Sonntag, 2. Januar 2022

2022 bringt den 'Wind of Change', aber nicht unbedingt nur Gegenwind

In 2022 steuern wir auf neue alte Phänomene zu: Inflation und Zinsen. Das klingt banal, doch nachdem die Welt seit Jahren kaum Inflationssorgen kennt und von Null- und Negativzinsen geprägt ist, die von geldpolitischer Flutung seitens der Notenbanken begleitet werden, hat bei allen drei Bereichen sich der Wind begonnen zu drehen. Nach meinem Rückblick "2021 im Rückspiegel: Buy the Dip" war hip, doch 'size matters', mussten wir erkennen. Irgendwie jedenfalls..." wage ich nun einen Ausblick auf die nächsten 12 Monate. Und dabei werde ich mich keinesfalls zu Phrasen, wie "es wird schwieriger" oder "die Zeit des einfachen Geldverdienens ist vorbei" hinreißen lassen, die man in Jahresausblicken so oft liest. Denn die sind einfach dümmlich. Auch wenn der Blick nach vorn immer unklarer ist als der zurück, bei dem die Ereignisse ja bekannt sind und damit beherrschbar erscheinen, war das vorherige Jahr mir seinen vielen Wendungen in der damaligen Vorschau ebenso wenig klar und vorhersehbar wie das neue Jahr heute.

Für 2022 steht nur eine fest: es wird stattfinden. Unklar ist allerdings noch, was. Oder?
Vorhersagen beginnen zumeist damit, dass bereits laufende Trends einfach fortgeschrieben werden. Das ist clever, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie erstmal noch einige zeit lang laufen. Doch je weiter der Prognosezeitraum sich vom Prognosezeitpunkt entfernt, desto ungenauer wird die Prognose und auch die Trends verändern sich oder werden durch neue abgelöst.

»Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.«
(Mark Twain)

Diese Aussage Mark Twains ist schon schon alt und auch von mir reichlich abgenutzt. Aber sie ist wahr. Ich nehme mir also erstmal die Dinge vor, die relativ 'sicher' sind.

Corona bleibt ein Faktor

Die Pandemie hat uns fest im Griff und das wird auch so bleiben. Delta war die dominierende Variante in 2021 und sie war aggressiver und tödlicher als ihre Vorgänger. Nun wird sie verdrängt von Omikron, die sich noch aggressiver verbreitet, aber dem Anschein nach die Lungen nicht so stark in Mitleidenschaft zieht und daher weniger starke Verläufe zeigt und damit weniger Aufenthalte auf Intensivstationen und Beatmungshilfe notwendig macht. Und deutlich weniger Todesfälle und wohl auch Long-COVID erzeugt.

Manche Leute sehen die Pandemie damit als abgehakt an, weil Corona sich in ihren Augen zu einer normalen Grippe entwickelt habe. Ich würde mich wirklich freuen, wenn es so wäre, aber es spricht einiges gegen diese Lesart.

Zunächst einmal verbreitet sich Omikron viel schneller als Delta und damit geht eine Überlastung unseres Gesundheitswesens einher. Auch wenn es pro tausend Infizierte deutlich weniger schwere Verläufe und Todesfälle gibt, gibt es doch wesentlich mehr Fälle. Das bedeutet, dass die Zahl der absoluten Fälle nicht wirklich sinkt! Und das sind die Zahlen, mit denen die Politik bei ihren Entscheidungen umgehen muss und deren wahrscheinliche Entscheidungen erzeugen dann die Effekte, die Bürger und Unternehmen treffen.

Des Weiteren hält der Schutz vor einer Neuinfektion nur einige Monate an. Und zwar unabhängig davon, ob man geimpft oder genesen ist. Nach spätestens sechs Monaten benötigt man eine Auffrischungsimpfung, um den Schutz weiterhin hoch zu halten. Und das ist deshalb sinnvoll, weil man in diesem Zustand bei einer Coronainfektion mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen relativ milden Verlauf abbekommt und kaum von Long-COVID betroffen ist.

Aber... Corona grassiert erst seit zwei Jahren und in dieser Zeit gab es mehrfach Mutationen. Die Omikron-Variante spielt erst seit etwa zwei Monaten eine Rolle und hat sich doch bereits zur dominierenden Variante entwickelt. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass es weitere Mutationen geben wird. Und dabei ist nicht auszuschließen, dass die nächste Variante nicht wieder tödlicher sein wird als ihre Vorgänger.

Corona wird also in 2022 ein Faktor bleiben. Wenn wir Glück haben, verliert das Virus in der zweiten Jahreshälfte zunehmend an Schrecken und damit einhergehend würde auch das "back to normal" stattfinden können.

Inflation bleibt ein Faktor

Vor einem Jahr waren die Inflationsraten gerade angezogen und sorgten erstmals seit vielen Jahren wieder für Unruhe. Die meisten gingen davon aus, dass es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen handeln würde, das ab der Jahresmitte wieder verschwinden würde. Auch ich dachte Anfang 2021 so.

Und so wird es auch passieren, nur dauert es etwas länger als gedacht. Zunächst muss man verstehen, dass Inflation nicht 'hohe Preise' bedeutet, sondern 'höhere Preise im Vergleich zum Vorjahreswert'. Die Preisschübe aus 2021 sind Vergangenheit, sie haben die Inflationsrate in 2021 hoch getrieben, doch in 2022 stellen diese hohen Preise nun die Vergleichsbasis dar!

Daraus folgt, dass Preisspitzen aus 2021 gegebenenfalls zu inflationsbremsenden Effekten in 2022 führen werden. Obwohl die Preise sich noch immer hoch anfühlen und im Vergleich zu 2020 auch deutlich höher liegen können.

Preis- und Inflationstreiber in 2021 gab es einige. So waren die Preise für Bau- und Rohstoffe in den ersten Wochen des Jahres massiv angestiegen, um im späteren Jahresverlauf wieder einen Teil ihrer Preiszuwächse abzugeben. Würden wir also 2022 auf konstanter Preisbasis durchleben, lägen die Inflationsrate am Anfang des Jahres wohl sogar im negativen Bereich und im weiteren Verlauf würde sie sich der Nullmarke annähern.

Aber es gab weitere preistreibende Effekte. Die Knappheit bei Chips und die Störungen der weltweiten Lieferketten, die zu einer Vervielfachung der Frachtraten führte, haben die Preise für die Verbraucher ebenfalls steigen lassen. Bleibt die Lage gleich angespannt, wird dies im Verlauf von 2022 keinen weiteren Inflationszuwachs erzeugen. Entspannt sich die Lage, dürften die Preise eher sinken und damit die Inflationsrate senken.

Ab Mitte des Jahres zogen die Energiepreise (Öl, Gas, Strom) enorm an; vor allem Europa ist betroffen, die USA weniger stark. Das bedeutet, dass ihr Einfluss auf die Inflationsrate im ersten Halbjahr 2022 enorm ist - solange die preise auf diesem hohen Niveau bleiben (oder sogar noch weiter steigen). Das ist allerdings unwahrscheinlich, denn
  1. endet die Heizperiode Ende Februar und damit sinkt die Nachfrage nach Gas zum Heizen kräftig ab,
  2. haben die USA mit LNG-Lieferungen begonnen (LNG war vor 12 Monaten noch völlig überteuert im Vergleich zu Erdgas, aber das ist nun nicht mehr der Fall),
  3. wird Putin den Gashahn aufdrehen, sobald die Genehmigung für Nord Stream II erteilt und die Leitung in Betrieb genommen wurde,
  4. fällt die wirtschaftliche Erholung in 2021 und Anfang 2022 deutlich niedriger aus als erwartet, auch dank der vielerorts verhängten neuerlichen Lockdowns; das bremst die Nachfrage.
Die hohen Energiepreise dürften vermutlich ab dem Frühjahr tendenziell wieder sinken und damit auch die Inflationsrate bremsen und dann ab dem Herbst deutlich absinken lassen (da ja dann als Vergleichswert die explodierten 2021er Preise herangezogen werden).

Meine Schlussfolgerung aus diesen Überlegungen ist, dass die Energiepreise eine Zeit lang die Inflationsrate deutlich anheizen, aber ab Mitte des Jahres sinken lassen werden.

Die hohen Energiepreise treffen aber heute die Verbraucher und Unternehmen massiv. Diese Preiserhöhungen werden auf die Verbraucherpreise umgelegt und die Bürger werden mehr Geld für Energie ausgeben müssen. Das wirkt sich bremsend für die Nachfrage nach Konsumgütern aus (oder aber die Kreditnachfrage geht spürbar nach oben). Andererseits werden die Gewerkschaften ihren Druck bei anstehenden Lohnrunden deutlich erhöhen, um signifikante Lohnerhöhungen durchzusetzen. Im Erfolgsfall wirken sich diese dann ebenfalls erhöhend auf die Inflationsrate aus. Doch sofern der Energiepreisdruck nur ein Jahr lang zu spüren ist, und danach ggf. sogar wieder deutlich sinkt, werden auch die Lohnsteigerungen nicht übermäßig hoch ausfallen.

Viele Wenns und Abers, ich weiß. Insgesamt gehe ich davon aus, dass die Inflationsrate in 2022 hoch bleiben , aber in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückgehen wird.

Zinsen werden (vielleicht) ein Faktor

Die Zinsen werden in 2022 anziehen und die Notenbanken, allen voran die Fed, wird insbesondere wegen der Inflationsrate geneigt sein, ihre Zinswende einzuleiten. Sie hat ja drei Schritte für 2022 signalisiert, 3 weitere für 2023 und zwei für 2024. Bei jeweils 0,25% würden diese acht Zinsanhebungen in Summe einen Zinsanstieg um 2% ausmachen.

Da das Zinsniveau an der Nullmarke liegt, sprechen wir also von einem Zinsniveau Ende 2024 von 2%. Also keinesfalls paradiesischen Zuständen für Sparer und ebenso wenig unattraktiven Verhältnissen für Aktien. Diese bringen langfristig zwischen 7% und 9% und da mit Aktien ein höheres Risiko einhergeht als mit langfristigen US-Staatsanleihen müssen sie einen Renditevorteil einbringen, um attraktiver zu sein. Man geh daher davon aus, dass Anleihen/ Zinspapiere ab einem Zinsniveau von 4% bis 5% Aktien den Rang ablaufen, aber nicht darunter.

Aber wir befinden uns noch nicht Ende 2024 und bisher gab es noch nicht eine einzige Zinsanhebung. Und wenn die Inflationsrate Ende 2022 wieder deutlich gesunken sein sollte und sich die Wirtschaft nicht ganz so stark erholt haben sollte, wie manche das unter "coronafreien" Bedingungen erhoffen, dann gibt es auch wenig Grund für die US-Notenbank, die Zinsen wirklich mehrfach anzuheben.

Die Entwicklung wird also spannend (bleiben), aber aus meiner Sicht zwar psychologisch negative Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben, wenn Zinsanhebungen wirklich erfolgen, aber keine praktischen. Und bisher war es immer so, dass Börsenkorrekturen von 5% oder 10% schnell wieder hochgekauft wurden, weil viel Geld auf der Suche nach Rendite ist - und sie kaum findet. Und ich denke, dass es auch bei moderaten Zinsanhebungen erstmal so bleiben wird.

»Das Schwierigste ist vorherzusagen, wann der Markt drehen wird.«
(Bill Nygren)

Sollten sich meine Einschätzung zur Entwicklung der Inflationsrate als falsch erweisen und diese auch über 2022 hinaus hoch bleiben oder gar noch ansteigen, werden auch die Zinsschritte der Fed erfolgen und vielleicht sogar größere. Dann würde es wirklich einen fortgesetzten negativen Impact auf den Aktienmarkt geben, weil die Anleger dann psychologisch von steigenden Zinsen und sinkenden Aktienkursen ausgehen würden. Und sich deshalb mit Aktienkäufen zurückhalten in der Erwartung, später noch günstiger einsteigen zu können - was zu fallenden Kursen führt mangels Nachfrage.

Es gilt daher, die Entwicklung der Inflationsrate im Blick zu behalten...

Ausblick

Ich gehe von weniger Inflationsdruck und weniger Zinsanhebungen in 2022 aus (wenn es überhaupt welche geben wird). Die Anleihekaufprogramme der Notenbanken stehen allerdings vor dem Ende, was auch schon Nachfrage reduziert.

Die niedrigen Zinsen lassen weiterhin viel Geld an die Aktienmärkte fließen und wenn es mal abgezogen wird, findet es andernorts kaum Rendite, so dass es schnell zurückkehren wird. 2022 dürfte also volatiler werden als 2021 - in 2022 hatten wir nur zwei deutliche Kursrücksetzer, einmal gut 5% und einmal rund 4,5%, die verdienen nicht einmal die Bezeichnung 'Korrektur'. Es wird kaum so 'unruckelig' bleiben.

Es waren vor allem wieder die US-Tech-Giganten, die die Märkte nach oben gezogen haben in 2021. Es spricht einiges dafür, dass sie weiterhin mit am besten für die Zukunft gerüstet sind, weil sie Preissetzungsmacht haben, weil sie tiefe ökonomische Burggräben haben, weil sie enorme und wachsende Cahsflows generieren (und damit massiv eigene Aktien zurückkaufen) und weil sie auf hohen Cashbeständen sitzen. Gegen eine weitere Outperformance dieser Aktien spricht, dass die Bewertungen im historischen Vergleich weit über dem Durchschnitt liegen. Und dennoch... wenn es an den Börsen knallt und/oder die Wirtschaft kräftig strauchelt, dann fühlt sich mein Geld in Microsoft pudelwohl. Weil das Unternehmen so solide und breit aufgestellt ist, dass es dem Sturm wohl am besten trotzen kann. Daher denke ich, dass es bei Kursturbulenzen eher andere Aktienwerte und Sektoren treffen wird.

Viele gehen davon aus, dass nach dem schlechten Jahr 2021 für die Technologienebenwerte nun eine Renaissance anstehen müsste. Hm... ich denke, dass die Technologieunternehmen weiterhin sehr gute Geschäfte machen werden, dass sie Marktanteile, gewinnen und der "Offline-Economy" immer mehr zusetzen. Das bedeutet aber nicht, dass deshalb auch ihre Aktienkurse steigen müssen. Denn viele Unternehmen sind mit dem 10-fachen, dem 15-fachen oder gar 20-fachen ihres Umsatzes bewertet und damit astronomisch hoch. Daher können sie locker ein, zwei, drei Jahre um 50% oder 100% wachsen, ohne angemessen bewertet zu sein. Bis zum Frühjahr 2021 gab es immer Anleger, die bereits waren, immer noch mehr für diese 'Zukunftsaussichten' zu bezahlen, aber das muss (und kann) nicht so bleiben.

Ich bin kein Freund von Vergleichen mit der Internetblase, doch die Situation erinnert durchaus an das Jahr 2000. Auch damals hatte die Gier das Ruder übernommen und als die Fed anfing die Zinsen zu erhöhen, brach das Kartenhaus in sich zusammen.

Das sollte 2022 nicht passieren. Denn die meisten Wachstumswerte sind gut durchfinanziert, hinter ihnen stehen Business Angels, Venture Capital-Gesellschaften oder Finanzinvestoren. Allesamt kapitalstark. 2000 war das anders, da war die Börse und damit die Ausgabe neuer Aktien für viel Startups die einzige Finanzierungsquelle und die versiegte abrupt im Börsencrash. Zudem waren viele Startups an die Börse gekommen, die eine Idee hatten, aber noch kein Geschäftsmodell. Die gingen reihenweise pleite. Heute sind die Unternehmen reifer und daher weniger anfällig. Was nicht heißt, dass sie sich alle durchsetzen werden können. Viele werden scheitern! Und ggf. verschwinden oder von Wettbewerbern übernommen. 

Ich glaube also nicht, dass die Wachstumsnebenwerte unbedingt die besten Kursperformance hinlegen werden.

Meine beste Wahl: Alternative Asset Manager

Ich erspare es uns allen, nun jede Branche aufzuzählen. 2022 mit seinen Rahmenbedingungen wird für alle herausfordernd werden und allen ständige Anpassungen abverlangen. Der einzige Sektor, der für mich 'gesetzt' ist, ist der der Alternativen Asset Manager. Für diese breit aufgestellten finanzstarken Unternehmen herrschen ideale Zustände vor. Sie nutzen die sich bietenden Möglichkeiten opportunistisch aus und sind auch im Kreditvergabegeschäft tätig - ohne dabei den gleichen restriktiven Regulierungen wie die Banken zu unterliegen. Blackstone, KKR, Apollo Global Management dürften in 2022 weiterhin glänzende Geschäfte machen und ihre Provisionseinnahmen weiterhin kräftig steigern können. Sie bleiben daher für mich auch in 2022 die beste Wahl.

Ich werde darüber hinaus auch weiterhin auf ausgesuchte deutsche Nebenwerte setzen, dabei meine Gewichtung aber unterjährig anpassen. Anfang des Jahres dürfte es wegen der hohen Energiepreise bei vielen Unternehmen negative News geben mit ggf. negativen Kursreaktionen, aber im Anschluss könnten sich auf neuer Basis interessante Investitionsmöglichkeiten auftun. Ich werde also weiterhin nicht 'den breiten Markt' bevorzugen, der gerade beim S&P nur von einigen wenigen Großen Werten abhängt, sondern mich auf das gezielte Stock Picking verlassen.

2022 wird nicht schwerer als andere Börsenjahre. 2022 wird aber auch nicht leichter.

Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches Jahr 2022, nicht nur an der Börse!

Disclaimer: Habe Apollo Global Management, KKR, Microsoft auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot.

10 Kommentare:

  1. Kommentar zum ewigen 2000er-Blase-Vergleich:
    Ich habe darauf seit dem Moment einen anderen Betrachtungswinkel, als ich gesehen habe wo wir stehen würden, wenn wir die Kurse um die Geldmenge M2 normalisieren.

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    1. Und wo würden wir stehen, "wenn wir die Kurse um die Geldmenge M2 normalisieren"?

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  2. Ich versuch die Graphen die Tage mal wieder zu finden, kann allerdings dauern.
    Im Vergleich sah es schlimmer aus als beim DAX Performance vs. Kurs. Und wir sind noch deutlich unter dem Niveau wie 2000.

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  3. Einig waren sich vor einem Jahr beim Ausblick auf 2021 alle, dass "es volatil bleiben wird". Kann mich nicht daran erinnern, jemals in einem Jahr so wenig Schwankungen erlebt zu haben, seit ich an der Börse bin. 5% war das (einmalige)Maximum bei mir. Ich bin also bei deinem Mark Twain und ergänze mit Wilhelm Busch: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. In diesem Sinne bleibe ich gelassen und bei meiner Strategie. Denk du daran, schon mal einen Termin für den vierten Booster zu machen. Nur so können wir die Coronaleugner und die Pandemie besiegen, und gleichzeitig etwas für deinen Depotwert Biontech tun ! lg und alles gute für 2022 !

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  4. Value-Leser03.01.22, 12:00

    Frohes neues Jahr, Michael! :)

    Du sagst: "Sie nutzen die sich bietenden Möglichkeiten opportunistisch aus und sind auch im Kreditvergabegeschäft tätig - ohne dabei den gleichen restriktiven Regulierungen wie die Banken zu unterliegen.

    Wie sieht deine Einschätzung zu den BDCs aus? Ist es nicht Zeit für dich, da wieder tiefer einzublicken? Sind die Aussichten nicht weiterhin gut und die Dividendenrenditen attraktiv? Ich bin nach deinem Ausstieg bei den BDCs weiterhin investiert geblieben und kann mich nicht beschweren, insbesondere was NEWT, GAIN, GLAD, ARCC, MAIN und Hercules Capital angeht.

    Ich bleibe weiterhin dabei und bin gespannt, wie gut sich NEWT in seiner neuen Form als Holding Bank schlagen wird und welche Opportunitäten der CEO hier entdeckt hat.

    Wie siehst du die Lage? :)

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    1. Ich bin bei den BDCs nicht mehr so im Thema, da sie für mich als Anlageklasse weggefallen sind (meine Aktien liegen in meiner GmbH, daher sind Dividenden steuerlich deutlich weniger attraktiv als Kursgewinne, AIF-Problematik, Dividendenhin- und herbuchungen).

      Grundsätzlich spricht eine sich bessernde konjunkturelle Lage, moderat steigende Zinsen sowie die geringere regulatorische Drangsalierung im Vergleich zu Banken für BDCs als Sektor.

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  5. @Michael
    Bedeutet das dann im erweiterten Sinne, dass Du in Deinen wikifolios auch "nur" die Strategie Deiner GmbH umsetzt und eben z.B. solche Sektoren wie BDCs grundsätzlich außen vor läßt?
    Gruß
    Konrad

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    1. Moin Konrad,
      nein das bedeutet es nicht. Allerdings haben die Wikis einige Besonderheiten, die es zu beachten gilt. So sind dort nicht alle Aktien handelbar, insbesondere (deutsche) Nebenwerte trifft dies. Wie z.B. lange zeit SBF oder aktuell Netfonds. Die sind in meinem Depot hoch gewichtet, aber im Wiki kann ich sie (noch?) nicht kaufen.

      Hinsichtlich US-Dividenden gibt es ebenfalls Beachtenswertes: Wikifolio verbucht die US-Dividenden nicht (Info dazu hier); US-Werte mit hoher Dividendenrendite sind also in einem Wiki nicht erste Wahl. Dem entsprechend sind REITs und BDCs kaum sinnvolle Wiki-Investments.

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  6. Danke, das liest sich plausibel!
    Konrad

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  7. Wie lautet es doch in der Finanztheorie: Alles kommt irgendwann zum Mittelwert zurück, entweder von oben nach unten oder von unten nach oben. Aktuell sind wir ja eher oben als unten...
    Wenn trotz hochgekaufter Indizes zwischen den Feiertagen, diese dann auch nur am ersten Börsentag und mit frischem Geld zum Jahresstart so einigermaßen oben bleiben und dann gleich mal ins Minus drehen, was soll uns das sagen (gab es da nicht auch so eine Börsenweisheit)?

    In den letzten 1 1/2 Jahren ist so viel neues Geld in den Markt geflossen, das man ja auch vermuten kann, das bereits so gut wie alles investiert ist und nicht mehr so viel Geld an der Seitenlinie wartet, das gerade jetzt ivestiert werden will/soll/muss. Das auch die Wertpapierkäufe auf Kredit auf das höchste Niveau ever gestiegen sind, ist da wohl nur eine Randnotiz.

    Wenn dann auch noch die Notenbanken die Zügel straffer ziehen (wollen) und, wie gerade gelesen, man auch bei der EZB (offiziell) so langsam erkennt, das die Inflation möglicherweise doch nicht so schnell und einfach verschwinden mag wie erhofft und man deswegen wohl auch entsprechend reagieren muss, könnten die kommenden Monate nicht unbedingt die Besten in der Börsenhistorie werden. Heißt es doch: Don´t fight the FED!

    Da ich Selbstständig bin, habe ich bislang von meinen Grosshändlern und Herstellern auch noch nicht gehört, das sich die Preise auf absehbare Zeit wieder normalisieren, sprich runter gehen werden. Ganz im Gegenteil sind für den Jahresanfang 2022 weitere Preiserhöhungen angezeigt worden, die ich auch weitergeben muss und meine Kunden werden das mit Sicherheit auch so machen. Insofern wird auch die neue Preisrunde irgenwann beim Verbraucher ankommen.

    Wer von den Neubörianern kennt sich denn in einem Markt mit steigenden Zinsen und evt. sinkender Geldmenge aus und kann die richtigen Schlüsse daraus ziehen? Die letzten 10 Jahre waren doch eigentlich ein Börsen-Traumland, wo die Flut fast alle Boote angehoben hat, oder?
    Werden die "stillhalten", wenn die Kurse doch mal längere Zeit fallen und nicht sofort wieder Unsummen in den Markt gepumpt werden um ihn künstlich am Leben zu halten?

    Ich bin zwar kein genereller Crashprophet aber die möglichen Gefahren sollte man nie aus den Augen lassen bzw. gar nicht erst betrachten.

    In 1998 begann ich mit klassischen Aktienfonds und muss leider gestehen, das ich im Dotcom-Crash und während der Eurokrise mein Geld echt verzockt habe. Beim 1. Ereignis beim Versuch als Daytrader und mit Optionen (wer die damalige Internet-Infastruktur und die der Banken bzw. Onlinebroker wie DAB noch kennt, der weis, dass das ein fast unmögliches Unterfangen war) und beim 2. Fehler hat Gier wieder Hirn gefressen, da nach Anfangserfolgen mit Optionsscheinen/Knock Outs mit immer mehr Risiko spekuliert wurde - mit den entsprechenden Konsequenzen. Habe also auch schon einiges "erlebt"...

    Jetzt bin ich dabei, in eine Mischung aus soliden Wachstums- und guten Dividendenwerten zu investieren.

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