Die Börsenkurse schwanken und die Anleger suchen nach Erklärungen für die Aufs und Abs. Dabei gibt es meistens keine fundierte Erklärung, da die Kurse zum Großteil durch Psychologie gemacht werden und je mehr Algorithmen am Handel beteiligt sind, desto stärker werden beginnende Trends aufgegriffen und beschleunigt.
Wer sich von solchen Schwankungen nicht zu falschen Entscheidungen treiben lässt, fährt besser. Aber das ist natürlich gar nicht so einfach, denn insbesondere bei Kurseinbrüchen, fühlt es sich einfach falsch an, investiert zu sein. Aber das ist es nicht...
Zumindest dann nicht, wenn man in qualitativ hochwertige Unternehmen investiert ist. Die liefern in steigenden Börsenphasen ab, wenn auch nicht so stark wie die Hype-Wetten, und sie stehen Schwächephasen besser durch als bilanzschwache Unternehmen, denen schnell die Puste ausgeht.
"Bärenmärkte sind weniger schmerzhaft, wenn man Qualitätsunternehmen besitzt. Bullenmärkte sind profitabler, wenn man Qualitätsunternehmen besitzt."(Brian Feroldi)
Qualität zahlt sich aus, jedenfalls auf lange Sicht. Und sie schont die Nerven. Denn weil man sich nicht wirklich um die Unternehmen sorgen muss, kann man mit Kursschwankungen entspannter umgehen und sie als das akzeptieren, was sie sind: Meinungen. Nicht Fakten. Die Kurse ändern sich schnell wieder, die Stimmungslage ebenso, das Business der Unternehmen hingegen nicht. Es lohnt sich also, nicht die kurvenreiche Strecke zu nehmen mit überhöhter Geschwindigkeit, sondern entspannter und langsamer den geraden Weg. Beim Autofahren wie auch beim Investieren.
Dabei müssen Anleger selbstverständlich im Blick behalten, ob ein Unternehmen seine Qualitätsmerkmale behält, ob es seinen Burggraben verteidigen und seine Preissetzungsmacht dauerhaft ausspielen kann. Das einzig Stete ist der Wandel, auch im Business. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, muss man sich anpassen. Das gilt sowohl für die Unternehmen als auch für den Anleger und seine Investments.
Und gerade jetzt werden alle Businessmodelle eine Zukunftscheck unterzogen, denn der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz hat gerade erst begonnen. Dabei wird so manch ein sicher geglaubter Burggraben versanden und so manche uneinnehmbare Festung Risse im Schutzwall bekommen. Zeit für eine Bestandsaufnahme - aber nur bei konkretem Handlungsbedarf sollten Anleger auch die Konsequenzen ziehen und aktiv werden. Und ansonsten auf die Qualitäten ihres Unternehmens und seines Managements vertrauen. Das erledigt seinen Job, wir Anleger den unseren. That's it...

Ich finde deine Ausführungen nur bedingt überzeugend. Ja, nicht von Emotionen anstecken lassen und auf Basis derer bitte keine Entscheidungen treffen. Aber oft rühren die Emotionen ja daher, dass bekannte Dinge, Konstanten, Rahmenbedingungen und bestehende Trends sich ändern oder zumindest infrage gestellt werden. Und das sind oft dann auch die Phasen, in denen die Qualität von Unternehmen auf den Prüfstand gestellt wird. Und nicht jedes besteht den Test.
AntwortenLöschenVon daher würde ich bei deinen Ausführungen für das täglich Auf und Ab an dr Börse mitgehen. Aber die großen, aufwühlenden Trends an der Börse sollten einen schon achtsam sein lassen.
Moin Florian,
Löschenich sehe keinen Widerspruch zwischen deiner und meiner Aussage. Ich warne davor, sich von Emotionen leiten und aus seinen Aktien herausdrängen bzw. aufgrund von FOMO zu Spontankäufen verleiten zu lassen. Ich rate vielmehr dazu, Entscheidungen möglichst emotionslos auf Basis fundamentaler Überlegungen zu treffen. Erst nachdenken, dann handeln. Und das steht nicht im Widerspruch dazu, dass man die großen Trends in Wirtschaft und damit an der Börse einbeziehen und sei Depot auf deren Einflüsse hin überprüfen sollte. Ganz im Gegenteil: das ist elementar, um langfristig Erfolg an der Börse zu haben. Dazu schrieb ich ja: "Die Kurse ändern sich schnell wieder, die Stimmungslage ebenso, das Business der Unternehmen hingegen nicht. (...) Dabei müssen Anleger selbstverständlich im Blick behalten, ob ein Unternehmen seine Qualitätsmerkmale behält, ob es seinen Burggraben verteidigen und seine Preissetzungsmacht dauerhaft ausspielen kann. Das einzig Stete ist der Wandel, auch im Business. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, muss man sich anpassen. Das gilt sowohl für die Unternehmen als auch für den Anleger und seine Investments".
Passend dazu sind auch die Überlegungen von Daniel Kahneman zu den "zwei Systemen" unseres Gehirns: System 1 dominiert uns, aber System 2 sollte unbedingt die Grundlage für unsere Anlageentscheidungen sein.