Mittwoch, 20. Mai 2026

OHB geht steil – und KKR verzehnfacht mal eben seinen Einsatz

SpaceX strebt an die Börse und im Windschatten von Elon Musks Weltraumfirma heben auch alle anderen Space-Aktien ordentlich ab. Das ist bei der Bremer OHB nicht anders. Und "mein" Finanzinvestor KKR & Co. verdient daran ordentlich mit.

Die OHB SE führt eine Unternehmensgruppe, die sich zu den führenden unabhängigen Kräften in der europäischen Raumfahrtindustrie zählt. Das Geschäft ist in drei Segmente unterteilt. Im Segment SPACE SYSTEMS konzipiert, entwickelt und realisiert OHB komplette Raumfahrtsysteme, insbesondere erdnahe und geostationäre Satelliten für die Umwelt- und Wetterbeobachtung, die zivile und militärische Aufklärung, die Telekommunikation und die Navigation. Außerdem steht der Bereich Weltraumsicherheit im Fokus. Im Segment AEROSPACE werden kleine Trägerraketen entwickelt und gefertigt. Für große Trägerraketen, hauptsachlich für das europäische Ariane-Programm, werden wesentliche Komponenten, Tanks und Strukturen zugeliefert.

Das (noch halbwegs) börsennotierte Unternehmen war vor zwei Jahren im Wege eines "Going Private" von der Börse genommen worden durch die Gründerfamilie Fuchs und den Finanzinvestor KKR. Damals wurden 44 Euro je Anteil bezahlt und KKR hält seitdem 28,6% aller Anteile.

Nun explodieren die Geschäfte bei OHB geradezu und das nötige Finanzierungsvolumen steigt immens – OHB strebt daher zurück an die Börse. Und in diesem Zusammenhang will KKR den Großteil seiner Beteilung versilbern. Ein tolles Geschäft, denn KKR ließt den OHB-Einstieg seinerzeit 338 Millionen Euro kosten und dieser Anteil ist nach rund zwei Jahren aktuell knapp 3,5 Milliarden Euro wert!

Eine glatte Verzehnfachung in dieser kurzen Zeit ist auch für einen so erfolgreichen Finanzinvestor wie KKR kein Alltagsgeschäft und dürfte nach Vollendung zu einem stattlichen Ergebnisbeitrag führen: OHB wird nach der Kursvervielfachung nun mit rund 11 Milliarden Euro wert, während es KKR auf knapp 75 Milliarden Euro Börsenkapitalisierung bringt. Aber KKRs Assets under Management liegen bei 758 Milliarden USD per Ende März 2026. Da fällt OHB kaum auf. Aber in den Earnings von KKR wird man die Erfolgsprovision schon spüren.
Billig kaufen, teuer verkaufen ist KKRs Geschäftsmodell. Bei OHB hat sich das wieder einmal satt bewährt…

Disclaimer: Habe KKR auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

6 Kommentare:

  1. Ich fühle mich von OHB betrogen. Man wurde als Altaktionär herraus gedrängt und mit 44 € abgespeist. Angeblich ging es um die Rettung des Unternehmens. Kaum haben sie sich die Aktien einverleibt stieg dann der Kurs immer weiter. Fuchs und KKR haben sich durch dieses Vorgehen nun schamlos bereichter.

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    1. Hart formuliert kann man einwenden, dass niemand gezwungen war, das Übernahmeangebot von KKR/Fuchs anzunehmen, denn die Börsennotierung ist ja nicht eingestellt und es handelte sich auch nicht um einen Squeeze-out.

      De facto wird natürlich emotionaler Druck aufgebaut, um die Aktionäre zur Annahme zu drängen und viele nehmen die Offerte (nur) an, weil sie die Folgen nicht abschätzen können und/oder Angst davor haben, irgendwann an einem nicht-börsennotierten Unternehmen beteiligt zu sein und kaum noch Informationen zu bekommen.

      Ich kann nachvollziehen, dass du dich hier abgezockt fühlst angesichts der jetzt stattfindenden Kursrally. Entgangene Gewinne schmerzen oft mehr als Verluste - zumal, wenn man das Gefühl hat, von jemandem zu einer (rückblickend) schlechten Entscheidung gedrängt worden zu sein, der nun auch noch selbst davon profitiert.

      Auf der anderen Site muss jedem Anleger klar sein, dass die Börse und die Wirtschaft keine karitativen Spielfelder sind, und Angebote immer aus Eigennutz gemacht werden und nicht aus Wohltätigkeit heraus. Charlie Munger riet immer zu "invert, always invert" und in diesem Zusammenhang bedeutet es, dass man immer auch den Blickwinkel der Gegenseite einnehmen sollte, bevor man sich entscheidet. "Warum tut der das und wie profitiert er davon?" muss man sich fragen, um durch die Antwort auch seine eigene Entscheidung besser treffen zu können. Dass der andere sich einen Vorteil verspricht, ist klar. Aber ob man selbst vielleicht das Angebot ablehnen sollte, weil man selbst profitieren könnte (und was das ggf. für Einschränkungen/ Nachteile/ Risiken mit sich bringt), sollte man herausfinden und sich danach entscheiden. Oder den einfachen Weg gehen und das Angebot annehmen. Dann muss man aber auch damit abschließen: man hat seine Entscheidung getroffen und hakt das Thema ab. Ob der andere anschließend einen Profit erzielt und ggf. wieviel, sollte einen dann nicht mehr tangieren. Was natürlich leichter gesagt als getan ist, weil das Gefühl, betrogen worden zu sein, an einem nagt. Nachvollziehbar...

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  2. Ist es nicht bemerkenswert, dass Buffett bzw. Berkshire nie erkennbar in Firmen wie KKR investiert hat?

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    1. Buffett hat immer das Gebührenmodell der Finanzinvestoren kritisiert, weil er hier eine einseitige Bevorzugung der PEs sieht, während die Investoren das Risiko (zu einseitig) tragen würden. Hier verhält es sich so wie bei aktiv gemanagten Fonds, die neben der Erfolgsprovision auch noch feste Managementprovisionen berechnen und damit teurer sind als passive Indexfonds (ETFs). Und als großer Fan des Zinseszinseffekts sieht Buffett durch eine (zu) hohe Gebührenbelastung den langfristigen Preis, den solche Provisionen aus der Gesamtrendite des Investments knabbern.

      Für die Asset Manager hingegen ist diese Aufteilung lukrativ, weil sie eben auch stetige Gebühren in die Kassen spült, wenn es mit den schwankenden Erfolgsprovisionen gerade mal nicht so rund läuft. Wie aktuell...

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  3. watchingtheflood22.05.26, 14:21

    Moin Michael,
    also, wenn OHB nicht ein Meme-Stock reinsten Wassers geworden ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Die Bewertung ist vollkommen absurd. Die Firma war immer schon extrem teuer, aber das hier konnte auch eine KKR beim besten Willen nicht vorhersehen. Wenn ich sie shorten könnte, ich würde es sofort tun. Bei Degiro, wo man die interne Beleihbarkeit einer Aktie an einem Kürzel erkennen kann, hat sie die niedrigste Einstufung, also so gut wie nicht beleihbar. Deren Modell ist in vielen Fällen einigermaßen fragwürdig, aber hier hat es völlig Recht. Uptodamoon!

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    1. Ja, der Kurs wird geradezu parabolisch hochkatapultiert, die Gier nimmt exzessive Formen an. KKR casht aus und verdient ordentlich, wer auf diesem Kursniveau einsteigt fomosiert sein Depot und dürfte vermutlich die Zeche zahlen - wie so oft. Nach einem Raketenaufstieg folgt in den meisten Fällen ein Raketenabsturz, weil der Kurs irgendwann durch die Bewertung wieder geerdet wird.

      Für OHB (und KKR) wäre es gut, wenn sie beim Börsengang noch kräftig Kohle einsammeln könnten, denn OHB wird viel Geld brauchen, um seine ambitionierten Wachstumspläne finanzieren zu können.

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