Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.
Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich...
Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:
📈 ESCO Technologies +8,0%
📈 Costco +1,5%
📉 Texas Pacific Land -1,4%
📉 Pfisterer Holding -4,2%
📉 Palantir -5,4%
📉 Alphabet -8,5%
📉 Almonty Industries -8,8%
📉 Rheinmetall -9,0%
📉 Vincorion SE -9,5%
📉 Rocket Lab -10,6%
Es war eine weitere sehr volatile Börsenwoche. Der Nahost-Krieg hält die Welt (-wirtschaft) in Atem und drückt die Stimmung an den Börsen. Und die Kurse. Seit dem Jahresstart sind folgende Veränderungen zu verbuchen:
- Bitcoin -25%
- DAX -11%
- NASDAQ -10%
- S&P 500 -7%
- Dow Jones -6%
- Gold +4%
- Öl +74%
Trumps eigentliches Kriegsziel, einen Regime-Wechsel zu erzwingen, trägt Früchte. Allerdings nicht im Iran, sondern in den USA. Dort verlieren seine Republikaner bei zwischenzeitlichen Nachwahl regelmäßig gegen ihre Herausforderer von den Demokraten. Und bei den Midterm-Wahl im Spätherbst dürften die Republikaner ihre Mehrheit im Kongress verlieren. Das macht da Regieren für Trump schwierig(er). Wenn sich noch mehr MAGA-Krieger gegen Trump stellen, schwindet seine Basis und aus "the orange duck" wird immer mehr die "lame duck". Was Trump nicht daran hindern wird, alles und jeden mit Angriffen zu überziehen, die ihm in die Quere kommen.
Und... ich wiederhole meine finsteren Ahnungen, die ich am 10. November 2024, unmittelbar nach seiner zweiten Wahl zum US-Präsidenten äußerte: "Don Trump hat die Wahl gewonnen und wird der nächste Präsident der USA. Hoffentlich nicht der letzte. Denn es ist ihm zuzutrauen, dass er nicht wieder abtreten wird..."
(Zu) weit hergeholt? Steve Bannon, verurteilter Verbrecher und Trumps rechtsradikaler Einpeitscher, erklärte kürzlich öffentlich, man arbeite an vier oder fünf Wegen, um Trump nach Ablauf seiner Amtszeit im Amt zu halten. Die Zeichen an der Wand sind nicht zu übersehen. Und, man darf es kaum fassen, die Möglichkeit eines bewaffneten Bürgerkriegs in den USA ist so hoch wie seit 1865 nicht mehr - damals endete der Sezessionskrieg.
Aber als Optimist schiebe ich solche Befürchtungen zur Seite und setze weiterhin darauf, dass sich Vernunftbegabte durchsetzen und es nicht so schlimm kommt, wie es schon ist (frei nach Karl Valentin). Allerdings gehen einem aktuell angesichts des ignoranten, inkompetenten und sinnbefreiten Vorgehens der USA (unter Trump) im Nahost-Krieg wirklich die positiven Argumente aus. Die Folgen treffen uns alle, wie erhöhte Energiepreise, deutlich steigende Inflation, ein kräftig erhöhtes Zinsniveau und eventuell sogar Zinsanhebungen, stark steigende Rezessionstendenzen in den USA und Europa (und Asien), sich zuspitzende Mangellage bei Seltenen Erden und einigen weiteren (kritischen) Rohstoffen.
Das wird alle Unternehmen treffen, wobei sich die starken und qualitativ hochwertigen davon erholen und ggf. sogar Nutzen daraus ziehen können, während die Schwachen auf der Strecke bleiben. Der Einzug von KI wird dieses Aussieben noch beschleunigen.
Die Börsen werden darunter leiden, bevor sie sich wieder erholen und zu neuen Höhen streben. Aber... mitmachen werden nur die Überlebenden; vor "Survivorship Bias" muss an dieser Selle gewarnt werden. Geht ein Unternehmen Pleite, erleiden seine Aktionäre einen Totalverlust. Im Börsenindex wird es einfach durch ein anderes ersetzt. Dort "verbleibt" nur die bis dahin schlechte Performance des Totgerittenen, doch nach dem Tausch wird die Geschichte von neuen Indexwert fortgeschrieben. Wer die tote Aktie im Depot hat, bleibt auf Null. Auch deshalb muss man beim Stock-Picking a Ball bleiben und sich ab und zu vergewissern, dass man kein totes Pferd reitet...
Der Fear-and-Greed-Index ist von 13 auf 10 weiter eingebrochen und signalisiert "extreme Angst". Auch das war in der Vergangenheit oft ein guter Zeitpunkt für Käufe. Wobei die Stimmung noch weiter fallen und länger anhalten kann. "An der Börse ist alles möglich. auch das Gegenteil", mahnte einst Börsenlegende André Kostolany.
Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche erneut kräftig Federn lassen musste und die Gewinne der Vorwochen wieder abgegeben hat; sogar mehr als die bisher im Jahresverlauf angesammelten Gewinne - und so driftete es sogar ins negative Terrain ab.
Ich hatte ja letzte Woche erklärt, dass ich bei einigen Werten meine Position halbiert habe, um Cash aufzubauen - nicht als Reservoir für die Schnäppchenjagd, sondern als Absicherung gegen die absehbare Börsenschwäche. Tja, das hat bisher nicht so toll geklappt, weil die Positionen, an denen ich festgehalten habe, in der letzten Woche deutlich stärker unter die Räder gekommen sind, als die reduzierten. Und natürlich ist Almonty "Schuld" - es hat Monatelang mein Depot kräftig nach oben gezogen und so den einen oder anderen Leichtmatrosen gestützt. Doch das ist seit einigen Wochen vorbei und Almonty konsolidiert seine vorherigen exorbitanten Gewinne aus - dem entsprechend belastet der Wert mein Depot aktuell zusätzlich. Ganz normale Entwicklung...
Ich reduziere und fokussiere mein Depot dennoch weiter und habe bereits ein, zwei Positionen aufgestockt - nicht für kurzfristige Kursgewinne, sondern unter langfristigen Aspekten. Zu früh, bestimmt. Und ich habe noch weitere Werte auf dem Kieker.
Um wen es sich handelt, lasse ich heute mal weg. Der März ist fast vorüber und damit steht am Quartalsende mein nächstes "Investor-Update" an, in dem ich meine größten Depotpositionen offenlege. Und, soviel verrate ich schon mal, es gab reichlich Bewegung in den letzten 12 Wochen. Doch mehr dazu in einigen Tagen...
Mein Vermögen hatte nach den beiden ersten vollen Handelswochen des Jahres ein sattes Plus von 10% verbucht, doch bis Mitte Februar waren alle Gewinne wieder weggefressen. Seitdem ging es wieder sukzessive aufwärts, bis die letzten Wochen für kräftige Einbruche sorgten; zuletzt ging es um weitere -4,25% abwärts. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei -1,75 (YTD).
Satte 5% besser als der S&P 500. Aber wie ein Erfolg fühlt sich dieser Verlust nicht an...
Mein Investor-Update zum Q4/2025 - nicht mehr ganz brandneu, aber in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.
Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.
Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ
Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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