Freitag, 29. Januar 2016

Investor-Update: Aareal Bank, Amazon, Blackstone, Starbucks

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Erholung auf breiter Front - dank Öl
Die beeindruckende Erholung des Ölpreises stützt die Börsen und die Earnings-Season der US-Unternehmen bringt zusätzliche Volatilität in die Märkte. Wer gute Zahlen und hoffnungsvolle Ausblicke abliefert, wird mit fetten Kurssprüngen belohnt, wer die Erwartungen verfehlt, wird gnadenlos abgestraft. Dabei zeigen sich bei einigen runtergeknüppelten Werten durchaus schnelle Erholungstendenzen, was Anlass zu der Überlegung gibt, dass die steigenden Börsen sich wieder berappeln und das Gröbste vielleicht schon hinter uns liegt. Der von CNN Money ermittelte "Fear & Greed-Index" hat sich von 10 Punkten über 12 in der Vorwoche auf nun schon 25 erholt - noch immer im Panik-Terrain, aber immerhin mit deutlicher Aufwärtstendenz und weit weg von Euphoriewerten.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index
Earnings-Season sorgt für Kursturbulenzen
Die Earnings-Season ist in vollem Gange und die Unternehmen präsentieren ihre Quartalszahlen. US-Unternehmen mit hohem Auslandsanteil leiden unter dem starken Dollar und die Umsätze und Gewinne gehen daher zurück oder wachsen weniger schnell. Da ich tendenziell von einem weiter festen Dollar gegenüber dem Euro ausgehe, blicke ich bei Neuengagements tendenziell eher Richtung Eurozone, nutze aber auch gerne sich bietende Sondersituationen. In Europa unterstützt zusätzlich der niedrige Ölpreis, denn der wirkt als Konjunkturrakete für Konsumwerte. Deutsche Exportwerte bekommen hingegen ein stärker werdendes Problem mit der Nachfrage aus Ländern, die stark am Öl-Verkauf hängen, also die arabischen Länder, Russland etc. Andererseits wirkt der niedrige Ölpreis ebenso wie die niedrigen Rohstoffpreise gerade für den Weltwirtschaftsmotor China wie intravenös verabreichtes Red Bull. Daher sollte die dortige Wirtschaftsabkühlung eher eine sanfte Landung werden, als ein schmerzvoller Bauchklatscher. Und die bisher angenommenen weiteren Zinsanhebungen der US-Notenbank dürften erste einmal von der Tagesordnung verschwunden sein, denn angesichts der (Börsen-) Probleme in China und Asien nimmt der Druck auf Jellen zu, die Zinszügel wieder loszulassen. Denn gerade die Chinesen sind massiv in Dollar verschuldet und jede Zinsanhebung wird weitere Beben im Reich der Mitte auslösen. Hierzu braucht es eine robustere Weltkonjunktur, so zumindest der weitgehend einhellige Tenor.

Balda: Das Murmeltier erwacht. Mal wieder...

Heute tagt die außerordentliche Hauptversammlung der Balda AG, um über den Verkauf des operativen Geschäfts an die italienische Stevanato-Gruppe zu befinden, die hierfür 80 Mio. EUR bieten und damit das Angebot von H&T um 6 Mio. EUR überboten hatten. Das seinerseits selbst das (bereits nachgebesserte) Angebot der Paragon-Gruppe auf den letzten Meter ausgestochen hatte. Doch anstatt dass heute Nägel mit Köpfen gemacht werden können, legte H&T während der laufenden Hauptversammlung ein nochmals erhöhtes Kaufangebot auf den Tisch, das nun 90 Mio. EUR bietet (was bei rund 59 Mio. Aktien einem Brutto-Mehrwert von 0,17 EUR entspricht). Zusätzlich wird die Haftungshöchstgrenze aus vertraglicher Gewährleistung ggü. dem ursprünglichen Angebt von 11,9 Mio. auf 5,4 Mio. EUR reduziert. Vorstand und Aufsichtsrat werden sich nun mit dem neuen Angebot befassen.

Was dies nun konkret für Auswirkungen hat, ist ungewiss. Denn die letzte außerordentliche Hauptversammlung hatte das damalige Angebot der H&T ja mit erforderlicher Stimmmehrheit angenommen; dies ist Beschlusslage, die allerdings noch nicht umgesetzt wurde, da ja noch das Angebot von Stevanto auf dem Tisch lag. Hierzu sollte heute ein Beschluss erfolgen, der nun vermutlich nicht getroffen werden wird. Ob jetzt allerdings "einfach" der aktuelle HV-Beschluss mit einem höheren Kaufpreis vollzogen werden könnte, oder ob zu einer weiteren Hauptversammlung eingeladen werden müsste, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall zeichnet sich ab, dass Balda auf lange Zeit nicht zur Ruhe kommen dürfte, denn dieses "Verfahren" wirft zu viele Zweifel auf, dass man fast sicher von einer Klagewelle ausgehen kann. Egal, welches Angebot am Ende den Zuschlag erhält.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 15:49 Uhr

Nachdem der Vorstand der Balda AG verkündet hatte, das neue H&T-Angebot sei nach Prüfung für "heute abstimmungsfähig" eingestuft worden, wurde die Sitzung erneut unterbrochen, da ein weiteres Angebot "eintrudelte".

Soeben vermeldete Balda, auch die Stevanato-Gruppe habe ein nochmals erhöhtes Angebot vorgelegt, das ggü. ihrem bisherigen und eigentlich heute zur Abstimmung stehenden Angebot zwei wesentliche Veränderungen aufweise: der Kaufpreis wurde auf 95 Mio. EUR erhöht und die Haftungshöchstgrenze aus den vertraglichen Gewährleistungen wurde von vormals 10 Mio. auf 5,7 Mio. EUR gesenkt - jeweils vor Anrechnung von Freistellungen. Diese zusätzlichen 5 Mio. EUR über dem H&T-Angebot entsprechen brutto 8,5 Cents mehr je Balda-Aktie.

Vorstand und Aufsichtsrat prüfen nun auch dieses Angebot. Nachdem man grundsätzlich ja ein geändertes Angebot für den heutigen Tag als abstimmungsfähig erklärt hat, entwickelt sich diese außerordentliche Hauptversammlung zu einem interessanten Bieterwettstreit.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 17:10 Uhr

Vorstand und Aufsichtsrat haben das neuerliche Angebot der Stevanato-Gruppe geprüft und empfehlen der heutigen Hauptversammlung, dieses anzunehmen.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 23:50 Uhr

Die Hauptversammlung stimmte für den Verkauf der operativen Einheiten der Balda-Gruppe an die Stevanato-Gruppe zu einem Kaufpreis in Höhe von 95 Mio. Euro.

Des Weiteren stimmten die Aktionäre auch der Änderung des Unternehmensgegenstands sowie der Umbenennung der verbleibenden Gesellschaft in Clere AG mit deutlicher Mehrheit zu.

Die einzelnen Abstimmungsergebnisse lauten wie folgt:

TOP 1: Zustimmung, mit 98,8985 % der Stimmen.
TOP 2: Zustimmung, mit 97,0252 % der Stimmen.
TOP 3: Zustimmung, mit 98,4435 % der Stimmen.
TOP 4: Zustimmung, mit 98,4117 % der Stimmen.
TOP 5: Zustimmung, mit 98,4328 % der Stimmen.
TOP 6: Zustimmung, mit 98,2587 % der Stimmen.
TOP 7: Zustimmung, mit 98,4150 % der Stimmen.

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Ergänzung vom 04.02.2016, 16:05 Uhr

Die Balda AG hat das Angebot der Stevanato-Gruppe offiziell angenommen.

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Andere Ansichten: Microsoft boomt in der Cloud

Microsoft hat am vergangenen Abend nach Schluss der US-Börsen sein Zahlenwerk für das abgelaufene Geschäftsquartal vorgelegt und dieses fiel besser aus, als von Analysten erwartet, berichtet Börse Online. Die Konzernerlöse gingen um rund 10 Prozent auf 23,8 Mrd. USD zurück und der Quartalsgewinn sogar um 15 Prozent auf 5 Mrd. USD, was nicht nur dem starken US-Dollar geschuldet war, sondern der Schwäche im globalen PC-Absatz (minus 10,6 Prozent im 4. Quartal 2015) und dem Umstieg auf ein neues Vertriebskonzept für die Kernprodukte des Konzerns, das Windows-Betriebssystem und das Office-Software-Paket. Bei beiden ist der Konzern von seinem früheren Erfolgsmodell, dem Lizenzverkauf, abgerückt und bietet diese nun kostenlos an, wobei nach einiger Zeit Servicegebühren anfallen. Dieser Umstieg kostet zunächst Umsätze und Gewinne, soll aber nach einer Übergangsphase zu stetigeren und höheren Zahlen führen.

Konzernchef Satya Nadella wolle weniger Abhängigkeit von den angestammten Software-Produkten und setzt auf mobile Anwendungen und vor allem die sogenannte Datenwolke als neuen Hoffnungsträger. Die Geschäftsmöglichkeiten in der Cloud mit Firmenkunden beschrieb Nadella euphorisch als "gewaltige Chancen", die größer seien als jeder Markt, an dem Microsoft jemals teil gehabt hätte. Und er scheine Recht zu behalten, denn im abgelaufenen Vierteljahr steigerte Microsoft den Umsatz im Cloud-Bereich um fünf Prozent auf 6,3 Mrd. USD, womit dieser nun etwa ein Viertel der Gesamterlöse des Konzerns ausmache.

Microsoft befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und ich hatte kürzlich erläutert, weshalb Microsoft gestern, heute und morgen ein Kauf ist.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Andere Ansichten: Carl Icahn liegt mit PayPal richtig. Und mit Ebay auch.

Der aktivistische Investor Carl Icahn liege mit seinem Investment in PayPal und dem Abstoßen seiner Position von deren ehemaliger Mutter, dem Online-Auktionshaus Ebay, völlig richtig, berichtet die ARD Börse. Denn PayPal habe hervorragende Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert und die Aktie sei infolgedessen stark angestiegen. Dem gegenüber lägen die Ebay-Aktien deutlich im Minus, was dem Verfehlen der Analysten-Prognosen geschuldet sei.

Icahn sei vor einigen Jahren bei Ebay mit einer großen Aktienbeteiligung eingestiegen und habe das Management jahrelang genervt, bis diese seinen Plan, die Online-Bezahltochter PayPal abzuspalten, gefolgt sei. Ende November sei dann bekannt geworden, dass Icahn in der Folge seine Ebay-Aktien komplett veräußert und für den Erlös weitere PayPal-Aktien zugekauft hätte. Trotz des heutigen Kursgewinns sei die PayPal-Beteiligung für Icahn Enterprises L.P. bisher noch nicht gewinnbringend gewesen, weil das Papier seit dem Spin-off eher abwärts tendiert habe.

PayPal befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Blackstone legt schauderhafte Zahlen vor - doch ein zweiter Blick lohnt sich...

Der weltgrößte Manager alternativer Finanzinvestments, die Blackstone Group L.P. von Gründer und CEO Stephan A. Schwarzman legte heute vorbörslich Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2015 vor (hier die Präsentation). Und die dürften bei den Börsianern erneut für miese Stimmung sorgen, jedenfalls auf den ersten Blick. Denn Blackstone bekommt die Börsenturbulenzen massiv zu spüren, nicht nur bei seinen "Performance Fees", also den erfolgsabhängigen Gebühren, sondern auch bei seinen Verkaufsbemühungen an Unternehmensbeteiligungen sowie durch die Abwertung bestehender Beteiligungen aufgrund der Kurseinbrüche an der Wall Street.

Was die Zahlen zeigen...
Der Nettogewinn  lag bei im 4. Quartal bei 435,7 Mio USD oder 0,37 USD je Aktie und damit um 70 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Gesamtjahresvergleich ergibt sich "nur" ein Rückgang um 51 Prozent auf 2,15 Mrd. USD (4,345 Mrd. USD).

Das vierte Quartal lief sowohl bei den Performance Fees nicht gut (194 Mio USD und damit 85 Prozent niedriger) als auch bei den Gesamteinnahmen, die bei 877,2 Mio. USD lagen oder um 59 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf Jahresbasis liegen beide Werte um 59 bzw. 40 Prozent niedriger.

 Blackstone Earnings Report (Quelle: Blackstone) 
...und was nicht
Jedenfalls auf den ersten Blick lässt sich nicht viel Positives finden in diesem Zahlenwerk, sollte man meinen. Und doch lassen die entscheidenden Zahlen aufhorchen. Denn für einen Finanzinvestor wie Blackstone und seine Aktionäre sind einige andere Stellschrauben die entscheidenden. Da sind zum einen die Assets under Management (AUM), also das insgesamt verwaltete Vermögen. Je höher dieses ist, desto größer sind die Einnahmen aus Zinsen und (erfolgsabhängigen) Managementgebühren. Dann ist noch wichtig, wie viel von diesem Geld investiert ist und was noch für Investments zur Verfügung steht. Blackstone nennt dies "Dry Powder", sein trockenes Pulver. Hieraus lässt sich die Quote ableiten, welcher prozentuale Anteil der AUM überhaupt schon Einnahmen für Blackstone erzeugt.

Das verwaltete Vermögen (AUM) steigt weiter an, trotz Kursschwächen der Börsen
Die AUM sind im Gesamtjahr 2015 um 16 Prozent angewachsen auf 336,4 Mrd. USD und das, obwohl Blackstone Kunden Gelder zurückgezahlt hat (diese überlassen den Blackstone-Fonds das Geld für fest vereinbarte Zeiträume) und die Börsenbewertungen der Beteiligungen auch im Abschlussquartal deutlich zurückgegangen sind. Investoren drängen Blackstone also ihr Geld geradezu auf!

Der Anteil der AUM, die bereits Einnahmen generieren, wuchs dabei um 14 Prozent auf 246,2 Mrd. USD. Das bedeutet, dass 26,8 Prozent der AUM noch keine Einnahmen generieren, so dass hier ein enormes Potenzial für zukünftige Erträge schlummert. Gerade in der angespannten Lage an der Börse, denn jetzt sind die Kaufkurse günstig. Auch bei vielen Immobilien-REITs, die in Schwierigkeiten stecken, und die Blackstone günstig übernimmt. So wurde Blackstone zum größten Immobilieneigentümer New Yorks und der USA. Und dann ist da noch das "Dry Powder", das sich auf immerhin 80 Mrd. USD beläuft und Blackstone so alle Möglichkeiten der Welt bietet, sich nun günstig einzukaufen. Im vierten Quartal steckte Blackstone jedenfalls schon mal 15,7 Mrd. USD in neue Investments, was in etwa die Hälfte der gesamten in 2015 investierten Summe ausmacht. Der Börsenabsturz bietet also großartige Investitionsmöglichkeiten für ausgebuffte Investoren, die konsequent einer "Kaufe niedrig, verkaufe hoch-Strategie" folgen.

Spin-off des Beratungsgeschäfts nicht vergessen
Und dann ist da noch ein Umstand, der einen Vergleich mit den Vorjahreswerten einschränkt: der Spin-off des M&A-Beratungsgeschäfts. Dieses ursprüngliche Kerngeschäft von Blackstone wurde von Blackstone abgespalten und mit einer anderen Firma fusioniert. Diese neue "Investment Boutique" (also eine Investmentbank ohne eigentliche Bank-Sparte) firmiert nun eigenständig an der Börse unter den Namen "PJT Partners Inc." und ist insbesondere im Geschäftsfeld Beratungen bei Fusionen und Übernahmen tätig. Und da die Einheit nun selbständig ist, trägt sie nicht mehr zu den Gebühren- und Provisionseinnahmen von Blackstone bei, was ein wesentlicher Faktor für den starken Einbruch in dieser Sparte ist, nicht etwa eine mangelnde Ertragskraft.

Ausschüttungsquote bei 85 Prozent
Für die Blackstone-Aktionäre ist noch eine weitere Kennzahl wichtig, die "Distributable Earnings", die ausschüttungsfähigen Gewinne. Im "Earnings Call" zu den Zahlen des dritten Quartals hatte Blackstone angekündigt, auf Sicht der nächsten 5 Jahre jeweils rund 85 Prozent der ausschüttungsfähigen Gewinne als Quartalsdividenden an die Aktionäre auszuzahlen.

Ausschüttungsfähige Gewinne legen im Quartalsvergleich kräftig zu
Im Gesamtjahr 2015 konnten die Distributable Earnings um 25 Prozent gesteigert werden auf 3,843 Mrd. USD und im vierten Quartal beliefen sie sich auf 878 Mio. USD bzw. 0,72 USD je Aktie, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal von 23 Prozent entspricht. Unter dem Strich wird Blackstone nun eine Quartalsdividende von 0,61 USD ausschütten, was im Vergleich zum Vorjahresquartal und der damaligen Dividende von 0,78 USD einen Rückgang von 21,8 Prozent bedeutet. Allerdings liegen die 0,61 USD gegenüber der Zahlung für das dritte Quartal 2015 um 24,5 Prozent höher und spiegeln Blackstones Fähigkeit wider, auch in schwierigen Marktphasen wachsende Erträge für seine Aktionäre zu generieren.

DIVIDENDENHISTORIEFebruarAprilJuliOktoberGesamtDifferenz
20160,61 $




20150,78 $0,89 $0,74 $0,49 $2,90 $0,98 $
20140,58 $0,35 $0,55 $0,45 $1,92 $0,74 $
20130,42 $0,30 $0,23 $0,23 $1,18 $0,66 $
20120,22 $0,10 $0,10 $0,10 $0,52 $-0,10 $
20110,32 $0,10 $0,10 $0,10 $0,62 $

Die Dividende wird am 16. Februar ausgeschüttet und ergibt auf das Jahr hochgerechnet eine Dividendenrendite von 9,76 Prozent. Ex-Dividendentag ist der 4. Februar.

Fazit
 Blackstone Group L.P. (Quelle: comdirect.de) 
Die Zahlen sind in etwa so ausgefallen, wie ich es erwartet hatte. Und die Reaktion des Marktes auf sie auch. Ich hatte ja vor einigen Tagen in meinem Investor-Update berichtet, dass ich meinen Bestand an Blackstone-Aktien reduziert hatte, um sie bei dem von mir erwarteten Kurseinbruch günstig zurückzukaufen. Und genau das habe ich heute getan, denn an meiner positiven Einschätzung zu Blackstone hat sich nichts geändert. Im Gegenteil!

Blackstone hat es als "Contrarian Investor" in den vergangenen 30 Jahren immer wieder verstanden, während schwieriger Phasen antizyklisch die besten Gelegenheiten beim Schopf zu packen und so für seine Investoren große Werte und Vermögen zu schaffen. Wie in der Immobilien- und Finanzkrise, als man den Banken günstig Hypothekendarlehen zu Tiefstpreisen abkaufte und auch ganze Immobilienportfolios. So hat man damals 50.000 Häuser günstig aus Insolvenzen heraus gekauft, renoviert und vermietet. Hieraus erzielt man bis heute steigende Mieteinnahmen und auch hohe Verkaufsgewinne, denn ab und zu trennt man sich inzwischen auch wieder von diesen Häusern.

Und Blackstone hat 18 Mrd. USD eingesammelt, um sie in die strauchelnde US-Öl- und Schiefergas-Industrie zu investieren - wovon bisher allerdings erst 100 Mio. geflossen sind. So legt Blackstone den Grundstein für die nächsten Milliardengewinne, die dann über die nächsten Jahre an die Investoren zurückfließen werden. Und an die Aktionäre. In Form von üppigen, wenn auch erheblich schwankenden Quartalsdividenden, und in Form von steigenden Aktienkursen, wenn sich am Markt die Erkenntnis durchsetzt, das Blackstone wieder einmal ein Vermögen in seinen Büchern angehäuft hat.

Ich bin jedenfalls wieder in vollem Umfang investiert in Blackstone, die nicht nur auf meiner Empfehlungsliste stehen, sondern die ich auch als eines meiner Ankerinvestments in meinem Depot habe. Als eine meiner größten Positionen. Und eine der aussichtsreichsten.

Klasse Zahlen: H&R legt 2015 blitzsauberen Turnaround hin

Das Spezial-Chemieunternehmen H&R hat vorläufige Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2015 vorgelegt und konnte die eigenen, erst im November erhöhten, Prognosen nochmals deutlich übertreffen.

Die letzten beiden Jahre waren hart für H&R, die einbrechenden Ölpreise haben zu hohem Abwertungsbedarf gesorgt und die Bilanzen verhagelt. Denn H&R kauft Rohöl ein, fertig daraus seine Produkte, und verkauft diese anschließend an Kunden in der ganzen Welt. Ein niedriger Ölpreis ist dabei grundsätzlich eher dem Geschäft zuträglich, ein allerdings rapide abstürzender Ölpreis sorgt für Abwertungsbedarf, weil die eingekauften Rohstoffe dann während ihrer Verarbeitung stark an Wert verlieren und dieses beim Verkauf nicht völlig kompensiert werden kann.

Auch 2015 bestand erneuter Abschreibungsbedarf, allerdings konnte dieser anders als noch 2014 von der guten Geschäfts- und Margenentwicklung überkompensiert werden. Die letzten 3 Monate des Jahres lief die Produktion bei H&R unter Volllast, während im Vorjahr ab November bereits Zurückhaltung bei den Kunden zu spüren gewesen war.

 H&R (Quelle: comdirect.de) 
Die nackten Zahlen
Der Umsatz ging auf 982,9 Mio. EUR (Vorjahr 1.058,6 Mio. EUR) um 7 Prozent deutlich zurück, was dran liegt, dass sich sowohl im Einkauf als auch im Verkauf die niedrigen Rohölprise niederschlagen. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag bei 86,0 Mio. EUR (31,5 Mio. EUR) und übertraf damit die zuletzt im November 2015 erhöhten Erwartungen. Das EBIT entwickelte sich ebenfalls deutlich positiv und stieg um 43,4 Mio. auf 49,2 Mio.  EUR (5,8 Mio. EUR). Ähnlich entwickelte sich das Ergebnis vor Steuern (EBT), das im Berichtsjahr 34,7 Mio. EUR (-7,8 Mio. EUR) erreichte und damit im Vergleich zum Vorjahr um 42,5 Mio. EUR anstieg.

Unter dem Strich ergibt sich somit ein vorläufiges Konzernergebnis von 27,4 Mio. EUR (-15,4 Mio. EUR) und damit eine Steigerung um 42,8 Mio. EUR gegenüber dem Ergebnis des Vorjahres.

Ausblick
In den nächsten Jahren will Hansen den Internationalisierungskurs mit Fokus auf das stark wachsende Spezialitätengeschäft in Asien deutlich vorantreiben. Zu diesem Zweck hatte der Konzern Ende 2014 bereits 51 Prozent der chinesischen Geschäftsaktivitäten der Hansen & Rosenthal Gruppe übernommen und baute damit sein margenstärkeres Spezialitätengeschäft in Asien ausgebaut.

Fazit
Ich hatte kürzlich auf die Turnaroundsituation bei H&R hingewiesen und diese nimmt immer mehr Fahrt auf. Der Kurs Richtung Asien bringt zwar einerseits Konkurrenz und Margendruck, andererseits aber große Wachstumsmöglichkeiten, so dass der Konzern unterm Strich auf dem richtigen Weg sein dürfte und ab 2017 die Gewinne noch stärker ansteigen sollten.

H&R befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und bis zu den Höchstkursen von über 20 EUR aus dem Jahr 2011 ist noch reichlich Platz. Neben der zu erwartenden Kurserholung steht vielleicht auch für das Geschäftsjahr 2015 wieder eine Dividende zur Disposition. Darüber hinaus sollten die regelmäßigen Insiderkäufe von Aufsichtsrat Nils Hansen ein positives Signal sein.

Dienstag, 26. Januar 2016

Johnson & Johnson liefert solide Quartalszahlen ab

Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson präsentierte starke Quartalszahlen. Zwar ging auch im vierten Quartal der Umsatz zurück, allerdings fiel das Minus mit 2,4 Prozent auf 17,8 MRD. USD geringer aus als im Vorquartal.

Zulegen konnte Johnson & Johnson beim Gewinn, der aufgrund von Sondereinnahmen um 27,5 Prozent auf 3,2 Mrd. USD anwuchs. Der Konzern hatte im dritten Quartal den Verkauf seiner Medizintechnik-Tochter Cordis für rund 2 Mrd. USD an Cardinal Health abgeschlossen. Auf vergleichbarer Basis übertraf Johnson & Johnson die Erwartungen der Analysten, auch wenn auf Jahressicht mit 15,4 Mrd. USD knapp 6 Prozent weniger Gewinn in den Büchern stand,

Insbesondere im Pharmageschäft konnte der Konzern die Erlöse dank neuer Medikamente steigern, während die Medizinsparte weiter schwächelt, weil sie unter den Sparrunden bei den Krankenhäusern leidet. Erst vergangene Woche hatte der Konzern daher angekündigt, etwa 3.000 Stellen in diesem Bereich wegzukürzen.

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Was ist... eine Wandelanleihe?

Manche Leute sehen in Wandelanleihen die Allzweckwaffen der Finanzanlage, denn diese Wertpapiere kombinieren die Sicherheit einer Anleihe mit den Kurschancen einer Aktie. Als Zwischenlösung zwischen Anleihe und Aktie stellt die Wandelanleihe ein Nischenprodukt dar.

Begibt ein Unternehmen eine Wandelanleihe, stellt dies zunächst einen normalen Kredit dar, den der Käufer der Anleihe dem Unternehmen gewährt. Er erhält für diese Schuldverschreibung regulär Zinsen, allerdings kann er ab einem bestimmten Zeitpunkt (spätestens zum Ende der Laufzeit der Wandelanleihe) entscheiden, ob er anstelle der Rückzahlung des Nominalwertes der Anleihe diesen in Aktien erhalten möchte. Die Anzahl der Aktien ist hierbei bereits bei der Emission der Wandelanleihe festgelegt - für den Käufer lohnt sich also die Rückzahlung in Aktien (Wandelung) in der Regel dann, wenn die Aktien zwischenzeitlich im Kurs gestiegen sind. Sind sie hingegen gefallen, lässt er sich den Anleihebetrag in bar zurückzahlen - und kann ggf. die Aktien billiger über die Börse kaufen. Eine Wandelanleihe ist also dann ein interessantes Investment, wenn man von mittelfristig steigenden Kursen des Basiswerts ausgeht, aber zuvor mit einem Kursrücksetzer rechnet. In diesem Fall streicht man zunächst die sicheren Zinsen ein und wandelt ggf. die Anleihe, wenn der Aktienkurs sich wieder erholt hat.

Eine besondere Form der Wandelanleihe ist die Pflichtwandelanleihe (oder auch Zwangswandelanleihe), bei der von vornherein festgelegt ist, dass die Rückzahlung in Aktien erfolgt, spätestens am Laufzeitende. Für das Unternehmen hat dies den Charme, dass bei dem aktuellen niedrigen Zinsniveau Fremdkapital günstiger ist als Eigenkapital, das ja einen Anteil am Gewinn erhält, die Mittel aus einer Pflichtwandelanleihe von den Ratingagenturen allerdings von Anfang an als Eigenkapital bewertet werden. Und je höher die Eigenkapitalquote, desto besser die Bonität. Eine Pflichtwandelanleihe stellt also eine Kapitalerhöhung dar, da am Ende junge Aktien zu ihrer Begleichung ausgegeben werden - mit dem entsprechenden Verwässerungseffekt für die Altaktionäre.

Montag, 25. Januar 2016

Börsenweisheit der Woche 04/2016

"Dies ist der Eckpfeiler unserer Anlagephilosophie: Verlass dich nie auf einen guten Verkauf. Mach den Kaufpreis so attraktiv, dass sogar ein mittelmäßiger Verkauf gute Ergebnisse bringt."
(Warren Buffett)

Freitag, 22. Januar 2016

Investor-Update: Blackstone, Gladstone Capital, Hornbach, Sixt

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Erholung oder nur eine Bärenmarktrallye?
Nachdem zum Wochenstart die Kursabstürze ungebremst weiterzugehen schienen, setzten dann Erholungstendenzen ein, so dass es auf einen versöhnlichen Wochenausklang hindeutet. Vielleicht weicht nun auch die Panik aus dem Markt, denn der Fear-and-Greed-Index von CNN Money sackte von den niedrigen 10 sogar noch bis auf 9 ab, um sich auf aktuelle 12 zu erholen. 12 von 100 möglichen Punkten, wohlgemerkt. Also noch immer höchstpanisches Terrain. Insofern stellt sich die Frage, ob die Konsolidierung beendet ist, oder ob es sich nur um eine Erholungsrallye in einem Bärenmarkt handelt und wir nächste Woche neue Tiefststände sehen werden. Nun, ich weiß es nicht...

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed-Index 
Earnings-Season sorgt für Kursturbulenzen
Es ist wieder Earnings-Season und die Unternehmen präsentieren Quartalszahlen. Dabei ist festzuhalten, dass die US-Unternehmen mit hohem Auslandsanteil unter dem starken Dollar zu leiden haben und die Umsätze und Gewinne daher zurückgehen oder aber weniger schnell wachsen. Da ich tendenziell von einem weiter festen Dollar gegenüber dem Euro ausgehe, blicke ich bei Neuengagements eher Richtung Eurozone. Hier unterstützt zusätzlich der niedrige Ölpreis, denn der wirkt als Konjunkturrakete für Konsumwerte. Deutschee Exportwerte bekommen hingegen ein stärker werdendes Problem mit der Nachfrage aus Ländern, die stark am Öl-Verkauf hängen, also die arabischen Länder, Russland etc. Andererseits wirkt der niedrige Ölpreis ebenso wie die niedrigen Rohstoffpreise gerade für den Weltwirtschaftsmotor China wie Speed auf Crack. Daher sollte die dortige Wirtschaftsabkühlung eher eine sanfte Landung werden, als ein schmerzvoller Bauchklatscher.

BDC-Sektor vor dem Rebound?
Der gesamte Sektor der Business Development Companys (BDC) ist massiv unter die Räder gekommen in den letzten Wochen, der Angst vor Pleiten und somit Kreditausfällen in der US-Ölbranche sei Dank. In den nächsten Wochen werden die BDCs nun ihre Quartalsergebnisse präsentieren und hier dürften eher positive Überraschungen auf uns warten, einfach weil die Erwartungen nun bodenlos niedrig sind. Das könnte folglich einen kräftigen Rebound der BDC-Aktien auslösen. Hier sollte man dennoch auf qualitativ hochwertige BDCs setzen wie Main Street Capital Corp. oder Triangle Capital Corp. Oder auf New Mountain Finance Corp., die haben bereits Ergebnisse präsentiert, die deutlich über den Erwartungen lagen. Oder eben auf Gladstone Capital Corp., die massiv unterbewertet scheinen auf dem aktuellen Kursniveau. Einen Bogen sollte man weiterhin um die BDCs machen, die stark auf Collateralized Loan Obligations (CLOs) setzen, wie KCAP Financial Inc. und TICC Capital Corp., die ich auch deshalb kürzlich von meiner Empfehlungsliste gestrichen habe.

Starbucks: Quartalszahlen und Kaffee bleiben ein Spitzenerlebnis

Die Kaffeehauskette Starbucks legte gestern Abend Zahlen für ihr abgelaufenes erstes Geschäftsquartal vor und wusste damit zu überzeugen. Die "vergleichbaren Umsätze" (das sind die Läden, die bereits seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind) konnten weltweit um 8 Prozent gesteigert werden und der die Anzahl der Kunden in diesen Läden um weitere 4 Prozent. Diese Zahlen sind deshalb so aussagekräftig, weil Starbucks eben nicht nur über das Eröffnen weiterer Shops wächst, also quantitativ, sondern eben auch qualitativ. Hinzu kamen sinkende Kosten, vor allem aufgrund niedrigerer Preise für Kaffee - und gleichzeitig hatte Starbucks die eigenen Preise unterjährig angehoben. Die operative Marge stieg folgerichtig weiter an und zwar um 60 Basispunkte auf beeindruckende 19,7 Prozent.

Der Umsatz kletterte kräftig um 12 Prozent auf 5,4 Mrd. USD, während der Gewinn auf 687,6 Mio. USD (983,1) fiel und das Ergebnis je Aktie auf 0,46 USD (0,65). Die Analysten-Erwartungen übertraf man damit um 1 Cent. Für das Gesamtjahr erwartet Starbucks ein Ergebnis je Aktie von 1,87 bis 1,89 USD, während es im zweiten Quartal nur bei 0,38 bis 0,39 USD liegen soll. Hier lagen die Erwartungen bisher bei 0,40 USD.

 Starbucks (Quelle: comdirect.de) 
Starkes, profitables Wachstum
Verglichen mit dem Vorjahresquartal bediente Starbucks 23 Mio. mehr Kunden, wobei das Kundenwachstum in den USA mit 18 Mio. am größten war. Auch hieraus resultiert wohl der enorme Zuspruch für das Starbucks-Kundenbindungsprogramm, das ein Wachstum um 23 Prozent vermelden konnte. Darüber hinaus ist die Starbucks-Geschenkkarte zu dem Top-Weihnachtsgeschenk avanciert. Denn nachdem bereits im Vorjahr jeder siebte Amerikaner eine solche Starbucks-Geschenkkarte auf dem Gabentisch fand, war es 2015 bereits jeder sechste. Für Starbucks ist das Beste daran, dass man das Geld bereits eingenommen hat, egal, ob die Karten auch wirklich eingelöst werden.

In den vergangenen drei Monaten wurden 528 neue Läden eröffnet, so dass Starbucks nun weltweit 23.571 Filialen betreibt. Dabei lag das regionale Wachstum der vergleichbaren Läden in America und den U.S.A. bei 9 Prozent und in China/Asien-Pacific bei 5 Prozent. Erst kürzlich hatte Starbucks seine mittelfristigen Wachstumspläne für China bekanntgegeben und möchte dort in den nächsten 5 Jahren jährlich 500 neue Shops eröffnen. Die Region EMEA (Euorpa, Mittlerer Osten, Afrika) wuchs nur um 1 Prozent, was Starbucks vor allem auf die Terroranschläge von Paris zurückführte. Daher sollte diese Wachstumsdelle nur eine vorübergehende Erscheinung sein, also das Absinken des operativen Ergebnisses in dieser Region von 50 auf 48 Mio. USD.

Quartalsdividende bleibt bei 0,20 USD
Auch zur Quartalsdividende hat sich Starbucks geäußert. So sollen am 19. Februar erneut 20 US-Cents je Aktie ausgekehrt werden, was auf das Jahr hochgerechnet 0,80 USD ausmacht oder beim aktuellen Börsenkurs knapp 1,4 Prozent. Das Ex-Dividendendatum wird der 2. Februar sein.

Starbucks befindet sich als Top-Pick im Restaurantsektor auf meiner Empfehlungsliste und ist eine der größten Positionen in meinem Portfolio. Dass die Anleger sich Sorgen wegen des Ausblicks auf das nächste Quartal machen, sollte uns erfahrungsgemäß nicht weiter stören. Bereits bei Vorlage der Zahlen zum vorangegangenen Quartal Ende Oktober gaben die Kurse aus genau dem gleichen Grund deutlich nach und boten kühl rechnenden Investoren eine neue Einstiegschance. Denn wie man erneut an den jetzt vorgelegten Zahlen sehen kann, ist das Wachstum nicht nur ungebremst, sondern es wird auch noch profitabler. Nicht von ungefähr hatte der Aktienkurs 2015 an der amerikanischen Börse um 46 Prozent zugelegt. Ich bleibe dabei: Starbucks schmeckt mir einfach. Immer besser und immer mehr...

Donnerstag, 21. Januar 2016

Ausstieg bei Southern RV: Main Street Capital realisiert 14,4 Mio. Dollar Gewinn

Main Street Capital Corp. (NYSE: MAIN), eine Business Development Company (BDC), hat ihr Kredit- und Eigenkapitalengagement bei Southern RV und ihr angegliederten Immobilien-Unternehmen beendet. Southern RV ist an vier Standorten in Texas, Louisiana und Mississippi aktiv, bei Finanzierung, Verkauf von Ersatzteilen und Dienstleistungen rund um neue und gebrauchten Freizeitfahrzeuge.

MAIN realisiert einen Gewinn von rund 14,4 Mio. USD und damit kumuliert seit der Erstinvestition im August 2013 eine interne Rendite von 150,2% bzw. das 8,5-Fache auf ihre Eigenkapitalbeteiligung. Main Streets Erstinvestition in Southern RV bestand in 14,6 Mio. USD erstrangigen, durch Vermögenswerte des Schuldners besicherte Anlagen und einer direkten Beteiligung in Höhe von 2,2 Mio. USD.

 Main Street Capital Corp. (Quelle: comdirect.de)
Durch den Exit aus der Beteiligung an Southern RV realisiert Mains Street Capital einen Gewinn von 4,4 Mio. USD gegenüber dem fairen Marktwert dieser Beteiligungen per 30. September 2015.

MAIN befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Ich halte sie für kaufenswert, weil sie zu den BDCs gehört, die am ehesten von steigenden US-Zinsen profitieren werden und weil ihre Assets zu den qualitativ hochwertigsten gehören - wie dieser Exit eindrucksvoll belegt. Hier geht Sicherheit vor Rendite, auch wenn eine annualisierte Dividendenrendite von 9,25 Prozent (inkl. der regelmäßigen Sonderausschüttung zum Jahresende) ja nicht gerade kleinlich ist! Die Ausschüttungen erfolgen übrigens monatlich und sorgen für ein attraktives, stetiges Dividendeneinkommen.

Gunst der Stunde: Gladstone Capital will 7 Prozent seiner Aktien zurückkaufen

Die Business Development Company (BDC) Gladstone Capital Corp. (GLAD) wehrt sich gegen den rasanten Absturz ihrer Aktien, den ich ja kürzlich zum Einstieg genutzt habe. Heute gab Chairman und CEO David Gladstone bekannt, man habe keine Ahnung, weshalb der Aktienkurs so dramatisch eingebrochen sei und deshalb habe sein Board of Directors beschlossen, für 7,5 Mio. USD eigene Aktien zurückzukaufen, über die Börse oder außerbörslich. Zum heutigen US-Schlusskurs von 4,97 USD würde dies für rund 1,5 Millionen oder 7 Prozent aller ausgegeben Aktien der Gesellschaft reichen. Gladstone hält auf diesem Kursniveau einen Aktienrückkauf für eine hervorragende Idee, um einen Mehrwert für seine Aktionäre zu schaffen.

 Gladstone Capital Corp. (Quelle: comdirect.de) 
Auf's Jahr gesehen notieren die Aktien von GLAD rund 32 Prozent im Minus. Seit 7 Jahren wird eine monatliche Dividende von 0,07 USD ausgekehrt und auf dem aktuellen Kursniveau liegt damit die annualisierte Dividendenrendite bei stolzen 16,9 Prozent. Auch das ist ein Grund, weshalb ich Gladstone Capital auf meine Empfehlungsliste und in mein Depot genommen habe. Denn ich bin überzeugt, dass die durchaus vorhandenen Risiken von dem panikartigen Sell-off mehr als übertrieben eingepreist wurden und dass Gladstone auf diesem ausgebombten Niveau eine aussichtsreiche Spekulation für mutige und geduldige Anleger darstellt. Dabei ist zu beachten, dass erst Ende Oktober 2015 noch junge Aktien an institutionelle Anleger ausgeben wurden - und zwar 8,55 USD je Stück und damit zu einem Preis, der nur 5 Prozent unterhalb des NAV lag. Von dem der Aktienkurs dank des Absturzes inzwischen meilenweit entfernt ist.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Big Blue(s): IBM enttäuscht immer wieder und immer mehr

Und täglich grüßt das Murmeltier... so dürften sich Aktionäre von IBM vorkommen, denn  "Big Blue" enttäuscht mit seinen Quartalszahlen regelmäßig. Zum 15. Mal infolge ging der Umsatz zurück und auch der Gewinn bricht immer mehr ein.

Der Umsatz fiel im Schlussquartal um 8,5 Prozent auf 22,06 Mrd. USD und der Gewinn schrumpfte sogar um 18,6 Prozent auf 4,46 Mrd. USD. Noch enttäuschender präsentiert sich der Ausblick für das laufende Jahr, denn IBM geht davon aus, dass der operative Gewinn je Aktie (EPS) mindestens 13,50 USD erreichen wird, während die Schätzungen der Analysten bisher bei 15 Dollar liegen.

Schon bei der letzten Enttäuschung meinte ich, IBM kriege die Kurve einfach nicht (mehr), und ich fühle mich in meiner Einschätzung bestätigt. Dabei ist IBM nicht untätig, der Konzernumbau hin zu mehr Software und Dienstleistungen und neuen Anwendungen, wie der kognitiven Intelligenz ("Watson") kommt voran und der Hardwarebereich wird weiter reduziert.

Allerdings bringen die neuen Geschäftsfelder weit weniger ein, als bei den alten wegbricht und so bleiben unter dem Strich nur enttäuschende Zahlen übrig. So machten die neuen Bereiche rund um Cloud und Daten-Auswertung auf das Gesamtjahr gerechnet etwa ein Drittel der Erlöse aus und legten um 17 Prozent zu. In der größten Sparte Technologie-Dienste gab es allerdings einen Umsatzrückgang von rund 7 Prozent auf knapp 8,13 Mrd. USD, wobei die stärksten Rückgänge in den sogenannten BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China zu verzeichnen waren mit einem Minus von 21 Prozent. Als global agierender Konzern trifft IBM natürlich auch die volle Wucht des starken Dollars.

 IBM (Quelle: comdirect.de) 
Als einzig positiver Lichtblick ist ausgerechnet das Finanzamt zu sehen. Denn die Steuerlast sank und sorgte so für eine positive Überraschung. Aber für eine positive Anlageentscheidung reicht dies natürlich nicht aus und ich bleibe bei meiner negativen Einstellung zu IBM. Es muss sich erst noch zeigen, ob die Transformation gelingt und dabei hat IBM starke Konkurrenten in seinen neuen Geschäftsfeldern, nicht nur Amazon und Microsoft. Ich bleibe bei IBM weiterhin an der Seitenlinie und sehe keine günstige Einstiegsgelegenheit. Denn die optisch niedrige Bewertung ist es nur auf den ersten Blick, denn IBM siecht vor sich hin und die Gewinne je Aktie steigen nur deshalb, weil IBM seinen freien Cashflow dazu verwendet, in großem Stil eigene Aktien zurückzukaufen. Auch wenn ich grundsätzlich ein großer Fan von Aktienrückkäufen bin, wirkt dies bei IBM zunehmend als Verzweiflungstat eines Ertrinkenden. IBM scheint ratlos zu sein, was es mit seinem Geld sinnvoll anfangen soll. Man täte gut daran, sich endlich mal um sein operatives Business zu kümmern, anstatt sich durch Aktienrückkäufe künstlich attraktiv zu rechnen. Für mich wird IBM immer mehr zur Value Trap, das Unternehmen geht scheinbar unaufhaltsam den irdischen Weg eines Dinosauriers.

Dienstag, 19. Januar 2016

Deutsche Beteiligungs AG glänzt mit zweistelligem Millionengewinn

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vorgelegt und mit einem Konzernergebnis von 30 Mio. EUR positiv überrascht. Dazu beigetragen haben insbesondere die beiden Verkäufe Ende 2015, als man neben der Veräußerung der Beteiligung an der Spheros-Gruppe eine weitere erfolgreiche Veräußerung einer Beteiligung aus dem Portfolio eines der beiden verbliebenen ausländischen Buy-out-Fonds vornehmen konnte. Aus diesen beiden Transaktionen ergibt sich ein Ergebnisbeitrag von rund 10 Mio. EUR und der Wertbeitrag der übrigen Portfoliounternehmen war insgesamt ebenfalls höher als erwartet, da sich einzelne, insbesondere junge, Portfoliounternehmen überplanmäßig entwickelten.

 DBAG (Quelle: comdirect.de) 
Ansonsten sieht der Vorstand der DBAG durch die jüngsten Börsenturbulenzen die Bewertungsverhältnisse eigener Portfoliounternehmen verschlechtert und höhere konjunkturelle Risiken zumindest für jene Beteiligungen, die Investitionsgüter herstellen und weltweit vertreiben.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2015/2016 wird angesichts des absehbaren Quartalsergebnisses konkretisiert. Dabei wird weiterhin ein deutlicher Anstieg des vergleichbaren Vorjahresergebnisses erwartet, zu dem nun noch die Erfolge aus den Veräußerungen von rund 10 Mio. EUR hinzukommen.

Die DBAG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und bleibt ein interessanter langfristiger Wert für alle Anleger, die auf eine günstig bewertete und dividendenstarken deutschen Mittelstandsholding setzen möchten. Wie ich. Denn die beiden Exits zeigen, welche Bewertungsreserven im Beteiligungsportfolio der DBAG schlummern.

Montag, 18. Januar 2016

Übernahme: Canadian Oil Sands akzeptiert erhöhtes Suncor Energy-Angebot

Die kanadische Suncor Energy (SU) gab heute bekannt, dass ihr Wettbewerber Canadian Oil Sands (COSWF) seinen Widerstand gegen eine Übernahme aufgegeben habe. Das zuletzt von Suncor auf 0,28 Suncor-Aktien je COSWF-Aktie erhöhte Angebot sei "finanziell fair", hatte auch der COSWF-Berater RBC Capital Markets bestätigt, und bewertet COSWF damit mit 6,6 Mrd. USD inkl. 2,4 Mrd. USD an Schulden.

Suncor kann damit seine Vormachtstellung als größter Ölsand-Wäscher in Kanada weiter ausbauen und wird bestrebt sein, COSWF schnell auf Effizienz zu trimmen. Denn während Suncor selbst zu knapp 20 SUD je Barrel Öl fördern kann, liegen die Kosten bei COSWF deutlich höher - und der Kurseinbruch beim Ölpreis sorgte für eine Ausweitung der Verluste. Auch vor diesem Hintergrund und der Alternativlosigkeit des SU-Angebots wird nun das Board von Canadian Oil Sands der Übernahmeofferte des ungeliebten Mitbewerbers zugestimmt haben.

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Börsenweisheit der Woche 03/2016

"Man vergisst es manchmal leicht, aber eine Aktie ist kein Lottoschein. Sie ist ein Besitzanteil an einem Unternehmen."
(Peter Lynch)

Samstag, 16. Januar 2016

Investor-Update: Blackstone, Gladstone Capital, Main Street Capital

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Grottenschlechter Jahresauftakt...
So einen schlechten Start in ein Börsenjahr habe ich meiner Erinnerung nach noch nicht erlebt, der DAX hat in den ersten beiden Handelswochen rund 11 Prozent abgegeben und damit die gesamten Gewinne des Vorjahres vaporisiert. Mein Depot hat es fast in ähnlicher Größenordnung getroffen und das stimmt mich nicht froh. Ich hatte in den Wochen zum Jahresende hin mein Liquiditätspolster ja etwas reduziert, um nach dem Oktobereinbruch eine vermutete Jahresendrallye mitzunehmen - was unter dem Strich aufgrund des Einbruchs in den ersten beiden Dezemberwochen nicht wirklich gut funktioniert hat. Dafür wurde ich dann vom Jahresanfangsabsturz voll erwischt. Im Nachhinein muss ich mir auf die Finger klopfen, weil ich zu sehr auf den Markt und weniger auf die Einzeltitel und ihre Bewertung geschaut habe. Naja, das Börsengeschehen ist ein ewiges Lernen...

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed-Index 
Immer mehr Endzeitauguren malen Crash-Szenarien an die Wand und die Prophezeiungen werden immer obskurer. Nachdem Goldman Sachs ja bereits im Herbst davon sprach, der Ölpreis können Anfang 2016 bis auf bis zu 20 USD absacken, kommen nun Pessimisten und sagen 10 USD voraus. Sie schreiben "einfach" den aktuellen Trend fort, das macht es einfach. Besonders dubios ist die Aussage einer "Dame", die ernsthaft zu vermitteln versuchte, der Ölpreis würde ins Negative abstürzen. Weil ja die Lagerkapazitäten bald erschöpft seien und die Lagerung selbst ja auch Geld koste, könnten Ölproduzenten versucht sein, Öl lieber zu verschenken bzw. Abnehmern noch eine Prämie zu zahlen. Es scheint von nichts anderem mehr die Rede zu sein als von Börsencrash, einer Finanzkrise, die 2008 noch in den Schatten stellen wird, und Aktienkursen, die um 75 Prozent einbrechen werden, wie Société Générale-Analyst Albert Edwards fatalisiert.

An dieser Stelle sollte man dann fast sicher sein, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Ich habe jedenfalls den Absturz genutzt und ausgesuchte Werte zugekauft. Allesamt aus der Finanzbranche, weil diese aufgrund der Sorgen über den Ölpreis zweistellig in den Keller gegangen sind, obwohl sie nur bedingt wirklich betroffen sind.


"Es ist unmöglich, überdurchschnittliche Renditen zu erreichen, wenn man nicht anders handelt als die Mehrheit."


Top-Unternehmen wie Microsoft oder Cisco haben ebenfalls Kurseinbrüche zu verzeichnen und bieten auf dem aktuellen Niveau hervorragende Investmentchancen. Ich habe mich jedoch für andere Werte entschieden, weil diese stärker abgestürzt sind und zwar im Hinblick auf ihren Unternehmenswert und noch größere Erholungschancen bieten. Allerdings ist meine Engagement im Finanzsektor nun in einem Bereich, wo ich ihn nicht mehr weiter ausbauen werde, um das Depot unter Risikoaspekten nicht zu einseitig auszurichten. Allenfalls werde ich hier noch Umschichtungen innerhalb des Sektors im Depot vornehmen.

Mittwoch, 13. Januar 2016

WCM: Immobilien-Portfolio knackt die 500 Millionen Euro-Marke

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, Spezialist für Handelsflächen und Gewerbeimmobilien, gab heute bekannt, dass ihr bilanziell erfasstes Immobilienportfolio zum Ende des Jahres 2015 über 500 Mio. EUR beträgt. In den letzten Wochen seien Closings bei 20 Objekten mit Wert von 220,9 Mio. EUR erfolgt, wodurch die jährlichen Mieteinnahmen auf 31,8 Mio. EUR angestiegen seien.

Nachdem alle angekündigten Immobilienkäufe umgesetzt sind, hält WCM nun 51 Objekte im Bestand mit einem Gesamtwert von 501,3 Mio. EUR. Der im Dezember 2015 angekündigte Erwerb von zwei Fachmarktzentren und eines Baumarktes mit einem Erwerbspreis von ca. 48 Mio. EUR sind noch nicht bilanziell erfasst und damit bisher nicht im Gesamtportfolio enthalten

Die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge liegt bei etwa 9,3 Jahren. Die Nettorendite des Gesamtportfolios mit jährlichen Mieteinnahmen von 31,8 Mio. EUR liegt bei 6,3 Prozent, während diesen Mieteinnahmen günstige Finanzierungen gegenüberstehen mit einem durchschnittlichen Zinssatz der von 2,1 Prozent bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 6,1 Jahren.

 WCM (Quelle: comdirect.de) 
Nach der jüngst durchgeführten Kapitalerhöhung verfügt WCM über Eigenmittel für weitere Zukäufe. Allerdings dürften diese nicht ausreichen, um sämtliche in der Unternehmenspräsentation von Dezember 2015 aufgeführten Liegenschaften zu erwerben, denn bei vollständiger Umsetzung läge das zusätzliche Investitionsvolumen bei 720 Mio. EUR. Hierzu würde WCM weitere Eigenmittel akquirieren müssen, sei es durch eine Anleihe, ein Schuldscheindarlehen, das Einbringen von Immobilien als Sacheinlage oder durch eine weitere Barkapitalerhöhung. Hiervor sollte Anlegern aber nicht bange sein, denn die jüngste Kapitalerhöhung bei institutionellen Investoren war innerhalb weniger Stunden vollständig platziert und auch die nächste Maßnahme dürfte aufgrund des erfolgreichen Wirken des WCM-Vorstands auf ähnlich großes Interesse stoßen.

Ich habe WCM auf meiner Empfehlungsliste und halte das Unternehmen für das aussichtsreichste auf dem deutschen Kurszettel im Immobilienbereich. In den kommenden Wochen dürften wir weitere Meldungen über Zukäufe sehen, was dem Kurs weiter Auftrieb geben dürfte.

Dienstag, 12. Januar 2016

VTG kann Finanzierungskosten deutlich senken

Die VTG AG, einer der führenden Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen in Europa mit einem Waggonpark von rund 80.000 Eisenbahngüterwagen teilte heute mit, dass sie für etwa Zweidrittel ihrer Verbindlichkeiten neue Finanzierungsvereinbarungen getroffen hat. Die neue Finanzierung beinhalteteine Tranche über 500 Mio. EUR mit einer Laufzeit von sieben Jahren sowie eine weitere Tranche in Höhe von 400 Mio. EUR mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Diese beiden Tranchen lösen große Teile der Altfinanzierungen des Konzerns ab. Weiterhin besteht eine Kreditlinie von 300 Mio. EUR über eine Laufzeit von drei Jahren, die der VTG Flexibilität für Wachstumsinvestitionen verschafft.

Mit der Refinanzierung spart VTG Kosten in Höhe von 10 Mio. EUR jährlich ein, während die anfallenden außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von 7,0 Mio. EUR sich einmalig im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 widerspiegeln werden.

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Phillips 66: Buffett ist weiter auf Schnäppchenjagd

Value-Investorenlegende Warren Buffett erklärte in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway habe am vergangenen Mittwoch weitere 759.000 Aktien des Raffinerie- und Tankstellenbetreibers Phillips 66 gekauft. Nachdem Buffett zum Ende des zweiten Quartals 2015 die Anlegerwelt verblüffte und eine Beteiligung von rund 10 Prozent bekanntgab, schraubte er nun seinen Anteil auf 12 Prozent hoch. Er hält nun 62,3 Mio. Aktien von Phillips 66 im Gegenwert von knapp 4.75 Mrd. USD. Neben Phillips 66 kaufte Buffett zuletzt auch beim kanadischen Öl-Förderer und Raffineriebetreiber Suncor Energy zu und hatte seine Position im dritten Quartal 2015 um ein Drittel ausgebaut.

 Phillips 66 (Quelle: comdirect.de) 
Denn Buffett liebt beständige und kalkulierbare Geschäftsmodelle und diese kauft er gerne zu Ausverkaufspreisen ein. Der Ölpreis bricht weiter dramatisch ein und mit ihm die Aktienkurse der meisten Ölunternehmen, auch die der sog. Downstreamer wie Phillips 66 und Suncor Energy, die Aktivitäten jenseits der Öl-Förderung haben. Dabei sind für diese sinkende Ölpreise per se nichts Schlechtes, sondern erlauben ihnen bisweilen sogar höhere Margen. Buffett ist hier der Überzeugung, dass die eigentlich wirtschaftlich hervorragend positionierten Unternehmen in den Abwärtssog der Branche hineingezogen werden. Und das zu Unrecht. Daher ist er massiv auf der Käuferseite.

Berkshire Hathaway und Suncor Energy befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 11. Januar 2016

Turnaround-Spekulation: Wenn Totgesagte länger leben

Vor drei Jahren habe ich mich bereits einmal mit Turnaround-Spekulationen beschäftigt und anhand einiger interessanter Werte das Prinzip dargelegt. Und grundsätzlich bleibt es immer das selbe "Spiel", abgestürzte Aktien von schlingernden Unternehmen möglichst am Tiefstpunkt einzusammeln, um dann von ihrer operativen Gesundung zu profitieren.


"Turnarounds seldom turn."


Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten. Da ist zunächst das enorme Risiko, dass das Unternehmen den angepeilten Turnaround nicht schafft und am Ende in die Insolvenz schlittert. Wie Praktiker oder Schlecker. Dann steht man als Aktionär vor dem Totalverlust und daher sind Turnaround-Spekulationen eben keine Buy & Hold-Investments, die man kauft und liegen lässt, sondern sie bedürfen erhöhter und regelmäßiger Aufmerksamkeit. Und dann ziehen sich Turnarounds meistens lange hin, so dass man als Anleger eine  seeeeehr langen Atem braucht und auch zunächst weitere Kursverluste in Kauf nehmen muss. Und man muss unterscheiden lernen zwischen Fakten, die auf eine Erholung hindeuten, und bloßen Wünschen und Vermutungen, mit denen manche sich die Aktien schön reden. Letztere kosten Geld, erste bringen Geld.


"Nur weil eine Aktie fällt heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann."


Und leider bleibt am Ende die Erkenntnis, dass die meisten Turnarounds nicht klappen. Jedenfalls nicht für die Aktionäre, denn selbst wenn das Unternehmen am Ende gerettet ist, bleibt seinen Aktionären nicht selten nur der Totalverlust ihres Geldes. So wie bei Pfleiderer oder jetzt aktuell bei der Deutschen Forfait, wo letztlich Anleihegläubiger ihr Fremdkapital in neues Eigenkapital umgewandelt bekommen, während die Altaktionäre zuvor einen Kapitalschnitt hinnehmen mussten. Die neuen Eigentümer sind am Ende die ehemaligen Fremdkapitalgeber, während die alten Eigentümer enteignet sind. Auch das ist ein Risiko, das mit Aktien einhergeht, denn man ist Miteigentümer und damit voll im Risiko.


"Die meisten Anleger glauben, Qualität und nicht etwa der Preis sei der Maßstab dafür, ob eine
Geldanlage riskant ist. Doch qualitativ hochwertige Aktiva können riskant und Vermögenswerte
niedriger Qualität können sicher sein. Es ist alleine eine Frage des Preises, den man für sie bezahlt."


Das Entscheidende bei einer Turnaround-Spekulation ist also nicht der Preis der Aktien, sondern ihr Wert. Denn nur weil eine Aktie um 50 oder 80 Prozent gefallen ist, ist sie noch keine günstige Kaufgelegenheit. Denn wer nach einem 80-prozentigen Kurssturz von 100 auf 20 EUR kauft, erleidet bei einem weiteren Abrutschen auf 10 EUR einen Verlust von 50 Prozent - auch wenn dieser Rückgang aus Sicht der 100 EUR "nur" weitere 10 Prozent ausmacht. Um also nicht nur zocken zu müssen und darauf zu hoffen, dass sich die Aktie schon irgendwie und irgendwann wieder erholen würde, sollte man auf ihren Wert achten. Denn wenn unsere 20 EUR-Aktie zum Zeitpunkt des Kaufs 30 EUR Wert ist, ist die Aussicht mit ihr Geld zu verdienen wesentlich größer, als wenn ihr Wert nur 10 EUR ausmacht. Klingt wie eine Binsenweisheit, aber da sie (zu) selten beachtet wird und Anleger deshalb sehr viel Geld verlieren, ist sie durchaus ein weiteres Mal erwähnenswert. Und vor allem beachtenswert!

Werfen wir also mal ein Blick auf die Werte, die ich vor zwei Jahren vorgestellt habe: BlackBerry, IBM und TwinTec.

BlackBerry
 BlackBerry (Quelle: comdirect.de) 
Noch immer kämpft der einstige Handy-Pionier mit operativen Problemen, seine Handys haben inzwischen nur noch einen Marktanteil von weniger als 1 Prozent. Man hatte den Trend hin zu Touchscreens völlig verschlafen und ist als Anbieter inzwischen in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Der neue CEO Chen richtet das Unternehmen zunehmend auf Software und Sicherheitstechnik aus und immerhin verbrennt BlackBerry kein Geld mehr. Zuletzt wagte man sich sogar wieder an die Handy-Produktion und da man nun auch auf Android setzt als Betriebssystem, dürfte man mit seinem innovativen Konzept - die Telefone haben optional eine ausfahrbare Tastatur - insbesondere im Businessbereich punkten können. Der Turnaround ist also noch im Gang, inzwischen jedoch auf einer unternehmerischen soliden Basis.

IBM
 IBM (Quelle: comdirect.de) 
Der Großkonzern zieht sich immer mehr aus dem Bereich Hardware zurück und setzt zunehmend auf Software und cloudbasierte Anwendungen. Hinzu kommt das kognitive System Watson, mit dem viele Hoffnungen verbunden sind. Nachdem IBM das vierzehnte Quartal infolge Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatte und beim Gewinn sogar die pessimistischte aller Analystenprognosen unterboten hatte, scheint sich hier wenig zum Besseren zu wenden. Allerdings verdient IBM noch immer kräftig und kauft eigene Aktien zurück, so dass sich der Gewinn je Aktie sowie die Dividenden ständig erhöhen. IBM wird daher von vielen Value-Anlegern, ganz vorne mit dabei Warren Buffett, als tolles Investment angesehen, auch wenn der Kurs seit Jahren nur eine Richtung kennt: nach unten. Immerhin... IBM war im Jahr 2015 nicht mehr der schlechteste Dow Jones-Wert, einen Titel, den man 2013 und 2014 unangefochten "erobert" hatte. Der Turnaroud ist hier vielmehr eine tiefgreifende Veränderung des Geschäftsmodells und es scheint nur wenig Gefahr zu bestehen, dass IBM grundlegend straucheln wird. Denn immerhin bedient man fast alle der Top 100-Unternehmen der USA und hat somit eine solide Basis. Ob IBM sich irgendwann doch noch als gutes Investment erweisen wird, bleibt abzuwarten. Und ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass man sich mit einem Einstieg noch Zeit lassen kann, bis die Wandlung auch wirklich Früchte trägt.

TwinTec
 TwinTec (Quelle: comdirect.de) 
Dass es TwinTec noch gibt, ist schon ein Erfolg, denn man stand nur Tage vor dem Exitus. Seitdem gab es zwei Eigentümerwechsel und man hat einen neue CEO, der von der übernommenen Tochter Beaumot stammt und man kann durchaus Erfolge vorweisen. So sind die neuen Abgasreinigungssysteme ziemlich überzeugend und man setzt künftig nicht mehr nur auf Landwirtschaftliche und Industriefahrzeuge, sondern möchte auch im Pkw-Bereich Tritt fassen. Und zwar nicht nur bei der Nachrüstung, sondern möchte auch Erstausrüster für die Abgasnachbehandlung werden. Sich immer weiter verschärfende Abgasnormen, der stärkere Fokus auf der Feinstaubproblematik, auch in China, und natürlich der VW-Abgasskandal bzgl. der Dieselmotoren bieten hier enorme Chancen. Auf der Risikoseite bleibt, dass TwinTec nach wie vor rote Zahlen schreibt, wenn man dem positiven Bereich auch stetig näher kommt. Bisher ist jeder Kurserholungsversuch nach kurzer Zeit wieder abverkauft worden, so dass die Marke von 1 EUR kaum länger als für ein paar Wochen überschritten werden konnte. Nur für Anleger mit erhöhter Risikobereitschaft und langem Atem.


"Value-Investoren sollten bei den hässlichen, versteckten und unbeliebten Aktien suchen."


Doch nicht nur zurück möchte ich blicken, sondern auch verprügelte Unternehmen der Gegenwart mal einer kurzen Betrachtung unterziehen. Denn auch hier finden sich recht interessante Werte.

Drägerwerk Vz.
 Drägerwerk Vz. (Quelle: comdirect.de) 
Drägerwerk ist Marktführer in einem lukrativen und wachsenden Markt, der Schutz- und Sicherheitstechnik. Ob Rettungswesten, Atemmasken, medizinische Geräte oder Anwendungen für den Bergbau, die Lübecker sind mit ihren 13.000 Mitarbeitern immer vorne mit dabei. Und doch gelang es dem TecDax-Unternehmen im letzten Jahr nicht (mehr), Umsatz und Ergebnisse auf die Schiene zu bringen. Insbesondere die aussichtsreichen Auslandsmärkte USA, China und Brasilien machten Probleme, so dass sich unterm Strich der Jahresgewinn auf etwa 2,36 EUR je Aktie knapp halbierte. Als wenn das nicht schon schlecht genug wäre, verschreckte man die Anleger mit immer wieder neuem Verfehlen der eigene Prognosen und verspielte so zusätzlich Vertrauen an der Börse. Neben den Bekundungen, man wolle wieder profitabel(er) werden, lässt man allerdings auch Taten sprechen. So will man die Produktivität deutlich steigern, indem Verwaltung und Produktion gestrafft werden und so soll denn in 2016 ein Gewinn von 4,74 und 2017 von 5,73 EUR je Aktie erreicht werden. Da an Drägerwerk-Produkten eigentlich kaum ein Weg vorbeiführt, können Anleger auf einen erfolgreichen Turnaround setzen und sich ein paar Aktien ins Depot legen. Eine schnelle Rückkehr zu Kursen von über 120 EUR, wie sie im Frühjahr 2015 noch aufgerufen wurden, sollte man jedoch nicht erwarten. So schnell und so hoch dürften die Bäumen nicht (wieder) in den Himmel wachsen.

Eon
 Eon (Quelle: comdirect.de) 
Warren Buffett sagte einmal, mit Energieversorgern würde man nicht reich, aber man bleibe es. Nun, da hatte er noch nicht von der deutschen Energiewende gehört, die zum Großteil für den desaströsen Kursverlauf der Eon-Aktie verantwortlich ist. Der deutsche Energieversorger bietet so ziemlich alles, was momentan nicht angesagt ist: Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke, Öl- und Gaskraftwerke und dazu noch die Beteiligung kommunaler Körperschaften, von Städten und Gemeinden, sowie eine immer stärker zunehmende staatliche Regulierung bei Preisen, Investitionen und Kosten. Einerseits werden die Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur diktatorisch festgeschrieben und dann für einen 5-Jahreszeitraum inkl. linearer Abschmelzung festgeschrieben, andererseits macht der Vorrang erneuerbarer Energien samt subventionierter Festpreise fossile Kraftwerke immer unrentabler, so dass Stilllegen billiger als Betreiben ist - trotz hoher Milliardenabschreibungen. Ein Markt zum Weglaufen! Und das haben die Anleger seit 2008, als die Eon-Papier noch über 50 EUR kosteten, scharenweise getan. Und die Aussichten sind bei aktuell 8 EUR auch nicht rosiger geworden, denn die Gaskraftwerke (selbst die modernsten Europas!) können nicht wirtschaftlich betrieben werden, obwohl der Gaspreis auf Rekordtief notiert. Und der Atomausstieg wird Eon (und EnBW, RWE und Vattenfall) Milliarden kosten - hierfür haben die vier insgesamt 39 Milliarden EUR an Rückstellungen gebildet, die aber pessimistischen Gutachten zufolge evtl. nicht ausreichen werden. Und dann liegen sie auch nicht in Cashform vor, sondern sind in Form von Kraftwerken und Anlagen kapitalgebunden, so dass diese erst verkauft werden müssten, um sie zu monetarisieren. Es können durchaus Zweifel angebracht sein, ob sich er Papierwert dann auch wirklich erzielen lässt und sich hier nicht eine weitere Lücke auftut.

Eon selbst möchte sich aufspalten und hat hierzu zum Jahreswechsel seine konventionellen Parts in die neue Tochter "Uniper" eingebracht und hier noch als Aufhübschung die Wasserkraftsparte sowie den Gasgroßhandel hinzugefügt. Die "alte" Eon soll die neue Ausrichtung zeigen, das Zukunftsgeschäft. Also die erneuerbaren Energien, sie Stromnetze, den Vertrieb. Und auf Druck der Politik auch die Atomsparte. In diesem Jahr soll Uniper als Spin-off abgespalten werden und Eon stünde dann weitgehend "sauber" da.

Das große Risiko bleibt allerdings der Atomausstieg, die Kosten sind schlicht nicht kalkulierbar. Nach der Rechtslage sind die Energieversorger für die Entsorgung zuständig und für Ende Februar ist der Abschlussbericht der Atomkommission vorgesehen, der Klarheit über die Finanzierbarkeit bringen soll. Es scheint ausgeschlossen, dass die Energieversorger über die 39 Mrd. EUR an Rückstellungen hinaus zur Kasse gebeten werden, denn wenn man sich die Eigentümerstruktur von Eon und RWE ansieht, stehen hinter ihnen eben auch zahlreiche deutsche Kommunen und Städte. Und anders als der Bund, der mit Milliardenüberschüssen rechnen kann, stehen die Kommunen finanziell mit dem Rücken zur Wand. Und das nicht seit der unbezahlbaren Flüchtlingswelle. Die Kommunen sind schlichtweg auf die Dividendenzahlungen der Energieversorger angewiesen, weil sie ansonsten Kindergärten, Bibliotheken und Schwimmbäder schließen müssen. Es dürfte also auf einen Kompromiss hinauslaufen, der den Energieversorgern eine Überlebenschance bietet. Und genau dies ist die Chance für mutige und risikobereite Anleger. Sie legen sich jetzt einige Eon-Aktien ins Depot und setzen darauf, dass die Neuausrichtung gelingt, die Abschreibungen auf Kraftwerke sich künftig reduzieren und sich mit den neuen Geschäftsfeldern wieder gutes Geld verdienen lassen wird.

Hierbei ist Eon seinem Rivalen RWE vorzuziehen, denn der geht dem umgekehrten Weg bei der Aufspaltung: RWE bleibt das Schmuddelkind, während die Zukunftsgeschäftsfelder mittels einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden sollen.

H&R
 H&R (Quelle: comdirect.de) 
Die Spezialchemiefirma erzeugt chemisch-pharmazeutische Spezialprodukte auf Rohölbasis, wie Weichmacher, Weißöle, Paraffine, Druckfarbenöle und Bindemittel und betreibt in Deutschland zwei Raffinerien. Und damit ließ sich in den vergangenen Jahren immer weniger verdienen, vor allem der starke Einbruch beim Ölpreis hatte für zusätzlichen hohen Abwertungsbedarf gesorgt. Doch inzwischen zeichnet sich eine Wende beim operativen Geschäft ab und H&R und obwohl aufgrund der niedrigeren Rohölpreise der Umsatz deutlich zurückging, erzielt das Unternehmen wieder satte Gewinne; die um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Marge schnellte wieder auf 8 Prozent hoch und Unternehmenslenker Hansen deutete an, dass H&R das Jahr am oberen Ende der eigenen Prognosen abschließen könne. Evtl. könne die Ergebniserwartung sogar um bis zu 15 Prozent übertroffen werden.

In den nächsten Jahren will Hansen den Internationalisierungskurs mit Fokus auf das stark wachsende Spezialitätengeschäft in Asien deutlich vorantreiben. Zu diesem Zweck hatte der Konzern Ende 2014 bereits 51 Prozent der chinesischen Geschäftsaktivitäten der Hansen & Rosenthal Gruppe übernommen und baute damit sein margenstärkeres Spezialitätengeschäft in Asien ausgebaut. Der Kurs Richtung Asien bringt zwar einerseits Konkurrenz und Margendruck, andererseits aber große Wachstumsmöglichkeiten, so dass der Konzern unterm Strich auf dem richtigen Weg sein dürfte und ab 2017 die Gewinne noch stärker ansteigen sollten.

Einschätzung
Von den drei genannten Werten dürfte H&R die sicherste Spekulation auf einen nachhaltigen Turnaround sein, weil er schon weiter fortgeschritten ist und sichtbare Erfolge zeigt. Eon bietet langfristig das größte Erholungspotenzial, wenn die genannten Entwicklungen denn auch so eintreffen. Auch das Risiko ist bei Eon vergleichsweise hoch. Und bei Drägerwerk bleibt abzuwarten, ob es dem Management gelingt, die (eigenen) Erwartungen wieder zu erfüllen. Dann winken neben starken operativen Verbesserungen auch hier Kursgewinne.

Bei allen positiven Lichtblicken und Hoffnungsschimmern, die man am Horizont erblicken mag, bleibt jedoch immer der Blick auf das Risiko die grundlegendste Tugend. Erst danach sollte man sich den Chancen zuwenden.

"Ein Kurs kann auch auf Null fallen."