Sonntag, 23. August 2026

[Kissigs Kloogschieterei] The Old Economy strikes back?!

Seit der globalen Finanzkrise 2008/09 haben Technologiewerte die Substanzwerte abgehängt und an der Börse eine deutliche Überperformance verbucht. In den letzten Jahren waren die Magnificent 7 das Maß der Dinge, während KI zum Treiber wurde und ihr nachfolgend die Chipwerte.

Wer hier nicht investiert war, hatte das Nachsehen und konnte seinen Substanzwerten beim Dahinsiechen zusehen. Bis neulich. Denn seit dem Jahresstart vollzieht sich ein Wechsel, bei dem die "Old Economy" plötzlich wieder hip ist. Überraschung!?

Der Investitionshype rund um KI und Rechenzentren ist gewaltig und immer mehr Anleger machen sich Sorgen, ob sich diese Billionen-Investitionen auch wirklich auszahlen. Denn der Internetboom vor 25 Jahren legte die Basis für unsere heutige Welt voller Smartphones, Tablets, E-Mobilität und KI-Agenten, aber die Investitionen in die dafür nötige Infrastruktur, also die Glasfasernetze, killte fast alle Anbieter.

Und heute? Jetzt investiere die (einstigen) Börsenlieblinge Billionen Dollar in den Aufbau der KI-Infrastruktur. Kann das gutgehen? Ja, kann es. Wenn sie damit Geld verdienen, also vor allem die Infrastruktur auslasten und ordentlich bepreist betreiben können.

Aber auf diese Wette zu setzen, ist längst kein Selbstgänger mehr. Und so wenden sich die Anleger immer stärker Substanzwerten zu, die physische Infrastruktur besitzen, die nicht ohne Weiteres von KI ersetzt werden kann: Immobilien, Straßen, Häfen, Schienen, Telekommunikations- und Energienetze, Energieerzeugung. Value zeigt allen die Rücklichter Und das, obwohl die Zinsen auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen sind und damit die Renditen im Bereich der kapitalintensiven Infrastruktur drücken.

Hervorragende Investments waren zuletzt dort zu finden, wo beide Welten aufeinanderstießen und die eine (KI) die andere (Infrastruktur, Energie) mit zusätzlichem Schub versorgte. Und hier sollte auch künftig gutes Geld zu verdienen sein – Rücksetzer sind hier Kaufgelegenheiten, denn der Gewinn liegt, wie immer und überall, im Einkauf…

Alles Gute für euer Geld!
Michael C. Kissig

8 Kommentare:

  1. knigge-beatnik23.08.26, 11:19

    "Und so wenden sich die Anleger immer stärker Substanzwerten zu, die physische Infrastruktur besitzen, die nicht ohne Weiteres von KI ersetzt werden kann: Immobilien, Straßen, Häfen, Schienen, Telekommunikations- und Energienetze, Energieerzeugung. Value zeigt allen die Rücklichter Und das, obwohl die Zinsen auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen sind und damit die Renditen im Bereich der kapitalintensiven Infrastruktur drücken" -
    Stellvertretend für den frischen Trend der 'Substanzwerte' schlage ich z.B. mal OPENDOOR vor.
    Die zeigen sich auch resilent trotz hoher Zinsen.

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    1. Haupttrigger bei Opendoor ist doch ein prosperierender US-Immobilienmarkt, wo möglichst viele Immobilien ge- und verkauft werden. Doch der Trend geht seit Jahren in die andere Richtung, vor allem, weil hohe Zinsen Immobilien für immer mehr Menschen unerschwinglich machen. Kein attraktives Umfeld für Opendoor und mich als Anleger. Oder hast du da eine andere Einschätzung?

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    2. knigge-beatnik23.08.26, 12:51

      https://opendoor.army/properties?scope=previous-quarter&mode=inventory&tab=trends&sort=price-high
      Ich benutze Opendoor zum gelegentlichen traden, (Kleinvieh macht auch Mist) bis sich die Vorraussetzungen bessern. "Alles gut, solange bis es besser wird". Ich möchte halt nicht überrascht werden, sollte ein Trigger greifen.

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  2. Breit gestreut nie Bereut.

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  3. Siehst Du da einen Friedrich Vorwerk gut dafür aufgestellt?
    Grüße

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    1. Moin Bojan,
      Friedrich Vorwerk profitiert von der Elektrifizierung der Welt und dem Aufbau neuer Energienetze, weil nu wenige Firmen in der Lage sind, solch große Projekte zu stemmen. Die Bewertung ist allerdings recht üppig und der hohe Auftragsbestand muss auch weiterhin zielgenau abgearbeitet werden können - wenn das nicht gelingt, drohen heftige Gewinneinbrüche, wie vor ein paar Jahren zu beobachten war. Dann ist weder operativ noch kurstechnisch viel zu retten. Diesen Punkt muss man also immer im Auge behalten, wenn man in Friedrich Vorwerk (oder die Mutter MBB) investiert (ist).

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  4. Bzgl. Auftragsbestand und Relation zum Umsatz. Rocket lab ist von der Abarbeitung noch pommesbuden Niveau, hat aber einen bestand der 10x so hoch ist. Ich sehe da was implodieren…

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    1. Der Auftragsbestand bei Rocket Lab beinhaltet zunehmend Umsätze mit der neuen Rakete Neutron, die deutlich größer ist und viel mehr Nutzlast tragen kann als das kleine Arbeitstier Electron, das bisher die Umsätze generiert. Insofern dürfte die Abarbeitung des Auftragsbestands deutlich schneller vonstatten gehen, sobald Neutron erfolgreich etabliert ist.

      Aber ich will niemandem mein Weltraumabenteuer einreden. Rocket Lab ist eine hoch spekulatives Engagement, das viel Zukunftsfantasie einpreist. Es ist keine Wette auf die Umsätze und Ergebnisse der nächsten fünf Jahre sondern auf die Zukunft in den 2030ern, 2040ern und darüber hinaus.

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