In diesem Kurzportrait geht es um Universal Display, die sich auf die Entwicklung, Lizenzierung und Bereitstellung von Materialien und Technologien für organische Leuchtdioden (Organic Light Emitting Diodes) spezialisiert. Das Unternehmen gilt heute als einer der weltweit führenden Anbieter im OLED-Bereich und ist durch seine Patente und Materialien zentral in der Wertschöpfungskette dieser Technologie verankert.
Die 1994 gegründete Universal Display Corp. betreibt keine eigenen Displayfabriken, sondern fokussiert sich auf Forschung, Patente, Materialentwicklung und Lizenzverträge. Dieses sogenannte "Fabless-Modell" ermöglicht hohe Margen bei starker Skalierbarkeit.
Die 1994 gegründete Universal Display Corp. betreibt keine eigenen Displayfabriken, sondern fokussiert sich auf Forschung, Patente, Materialentwicklung und Lizenzverträge. Dieses sogenannte "Fabless-Modell" ermöglicht hohe Margen bei starker Skalierbarkeit.
Patentierte Gewinnmaschine
Herzstück des Erfolgs ist das umfangreiche Patentportfolio, das weltweit über 6.000 Patente und Patentanmeldungen umfasst. Unternehmen, die OLED-Panels produzieren wollen, benötigen die von Universal Display entwickelten phosphoreszierenden Emitter oder Produktionsprozesse. Dafür schließen sie Lizenzverträge ab, die meist langfristig angelegt sind und dem Unternehmen wiederkehrende Einnahmen in Form von Royalty- und Lizenzgebühren sichern. Zu den wichtigsten Lizenznehmern zählen namhafte Hersteller wie Samsung Display, LG Display und BOE Technology. Und zuletzt hat Apple angekündigt, auch bei seiner neuen MacBook-Generation auf OLEDs zu setzen.
Neben dem Lizenzgeschäft produziert und vertreibt Universal Display hochwertige OLED-Materialien in Eigenregie, vor allem sogenannte PHOLED-Emitter, die in der Herstellung moderner Displays unverzichtbar sind. Ergänzt wird dies durch das vergleichsweise kleine Geschäftsfeld Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen für Partnerunternehmen.
OLEDs gewinnen an Beliebtheit
Der entscheidende Vorteile von Organic-Light-Emitting-Diode besteht darin, dass jeder einzelne Pixel des Displays eine eigene Lichtquelle darstellt. Durch die Größe der einzelnen Pixel ist eine wesentlich höhere Auflösung, Pixeldichte und damit Bildqualität möglich, so dass perfekte scharfe Kanten und Punkte in Bildern möglich sind - eine Eigenschaft die in LCD-Displays nur in teuren Modellen umgesetzt werden kann. Des Weiteren kann ein sattes Schwatz dargestellt werden, was die Bildqualität erhöht und Strom spart, da schwarze Flächen keinen Strom verbrauchen und daher sogenannte "Always-On-Displays" ermöglichen, also zum Beispiel permanent angezeigte Uhren auf dem gesperrten Smartphone. Der Nachteil liegt im höheren Preis von OLEDs gegenüber LCD-Displays, aber dieser schrumpft zunehmend. Und je mehr OLEDs eingesetzt werden, desto besser effizienter können die Hersteller produzieren.Durchwachsene Quartalszahlen sorgen für Ernüchterung
Mit einer Bruttomarge von 77 % zählt Universal Display zu den margenstärksten Unternehmen der Halbleiter- und Displaybranche. Diese Profitabilität resultiert vor allem aus der hohen Skalierbarkeit der Lizenzverträge, da zusätzliche Verkäufe kaum variable Kosten verursachen und somit jeder kundeseitige Anstieg des Produktionsvolumens direkt in Gewinnwachstum umschlägt. Orderverschiebungen seitens einiger Kunden sorgten jedoch zuletzt für leichte Bremsspuren in der Dynamik.
So erzielte man im 3. Quartal 2025 einen Umsatz von 139,6 Mio. USD und lag damit unter den Erwartungen des Marktes. Gleiches galt für den GAAP-Gewinn je Aktie von 0,92 USD. Für das gesamte Jahr 2025 erwartet Universal Display einen Umsatz zwischen 650 Mio. und 700 Mio. USD und geht nun davon aus, dass sein Umsatz nahe am unteren Ende seiner Prognosespanne liegen wird.
"Die Ergebnisse des dritten Quartals spiegeln zeitliche Verschiebungen wider, darunter vorgezogene Kundenaufträge zu Beginn des Jahres und eine einmalige Anpassung außerhalb des Berichtszeitraums", sagte Finanzchef Brian Millard. "Wir sind zuversichtlich, dass wir dank unserer technologischen Führungsposition, unseres starken Geschäftsmodells und unserer engen Kundenpartnerschaften weiterhin gut positioniert sind, um von dem Wachstum in diesem expandierenden Markt zu profitieren."
Um seine Marktposition zu stärken, gab Universal Display bekannt, dass es das OLED-Patentvermögen der Merck KGaA aus Darmstadt erworben hat. Das Portfolio umfasst mehr als 300 erteilte und angemeldete Patente aus über 110 Patentfamilien, die fortschrittliche OLED-Emissionsvorrichtungsstrukturen und zugehörige Materialien abdecken, mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von etwa 10 Jahren.
Meine Einschätzung
Universal Displays starke - und auch durch Zukäufe strategisch anwachsende - Patentbasis bietet einen nahezu unüberwindbaren technologischen Schutzwall gegen Wettbewerber. Die Eintrittsbarrieren sind hoch, da neue Anbieter ohne Zugriff auf die patentierten Technologien kaum konkurrenzfähige Produkte herstellen können. Zudem ist das Lizenzmodell hochgradig skalierbar. Universal Display bietet ein technologiegestütztes Royalty-Business mit wiederkehrenden Erlösen und hoher Skalierbarkeit. Da OLEDs zunehmend Marktanteile gewinnen, dürften somit die Margen und Gewinne überproportional steigen. Echt aussichtsreich.
Disclaimer: Habe Apple auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Hallo Michael,
AntwortenLöschendas Portrait zu Universal Display liest sich durchaus vielversprechend. Allerdings läuft der Kurs seit etwa 2017/2018 bestenfalls seitwärts. Wo siehst du Impulse, dass sich das nachhaltig ins Positive kehrt?
Viele Grüße,
Daniel.
OLEDs waren sehr teuer und wurden damit nur in wenigen Produktserien eingesetzt. Mit deren Verkaufserfolg aus hochlaufender Nachfrage und abebbendem Boom schwankten auch OLEDs Einnahmen. Inzwischen sind OLEDs aber stärker im Alltag angekommen und werden eher zum breit eingesetzten Massenprodukt und so versteigen und erhöhen sich die Einnahmeströme. Insbesondere bei Foldables spielen OLEDs ihre Stärken aus und diese Produktgruppe nimmt gerade erst Fahrt auf - auch bei Apple.
Löschen