Samstag, 25. April 2026

Wochenrückblick 17/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Rheinmetall, Deutsche Rohstoff, Almonty, Amazon, Rocket Lab - Energie und KI hui, Rüstung pfui

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich...

Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:

📈 Deutsche Rohstoff AG +8,8%
📈 Amazon +5,8%
📈 Comfort Systems +4,9%
📈 Quanta Services +4,3%
📈 Texas Pacific Land +4,3%
📈 Vincorion +3,9%
📈 ESCO Technologies +2,6%
📉 Rocket Lab -5,7%
📉 Almonty Industries -5,9%
📉 Rheinmetall -10,6%

Es war eine weitere volatile Börsenwoche, in der der S&P 500 am Ende knapp ein neues Allzeithoch markieren konnte. Die Verhandlungen um den Nahost-Krieg kommen nicht vom Fleck, aber es wird zumindest kaum geschossen. Das reicht schon für gute Stimmung und steigende Kurse.

Ich gehe ja von einem Szenario aus, bei dem die Energiemangellage zu deutlich ansteigender Inflation und dann zu erheblichen Rezessionsschmerzen führen wird und habe mich entsprechend positioniert. Die Börse zeigt sich unbeeindruckt von meiner Meinung und feiert gegen sie an. Daher durfte ich mir die letzten Tage öfter die Frage gefallen lassen, ob ich mich nicht geirrt hätte. Klare Antwort: Nein!

Ich erwarte die negativen Auswirkungen im Sommer und Herbst - aktuell sind es bei mir 8 Grad, die knospenden Bäume werden von einem mittleren Grau umgeben und mein Kalender meint, der Sommer lasse noch zwei Monate auf sich warten. Und bis zum Herbst sind es noch fünf Monate. Ob ich richtig liege, kann sich also heute noch gar nicht erweisen. Im Heute legen die Unternehmen starke Ergebnisse für das 1. Quartal vor und die Börsen sind erleichtert - die negativen Schlagzeilen passen nicht zu den positiven Ergebnissen. Natürlich nicht, denn die negativen Auswirkungen beginnen ja gerade erst, sich in die Unternehmenszahlen hineinzufressen. Und einige Firmen sprechen das in ihrem Ausblick auf Q2 und/oder das Gesamtjahr auch an - und werden dann massiv abgestraft mit zweistelligen Kursverlusten.

Aber der Winter naht... ツ
Kurzfristig ist also noch alles sattgrün, aber das dürfte nicht so bleiben. Blutrot kommt wieder in Mode, spätestens im Herbst...

Doch erstmals nimmt die Earnings Season in der nächsten Woche so richtig Fahrt auf: es berichten echte Börsenschwergewichte wie Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia, Coca-Cola, Brookfield, UPS, Visa, Mastercard, Linde, ExxonMobil, Chevron, Corning, Caterpillar, Lilly, Seagate, Hilton, Verizon, Qualcomm, Mondelez, Amphenol, Altria, Western Digital, Amgen, Colgate-Palmolive, SoFi, LendingClub, CoStar, Brown & Brown - und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Der Fear-and-Greed-Index ist von 68 auf 66 moderat zurückgegangen und zollte den starken Anstiegen der Vorwochen Tribut. Er signalisiert weiterhin "Gier" und das beschriebt die Haussebewegung der letzten Wochen wohl am besten.

Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche weiter zulegen konnte, wenn auch deutlich weniger enthusiastisch als in der Vorwoche.

Mein Wiedereinstieg bei der Deutschen Rohstoff AG zahlt sich schon aus

Die Deutsche Rohstoff AG hatte ich mir ja letzte Woche während des kräftigen Rücksetzers wieder ins Depot geholt und sie hat es mir mit einem starken Rebound gedankt; sie liegt damit schon relativ weit oben in meinem Depot und ich überlege ernsthaft, ob ich die Position trotzdem etwas weiter aufstocken sollte. Ausführlich hatte ich mich ja vor einer Woche zur DRAG geäußert und meinen Investmentcase dargelegt.

Amazon ist zurück im Einkaufswagen

Und dann habe ich meinen Magnificent 7-Bestand ausgebaut und neben Alphabet auch wieder Amazon ins Depot geholt. Auch das hat sich mit einem ordentlichen Kursplus bereits ausgezahlt - aber das ist nur eine Momentaufnahme und nicht weiter beachtenswert. Interessant(er) sind vielmehr neuere Entwicklungen, die um die bekannten Treiber (AWS, Cloud, KI, Advertising, Logistik usw.) herum passieren: 

KI-Darling Anthropic steuert auf den Börsengang zu und drückt beinahe wöchentlich neue KI-Agenten ins reale Leben, die allen anderen das Leben schwer machen. 

In den letzten Jahren hatte Amazon rund 8 Milliarden Dollar in Anthropic investiert und nun bis zu 25 Milliarden Dollar an weiteren Investitionen hinzukommen. Anthropic verpflichtet sich seinerseits, in den nächsten 10 Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Technologien von Amazon Web Services auszugeben - dazu gehören unter anderem die aktuellen und künftigen Generationen von Trainium, den maßgeschneiderten KI-Chips von Amazon. Außerdem gab Anthropic bekannt, dass es sich bis zu 5 Gigawatt Rechenleistung für das Training und den Einsatz seiner Claude-KI-Modelle gesichert hat.

Für Amazon/AWS ist das ein Megadeal, wie auch CEO Andy Jassy betonte: "Die Entscheidung von Anthropic, seine großen Sprachmodelle in den nächsten zehn Jahren auf AWS Trainium zu betreiben, spiegelt die Fortschritte wider, die wir gemeinsam im Bereich maßgeschneiderter Halbleiter erzielt haben, während wir weiterhin die Technologie und Infrastruktur bereitstellen, die unsere Kunden für die Entwicklung generativer KI benötigen".

Dies belegt, wie stark die Amazon-Chips inzwischen sind und Amazon setzt diese natürlich intern ein und spart damit viel Geld, weil man nicht mehr (nur) auf Nvidias High-End-KI-Chips setzen muss, für die Mondpreise zu bezahlen sind.

Wie gut Amazons KI-Chips inzwischen sind, belegt ein zweiter Monster-Deal: AWS und die Facebook-Mutter Meta haben eine Vereinbarung bekannt gegeben, nach der Meta mehrere 10 Millionen Graviton5-Cores von AWS verwenden wird, die Amazon erst im Dezember vorgestellt hatte. Damit wird Meta zu einem der größten Graviton-Kunden, und die Vereinbarung sieht eine Erweiterung um weitere Graviton-Kerne vor, wenn Metas Bedarf wächst. Meta will die zusätzliche Rechenleistung vor allem für den Bereich Agentic AI nutzen. Für das Training von KI-Modellen sind GPUs besser geeignet als CPUs. Im Bereich Agentic AI müssen autonome Agenten jedoch komplexe Aufgaben planen und ausführen, wofür sich CPUs besser eignen. Diese Tema-Deal ist ein Mega-Deal für Amazon!

Doch kommen wir nochmal zurück zu Anthropic: Amazon hatte sich bereits 2023 mit einer ersten Investition in Höhe von 1,25 Milliarden Dollar an dem KI-Startup beteiligt und seine Beteiligung bis  November 2024 auf insgesamt 8 Milliarden Dollar erhöht. Und nun legt Amazon nach und wird weitere 5 Milliarden Dollar in Anthropic investieren mit der Option, später Anteile im Wert von weiteren 20 Milliarden Dollar zu erwerben.

Damit liegt Amazons Anteil an Anthropic zwischen 8% und 16%, während Alphabet rund 14% hält und Nvidia etwa 3%.

Noch ist natürlich nichts fix in Sachen IPO, aber bei Anthropic wachsen die (bezahlten) Nutzerzahlen so rasant, dass man bereits beinahe den ehemaligen Dominator OpenAI eingeholt hat; rund 35% der US-Unternehmen zahlen für OpenAIs AI Agenten, während Anthropic soeben die Marke von 30% erreichte. Allerdings stagniert OpenIAs Anteil seit Monaten auf diesem hohen Niveau, während Anthropic mit Siebenmeilenstiefeln aufholt.

Bei jeder neuen Finanzierungsrunde und/oder Kapitaleinlage wird Anthropic sehr viel höher bewertet al zuvor und inzwischen stehen für den Börsengang Bewertungen um die 800 Milliarden Dollar im Raum - Amazon wird daher mit Sicherheit eine äußerst stattliche Rendite auf seine Investition erzielen (und das gilt natürlich auch für Alphabet und Nvidia). Und dies sind weitere Gründe, weshalb Amazon weder bei Umsatz noch Gewinn noch Kurs und Börsenbewertung das Ende der Fahnenstange erreicht haben dürfte und auch in den nächsten Jahren überdurchschnittliche starke Renditen für seine Aktionäre abwerfen sollte. Also auch (weder) für mich...

Comfort Systems USA - was für ein Biest!

Comfort Systems habe ich ja schon seit gut einem Jahr im Depot und mit einer Gesamtrendite von fast über 400% ist der Kühlungsspezialist einer meiner Top-Performer. Obwohl ich den Zug schon viele Monate und sogar Jahre verpasst hatte...

Das Kursfeuerwerk hat natürlich Gründe: das Geschäft brummt und zeigt keine Bremsspuren. Das belegen die eindrucksvollen Zahlen zum 1. Quartal 2026 einmal mehr. Dabei ist Comfort Systems USA ist kein Technologiewert, auch wenn die Wachstumszahlen es vermuten lassen. Das Unternehmen installiert und wartet Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sanitär- und Elektroanlagen in Gewerbe- und Industriegebäuden.

Comfort Systems ist über ein Netzwerk lokaler Tochtergesellschaften an 197 Standorten in 143 US-Städten tätig. Zu den regionalen Marken des Unternehmens gehören bekannte Spezialunternehmen wie TDIndustries, J&S Mechanical, Mesa Energy Systems, ShoffnerKalthoff MES so-wie weitere lokale Maschinenbau- und Elektrodienstleister, die geschäftskritische Projekte wie Krankenhäuser, Produktionsstätten und Rechenzentren betreuen.

Die globale Erwärmung sorgt für reichlich Nachfrage, aber so richtig auf Touren kam der Motor durch die explodierende Nachfrage nach KI-Rechenzentren und die hierfür erforderlichen Kühlsysteme. Das starke und weiter zunehmende Wachstum befeuert die Geschäfte bereits seit mehreren Jahren und hielt auch im 1. Quartal weiter an: der Umsatz stieg um knapp 58% auf 2,87 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung der Analysten von 2,39 Milliarden Dollar deutlich.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schnellte um 116% auf 524,4 Millionen Dollar hoch und die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich dabei von 13,3% auf 18,3%. Das Betriebsergebnis stieg sogar um mehr als 132% auf 485,7 Millionen Dollar, wobei sich die Margen deutlich ausweiteten, weil das Unternehmen höhere Umsätze in ein über-durchschnittliches Gewinnwachstum umwandelte. Und so stieg der Nettogewinn um fast 119% auf 370,4 Millionen Dollar bzw. 10,51 Dollar je Aktie und auch dieser übertraf die Analystenschätzungen von 6,81 Dollar je Aktie bei Weitem.

CEO Brian Lane zeigte sich sichtlich erfreut über die Geschäftsergebnisse und kommentierte: "Unsere wachsenden Teams erzielen weiterhin hervorragende Ergebnisse in den gesamten Ver-einigten Staaten." Er ergänzte, dass das Unternehmen im Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 51% verzeichnet und den Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt habe.

Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, denn der Auftragsbestand erreichte zum 31. März 12,45 Milliarden Dollar, verglichen mit 11,94 Milliarden Dollar Ende Dezember 2025 und 6,89 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Auf vergleichbarer Basis, also ohne die Auswirkung von Akquisitionen, stieg der Auftragsbestand auf 12,21 Milliarden Dollar und belegt, dass die M&A-Pipeline gegenüber der massiven organischen Nachfrage nur eine untergeordnete Rolle spielt. Akquisitionen zahlen sich aus, aber die meiste Power bringt das organische Wachstum!

Diese steigende Nachfrage steht in direktem Zusammenhang mit dem Technologiebereich. Das Unternehmen schließt mehrjährige Infrastrukturverträge mit großen Cloud-Anbietern ab, wodurch sich die Laufzeit des Auftragsbestands des Unternehmens strukturell von kurzfristigen Industrieaufträgen hin zu langfristigen Technologieaufträgen verlagert. Lane erklärte hierzu, dass die jüngsten Auftragseingänge sowie die anhaltende Nachfrage und eine starke Projektpipeline Anlass zu Optimismus für die nächsten Quartale geben.

Auf der anderen Seite birgt dies auch ein Risiko, denn das beispiellose Wachstum hängt stark vom Technologiesektor ab, also von KI-Rechenzentren und den Hyperscaler, auf die Ende 2025 fast 45% des Gesamtumsatzes entfielen. Jede Verlangsamung der Investitionen in KI-Infrastruktur würde zu einem kräftigen Rückgang des Auftragsbestands führen und daher muss diese Entwicklung im Blick behalten werden. Bisher gibt es allerdings keine Anzeichen für ein Nachlassen der Nachfrage.

Und obwohl sich der Boom auf viele Anbieter erstreckt, ist Comfort Systems als eine der größten und überregionalen Player klar im Vorteil: Ein entscheidender Faktor für den Ausbau der Rechenzentren ist die Kapazität des Unternehmens im Bereich der modularen Vorfertigung, die die Unternehmensleitung bis Ende 2026 auf 4 Millionen Quadratfuß ausbauen will. Dadurch kann Comfort Systems Engpässe bei Arbeitskräften vor Ort umgehen und komplexe Bauprojekte schneller umsetzen – und dadurch seine hohen Margen sichern.

Optimistischer Ausblick auf die nächsten Quartale

Das Unternehmen gab keine konkreten Zahlenprognosen für das 2. Quartal 2026 ab, äußerte sich jedoch ausdrücklich optimistisch aufgrund der anhaltenden Nachfrage und des hohen Auftragsbestands von 12,45 Milliarden Dollar. Zudem geht das Management davon aus, dass die hohen Margen gehalten werden können – Umsatzwachstum wird also in Gewinnwachstum um-gemünzt.

Angesichts der starken Kurszuwächse spielt die Dividendenrendite eine untergeordnete Rolle. Und doch kann Comfort Systems hier durchaus punkten, denn das Unternehmen ist ein echter Dividendenwachstumswert.

Im August 2024 wurde eine Quartalsdividende von 0,30 Dollar je Aktie gezahlt, im folgenden Quartal waren es bereits 0,35 Dollar, dann 0,40 Dollar gefolgt von 0,45 Dollar, 0,50 Dollar und dann einem Sprung auf 0,60 Dollar. Zuletzt wurden 0,70 Dollar je Aktie ausgeschüttet und nun wird die Zahlung um weitere 14% auf 0,80 Dollar angehoben. In den letzten anderthalb Jahren lag der Zuwachs bei 166%. Die Zahlungen sind also vergleichsweise niedrig, steigen aber schnell an.

Comfort Systems USA ist ein herausragend positioniertes Unternehmen in einem Wachstumsmarkt, das seine Umsätze organisch und durch Zukäufe steigert und dabei seine Margen stetig ausbaut. Die Gesamtrendite von Kursgewinnen und Dividendenzahlungen ist in jeder Hinsicht überzeugend und die Aktie daher schon länger einer meiner Favoriten.

Rüstungswerte standen hingegen letzte Woche unter Druck. So hatte Lockheed Martin Quartalszahlen vorgelegt und die wurden am Markt so interpretiert, dass die Nachfrage (vor allem der USA) sich in Richtung Drohnen und Raketen bewegt und dabei klassische Systeme wie Panzer und Flugzeuge weniger Beachtung schenkt. Das passt auch zur Stoßrichtung des 1,5 Billionen Dollar schweren neuen US-Rüstungsetats, wo neben Drohnen und Raketen auch U-Boote einen Schwerpunkt bilden.

Rheinmetall ist sehr stark positioniert bei Panzern und Munition, aber (noch) weniger bei Raketen und Drohnen. Das drückte die Stimmung - aber auch andere Rüstungswerte wie RTX oder Hensoldt gaben zweistellig ab. Nur Börsenneuling Vincorion konnte sich gut behaupten und schloss die Woche sogar im positiven Terrain ab. Aber der fette Rücksetzer bei Rheinmetall war schon eine unsportliche Belastung für meine Wochenperformance.


Mein Vermögen hatte nach den beiden ersten vollen Handelswochen des Jahres ein sattes Plus von 10% verbucht, doch nach zwei heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5%. Nach zwei eher unbewegten Wochen gab es zuletzt einen massiven Rebound und nu eine weiteres moderates Kursplus von +1,25%. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +7,5% (YTD).

Meine Cashquote liegt bei für mich unüblichen 20% 10% und meine Gründe dafür habe ich inzwischen ja mehrfach erläutert. Zuletzt und sehr ausführlich in meinem aktuellen Investor-Update.

Mein Investor-Update zum Q1/2026 - brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.

Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.

Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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