Samstag, 11. April 2026

Wochenrückblick 15/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Palantir, Pfisterer Holding, Almonty, Comfort Systems und Texas Pacific Land - was für ein wundwilder Ritt...

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich...

Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:

📈 Pfisterer Holding +15,1%
📈 Almonty Industries +14,4%
📈 Comfort Systems +10,7%
📈 Alphabet +5,6%
📈 Quanta Services +2,7%
📉 Costco -3,2%
📉 Vincorion -3,5%
📉 Rheinmetall -7,0%
📉 Texas Pacific Land -9,3%
📉 Palantir -15,1%

Es war eine weitere sehr volatile Börsenwoche. Der Nahost-Krieg hält die Welt (-wirtschaft) weiterhin in Atem und drückt die Stimmung an den Börsen, während Warlord Donald Trump weiter vor sich hin irrlichtert. Oberflächlich betrachtet stehen die Zeichen auf Frieden, denn es wurde zwischen Iran und den USA ein Waffenstillstand vereinbart - der allerdings nicht wirklich befolgt wird, da Israel wohl nicht eingebunden wurde und daher weiter den Libanon bombardierte. Und der Iran daraufhin Kuwait und andere Golfstaaten. Immerhin, es wird weniger geschossen als zuvor und nun soll in Pakistans Hauptstadt Islamabad verhandelt werden. Und auch in der Ukraine ist es ruhiger, nachdem eine Oster-Waffenruhe vereinbart wurde. Dem entsprechend kamen Rüstungswerte unter Druck - kurzfristig und (zu) kurzsichtig. Denn 12 Monate Trump'sche Präsidentschaft haben doch wohl eindrucksvoll bewiesen, dass der Warlord schon die nächste kriegerische Auseinandersetzung im Auge hat. Und er macht auch gar keinen Hehl daraus und erklärte öffentlich, das US-Militär stehe bereit und warte nur auf seinen Marschbefehl. (Auf-) Rüstung ist und bleibt ein Megatrend.

Ein anderer Megatrend bleibt der Siegeszug von KI und damit der Aufbau von KI-Rechenzentren und der Ausbau der dafür nötigen Energieinfrastruktur. Einige Aktien markierten folgerichtig neue Allzeithochs.

Der Fear-and-Greed-Index ist von 19 auf 38 kräftig gestiegen und hat sich damit den Bereich "extremer Angst" verlassen. Das kann aber auch nur ein Strohfeuer sein, denn Trump bleibt sprunghaft und die von ihm angezettelten Probleme bleiben uns für Monate und manche für Jahre und/oder dauerhaft erhalten. Die neue (alte) Großmacht am Golf heißt Iran und die hat nun ihren Daumen ganz fett auf der Straße von Hormus und damit einer der Hauptschlagadern der Weltwirtschaft. Und den wird der Iran nicht wieder wegnehmen - weil er es nicht muss. Trump hat die Ohnmacht der (vielleicht doch nicht mehr einzigen ) Weltmacht schonungslos offengelegt, die Seewege nicht schützen zu können. Und nach der Straße von Hormus gerät nun auch das Rote Meer und der Suez Kanal ins Blickfeld, denn auch dort können iranische Raketen und Drohnen Schiffe versenken. Und egal, wie hoch die Maut des Iran für eine Passage durch die Straße von Hormus auch ausfallen wird, die Kosten für Seetransporte steigen beträchtlich und dauerhaft an. Mit entsprechendem Druck auf Preise und Inflation. Dank(e) Donald! Da ist es fast tröstlich, dass ihm selbst die massiven Preissteigerungen und die damit einhergehenden Zinssteigerungen den Hals abschnüren...


Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche weitgehend stabil geblieben ist. Und das, obwohl fast die Hälfte meiner Depotwerte zweistellige Kursbewegungen zu verzeichnen hatte.

SaaSmargeddon setzt sich fort und Software-Aktien implodieren weiter brutal. Antrophic hat ein neues Modell hervorgebracht und unzählige kritische Sicherheitslücken in  so gut wie jedem Betriebssystem und jeder Softwaresuite aufgedeckt. Daher bleibt das neue Modell erstmal unter Verschluss und wurde nur den 40 relevantesten Softwareunternehmen zugänglich gemacht, damit die ihre Sicherheitslücken stopfen können. Parallel dazu ruft "The Big Short" Michael Burry weiter den nahenden Tod der Softwarebranche aus und wettet mit viel Geld gegen den Sektor.

Insbesondere an Palantir hat Burry einen Narren gefressen und das schickte die Aktie erneut und ordentlich auf Talfahrt. Dabei ist seine These nicht wirklich schlüssig, denn bei Palantir geht es vor allem um Daten und deren Organisation bzw. Verwaltung und Nutzung, aber die hohe Bewertung von Palantir preist eben hohe Wachstumsraten ein und das für viele Jahre. Und wenn alles im Sektor fällt, fallen auch Gewinner mit; zumal niemand die Auswirkungen von KI adäquat einschätzen kann. Aber wo Feuer ist, muss es ja wohl brennen, oder?

Besonders heftig hat es Texas Pacific Land erwischt. Der Ölpreis steht ohnehin momentan unter Druck, aber den 15-prozentigen Sell-off am Donnerstag hat eine betrübliche Nachricht ausgelöst, denn Murray Stahl ist verstorben. Stahl war nicht nur TPL-Vorstandsmitglied sondern auch Chef und Haupteigentümer von TPLs größtem Anteilseigner Horizon Kinetics, der rund 15% an TPL hält.

Auf TPLs Business hat Stahls Tod keinen großen Einfluss, das ist ohne ihn aufgebaut worden. Aber er hat es so gut verstanden wie kaum jemand sonst - und deshalb so große Anteile daran gehalten. Und Unmengen an Geld damit verdient. Und nun hat TPL eine anhaltende Debatte am Hals, was Horizon Kinetics mit seinem Aktienpaket wohl anstellen wird. Ich erwarte hier keine (kurzfristigen) Änderungen, aber das Thema wird immer wieder kritisch beäugt werden von der Börse und damit zu einer latenten, wenn auch nicht wirklich großen Belastung für den Kurs.

Es tut mir leid um Murray Stahl; seine Ein- und Ansichten waren immer andenkenswert. Für alle anderen ist dies eine Kaufgelegenheit (und der Rebound von knapp 10% am Freitag hat ja schon einige Leute mit ähnlichen Überlegungen angelockt)...

Unterm Strich hat mein Depot etwas nachgegeben: die größten Verliere fanden sich unter meinen höher gewichteten Positionen, was die fetten Gewinner im Mittelfeld nicht ganz ausgleichen konnten. Passiert.

Mein Vermögen hatte nach den beiden ersten vollen Handelswochen des Jahres ein sattes Plus von 10% verbucht, doch nach zwei heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5% und Ende letzter Woche bei -0,25%. Und in dieser Woche gab es unterm Strich nochmals etwas nach mit -0,75%. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei -1,0% (YTD).

Meine Cashquote liegt bei für mich unüblichen 25% und meine Gründe dafür habe ich inzwischen mehrfach erläutert. Zuletzt und sehr ausführlich in meinem aktuellen Investor-Update.

Mein Investor-Update zum Q1/2026 - brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.

Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.

Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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