Dienstag, 21. Mai 2019

Portfoliocheck: Chuck Akre investiert auf lange Sicht und noch mehr in American Tower

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 35. Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger und hält nichts von hektischer Betriebsamkeit; er denkt lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im ersten Quartal 2019 hat Chuck Akre nur bei wenigen Positionen Änderungen vorgenommen; es dominieren mit einem Anteil von 45% weiterhin die Finanzwerte vor Communication Services mit 20% und zyklischen Konsumwerten mit 12%. Seine zweitgrößte Position ist mit American Tower einen Spezial-REIT, mit dem er auf den anhaltenden Boom beim mobilen Internet setzt - und auf 5G...

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Disclaimer
American Tower befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Gute Anregung und Analyse, Michael. Gibts etwas vergleichbares auch in Deutschland oder Europa zu American Tower? Hier herrscht doch ebenfalls ein großer Bedarf an Sende- und Empfangsstationen. Wenn nicht, machen wir ein start up auf.

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    1. Hierzulande sind überwiegend (geschlossene) Infrastrukturfonds am Werk, die Gelder von institutionellen Investoren und/oder Versicherungen anlegen. Börsennotierte deutsche Unternehmen im Bereich Mobilfunkmasten wüsste ich jetzt keines...

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  2. Guter Artikel, ich stimme mit allem überein. Das einzige, was mich bisher von einem Investment abgehalten hat, ist die sehr hohe Verschuldung in Kombination mit der gestiegenen Bewertung. Eine Verschuldung über des 10 fachen FCF kombiniert mit einem PE über 25 lassen viel Spielraum nach unten im Falle einer Konjunkturschwäche. Wie siehst du die Hohe Verschuldung? AMT ist ja vorrangig durch übernahmen gewachsen, Goodwill und Schulden sind ja entsprechend und dürfen zukünftig auf das Wachstum drücken.

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    1. American Tower wächst auch durch Übernahmen und Zukäufe und finanziert das u.a. durch zusätzliche Kreditaufnahmen. Bei einer Firmenübernahme zahlt man einen Aufpreis, den hat man dann als Goodwill in der Bilanz - da entsteht Abschreibungsbedarf, wenn denn der Wert der übernommenen Firma sich nicht über die Jahre steigert und dadurch der Goodwill von selbst erledigt. Die Unternehmen haben hier einen gewissen Spielraum beim Bilanzieren. Richtig ist, dass bei einem heftigen, längeren Wirtschaftsabschwung sich auch die Bewertung des Zukaufs negativ entwickelt und so (zusätzlicher) Abschreibungsbedarf entstehen kann. Das belastet beides ggf. den Gewinn, aber nicht den Cashflow.

      Dann kauft American Tower aber auch "einfach" Sendemasten von den Netzbetreibern. Auch die nehmen sie in die Bücher, auch die können ggf. überteuert dastehen und Goodwill erzeugen. Hier kommt dann noch hinzu, dass man ggf. weitere Sende- und Empfangsgeräte installieren muss, weil man an dem von AT&T übernommenen Sendemast nun auch Anlagen von Sprint oder Verizon platziert. Auch diese Geräte müssen finanziert werden - sie erzeugen natürlich über die Zeit hinweg einen attraktiven Cashflow, der das Ganze refinanziert. AMT wächst also nicht nur horizontal, sondern auch vertikal: nicht nur mehr Masten/Standorte/Länder, sondern auch bessere Auslastung der einzelnen Standorte.

      Da American Tower ein REIT ist, müssen sie den größten Teil ihrer Gewinne ausschütten. Besser wäre es, wenn sie die Dividenden einbehalten und investieren könnten - als REIT genießen sie aber im Gegenzug erhebliche Steuervorteile, so dass dies keine wirkliche Option ist.

      AMT wächst stark und der FCF kann nicht mithalten, richtig. Aus der Kombination, die eben genannt habe. Aber... sollte AMT schlagartig aufhören, weiter zu investieren (und daher keine neuen Kredite mehr benötigen), würde der FCF und der Gewinn sehr schnell in die Höhe schießen. Denn momentan nutzt AMT alles an verfügbarem Cashflow, um seinen Eigenanteil an den Finanzierungen des weiteren Wachstums zusammenzukriegen. Kein Wachstum, FCF wird nicht mehr belastet und schießt hoch. Und nachgelagert dann auch bald die Gewinne. Denn AMT tilgt ja auch seine Altschulden. Im Grunde kann man hier auf Amazon verweisen. Die haben auch viele Jahre lang jeden Cent reinvestiert, dann stieg vor einigen Jahren der Free-Cashflow an aufgrund etwas geringerer Wachstumsraten und seit zwei Jahren springen nun auch die Gewinne heftig an. Und alle sind überrascht (naja, fast alle).

      Da AMT zur Not die Option hätte, bei einer Krise/Flaute einfach nicht mehr ins Wachstum zu investieren und so seine Bilanz und GuV schnell auszupeppen, sehe ich das Risiko nicht so groß wie bei Autoherstellern oder im Maschinenbau. Und auch wenn sich Kunden (Netzbetreiber) zusammenschließen, wie wohl T-Mobile US und Sprint, ist das nicht gleich ein Drama. Zwar gibt es dann Überlappungen, aber dank 5G (und ggf. neuen Playern, wie Google oder Amazon) dürfte die Nachfrage unterm Strich weiter steigen. Sollten allerdings die Zinsen deutlich anziehen, dann würden die Wachstumsaussichten für AMT (und Wettbewerber Crown Castle) natürlich ausgebremst. Aber steigende Zinsniveaus stehen ja erstmal nicht (mehr) zur Debatte...

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