Freitag, 7. Januar 2022

Mogelpackung und Renditekiller: Gerd Kommers vernichtende andere Ansichten zu offenen Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds sind beliebt bei deutschen Anlegern und dafür sollte es eigentlich keine Gründe geben. Denn sie sind schlicht nur eins: Geldvernichter!

Dabei klingt die Idee so simpel: Offene Immobilienfonds sollen aus der starren Anlageklasse Immobilien ein handelbares und jederzeit schnell zu Geld machendes (also fungibles) Investment machen. Und dabei auch noch vergleichbare Renditen abwerfen wie der Immobilienmarkt selbst. Das ist eine Fata Morgana! Ein Trugbild oder einfach ein Beschiss, wenn man es deutlich formulieren will. Und das will ich.

Offene Immobilienfonds sind nur solange "offen", also ihre Anteile leicht handelbar, wie nur eine kleine Anzahl von Anlegern ihr Geld zurückverlangen. Ansonsten kollabiert das System, denn das Geld steckt ja in Immobilien fest und diese können eben nicht von jetzt auf gleich zu Geld gemacht werden, auch in besten Börsen- und Wirtschaftsphasen nicht. In Krisenzeiten schon gar nicht. Wollen zu viele Anleger zur gleichen zeit ihr Geld zurück, ist dieses Geld schnell aufgebraucht. Offene Immobilienfonds haben nur wenig Liquidität und können sich auch nur max. 10% an kurzfristigem Geld zusätzlich leihen. Dann müssen sie Immobilien verkaufen, um Liquidität zu besorgen. Und das dauert. Nicht in der Theorie, sondern in der Realität. Das haben wir schon erlebt, ist erst ein paar Jahre her. Und weil Privatanleger bei Offenen Immobilienfonds zumeist vollkommen unter die Räder kommen und dies nicht einmal erkennen (können), sind diese Produkte in vielen Ländern, wie den USA, für Privatanleger nicht zugelassen. Aber das "stupid german money" darf da rein, natürlich. Die Finanzbranche verdient sich daran nämlich eine goldene Nase...

Ich habe in den letzten Jahren mehrfach vor dieser Anlageklasse gewarnt und heute hat Gerd Kommer seinen umfangreichen Artikel "Offene Immobilienfonds – Illusion und Wirklichkeit" veröffentlicht, der detailliert die unhaltbaren Versprechen und die unterirdischen Renditen aufzeigt. Eine Pflichtlektüre für alle Interessierten - und Investierten!

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3 Kommentare:

  1. Um die Ansichten des Gerd Kommer Invest besser einordnen zu können muss man sich natürlich zwei Dinge veranschaulichen. 1. ImmobilienAKTIEN sind nur sehr bedingt gleichzusetzen mit direkten Immobilienfonds(beteiligungen). Beide Finanzprodukte sind völlig unterschiedlich konstruiert und unterliegen unterschiedlichen aufsichtsrechtlichen Gegebenheiten. Der klassische Äpfe-mit-Birnen-Vergleich 2. Die Investmentstrategie der Gerd Kommer Invest lässt keine Intergration offenen Immobilienfonds zu. Das heißt, das Erebnis einer PRüfung muss zu ungunsten der IOF ausfallen.
    Bei eingiger berechtigter Kritik an OIF, sind zwei Punkte klar unvollständig und damit falsch dargestellt. 1. Die immer wieder direkt und indirekt postulierte Effizienzmarkthypothese ist eine Hypothese (also eine unbewiesene Annahme und kein Naturgesetz), die bereits mehrfach wissenschaftlich wiederlegt wurde. 2. Die Schießung der OIF ist nicht primär ein Ergebnis der Bewertungsverschiebungen in Folge der Finanzkrise, sondern der Liquidationspanik der Anleger. Dieses Problem besteht bei ETF auf Immobilienaktien im Prinzip auch. Ein Ausverkauf der Anteile würde die Kurse stark fallen lassen und kann zu Liquiditätsengpässen und sogar Liquidationserfordernissen führen.

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  2. @unknown:
    Bei eingiger berechtigter Kritik an OIF, sind zwei Punkte klar unvollständig und damit falsch dargestellt. 1. Die immer wieder direkt und indirekt postulierte Effizienzmarkthypothese ist eine Hypothese (also eine unbewiesene Annahme und kein Naturgesetz), die bereits mehrfach wissenschaftlich wiederlegt wurde.

    Was willst Du damit sagen? Kapitalismus ist tot, Kommunismus lebt oder ist besser? Natürlich ist der effiziente Markt in vielen Extremsituationen widerlegt worden oder wird immer wieder stark gestört. Dennoch regelt sich der Markt im Sinne der Effizienz immer wieder selber. Extreme Überbewertungen werden korrigiert, zu teure Anbieter verschwinden vom Markt und ineffiziente Märkte werden nicht mehr genutzt. Auch dies ist belegt. Fazit: Man findet für jeden querdenkerischen Ansatz eine passende Studie. Dies liegt in der Wissenschaft und der Art des Sponsorings/Zielsetzung begründet wie Du selber über Gerd Kommer behauptest.


    2. Die Schießung der OIF ist nicht primär ein Ergebnis der Bewertungsverschiebungen in Folge der Finanzkrise, sondern der Liquidationspanik der Anleger. Dieses Problem besteht bei ETF auf Immobilienaktien im Prinzip auch. Ein Ausverkauf der Anteile würde die Kurse stark fallen lassen und kann zu Liquiditätsengpässen und sogar Liquidationserfordernissen führen.

    Die Aussage ist krass falsch und zeigt dein Unwissen oder die bewusste falsche Darstellung von Tatsachen. Mit Schließung und Liquidität von OIF hast Du noch recht. Der Liquidationsdruck (nicht PANIK!) löst die Schließung aus. Dieses Prinzip besteht bei ETFs oder Aktien nicht. Natürlich sinkt der Kurs, aber Du kannst immer deine Aktien oder ETFs verkaufen. Vielleicht mit Verlusten, aber Du bekommst immer sehr zeitnah dein Geld. Bei einem geschlossenen OIF bekommst du dein Geld ggf. nach Jahren, aber ebenfalls mit Verlusten.
    Daher ist dieser Vergleich wirklich unverschämt und zeigt für mich eher ein Sponsoring seitens der OIF-Industrie an.

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  3. Richtig, Tobias. Bei (Immobilien-) Fonds oder ETFs gibt es keine Illiquidität, da die Anteile über die Börse verkauft werden können. Es ist eben keine Rückgabe an den Emittenten, der die Anteile gegen (seine) Liquidität eintauschen muss. Die Einschränkung an der Börse ist, dass der Kurs natürlich rein theoretisch in Paniksituationen auf Null fallen könnte, aber vermutlich würden eher starke Kursverluste anfallen: Und natürlich könnte die Börse auch geschlossen werden und ohne Börsenhandel wären auch Aktien, ETFs, Fonds illiquide. Abgesehen von einer technischen Störung waren Handelsaussetzungen des gesamten Marktes über mehr als ein paar Tage aber bisher meiner Erinnerung nach aber nie Mittel der Wahl. Weil sie das Vertrauen in den Markt ja auch nicht unbedingt verbessern...

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