Donnerstag, 16. April 2015

Blackstone verdoppelt den Quartalsgewinn

Finanzinvestor Blackstone Group hat Zahlen zum 1. Quartal 2015 vorgelegt und die toppen die Vorjahreswerte bei Weitem. So stieg der Nettogewinn um 99 Prozent auf 1,6 Mrd. USD (1,37 USD je Aktie) und das ausschüttungsfähige Ergebnis sogar um 159 Prozent auf 1,2 Mrd. USD (1,05 USD je Aktie) verglichen mit den Vorjahreswerten. Das verwaltete Vermögen konnte von 226 Mrd. USD auf 290 Mrd. USD gesteigert werden.

Folgerichtig und für Aktionäre besonders erfreulich ist die satte Anhebung der Quartalsdividende, die am 4. Mai ausgeschüttet werden soll. Diese wird um 154 Prozent auf 89 US-Cents steigen nach 35 US-Cents im Vorjahresquartal. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs von 41 USD würde dies bei einer simplen Fortschreibung der beiden Ausschüttungen dieses Jahres auf das Gesamtjahr einer Dividendenrendite von 8,1 Prozent entsprechen. Doch ganz so einfach kann man es sich natürlich nicht machen, denn die Gewinne und damit die vierteljährlichen Ausschüttungen unterliegen deutlichen Schwankungen. Hier lohnt ein Blick auf die Dividendenhistorie der vergangenen Jahre und die Auszahlungsmonate sind stets Februar, Mai, August, November. Seit 2012 wurden folgende Quartalsdividenden ausgeschüttet:

2012: 0,22 / 0,10 / 0,10 / 0,10 = 0,52 USD p.a.
2013: 0,42 / 0,30 / 0,23 / 0,23 = 1,18 USD p.a.
2014: 0,58 / 0,35 / 0,55 / 0,45 = 1,92 USD p.a
2015: 0,78 / 0,89

Damit liegen die Summe der beiden Ausschüttungen dieses Jahres bereits über den Gesamtdividenden der Jahre 2012 und 2013 zusammen. Und ein Ende der Erfolgsstory ist nicht abzusehen, denn die Partner von Blackstone haben dem Unternehmen alleine im letzten Quartal weitere 33 Mrd. USD an frischem Kapital zur Verfügung gestellt, um dieses rentierlich anzulegen bzw. zu verwalten. Insgesamt betreut Blackstone nun 310 Mrd. USD oder 14 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Blackstone profitiert vom niedrigen Zinsumfeld und der Suche der Investoren nach auskömmlichen Renditen. Neben der außergewöhnlich hohen Dividendenrendite schlagen auch noch weitere Kurschancen positiv zu Buche. Insbesondere in den Bereichen Immobilien und Öl- und Gas verstärkt Blackstone seine Investitionen, um einerseits stetige Einnahmen zu generieren und andererseits die sich bietenden antizyklischen Investitionschancen zu nutzen. Und bei seinen Verkäufen spielt das positive Börsenumfeld dem Finanzinvestor in die Karten und ermöglicht ihm, seine eingegangenen Beteiligungen aus früheren Jahren gewinnbringend zu veräußern. Wie man an den jetzt vorgelegten Quartalsergebnissen eindrucksvoll erkennen kann.

Blackstone verfügt über mehr als genug liquide Mittel, um sich die besten Chancen am Markt sichern zu können - auch und gerade, wenn es einmal zu einer deutlichen Kurskorrektur an den Börsen kommen sollte. Die Aktien sollten also weiterhin zu den aussichtsreichsten Investment-Chancen am Markt zählen.

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.


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!!! Ergänzung vom 20.04.2015

Ex-Dividendentag ist der Mittwoch, der 23. April. Wer also zum US-Börsenschluss am 22. April die Blackstone-Aktien im Depot hat, bekommt die am 4. Mai erfolgende Ausschüttung.

Kommentare:

  1. Danke für die Zusammenfassung. Muss man sich sonst immer mühsam alles zusammensuchen. Die unregelmäßig hohe Dividende wird mit einer hohen Dividendenrendite belohnt.
    Gruß
    Alex

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    1. Ich bin ja eigentlich kein Freund von Quartalsergebnissen (wohl aber von Quartalsdividenden) und unter dem Strich sollte halt am Jahresende eine attraktive Dividendenrendite rübergekommen sein. Was bei Blackstone, aber auch KKR & Co. so beeindruckend ist, ist die hohe Ausschüttungsquote - die haben das Geld ja wirklich verdient und schaffen es, nebenbei noch den Kurs der Aktien erheblich zu steigern.

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  2. Moin Michael,

    danke für die informative Übersicht über Blackstone. Vielleicht nutze ich die derzeitigen Kursrückgänge am Aktienmarkt für einen Einstieg.
    Wie ich sehe, bist Du ebenfalls ein Freund von Beteiligungsgesellschaften. Es gibt jedoch nur wenige, die ihr Geschäft wirklich über einen längeren Zeitraum gut machen. Ich denke, bei der nächsten etwas längeren Abwärtsstrecke am Aktienmarkt wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Hoffentlich haben wir dann die Richtigen im Depot ;-)

    VG

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    1. Blackstone fließen ja stetig frische Mittel zu, so dass eine Korrektur am Markt immer Einstiegsgelegenheiten für die Jungs darstellen. Egal, wo sich antizyklisch Geld investieren lässt, Blackstone hat die Liquidität und den langen Atem, um das Business zu einem Erfolg zu machen. Und nebenbei sind sie ein riesiger Immobilienbewirtschafter, woraus sich ein stetiger Cashflow ergibt. Daher zählt Blackstone für mich zu meinen Kerninvestments und ist - neben Aurelius und Starbucks - die größte Position in meinem Depot.

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  3. Hallo Michael,
    ich dachte KKR wäre auch eine deiner 3 Größten Positionen.
    Hast du jene reduziert?
    Beste Grüße

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    1. KKR hat sich in diesem Jahr kursmäßig bisher kaum entwickelt (auf Dollarbasis) und eigentlich nur aufgrund des schwachen Euros zugelegt. Daher ist die Position hinter Aurelius und Blackstone zurückgefallen, die sich deutlich besser entwickelt haben. Und Starbucks hatte ich weiter ausgebaut, so dass die gute Kursentwicklung den Wert an KKR vorbeigeschoben hat, die jetzt nur noch viertgrößte Position sind. Was die Geschäftsentwicklung angeht, scheint sich Blackstone momentan besser zu schlagen als KKR - was auch daran liegt, dass KKR bereits im ÖL- und Gassektor Beteiligungen hält mit entsprechend negativen Auswirkungen, während Blackstone zwar hierfür Geld eingesammelt hat, aber bisher kaum investiert ist. Weil nach Aussage von CEO Schwarzman die Gelegenheiten momentan noch nicht günstig genug seien, da noch zu viele (andere) Kapitalgeber Geld nachzuschießen bereit wären und die Öl- und Gasunternehmen noch nicht verzweifelt genug. Bei den großen Deals war zuletzt auch Blackstone aktiver und die angekündigte Quartalsdividende macht das herausragende Ergebnis ja auch deutlich. Doch auch wenn Blackstone momentan die Nase vor hat, traue ich KKR noch eine Menge zu. Insbesondere die große Abschreibung zum Jahresende auf die Öl- und Gasbeteiligungen sollte ja eine einmalige Angelegenheit gewesen sein, denn seitdem haben sich Ölpreis und Firmenwerte ja stabilisiert. Und sollte der Ölpreis nach oben drehen, wären hier Zuschreibungen und entsprechend höhere Gewinne die Folge. Warten wir mal die KKR-Zahlen ab, die am 23. April vorgestellt werden.

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