Donnerstag, 22. Oktober 2026

[Kissigs Nebenwerte-Analyse] Carl Zeiss Meditec: Lässt der Augenspezialist das Tal der Tränen endlich hinter sich?

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Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 23/2026 vom 21.10.2026

Aktien in dieser Ausgabe: Carl Zeiss Meditec, Redcare Pharmacy, SGL Carbon

Carl Zeiss Meditec: Lässt der Augenspezialist das Tal der Tränen endlich hinter sich?

Gutes Sehen ist für die meisten Menschen selbstverständlich, bis die Sehkraft nachlässt oder eine Erkrankung das Augenlicht bedroht. Mit der alternden Bevölkerung wächst weltweit der Bedarf an moderner Augenheilkunde. Gleichzeitig werden chirurgische Eingriffe immer präziser, Diagnoseverfahren leistungsfähiger und Operationssysteme zunehmend digitalisiert. Genau in diesem Spannungsfeld ist Carl Zeiss Meditec tätig. Und seit Jahren unter Druck.

Das Unternehmen aus Jena gehört zu den international etablierten Anbietern von Medizintechnik. Es entwickelt und vertreibt Geräte, optische Systeme, chirurgische Instrumente und Verbrauchsmaterialien für die Augenheilkunde sowie für ausgewählte Bereiche der Mikrochirurgie. Anders als Pharmaunternehmen verdient Carl Zeiss Meditec sein Geld also nicht primär mit Medikamenten, sondern mit der technischen Ausstattung von Kliniken, Augenarztpraxen und Operationssälen.

Augenkrankheiten sind weit verbreitet, viele Behandlungen lassen sich medizinisch nicht beliebig aufschieben und moderne Operationsverfahren benötigen hochwertige Spezialtechnik. Doch auch ein strukturell wachsender Markt schützt nicht vor wirtschaftlichen Rückschlägen. Das zeigt die jüngste Entwicklung des Unternehmens deutlich. Nach einem guten Geschäftsjahr 2024/25 geriet die Profitabilität 2025/26 unter Druck. Besonders das Geschäft mit Augenheilkunde in China und die Zurückhaltung bei Investitionen belasten die Ergebnisse.

Technik für Diagnose, Behandlung und Operation

Carl Zeiss Meditec ist Teil des ZEISS-Umfelds, das für optische Technologien und Präzisionsinstrumente bekannt ist. Die börsennotierte Gesellschaft konzentriert sich auf medizinische Anwendungen und verfügt über zwei strategische Geschäftsbereiche: Ophthalmology, also Augenheilkunde, und Microsurgery, die Mikrochirurgie.

Das Unternehmen entwickelt seine Produkte nicht nur für einzelne Behandlungsschritte, sondern deckt einen großen Teil der technischen Wertschöpfungskette ab. Dazu zählen diagnostische Systeme zur Untersuchung des Auges, Laser für bestimmte Eingriffe, Operationsmikroskope, chirurgische Instrumente und spezielle Verbrauchsmaterialien. Hinzu kommen Softwarelösungen und digitale Anwendungen, die Arbeitsabläufe unterstützen und medizinische Informationen besser nutzbar machen.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass Carl Zeiss Meditec nicht ausschließlich vom Verkauf einzelner Großgeräte abhängig sein möchte. Geräte können den Einstieg in eine Kundenbeziehung bilden, während Verbrauchsmaterialien, Zubehör, Service und ergänzende Produkte über Jahre hinweg weitere Umsätze ermöglichen. Gerade dieser wiederkehrende Umsatz ist für das Geschäftsmodell wichtig: Er kann die Abhängigkeit von schwankenden Investitionsentscheidungen der Kliniken verringern und die Ertragslage berechenbarer machen.

Die Kehrseite ist der hohe Innovationsaufwand. Medizintechnik muss strenge Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllen, zuverlässig funktionieren und regelmäßig weiterentwickelt werden. Forschung, klinische Anforderungen, Zulassungen und der weltweite Vertrieb verursachen erhebliche Kosten. Im Geschäftsjahr 2024/25 investierte Carl Zeiss Meditec rund 326 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung, entsprechend etwa 14,6 Prozent des Umsatzes.

Ophthalmology: Das Herzstück des Unternehmens

Der mit Abstand größte Geschäftsbereich ist die Augenheilkunde. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete Carl Zeiss Meditec damit rund 1,72 Milliarden Euro und damit gut drei Viertel des Konzernumsatzes. Das Portfolio reicht von Diagnosegeräten über refraktive Laser bis hin zu Lösungen für chirurgische Eingriffe am Auge.

Ein wichtiges Marktsegment ist die Behandlung des Grauen Stars, medizinisch Katarakt genannt. Dabei trübt sich die natürliche Augenlinse ein, wodurch das Sehvermögen zunehmend beeinträchtigt wird. Bei einer Operation wird die getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt. Carl Zeiss Meditec ist sowohl mit chirurgischer Technik als auch mit entsprechenden Linsen und weiteren Produkten in diesem Markt vertreten.

Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, die Sehkraft wiederherzustellen. Premiumlinsen können zusätzliche Sehkorrekturen ermöglichen und damit für Patienten interessant sein, die nach der Operation möglichst wenig auf eine Brille angewiesen sein möchten. Solche höherwertigen Produkte bieten dem Hersteller Chancen auf einen attraktiveren Produktmix. Gleichzeitig hängt ihre Nachfrage davon ab, welche Leistungen Patienten selbst bezahlen müssen und welche Erstattungsregeln in den jeweiligen Ländern gelten.

Ein weiteres Standbein sind Laser und Systeme für die refraktive Chirurgie. Mit diesen Technologien lassen sich bestimmte Fehlsichtigkeiten korrigieren. Auch hier spielen Präzision, Zuverlässigkeit und die Reputation des Herstellers eine wichtige Rolle. Augenkliniken und spezialisierte Zentren müssen bei ihren Investitionen allerdings genau abwägen, wie viele Eingriffe sie erwarten und wann sich ein neues Gerät wirtschaftlich rechnet.

Darüber hinaus bietet Carl Zeiss Meditec Diagnose- und Bildgebungssysteme an, mit denen Augenärzte Erkrankungen erkennen, Veränderungen beobachten und Behandlungen planen können. Diese Geräte sind insbesondere bei Erkrankungen wichtig, deren Verlauf über längere Zeit überwacht werden muss.

Die Breite des Portfolios ist ein Vorteil, macht das Geschäft aber auch anfällig für unterschiedliche Einflussfaktoren. Der Absatz von Operationssystemen hängt stark von Investitionsbudgets ab, während Verbrauchsmaterialien stärker mit der Zahl tatsächlich durchgeführter Eingriffe korrelieren. Werden weniger Operationen vorgenommen oder verschieben Kliniken geplante Anschaffungen, können Umsatz und Ergebnis entsprechend leiden.

Microsurgery: Präzision im Operationssaal

Der zweite Geschäftsbereich umfasst die Mikrochirurgie. Dazu gehören vor allem Operationssysteme für die Neurochirurgie sowie Anwendungen in der Wirbelsäulen-, Hals-Nasen-Ohren- und Dentalchirurgie. Auch weitere spezialisierte chirurgische Verfahren zählen zum Portfolio.

Besonders wichtig sind Operationsmikroskope, die Chirurgen bei Eingriffen unterstützen, bei denen kleinste Strukturen sichtbar und präzise bearbeitet werden müssen. Ein Beispiel ist das KINEVO 900 S, ein modernes System für die Neurochirurgie. Es verbindet optische Vergrößerung mit digitalen Funktionen und unterstützt damit komplexe Eingriffe am Gehirn und an empfindlichem Nervengewebe.

Der wirtschaftliche Reiz dieses Geschäfts liegt in den hohen technischen Anforderungen. Derartige Geräte sind keine beliebig austauschbaren Standardprodukte. Kliniken achten auf Bildqualität, Zuverlässigkeit, Ergonomie und die Integration in bestehende Abläufe. Ist ein System einmal etabliert, können Schulungen, Service und ergänzende Produkte die Kundenbeziehung langfristig festigen.

Allerdings ist auch dieses Geschäft von Investitionsentscheidungen abhängig. Kliniken müssen teure Geräte finanzieren können und wägen Neuanschaffungen sorgfältig ab. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten können sie Investitionen verschieben, selbst wenn der medizinische Nutzen einer neuen Technologie überzeugt. Zudem herrscht im Gesundheitssektor seit vielen Jahren ein enormer Kostendruck seitens der Krankenkassenträger.

Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete Microsurgery rund 504 Millionen Euro Umsatz. Damit war der Bereich deutlich kleiner als die Augenheilkunde, entwickelte sich zuletzt aber zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor. Während Ophthalmology in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 rückläufig war, konnte Microsurgery weiter wachsen.

DORC: Ausbau des Angebots in der Augenchirurgie

Eine wichtige strategische Erweiterung war die Übernahme von Dutch Ophthalmic Research Center, kurz DORC. Das Unternehmen ist auf Technologien und Instrumente für die vitreoretinale Chirurgie spezialisiert, also auf Eingriffe am Glaskörper und an der Netzhaut. Diese Verfahren kommen beispielsweise bei Netzhautablösungen und anderen schwerwiegenden Augenerkrankungen zum Einsatz.

Mit DORC verbreiterte Carl Zeiss Meditec sein Angebot in der Augenheilkunde und ergänzte die vorhandenen Geräte um weitere chirurgische Lösungen und Verbrauchsmaterialien. Solche Produkte können besonders wertvoll sein, weil sie nicht nur einmalig beim Kauf eines Systems Umsatz erzeugen, sondern bei wiederkehrenden Eingriffen erneut benötigt werden.

Die vollständige Einbeziehung von DORC in die Konzernzahlen trug 2024/25 zum Umsatzwachstum bei. Gleichzeitig zeigt die Akquisition, dass Übernahmen nicht automatisch zu höheren Margen führen: Kaufpreisabschreibungen, Integration und die Abstimmung unterschiedlicher Produktportfolios können das Ergebnis zunächst belasten. Carl Zeiss Meditec muss daher beweisen, dass sich der strategische Mehrwert der Übernahme langfristig auch finanziell auszahlt.

Schwächeres China-Geschäft drückt die Ergebnisse

Im Geschäftsjahr 2024/25 hatte Carl Zeiss Meditec noch einen soliden Wachstumskurs eingeschlagen. Der Umsatz stieg um 7,8 Prozent auf rund 2,23 Milliarden Euro. Das EBITA, eine wichtige Kennzahl für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf bestimmte immaterielle Vermögenswerte, erhöhte sich leicht auf 257,7 Millionen Euro. Die EBITA-Marge lag allerdings bei 11,6 Prozent und damit unter dem Vorjahreswert von 12,0 Prozent.

Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 hat sich das Bild eingetrübt. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Währungsbereinigt stagnierte er. Deutlich stärker fiel der Rückgang beim bereinigten EBITA aus: Es verringerte sich von 177 Millionen auf 124,5 Millionen Euro. Die bereinigte EBITA-Marge fiel von 11,1 auf 8,0 Prozent.

Besonders schwierig ist die Lage in China. Dort belasten Veränderungen bei der Beschaffung und Ausschreibung von Intraokularlinsen das Geschäft. Eine bifokale Linse wurde aus einem bestehenden volumenbasierten Beschaffungsverfahren zurückgezogen, was unter anderem Lagerbestandsanpassungen erforderlich machte. Gleichzeitig schwächte sich das Geschäft mit refraktiven Lasern ab, und das Investitionsklima in Teilen Asiens blieb verhalten.

Regional zeigt sich ein uneinheitliches Bild. In den ersten neun Monaten legte die Region EMEA, also Europa, Naher Osten und Afrika, um 5,4 Prozent auf 509 Millionen Euro zu. In Amerika sank der ausgewiesene Umsatz um 2,6 Prozent auf 397 Millionen Euro, entwickelte sich währungsbereinigt aber positiv. In der Region Asien-Pazifik ging der Umsatz dagegen um 8,7 Prozent auf rund 648 Millionen Euro zurück.

Das Management reagiert mit einem umfassenden Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Kostenstruktur und der Profitabilität. Damit soll die operative Effizienz erhöht und Spielraum für künftige Investitionen geschaffen werden. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 werden dafür einmalige Aufwendungen und Investitionen von insgesamt bis zu 150 Millionen Euro erwartet. Zudem prüft das Unternehmen Anpassungen im Produktportfolio, während ein Fertigungsstandort in Indien vorbereitet wird.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Carl Zeiss Meditec inzwischen einen Umsatz von etwa 2,15 bis 2,20 Milliarden Euro und eine bereinigte EBITA-Marge zwischen 8 und 10 Prozent. Mittelfristig strebt das Unternehmen wieder ein organisches Umsatzwachstum mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Marge von rund 15 Prozent an. Langfristig soll die Marge wieder 16 bis 20 Prozent erreichen. Das sind ambitionierte Ziele, deren Umsetzung von einer Erholung der Nachfrage und erfolgreichen Einsparungen abhängt.

Bullcase vs. Bearcase

Der langfristige Rückenwind für Carl Zeiss Meditec ist intakt. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko vieler Augenerkrankungen, darunter Grauer Star und Netzhauterkrankungen. Gleichzeitig wächst in vielen Ländern der Zugang zu medizinischer Versorgung. Das schafft grundsätzlich einen größeren Markt für Diagnostik, chirurgische Geräte und spezialisierte Behandlungssysteme.

Hinzu kommt der technologische Fortschritt. Moderne Bildgebung, digitale Operationsunterstützung und präzisere Lasersysteme können die Behandlungsmöglichkeiten erweitern. Carl Zeiss Meditec kann dabei von seiner Erfahrung mit optischen Technologien und seiner etablierten Position bei Kliniken und Fachärzten profitieren. Wer bei anspruchsvollen Eingriffen auf zuverlässige Technik angewiesen ist, entscheidet sich nicht zwangsläufig für den günstigsten Anbieter.

Eine weitere Chance liegt im Ausbau wiederkehrender Umsätze. Verbrauchsmaterialien, Instrumente, Wartung und ergänzende Dienstleistungen können dazu beitragen, dass die Erlöse weniger stark schwanken als das Geschäft mit einzelnen Großgeräten. Im Geschäftsjahr 2024/25 lag der Anteil wiederkehrender Umsätze bei gut der Hälfte des Konzernumsatzes. Dieser Anteil ist wichtig, weil er die Abhängigkeit von kurzfristigen Investitionsentscheidungen verringern kann.

Auch die Kombination aus Augenheilkunde und Mikrochirurgie bietet strategische Möglichkeiten. Neue Produkte können in bestehende Kundenbeziehungen eingebracht werden, während Übernahmen wie DORC das Portfolio verbreitern. Wenn Carl Zeiss Meditec seine Forschung effizient in marktfähige Produkte umsetzt und gleichzeitig die Kostenbasis verbessert, könnte sich die Profitabilität mittelfristig deutlich erholen.

Doch bisher haben sich vor allem die Risiken als durchsetzungsstark erwiesen, insbesondere die Schwäche des chinesischen Marktes. China ist für Carl Zeiss Meditec ein bedeutender Absatzmarkt, zugleich verändern sich dort die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Beschaffungsprogramme, bei denen größere Mengen über Ausschreibungen zu niedrigeren Preisen eingekauft werden, können die Margen unter Druck setzen. Hersteller müssen dann entscheiden, ob sie niedrigere Preise akzeptieren, Marktanteile aufgeben oder ihre Produktpalette anpassen.

Auch der Innovationsdruck darf nicht unterschätzt werden. Forschung und Entwicklung sind unverzichtbar, verursachen aber hohe laufende Kosten. Neue Produkte müssen medizinisch überzeugen, zugelassen werden und sich im Wettbewerb durchsetzen. Fehlschläge oder Verzögerungen können deshalb nicht nur den Umsatz beeinträchtigen, sondern auch Abschreibungen auf zuvor aktivierte Vermögenswerte nach sich ziehen.

Schließlich ist die operative Marge ein entscheidender Punkt für Anleger. Der Rückgang von 11,6 Prozent im Geschäftsjahr 2024/25 auf eine bereinigte EBITA-Marge von 8,0 Prozent nach neun Monaten 2025/26 verdeutlicht, wie stark sich ein schwieriger Produktmix, geringere Umsätze und zusätzliche Kosten auf das Ergebnis auswirken können. Die angekündigten Einsparungen müssen daher mehr bewirken als kurzfristige Entlastung: Sie sollen die Grundlage für profitables Wachstum schaffen, ohne die Innovationskraft zu beschädigen. Das gestiegene Zinsniveau streut dabei natürlich zusätzlich Sand ins Getriebe.

Mein Fazit: Ein Qualitätsunternehmen vor anspruchsvoller Bewährungsprobe

Carl Zeiss Meditec verfügt über ein technologisch anspruchsvolles Geschäftsmodell, etablierte Kundenbeziehungen und langfristig attraktive Absatzmärkte. Die alternde Bevölkerung und der medizinische Fortschritt sprechen grundsätzlich für eine steigende Nachfrage nach moderner Augenheilkunde und präziser Chirurgietechnik. Auch der hohe Anteil wiederkehrender Umsätze kann dem Unternehmen helfen, seine Erlöse langfristig zu stabilisieren.

Die aktuelle Schwäche zeigt jedoch, dass strukturelles Wachstum nicht automatisch zu steigenden Gewinnen führt. China, der Investitionszyklus im Klinikgeschäft und steigende beziehungsweise nicht ausreichend ausgelastete Kosten drücken auf die Profitabilität. Entscheidend wird sein, ob Carl Zeiss Meditec seine Kostenmaßnahmen umsetzen, die Nachfrage stabilisieren und die Margen schrittweise wieder erhöhen kann.

Bisher kamen die positiven Aspekte kaum zur Geltung, wie der Blick auf den Chart der letzten fünf Jahre zeigt. 20 Jahre lang waren Anleger durch permanente Kursteigerungen verwöhnt, doch auf das Allzeithoch Ende 2021 bei 180 Euro folgte ein gnadenloser Absturz bis auf 25 Euro im Frühjahr 2026. Seitdem gibt es zaghafte Versuche einer Kurserholung, die zumindest schon mal wieder die Marke von 30 Euro überwinden konnte. Doch das ist für die arg gerupften Aktionäre nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Medizintechnikspezialist bietet langfristig Potenzial, aber seine kurzfristige Entwicklung ist mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Interessierte Anleger sollten daher nicht nur auf die Marktposition und die Innovationskraft achten, sondern mindestens ebenso auf die Entwicklung der EBITA-Marge, den Auftragseingang, den China-Umsatz und den Fortschritt des Restrukturierungsprogramms.

Der einstige Börsenstar hat noch einiges an Arbeit vor sich. Erste Schritte sind gemacht, viele weitere müssen folgen. Dann wird vielleicht auch wieder die Aktie zum Hingucker.

Die 4 wichtigsten Dinge, die man über Carl Zeiss Med. wissen muss

  1. Carl Zeiss Meditec entwickelt und vertreibt Medizintechnik für die Augenheilkunde und Mikrochirurgie, von Diagnosegeräten und Lasern bis zu Operationsmikroskopen und Verbrauchsmaterialien.
  2. Ophthalmology erwirtschaftet rund drei Viertel des Umsatzes, während Microsurgery das Portfolio ergänzt und sich zuletzt als vergleichsweise stabiler Wachstumstreiber erwiesen hat.
  3. In den ersten neun Monaten 2025/26 sanken Umsatz und bereinigte EBITA-Marge; insbesondere das China-Geschäft belastet die Entwicklung, weshalb das Unternehmen ein umfassendes Maßnahmenpaket umsetzt.
  4. Demografischer Wandel, technologische Innovation und wiederkehrende Umsätze bieten langfristiges Potenzial, während China-Risiken, Investitionszurückhaltung, hohe Entwicklungskosten und Margendruck die wichtigsten Herausforderungen darstellen.
Disclaimer: Habe Carl Zeiss Meditec weder auf meiner Beobachtungsliste noch im Depot/Wiki.

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