je Aktie betragen.

Fazit
Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb die MBB-Zahlen und der Ausblick so überschwänglich gelobt werden. Ich finde sie eher mager. Da ich allerdings vom MBB-Management sowie vom Unternehmen langfristig weiter überzeugt bin, bleibt MBB als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste, MBB muss aber schleunigst wieder mehr PS auf die Straße bringen, um dem Aktienkurs neue Argumente für neue Höhen liefern zu können. Die auf €0,59 angehobene Dividende ist zwar eine nette Geste, aber mich stört, dass MBB einen erheblichen Teil seiner liquiden Mittel in Gold hält. Und wie wenig ich von Gold, dieser glanzlosen Kapitalvernichtung halte, wisst ihr ja...

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