Donnerstag, 30. April 2020

Good News bei... American Tower: Deutliche Umsatz und Gewinnsteigerung im ersten Quartal und auch künftig kaum Corona-Auswirkungen

American Tower ist ein Real Investment Trust (REIT), der seine Gewinne nicht versteuern muss, solange er im Gegenzug mehr als 90% seines Gewinns an seine Aktionäre ausschüttet. Dieser Spezial-REIT gehört zu den großen Gewinnern des Mobil- und Smartphone-Booms; die neuste Netz-Generation (5G) wird gerade weltweit ausgerollt und für diese sind viel mehr Standorte nötig als für die vorangehenden Generationen, da die Funkzellen wesentlich kleiner sind und die Antwortzeiten wesentlich schneller ("Latenz"). Und da American Tower sein Wachstum auch über Schulden finanziert, spielen dem Unternehmen die weltweit weiter sinkenden Zinsen zusätzlich in die Karten und pimpen das Finanzergebnis zusätzlich. Und damit auch die Gewinne. Entsprechend positiv präsentieren sich die Ergebnisse, die das Unternehmen für das erste Quartal 2020 vorlegen konnte.

American Tower erzielte einen gegenüber dem Vorjahresquartal um 9,9% gesteigerten Umsatz von $1,99 Mrd. Der Nettogewinn stieg um 2,7% auf $419 Mio., während der verwässerte Gewinn je Aktie um 4,5% auf $0,93 stieg. Damit lag man allerdings leicht unter den Erwartungen der Analysten (Umsatz von $2 Mrd. und Gewinn je Aktie von $1,07). Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg um 14,1% und die Marge von EBITDA zu Nettoergebnis stieg von 61% auf 64%.

Quelle: wallstreet-online.de
Im Rahmen von Akquisitionen erwarb das Unternehmen 193 neue Tower-Standorte für $49 Mio., überwiegend in Märkten außerhalb der USA. Darüber hinaus konnte die Übernahme der restlichen Anteile am Joint Venture in Ghana und Uganda mit der MTN Group Ltd. abgeschlossen werden, so dass AMTs Anteil nun bei 100% liegt. Der Kaufpreis lag bei $524 Mio.

Corona hat nur kleine Auswirkungen auf das Business von AMT, da der Großteil der Einnahmen von den Telekom-Unternehmen stammt für die Nutzung der Tower-Standorte und damit kaum Schwankungen oder Risiken unterliegt. Die Einnahmen hieraus stiegen gegenüber dem Vorjahreswert um 10,5%.

CEO Tom Bartlett äußerte sich dem entsprechend positiv:
"Trotz der Herausforderungen, die sich aus der COVID-19-Pandemie ergeben, haben wir ein solides erstes Quartal hingelegt, einschließlich eines organischen Wachstums der Tower-Mieteinnahmen in den USA von 5,6%, einer konstanten internationalen Leasingaktivität und einer Dividendenerhöhung von 20%. Wir glauben, dass die Widerstandsfähigkeit und Stabilität unseres Geschäftsmodells, unsere Investment-Grade-Bilanz, die beträchtliche Liquidität und die zugrunde liegenden globalen Wachstumstrends bei der Nutzung mobiler Daten uns helfen werden, die anhaltende Krise zu bewältigen."

Meine Einschätzung

Für Dividenden-Fans bleibt American Tower erste Wahl, denn AMT ist ein echter Dividendenwachstumswert. Die optisch niedrige Dividendenrendite wird durch deutliche Kurssteigerungen und 20-prozentige Dividendensteigerungen mehr als wettgemacht.

Der Boom bei mobilen Anwendungen, ob es E-Mobilität und autonomes Fahren sind, Industrieanwendungen, das vernetzte Haus oder automatisierte chirurgische Eingriffe, sie alle benötigen die neuen Datennetze und diese wiederum eine Vielzahl an Standorten für die Sende- und Empfangsgeräte. Und mit 5G ist ja nicht Schluss, die nächste Generation steht schon in den Startlöchern; daher wird American Tower noch lange von einer wachsenden Nachfrage beglückt werden und sich auf viele Jahre eine goldene Nase verdienen. Und ich mit...ツ

Disclaimer
American Tower befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Kissig, wie schnell wachsen denn Umsatz und Gewinn pro Turm also bereinigt um das Wachstum bei der Anzahl der Türme?
    VG und danke für den tollen Blog :)

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    1. Diese Zahl kann wohl nur ein intensiver Blick in die Unternehmenspräsentation bringen, die sich auf der Website findet. Parat habe ich die Kennzahl leider nicht.

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  2. Guten Tag, gibt es nicht das Risiko, dass weitere Generationen von Mobilfunkanwendungen weniger Masten benötigen, weil die Reichweite größer ist?

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    1. Theoretisch kann das möglich sein. Allerdings ist nicht erst bei 5G das Thema Strahlung ja von hoher Relevanz und je weiter entfernt ein Sendemast vom Empfängergerät ist, desto geringer ist der Empfang und umso stärker ist die Leistung des Empfangsteils im Smartphone/Tablet. Und genau diese Strahlung möchte man ja lieber nicht im Maximallast am Kopf haben. Und sieht man auf 5G dann ist das Thema Latenz entscheidend, also kleinere Funkzellen, die eine schnellere Kommunikation ermöglichen. Wenn sich z.B. die Anwendung autonomes Fahren durchsetzt, dann kann dies nur funktionieren, wenn es ein lückenloses Netz gibt. Gerade in Großstädten stehen da aber viele Hindernisse im Weg, Häuser/Bauwerke aus Stahl und Beton. Je weiter Weg ein Sendemast, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Empfängergerät erreicht. Gleitet man passiv in einem autonomfahrenden Auto durch die City, dann wünscht man sich kaum, dass man da ständig Funklöcher hat und das Auto "blind" fährt. Also muss es eine Vielzahl von Sende- und Empfangsstationen geben, um überall und zu jeder Zeit eine flächendeckende Netzabdeckung zu gewährleisten. Im Idealfall sogar überlappende Funkzellen als Sicherheit, falls ein Sende-Empfangsteil ausfällt.

      Aus meiner Sicht also eher keine Gefahr...

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  3. Hallo Herr Kissing,

    ein sehr interessantes Unternehmen welches sich ganz oben auf meiner Watchliste befindet.

    Ich frage mich nur, ob nicht in Space X von Elon Musk eine ernstzunehmende Gefahr mittelfristig besteht..... oder übersehe ich etwas am Geschäftsmodel?

    Viele Grüße
    Michael

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    1. Moin Michael,
      ich Grunde steckt die Antwort in meinem vorherigen Kommentar: "Und sieht man auf 5G dann ist das Thema Latenz entscheidend, also kleinere Funkzellen, die eine schnellere Kommunikation ermöglichen. Wenn sich z.B. die Anwendung autonomes Fahren durchsetzt, dann kann dies nur funktionieren, wenn es ein lückenloses Netz gibt. Gerade in Großstädten stehen da aber viele Hindernisse im Weg, Häuser/Bauwerke aus Stahl und Beton. Je weiter Weg ein Sendemast, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Empfängergerät erreicht. Gleitet man passiv in einem autonomfahrenden Auto durch die City, dann wünscht man sich kaum, dass man da ständig Funklöcher hat und das Auto "blind" fährt. Also muss es eine Vielzahl von Sende- und Empfangsstationen geben, um überall und zu jeder Zeit eine flächendeckende Netzabdeckung zu gewährleisten. Im Idealfall sogar überlappende Funkzellen als Sicherheit, falls ein Sende-Empfangsteil ausfällt".

      Wenn ein weltweites Satellitennetz gespannt wird, dann ist das meines Erachtens eher eine zusätzliche Netzabdeckung, aber keine vollständige Alternative. "Latenz" wird durch eine tausende Kilometer lange Verbindung in den Orbit nicht reduziert, sondern das Problem eher verstärkt. Für die Anbindung der Smartphones/Tablets an das Datennetz sind ortsnahe Sende- und Empfangsgeräte für mich unverzichtbar. Und damit Sendemasten/- stationen. Von wo aus und wie dann die Daten weitertransportiert werden, ob per Funk zum nächsten Sendemast oder über Glasfaserkabel oder via Satellit, ist dann ja eine andere Frage.

      Ein existenzielles Risiko für das Geschäftsmodell der Sendemastenbetreiber wie AMT, CCI, SBA sehe ich in den Orbit-Bestrebungen von Musk, Bezoz, Facebook nicht.

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