Donnerstag, 20. August 2020

Kissigs Portfoliocheck: Selfmade-Milliardär Stanley Druckenmiller goes Pink – mit T-Mobile

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 102. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Stanley Druckenmiller ins Depot. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als rechte Hand von George Soros 1992 die Bank of England und das Britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren fast nie mit einem Jahresverlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit nur einigen wenigen, ausgesuchten Werten. Das 2. Quartal 2020 war für ihn insofern gleich doppelt ein Ausnahmequartal. Er bekannte Mitte Juni, er habe den Markt während der Corona-Pandemie völlig falsch eingeschätzt und in der starken Erholungsphase im April und Mai lediglich magere drei Prozent gutmachen können, während der Markt in dieser Zeit 40% gegenüber dem Tiefststand vom 23. März erzielte.

Er hat sein eigentlich stark fokussiertes Portfolio enorm umgekrempelt und kam auf eine Turnoverrate von 45%. Dabei hat er eine ganze Reihe von Positionen erheblich reduziert und unter den 72 Werten (Q1: 46) finden sich gleich 41 neue. Am stärksten reduziert hat er bei Amazon, Netflix und Facebook, während er Microsoft durch massives Aufstocken zu seiner neuen Nummer 1 gemacht hat. Neu im Depot sind JPMorgan Chase, Starbucks und T-Mobile, die sich gerade an AT&T vorbei auf Platz 2 der US-Telekomunternehmen hochgearbeitet haben...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon, Facebook, Microsoft befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wikifolio.

Kommentare:

  1. Hmm, warum denkst du, hat er Amazon, Netflix, Alphabet und co reduziert?
    Besonders bei Amazon wundert es mich, auch wenn es ja nach wie vor seine zweitgrößte Position ist...

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    1. Man sollte den Depotstand per 30. Juni nicht so missinterpretieren, dass er seine Transaktionen alle kurz vorher durchgeführt hat. Die platzierte er zwischen de 01.04. und 30.06.

      Druckenmiller hat Anfang des zweiten Quartals und damit ziemlich auf dem Tiefpunkt seine Positionen gestutzt. Er hat das bei CNBC erläutert. Und dann sind ihm die Kurse weggelaufen - er war sich sicher, dass die Kurse weiter abstürzen würden wegen der Coronaauswirkungen auf die Wirtschaft, aber das taten sie nicht. Am Mitte Juni meinte er, sein Depot habe nur 3% gemacht seit dem Märztief, während der S&P 40% gemacht habe. Ja, weil er so viele Aktien verkauft hatte und dann den Wiedereinstieg nicht gefunden hat. Das Ergebnis sehen wir in seinem Depot per 30. Juni.

      Und es ist psychologisch natürlich schwierig, etwas für €500 zu verkaufen und es dann kurze Zeit später für €1.000 zurückzukaufen. Das sollte keine Rolle spielen ("Ankereffekt"), aber das tut es trotzdem. Es fühlt sich an wie Geldverbrennen.

      Druckenmiller kommt als Investor vor der Makroökonomie her und die hat in diesem Fall (Corona und V-Erholung) nicht die richtigen Antworten gegeben. Er hat auch gegen seinen eigenen Rat verstoßen, niemals gegen die Liquiditätspolitik der Notenbanken zu spekulieren. Denn diese Liquidität treibt die Börsenkurse maßgeblich.

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  2. ah, das leuchtet ein. Was genau hat er denn bei CNBC als Gründe für den Ausstieg genannt, hast du das noch in Erinnerung? wäre ja interessant zu wissen. Ich wundere mich trotzdem, dass so jemand mit so viel Invest Erfahrung auf dem höhepunkt der Krise diese Positionen stutzt. Das ist noch nicht mal mir passiert. Und das Wort ankereffekt kannte ich auch noch nicht. Kenne ich von mir selber. die Werte, welche schon seit mehreren Jahren im Depot liegen, sind ja in der Regel auch schon gut gestiegen über die Jahre. Da fällt es einem immer schwer, diese noch weiter aufzustocken. Sind ja viel teurer. Insbesondere nach der Krise, wo diese nur die Hälfte gekostet haben. Wieder was gelernt.

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  3. Er geht leider nicht auf einzelne Werte ein. Hätte gerne gewusst warum er Amazon verkauft, wo er ja selbst sagt dass es Unternehmen gibt, welche von Covid profitieren.
    Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass jemand mit so viel Erfahrung auf den Panikknopf drückt.
    Aber gut, vielleicht machen ja auch alte Hasen noch Fehler. Oder wir übersehen etwas :>

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