Sonntag, 3. Juni 2018

Investor-Update: Amazon, Blue Cap, Deutsche Rohstoff AG, Gladstone Investment, Goldman Sachs BDC, MBB, Navigator Equity, Technotrans, Texas Pacific Land Trust, UeT

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neben meinen fünf größten Positionen Navigator Equity Solutions (WKN: A1CUJD), Blue Cap (WKN: A0JM2M), Texas Pacific Land Trust (WKN: 985172) MBB (WKN: A0ETBQ) und Amazon (WKN: 906866) geht es heute um die Deutsche Rohstoff AG (WKN: A0XYG7), PEH Wertpapier (WKN: 620140), UeT United Electornic Technology (WKN: A0LBKW) sowie die BDCs Gladstone Investment (GAIN; WKN: A0KES9) und Goldman Sachs BDC (GSBD; WKN: A14P76).


Zuletzt hatte ich berichtet, dass ich mein Portfolio ausgeglichener aufgestellt habe mit angenäherten Gewichtungen. Das kann dazu führen, dass sich durch Kursveränderungen öfter mal die Reihenfolge ändert, auch bei den Spitzenpositionen, ohne dass sich hieraus Änderungen an meiner Einschätzung ergeben haben.

Der Schwerpunkt meines Depots liegt weiterhin auf Deutschen Nebenwerten und vom Branchenschwerpunkt her klar auf Beteiligungsgesellschaften/Asset Manager. Hinsichtlich der fünf größten Positionen hat sich nur eine Änderung ergeben: Aurelius ist herausgefallen, weil die Dividende von 5 Euro gezahlt wurde und der Kurs zusätzlich etwas weiter nachgegeben hat. Die Dividende habe ich dazu genutzt, meine Position in Texas Pacific Land Trust auszubauen, die es so gepaart mit einem schönen Kursplus auf dritten Rang geschafft hat.

Grundsätzlich kann man feststellen, dass die Börsenweisheit "Sell in May an go away" auch in diesem Jahr wieder wenig weise gewesen ist: der Mai war noch vor dem Januar mein mit Abstand bester Börsenmonat in diesem Jahr. Ansonsten ist Business as usual: Trump twittert sich von einem Fettnäpchen ins nächste und hält die Politik, die Welt und die Börse in Atem. Mal will er sich mit Nord Koreas Führer treffen, mal nicht, mal nähert man sich mit China an im Handelsstreit, mal nicht. Mal verhängt man Importzölle gegen die USA, Kanada, Mexiko, mal nicht - so könnte es in der kommenden Woche weitergehen. Und auch in Europa ist es vor allem politisch: in Italien kommt nun eine populistische Regierung, in Spanien stürzte der Ministerpräsident über ein Misstrauensvotum, was zu baldigen Neuwahlen führen dürfte. Alles bleibt nervös, aber und der Euro schwächelt. Was Deutschland und der Eurozone wirtschaftlich hilft. Und den US-Werten im Depot.

Im Grunde also nichts Neues, alles so wie gehabt in den letzten anderthalb Jahren. Die FED möchte die Zinsen weiter anheben, die EZB kann kaum folgen, will sie die Eurozone nicht gefährden. Die Renditen für Bundesanleihen sind jedenfalls wieder im Sinkflug. Auch schön für Immobilienwerte und Schuldner...

1. Navigator Equity Solutions

Am Freitag machte die Aktie einen Kurssprung um 11,5% und schob sich damit ganz knapp auf den ersten Rang meines Depots. Diese niederländische Beteiligungsgesellschaft ist ein absoluter Nischenwert. Größte Beteiligung ist die börsennotierte IT Competence. Den NAV hat Navigator Equity kürzlich mit 2,75 Euro ausgewiesen, der Kurs schwankte zuletzt zwischen 1,20 und 1,30 Euro und aktuell notiert sie bei 1,55 Euro. Man kann den Euro also für 60 Cents kaufen. Allerdings... liegt das Wohl von Navigator vor allem an ITC.

Hier gibt es mehrere Trigger: der Turnaround bei ITC läuft und Navigator Equity will sich perspektivisch vo seinem Mehrheitsbesitz trennen. Das verspricht hohe Gewinne! Auch ist Navigator Equity seit einigen Monaten bemüht, den Abstand zwischen Kurs und NAV zu verringern, indem man sich auf Kapitalmarktkonferenzen blicken lässt und aktiver mit dem Markt kommuniziert. Je visibler die Beteiligungen und die im Portfolio gehaltenen Werte werden, desto größer das Vertrauen der Börsianer in das Unternehmen Navigator Equity und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur der NAV steigt, sondern sich zusätzlich auch noch der Abstand zwischen NAV und Aktienkurs verringert. Im Erfolgsfall also ein doppelter Kursknaller...

Hinzu dürfte zuletzt die positive Lage bei PEH Wertpapier gekommen sein, an der Navigator eine Beteiligung hält. PEH hatte sehr starke Quartalszahlen präsentiert und den Börsengang der Fintech-Tochter capsensixx AG angekündigt. Das könnte zu einer Neubewertung der PEH-Aktie führen mit entsprechend positiven Auswirkungen auf Navigator selbst.

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2. Blue Cap

Eine Industrieholding, die Sanierungsfälle kauft und wieder aufpäppelt. Sitzt aufgrund überaus erfolgreicher Exits des letzten Jahres auf hohen Cash-Beständen, die nun sukzessive investiert werden. Der Kurs von Blue Cap hat sich in den letzten Wochen sehr erfreulich entwickelt und einen Teil der massiven Unterbewertung abgebaut, die sich hier aufgestaut hatte. Blue Cap hatte herausragende Quartalszahlen präsentiert und die Börse wartet gespannt auf den weiteren Zukauf, der in der Luft hängt.

Die Blue Cap-Tochter Neschen ist für Blue Cap ein wahrer Glücksgriff. Man hatte vor zweieinhalb Jahren rund 16 Mio. Euro bezahlt und bei Vorlage der 2017er Geschäftsberichts hat Blue Cap erstmals eine NAV-Berechnung veröffentlicht. Dabei wurde Neschen mit rund 65 Mio. Euro angesetzt, was also rund einer Vervierfachung innerhalb von 18 Monaten entspricht. Und auch operativ läuft es bei Neschen rund: 2018 will man um 5% wachsen bei einer angepeilten EBIT-Marge von 10%.

Als Blue Cap-Aktionär bin ich äußerst zufrieden mit dem Zukauf und denke, auch der jüngste Neuerwerb von Dr. Hannspeter Schubert, die Knauer-Uniplast-Gruppe, dürfte ähnliche Potenziale aufweisen.

Ich sehe den fairen Wert von Blue Cap aktuell bei über 30 Euro und wenn der nächste Zukauf klappt, könnte der faire Werte bis Jahresende die 35 Euro anpeilen. Wert- und Kurspotenzial bietet Blue Cap auch nach der Kursrallye noch genug.

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3. Texas Pacific Land Trust

Texas Pacific Land Trust hat ein simples Business: es hält großen Flächen in einem der begehrtesten Gebiete der USA (im sog. Permian Basin im Nordwesten von Texas) und es vergibt die Bohr- und Förderrechte an willige Unternehmen der Öl- und Schiefergas-Branche. TPL fördert also nicht selbst und reduziert damit sein Risiko, da man nicht selbst den hohen Kostenaufwand hat, sondern nebenbei am Fracking-Boom mitverdient.

Mit Wasser baut man sich ein zweites Standbein auf. Dabei geht aber nicht um Trinkwasser, sondern ebenfalls um eine Dienstleistung bzw. Infrastrukturprojekte für das Fracking. Denn bei dieser Fördermethode werden Unmengen von Wasser mit etwas Chemikalien versetzt und dann unter hohem Druck ins Schiefergestein gepresst, wo die diffusen Öl- und Gasvorkommen so herausgelöst werden. Es müssen also große Mengen an Wasser zur Verfügung gestellt und anschließend wieder recycelt werden, da man die giftige Flüssigkeit nicht einfach versickern lassen kann. TPL schlägt hier zwei Fliegen mit einer Klappe: als Eigentümer des Landes haben sie ein hohes Interesse daran, dass keine giftigen Chemikalien im Boden versickern und das Land unbrauchbar machen. Und die Fracking Unternehmen benötigen frisches Wasser sowie einen Recyclingprozess. Beides bedient TPL und verdient auch hieran prächtig.

Meine Überlegungen gehen aber sogar noch einen Schritt weiter, denn das Land von TPL liegt in einer sehr sonnenreichen Gegend und u.a. in der Nähe zu El Paso und anderen großen Städten im Süden der USA. Nach dem Öl- und Gas-Abbau könnte das Land auch auf mittlere und lange Sicht für die Stromproduktion genutzt werden, denn auch in den USA wird der Trend hin zu mehr Energie aus regenerativen Quellen weiter zunehmen und hier vor allem Sonne und Wind. Insofern könnte ein Teil der Flächen noch deutlich länger Erträge erwirtschaften als bisher angedacht.

Bis dahin verdient TPL aber prächtig mit dem bisherigen Business und da beim Fracking die Quellen in den ersten beiden Jahren weit mehr als 50% der Förderung ausspucken, müssen die Unternehmen immer wieder zusätzliche Quellen erschließen, um die Produktion aufrecht erhalten zu können. Und dazu benötigen sie neue Lizenzen und Förderrechte, die bei heutigen Neuabschlüssen deutlich mehr ergeben, als bei Ölpreis-Einbruch Anfang 2016. Gut für TPL, daher habe ich meine Position weiter ausgebaut.

Reduzierung bei der Deutschen Rohstoff AG?
Darüber hinaus überlege ich, ob ich nicht eine Umschichtung vornehmen sollte: eine Reduzierung meiner Aktien der Deutschen Rohstoff AG und im Gegenzug eine weitere Aufstockung bei TPL.

Hintergrund meiner Überlegungen ist, dass ich nun seit vier Jahren in der DRAG investiert bin und inkl. Dividenden eine jährliche Durchschnittsrendite von 5,1% erzielt habe. In einem der stärksten Bullenmärkte aller Zeiten, wo es mit anderen Werten - auch in dieser Branche - viel mehr Geld zu verdienen gab. Meine ursprüngliche Investmentthese, dass die DRAG durch den Verkauf ihrer Beteiligung (Tekton) zum Höchstpreis und zum Wiederinvestment in diesem Bereich zu Tiefstpreisen goldrichtig agiert, hat sich ja bestätigt. Der Kurs und die Rendite auf mein eingesetztes Kapital hingegen spiegeln das nicht einmal ansatzweise wider.

Daher stelle ich mir die Frage, ob ich vielleicht "nur" auf das falsche Pferd gesetzt habe? Oder ob es vielleicht nicht sinnvoller war (und beim Blick auf die Kursentwicklung von TPL scheint das offensichtlich zu sein) und auch künftig ist, nicht auf einen Öl-Explorer zu setzen, sondern auf die Landeigentümer. Die verdienen zwar tendenziell nicht so hohe Margen, haben aber auch nicht ansatzweise das vergleichbare Risiko (wenn eine Bohrung ins Leere läuft, haben die Explorer die Kosten und die Landeigentümer ggf. Null Einnahmen aus den Royalties, aber eben kein Minus).

Oder anders ausgedrückt und zwar mit den Worten von George Soros: "Es kommt nicht darauf an, ob man richtig liegt oder falsch. Entscheidend ist, wie viel man verdient, wenn man richtig liegt, und wie viel man verliert, wenn man falsch liegt!". Und bisher lag ich mit der DRAG richtig, habe aber kaum etwas verdient...

Wie gesagt, bisher sind das nur Überlegungen und vielleicht hat der eine oder andere von euch dies bezüglich ja eine schlaue Meinung und erhellende Einschätzung für mich?

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4. MBB

MBB hat seinen Unternehmenswert seit dem Börsengang im Jahr 2005 annähernd verzehnfacht. Und mit den Übernahmen der Claas Fertigungstechnik im Jahr 2012 sowie der Aumann GmbH im Jahr 2015 hat man Geschichte geschrieben - beide Unternehmen firmieren heute als Aumann AG und wurden von MBB an die Börse gebracht. MBB hält noch 38% an Aumann und will diese strategisch behalten (Aumann wird in der MBB-Bilanz voll konsolidiert). Und das ist gut so, denn beim E-Mobilitätsspezialisten Aumann läuft es nach den Kapazitätsproblemen in 2017 nun wieder richtig rund.

Den riesigen Cashberg, den das Aumann-IPO einbrachte (ganz zu schweigen von den rund 3.000 Prozent Gewinn!) will MBB in Add-ons für seine Beteiligungen und zusätzliche Zukäufe in neuen Geschäftsfeldern investieren.

Der MBB-Kurs hat sich zuletzt positiv entwickelt und liegt jetzt bei 95 Euro; bei der Sum-Of-The-Parts-Bewertung entspricht dies lediglich dem 38%-Anteil an Aumann plus Cash. Die (ebenfalls börsennotierte) Beteiligung an Delignit (MBB-Anteil 76%) und die übrigen Beteiligungen, wie DTS IT, Hanke Tissue, OBO-Werke und CT Formpolster gibt es also geschenkt oben drauf. Für mich nur eine Frage der Zeit, wann das Alltime-High bei 125 Euro überwunden werden und wenn die ein, zwei Zukäufe, die ich in diesem Jahr erwarte sich konkretisieren, kann der Kurs zum Jahresende auch Richtung 150 Euro streben.

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5. Amazon

Amazon ist weit mehr als nur ein Onlinehändler. Es ist wohl eines der disruptivsten Unternehmen der Welt und erschließt sich immer neue Branchen. Will man den Erfolg von Amazon verstehen, braucht man nur in die Geschichte Amerikas zu blicken: die Europäer kamen mit geringer Manpower, aber überlegenen Waffen. Sie setzten sich durch und verdrängten die Ureinwohner aber vor allem, weil diese uneinig waren und sich lieber gegenseitig bekämpften als den neuen Feind. Genau so erobert Amazon einen neuen Markt nach dem anderen. Ein absolutes "Must have-Investment".

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Positionen 6 bis 10

Recht dicht auf die Top 5 folgen diese Werte:


Bei UeT und Technotrans habe ich meine Positionen aufgestockt.

Technotrans
Schaut man auf die Zahlen und den Ausblick, dann sieht man, dass Technotrans nicht mehr so schnell wachsen wird wie in den letzten Jahren. Ich vermute, dass der Markt deshalb der ttr auch nicht mehr eine so ambitionierte Bewertung zutraut, wie das vor einem halben Jahr noch der Fall war. Allerdings halte ich das für einen Fehler und zwar aus drei Gründen:

  1. Technotrans prognostiziert immer sehr zurückhaltend und glänzt öfter im Jahresverlauf mit Prognoseanhebungen.
  2. Technotrans ist im Bereich Kühltechnik unterwegs und diese ist ein Schlüsselthema bei der Elektromobilität, da die Batterien gekühlt werden müssen. Nicht bei Autos, Lkws, Bussen, sondern auch im Bereich von Energiespeichern in Häusern. Hier ist ttr über seine Tochter erste Wahl.
  3. Technotrans ist in den letzten 10 Jahren auch immer über Zukäufe gewachsen und hat es verstanden, sich in angrenzende Branchen auszubreiten und immer hervorragend zuzukaufen. Meistens Unternehmen, die noch besseren Margen bieten als der Technotrans-Konzern selbst. So hat man Mehrwert für die Aktionäre geschaffen. Und man ist nach der Integration des letzten Zukaufs wieder aktiv auf der Suche nach Übernahmezielen. Was im Erfolgsfall auch wieder zu zusätzlichem Umsatz und Gewinnwachstum führen wird.

Daher denke ich, dass "Mr. Market" momentan Technotrans zu Unrecht links liegen lässt und sich hier eine große Chance für geduldige Anleger bietet. Daher habe ich am Freitag zu knapp über 39 Euro meinen Bestand etwas aufgestockt.

UeT
Bei UeT setzte ich ja schon länger auf einen erfolgreichen Turnaround und wenn die nächsten Zahlen präsentiert werden, sollte der Erfolg endlich auch deutlich sichtbar werden. Der Kurs war zuletzt Richtung 0,90 Euro gestrebt, kam am Freitag aber nochmals auf das Ausbruchsniveau zurück, so dass ich zu durchschnittlich etwa 0,83 Euro meine Position erhöht habe.

Dividendendepot

Des Weiteren führe ich ein separates Dividendendepot, das etwa 10% meines Investmentvermögens ausmacht. Darin sind ausschließlich hochrentierliche BDCs enthalten und die 5 Top-Positionen sind:


Hier hat es eine Veränderung gegeben: ich habe meine Position in Gladstone Investment um rund ein Drittel reduziert, da die Bewertung inzwischen schon recht ambitioniert ist. Ich nehme also etwas Risiko aus dem Depot und habe dafür bei Goldman Sachs BDC aufgestockt, denn diese BDC kann operativ durchaus punkten, wurde aber im letzten BDC-Abschwung zu stark verprügelt und hat sich auch noch wirklich wieder erholt. Hier sehe ich einiges an Nachholpotenzial im Kurs und auch beim Unternehmen selbst. Aufgrund dieses Switsches ist GAIN im Depot auf den dritten Platz zurückgefallen, während GSBD Apollo Investment (AINV) vom fünften Platz verdrängt hat.

Die ersten drei BDCs sind Monatszahler, die anderen schütten quartalsweise Dividenden aus.

▶ Cashquote

Meine Cash-Quote liegt momentan bei knapp 5%, da ich überwiegend die Dividendeneinnahmen der letzten Wochen investiert habe und so wenig frisches Geld bzw. Cash einsetzen musste.


Sämtliche der genannten Werte befinden sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Ich würde bei der DRAG noch ein bis zwei Quartale abwarten. Wenn die prognostizierten Ergebnisse eintreten sollte beim Kurs etwas passieren. Ich denke Geduld wird da noch belohnt auch wenn man davon wirklich viel braucht bei diesem Investment.

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  2. Ich tue mich unheimlich schwer mit Amazon. Das ist ein wahnsinnig tolles Unternehmen. Nur habe ich es komplett verpasst, weil es immer mir zu teuer war, und auch noch ist: das KGV 2018e liegt ja wohl deutlich über 100 (z.B. lt. Finanzen.net). Schon möglich, dass das KGV das falsche Maß für Amazon ist, da sie allen Verdienst wieder ins Wachstum stecken, mit den profitablen Geschäftsbereichen die noch unprofitablen aufpäppeln und so ihre Earnings immer in die Nähe von 0 steuern. Nur: wie kann man wissen, ob Amazon gerade zu billig oder zu teuer ist - kennst Du da irgendeinen einen einfachen Bewertungsmaßstab? Oder mal anders gefragt: zu welchem Preis wäre Amazon zu teuer und damit ein Verkauf?

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    1. Finde ich sehr gute Fragen!
      - Das 2018er KGV liegt bei 160, das ist vorsichtig gesagt astronomisch.
      - Wenn man mal annimt, dass es ok wäre, wenn die Gewinne, die zunächst da sind, reinvestiert werden, müsste nach meinem Verständnis zumindest ein beeindruckendes EBITDA vorliegen. Aber auch das ist nicht der Fall, 2017 waren es 7,75€ / Aktie, also fast verschwindend geringe 0,775% bezogen auf einen Aktienwert von 1000€.
      - Nun wird ja oft ins Feld geführt, dass Amazon so disruptiv sei und damit den Preis rechtfertige. Dabei muss man m.E. aber berücksichigen, dass Disruption ja nur dann was nützt, wenn man dadurch auch ordentliche Gewinne einfährt. Disruption kann Amazon zweifellos, aber die Gewinne, die den astronomischen Preis rechtfertigen würden, sehe ich so nicht. Gelesen habe ich stattdessen, dass die einzige (und große) Erfolgsgeschichte die Cloud AWS sei, mit dem ganzen Einzelhandel aber kaum Geld verdient wird. Die Cloud ist aber nichts, was Amazon erfunden oder gar gepachtet hätte, das können andere auch. D.h. ausgerechnet um die aktuelle Cash-Cow gibt es keinen Burggraben.
      Aus meiner Sicht ist Amazon daher überbewertet, trotz aller Innovationen. Was nicht heißt, dass die Überbewertung nicht weiter fortschreiten kann ;-)

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    2. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

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  3. DRAG: Ob die Grundbesitzer ein besseres Investment sind, kann ich Dir nicht sagen, weil ich die Grundbesitzer nicht einschätzen kann.
    Aus meiner Sicht wirtschaftet die DRAG sehr gut und nachhaltig, womit das wichtigste Kriterium schon mal erfüllt wäre. Darüber hinaus sind sie sehr günstig zu haben, ein 2018er KGV von 6 bei einem gut geführten Unternehmen findet man sonst praktisch nicht. Bleiben die Risiken einzupreisen, hier fällt die starke Abhängigkeit vom Ölpreis ins Gewicht, was wahrscheinlich einen Großteil des Rabatts erklärt. Der Schock mit der Drittelung des Ölpreises 2014-2015 sitzt bei vielen Anlegern wahrscheinlich noch tief. Bleibt die entscheidende Frage: gibt es ungehobenes Potential, das der Markt noch nicht erkannt hat? Ich sehe folgendes:
    - Das Risiko, dass der Ölpreis nochmal deutlich absinkt, halte ich jetzt für geringer, da die OPEC-Länder & Co wahrscheinlich jetzt und in Zukunft genauer darauf achten, ihre mit Abstand wichtigste Einnahmequelle nicht abstürzen zu lassen.
    - Je mehr der Ölpreisabsturz in Vergessenheit gerät, je mehr werden sich die Anleger fragen, warum man nicht in dieses gute & günstige Unternehmen investiert.

    Dein Investment sieht natürlich bisher eher bescheiden aus, weil Du den Ölpreissturz mit drin hast. Aber das ist Vergangenheit und die Frage heute ist ja, wie es in Zukunft aussieht. Ich bin z.B. erst vor gut einem halben Jahr eingestiegen und habe bisher 25% Plus. Wenn nochmal ein Absturz kommt, wird die Rendite weiter / wieder bescheiden sein, wenn nicht, sehr gut. Im Mittel also gut :) Mir reicht das, zumal die DRAG für mich als Autofahrer auch ein Diesel-Hedge ist: Muss ich an der Tankstelle mehr bezahlen, entwickelt sich die DRAG-Position meistens sehr erfreulich :)

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  4. Betr.: Technotrans
    Und nun erfolgt doch eine - wenn auch kleine - Übernahme durch Technotrans (zur Meldung). Man übernimmt durch einen Asset Deal für einen mittleren sechsstelligen Bereich den Geschäftsbetrieb der Reisner Cooling Energy GmbH aus der Insolvenz. Mit der Akquisition des Herstellers von industriellen Kühlanlagen erweitert ttr unter anderem ihre Marktanteile im Bereich Kühltechnik in der kunststoff- und metallverarbeitenden Industrie.

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  5. Hallo, würde noch einiger Zeit investiert bleiben, nciht nur wegen dem Ölpreis:

    1. Die Beteiligung Almonty verdient erstmals Geld und ist ein denkbarer Kursverdoppler in 2 Jahren
    2. Bei Salt Creek Deal im April wurden 6 Mio Stück Aktien übernommen von Northern - sind seit April 2019 um ca. 70% gestiegen
    3. In Dokota wurden sich neue, aussichtsreiche Grundstücke gesichert, dafür wahrscheinlich auf das Geld.

    HV ist nächster Monat in Mannheim - da kommt der Newsflow - also abwarten ist angesagt - sehe die Aktie bei 30 € am Jahresende

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  6. Guten Morgen,
    Kurze Einschätzung zu den Hammer news von Blue Cap wäre interessant!
    Ich kann diesen Verkauf oder Zusammenschluss gar nicht einordnen, dient es lediglich der Schlagfertigkeit gebündelter Kräfte? Oder einfach schnell Kasse machen ?

    Bin da etwas ratlos und stehe wohl auch nicht alleine so dar auch wenn man so eine Nachricht natürlich in viele Richtungen interpretieren kann

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    1. Dazu gibt es folgenden Artikel:
      http://www.intelligent-investieren.net/2018/06/blue-cap-party-gecrasht-oder-dreht-dr.html

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