Freitag, 5. April 2024

Kissigs Portfoliocheck: Buffett stockt im Energiesektor weiter auf. Und hat hier die größten Probleme

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 251. Portfoliocheck blicke ich wieder Warren Buffett über die Schulter. Seine Performance ist atemberaubend: über mehr als 50 Jahre hinweg legte er eine Rendite von fast 20 % pro Jahr hin und schlug den S&P 500 in den meisten Jahren. Das 'Orakel von Omaha', wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch ehrfurchtsvoll genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Ende des 4. Quartals 2023 hatte Buffett 41 Aktienpositionen im Depot, darunter fanden sich keine Neuaufnahmen. Der Gesamtwert seines Aktienportfolios stieg im Quartal um 11 % auf 347 Mrd. USD. Zudem kann Berkshire auf Barmittel in Höhe von 167,6 Mrd. USD zurückgreifen und übertraf mit diesem neuen Rekordwert die 157,2 Mrd. USD von Ende September. Allerdings steht das US-Aktienportfolio zusammen mit dem Cashbestand lediglich für etwa die Hälfte der Vermögenswerte von Berkshire Hathaway. Hinzu kommen noch die vielen nicht börsennotierten Tochterunternehmen sowie einige Anleihen und ausländische Aktienbeteiligungen, die nicht in seinen 13F-Formularen auftauchen.

Buffetts Depot ist stark fokussiert: Die fünf Top-Aktien stehen für knapp 80% des Gesamtwerts. Technologieunternehmen dominieren mit 51,5% (Q3: 52,1) vor Finanzwerten mit 24,3% (Q3: 22,0), defensiven Konsumwerten mit 10,9% (Q3: 11,4), dem Energiesektor mit 9,6% (Q3: 10,6) und Kommunikationsdiensten mit 1,9% (Q3: 2,0). Alter und neuer Depotspitzenreiter ist Apple, eines von Buffetts größten Erfolgsinvestments, obwohl der Kurs seit drei Jahren seitwärts läuft. Der Iphone-Konzern steht nun für 50% von Berkshires Aktienportfolio, nachdem es Ende des Vorquartals noch 46,5 % waren. Dank deren ausgedehnter Aktienrückkäufe steigt Buffetts Anteil auch ohne eigenes Zukaufen weiter an auf inzwischen 5,86%. Dem Anlegermagazin Barron's zufolge hat Apple seit 2018 durch aggressive Rückkäufe die Anzahl der ausstehenden Aktien um fast 25% reduziert. Die Bank of America bringt 10% auf die Waage und die drittplatzierte American Express 8,2%. An dem Kreditkartenpionier hält Buffett mehr als 20% und mit 29 Jahren Zugehörigkeit ist es Buffetts zweitälteste Depotposition. Mit inzwischen 35 Jahren ist die mit 6,8% viertplatzierte Beteiligung an Coca-Cola Buffetts älteste noch im Portfolio vorhandene Position. Buffett hat für seine 400 Mio. Anteile insgesamt rund 1,29 Mrd. USD investiert und bekommt dafür inzwischen 736 Mio. USD an Dividenden – pro Jahr! Es schließen sich der Energieriese Chevron mit 5,4% Gewichtung und der Öl- und Gasexplorer Occidental Petroleum mit 4,2% an, die Buffett beide während der Schwächephase der Energieaktien aufgestockt hat.

Die nicht (mehr) börsennotierte Tochter BH Energy bezeichnete Buffett in seinem Aktionärsbrief allerdings als "schwerwiegende Ergebnisenttäuschung im vergangenen Jahr". Die eigentlich so soliden Resultate im Stromnetz geraten zunehmend unter Druck aufgrund kurzfristig motivierter politischer Eingriffe. Und das gefährdet nicht nur die Ergebnisse der Unternehmen, sondern könnte sogar Insolvenzen zur Folge haben. Mit entsprechenden enormen negativen Folgen für die Anteilseigner - wie Berkshire...


Disclaimer: Habe Apple, Berkshire Hathaway auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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