Mittwoch, 14. September 2022

Kissigs Nebenwerte-Analyse zu Ringmetall: Weltmarktführer auf Expansionskurs

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Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 13/2022 vom 31.08.2022

Ringmetall: Weltmarktführer auf Expansionskurs

Mitte Juni, auf dem Hochpunkt der Börsenkorrektur, markierte die Aktie von Ringmetall ein neues Allzeithoch. Das passte ins Bild, denn das Unternehmen ist weder ein Hightech- noch ein Wachstumsunternehmen, sondern ein ganz klassisches Industrieunternehmen. Und die haben zurzeit mit Energie- und Lieferkettenproblemen zu kämpfen. Doch Ringmetall ist anders entwickelt sich in seinem Segment zum Technologieführer mit erfreulich robusten Wachstumsraten. Dabei ist man einerseits Weltmarktführer, andererseits noch immer ein weitgehend unbekanntes Spezialunternehmen. Ein echter Hidden Champion, der Beachtung verdient.

Ringmetall ist ein weltweit führender Spezialanbieter in der Verpackungsindustrie. Mit einer Börsenkapitalisierung von gerade einmal 140 Mio. Euro fliegt das Unternehmen bei den meisten Investoren noch völlig unter dem Radar. Dabei sind die Produkte von Ringmetall heiß begehrt, denn je stärker die Welt auf Onlinehandel und Versandlösungen setzt, desto mehr sichere Transportmittel benötigt sie. Und die kommen oft von Ringmetall, die als Weltmarktführer bei Spannringen begann und inzwischen in immer mehr angrenzende Bereiche vordringt.

Spannringe? Das sind zum Beispiel die Metallringe, die Holz-Weinfässer zusammenhalten. Oder Fässer luftdicht und unfallsicher Fässer zum Transport von gefahrgut verschließen. Also Produkte, die man nie zur Kenntnis nimmt, ohne die aber unsere moderne Welt gar nicht funktionieren würde. Anders ausgedrückt: in seinem Markt stellt Ringmetall die Schaufeln für die Goldgräber her und Börsenlegende André Kostolany riet dazu, bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln zu investieren.

Ringmetall Gruppe

Die Ringmetall Gruppe besteht inzwischen aus 20 Unternehmen, die eigenständig am Markt agieren, aber zentral durch die in München angesiedelte Ringmetall SE im Rahmen einer Holding-Struktur geführt werden. Diese plant und steuert das internationale Wachstum der Gruppe und übt gleichzeitig zentrale Stabsfunktionen auf Konzernebene aus. Hierzu gehören maßgeblich die Bereiche Konzernfinanzen, Investor Relations und Business Development.

Zwei Segmente

In den Geschäftsbereichen Industrial Packaging ("Industrieverpackungen") und Industrial Handling ("Industriehandling") entwickelt, produziert und vermarktet Ringmetall Produktlösungen für Anwendungen in der chemischen, petrochemischen und pharmazeutischen Industrie, der Lebensmittelindustrie sowie der Logistikbranche.

Über seine Tochterunternehmen ist Ringmetall inzwischen Weltmarktführer für Fassspannringe mit einem Marktanteil von rund 70 %. Zu den über 500 Mitarbeitern zählen vor allem Ingenieure, Maschinenfacharbeiter, sowie Produkt- und Vertriebsspezialisten mit jahrelangem Branchen-Knowhow. Die Entwicklung und Produktion der einzelnen Systemlösungen findet an 15 Produktionsstandorten in sieben Ländern auf drei Kontinenten statt.

Quelle: Ringmetall






















Segment Industrial Packaging

Im Segment Industrial Packaging dominiert die August Berger Metallwarenfabrik GmbH, der allei-ne 11 Tochterunternehmen zugeordnet sind. Ebenfalls zu diesem Segment gehört die Fidum Verwaltungs GmbH, unter der die beiden Unternehmen Nittel und Tesseraux zusammengefasst sind.

In diesem Geschäftsbereich entwickelt und produziert das Unternehmen zum einen hoch spezialisierte Fassverschlusssysteme zum anderen passgenaue Innenauskleidungen bzw. Innenhüllen für Industriefässer, insbesondere Rundbodensäcke und Form-Inliner. Zu den einzelnen Systemkomponenten der Fassverschlusssysteme zählen neben der Hauptkomponente, dem Spannring, auch Deckel, Dichtungen, Verschlusseinheiten, Griffe und verschiedenste Spezialteile.

Daneben entwickelt und fertigt das Unternehmen insgesamt über 4.000 verschiedene, passgenaue Innenhüllen für alle Arten von Transport- und Lagerbehältern. Unzählige Arten und Abmessungen von Behältern sowie spezifische Anforderungen an das eingesetzte Material, erfordern eine kundenspezifische Anpassung der Kunststoffauskleidungen. Zum Produktportfolio zählen hierbei ins-besondere Form-Inliner, Rundbodensäcke, Innenhüllen für Fässer, Schutzhauben, Fass-Deckelscheiben, IBC Innenhüllen und Container Innenhüllen sowie Bag-in-Box-Systeme. Mittler-weile liegt der Output pro Jahr bei über rund 10 Millionen Einheiten und die Gruppe sieht bei den Inlinern noch großes Wachstumspotenzial.

Segment Industrial Handling

Der Geschäftsbereich Industrial Handling besteht ausschließlich aus der HSM GmbH & Co. KG. Die-se entwickelt und produziert Spezialfahrzeuganbauteile für Flurförderzeuge, Traktoren und land-wirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Bei den Spezialkomponenten handelt es sich ausnahmslos um Anbausysteme für Nischenanwendungen. Dazu gehören unter anderem Rückhaltesysteme und Hub-mastteile für Gabelstapler, Spezial-Brems- und Kupplungspedale, komplexe Schweißbaugruppen sowie spezialisierte Anhängerkupplungssysteme und Halterungen für Hydraulikkomponenten zur Nutzung in der Forst- und Landwirtschaft.

Neben der Verpackungslösung selbst trifft das Handling von Verpackungssystemen auf einen interdisziplinären Bedarf der Kunden, so dass Ringmetall hier auch das komplette Handling über-nimmt und dieses aus Sicht der Kunden ausgelagert wird. Da die gesetzlichen Anforderungen hin-sichtlich Sicherheit und Hygiene immer weiter ansteigen, wächst auch die Bereitschaft auf Kundenseite, das Handling komplett an einen Spezialisten zu übergeben. Daher sieht sich die Ringmetall-Gruppe gut aufgestellt, um ihren Weltmarktanteil weiter zu festigen und ihre Produktmargen weiter auszuweiten.

Merger & Acquisitions

Neben dem organischen Wachstum setzt Ringmetall seit jeher auch gezielt auf Unternehmenszukäufe. Der bisher gewichtigste erfolgte Ende 2015, als man mit der Übernahme von Self Industries erstmals den Schritt in die USA wagte und damit den Umsatz um rund 40% steigerte. Self Industries firmiert heute als Berger Group US.

Seitdem kauft man immer wieder kleinere Wettbewerber zu, aber man expandiert auch in angrenzende Bereiche, wie Fass-Inlays, Bag-in-Box-Systeme, Rundbodensäcke oder Fass-Deckelscheiben. Ringmetall wird damit zum Systemanbieter aus einer Hand und erhöht seine Fertigungs- und Leistungstiefe. Der "adressierbare Markt" vergrößert sich damit an und bietet weitere Wachstumsmöglichkeiten. Im Kernmarkt Fassspannringe ist dieser bei einem Weltmarktanteil von 70 % naturgemäß begrenzt.

Und dennoch kauft man auch in diesem Segment weiter zu. So wurde Mitte letzten Jahres erstmals der Spann- und Sicherungsringanbieter Hosto in das Ringmetall-Zahlenwerk einbezogen. Hosto trägt mit rund 1,8% nur einen kleinen Teil zu den Erlösen bei, aber der Zukauf war dennoch ein strategisch bedeutsamer für Ringmetall. Denn mit der Akquisition von Hosto konnte Ringmetall seinen bisher größten Wettbewerber im Bereich der Spannringproduktion für die Weißblechindustrie in Europa übernehmen und damit die Position als weltweit führender Hersteller von Fassverschlusssystemen weiter festigen sowie gleichzeitig das eigene Produktions-Know-how erweitern.

Vor einem halben Jahr gab Ringmetall die Übernahme der Rhein-Plast GmbH im Rahmen eines Asset Deals aus einer Restrukturierungssituation heraus bekannt. Dabei wird der Geschäftsbetrieb mit einem Jahresumsatz von rund 13 Mio. Euro und gut 80 Mitarbeitern übernommen. Ringmetall stärkt damit die Fertigungstiefe der Gruppe und baut sein Produktportfolio aus mit einem noch direkteren Kundenzugang zur Pharmaindustrie.

Rhein-Plast fertigt in seinen Werken in Bad Dürkheim, Deutschland, Monofolien aus Polyethylen und neben der Extrusion und Bedruckung auch Konfektion von Folien in keim- und partikelarmer Sauberraumumgebung. Darüber hinaus bietet das Unternehmen ein breites Produktportfolio an Beuteln und Säcken aus Polyethylen. Zu den Kunden von Rhein-Plast zählen vor allem Unternehmen aus der Pharma- und Bio-Tech-Branche. Rund ein Drittel der Abnehmer sind überdies der Chemie- und Lebensmittelindustrie, dem Automobil- und Elektroniksektor sowie weiterer Branchen zuzuordnen.

Die Integration von Rhein-Plast in die Ringmetall-Gruppe stärkt nicht nur deren Präsenz im Pharmasektor, sondern neben einem noch breiteren Produktportfolio verstärkt man das Produktions-Know-How und Fertigungstiefe im Produktbereich der Fassinnenhüllen und Inliner.

Starke Quartalszahlen

Ringmetall profitierte auch im 1. Quartal von boomender Nachfrage und steigenden Rohstoffpreisen und steigerte den Konzernumsatz im Vorjahresvergleich erneut deutlich um 58,0 % auf 57,1 Mio. Euro. Neben der Entwicklung der Rohstoffpreise war vor allem das anorganische Wachstum über die Zukäufe von HOSTO (Erstkonsolidierung 31. Mai 2021) und Rhein-Plast (Erstkonsolidierung 1. Februar 2022) wesentlicher Treiber der Entwicklung.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte im selben Zeitraum leicht überproportional zu. Es erhöhte sich um 62,4 % auf 7,5 Mio. Euro. Besonders erfreulich ist, dass Ringmetall trotz der hohen Preissteigerungen weitere Effizienzgewinne erzielen und seine Margen auf hohem Niveau verteidigen konnte.

Bei separater Betrachtung der Effekte aus Rohstoffpreisentwicklung, anorganischem und organischem Wachstum zeigten sich folgende Auswirkungen auf das Segment Industrial Packaging: Der Effekt der Rohstoffpreisentwicklung auf den Segmentumsatz lag bei +40,0 %, der Effekt von Unternehmensakquisitionen auf den Segmentumsatz bei +19,3 %, die organische Geschäftsentwicklung steuerte +1,0 % zum Segmentumsatz bei.

Im Segment Industrial Packaging bleibt der Produktbereich Spannringe der maßgebliche Umsatz- und Ergebnistreiber. Hier zeichnet sich eine allmähliche Beruhigung des aufgeheizten Marktumfelds des vergangenen Jahres ab.

Der Produktbereich Inliner zeigt sich robust. Ab dem 2. Quartal wird mit einer Erholung der Nachfrage im Gastronomiebereich und somit nach Biertank-Inlinern gerechnet. Der Segmentumsatz stieg insgesamt deutlich um 60,3 % auf 53,4 Mio. Euro. während sich das Segment-EBITDA überproportional um 68,6 % auf 8,5 Mio. Euro erhöhte.

Im Segment Industrial Handling konnte das positive Momentum des vergangenen Geschäftsjahres auf Umsatzebene im neuen Jahr fortgesetzt werden. Die Nachfrage nach den Produktlösungen stieg dabei so deutlich an, dass in erhöhtem Umfang Leiharbeitskräfte in der Produktion eingesetzt werden mussten, um die Lieferfähigkeit zu gewährleisten. Dies machte sich andererseits auch in deutlich gestiegenen Kosten und einem erhöhten Produktionsausschuss bemerkbar; hier steuert das Unternehmen bereits mit geeigneten Gegenmaßnahmen gegen.

Der Segmentumsatz legte entsprechend deutlich um 30,0 % auf 3,6 Mio. Euro, während sich das Segment-EBITDA mit 0,2 Mio. Euro aufgrund der vorgenannten Effekte nahezu halbierte. Hier schlummert also deutlich Verbesserungspotenzial für die 2. Jahreshälfte.

Prognosebestätigung

Vor dem Hintergrund der positiven Unternehmensentwicklung im 1. Quartal hat der Vorstand die Prognose zum Geschäftsverlauf im Gesamtjahr bestätigt. Entsprechend wird ein Konzernumsatz von 180 bis 200 Mio. Euro bei einem EBITDA von 22 bis 27 Mio. Euro erwartet. Gleichzeitig stuft Ringmetall die Chancen für den erfolgreichen Abschluss weiterer Unternehmenszukäufe vor dem Hintergrund des Wirtschaftsumfelds und der Liquiditätssituation der Ringmetall Gruppe als gut ein.

Bullcase vs. Bearcase

Die steigenden Rohstoffpreise kann Ringmetall bisher gut an seine Kunden weitergeben und ist selbst kaum von den Störungen der weltweiten Lieferketten negativ beeinträchtigt. Das bedeutet jedoch nicht, dass es seinen Kunden genauso geht. Und wenn diese ihre Produktion drosseln müssen oder in Zahlungsschwierigkeiten kommen, dürfte sich das auch bei Ringmetall negativ bemerkbar machen. Man ist also indirekt durchaus gefährdet und muss die Entwicklung im Blick behalten. Die schwierige Lage rund um die Gasversorgung betrifft auch die Ringmetall-Gruppe und man reduziert hier die Abhängigkeit deutlich. Gleichzeitig sind die Produkte von Ringmetall überwiegend systemrelevant und daher dürfte das Unternehmen daher bei einer Gasmangellage entsprechend bevorzugt behandelt werden.

Quelle: wallstreet-online.de
Die hohen Stahlpreise blähen die Umsätze auf. Sollten die Rohstoffpreise, insbesondere für Stahl, weiter fallen, könnte der Lagerbestand zudem von einer Abwertung betroffen sein, sofern die Kunden deutliche Preisnachlässe verlangen. Hier konnte Ringmetall bisher aufgrund seiner hervorragenden Marktstellung gegensteuern, weil die nicht unbedingt üppig ausgeprägte Wettbewerbssituation den Kunden nicht immer große Ausweichmöglichkeiten bietet. Ringmetall hat also partiell durchaus Preissetzungsmacht, denn den Abnehmern fehlen die Alternativen und Ringmetall ist lieferfähig.

Da die Störungen der Lieferkette und die nachlassende Konjunktur bei kleineren Wettbewerbern zu Schwierigkeiten führen können, ergeben sich für Ringmetall zusätzliche Chancen, um durch Übernahmen weiter zu wachsen. Dabei greift Ringmetall auch auf Kapitalerhöhungen zurück, zumeist verbunden mit konkreten Übernahmeplänen. Das sollten Anleger einkalkulieren, da Kapitalerhöhungen oft für Irritationen beim Aktienkurs sorgen, zumindest für einige Wochen.

Bewertung

Beim Blick auf den Aktienkurs fällt auf, dass er sich seit dem Coronatief glatt verdreifacht hat. Dennoch ist die Aktie nicht teuer. Das KGV für 2023 liegt um die 11; dem entsprechend liegt die Gewinnrendite, bei der man den Gewinn durch den Kurs teilt, bei 7,3. Und diese Gewinnrendite kann man mit dem Zinssatz für 10-jährige Bundesanleihen vergleichen, um herauszufinden, ob ein Aktieninvestment attraktiv ist. Der liegt aktuell bei 0,007 % und im Vergleich dazu sehen die 7,3% Gewinnrendite von Ringmetall geradezu paradiesisch aus.

Darüber hinaus lohnt ein Blick auf das Kurs-Umsatz-Verhältnis. Die aktuelle Börsenkapitalisierung von 140 Mio. Euro steht einem erwarteten Umsatz von 195 Mio. Euro gegenüber, so dass das KUV bei eher schlanken 0,72 liegt. Auch von dieser Seite eine günstige Bewertung, die auf kein wachstumssieches und verlustbringendes Unternehmen hindeutet. Andererseits sind die Umsätze durch die Preissteigerungen etwas aufgepumpt, während die operativen Ergebnisse zuletzt etwas blass daherkamen. Eine Schnäppchenbewertung findet man bei Ringmetall also nicht mehr vor.

Fazit

Mit der Ringmetall-Aktie kann man einen gut versteckten Hidden Champion kaufen, der den Weltmarkt bei Fassspannringen mit einem Marktanteil von 70% dominiert. Ringmetall zeigt sich weitgehend resilient gegen die steigenden Rohstoff- und Materialpreise und auch gegen die Störungen der Lieferkette.

Das Management hält Vertrauen erweckende 56,2 % an Ringmetall, Otus Capital 5,7 %, Lazard 3,8 % und Amiral Gestion 3,0 %. Der Streubesitz liegt also bei 31,3 % und macht Ringmetall damit zu einem marktengen Wert. Knackpunkt ist hier die geringe Börsenkapitalisierung von lediglich 140 Mio. Euro, so dass Anleger ihre Kauf- und Verkaufsorders streng limitieren und jeweils etwas Geduld mitbringen sollten, wenn sie größere Stückzahlen handeln wollen.

Interessierte Anleger sollten sich dieses Umstands bewusst sein und lieber als Investoren denn als Trader agieren. Also viel stärker auf die Entwicklung des Unternehmens achten als auf die seines Aktienkurses. Denn der folgt dieser bestimmt. Irgendwann.

Wen diese Besonderheiten, die bei Nebenwerten fast immer vorliegen, nicht abschrecken, findet in Ringmetall einen deutschen Mittelstandschampion, dessen Umsatz, Margen und Ergebnis deutlich zweistellig, teilweise dreistellig zulegen und dessen Aktien vergleichsweise günstig zu haben sind.

Die 4 wichtigsten Dinge, die man über Ringmetall wissen muss

  1. Ein weltweit führender Spezialanbieter in der Verpackungsindustrie und mit einem Marktanteil von 70 % bei Fassspannringen Weltmarktführer. Deutscher Mittelstandschampion!
  2. Robustes Geschäftsmodell: Ringmetall profitiert von steigenden Rohstoffpreisen und fährt aufgrund seiner Preissetzungsmacht höhere Margen und damit Gewinne ein.
  3. Eine Verschärfung der Lieferkettenstörungen und/oder finanzielle Probleme aufgrund der hohen Preissteigerungen bei Kunden, könnte dennoch auch Ringmetall indirekt belasten.
  4. Die Börsenkapitalisierung liegt bei 140 Mio. Euro, der Streubesitz bei 31,3 %. Die Aktie ist markteng, daher Orders limitieren, Geduld aufbringen und Volatilität einplanen.

ERGÄNZUNG vom 14.09.2022 um 10:35

Ringmetall erhöht Umsatz- und Gewinnprognose für 2022 deutlich

"Passend" zu meinem heutigen Artikel hat Ringmetall nun auch noch seine Jahresprognosen angehoben:

"Die Ringmetall SE hebt ihre Prognose über die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Gesamtjahr 2022 deutlich an. Zu dieser Entscheidung ist der Vorstand der Gesellschaft heute auf Basis der vorläufigen Halbjahreszahlen, der vorläufigen Geschäftszahlen der Monate Juli und August sowie der absehbaren Geschäftsentwicklung im Monat September gekommen. 
 
Die angepasste Prognose geht von einem Konzernumsatz zwischen 205 und 225 Mio. Euro (bisher: 180 bis 200 Mio.) und einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 26 und 32 Mio. Euro aus (bisher: 22 bis 27 Mio.). 
 
Im Gegensatz zu den ursprünglichen der Prognose unterliegenden Einschätzungen zur Entwicklung des Geschäftsumfelds, entwickelt sich der Produktbereich Spannringe nur unwesentlich schwächer als im mehrjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig entwickeln sich der Produktbereich Inliner und der Geschäftsbereich Industrial Handling aber wesentlich dynamischer als ursprünglich erwartet. Zudem führen ein Sondereffekt im Zusammenhang mit dem Erwerb der Firma Rhein-Plast sowie deutlich veränderte Wechselkurse und Stahlpreise zu einer Neubewertung.
 
Der Prognose liegen unveränderte Rohstoffpreise und Wechselkurse im vierten Quartal im Vergleich zum Ultimo August 2022 zugrunde. Ebenso nicht enthalten sind Effekte aus möglichen Akquisitionen im vierten Quartal 2022 inklusive hierdurch erwachsender Transaktionskosten."

Disclaimer: Habe Ringmetall auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

1 Kommentar:

  1. Hallo Michael und vielen Dank für deine ausführliche Einschätzung. Das passt zu der vorhin veröffentlichten Anhebung der Prognose.
    Zitat: Die angepasste Prognose geht von einem Konzernumsatz zwischen 205 und 225 Mio. EUR (bisher: 180 bis 200 Mio. EUR) und einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 26 und 32 Mio. EUR aus (bisher: 22 bis 27 Mio. EUR).

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