Mittwoch, 4. Dezember 2019

MasterCard-Aktionäre im Glück: mehr Gewinn, mehr Dividende, mehr Aktienrückkäufe

Der Zahlungsdienstleister MasterCard [WKN: A0F602] hat neulich mal wieder beeindruckende Quartalszahlen veröffentlicht und nun kommen diese Erfolge auch wieder direkt den Aktionären zugute.

Im dritten Quartal waren die Erlöse um 15% auf $4,5 Mrd. gesteigert worden und der Gewinn legte im Jahresvergleich um 11% $2,1 Mrd. zu, umgerechnet rund €1,9 Mrd. Dank dieser Rekordwerte kann es sich MasterCard leisten, seine Aktionäre weiter zu verwöhnen, und zu wird nun die Quartalsdividende um gute 21% auf $0,40 je Aktie angehoben (bisher $0,33). Aber auch bei den Aktienrückkäufen will Mastercard nochmals eine Schippe drauflegen...

Sobald das noch laufende Rückkaufprogramm im Volumen von $6,5 Mrd. beendet ist und die verbliebenen $300 Mio. in eigenen Aktien angelegt sind, wird ein neues, höheres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von $8 Mrd. gestartet, so dass bezogen auf die gegenwärtige Börsenkapitalisierung von rund $292,5 Mrd. knapp 2,75% der ausstehenden Aktien eingesammelt werden können. Und diese Mittel wird Mastercard wohl innerhalb eines Jahres aufbrauchen, denn alleine im ersten Quartal 2019 hatte man $1,8 Mrd. für Aktienrückkäufe aufgewendet und seitdem in ungefähr gleichem Tempo weitere $4,4 Mrd.

Meine Einschätzung

MasterCard (Quelle: wallstreet-online.de)
MastarCard - und der größere Rivale VISA - sind und bleiben die größten Profiteure im Payment-Markt. Fintechs hin oder her, an den beiden Zahlunsgsabwicklern führt kein Weg vorbei. Nicht etwa, weil Kreditkarten en vogue wären, das sind sie nicht (mehr). Sondern weil die beiden die Points-of-Sale kontrollieren, also die Schnittstellen zwischen Kunde und Händler. Mastercard, der kleinere der beiden, hat mehr als 47 Millionen Vertragspartner weltweit. Ein Partnernetz, das man in 60 Jahren aufgebaut hat. Deshalb sind AliPay, Apple Pay oder GooglePay auch keine wirklichen Konkurrenten, sondern auf Kooperationen mit MasterCard und VISA angewiesen, wollen sie ihre Payment-Dienste zum Erfolg führen. Eine solche eigene Infrastruktur zu schaffen mit zig Millionen von Vertragspartnern würde nämlich enorme Summen und Zeit in Anspruch nehmen. Daher gehen sie alle den einfache(re)n Weg und kooperieren. Gleiches gilt auch für Amazon, Apple oder Goldman Sachs, die ihre Kreditkarten in Kooperation mit Mastercard und/oder VISA auf den Markt bringen.
»Kein Wort ist herausragend genug, die operativen Gewinnspannen oder die Kapitalrendite (von MasterCard oder VISA) beschreiben zu können.«
(Chuck Akre)
MasterCard wird auch künftig von Aufstreben neuer Mittelschichten in Asien profitieren, von der starken Konjunktur in den USA und den dortigen niedrigen Arbeitslosenzahlen. Und wer Arbeit hat und Geld verdient, kauft auch mehr ein. Und zwar immer öfter bargeldlos. Und MasterCard verdient immer öfter und immer mehr mit. Auch über das immer stärker ausgeweitete Loyalty-Programm, das noch stärker wächst als das eigentliche Kerngeschäft.

Ein Unternehmen in einem stark zulegenden Markt mit einem kolossalen, kaum überwindbaren Burggraben, das ist ein Quality Investment erster Güte und Kursrücksetzer sollten sich auf lange Sicht immer als gute Einstiegs- bzw. Nachkaufgelegenheiten erweisen.

Disclaimer
MasterCard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Hallo Michael!
    Danke für den Beitrag. Ich sehe das genau wie du. Online zahlen mit Apple Pay, Google Pay etc hin oder her an den beiden Giganten kommt niemand so einfach vorbei und wenn wird das noch eine ganze Weile dauern. Mit Kreditkarte zahlen noch so viele Leute da sie den anderen Methoden einfach noch nicht so viel Vertrauen schenken. Dazu kommt, dass Mastercard gute Zahlen vorweisen kann und demnach beliebt bei Aktionären ist.

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    1. Zumal bei Apple Pay und Google Pay am Ende auch über virtuelle MasterCard oder Visa Kreditkarten abgerechnet wird. Selbst wenn man bei Google Pay PayPal hinterlegt läuft es über MasterCard.

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