Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.
Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...
Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:
📈 Almonty Industries +24,3%
📈 Pfisterer Holding +4,9%
📈 Texas Pacific Land +4,6%
📉 TransDigm -2,9%
📉 RocketLab -3,3%
📉 Rheinmetall -4,0%
📉 SoFi Technologies -6,8%
📉 LendingClub -8,7%
📉 Apollo Global -12,9%
📉 KKR & Co. -13,6%
Es war eine sehr volatile Börsenwoche, in der es zu erneuten kräftigen Kurseinbrüchen im Finanzsektor kam. Die Sorgen um Finanzinvestor Blue Owl wurden weiter angeheizt und inzwischen werden alle halbwegs negativen Entwicklungen in der Branche als Katastrophenmeldungen in den Äther geschickt, wo sie auf fruchtbaren Boden fall und zu noch mehr Unsicherheit und bisweilen Panik führen. Das Dumme daran ist, dass die Argumente der "Doomer" nicht total verkehrt klingen und da sie unsere Existenzängste ansprechen, werden sie einfach geglaubt.
"Panikmache ist eine wunderbare Verkaufsmasche. Aber er ist eine grottenschlechte Investmentstrategie."(Ben Carlson)
Ist leicht an den Klickhitlisten bei YouTube zu erkennen, wo die Crash-Propheten alle vorderen Plätze einnehmen. Wer nachdenkt und/oder recherchiert kommt allerdings schnell drauf, dass ein Blick auf den Langfristchart des S&P 500 (oder des Dow Jones oder des DAX) dem Panikzauber schnell das Wasser abgräbt. Denn langfristig steigen Aktien um 10 % pro Jahr - und das inklusive aller Börsencrashs und Korrekturen. Die Doomer liegen zwar auch mal richtig, aber dann eben nur für einen überschaubaren Zeitraum. Danach übernehmen wieder die Bullen die Regie. Doch bis dahin erleiden die Optimisten erstmal Kursverluste und müssen den Bärentanz überstehen. Mal nur ein paar Wochen, mal Monate und manchmal sogar jahrelang. Wie lange die Bären Oberwasser haben, weiß man immer erst hinterher.
Ich will aber gar nicht behaupten, dass er hier "nicht zu sehen" gäbe. Die Anzahl der Kreditkartenschulden, die nicht mehr völlig bedient werden könne, ist in den USA weiter deutlich angestiegen. Und auch die Ausfälle im Bereich "Private Credit" steigen. Hier verspüren auch die Business Development Companies (BDCs) Einschläge und die Anleger reagieren mit panisch-kurzer Lunte.
Viele haben sich von den hohen Dividendenrenditen blenden lassen und diese als stetige Einnahmequelle verbucht. Und damit das Geschäftsmodell und die Zyklik der BDCs verkannt. Dabei ist das Basiswissen!
Nun tritt ein, was schon länger absehbar war: bei den Business Development Companies werden nun die Dividenden rasiert. Nachdem FS KKR Capital (FSK) vorgestern einen Cut von 27% bekannt gab, folgte gestern MidCap Financial Investment (MFIC) mit einem Schnitt um 18,5%. Das tut weh und belastet den Kurs. FSK ist 52% gefallen in den letzten 52 Wochen, seit dem Jahresstart alleine 27%; bei MFiC sind es 29% bzw. 15%.
Und doch ist dies kein (!) Grund zur Panik, denn das ist der normale Zyklus im BDC-Sektor, der zudem bereits seit längerer Zeit absehbar gewesen ist. Ich hatte vor einem halben Jahr ausführlich die Entwicklungen beleuchtet und dargelegt, weshalb der Sektor für mich - erstmal - nicht attraktiv war. Und auch (noch) nicht ist.
Aber keine Sorge, damit will ich mir nicht auf die Schulter klopfen. Denn eine meiner Schlussfolgerungen war (und ist weiterhin!), dass man mit den Muttergesellschaften der BDCs, als den Alternativen Asset Managern, deutlich besser fährt. Tja, was soll ich sagen? Genau so ist. Und auch nicht.
Ein Widerspruch, klar. Und hier zeigt sich der Unterschied zwischen Wert und Preis einer Aktie. Operativ läuft es bei den Finanzinvestoren ziemlich gut, die Mittelzuflüsse und damit die Assets under Management (AuM) sind hoch und ebenso auf Rekordniveau wie daraus generierten Managementprovisionen. Aber... die Kurse sind dennoch um 30% oder 40% eingebrochen seit Anfang 2024. Und in dieser Dimension habe ich das natürlich nicht erwartet, sondern hätte ich meine Positionen deutlich(er) reduziert.
Und obwohl (nicht etwas weil) ich mit meiner Einschätzung bisher falsch liege, bin ich von ihr überzeugt. Die KKR-Aktie ist für mich bei 100 Euro ein klarer mittel- und langfristiger Kauf. Und das gilt jetzt bei 75 Euro umso mehr. Auch wenn die Stimmung im Finanzsektor sich nochmals weiter deutlich eingetrübt hat. Das meiste davon ist übertrieben, aber natürlich gibt es auch handfeste Probleme. So kam gestern die Meldung über die Ticker, dass sich Market Financial Solutions unter staatliche/gerichtliche Verwaltung gestellt hat - eine Insolvenz ist das wohl nicht, wird aber vom Markt ähnlich gewertet. MFS ist im britischen Hypothekenmarkt aktiv und stellt dort kurzfristige Finanzierungen (Brückenfinanzierungen) zur Verfügung. So richtig klar sind die Vorgänge nicht, selbst wenn man verschiedene Quellen studiert. Das familiengeführte Unternehmen selbst spricht von wirtschaftlichen Problemen, die News deuten doppelte Verpfändung von Sicherheiten an, was für mich nach Kreditbetrug klingt - und das ist keine Kleinigkeit. Es dürfte in den nächsten Tagen wohl mehr Infos geben und vielleicht auch mal solche, wo Kenner der Materie was beisteuern und nicht nur Agentur-Nachwuchs, der aus halbseidenen Quellen Infos zu einer entsprechend "rund klingenden" Meldung zusammenbastelt. Und dabei ähnlich klingende, aber inhaltlich grundverschiedene Begriffe munter durcheinanderwirbelt.
Rauslesen kann man bisher jedenfalls, dass Atlas SP (eine Tochter von Apollo Global), Barclays und Jefferies Kredite zur Refinanzierung von MFS zur Verfügung gestellt haben. Konkreter wird da niemand, insbesondere nicht, ob man auch Eigentumsanteile hält und/oder ob man ggf. am Verkauf von MFS-Krediten an Investoren beteiligt war. Also ist irgendwie alles Relevante unklar. Abgesehen davon, dass es die Eigentümer vom MFS und die Kreditgeber am Ende Geld kosten wird. Also auch die Apollo-Tochter Atlas SP. Wie viel, bleibt abzuwarten. Unschöne Sache, aber vom Volumen her eher eine kleinere Hausnummer.
Ich will das Thema aber nicht endlos strapazieren: die Börse hat Panik bzgl. der Finanzunternehmen, weil es mehrere unterschiedliche Problemfelder gibt, die keiner richtig bewerten kann, und daher werden die Aktien aus den Depots geworfen. Und weil die Kurse fallen, werden weitere Stopps gerissen und damit weitere Verkäufe ausgelöst - die die Kurse weiter drücken. Das geht solange weiter, bis es irgendwann einfach aufhört. Und dieser Zeitpunkt fällt selten nie mit einem Stimmungsumschwung oder einer sich verbessernden Nachrichtenlage zusammen. Die Panikpatienten haben irgendwann alle verkauft und es gibt bei jedem Verkauf auch einen Käufer - und die Käufer wussten, was sie tun und haben keinen Grund, zu verkaufen. Also fängt sich der Kurs, dreht sich und beginnt wieder zu steigen. Das zieht wieder mehr Käufer an und der Kurs steigt weiter. In der Rückschau sagen alle "war ja klar". Und keiner hat Geld verloren. Außer mir natürlich, denn ich hab euch ja heute (und die letzten Wochen und Monate) schon davon berichtet. ツ
Übrigens... KKR findet sich zum zweiten Mal auf meiner Beobachtungsliste wieder, nachdem ich beim ersten Versuch irgendwann die Segel gestrichen hatte, da die damalige Rechtsform L.P.(Limited Partnership) zu ständigen Stornobuchungen seitens des deutschen Finanzamts führte, teilweise sogar für mehrere Jahre rückwirkend. Nachdem KKR zu einer C-Corp. umfirmiert hat, bin ich im Mai 2018 wieder als Aktionär eingestiegen. Und... trotz der massiven Einbrüche seit Anfang 2024 steht die Aktie noch immer mit 325% im Plus und bringt es auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 20,4%. Besser als Buffett!
Solche Drawdowns gehören an der Börse dazu, die passieren allen Unternehmen mal, auch Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft, Siemens, Walmart, usw. usf. Wenn das Business weiterhin schnurrt und "nur" der Kurs niedergeknüppelt wird, sollten man sich als Langfristanleger nicht aus seinen Unternehmen verscheuchen lassen.
"Der Schlüssel zum Geldverdienen mit Aktien liegt darin, sich nicht aus ihnen vertreiben zu lassen."(Peter Lynch)
Der Fear-and-Greed-Index ist bei 43 konstant geblieben und signalisiert weiterhin "Angst".
Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche erstaunlich konstant im Markt gelegen hat. Ein Grund liegt natürlich darin, dass die deutlichen Einbrüche meiner Finanzaktien nicht mehr so stark ins Gewicht fällt, weil ihr Anteil im Depot durch die vorherigen Rückgänge entsprechend gesunken ist. Der andere Grund ist die Stärke meiner größeren Depotpositionen wie Texas Pacific Land und Comfort Systems. Daneben halten sich Costco und Alphabet zuletzt ziemlich stabil und auch Rheinmetall kann sich im Großen und Ganzen behaupten.
Der Haupttreiber ist aber Almonty Industries. Die Aktie läuft unfassbar gut - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe hier vor 15 Monaten meine Turnaround-Spekulation begonnen bei Kursen unter 1 Euro und zwar nach der ersten Kursverdopplung, doch inzwischen muss man mehr als 15 Euro bezahlen. In dieser Dimension war das nicht absehbar, da gehörte auch viel Glück dazu (und "die Kunst, nicht zu verkaufen", wie Chuck Akre das mal nannte).
Aber er ist schon gewöhnungsbedürftig, dass so eine "kleine Klitsche" sich in meinem Depot auf Platz vier hochgearbeitet hat und dabei zuletzt sogar Costo überholte. Der starke Kursanstieg sorgt inzwischen also auch für entsprechend Auftrieb im Gesamtdepot oder gleicht andere Schwächen aus. Ohne Almonty würde meine Performance deutlich schlechter dastehen. Aber das gleiche hat Rheinmetall letztes Jahr bewirkt und auch bei Warren Buffett waren es in seinen 75 aktiven Börsenjahren ja nur 10 oder 15 Unternehmen, die die ganz große Rendite gebracht haben. Bei seinem Lehrmeister Benjamin Graham im Grunde sogar nur eins: GEICO. Aber das ist eine andere Geschichte...
Mein Vermögen hatte nach den beiden ersten vollen Handelswochen des Jahres ein sattes Plus von 10,0% verbucht. Anschließend ging es sukzessive abwärts und alle Gewinne wurden bis Mitte Februar wieder weggefressen. Dann gab es einen satten Rebound von 5% und in der letten Woche hielt sich mein Vermögen mit -0,25% weitgehend stabil. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +4,75 (YTD).
Die von Trump bewusst lancierte Dollarschwäche belastet US-Werte auf Euro-Basis im Jahr 2025 mit rund 12 %. Ich gehe davon aus, dass diese Tendenz auch in 2026 anhalten wird, wenngleich nicht derselben Größenordnung. Da ich einen hohen Anteil an US-Werten im Depot halte (knapp 75%), wirkt sich die Dollarschwäche natürlich entsprechend negativ auf meine Performance aus.
Mein Investor-Update zum Q4/2025 - nicht mehr ganz brandneu, aber in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.
Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.
Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position. Mein Weltraumabenteuer Rocket Lab gehört definitiv in diese Kategorie. Selbst wenn ich als jahrzehntelanger Fan von Star Wars und Star Trek hier durchaus Insiderwissen habe... ツ
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ
Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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