Freitag, 29. Januar 2016

Investor-Update: Aareal Bank, Amazon, Blackstone, Starbucks

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Erholung auf breiter Front - dank Öl
Die beeindruckende Erholung des Ölpreises stützt die Börsen und die Earnings-Season der US-Unternehmen bringt zusätzliche Volatilität in die Märkte. Wer gute Zahlen und hoffnungsvolle Ausblicke abliefert, wird mit fetten Kurssprüngen belohnt, wer die Erwartungen verfehlt, wird gnadenlos abgestraft. Dabei zeigen sich bei einigen runtergeknüppelten Werten durchaus schnelle Erholungstendenzen, was Anlass zu der Überlegung gibt, dass die steigenden Börsen sich wieder berappeln und das Gröbste vielleicht schon hinter uns liegt. Der von CNN Money ermittelte "Fear & Greed-Index" hat sich von 10 Punkten über 12 in der Vorwoche auf nun schon 25 erholt - noch immer im Panik-Terrain, aber immerhin mit deutlicher Aufwärtstendenz und weit weg von Euphoriewerten.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index
Earnings-Season sorgt für Kursturbulenzen
Die Earnings-Season ist in vollem Gange und die Unternehmen präsentieren ihre Quartalszahlen. US-Unternehmen mit hohem Auslandsanteil leiden unter dem starken Dollar und die Umsätze und Gewinne gehen daher zurück oder wachsen weniger schnell. Da ich tendenziell von einem weiter festen Dollar gegenüber dem Euro ausgehe, blicke ich bei Neuengagements tendenziell eher Richtung Eurozone, nutze aber auch gerne sich bietende Sondersituationen. In Europa unterstützt zusätzlich der niedrige Ölpreis, denn der wirkt als Konjunkturrakete für Konsumwerte. Deutsche Exportwerte bekommen hingegen ein stärker werdendes Problem mit der Nachfrage aus Ländern, die stark am Öl-Verkauf hängen, also die arabischen Länder, Russland etc. Andererseits wirkt der niedrige Ölpreis ebenso wie die niedrigen Rohstoffpreise gerade für den Weltwirtschaftsmotor China wie intravenös verabreichtes Red Bull. Daher sollte die dortige Wirtschaftsabkühlung eher eine sanfte Landung werden, als ein schmerzvoller Bauchklatscher. Und die bisher angenommenen weiteren Zinsanhebungen der US-Notenbank dürften erste einmal von der Tagesordnung verschwunden sein, denn angesichts der (Börsen-)Probleme in China und Asien nimmt der Druck auf Jellen zu, die Zinszügel wieder loszulassen. Denn gerade die Chinesen sind massiv in Dollar verschuldet und jede Zinsanhebung wird weitere Beben im Reich der Mitte auslösen. Hierzu braucht es eine robustere Weltkonjunktur, so zumindest der weitgehend einhellige Tenor.

Versöhnlicher Januar-Abschluss
Die Woche war für mich unter dem Strich sehr erfolgreich; während der DAX den Monat mit mehr als 1.000 Minuspunkten oder 9 Prozent beendet, schließe ich den Januar nur noch mit einem Minus von 2,8 Prozent ab - nachdem dieses vor 10 Tagen noch bei fast 15 Prozent lag. Diese Aufholjagd habe ich im Wesentlichen drei Faktoren zu verdanken: der allgemeinen Erholung der Aktienmärkte, meinem verstärktem Einkauf im BDC-Sektor nahe am Tiefstpunkt und meinem mehrmaligen erfolgreichen Ausnutzen der hohen Volatilität in der Blackstone-Aktie mit Tagesschwankungen von an die 10 Prozent.

So, nun aber genug geschwachsimpelt, jetzt geht es an die Einzelwerte.

+ Aareal Bank
Ein Trauerspiel ist der Kursverlauf, obwohl sich seit meiner Empfehlung und meinem Invest in den mittelständischen Immobilienfinanzierer nichts Wesentliches zum Schlechten verändert hat. Zuletzt blickte man gespannt Richtung Italien, die an einer eigenen staatlichen Bad Bank-Lösung arbeiten und da sind alle Bankwerte in Europa unter Druck geraten. Zusätzlich fürchtet man weiter zunehmende Regulierung. Nun, die Anleger blicken weniger auf die fundamentalen Daten bei der Aareal Bank und lassen sich von ihrer Unsicherheit und Angst leiten. Eine exzellente Gelegenheit für kühle Rechner, die auf die sensationelle Dividendenrendite und die niedrige Bewertung schauen. Ein erwartetes 2016er KGV von 8 und eine Dividendenrendite von über 5 Prozent für das Geschäftsjahr 2015. Und dabei sitzt die Aareal Bank auf (zu) viel Liquidität, die sie entweder in einen weiteren lukrativen Zukauf stecken wird, in eine Sonderausschüttung oder aber auf mehrere Jahre verteilt höhere Dividenden. Ich habe daher meine Position zu knapp unter 25 EUR aufgestockt.

+ Amazon
Amazon ist so ein Paradebeispiel für irrationale Marktübertreibungen, wenn Anleger an ihrer eigenen Gier schier verrecken. Gestern Abend kamen die Zahlen raus, es war der höchste Quartalsumsatz, den das Unternehmen jemals erreichte und es war der höchste Gewinn, der jemals übrig bleib. Sogar eine Verdopplung ggü. dem Vorquartal und das dritte Gewinnquartal in Folge. Neuland für Amazon. Und der Aktienkurs brach nachbörslich um mehr als 12 Prozent ein. Weil die Erwartungen an Amazon noch höher geschraubt waren. Unfassbar! Was für eine Gelegenheit! Ich konnte nicht widerstehen und habe mir zu 512 EUR eine Position ins Depot gelegt. Auch wenn Amazon natürlich weit weg ist von einem klassischen Value Investment, es ist ein Quality Investment in ein Unternehmen mit einer starken Marke, enormen Wachstum, gigantischen Cashflows (die bisher ganz überwiegend wieder investiert werden) und aufgrund seines Warenwirtschaftssystems im Hintergrund und seiner hoch profitablen Cloud-Sparte AWS ein Unternehmen mit einem starken ökonomischen Burggraben (Moat). Philip A. Fisher hätte seine Freude gehabt an einem solchen Investment.

»Den größten Investmenterfolg erzielt, wer durch Glück oder gesunden Menschenverstand gelegentlich ein Unternehmen findet, das seinen Umsatz und seinen Gewinn über die Jahre weit besser steigern kann als die Industrie als Ganzes. Des Weiteren zeigt sich, dass wir, wenn wir glauben, ein solches Unternehmen gefunden zu haben, besser über einen langen Zeitraum investiert bleiben sollten.« (Philip A. Fisher)

Blackstone Group L.P.
Wie im letzten Investor-Update angekündigt, hatte ich meine Blackstone-Position im Angesicht der bevorstehenden Quartalszahlen erheblich reduziert. Und es kam, wie ich es mir gedacht hatte, die Quartalszahlen waren auf den ersten Blick desaströs. Die Gewinne brachen im letzten Quartal und im Gesamtjahr 2015 im mittleren zweistelligen Prozentbereich ein und die Aktie ging einmal mehr auf Tauchstation. Ich hatte darauf gesetzt und habe mir im niedrigen 22-Euro-Bereich "meine" Aktien zurückgekauft, also knapp 10 Prozent tiefer. Inzwischen stehen sie wieder dort, wo ich sie zuvor verkauft hatte. Und meine Position hat wieder ihre Ursprungsgröße - mit dem Zwischengewinn habe ich einen Teil meiner Amazon-Aktien bezahlt.

Die Blackstone-Aktien haben sich auch deshalb wieder erholt, weil bei Finanzinvestoren der Nettogewinn nicht die entscheidende Kennzahl ist, sondern hier zählen andere Qualitäten: die Assets under Management (AUM), die liquiden Mittel (weil eine dermaßen unsichere Börsenphase einfach viele Kaufgelegenheiten für Schnäppchenjäger bietet) und natürlich die "distributable Earnings", die ausschüttungsfähigen Gewinne. Blackstone wird von diesen 0,72 USD je Aktie für das letzte Quartal eine Quartalsdividende von 0,61 USD ausschütten - was rund 25 Prozent mehr ist als für das vorangegangene Quartal! Und so bin ich rundum zufrieden mit meiner Aktion und mit meinem Ankerinvestment Blackstone, das (wieder) meine zweitgrößte Depotposition ist hinter dem deutschen Finanzinvestor Aurelius.

+ Starbucks
Die Quartalszahlen haben die Aktie unerklärlicherweise um mehrere Prozente ins Minus bis fast an die 50 EUR-Marke gedrückt - ich habe dort ein paar weitere Stücke eingesammelt, denn ich wertete die Zahlen als ziemlich positiv und als Bestätigung für meine nach wie vor bullische Einschätzung zu dem Unternehmen. Kursrücksetzer wird es immer wieder mal geben, die sind für mich per se aber gute Einstiegsmöglichkeiten. Starbucks ist ein hoch profitables Wachstumsunternehmen, das wohl beste im Restaurant-Business. Ich bleibe dabei, auch wenn ich mir bestimmt wieder anhören darf, dass die Aktie auf diesem hohen Kursniveau kein Value Investment im Sinne Benjamin Grahams ist. Ne, ist es nicht, es ist kein Buchwert-Schnäppchen-Investment, es ist ein Quality Investment ala Buffett, Philip A. Fisher, Peter Lynch, Charlie Munger.


.: Cashquote
Meine Cashquote liegt durch die Käufe bei nur noch 15 Prozent. Durch meinen erfolgreichen Trade (leider muss ich mein Verhalten zu meiner Schande so einstufen) mit Blackstone konnte ich zusätzliche Liquidität schaffen für mein Amazon-Engagement, sonst würde meine Cashquote nun unterhalb von 15 Prozent liegen. Aber keine Sorge, das Traden wird nicht meine neue Leidenschaft - es war eine kalkulierte (und sogar angekündigte) Spekulation auf ein gut vorhersehbares Marktverhalten. Wenn's schief gegangen wäre, würde ich nun natürlich die Marktgötter verfluchen...

Balda: Das Murmeltier erwacht. Mal wieder...

Heute tagt die außerordentliche Hauptversammlung der Balda AG, um über den Verkauf des operativen Geschäfts an die italienische Stevanato-Gruppe zu befinden, die hierfür 80 Mio. EUR bieten und damit das Angebot von H&T um 6 Mio. EUR überboten hatten. Das seinerseits selbst das (bereits nachgebesserte) Angebot der Paragon-Gruppe auf den letzten Meter ausgestochen hatte. Doch anstatt dass heute Nägel mit Köpfen gemacht werden können, legte H&T während der laufenden Hauptversammlung ein nochmals erhöhtes Kaufangebot auf den Tisch, das nun 90 Mio. EUR bietet (was bei rund 59 Mio. Aktien einem Brutto-Mehrwert von 0,17 EUR entspricht). Zusätzlich wird die Haftungshöchstgrenze aus vertraglicher Gewährleistung ggü. dem ursprünglichen Angebt von 11,9 Mio. auf 5,4 Mio. EUR reduziert. Vorstand und Aufsichtsrat werden sich nun mit dem neuen Angebot befassen.

Was dies nun konkret für Auswirkungen hat, ist ungewiss. Denn die letzte außerordentliche Hauptversammlung hatte das damalige Angebot der H&T ja mit erforderlicher Stimmmehrheit angenommen; dies ist Beschlusslage, die allerdings noch nicht umgesetzt wurde, da ja noch das Angebot von Stevanto auf dem Tisch lag. Hierzu sollte heute ein Beschluss erfolgen, der nun vermutlich nicht getroffen werden wird. Ob jetzt allerdings "einfach" der aktuelle HV-Beschluss mit einem höheren Kaufpreis vollzogen werden könnte, oder ob zu einer weiteren Hauptversammlung eingeladen werden müsste, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall zeichnet sich ab, dass Balda auf lange Zeit nicht zur Ruhe kommen dürfte, denn dieses "Verfahren" wirft zu viele Zweifel auf, dass man fast sicher von einer Klagewelle ausgehen kann. Egal, welches Angebot am Ende den Zuschlag erhält.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 15:49 Uhr

Nachdem der Vorstand der Balda AG verkündet hatte, das neue H&T-Angebot sei nach Prüfung für "heute abstimmungsfähig" eingestuft worden, wurde die Sitzung erneut unterbrochen, da ein weiteres Angebot "eintrudelte".

Soeben vermeldete Balda, auch die Stevanato-Gruppe habe ein nochmals erhöhtes Angebot vorgelegt, das ggü. ihrem bisherigen und eigentlich heute zur Abstimmung stehenden Angebot zwei wesentliche Veränderungen aufweise: der Kaufpreis wurde auf 95 Mio. EUR erhöht und die Haftungshöchstgrenze aus den vertraglichen Gewährleistungen wurde von vormals 10 Mio. auf 5,7 Mio. EUR gesenkt - jeweils vor Anrechnung von Freistellungen. Diese zusätzlichen 5 Mio. EUR über dem H&T-Angebot entsprechen brutto 8,5 Cents mehr je Balda-Aktie.

Vorstand und Aufsichtsrat prüfen nun auch dieses Angebot. Nachdem man grundsätzlich ja ein geändertes Angebot für den heutigen Tag als abstimmungsfähig erklärt hat, entwickelt sich diese außerordentliche Hauptversammlung zu einem interessanten Bieterwettstreit.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 17:10 Uhr

Vorstand und Aufsichtsrat haben das neuerliche Angebot der Stevanato-Gruppe geprüft und empfehlen der heutigen Hauptversammlung, dieses anzunehmen.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 23:50 Uhr

Die Hauptversammlung stimmte für den Verkauf der operativen Einheiten der Balda-Gruppe an die Stevanato-Gruppe zu einem Kaufpreis in Höhe von 95 Mio. Euro.

Des Weiteren stimmten die Aktionäre auch der Änderung des Unternehmensgegenstands sowie der Umbenennung der verbleibenden Gesellschaft in Clere AG mit deutlicher Mehrheit zu.

Die einzelnen Abstimmungsergebnisse lauten wie folgt:

TOP 1: Zustimmung, mit 98,8985 % der Stimmen.
TOP 2: Zustimmung, mit 97,0252 % der Stimmen.
TOP 3: Zustimmung, mit 98,4435 % der Stimmen.
TOP 4: Zustimmung, mit 98,4117 % der Stimmen.
TOP 5: Zustimmung, mit 98,4328 % der Stimmen.
TOP 6: Zustimmung, mit 98,2587 % der Stimmen.
TOP 7: Zustimmung, mit 98,4150 % der Stimmen.

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Ergänzung vom 04.02.2016, 16:05 Uhr

Die Balda AG hat das Angebot der Stevanato-Gruppe offiziell angenommen.

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Andere Ansichten: Microsoft boomt in der Cloud

Microsoft hat am vergangenen Abend nach Schluss der US-Börsen sein Zahlenwerk für das abgelaufene Geschäftsquartal vorgelegt und dieses fiel besser aus, als von Analysten erwartet, berichtet Börse Online. Die Konzernerlöse gingen um rund 10 Prozent auf 23,8 Mrd. USD zurück und der Quartalsgewinn sogar um 15 Prozent auf 5 Mrd. USD, was nicht nur dem starken US-Dollar geschuldet war, sondern der Schwäche im globalen PC-Absatz (minus 10,6 Prozent im 4. Quartal 2015) und dem Umstieg auf ein neues Vertriebskonzept für die Kernprodukte des Konzerns, das Windows-Betriebssystem und das Office-Software-Paket. Bei beiden ist der Konzern von seinem früheren Erfolgsmodell, dem Lizenzverkauf, abgerückt und bietet diese nun kostenlos an, wobei nach einiger Zeit Servicegebühren anfallen. Dieser Umstieg kostet zunächst Umsätze und Gewinne, soll aber nach einer Übergangsphase zu stetigeren und höheren Zahlen führen.

Konzernchef Satya Nadella wolle weniger Abhängigkeit von den angestammten Software-Produkten und setzt auf mobile Anwendungen und vor allem die sogenannte Datenwolke als neuen Hoffnungsträger. Die Geschäftsmöglichkeiten in der Cloud mit Firmenkunden beschrieb Nadella euphorisch als "gewaltige Chancen", die größer seien als jeder Markt, an dem Microsoft jemals teil gehabt hätte. Und er scheine Recht zu behalten, denn im abgelaufenen Vierteljahr steigerte Microsoft den Umsatz im Cloud-Bereich um fünf Prozent auf 6,3 Mrd. USD, womit dieser nun etwa ein Viertel der Gesamterlöse des Konzerns ausmache.

Microsoft befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und ich hatte kürzlich erläutert, weshalb Microsoft gestern, heute und morgen ein Kauf ist.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Andere Ansichten: Carl Icahn liegt mit PayPal richtig. Und mit Ebay auch.

Der aktivistische Investor Carl Icahn liege mit seinem Investment in PayPal und dem Abstoßen seiner Position von deren ehemaliger Mutter, dem Online-Auktionshaus Ebay, völlig richtig, berichtet die ARD Börse. Denn PayPal habe hervorragende Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert und die Aktie sei infolgedessen stark angestiegen. Dem gegenüber lägen die Ebay-Aktien deutlich im Minus, was dem Verfehlen der Analysten-Prognosen geschuldet sei.

Icahn sei vor einigen Jahren bei Ebay mit einer großen Aktienbeteiligung eingestiegen und habe das Management jahrelang genervt, bis diese seinen Plan, die Online-Bezahltochter PayPal abzuspalten, gefolgt sei. Ende November sei dann bekannt geworden, dass Icahn in der Folge seine Ebay-Aktien komplett veräußert und für den Erlös weitere PayPal-Aktien zugekauft hätte. Trotz des heutigen Kursgewinns sei die PayPal-Beteiligung für Icahn Enterprises L.P. bisher noch nicht gewinnbringend gewesen, weil das Papier seit dem Spin-off eher abwärts tendiert habe.

PayPal befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Blackstone legt schauderhafte Zahlen vor - doch ein zweiter Blick lohnt sich...

Der weltgrößte Manager alternativer Finanzinvestments, die Blackstone Group L.P. von Gründer und CEO Stephan A. Schwarzman legte heute vorbörslich Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2015 vor (hier die Präsentation). Und die dürften bei den Börsianern erneut für miese Stimmung sorgen, jedenfalls auf den ersten Blick. Denn Blackstone bekommt die Börsenturbulenzen massiv zu spüren, nicht nur bei seinen "Performance Fees", also den erfolgsabhängigen Gebühren, sondern auch bei seinen Verkaufsbemühungen an Unternehmensbeteiligungen sowie durch die Abwertung bestehender Beteiligungen aufgrund der Kurseinbrüche an der Wall Street.

Was die Zahlen zeigen...
Der Nettogewinn  lag bei im 4. Quartal bei 435,7 Mio USD oder 0,37 USD je Aktie und damit um 70 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Gesamtjahresvergleich ergibt sich "nur" ein Rückgang um 51 Prozent auf 2,15 Mrd. USD (4,345 Mrd. USD).

Das vierte Quartal lief sowohl bei den Performance Fees nicht gut (194 Mio USD und damit 85 Prozent niedriger) als auch bei den Gesamteinnahmen, die bei 877,2 Mio. USD lagen oder um 59 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf Jahresbasis liegen beide Werte um 59 bzw. 40 Prozent niedriger.

 Blackstone Earnings Report (Quelle: Blackstone) 
...und was nicht
Jedenfalls auf den ersten Blick lässt sich nicht viel Positives finden in diesem Zahlenwerk, sollte man meinen. Und doch lassen die entscheidenden Zahlen aufhorchen. Denn für einen Finanzinvestor wie Blackstone und seine Aktionäre sind einige andere Stellschrauben die entscheidenden. Da sind zum einen die Assets under Management (AUM), also das insgesamt verwaltete Vermögen. Je höher dieses ist, desto größer sind die Einnahmen aus Zinsen und (erfolgsabhängigen) Managementgebühren. Dann ist noch wichtig, wie viel von diesem Geld investiert ist und was noch für Investments zur Verfügung steht. Blackstone nennt dies "Dry Powder", sein trockenes Pulver. Hieraus lässt sich die Quote ableiten, welcher prozentuale Anteil der AUM überhaupt schon Einnahmen für Blackstone erzeugt.

Das verwaltete Vermögen (AUM) steigt weiter an, trotz Kursschwächen der Börsen
Die AUM sind im Gesamtjahr 2015 um 16 Prozent angewachsen auf 336,4 Mrd. USD und das, obwohl Blackstone Kunden Gelder zurückgezahlt hat (diese überlassen den Blackstone-Fonds das Geld für fest vereinbarte Zeiträume) und die Börsenbewertungen der Beteiligungen auch im Abschlussquartal deutlich zurückgegangen sind. Investoren drängen Blackstone also ihr Geld geradezu auf!

Der Anteil der AUM, die bereits Einnahmen generieren, wuchs dabei um 14 Prozent auf 246,2 Mrd. USD. Das bedeutet, dass 26,8 Prozent der AUM noch keine Einnahmen generieren, so dass hier ein enormes Potenzial für zukünftige Erträge schlummert. Gerade in der angespannten Lage an der Börse, denn jetzt sind die Kaufkurse günstig. Auch bei vielen Immobilien-REITs, die in Schwierigkeiten stecken, und die Blackstone günstig übernimmt. So wurde Blackstone zum größten Immobilieneigentümer New Yorks und der USA. Und dann ist da noch das "Dry Powder", das sich auf immerhin 80 Mrd. USD beläuft und Blackstone so alle Möglichkeiten der Welt bietet, sich nun günstig einzukaufen. Im vierten Quartal steckte Blackstone jedenfalls schon mal 15,7 Mrd. USD in neue Investments, was in etwa die Hälfte der gesamten in 2015 investierten Summe ausmacht. Der Börsenabsturz bietet also großartige Investitionsmöglichkeiten für ausgebuffte Investoren, die konsequent einer "Kaufe niedrig, verkaufe hoch-Strategie" folgen.

Spin-off des Beratungsgeschäfts nicht vergessen
Und dann ist da noch ein Umstand, der einen Vergleich mit den Vorjahreswerten einschränkt: der Spin-off des M&A-Beratungsgeschäfts. Dieses ursprüngliche Kerngeschäft von Blackstone wurde von Blackstone abgespalten und mit einer anderen Firma fusioniert. Diese neue "Investment Boutique" (also eine Investmentbank ohne eigentliche Bank-Sparte) firmiert nun eigenständig an der Börse unter den Namen "PJT Partners Inc." und ist insbesondere im Geschäftsfeld Beratungen bei Fusionen und Übernahmen tätig. Und da die Einheit nun selbständig ist, trägt sie nicht mehr zu den Gebühren- und Provisionseinnahmen von Blackstone bei, was ein wesentlicher Faktor für den starken Einbruch in dieser Sparte ist, nicht etwa eine mangelnde Ertragskraft.

Ausschüttungsquote bei 85 Prozent
Für die Blackstone-Aktionäre ist noch eine weitere Kennzahl wichtig, die "Distributable Earnings", die ausschüttungsfähigen Gewinne. Im "Earnings Call" zu den Zahlen des dritten Quartals hatte Blackstone angekündigt, auf Sicht der nächsten 5 Jahre jeweils rund 85 Prozent der ausschüttungsfähigen Gewinne als Quartalsdividenden an die Aktionäre auszuzahlen.

Ausschüttungsfähige Gewinne legen im Quartalsvergleich kräftig zu
Im Gesamtjahr 2015 konnten die Distributable Earnings um 25 Prozent gesteigert werden auf 3,843 Mrd. USD und im vierten Quartal beliefen sie sich auf 878 Mio. USD bzw. 0,72 USD je Aktie, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal von 23 Prozent entspricht. Unter dem Strich wird Blackstone nun eine Quartalsdividende von 0,61 USD ausschütten, was im Vergleich zum Vorjahresquartal und der damaligen Dividende von 0,78 USD einen Rückgang von 21,8 Prozent bedeutet. Allerdings liegen die 0,61 USD gegenüber der Zahlung für das dritte Quartal 2015 um 24,5 Prozent höher und spiegeln Blackstones Fähigkeit wider, auch in schwierigen Marktphasen wachsende Erträge für seine Aktionäre zu generieren.

DIVIDENDENHISTORIEFebruarAprilJuliOktoberGesamtDifferenz
20160,61 $




20150,78 $0,89 $0,74 $0,49 $2,90 $0,98 $
20140,58 $0,35 $0,55 $0,45 $1,92 $0,74 $
20130,42 $0,30 $0,23 $0,23 $1,18 $0,66 $
20120,22 $0,10 $0,10 $0,10 $0,52 $-0,10 $
20110,32 $0,10 $0,10 $0,10 $0,62 $

Die Dividende wird am 16. Februar ausgeschüttet und ergibt auf das Jahr hochgerechnet eine Dividendenrendite von 9,76 Prozent. Ex-Dividendentag ist der 4. Februar.

Fazit
 Blackstone Group L.P. (Quelle: comdirect.de) 
Die Zahlen sind in etwa so ausgefallen, wie ich es erwartet hatte. Und die Reaktion des Marktes auf sie auch. Ich hatte ja vor einigen Tagen in meinem Investor-Update berichtet, dass ich meinen Bestand an Blackstone-Aktien reduziert hatte, um sie bei dem von mir erwarteten Kurseinbruch günstig zurückzukaufen. Und genau das habe ich heute getan, denn an meiner positiven Einschätzung zu Blackstone hat sich nichts geändert. Im Gegenteil!

Blackstone hat es als "Contrarian Investor" in den vergangenen 30 Jahren immer wieder verstanden, während schwieriger Phasen antizyklisch die besten Gelegenheiten beim Schopf zu packen und so für seine Investoren große Werte und Vermögen zu schaffen. Wie in der Immobilien- und Finanzkrise, als man den Banken günstig Hypothekendarlehen zu Tiefstpreisen abkaufte und auch ganze Immobilienportfolios. So hat man damals 50.000 Häuser günstig aus Insolvenzen heraus gekauft, renoviert und vermietet. Hieraus erzielt man bis heute steigende Mieteinnahmen und auch hohe Verkaufsgewinne, denn ab und zu trennt man sich inzwischen auch wieder von diesen Häusern.

Und Blackstone hat 18 Mrd. USD eingesammelt, um sie in die strauchelnde US-Öl- und Schiefergas-Industrie zu investieren - wovon bisher allerdings erst 100 Mio. geflossen sind. So legt Blackstone den Grundstein für die nächsten Milliardengewinne, die dann über die nächsten Jahre an die Investoren zurückfließen werden. Und an die Aktionäre. In Form von üppigen, wenn auch erheblich schwankenden Quartalsdividenden, und in Form von steigenden Aktienkursen, wenn sich am Markt die Erkenntnis durchsetzt, das Blackstone wieder einmal ein Vermögen in seinen Büchern angehäuft hat.

Ich bin jedenfalls wieder in vollem Umfang investiert in Blackstone, die nicht nur auf meiner Empfehlungsliste stehen, sondern die ich auch als eines meiner Ankerinvestments in meinem Depot habe. Als eine meiner größten Positionen. Und eine der aussichtsreichsten.

Klasse Zahlen: H&R legt 2015 blitzsauberen Turnaround hin

Das Spezial-Chemieunternehmen H&R hat vorläufige Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2015 vorgelegt und konnte die eigenen, erst im November erhöhten, Prognosen nochmals deutlich übertreffen.

Die letzten beiden Jahre waren hart für H&R, die einbrechenden Ölpreise haben zu hohem Abwertungsbedarf gesorgt und die Bilanzen verhagelt. Denn H&R kauft Rohöl ein, fertig daraus seine Produkte, und verkauft diese anschließend an Kunden in der ganzen Welt. Ein niedriger Ölpreis ist dabei grundsätzlich eher dem Geschäft zuträglich, ein allerdings rapide abstürzender Ölpreis sorgt für Abwertungsbedarf, weil die eingekauften Rohstoffe dann während ihrer Verarbeitung stark an Wert verlieren und dieses beim Verkauf nicht völlig kompensiert werden kann.

Auch 2015 bestand erneuter Abschreibungsbedarf, allerdings konnte dieser anders als noch 2014 von der guten Geschäfts- und Margenentwicklung überkompensiert werden. Die letzten 3 Monate des Jahres lief die Produktion bei H&R unter Volllast, während im Vorjahr ab November bereits Zurückhaltung bei den Kunden zu spüren gewesen war.

 H&R (Quelle: comdirect.de) 
Die nackten Zahlen
Der Umsatz ging auf 982,9 Mio. EUR (Vorjahr 1.058,6 Mio. EUR) um 7 Prozent deutlich zurück, was dran liegt, dass sich sowohl im Einkauf als auch im Verkauf die niedrigen Rohölprise niederschlagen. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag bei 86,0 Mio. EUR (31,5 Mio. EUR) und übertraf damit die zuletzt im November 2015 erhöhten Erwartungen. Das EBIT entwickelte sich ebenfalls deutlich positiv und stieg um 43,4 Mio. auf 49,2 Mio.  EUR (5,8 Mio. EUR). Ähnlich entwickelte sich das Ergebnis vor Steuern (EBT), das im Berichtsjahr 34,7 Mio. EUR (-7,8 Mio. EUR) erreichte und damit im Vergleich zum Vorjahr um 42,5 Mio. EUR anstieg.

Unter dem Strich ergibt sich somit ein vorläufiges Konzernergebnis von 27,4 Mio. EUR (-15,4 Mio. EUR) und damit eine Steigerung um 42,8 Mio. EUR gegenüber dem Ergebnis des Vorjahres.

Ausblick
In den nächsten Jahren will Hansen den Internationalisierungskurs mit Fokus auf das stark wachsende Spezialitätengeschäft in Asien deutlich vorantreiben. Zu diesem Zweck hatte der Konzern Ende 2014 bereits 51 Prozent der chinesischen Geschäftsaktivitäten der Hansen & Rosenthal Gruppe übernommen und baute damit sein margenstärkeres Spezialitätengeschäft in Asien ausgebaut.

Fazit
Ich hatte kürzlich auf die Turnaroundsituation bei H&R hingewiesen und diese nimmt immer mehr Fahrt auf. Der Kurs Richtung Asien bringt zwar einerseits Konkurrenz und Margendruck, andererseits aber große Wachstumsmöglichkeiten, so dass der Konzern unterm Strich auf dem richtigen Weg sein dürfte und ab 2017 die Gewinne noch stärker ansteigen sollten.

H&R befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und bis zu den Höchstkursen von über 20 EUR aus dem Jahr 2011 ist noch reichlich Platz. Neben der zu erwartenden Kurserholung steht vielleicht auch für das Geschäftsjahr 2015 wieder eine Dividende zur Disposition. Darüber hinaus sollten die regelmäßigen Insiderkäufe von Aufsichtsrat Nils Hansen ein positives Signal sein.

Dienstag, 26. Januar 2016

Johnson & Johnson liefert solide Quartalszahlen ab

Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson präsentierte starke Quartalszahlen. Zwar ging auch im vierten Quartal der Umsatz zurück, allerdings fiel das Minus mit 2,4 Prozent auf 17,8 MRD. USD geringer aus als im Vorquartal.

Zulegen konnte Johnson & Johnson beim Gewinn, der aufgrund von Sondereinnahmen um 27,5 Prozent auf 3,2 Mrd. USD anwuchs. Der Konzern hatte im dritten Quartal den Verkauf seiner Medizintechnik-Tochter Cordis für rund 2 Mrd. USD an Cardinal Health abgeschlossen. Auf vergleichbarer Basis übertraf Johnson & Johnson die Erwartungen der Analysten, auch wenn auf Jahressicht mit 15,4 Mrd. USD knapp 6 Prozent weniger Gewinn in den Büchern stand,

Insbesondere im Pharmageschäft konnte der Konzern die Erlöse dank neuer Medikamente steigern, während die Medizinsparte weiter schwächelt, weil sie unter den Sparrunden bei den Krankenhäusern leidet. Erst vergangene Woche hatte der Konzern daher angekündigt, etwa 3.000 Stellen in diesem Bereich wegzukürzen.

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Was ist... eine Wandelanleihe?

Manche Leute sehen in Wandelanleihen die Allzweckwaffen der Finanzanlage, denn diese Wertpapiere kombinieren die Sicherheit einer Anleihe mit den Kurschancen einer Aktie. Als Zwischenlösung zwischen Anleihe und Aktie stellt die Wandelanleihe ein Nischenprodukt dar.

Begibt ein Unternehmen eine Wandelanleihe, stellt dies zunächst einen normalen Kredit dar, den der Käufer der Anleihe dem Unternehmen gewährt. Er erhält für diese Schuldverschreibung regulär Zinsen, allerdings kann er ab einem bestimmten Zeitpunkt (spätestens zum Ende der Laufzeit der Wandelanleihe) entscheiden, ob er anstelle der Rückzahlung des Nominalwertes der Anleihe diesen in Aktien erhalten möchte. Die Anzahl der Aktien ist hierbei bereits bei der Emission der Wandelanleihe festgelegt - für den Käufer lohnt sich also die Rückzahlung in Aktien (Wandelung) in der Regel dann, wenn die Aktien zwischenzeitlich im Kurs gestiegen sind. Sind sie hingegen gefallen, lässt er sich den Anleihebetrag in bar zurückzahlen - und kann ggf. die Aktien billiger über die Börse kaufen. Eine Wandelanleihe ist also dann ein interessantes Investment, wenn man von mittelfristig steigenden Kursen des Basiswerts ausgeht, aber zuvor mit einem Kursrücksetzer rechnet. In diesem Fall streicht man zunächst die sicheren Zinsen ein und wandelt ggf. die Anleihe, wenn der Aktienkurs sich wieder erholt hat.

Eine besondere Form der Wandelanleihe ist die Pflichtwandelanleihe (oder auch Zwangswandelanleihe), bei der von vornherein festgelegt ist, dass die Rückzahlung in Aktien erfolgt, spätestens am Laufzeitende. Für das Unternehmen hat dies den Charme, dass bei dem aktuellen niedrigen Zinsniveau Fremdkapital günstiger ist als Eigenkapital, das ja einen Anteil am Gewinn erhält, die Mittel aus einer Pflichtwandelanleihe von den Ratingagenturen allerdings von Anfang an als Eigenkapital bewertet werden. Und je höher die Eigenkapitalquote, desto besser die Bonität. Eine Pflichtwandelanleihe stellt also eine Kapitalerhöhung dar, da am Ende junge Aktien zu ihrer Begleichung ausgegeben werden - mit dem entsprechenden Verwässerungseffekt für die Altaktionäre.

Montag, 25. Januar 2016

Templetons Tipps: Investiere in der Zeit des größten Pessimismus

John Marks Templeton gründete 1954 den Templeton Growth Fund, Inc., einen der am Anlagevermögen gemessen weltweit größten Investmentfonds und er weiß, wovon er spricht. Denn er hat Zeit seines Börsenlebens nach festen Kriterien gehandelt und hat enorme Erfolge vorzuweisen.

Templetons Aufstieg zum "wohl größten globalen Stock-Picker des Jahrhunderts", so das US-Anlegermagazin Money 1999, begann in der Baisse des Jahres 1939 auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Damals, als alle Anleger ihre Aktien zu jedem Preis auf den Markt warfen, lieh er sich 10.000 Dollar und kaufte querbeet Unternehmen, deren Aktienkurse unter 1 Dollar gesunken waren. Als er nach einigen Jahren diese Aktien verkaufte, war er ein reicher Mann, da beinahe alle diese Aktien erheblich im Kurs gestiegen waren.

»Investiere in der Zeit des größten Pessimismus.«
(Sir John Templeton)

Er lebte also seine eigene Maxime konsequent vor, in Zeiten des größten Pessimismus einzusteigen, diese unterbewerteten Aktien über einen längeren Zeitraum zu halten und dann teu(r)er wieder zu verkaufen. Templeton war überzeugt, dass man andere Aktien als alle anderen kaufen müsse, weil man ansonsten eben auch keine andere, bessere, Rendite vorweisen könne. Und sein Templeton Growth Fund bestätigte dies, denn zwischen dem Zeitpunkt der Auflage 1954 und dem Verkauf der Investmentgesellschaft an die Franklin Investment-Gruppe im Jahr 1992 für 440 Mio. Dollar erzielte der Fonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,5 Prozent.

Seine Anlagephilosophie bewährte sich auch kurz nach der Jahrtausendwende, als die Internetblase platzte und die Kurse weltweit abstürzten. Getreu seinem Motto des antizyklischen Investierens hatte er da bereits den größten Teil seiner Tech-Aktien verkauft und sein Fonds verlor zwischen 2000 und 2003 nur 2 Prozent, während der MSCI-World-Index um fast 40 Prozent in die Tiefe stürzte.

Templetons Strategie ist simpel, aber nicht einfach (umzusetzen). Wenn alle anderen verkaufen, sind die Preise niedrig, und man selbst sollte als Käufer auftreten. Dabei muss man seine eigene Psyche überlisten, die einem ja nötigt, herdentriebsähnlich zu verkaufen, aus dem Markt zu fliehen, wenn alle anderen dies auch tun. Der Fluchtinstinkt sicherte dem Menschen sein Überleben in der Wildnis, aber er ruiniert ihn an der Börse!

Börsenweisheit der Woche 04/2016

"Dies ist der Eckpfeiler unserer Anlagephilosophie: Verlass dich nie auf einen guten Verkauf. Mach den Kaufpreis so attraktiv, dass sogar ein mittelmäßiger Verkauf gute Ergebnisse bringt."
(Warren Buffett)

Freitag, 22. Januar 2016

Investor-Update: Blackstone, Gladstone Capital, Hornbach, Sixt

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Erholung oder nur eine Bärenmarktrallye?
Nachdem zum Wochenstart die Kursabstürze ungebremst weiterzugehen schienen, setzten dann Erholungstendenzen ein, so dass es auf einen versöhnlichen Wochenausklang hindeutet. Vielleicht weicht nun auch die Panik aus dem Markt, denn der Fear-and-Greed-Index von CNN Money sackte von den niedrigen 10 sogar noch bis auf 9 ab, um sich auf aktuelle 12 zu erholen. 12 von 100 möglichen Punkten, wohlgemerkt. Also noch immer höchstpanisches Terrain. Insofern stellt sich die Frage, ob die Konsolidierung beendet ist, oder ob es sich nur um eine Erholungsrallye in einem Bärenmarkt handelt und wir nächste Woche neue Tiefststände sehen werden. Nun, ich weiß es nicht...

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed-Index 
Earnings-Season sorgt für Kursturbulenzen
Es ist wieder Earnings-Season und die Unternehmen präsentieren Quartalszahlen. Dabei ist festzuhalten, dass die US-Unternehmen mit hohem Auslandsanteil unter dem starken Dollar zu leiden haben und die Umsätze und Gewinne daher zurückgehen oder aber weniger schnell wachsen. Da ich tendenziell von einem weiter festen Dollar gegenüber dem Euro ausgehe, blicke ich bei Neuengagements eher Richtung Eurozone. Hier unterstützt zusätzlich der niedrige Ölpreis, denn der wirkt als Konjunkturrakete für Konsumwerte. Deutschee Exportwerte bekommen hingegen ein stärker werdendes Problem mit der Nachfrage aus Ländern, die stark am Öl-Verkauf hängen, also die arabischen Länder, Russland etc. Andererseits wirkt der niedrige Ölpreis ebenso wie die niedrigen Rohstoffpreise gerade für den Weltwirtschaftsmotor China wie Speed auf Crack. Daher sollte die dortige Wirtschaftsabkühlung eher eine sanfte Landung werden, als ein schmerzvoller Bauchklatscher.

BDC-Sektor vor dem Rebound?
Der gesamte Sektor der Business Development Companys (BDC) ist massiv unter die Räder gekommen in den letzten Wochen, der Angst vor Pleiten und somit Kreditausfällen in der US-Ölbranche sei Dank. In den nächsten Wochen werden die BDCs nun ihre Quartalsergebnisse präsentieren und hier dürften eher positive Überraschungen auf uns warten, einfach weil die Erwartungen nun bodenlos niedrig sind. Das könnte folglich einen kräftigen Rebound der BDC-Aktien auslösen. Hier sollte man dennoch auf qualitativ hochwertige BDCs setzen wie Main Street Capital Corp. oder Triangle Capital Corp. Oder auf New Mountain Finance Corp., die haben bereits Ergebnisse präsentiert, die deutlich über den Erwartungen lagen. Oder eben auf Gladstone Capital Corp., die massiv unterbewertet scheinen auf dem aktuellen Kursniveau. Einen Bogen sollte man weiterhin um die BDCs machen, die stark auf Collateralized Loan Obligations (CLOs) setzen, wie KCAP Financial Inc. und TICC Capital Corp., die ich auch deshalb kürzlich von meiner Empfehlungsliste gestrichen habe.

So, nun aber genug glaskugelgeguckt, jetzt geht es an die Einzeltitel...

Blackstone Group L.P.
Als Langfristanleger bin ich von Blackstone überzeugt, allerdings weist die Aktie in Deutschland seit einiger Zeit Tagesschwankungen von  bis zu 10 Prozent auf. Da der Kurs tendenziell vor einigen Tagen noch nachgegeben hatte, habe ich bei Kursen im mittleren 20-Euro-Bereich weiter aufgestockt und diese neuen Aktien dann im hohen 23-Euro-Bereich wieder veräußert. Ich habe so mehrfach einen Teil meiner Blackstone-Position hin- und hergehandelt und dabei schöne Gewinne eingefahren. Naja, bei dieser Betrachtungsweise. Natürlich habe ich neue Aktien gekauft und bei den Verkäufen nicht diese veräußert, sondern die, die ich bereits am längsten im Depot hatte. First-in-first-out nennt sich dieses vom Finanzamt angewandte (und dennoch sehr sinnvolle!) Prinzip. Was bedeutet, dass ich bei den Verkäufen im Ergebnis natürlich Buchverluste meiner älteren und zu höheren Kursen eingekauften Aktien realisiert habe, während die neuen Aktien per Stand heute deutlich im Plus liegen. Das tut mir aber nicht weh, denn ich habe vor, im weiteren Jahresverlauf diese realisierten Buchverluste durch (dann steuerfreie) Kursgewinne zu nutzen.

Da ich mit einem eher verhaltenen Blackstone-Ergebnis für das abgelaufene Quartal rechne und auch mit einer nicht so erfreulichen Quartalsdividende, folglich mit einem daraufhin noch einmal sinkenden Aktienkurs, habe ich per Saldo meine Position in Blackstone-Aktien reduziert und Cash aufgebaut. Ich werde hier gezielt die Aktien tiefer zurückkaufen - wenn denn meine Spekulation aufgeht. Blackstone war bisher hinter Aurelius meine zweitgrößte Depotposition und liegt nun einen Wimpernschlag hinter Main Street Capital auf dem dritten Platz.

Gladstone Capital Corp.
Was soll ich sagen? Glück gehabt! Ich habe genau zum Tiefstpunkt Gladstone-Aktien gekauft, in mehreren Tranchen, weil ich den jüngsten Kursabsturz für maßlos übertrieben hielt und die Aktien auf dem ausgebombten Niveau als erheblich unterbewertet. Dass dann die Gesellschaft unmittelbar nach meinen Käufen ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 7,5 Prozent aller Aktien beschlossen hat, war so nicht vorherzusehen. Der Kurs sprang daraufhin in der Spitze um 25 Prozent an und dürfte die nächste Zeit mindestens nach unten abgesichert sein durch das ARP, wenn nicht tendenziell weiter anziehen.

Da ich von der Gladstone-Spekulation sehr überzeugt war, hatte ich eine erkleckliche Position zusammengekauft, auch wegen der hohen zweistelligen Dividendenrendite. Nach dem Kurssprung habe ich einen Teilgewinn realisiert und meine Position um ein Drittel abgebaut. Die verbliebene Position ist allerdings noch immer meine viertgrößte im Depot und immerhin doppelt so groß wie die Nummer Fünf, Starbucks. Ich denke, GLAD hat nicht nur noch einiges an kurzfristigem Kurspotenzial, sondern ist auch mittel- und langfristig ein Unternehmen, das man guten Gewissens im Depot haben kann. Die an die 15 Prozent gehende monatliche Dividendenausschüttung trägt jedenfalls maßgeblich zur Attraktivität des Investments bei.

+ Hornbach Baumarkt
Bekannt aus Funk und Fernsehen und an Erfolg und Wachstum gewöhnt, verschreckten die Hornbach Baumärkte vor einiger Zeit mit einer heftigen Gewinnwarnung für das dritte Quartal. Der Aktienkurs des SDAX-Wertes brach daraufhin massiv ein und hat bisher noch keine Erholungstendenzen gezeigt. Allerdings war das miese Ergebnis durch einige Sonderbelastungen geprägt, die so nicht wieder durchschlagen werden. Und dann war da noch... richtig, erst kürzlich wurden bei der Baumarkt AG die Stamm- und die Vorzugsaktien zusammengelegt und die Mutter-Gesellschaft Hornbach Holding in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt, wobei Komplementär die Familientreuhand ist. Durch diese Umstrukturierung hofft sich das Unternehmen, bei Bedarf leichter Geld am Kapitalmarkt Geld aufnehmen zu können und zugleich sollte die Vormachtstellung der Eigentümerfamilie Hornbach gesichert werden. Allerdings könnte dies auch der Startschuss für eine andere Option sein, eine komplette Eingliederung der Baumärkte in die Holding. Denn eigentlich macht die Unterscheidung nun keinen Sinn mehr und kostet nur unnötig Geld.

Auf diese Option setze ich nicht (allein), sie ist nur ein Bonus oben drauf, denn sollte die Holding die restlichen Anteile an der Baumarkt AG erwerben wollen, dürfte dies nur über einen erklecklichen Aufschlag auf den aktuellen Kurs zu machen sein. Und am Ende über einen (lukrativen) Squeeze-out. Daher habe ich auf diesem ermäßigten Niveau eine Position aufgebaut und setze auf den bisher milden Winter, die hohe Nachfrage aufgrund der Flüchtlingssituation und die generell hohe Nachfrage nach Wohneigentum und den damit verbundenen Bauboom.

+ Sixt Vz.
Endlich hat es der innovative Autoverleiher in mein Depot geschafft, dem Kursrücksetzer sei Dank. Seit Jahren liebäugele ich mit diesem top geführten Unternehmen, doch wirklich günstig war es noch nie. Und auch jetzt ist das KGV mit 15 optisch nicht billig, aber für so einen Wachstumswert durchaus moderat. Dazu kommt die attraktive Dividendenrendite von 3,6 Prozent, die das Investment zusätzlich aufhübscht; daher auch meine Wahl für die Vorzugsaktien und nicht für die im SDAX notierten Stammaktien. Natürlich geht es mir in erster Linie um die unternehmerischen Erfolge und da fährt Sixt eine aggressive Wachstumsstrategie, insbesondere in den USA. Ein Unternehmen, bei dem man sich für die nächsten Jahre beruhigt zurücklehnen und die Macher machen lassen kann.


.: Cashquote
Meine Cashquote liegt durch die Verkäufe bei gut 20 Prozent. Allerdings ist ein Teil hiervon für den Rückkauf einiger Blackstone-Aktien eingeplant und insofern nicht wirklich frei bzw. liquide. Da es bis zur Vorlage der Zahlen noch eine Woche hin ist, kann es gut sein, dass ich bei weiterhin so hohen Tagesschwankungen noch ein- oder zweimal etwas hin und her handele. Da kommt der Spieltrieb dann durch und der ist leider nicht immer zu bändigen...

Starbucks: Quartalszahlen und Kaffee bleiben ein Spitzenerlebnis

Die Kaffeehauskette Starbucks legte gestern Abend Zahlen für ihr abgelaufenes erstes Geschäftsquartal vor und wusste damit zu überzeugen. Die "vergleichbaren Umsätze" (das sind die Läden, die bereits seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind) konnten weltweit um 8 Prozent gesteigert werden und der die Anzahl der Kunden in diesen Läden um weitere 4 Prozent. Diese Zahlen sind deshalb so aussagekräftig, weil Starbucks eben nicht nur über das Eröffnen weiterer Shops wächst, also quantitativ, sondern eben auch qualitativ. Hinzu kamen sinkende Kosten, vor allem aufgrund niedrigerer Preise für Kaffee - und gleichzeitig hatte Starbucks die eigenen Preise unterjährig angehoben. Die operative Marge stieg folgerichtig weiter an und zwar um 60 Basispunkte auf beeindruckende 19,7 Prozent.

Der Umsatz kletterte kräftig um 12 Prozent auf 5,4 Mrd. USD, während der Gewinn auf 687,6 Mio. USD (983,1) fiel und das Ergebnis je Aktie auf 0,46 USD (0,65). Die Analysten-Erwartungen übertraf man damit um 1 Cent. Für das Gesamtjahr erwartet Starbucks ein Ergebnis je Aktie von 1,87 bis 1,89 USD, während es im zweiten Quartal nur bei 0,38 bis 0,39 USD liegen soll. Hier lagen die Erwartungen bisher bei 0,40 USD.

 Starbucks (Quelle: comdirect.de) 
Starkes, profitables Wachstum
Verglichen mit dem Vorjahresquartal bediente Starbucks 23 Mio. mehr Kunden, wobei das Kundenwachstum in den USA mit 18 Mio. am größten war. Auch hieraus resultiert wohl der enorme Zuspruch für das Starbucks-Kundenbindungsprogramm, das ein Wachstum um 23 Prozent vermelden konnte. Darüber hinaus ist die Starbucks-Geschenkkarte zu dem Top-Weihnachtsgeschenk avanciert. Denn nachdem bereits im Vorjahr jeder siebte Amerikaner eine solche Starbucks-Geschenkkarte auf dem Gabentisch fand, war es 2015 bereits jeder sechste. Für Starbucks ist das Beste daran, dass man das Geld bereits eingenommen hat, egal, ob die Karten auch wirklich eingelöst werden.

In den vergangenen drei Monaten wurden 528 neue Läden eröffnet, so dass Starbucks nun weltweit 23.571 Filialen betreibt. Dabei lag das regionale Wachstum der vergleichbaren Läden in America und den U.S.A. bei 9 Prozent und in China/Asien-Pacific bei 5 Prozent. Erst kürzlich hatte Starbucks seine mittelfristigen Wachstumspläne für China bekanntgegeben und möchte dort in den nächsten 5 Jahren jährlich 500 neue Shops eröffnen. Die Region EMEA (Euorpa, Mittlerer Osten, Afrika) wuchs nur um 1 Prozent, was Starbucks vor allem auf die Terroranschläge von Paris zurückführte. Daher sollte diese Wachstumsdelle nur eine vorübergehende Erscheinung sein, also das Absinken des operativen Ergebnisses in dieser Region von 50 auf 48 Mio. USD.

Quartalsdividende bleibt bei 0,20 USD
Auch zur Quartalsdividende hat sich Starbucks geäußert. So sollen am 19. Februar erneut 20 US-Cents je Aktie ausgekehrt werden, was auf das Jahr hochgerechnet 0,80 USD ausmacht oder beim aktuellen Börsenkurs knapp 1,4 Prozent. Das Ex-Dividendendatum wird der 2. Februar sein.

Starbucks befindet sich als Top-Pick im Restaurantsektor auf meiner Empfehlungsliste und ist eine der größten Positionen in meinem Portfolio. Dass die Anleger sich Sorgen wegen des Ausblicks auf das nächste Quartal machen, sollte uns erfahrungsgemäß nicht weiter stören. Bereits bei Vorlage der Zahlen zum vorangegangenen Quartal Ende Oktober gaben die Kurse aus genau dem gleichen Grund deutlich nach und boten kühl rechnenden Investoren eine neue Einstiegschance. Denn wie man erneut an den jetzt vorgelegten Zahlen sehen kann, ist das Wachstum nicht nur ungebremst, sondern es wird auch noch profitabler. Nicht von ungefähr hatte der Aktienkurs 2015 an der amerikanischen Börse um 46 Prozent zugelegt. Ich bleibe dabei: Starbucks schmeckt mir einfach. Immer besser und immer mehr...

Donnerstag, 21. Januar 2016

Ausstieg bei Southern RV: Main Street Capital realisiert 14,4 Mio. Dollar Gewinn

Main Street Capital Corp. (NYSE: MAIN), eine Business Development Company (BDC), hat ihr Kredit- und Eigenkapitalengagement bei Southern RV und ihr angegliederten Immobilien-Unternehmen beendet. Southern RV ist an vier Standorten in Texas, Louisiana und Mississippi aktiv, bei Finanzierung, Verkauf von Ersatzteilen und Dienstleistungen rund um neue und gebrauchten Freizeitfahrzeuge.

MAIN realisiert einen Gewinn von rund 14,4 Mio. USD und damit kumuliert seit der Erstinvestition im August 2013 eine interne Rendite von 150,2% bzw. das 8,5-Fache auf ihre Eigenkapitalbeteiligung. Main Streets Erstinvestition in Southern RV bestand in 14,6 Mio. USD erstrangigen, durch Vermögenswerte des Schuldners besicherte Anlagen und einer direkten Beteiligung in Höhe von 2,2 Mio. USD.

 Main Street Capital Corp. (Quelle: comdirect.de)
Durch den Exit aus der Beteiligung an Southern RV realisiert Mains Street Capital einen Gewinn von 4,4 Mio. USD gegenüber dem fairen Marktwert dieser Beteiligungen per 30. September 2015.

MAIN befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Ich halte sie für kaufenswert, weil sie zu den BDCs gehört, die am ehesten von steigenden US-Zinsen profitieren werden und weil ihre Assets zu den qualitativ hochwertigsten gehören - wie dieser Exit eindrucksvoll belegt. Hier geht Sicherheit vor Rendite, auch wenn eine annualisierte Dividendenrendite von 9,25 Prozent (inkl. der regelmäßigen Sonderausschüttung zum Jahresende) ja nicht gerade kleinlich ist! Die Ausschüttungen erfolgen übrigens monatlich und sorgen für ein attraktives, stetiges Dividendeneinkommen.

Gunst der Stunde: Gladstone Capital will 7 Prozent seiner Aktien zurückkaufen

Die Business Development Company (BDC) Gladstone Capital Corp. (GLAD) wehrt sich gegen den rasanten Absturz ihrer Aktien, den ich ja kürzlich zum Einstieg genutzt habe. Heute gab Chairman und CEO David Gladstone bekannt, man habe keine Ahnung, weshalb der Aktienkurs so dramatisch eingebrochen sei und deshalb habe sein Board of Directors beschlossen, für 7,5 Mio. USD eigene Aktien zurückzukaufen, über die Börse oder außerbörslich. Zum heutigen US-Schlusskurs von 4,97 USD würde dies für rund 1,5 Millionen oder 7 Prozent aller ausgegeben Aktien der Gesellschaft reichen. Gladstone hält auf diesem Kursniveau einen Aktienrückkauf für eine hervorragende Idee, um einen Mehrwert für seine Aktionäre zu schaffen.

 Gladstone Capital Corp. (Quelle: comdirect.de) 
Auf's Jahr gesehen notieren die Aktien von GLAD rund 32 Prozent im Minus. Seit 7 Jahren wird eine monatliche Dividende von 0,07 USD ausgekehrt und auf dem aktuellen Kursniveau liegt damit die annualisierte Dividendenrendite bei stolzen 16,9 Prozent. Auch das ist ein Grund, weshalb ich Gladstone Capital auf meine Empfehlungsliste und in mein Depot genommen habe. Denn ich bin überzeugt, dass die durchaus vorhandenen Risiken von dem panikartigen Sell-off mehr als übertrieben eingepreist wurden und dass Gladstone auf diesem ausgebombten Niveau eine aussichtsreiche Spekulation für mutige und geduldige Anleger darstellt. Dabei ist zu beachten, dass erst Ende Oktober 2015 noch junge Aktien an institutionelle Anleger ausgeben wurden - und zwar 8,55 USD je Stück und damit zu einem Preis, der nur 5 Prozent unterhalb des NAV lag. Von dem der Aktienkurs dank des Absturzes inzwischen meilenweit entfernt ist.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Big Blue(s): IBM enttäuscht immer wieder und immer mehr

Und täglich grüßt das Murmeltier... so dürften sich Aktionäre von IBM vorkommen, denn  "Big Blue" enttäuscht mit seinen Quartalszahlen regelmäßig. Zum 15. Mal infolge ging der Umsatz zurück und auch der Gewinn bricht immer mehr ein.

Der Umsatz fiel im Schlussquartal um 8,5 Prozent auf 22,06 Mrd. USD und der Gewinn schrumpfte sogar um 18,6 Prozent auf 4,46 Mrd. USD. Noch enttäuschender präsentiert sich der Ausblick für das laufende Jahr, denn IBM geht davon aus, dass der operative Gewinn je Aktie (EPS) mindestens 13,50 USD erreichen wird, während die Schätzungen der Analysten bisher bei 15 Dollar liegen.

Schon bei der letzten Enttäuschung meinte ich, IBM kriege die Kurve einfach nicht (mehr), und ich fühle mich in meiner Einschätzung bestätigt. Dabei ist IBM nicht untätig, der Konzernumbau hin zu mehr Software und Dienstleistungen und neuen Anwendungen, wie der kognitiven Intelligenz ("Watson") kommt voran und der Hardwarebereich wird weiter reduziert.

Allerdings bringen die neuen Geschäftsfelder weit weniger ein, als bei den alten wegbricht und so bleiben unter dem Strich nur enttäuschende Zahlen übrig. So machten die neuen Bereiche rund um Cloud und Daten-Auswertung auf das Gesamtjahr gerechnet etwa ein Drittel der Erlöse aus und legten um 17 Prozent zu. In der größten Sparte Technologie-Dienste gab es allerdings einen Umsatzrückgang von rund 7 Prozent auf knapp 8,13 Mrd. USD, wobei die stärksten Rückgänge in den sogenannten BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China zu verzeichnen waren mit einem Minus von 21 Prozent. Als global agierender Konzern trifft IBM natürlich auch die volle Wucht des starken Dollars.

 IBM (Quelle: comdirect.de) 
Als einzig positiver Lichtblick ist ausgerechnet das Finanzamt zu sehen. Denn die Steuerlast sank und sorgte so für eine positive Überraschung. Aber für eine positive Anlageentscheidung reicht dies natürlich nicht aus und ich bleibe bei meiner negativen Einstellung zu IBM. Es muss sich erst noch zeigen, ob die Transformation gelingt und dabei hat IBM starke Konkurrenten in seinen neuen Geschäftsfeldern, nicht nur Amazon und Microsoft. Ich bleibe bei IBM weiterhin an der Seitenlinie und sehe keine günstige Einstiegsgelegenheit. Denn die optisch niedrige Bewertung ist es nur auf den ersten Blick, denn IBM siecht vor sich hin und die Gewinne je Aktie steigen nur deshalb, weil IBM seinen freien Cashflow dazu verwendet, in großem Stil eigene Aktien zurückzukaufen. Auch wenn ich grundsätzlich ein großer Fan von Aktienrückkäufen bin, wirkt dies bei IBM zunehmend als Verzweiflungstat eines Ertrinkenden. IBM scheint ratlos zu sein, was es mit seinem Geld sinnvoll anfangen soll. Man täte gut daran, sich endlich mal um sein operatives Business zu kümmern, anstatt sich durch Aktienrückkäufe künstlich attraktiv zu rechnen. Für mich wird IBM immer mehr zur Value Trap, das Unternehmen geht scheinbar unaufhaltsam den irdischen Weg eines Dinosauriers.

Dienstag, 19. Januar 2016

Deutsche Beteiligungs AG glänzt mit zweistelligem Millionengewinn

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vorgelegt und mit einem Konzernergebnis von 30 Mio. EUR positiv überrascht. Dazu beigetragen haben insbesondere die beiden Verkäufe Ende 2015, als man neben der Veräußerung der Beteiligung an der Spheros-Gruppe eine weitere erfolgreiche Veräußerung einer Beteiligung aus dem Portfolio eines der beiden verbliebenen ausländischen Buy-out-Fonds vornehmen konnte. Aus diesen beiden Transaktionen ergibt sich ein Ergebnisbeitrag von rund 10 Mio. EUR und der Wertbeitrag der übrigen Portfoliounternehmen war insgesamt ebenfalls höher als erwartet, da sich einzelne, insbesondere junge, Portfoliounternehmen überplanmäßig entwickelten.

 DBAG (Quelle: comdirect.de) 
Ansonsten sieht der Vorstand der DBAG durch die jüngsten Börsenturbulenzen die Bewertungsverhältnisse eigener Portfoliounternehmen verschlechtert und höhere konjunkturelle Risiken zumindest für jene Beteiligungen, die Investitionsgüter herstellen und weltweit vertreiben.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2015/2016 wird angesichts des absehbaren Quartalsergebnisses konkretisiert. Dabei wird weiterhin ein deutlicher Anstieg des vergleichbaren Vorjahresergebnisses erwartet, zu dem nun noch die Erfolge aus den Veräußerungen von rund 10 Mio. EUR hinzukommen.

Die DBAG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und bleibt ein interessanter langfristiger Wert für alle Anleger, die auf eine günstig bewertete und dividendenstarken deutschen Mittelstandsholding setzen möchten. Wie ich. Denn die beiden Exits zeigen, welche Bewertungsreserven im Beteiligungsportfolio der DBAG schlummern.

Montag, 18. Januar 2016

Übernahme: Canadian Oil Sands akzeptiert erhöhtes Suncor Energy-Angebot

Die kanadische Suncor Energy (SU) gab heute bekannt, dass ihr Wettbewerber Canadian Oil Sands (COSWF) seinen Widerstand gegen eine Übernahme aufgegeben habe. Das zuletzt von Suncor auf 0,28 Suncor-Aktien je COSWF-Aktie erhöhte Angebot sei "finanziell fair", hatte auch der COSWF-Berater RBC Capital Markets bestätigt, und bewertet COSWF damit mit 6,6 Mrd. USD inkl. 2,4 Mrd. USD an Schulden.

Suncor kann damit seine Vormachtstellung als größter Ölsand-Wäscher in Kanada weiter ausbauen und wird bestrebt sein, COSWF schnell auf Effizienz zu trimmen. Denn während Suncor selbst zu knapp 20 SUD je Barrel Öl fördern kann, liegen die Kosten bei COSWF deutlich höher - und der Kurseinbruch beim Ölpreis sorgte für eine Ausweitung der Verluste. Auch vor diesem Hintergrund und der Alternativlosigkeit des SU-Angebots wird nun das Board von Canadian Oil Sands der Übernahmeofferte des ungeliebten Mitbewerbers zugestimmt haben.

>>> zur Meldung

Börsenweisheit der Woche 03/2016

"Man vergisst es manchmal leicht, aber eine Aktie ist kein Lottoschein. Sie ist ein Besitzanteil an einem Unternehmen."
(Peter Lynch)

Samstag, 16. Januar 2016

Investor-Update: Blackstone, Gladstone Capital, Main Street Capital

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Grottenschlechter Jahresauftakt...
So einen schlechten Start in ein Börsenjahr habe ich meiner Erinnerung nach noch nicht erlebt, der DAX hat in den ersten beiden Handelswochen rund 11 Prozent abgegeben und damit die gesamten Gewinne des Vorjahres vaporisiert. Mein Depot hat es fast in ähnlicher Größenordnung getroffen und das stimmt mich nicht froh. Ich hatte in den Wochen zum Jahresende hin mein Liquiditätspolster ja etwas reduziert, um nach dem Oktobereinbruch eine vermutete Jahresendrallye mitzunehmen - was unter dem Strich aufgrund des Einbruchs in den ersten beiden Dezemberwochen nicht wirklich gut funktioniert hat. Dafür wurde ich dann vom Jahresanfangsabsturz voll erwischt. Im Nachhinein muss ich mir auf die Finger klopfen, weil ich zu sehr auf den Markt und weniger auf die Einzeltitel und ihre Bewertung geschaut habe. Naja, das Börsengeschehen ist ein ewiges Lernen...

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed-Index 
Immer mehr Endzeitauguren malen Crash-Szenarien an die Wand und die Prophezeiungen werden immer obskurer. Nachdem Goldman Sachs ja bereits im Herbst davon sprach, der Ölpreis können Anfang 2016 bis auf bis zu 20 USD absacken, kommen nun Pessimisten und sagen 10 USD voraus. Sie schreiben "einfach" den aktuellen Trend fort, das macht es einfach. Besonders dubios ist die Aussage einer "Dame", die ernsthaft zu vermitteln versuchte, der Ölpreis würde ins Negative abstürzen. Weil ja die Lagerkapazitäten bald erschöpft seien und die Lagerung selbst ja auch Geld koste, könnten Ölproduzenten versucht sein, Öl lieber zu verschenken bzw. Abnehmern noch eine Prämie zu zahlen. Es scheint von nichts anderem mehr die Rede zu sein als von Börsencrash, einer Finanzkrise, die 2008 noch in den Schatten stellen wird, und Aktienkursen, die um 75 Prozent einbrechen werden, wie Société Générale-Analyst Albert Edwards fatalisiert.

An dieser Stelle sollte man dann fast sicher sein, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Ich habe jedenfalls den Absturz genutzt und ausgesuchte Werte zugekauft. Allesamt aus der Finanzbranche, weil diese aufgrund der Sorgen über den Ölpreis zweistellig in den Keller gegangen sind, obwohl sie nur bedingt wirklich betroffen sind.


"Es ist unmöglich, überdurchschnittliche Renditen zu erreichen, wenn man nicht anders handelt als die Mehrheit."


Top-Unternehmen wie Microsoft oder Cisco haben ebenfalls Kurseinbrüche zu verzeichnen und bieten auf dem aktuellen Niveau hervorragende Investmentchancen. Ich habe mich jedoch für andere Werte entschieden, weil diese stärker abgestürzt sind und zwar im Hinblick auf ihren Unternehmenswert und noch größere Erholungschancen bieten. Allerdings ist meine Engagement im Finanzsektor nun in einem Bereich, wo ich ihn nicht mehr weiter ausbauen werde, um das Depot unter Risikoaspekten nicht zu einseitig auszurichten. Allenfalls werde ich hier noch Umschichtungen innerhalb des Sektors im Depot vornehmen.

+ Blackstone Group L.P.
Der Finanzinvestor ist ja ein alter Bekannter auf meiner Empfehlungsliste und eine bereits große Position in meinem Depot - eines meiner Ankerinvestments. Der Aktienkurs ist massiv zurückgekommen und liegt in etwa wieder auf dem Niveau, zu dem ich vor anderthalb Jahren erstmals eingestiegen bin, jedenfalls wenn ich die bisher erhaltenen Dividendenausschüttung mit einrechne. Es gibt am Markt Befürchtungen, dass Blackstone seine Dividende kürzen werden müsse. Allerdings unterliegen diese ohnehin großen Schwankungen von Quartal zu Quartal, weil sie sich daran orientieren, was in diesen drei Monaten an ausschüttungsfähigen Gewinnen erzielt wurde. Die Börsenturbulenzen sind hier nicht hilfreich, ebenso stehen alle Finanzinvestoren unter Druck, weil Anleger hier Abwertungsrisiken vermuten beiden Öl-Beteiligungen. Tja, Blackstone hat zwar vor mehr als einem Jahr viele Milliarden für entsprechende Investments bei Anlegern eingesammelt, aber bisher noch gar nicht zugeschlagen. Mögliche Abwertungen und Kreditausfälle in diesem Sektor tangieren Blackstone also nicht - im Gegenteil, Blackstone dürfte einer der größten Profiteure dieser Entwicklung sein, weil man nun zu Tiefpreisen antizyklisch einsteigen kann. Ich habe daher weitere Aktien von Blackstone zugekauft unterhalb von 22 EUR. Auf lange Sicht wird sich dies enorm rentieren, da bin ich mir sicher.


"Die meisten Anleger glauben, Qualität und nicht etwa der Preis sei der Maßstab dafür, ob eine Geldanlage
riskant ist. Doch qualitativ hochwertige Aktiva können riskant und Vermögenswerte niedriger Qualität
können sicher sein. Es ist alleine eine Frage des Preises, den man für sie bezahlt hat."


+ Gladstone Capital Corp.
Gladstone ist eine weitere Business Development Company (BDC) und tritt überwiegend als Kreditgeber für Unternehmen mit zweitrangiger Bonität auf. Dafür erzielt man zweistellige Renditen und kehrt monatliche Dividenden an seine Aktionäre aus, die sich auf das Jahr gesehen im zweistelligen Prozentbereich bewegen.

Gladstone wird von seinen Investments in amerikanischen Öl- und Gasförderer in die Tiefe gerissen. Der Kurs lag Ende November bei gut 8,75 USD, sackte zum Jahresende auf 7,75 USD ab und stürzte in den letzten Tagen auf 4,87 USD ab. Der Frankfurter Schlusskurs liegt bei 4,44 EUR. Innerhalb von 6 Wochen hat sich der Kurs also fast halbiert. Der Kurs ist zurecht unter Druck, denn Gladstone hat 14 Prozent bzw. 51 Mio. USD seiner Kredite an Firmen aus der US-Öl-und Gasindustrie vergeben. Hier hat sich aufgrund des Ölpreisverfalls auf 30 USD die Lage verschärft und Gladstone dürfte gezwungen sein, seine Assets entsprechend abzuwerten. Aber selbst bei einem Totalausfall aller drei Kredite würde dies eine Abwertung von 14 Prozent bedeuten. Der Aktienkurs ist aber um fast 50 Prozent abgestürzt. Der Aktienkurs notiert inzwischen 46 Prozent unterhalb des NAV und selbst wenn man einen Totalausfall der drei Kredite einpreisen würde, betrüge der Abstand noch 29 Prozent.

Ein Totalausfall ist aber ziemlich unwahrscheinlich, denn die drei betroffenen Firmen sind nicht in der Förderung aktiv, sondern als Zulieferer und Dienstleister für diese Unternehmen. Sie werden also nicht ungeschoren davonkommen, aber kaum total ausfallen. Und so wird man schlimmstenfalls auf eine Neustrukturierung der Finanzierung zusteuern und entsprechend Teilbeträge abschreiben und ggf. die Zinslast senken müssen. Wenn überhaupt... Losgelöst von den drei Engagements hat Gladstone ein breit diversifiziertes Kreditportfolio von mehr als 40 Unternehmen querbeet durch die amerikanische Wirtschaft und ihre Branchen.

Ich bin überzeugt, dass die durchaus vorhandenen Risiken von dem panikartigen Sell-off mehr als übertrieben eingepreist wurden und dass Gladstone auf diesem ausgebombten Niveau eine aussichtsreiche Spekulation für mutige und geduldige Anleger darstellt. Und schauen wir auf die Dividenden, so schüttet GLAD seit April 2009 konstant 7 Cents je Monat je Aktie aus, was bei einem Aktienkurs von 4,44 EUR zu einer annualisierten Dividendenrendite von 17,3% führt. Ich habe daher beherzt zugegriffen - und damit weit weniger für meine Aktien bezahlt, als die Anleger, die noch Ende Oktober für 8,55 USD neue Aktien gezeichnet hatten.

+ Main Street Capital Corp.
Der Kurs von Main Street Capital ist in der letzten Woche nach meinem Einstieg um 8,5 Prozent eingebrochen und ich habe meine Position unterhalb von 25 EUR ausgebaut. Die erste Monatsdividende wird mir Anfang der Woche gutgeschrieben und auf dem aktuellen Niveau beträgt die annualisierte Dividendenrendite mehr als 8 Prozent.


.: Cashquote
Meine Cashquote liegt nun nur noch bei knapp 10 Prozent. Das ist angesichts der Marktturbulenzen nicht gerade hoch, doch die Zukäufe erzeugen allesamt hohe Dividendeneinnahmen, GLAD und MAIN sogar monatlich, so dass mein Cashkonto sich stetig wieder füllen wird.

Freitag, 15. Januar 2016

Psychologie der Massen - oder weshalb Lemminge keine guten Anleger sind

Die jüngste Korrektur an den Finanzmärkten und der starke Rückgang der Börsenindizes der Schwellenländer, insbesondere in China, zeigt, dass es nicht leicht ist, an der Börse Geld zu verdienen. Der Durchschnittsanleger ist nämlich ein Herdentier, ein Lemming, und wer meint, dies sei eine ziemlich negative Charakterisierung, der hat recht. Denn die Masse der Anleger verliert Geld und das Gros der Fondsmanager performt schlechter als ihr Vergleichsindex. Doch woran liegt das bloß, halten Anleger sich doch bei Befragungen stets für "überdurchschnittlich" erfolgreich?

Die Antwort ist  so simpel wie einleuchtend: Psychologie. Wenn Aktien steigen, will jeder dabei sein und die Kursgewinne mitnehmen. Und wenn die Börse abwärts rauscht, will jeder aussteigen, möglichst schnell und zu jedem Preis. Was psychologisch nachvollziehbar ist ("Behavioral Finance"), ist dann auch der Grund, weshalb Anleger nicht besser, sondern überwiegend schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Sie folgen der Herde und können daher nicht besser sein. In der Wahrnehmung konzentrieren sich immer mehr Anleger auf die gleichen Risiken und Themen und überhöhen somit ihre Bedeutung (sog. "Attention Bias") - mit entsprechend starken Auswirkungen auf die Aktienkurse.


"Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind."
(Warren Buffett)


Allerdings gibt es leuchtende Beispiele, dass es auch anders geht. Solche, wie Warren Buffett, der seit 50 Jahren an der Börse agiert und eine durchschnittliche Performance von an die 20 Prozent aufzuweisen hat. Jahr für Jahr. Doch Buffett und andere folgen nicht dem Markt, sondern sie nutzen seine Mechanismen nur gnadenlos aus. Sie kaufen, wenn alle anderen verkaufen und sie verkaufen, wenn jeder Aktien haben will. Dazu braucht es Mut, ungeheuren Mut, denn sich gegen die vorherrschende Meinung zu stellen heißt, in den Augen der anderen närrisch zu sein. Solange, bis einem der Markt zustimmt.

Die erfolgreichen Anleger sind bereit diesen Preis zu zahlen. Der Durchschnittsbürger und Durchschnittsanleger nicht, er möchte mit der Herde laufen, aber natürlich besser als sie abschneiden. Was eben so gut wie unmöglich ist, das liegt in der Natur der Sache.


"Es ist unmöglich, überdurchschnittliche Renditen zu erreichen, wenn man nicht anders handelt als die Mehrheit."


Wer also nicht die Charakterfestigkeit aufbringt, eisern an einmal festgesetzten Prinzipien festzuhalten, und zwar genau dann, wenn es schwer ist, muss dennoch nicht gleich einen Bogen um die Börse machen. Denn in Anbetracht der quasi nicht vorhandenen Alternativen, sind Aktien aus einem erfolgreichen Depot zur Vermögensanlage nicht wegzudenken. Gerade wir Deutschen haben die fatale Neigung, uns lieber auf Sparbücher und die staatliche Rente zu verlassen - beides keine gute Idee. Denn das eine bringt kaum noch Zinsen, während das andere kaum noch eine auskömmliche Rentenhöhe verspricht. Und wer glaubt, im Alter mit der Hälfte seiner bisherigen Einkünfte auszukommen, sollte es einfach mal versuchen. Und zwar sofort. Er sollte einen Aktien-EFT-Sparplan anlegen und monatlich die Hälfte seines Nettoeinkommens als Sparrate dort einzahlen. Dann dürfte er im Alter kaum Probleme haben, seinen Lebensstandard zu halten. Nein, umgekehrt, da sich ja heute schon die Ausgaben um die Sparrate verringert würden, stünde beim Renteneintritt sogar mehr Geld bzw. Einkommen zur Verfügung, nämlich das aus dem ETF.

Und wer meint, er müsse die aktuellen turbulente Marktphase erst einmal abwarten, bevor er Aktien kauft, dem möchte ich folgendes Zitat ans Herz legen:


"Der Aktienmarkt ist der einzige Markt, vor dem die Leute weglaufen, wenn dort ein Ausverkauf stattfindet."


Es wird immer Unsicherheiten im Leben geben und so auch an der Börse. Daher sollte man nicht auf windige Storys setzen, sondern auf solide Unternehmen mit etabliertem Geschäftsmodell, vertrauensvollem Management und stetigen, am besten steigenden, Cashflows und Gewinnen. Und wenn dieses Unternehmen dann auch noch eine nachhaltige Dividende ausschüttet, wird es statistisch gesehen sogar besser abschneiden als seine vergleichbaren börsennotierten Konkurrenten. Beherzigen Sie diese einfachen Grundregeln, dann folgen Sie dem Weg des Quality Investing, dem Anlagestil, den Value-Investor Warren Buffett geprägt hat. Und die besten und erfolgreichsten dieser Qualitätsaktien nennt man "Dividendenaristokraten". Noblesse oblige...