Donnerstag, 25. Oktober 2012

Warren Buffett hält Aktien für "teilweise ambitioniert" bewertet

Der erfolgreiche Value-Investor Warren Buffett hat über die Weltwirtschaft, die Euro-Krise und die aktuelle Bewertung der Aktienmärkte geäußert, vermeldet heute das Handelsblatt.

Warren Buffett
Buffett meint, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession abrutscht, wobei Euro nach seiner Ansicht das Problem sei und weniger die USA. Hier würden die positiven Signale vom Immobilienmarkt stützen, weshalb der Chef und Großaktionär der Investmentholding Berkshire Hathaway auch weiterhin Aktien der US-Bank Wells Fargo & Co. kaufe, auch wenn generell im Bankensektor künftig wohl kaum mehr die hohen Renditen wie vor der Finanzkrise zu erzielen wären.

Auch wenn Warren Buffett zuletzt vor allem im Sektor für regenerative Energien, Wind und Solar, aktiv war, hält er sich aktuell mit Käufen eher zurück, denn er stuft die Preise für Aktien als "teilweise ambitioniert" ein.

Das hängt natürlich auch mit den sinkenden Gewinnen der Unternehmen zusammen, denn niedrigere Gewinne erhöhen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und damit die Bewertung der Aktien, ohne dass sich der Kurs selbst verändert. Schlechtere globale Konjunkturaussichten und schleppendes Umsatz- und Gewinnwachstum reduzieren auch den fairen Wert der Unternehmen.

Einzelne Unternehmen sind weiterhin zu fairen Kursen zu bekommen, aber der Gesamtmarkt weist nach seinen deutlichen Steigerungen in diesem Jahr eine höhere Bewertung auf, als vor Jahresfrist. Kein Grund zu verkaufen, aber Neuengagements bedürfen einer noch sorgfältigeren Auswahl, auch wenn die Kurse schon korrigiert haben. Denn wenn eine Aktie im Kurs einbricht, die Gewinnerwartungen aber ebenfalls deutlich reduziert werden, dann reduziert sich das KGV nicht unbedingt und die Aktie wird durch den Kurssturz nur optisch billig, aber nicht fundamental. Oder wie Peter Lynch es formulierte: "nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann".

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Villeroy & Boch bleibt stark auf Kurs

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres weniger Umsatz mit Geschirr, Küchenutensilien und Accessoires erzielt, allerdings entfielt das Minus ausschließlich auf die Sparte "Tischkultur". "Die für Villeroy & Boch wichtigen Märkte des Euroraums befinden sich in einer Rezession", hieß es. Darüber hinaus war ein Werk in Südamerika verkauft worden, in dem überwiegend margenschwache Erzeugnisse gefertigt wurden und im Vorjahreszeitraum schlug ein großer Einmalauftrag positiv zu Buche. Das Konzernergebnis blieb mit 6 Mio. EUR genau auf Vorjahresniveau.

Die Zahlen belegen, dass Villeroy & Boch es versteht, seine Margen zu verbessern und trotz widrigem Marktumfeldes unternehmerisch Kurs zu halten. Darüber hinaus bietet das Unternehmen neben der attraktiven Dividendenrendite von 5,5% und der moderaten Bewertung (2013er KGV von 7) auch erheblich Phantasie bzgl. der möglichen Grundstücksverkaufserlöse in Luxemburg.

An meiner positiven Einschätzung für Villeroy & Boch aus dem September hat sich nichts geändert und ich halte die Aktie weiterhin für unterbewertet.

Montag, 22. Oktober 2012

Börsenweisheit der Woche 43/2012

"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
(Henry Ford)

Freitag, 19. Oktober 2012

Ignoriert Quartalsergebnisse!

Es ist Berichtssaison und die Wall Street wird heftig durchgeschüttelt, weil etliche Unternehmen mit ihren Quartalsergebnissen die Erwartungen des Marktes und/oder der Analysten nicht ganz erreichen bzw. teilweise auch recht deutlich verfehlen. Das muss ein schlechtes Zeichen sein, sollte man meinen, und doch sollten gerade langfristig orientierte Value-Anleger sich der Worte Warren Buffetts erinnern und genauer hinsehen.

"Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 Prozent zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen."
(Warren Buffett)
Damit meint das "Orakel von Omaha", dass Quartale zu enge Zeitspannen sind, um die Entwicklung eines Unternehmens exakt zu planen und zu bewerten. Liegen ein paar Feiertage mehr auf Wochentagen in dem Quartal oder verschiebt sich ein größerer Zahlungseingang um wenige Tage, kann dies das Quartalsergebnis beeinflussen, ohne dass es für das Jahresergebnis wirklich Relevanz hätte. Deshalb liest Warren Buffett keine Quartalsberichte, er schwört auf den Geschäftsbericht und den darin mit enthaltenen Lagebericht des Vorstands.

Montag, 15. Oktober 2012

Aurelius AG: 12% Dividendenrendite für 2012

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius erwartet ein mehr als erfolgreiches Geschäftsjahr 2012: der operative Gewinn solle über dem des Vorjahres liegen und aus getätigten Firmenverkäufen und außerordentlichen Erträgen wären bereits mehr als 100 Mio. EUR realisiert worden.

Aurelius-Chef Dirk Markus hat deshalb gegenüber der Zeitschrift "Euro am Sonntag" davon gesprochen, die reguläre Dividende auf 1,70 EUR anheben und zusätzlich eine Sonderdividende von 2,00 EUR ausschütten zu wollen. Insgesamt könnten sogar bis zu 4,00 EUR auf die Aktionäre zukommen, was beim gegenwärtigen Aktienkurs von rund 33,00 EUR eine Dividendenrendite von gut 12% ausmache. Rekordverdächtig! Aber auch die reguläre Dividende bringt immerhin schon über 5% Rendite, denn der Bonus wird nur einmalig fließen.

Börsenweisheit der Woche 42/2012

"Für Börsenspekulationen ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober."
(Mark Twain)

Sonntag, 14. Oktober 2012

[Einfach gedacht] Die Deutsche Telekom "glänzt" mit Substanz-Raubbau durch zu hohe Dividenden

Die Deutsche Telekom steht als Ex-Monopolist seit Jahren mächtig unter Druck. Einst als "Volksaktie" an den Markt gebracht und in utopische Bewertungshöhen gepusht, folgte dann der jähe Absturz von Kursen jenseits der 100 EUR auf deutlich unter 10 EUR. Um diesen Stand - zumeist allerdings darunter - pendelt der Wert seit vielen Jahren mit einiger Volatilität.

Insbesondere der Ausflug in die USA bereitet Telekom-Chef Obermann seit Jahren Kopfzerbrechen und Ende letzten Jahres wollte man das traurige Kapital schließen, in dem man die US-Tochter an den dortigen Platzhirschen AT&T verkaufen wollte. Doch der Deal platze, weil die Genehmigungsbehörden in den USA negative Auswirkungen für die Verbraucher witterten und die Deutsche Telekom erhielt als Trostpflaster wenigstens Einmalprämien in Milliardenhöhe von AT&T. Das half dem Gesamtergebnis des Vorjahres durchaus. Und nun soll die US-Tochter, knapp ein Jahr später, mit dem direkt hinter ihr an fünfter Stelle rangierenden Anbieter MetroPCS fusioniert werden - und das interne Berechnungs- und Bewertungsergebnis würde bei der Telekom zu einer weiteren Milliardenabschreibung von rund 7 bis 8 Mrd. EUR auf den Wert der US-Tochter führen und den erwarteten Konzerngewinn von rund 2,6 Mrd. EUR mehr als aufzehren. Unter dem Strich dürfte diese Strategie allerdings die einzige zu sein, die dem siechen Geschäft in den USA auf die Beine helfen kann.

"Shit happens", sollte man meinen, aber es wird schlimmer. Denn Telekom-Chef Obermann will an der "Garantiedividende" festhalten und wieder 70 Cents je Aktie ausschütten. Damit wird an dem Kamikazekurs der Vorjahre festgehalten, denn seit Jahren schüttet die Deutsche Telekom mehr an ihre Aktionäre aus, als sie überhaupt verdient. Und während das Unternehmen sich stolz der höchsten Dividendenrendite aller DAX-Werte rühmt, dümpeln die Aktien weiter vor sich hin. Kein Wunder, denn der Raubbau an der Substanz des Konzerns geht ja an den Bilanzen nicht spurlos vorüber und die Anleger verstehen durchaus, dass man ihnen hier strotzende Gesundheit vorgaukelt, wo markzehrendes Siechtum folgen wird. Wer auf Dauer seine Rücklagen verbraucht, um Dividenden auszuzahlen, tut den Aktionären nichts Gutes! Nein, er schädigt das Unternehmen und damit das Vermögen der Aktionäre, das ihm anvertraut ist!

Doch da die Deutsche Telekom anders nicht mehr zu punkten in der Lage ist, wird sich Obermann wohl nicht bekehren lassen und von seinem unternehmensschädigenden Plan absehen. Die Anleger sollten die Signale erkennen und die Reißleine ziehen. Sie sollten ihr Geld nehmen und woanders investieren, in Unternehmen, die solide Erträge erwirtschaften und die Aktionäre über Dividenden und Aktienrückkaufprogramme teilhaben lassen am unternehmerischen Erfolg. Und die nicht Raubbau an der Substanz betreiben.

Ist der Kaufkraftverlust für Rentner alternativlos?

Deutschlands Rentner haben seit dem Jahr 2000 rund ein Fünftel ihrer Kaufkraft eingebüßt, wie die Bundesregierung eingestehen musste. Im Westen waren es 17%, im Osten 22% - und gerade dort zähl(t)en Rentner zu den Besserverdienenden. Die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge nach Abzug aller Sozialbeiträge lagen in den alten Bundesländern zuletzt bei 1.062 EUR (+17 EUR seit 2000) und in den neuen Ländern bei 1.047 EUR (-23 EUR seit 2000). Allerdings stieg im selben Zeitraum der Verbraucherpreisindex um etwa 20% an, woraus sich der hohe Kaufkraftverlust erklärt.

Die Debatte über die Altersarmut ist in vollem Gange und heutige Geringverdiener werden künftig eher weniger als mehr Rente erhalten. Dazu kommt die von der großen Koalition aus CDU und SPD im Jahr 2006 beschlossene Rentenreform, also die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und die Absenkung des Rentenniveaus auf 43%, so dass sich auch für Normalverdiener die zu erwartenden Renten absenken werden - der demographische Wandel und die höhere Lebenserwartung lässt das Umlageverfahren eben an seine Grenzen kommen.

Seit Jahren wird daher für Ergänzungen zur gesetzlichen Rentenversicherung getrommelt und die sog. Riester-Rente wird staatlich mit Milliardensummen gesponsert. Millionen deutscher Arbeitnehmer riestern kräftig mit, doch die Erträge aus den Verträgen werden enttäuschend ausfallen: das niedrige Zinsniveau und exorbitant hohe Abschluss- und Verwaltungsspesen fressen die Renditen weitgehend auf. Der deutsche Michel kann schon froh sein, wenn er am Ende nicht weniger rausbekommt, als er eingezahlt hat - trotz staatlicher Förderung. Und wenn man die Geldentwertung mit berücksichtigt, kann man gleich jede Hoffnung fahren lassen.

Und doch gibt es Alternativen!

Immobilien stellen aktuell neue Preisrekorde auf, auch aufgrund der große Unsicherheit über die Zukunft des Euros, die Staatsschuldenkrise und ein mögliches Aufflammen der Inflation. Allerdings sind Immobilien, wie der Name schon sagt, relativ unflexibel und so bieten sich zum Beispiel börsennotierte Immobilien-AGs oder REITS für die Altersvorsorge an. Von (offenen) Immobilienfonds sollte man lieber die Finger lassen. Und das manager-magazin weist darauf hin, dass das Betongold hierzulande kaum mit der Wertentwicklung des Aktienmarktes mithalten kann.

Alternativ kann man sein Geld in solide und dividendenstarke Aktiengesellschaften stecken und wenn man dies regelmäßig tut, kommen dabei erkleckliche Summen zusammen, die dann zunehmend - und nicht erst im Rentenalter - ein zusätzliches monatliches Einkommen generieren. Dabei kommt es allerdings auf die richtige Auswahl der Dividendenperlen an, um ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis sicherzustellen. Oder man wählt einen ETF, die es auch für Dividendenwerte gibt. Und wer nicht über Aktien Miteigentümer eines Unternehmens werden möchte, kann einem solchen auch Geld leihen - da fallen deutlich bessere Zinsen ab, als bei Bundesanleihen, allerdings muss man sich auch über den Schulder sorgfältig Gedanken machen. Dann können sich Unternehmensanleihen als Alternativen zu Aktien durchaus lohnen.

Es gibt also bereits Lösungen für die sich abzeichnenden Probleme und je früher man ein paar Taler zurücklegt, desto eher erhält man daraus Erträge und desto besser stellt sich die eigene finanzielle Situation (im Alter) dar. Jeder Tag des Zögerns schmälert die Rendite und verschlechtert die Absicherung des Lebensstandards, heute und im Alter. Daher ist Zögern keine Option und wenn doch, dann die teuerste.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Spinn-Offs: Ende der steuerlichen Benachteiligung deutscher Anleger

Spinn-Offs (Ausgründungen) können für Unternehmen ein Befreiungsschlag sein, sowohl für das Abspaltende wie auch das Abgespaltene. Kraft Foods hat es gerade vorgemacht und seine europäischen und Non-Food-Aktivitäten unter dem Kunstnamen "Mondelez International" ausgegliedert und so an die Börse gebracht. Vereinfacht gesagt, hat Kraft sich aufgeteilt und seine Aktionäre haben nun zwei Aktien im Depot - der Kurs der Kraft-Aktien sank entsprechend des Wertes der neuen Mondelez-Aktien.
Bei amerikanischen Unternehmen sind Spin-Offs keine Seltenheit, in Deutschland hingegen sind sie bisher eher nur vereinzelt anzutreffen. Allerdings wurde gerade der Spezialchemiehersteller Lanxess in den DAX aufgenommen, dabei ist das Unternehmen eine Ausgliederung aus dem Bayer-Konzern, der 2005 seine siechende Chemie- und Polymersparte hier gebündelt und abgestoßen hatte. Seitdem hat sich einiges geändert und Lanxess sich zu einen ertrag- und margenstarken Unternehmen gewandelt, das mit der DAX-Aufnahme nun quasi den Ritterschlag erhalten hat. Und auch der DAX-Konzern Siemens liebäugelt nun mit einem Spinn-Off seiner Glühlampen-Tochter Osram, nachdem ein Verkauf und Börsengang mehrfach nicht zu Ende gebracht werden konnten.

Für deutsche Anleger sind Spin-Offs bisher allerdings mit Problemen behaftet, Steuerproblemen. Denn während bei deutschen Unternehmen die neuen Aktien einfach mit dem Anschaffungspreis von Null Euro ins Depot gebucht werden (und der Kurs des abgebenden Unternehmens entsprechend fällt), erfasste das Finanzamt Spin-Offs amerikanischer Unternehmen als Ertrag und verlangte auf die Einbuchung entsprechend 25% Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer). Und das, obwohl der Anleger keinen Vermögens- oder Ertragszuwachs hatte, den der Kurs des abspaltenden Unternehmens fiel ja um den Kurswert des angespaltenen Teils.

Diese die Realität verkennende und ignorante Benachteiligung soll nun mit dem Jahressteuergesetz 2013 beendet werden und zwar für alle Vorfälle ab dem 1. Januar 2013. Ein zum Anfang 2012 rückwirkendes Inkrafttreten haben die Banken ggü. der Bundesregierung erfolgreich verhindert, weil sie sich nicht in der Lage sehen, die rückwirkende Berechnung korrekt durchführen zu lassen. Ich lasse dieses Argument unserer ach so am Kundeninteresse ausgerichteten Banken mal kommentarlos stehen und hoffe, dass die Banker bei der Berechnung ihrer Boni genauso einfallsfreudig sein werden, wenn um das Nichtberechnenkönnen geht.

Tatsache ist, dass sich Spin-Offs in der Regel für die beteiligten Unternehmen und die Aktionäre auszahlen und ab 2013 kann dies der deutsche Anleger auch steuergefahrlos genießen. Erst beim Verkauf der Aktien muss der erzielte Kursgewinn dann ggf. versteuert werden.

[Kissigs Börsenlexikon] Diversifikation

Diversifikation oder auch Diversifizierung bezeichnet in der Wirtschaftswissenschaft eine Ausweitung des Sortiments und ist das Gegenteil einer Monostruktur. Wenn ein Unternehmen diversifiziert, baut es eine neue Sparte auf, zum Beispiel durch den Zukauf von Unternehmen.

An der Börse versteht man unter Diversifikation hingegen die Risikostreuung innerhalb eines Depots, also das gleichzeitige Investieren in unterschiedliche Währungen, Branchen und Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen oder Festgeld.

Montag, 8. Oktober 2012

Börsenweisheit der Woche 41/2012

"Weil Denken die schwerste Arbeit ist, die es gibt, beschäftigen sich auch nur wenige damit."
(Henry Ford)

Montag, 1. Oktober 2012

Börsenweisheit der Woche 40/2012

"Banker sind Menschen, die dir bei guten Wetter einen Regenschirm leihen, ihn aber zurückfordern sobald es zu regnen beginnt."
(Mark Twain)

Freitag, 28. September 2012

H.P.I. Holding: Halbjahreszahlen und Veränderungen im Beteiligungsportfolio

Die H.P.I Holding AG (WKN: 600190) hat ihren Halbjahresbericht per 30.06.2012 präsentiert . Die Umsatzerlöse stiegen auf 28,829 Mio. EUR (21,500), das EBT kletterte auf 822 T€ (781), das EBIT wurde auf 1,107 Mio. EUR (1,104) gesteigert und das EBITDA auf 2,085 Mio. EUR (1,785). In den Kennzahlen für das 1. Halbjahr 2012 sind die Erträge und Aufwendungen für die im April erworbenen Gesellschaften CEMSAN Metal Parca Imalat Ltd., Türkei, sowie S.G.T. S.r.l., Italien, für das ganze erste Halbjahr enthalten. In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 werden diese Erträge und Aufwendungen zeitanteilig entsprechend der Konzernzugehörigkeit einbezogen.

In dem Bericht wurde aber auch bestätigt, was bereits auf der Hauptversammlung angeklungen war: die Beteiligung an der Zimmer & Kreim GmbH soll noch in diesem Jahr veräußert werden und es laufen bereits vielversprechende Gespräche mit einem potenziellen Käufer.

Das scheint vernünftig, denn während die Zahlen der Berger-Gruppe zufriedenstellend ausfielen, enttäuschten die von Zimmer & Kreim , wie der Vorstand selbst einräumt. Der zu erwartende Umsatzverlust, der bei der H.P.I. Holding AG durch den Verkauf entstehen wird, soll durch die geplante Akquisition eines weiteren metallverarbeitenden Unternehmens kompensiert werden. Im Fokus hat man ein  derzeit im privaten Besitz befindliches und schuldenfreies deutsches Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von 15,0 Mio. bis 16,0 Mio. EUR, das ein Vorsteuerergebnis von rund 1,7 Mio. bis 2,0 Mio. EUR erbringt.

Mittwoch, 26. September 2012

WMF Vorzüge: Abfindungsspekulation mit komfortablem Sicherheitsnetz

Die WMF Württembergische Metallwarenfabrik AG wird durch den amerikanischen Finanzinvestor KKR übernommen, das ist seit Juli bekannt und kam auch nicht überraschend, nachdem der bisherige Mehrheitseigner, die schweizerische Beteiligungsgesellschaft Capvis im Frühjahr verkündet hatte, nach sechs Jahren bei WMF aussteigen zu wollen. Das KKR-Angebot bot den Stamm-Aktionären attraktive 47 EUR, doch für die Vorzugsaktien, die größtenteils im Streubesitz sind, wollte KKR nicht mehr ausgeben als unbedingt nötig: die Offerte werde bei etwa 31,70 EUR liegen, dem vorgeschriebenen gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate vor dem Übernahmeangebot - und damit in etwa zum bereits an der Börse gehandelten Kurs.

Nun hat Capvis seine Aktien an KKR übertragen, die damit im Besitz von 52,4% der Stamm- und 5% der Vorzugsaktien sind. Und es ist kaum vorstellbar, dass KKR bis zum Ablauf der Offerte am 9. Oktober weitere Vorzugsaktien angedient werden, denn der aktuelle Kurs notiert deutlich oberhalb des KKR-Angebots. Offensichtlich sehen die Aktionäre noch Potenzial in den Vorzugsaktien. Und das ist verständlich.

Schauen wir zunächst auf WMF selbst: das Unternehmen hat erfolgreiche Jahre hinter sich und 2011 erwirtschafteten die rund 6.000 Mitarbeiter 980 Mio. EUR Umsatz, ein Plus von 9% ggü. dem Vorjahr. Und im ersten Halbjahr 2012 betrug der Zuwachs beim Nachsteuergewinn satte 47% und beim Umsatz gabe es eine weitere Steigerung von 6%. Zum starken Wachstum trug vor allem der Einstieg in das Geschäft mit Kaffeemaschinen für Hotels und Gastronomie bei und KKR möchte das "erhebliche Potential des Unternehmens zur weiteren Marktdurchdringung und internationalen Expansion realisieren", wie es in der Mitteilung von KKR hierß. "Dies gilt insbesondere für Asien und den US-amerikanischen Markt", heißt es weiter, denn im Jahr 2011 erwirtschaftete WMF bereits 47,5% seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Und es gibt noch den bisher defizitären Bereich der Elektrokleingeräte, der in die Gewinnzone geführt werden sollte.

Bewertung
Die Bewertung des Unternehmens anhand von Kennzahlen spielt diesmal - anders als sonst - nur eine zweitrangige Rolle, so dass ich mir hierzu kurz fasse: bei einem Aktienkurs von 35,00 EUR ergbit sich ein 2013er KGV von knapp über 10 und eine Dividendenrendite von annähernd 4% (bezogen auf 1,40 EUR Ausschüttung je Aktie). Kurzum: die Bewertung ist attraktiv und alleine aus diesem Grund könnten die WMF Vorzugsaktien den Weg in die Depots von Langfristanlegern finden.

Spekulation
Aber die eigentlich interessante Spekulation bezieht sich weniger auf die Bewertungskennzahlen als vielmehr darauf, dass KKR Interesse daran haben könnte, die Vorzugsaktien in Stammaktien umzuwandeln. Nicht nur, weil die deutschen Vorzugsaktien den Amerikanern eher suspekt vorkommen, sondern weil sie auf diese eine deutlich höhere Gewinnausschüttung leisten müssen, als auf die Stammaktien - der Preis für das nicht vorhandene Stimmrecht. Geht man also davon aus, dass KKR bereit war, 47 EUR je Stammaktie zu zahlen und auf dieser Basis erhebliches Wertsteigerungspotenzial für das Unternehmen und die Aktien sieht, dann wäre für die Amerikaner das beste Geschäft, die Vorzugsaktien einzusammeln, bevor die unternehmerischen Erfolge den Unternehmenswert von WMF weiter steigen lassen.

Doch wie kommt KKR an die Vorzusaktien heran? Sie könnten über die Börse erworben werden, aber aufgrund des hohen Streubesitzes würde das langwierig sein und den Kurs treiben. Des Weiteren könnte man die Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln (wie es Capsis bereits angedacht hatte). Dann würde sich der Kurs der Vorzüge schnell dem der Stämme annähern, was einem Kursplus von rund 35% entspräche. Oder man macht den Vorzugsaktionären ein so attraktives Angebot, dass sie ihre Aktien freiwillig an KKR abgeben - das dürfte dann zwischen 35 und 47 EUR liegen und ebenfalls zweistellige Zuwächse ggü. dem heutigen Börsenkurs versprechen.

Die Spekulation ist also, auf KKR zu warten. Und dafür gibt es drei Optionen: ein verbessertes Übernahmeangebot, eine Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien oder die unternehmerische Fortentwicklung und die Hebung der erheblichen Potenziale, die KKR in WMF sieht. Doch egal, was KKR tut, der Inhaber der Vorzugsaktien wird davon profitieren. Und bis KKR zu einer Entscheidung gekommen ist, wird dem Vorzugsaktionär das Warten versüßt: mit einer attraktiven Dividendenrendite und der Aussicht auf relativ sichere Kurssteigerungen zwischen 20% und 35%. Und an dieser Stelle lohnt dann wieder Blick auf die Kennzahlenbewertung, um das Risiko einschätzen zu können, das mit dem Einstieg in die WMF Vorzugsaktien verbunden ist. Doch ein unterdurchschnittliches KGV von 10, eine Dividendenrendite von 4% und hervorragende Wachstumsaussichten sichern den Aktienkurs massiv nach unten ab. Es sieht so aus, als wenn Anleger mit diesem Investment gar nichts falsch machen könnten und es sollte sich lohnen, jetzt zuzugreifen.

Montag, 24. September 2012

Börsenweisheit der Woche 39/2012

"Wer sich nach den Tipps von Brokern richtet, kann auch einen Friseur fragen, ob er einen neuen Haarschnitt empfiehlt."
(Warren Buffett)

Freitag, 21. September 2012

[Kissigs Börsenlexikon] Fundamentalanalyse

Bei der Fundamentalanalyse wird auf Basis der betriebswirtschaftlichen Daten und der ökonomischen Rahmenbedingungen eines Unternehmens dessen Substanzwert bestimmt ('innerer Wert' oder 'fairer Wert'). Hierzu ermittelt man im Wege der Bilanzanalyse eine Reihe von Kennzahlen, die die Bewertung des Unternehmens ermöglichen aber auch den Vergleich mit anderen Firmen aus derselben Branche ('Peergroup-Vergleich'). Der faire Wert des Unternehmens ergibt dann im Vergleich mit dem aktuellen Börsenkurs Hinweise auf eine Über- oder Unterbewertung an der Börse.

Bekannte Kennzahlen der Fundamentalanalyse sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), die Dividendenrendite oder die Eigenkapitalquote.

Montag, 17. September 2012

Börsenweisheit der Woche 38/2012

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."
(Mark Twain)

Sonntag, 16. September 2012

Villeroy & Boch: Lifestyle und noch viel mehr

Das traditionsreiche Familienunternehmen Villeroy & Boch AG stellt Haushaltswaren und Badezimmerequipment her und bewegt sich damit nicht gerade in spektakulären Sphären, die die Phantasie eines durchschnittlichen Börsenanlegers beflügeln würden. Andererseits steht das Unternehmen für solide und steige Zuwächse bei Umsätzen und Erträgen und ist seit Jahren in den Rankings der Spitzendividendenzahler weit oben vertreten.

Rund 8.700 Mitarbeiter erzielen gut 750 Mio. EUR Umsatz und für die nächsten Jahre rechnet das Unternehmen mit durchschnhittlichen Wachstumsraten von 5% - in Anbetracht der schwierigen konjunkturellen Lage nicht unambitionierte Ziele. Durch die beiden Bereiche „Bad und Wellness“ sowie „Tischkultur“ kann die Umsatzentwicklung im gewissen Maße diversifiziert werden. Vor allem das Geschäftsfeld „Bad und Wellness“ ist stark von der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt und somit den Wohnungsneubauten und Renovierungen abhängig, während der Erfolg im Bereich „Tischkultur“ durch das Konsumentenverhalten bestimmt wird. Auch in Zukunft dürfte „Bad & Wellness“ maßgeblich die Entwicklung bei Villeroy & Boch bestimmen. Rund 60% der Investitionen sollen in diesen Bereich fließen, der Rest ist für „Tischkultur“ bestimmt.

Neben der originären unternehmerischen Betätigung fallen bei Villeroy & Boch allerdings Sonderfaktoren ins Gewicht. Zum einen musste das Unternehmen im Jahr 2010 eine EU-Kartellstrafe von 73 Mio. EUR bezahlen, die das Ergebnis deutlich verhagelt hat. Zum anderen trennt es sich von unrentablen Unternehmensbereichen und Grundstücken. Neben einem Werk in Mexiko wurden 2011 rund 9 Mio. EUR durch einen Immobilienverkauf erlöst. Und nachdem das ehemalige Produktionsgelände in Lübeck veräußert wurde, rückt nun das rund 70.000 qm große Arreal in Luxemburg in den Fokus. Nach Angaben der Analysten von Montega soll auf dem Gebiet bald ein neuer Wohnkomplex entstehen, so dass mit einem Verkaufspreis von 1.200 EUR/qm kalkuliert werden könne. Der daraus abgeleitete Cash-Zufluss von 85 Mio. EUR entspricht rund 40% der aktuellen Marktkapitalisierung (Stamm- und Vorzugsaktien) und die Aktionäre dürften durch eine Sonderdividende in signifikanter Höhe an dem Verkaufserlös beteiligt werden.

Fazit
Villeroy & Boch besticht durch eine solide Geschäftsentwicklung mit steigenden Umsätzen und Erträgen bei gleichzeitig attraktiver Bewertung mit einem 2013er KGV von knapp über 8 und einer Dividendenrendite von 6,7%. Darüber hinaus bieten die angedachten Grundstücksverkäufe zusätzliche Phantasie, so dass der Kurs nach unten hin abgesichert sein sollte und gleichzeitig einiges an Kurssteigerungspotenzial bietet. Eine Konstellation, die das Herz eines Langfristanlegers höher schlagen lässt.

Dienstag, 11. September 2012

MBB Industries: steigende Substanz- und Ertragskraft

Messerschmidt-Bölkow-Blohm war als Luft- und Raumfahrtunternehmen überwiegend in der Wehrtechnik tätig und agiert heute unter MBB Industries AG als ein mittelständischer Beteiligungskonzern  - und ist ein Familenunternehmen im besten Sinne. Die Beteiligungsgesellschaft setzt nach eigenen Angaben auf "Wachstum durch den Kauf neuer Unternehmen und die Wertsteigerung der bestehenden Beteiligungen". Und das Beteiligungsportfolio ist recht bodenständig ausgerichtet: Neben Hanke Tissue, einem führenden Hersteller bedruckter Servietten, finden sich dort derzeit unter anderem die auf das Cloud-Computing spezialisierte DTS Systeme GmbH sowie der ebenfalls börsennotierte Holzwerkstoffprofi Delignit und die CT Formpolster GmbH wieder. Hanke Tissue gehört bereits seit 2006 zu MBB und ist im Portfolio eine der profitabelsten Unternehmen. Vor einem Monat kündigte MBB Industries eine Verdopplung der Produktionskapazitäten bei dem Hersteller von Toilettenpapier, Servietten, Taschentüchern und Küchenrollen an.

Jüngster Zugang ist die zum Ende des ersten Quartals 2012 erworbene Firma Claas Fertigungstechnik, die nun unter MBB Fertigungstechnik firmiert. Und gerade dieser Sondermaschinenbauer, der im Wesentlichen in der Automobilindustrie tätig ist, dürfte die Mutter operativ in den kommenden Quartalen in eine ganz neue Dimension katapultieren, denn obwohl die neue MBB Fertigungstechnik erst ab April in der MBB-Bilanz konsolidiert wird, dürfte sie dennoch bereits im laufenden Jahr mindestens 100 Mio. EUR zusätzlichen Umsatz einbringen, so dass sich der Gesamtumsatz in 2012 somit auf mehr als 200 Mio. EUR verdoppeln dürfte. Die kürzlich vorgelegten Halbjahreszahlen geben hier einen ersten Eindruck: der Umsatz stieg um 73 % auf 89,8 Mio. EUR, das EBITDA erhöhte sich um 146% auf 10,9 Mio. EUR, das EBIT verbesserte sich um 217% auf 8,4 Mio. EUR. Das Konzernergebnis nahm ebenfalls überproportional zu und kletterte um 151% auf 5,8 Mio. EUR. In diesen Zahlen ist ein Ertrag aus der Erstkonsolidierung der MBB Fertigungstechnik von 1,7 Mio. EUR enthalten. Das Ergebnis pro Aktie lag im ersten Halbjahr 2012 bei 0,89 EUR (Vorjahr: 0,35 EUR).

Bei der Suche nach neuen Beteiligungen folgen die MBB-Verantwortlichen einem stetig weiterentwickelten, standardisierten Verfahren, das eine systematische, zügige und treffsichere Auswahl attraktiver Beteiligungen ermöglichen soll." Der Beteiligungserwerb wird durch eine ungelöste Nachfolge, Finanzierungs- oder Ertragsprobleme bei der Zielgesellschaft oder auch Teilveräußerungsabsichten von Konzernen begünstigt. Entscheidend für den Erfolg ist vor allem, Unternehmen mit Wertsteigerungspotenzialen zu identifizieren und zu erwerben. Das ist MBB Industries in den letzten Jahren stets gelungen. Neben dem organischem Wachstum sind aber auch weitere Zukäufe ein Thema, allerdings wird die Übernahmetätigkeit sich von der Mutter auf die Beteiligungen verlagern und sich um eher kleiner Zuerwerbe drehen, die größere Finanzinvestoren nicht auf dem Radar haben. Denn entscheidendes Kriterium bei einem Zukauf ist nicht nur das Potenzial, sondern vor allem auch der Preis.

Fazit


MBB Industries hat einen rasanten Anstieg um gut 50% hinter sich und konsolidiert gerade zwischen 11 und 12 EUR. Das Unternehmen hat noch erhebliches Potenzial hinsichtlich seiner Beteiligungen und dem möglichen Ausbau des Portfolios und bietet auf dem derzeitigen Kursniveau mit niedrigem KGV und attraktiver Dividendenrendite eine günstige Einstiegschance für ein langfristiges Investment.

Montag, 10. September 2012

Börsenweisheit der Woche 37/2012

"Wer Angst vor Fehlern hat, kann keine Entscheidungen treffen."
(Warren Buffett)

Montag, 3. September 2012

Börsenweisheit der Woche 36/2012

"Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance."
(Sir Winston Churchill)

Montag, 27. August 2012

Börsenweisheit der Woche 35/2012

"Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind."
(Warren Buffett)

Samstag, 25. August 2012

H.P.I. Holding wächst langsam(er) weiter

Die sich eintrübende Weltkonjunktur und die sich verschlechternden Aussichten in Deutschland machen auch vor den beiden Unternehmensbereichen der H.P.I. Holding (WKN 600190), das ich im Februar als "schön langweiliges Beteiligungsdornröschen" vorgestellt hatte, nicht halt. Besonders bei der Tochter Zimmer & Kreim GmbH & Co. KG, einem Komplettanbieter für technologisch anspruchsvolle und automatisierte Systemlösungen im Erodierbereich, geht man nun von einer verhalteneren Entwicklung aus. Zwar konnten 2011 der Umsatz auf 11,356 Mio. EUR (10,694), das EBITDA auf 1,183 Mio. EUR (979) und das EBIT auf 668 Mio. EUR (492) gesteigert werden, aber für 2012 geht man von einer stabilen Entwicklung aus.

Beim zweiten, größeren, Bereich, der Berger-Gruppe, ist mehr Feuer drin. Berger ist in der Metallverarbeitung aktiv und stellt Spannringe für Fässer her - hier ist man inzwischen Weltmarktführer. Das ist ein solides und robustes Geschäftsfeld und die Margen sind mehr als auskömmlich. 2011 wurden die Umsatzerlöse auf 31,422 Mio. EUR (30,695) erhöht, während das EBITDA auf 3.536 Mio. EUR (3.740) zurück ging und das EBIT auf 2.781 Mio. EUR (3.008). Das liegt vor allem an den Zukunftsinvestitionen für den Produktionsstart in China.

Die Holding selbst hat den Umsatz auf 42,778 Mio. EUR (41,388) erhöht, während das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 1,875 Mio. EUR (2,263) zurück ging. In 2012 sollten insbesondere durch die beiden Zukäufe, der türkischen CEMSAN und der italienischen S.G.T., für die Berger-Gruppe Umsatz und Gewinne deutlich steigen.

Auf der Hauptversammlung wurde soeben etwas mehr als die Hälfte des Bilanzgewinns von 1,523 Mio. EUR an die Aktionäre ausgekehrt - immerhin 0,50 EUR brutto je Anteilsschein. Andererseits widersprachen die Aktionäre dem Vorschlag des Vorstands, das Kapital in den nächsten 5 Jahren deutlich erhöhen zu können, in dem das Volumen auf ein Drittel zusammengekürzt wurde. Einerseits wird so einer zu großen unkontrollierten Verwässerung vorgebeugt, andererseits wird es nun für das Unternehmen deutlich schwerer, größere Übernahmen zu tätigen. Dabei war bis vor kurzem noch über ein Übernahmeziel spekuliert worden mit einem Jahresumsatz von 25 Mio. EUR und einer ähnlich hohen Profitabilität wie die H.P.I. selbst. Doch der Deal scheint vom Tisch zu sein.

Mit einem erwarteten 2013er KGV von knapp über 10 ist die Aktie attraktiv bewertet und die Dividendenrendite von aktuell 4% ist ebenfalls nicht zu verachten - auch wenn man ein ganzes Jahr auf die nächste Ausschüttung warten muss. Ende August wird die H.P.I. Holding ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2012 vorlegen und sich dann wohl auch einen Ausblick auf die zweites Jahreshälfte geben, der dann bereits die beiden Zukäufe einschließt. Da nun mit dem September der statistisch schlechteste Börsenmonat ansteht, drängen sich Zukäufe oder Neuengagements aktuell nicht auf. Fundamentale Gründe, aus dem Unetrnehmen auszusteigen, liegen aber auch nicht vor, so dass man beruhigt engagiert bleiben kann. Das Management des famileingeführten Unternehmens hat in den letzten Jahren einen hervorragenden Job gemacht und dürfte die Gruppe auch weiterhin solide und stetig ausbauen und dabei die Profitabilität nicht aus dem Blick verlieren.