Sonntag, 25. Juni 2023

Mein Lese-Tipp: 'Die Lehr- und Wanderjahre eines Value-Investors' von Guy Spier

Guy Spier ist ein äußerst erfolgreicher Value Investor. Große Aufmerksamkeit erlangte er, als er im Jahr 2008 gemeinsam mit Mohnish Pabrai ein Mittagessen mit Warren Buffett ersteigerte - für mehr als 650.000 USD.

Spier wuchs in England auf und besuchte dort das Brasenose College an der Oxford University, wo er Kommilitone des späteren Premierministers David Cameron war.

Als seinen größten Fehler im Leben beschreibt Guy Spier seinen Einstieg in die Finanzwelt, als er sich für eine windige Bude entschied, die an die Drückermethoden aus dem Blockbuster "Wolf of Wall Street" mit Leonardo DiCaprio in der autobiografischen Rolle des Jordan Belfort erinnert. Mit Value Investing hatte das überhaupt nichts zu tun. Es dauerte eine ganze Zeit, bis Spier akzeptieren konnte, dass er den falschen Weg eingeschlagen hatte - und die Konsequenzen zog. Er nahm sich Warren Buffetts frühere Partnerships als Vorbild für seinen eigenen Aquamarine Fonds, in dem er seit vielen Jahren erfolgreich eigenes Geld und das seiner Kunden investiert. Mit überdurchschnittlichen Renditen...

Börsenweisheit des Tages | 25.06.2023

"Wenn sich ihr Ego einmischt, tun Menschen Dinge, die sie nicht tun sollten."
(Warren Buffett)

Samstag, 24. Juni 2023

Kissigs Kloogschieterei: Künstliche Intelligenz? Natürlich! Natürlich? Nein, künstlich… ツ

Die Notenbanken haben das getan, was die Börsen erwartet haben: die FED legte eine Zinspause ein, trotz weiterhin 'hawkischer' Verbalattacken von FED-Chef Jerome Powell, und die Europäische Zentralbank erhöhte ihre Leitzinsen nochmals ein wenig. Die EZB war auch deutlich später in den laufenden Zinserhöhungszyklus eingestiegen. Was die FED als nächstes tut, hängt von der weiteren Entwicklung der Inflation ab – und die sinkt. 

Grundsätzlich kann und muss man sagen, dass die Notenbanken immer zu spät und immer zu stark agiert haben. In beide Richtungen. Sie lernen leider nicht aus ihren Fehlern und neigen daher dazu, die Zügel zu lange schleifen zu lassen und anschließend Wirtschaft und Bürger übermäßig zu strangulieren. Vielleicht wäre eine Künstliche Intelligenz hier ja hilfreich? Diskutiert werden könnte das durchaus, nachdem gefühlt jedes Unternehmen inzwischen 'irgendwas mit KI' macht. Vor 25 Jahren benannten sich Firmen um und nahmen '.com' in ihren Namen auf, dann schossen die Kurse in die Höhe - und die 'Dotcom-Bubble' erhielt ihren Namen. Mit Bitcoin lief das eine Zeit auch sehr gut, aber solche Fake-Hypes verenden bald wieder...

Börsenweisheit des Tages | 24.06.2023

"Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab."
(Allgemeine Börsenweisheit; Quelle: Dakota-Indianer)

Freitag, 23. Juni 2023

Kissigs Portfoliocheck: Fidelity National Information Services will und muss sich gesund schrumpfen – und Seth Klarman wittert seine Chance

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 228. Portfoliocheck schaue ich wieder Seth Klarman über die Schulter. Der Deep Value Investor kauft gerne Unternehmen, die von der Börse verschmäht und daher zu Rabattpreisen angeboten werden. Er investiert gerne mit großer Sicherheitsmarge und erzielt mit diesem Ansatz seit Jahrzehnten mit durchschnittlich 19 % überragende Renditen. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass seit der Gründung 1982 der Anteil der im 13F-Formular ausgewiesenen Aktieninvestments immer lediglich einen Anteil zwischen 2,5 % und 15 % der gesamten verwalteten Vermögenswerte (AuM) seiner Baupost Group ausgemacht haben, der Rest verteilt sich auf Barmittel, Schuldtitel, Immobilien und Absicherungsgeschäfte.

Im 1. Quartal 2023 schichtete Klarman erneut 10 % seines Portfolios um. Der Wert seines Aktienportfolios sank von 6,13 auf 5, Mrd. USD und am Quartalsende hielt er 30 Werte, darunter 3 Neuaufnahmen. Mit 48,3 % (Q4/22: 46,3 %) Gewichtung sind die Communication Services weiterhin deutlich am stärksten in seinem Depot vertreten. Zweitstärkster Sektor bleiben die Technologiewerte mit 27,9 % (Q4/22: 28,5 %) vor Industriewerten mit 7,7 % (Q4/22: 6,6 %), zyklischen Konsumwerten mit 4,6 % (Q4/22: 6,2 %) und defensiven Konsumwerten mit 4,1 % (Q4/22: 3,8 %).

Komplett verkauft hat Klarman Meta Platforms, Micron und Amazon. Beachtenswert ist seine Tauschaktion bei den Banken-Backbone-Betreibern. So reduzierte er bei Fiserv seine Position nochmals um annähernd drei Viertel, nachdem er im Vorquartal bereits rund 43 % verkauft hatte, und erhöhte im Gegenzug beim direkten Wettbewerber Fidelity National Information Services seinen Bestand um weitere 125 % nach einer Aufstockung um 250 % im Vorquartal. FIS hat sich mit der 43 Mrd. USD teuren Übernahme des Paymentspezialisten Worldpay im Jahr 2019 komplett verhoben und tritt unter neuer Führung nun die Flucht nach vorn an, indem man sich von der Sparte wieder trennen und sich auf das profitable Kerngeschäft fokussieren will. Und Seth Klarman wittert seine Chance...

 
Disclaimer: Habe Amazon auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Börsenweisheit des Tages | 23.06.2023

"Alle erfolgreichen Anleger haben zwei Gemeinsamkeiten. Sie sind äußerst diszipliniert und verstehen die Risiken ihrer Anlagen besser als die Chancen. Einen großen Anteil an großen Gewinnen hat, Verluste klein zu halten."
(Ian Cassel)

Donnerstag, 22. Juni 2023

Im Fokus: Diageo - Hochprozentiges für die Rendite?!

In diesem Kurzportrait geht es um Diageo PLC, einen führenden britischen Spirituosenhersteller und Vertreiber weltbekannter Marken. 1997 waren die Guinness Brauerei und Grand Metropolitan zu Diageo fusioniert. Schwerpunkt des britischen Unternehmens sind alkoholische Getränke, während man die übrigen Aktivitäten nach und nach verkaufte. Dadurch kam ordentlich Geld in die Kasse, was Diageo für eine Expansionstour im Bereich Spirituosen nutzte...

Börsenweisheit des Tages | 22.06.2023

"Es ist leichter, die Fehler Anderer zu erkennen als die eigenen."
(Daniel Kahnemann)

Mittwoch, 21. Juni 2023

Kissigs Aktien Report: Kein Scherz - Dividenden sind überhaupt nicht der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Dividendenstrategie

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" per Email und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 137 vom 16.06.2023

Börsenweisheit des Tages | 21.06.2023

"Die Idee exzessiver Diversifikation ist verrückt. Wir glauben nicht, dass starke Risikostreuung zu guten Resultaten führt, sondern dass fast alle guten Anlagen einen relativ niedrigen Grad an Diversifikation erfordern. Wenn man von unseren besten 15 Entscheidungen absieht, haben wir eine relativ durchschnittliche Historie. Wir haben Hyperaktivität vermieden und stattdessen viel Geduld bewiesen. Man muss gemäß seiner Prinzipien handeln und wenn sich gute Möglichkeiten auftun, diese mit aller Energie verfolgen." (Charlie Munger)

Dienstag, 20. Juni 2023

Kissigs Portfoliocheck: Ausgerechnet jetzt verstärkt Akre Capital sein Engagement bei Brookfield Corp?!

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 227. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal bei Akre Capital Management. Value Investor Charles T. Akre hatte sie bis zu seinem Ausscheiden Ende 2020 geleitete und seitdem führen Chris Cerrone und John Neff die Geschäfte. Doch Akres Erfolgsprinzipien bleiben weiterhin die Basis der Entscheidungen. Die nötige Sicherheitsmarge bestand für Akre nicht zuvorderst in einem niedrigen Einkaufspreis, sondern er suchte nach Unternehmen mit bestimmten Kriterien: Gutes Management mit nachgewiesenen Erfolgen, wesentliche und dauerhaften Wettbewerbsvorteilen (ökonomischer Burggraben), langfristigen Wachstums- und Reinvestitionsmöglichkeiten, attraktivem Kaufpreis im Verhältnis zu den vom Unternehmen generierten Cashflows. Chuck Akre strebte nach einer hohen Kapitalrendite, indem er den Free Cashflow ins Verhältnis setzt mit dem eingesetzten Kapital. Dabei investierte Akre stets nach derselben Maxime wie Charlie Munger: ohne hektische Betriebsamkeit, lieber zweimal nachdenken, bevor man nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Im 1. Quartal 2023 agierte Akre Capital mit einer Turnoverrate von unter 1 % erneut mit ruhiger Hand. Man hält lediglich 19 Positionen in dem fokussierten Portfolio und darunter findet sich diesmal keine Neuerwerbung; der Portfoliowert stieg von 11,06 auf 11,37 Mrd. USD. Wie Buffett und Munger fand Akre stets großen Gefallen an Finanzwerten. Diese machten zum Ende des Quartals mit 57,3 % (Q4/22: 54,4 %) deutlich mehr als die Hälfte seines Portfolios aus, gefolgt von Immobilienwerten mit 17,4 % (18,9 %) und zyklischen Konsumwerten mit 10,6 % (11,9 %), die sich nur knapp vor Technologiewerten behaupten konnten, die es auf 10,5 % brachten (3,9 %) und dabei Gesundheitswerte (4,0 nach zuvor 4,3 %) und Industriewerte (0,3 nach bisher 6,5 %) verdrängten.

Auf den ersten fünf Positionen in Akres Portfolio gab es keine Veränderungen: An der Spitze liegt Mastercard mit einem Gewicht von 18,8 % vor Moody’s, die 15,4 % auf die Waage bringen. An der Ratingagentur, die auch Warren Buffett schon lange im Depot hat, hält Akre inzwischen mehr als 3 % aller Anteile. Es folgen American Tower mit 12,6 %, Visa mit 9,8 % und O’Reilly Automotive mit 8,8 %. Die drei Top-Werte stehen für 46,7 % des stark fokussierten Portfolios, die größten fünf Positionen für 65,3 %.

KKR & Co und Roper Technologies haben die Plätze getauscht und Brookfield Corp hat sich durch das erneute Aufstocken mit 5,22 % inzwischen schon auf den siebten Rang hochgearbeitet. Im Brookfield-Konzern, dem zweitgrößten Alternativen Asset Manager der Welt, hatte es Ende 2022 eine tiefgreifende Umstrukturierung gegeben. Und wie bei solchen Konglomeraten üblich notiert die Muttergesellschaft Brookfield Corp mit einigem Abschlag auf den summierten Wert ihrer Beteiligungen. Für einen Value Investor wie Akre Grund genug, gerade diese Position weiter aufzustocken. Zumal man dem Thema 'kleine Bankenkrise' und wie Akre Capital hiervon sogar profitieren wird, in seinem jüngsten Investorenbrief ausführlich Raum gab...


Disclaimer: Habe American Tower, Brookfield Corp, KKR, Mastercard, Moody's, Roper Technologies auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Börsenweisheit des Tages | 20.06.2023

"Es ist keine Schande, mit einer Aktie Geld zu verlieren. Jedem passiert das. Beschämend ist, an einer Aktie festzuhalten, oder schlimmer noch, mehr davon zu kaufen, wenn sich die Fundamentaldaten verschlechtern."
(Peter Lynch)

Montag, 19. Juni 2023

Kissigs Nebenwerte-Analyse: Geht GESCO nach dem Neustart endlich wieder in die Offensive?

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich meine Nebenwerte-Analysen dann auch hier veröffentlichen.


Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 6/2023 vom 02.06.2023

Börsenweisheit des Tages | 19.06.2023

"Kaufen Sie einfach grundsolide Konzerne, die regelmäßig flotte Dividenden zahlen. Dranbleiben. Durchhalten. Nicht rein- und rausspringen. Legen Sie ständig eine Schippe drauf. Sie werden so ein herrliches Depot aufbauen mit der Zeit."
(Tim Schäfer)

Sonntag, 18. Juni 2023

[Kissigs Börsentheater] Peter Lynch ist nicht beunruhigt über die Börsenrallye, obwohl die Nachrichtenlage anhaltend düster aussieht

Börsenlegende Peter Lynch hat so ziemlich schon jede Börsenlage selbst miterlebt und angesichts der neuen Rekordmarken an den Börsen bei gleichzeitigem Rückgang der Wirtschaftsleistung kann er die Anleger beruhigen: Er meint: "Jedem wirtschaftlichen Aufschwung seit dem 2. Weltkrieg ging eine Erholung der Aktienmärkte voraus. Und diese Erholungen beginnen oft, wenn die Rahmenbedingungen düster sind."

Diese Situationsbeschreibung passt perfekt zu unserer gegenwärtigen Lage: Die Notenbanken haben wegen der galoppierenden Inflation in nie gesehenem Tempo ihre Zinssätze erhöht und strangulieren damit die Wirtschaft, deren Leistung zunehmend abnimmt. Als Begleiterscheinung ist der seit 15 Jahren boomende Immobilienmarkt ins Straucheln geraten und hat in den letzten 6 Monaten eine kräftige Talfahrt hinter sich gebracht. Währenddessen waren die Börsenkurse bis in den Frühling hinein beinahe zwei Jahre lang gefallen und hatten teilweise sämtliche Kursgewinne seit dem Corona-Tief wieder ausgemerzt.

Und doch haben sich die Börsenkurse gefangen und sich - unter teilweise heftigen Schwankungen - wieder erholt und vereinzelt auf Rekordjagd begeben; besonders um das Thema 'Künstliche Intelligenz' ist ein regelrechter Hype entstanden, nachdem Microsoft mit ChatGPT hier 'den großen Wurf' präsentierte und KI nun mit Siebenmeilenstiefeln im Alltagsleben der meisten Menschen ankommt.

Da die Börsenkurse der Realität 6 bis 12 Monate vorauseilen, passt ihre Entwicklung oft nicht zur aktuellen Schlagzeilenlage - heute nicht und früher auch nicht. So waren im Frühjahr 2009 auf dem Höhepunkt der Globalen Finanzkrise die Nachrichten geprägt von Weltuntergangsszenarien und Hiobsbotschaften – aber die Börsen setzten bereits zur längsten und stärksten Hausse aller Zeiten an. Sie nahmen Fahrt auf und kletterten an der 'Wall of Worries' empor, wenn auch teilweise unter heftigen Schwankungen.

Das klingt irgendwie bekannt, oder? Genau. 'Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich' heißt es. Und so beginnt es…

Disclaimer: Habe Microsoft auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Börsenweisheit des Tages | 18.06.2023

"Um erfolgreich zu investieren, muss man nichts von Beta, effizienten Märkten, moderner Portfoliotheorie, Optionspreisen oder Schwellenländern verstehen. Tatsächlich kann es besser sein, diese Dinge gar nicht zu kennen."
(Warren Buffett)

Samstag, 17. Juni 2023

Börsenweisheit des Tages | 17.06.2023

"Vorsicht vor den kleinen Kosten; ein kleines Leck kann ein großes Schiff versenken."
(Benjamin Franklin)

Freitag, 16. Juni 2023

Kissigs Portfoliocheck: Prem Watsa kopiert mit Fairfax Financial (nicht nur) Buffetts Erfolg mit Berkshire Hathaway

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 226. Portfoliocheck schaue ich erstmals in das Depot von Prem Watsa, einem der erfolgreichsten Value Investoren der Welt, von dem die meisten Menschen noch nie gehört haben. Er gilt als der 'kanadische Warren Buffett' und kann auf spektakuläre Renditen verweisen: auf Sicht von 35 Jahren erzielte Watsa durchschnittlich 15,7 % pro Jahr.

Seit 1985 leitet Prem Watsa bei Fairfax Financial die Geschicke und hält beinahe die Hälfte des Aktienkapitals. Damals lernte Watsa auch Francis Chou kennen, der ihm von Warren Buffetts außerordentlichen Erfolgen durch Investitionen auf Basis des 'Floats' der Versicherungsunternehmen von Berkshire Hathaway erzählte. Diesem überzeugenden Konzept folgte Watsa und baute die Strategie von Fairfax Financial auf dieser Praxis auf. Neben einem diszipliniertem 'Underwriting' in der Versicherungssparte legt er bei der Anlage von deren Vermögenswerten den Schwerpunkt auf einer konservativen Value-Investment-Philosophie; er investiert also auf einer Total-Return-Basis und auf lange Sicht

Fairfax Financial ist eine Holdinggesellschaft, die über ihre Tochtergesellschaften im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung und Rückversicherung sowie der damit verbundenen Anlageverwaltung tätig ist. Seine quartalsweise bei der US-Börsenaufsicht SEC einzureichenden 13F-Formulare geben dabei nur einen Teil der gesamten Vermögenswerte von Fairfax Financial wider. Zu den bedeutenden Anlagen, die nicht im 13F-Bericht enthalten sind, gehören Investitionen in Griechenland und Indien, wobei die griechischen Investments hauptsächlich aus einer 32-prozentigen Beteiligung an der Eurobank bestehen. Weitere wichtige Beteiligungen sind ein 27-prozentiger Anteil an Thomas Cook India, 54 % an Bangalore International Airport Limited und 31 % an Quess Corp Limited.

Doch auch der Blick in sein Aktien-Portfolio im 1. Quartal 2023 ist interessant: Nach dem 'Going Private' von Atlas Corp, an der Fairfax Financial 47,5 % der Anteile hielt und die der mit Abstand größte Depotwert war, sowie dem Verkauf von Resolute Forest Products, der zuvor drittgrößten Beteiligung, ist das Aktienportfolio kräftig von 4,0 Mrd. auf 1,4 Mrd. USD per 31.03.2023 geschrumpft. Da Fairfax Financial selbst zum Übernahme-Konsortium bei Atlas gehört, sind die Vermögenswerte weiterhin vorhanden, nur eben nicht mehr in Form börsennotierter Aktien. In Watsa Depot dominieren nun die Technologiewerte mit 34,2 % vor Energieunternehmen mit 18,8 % und Immobilienwerten mit 15,9 %. Auf Platz vier folgen Finanzwerte mit 12,4 % Gewichtung vor Basismaterialien mit 5,3 %. Unter den Top-Positionen finden sich auch eher unbekannte und/oder unbeachtete Perlen wie Kennedy-Wilson Holdings, BlackBerry oder Crescent Capital BDC. Da kann man durchaus mal einen Blick riskieren...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer: Habe Berkshire Hathaway, Fairfax Financial auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Börsenweisheit des Tages | 16.06.2023

"Es gibt nichts, was mit einer Chance vergleichbar wäre."
(Henry Ford)

Donnerstag, 15. Juni 2023

[Kissigs Börsenlexikon] Dividendenaristokrat

Viele börsennotierte Unternehmen beteiligen ihre Aktionäre am Erfolg durch Zahlung einer Dividende. Die Dividendenrendite spielt daher für die Anlageentscheidung eine wichtige Rolle.

Doch kann sie auch künstlich hochgehalten werden, um das Unternehmen attraktiver aussehen zu lassen, als es auf den zweiten Blick wirklich ist. Wenn zum Beispiel 10 Cents je Aktie als Dividende ausgeschüttet werden, während im Geschäftsjahr nur 5 Cents verdient wurden oder sogar ein Verlust anfiel. In diesem Fall geht die Ausschüttung zulasten der Substanz des Unternehmens und passiert dies mehrmals, ist das Unternehmen irgendwann ausgezehrt und die optisch attraktive Dividendenrendite kann den Kursverfall dann auch nicht mehr aufhalten. Die sog. 'Dividendenaristokraten' sollen hier Abhilfe schaffen...

Börsenweisheit des Tages | 15.06.2023

"Wenn die Anreize falsch sind, wird das Verhalten auch falsch sein. Garantiert."
(Charlie Munger)

Mittwoch, 14. Juni 2023

Kissigs Aktien Report: Tesla nach der Kursverdopplung – wie weit reicht die Power noch?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 136 vom 09.06.2023

Börsenweisheit des Tages | 14.06.2023

"Der größte Feind der Qualität ist die Eile."
(Henry Ford)