Dienstag, 17. Oktober 2017

Was ist... eine Goldene Aktie?

"Eine Aktie, eine Stimme", so lautet der Grundsatz. Doch wie immer gibt es auch Ausnahmen von der Regel, die hier zumeist unter dem Stichwort "Goldene Aktie" zusammengefasst werden. Hierbei werden den Inhabern dieser Aktien mehr oder stärkere Rechte eingeräumt als den übrigen Aktionären, vor allem bzgl. der Ausübung von Stimmrechten. Weitere wichtige Beispiele für „goldene“ Sonderbefugnisse sind Zustimmungs-, Widerspruchs- und Vetorechte bei unternehmerischen Grundsatzentscheidungen (z.B. Satzungsänderungen), sowie beim Eintritt neuer Aktionäre.

Derartige "Goldene Aktien" stammen vorwiegend aus der Phase, als in der Europäischen Gemeinschaft viele Staatsunternehmen privatisiert wurden und sich die Staaten trotz gesunkenen Anteilsbesitzes dennoch größere Mitspracherechte und Einflussmöglichkeiten bewahren wollten. In Deutschland sind derartige Sonderrechte nicht (mehr) gebräuchlich, eine Ausnahme stellt das sog. VW-Gesetz dar, das allerdings immer wieder zu Verstimmungen zwischen Deutschland (bzw. dem Bundesland Niedersachsen) und der EU führt. Die in Deutschland gebräuchlichen Mehrfach- und Höchststimmrechte sind seit 1998 bei börsennotierten Gesellschaften unzulässig. Und nicht nur hierzulande stehen goldene Aktien zunehmend in der Kritik und es dürfte nur eine Frage der zeit sein, bis Gerichte sie endgültig für unzulässig erklären. Und schaut man sich die "Erfolge" der von politisch dominierten Unternehmen und ihren Aufsichtsräten an, sollte man darüber auch nicht traurig sein. VW und sein(e) Skandal(e) ist nur ein Beispiel, die Skandal geschüttelten Landesbanken (WestLB, HSH Nordbank, BayernLB, SachsenLB uswusf.) haben sich längst zum Fass ohne sichtbaren Boden entwickelt.

Nicht zu den "Goldenen Aktien" zählen übrigens die Vorzugsaktien. Bei diesen verzichtet der Aktionär auf sein Stimmrecht und erhält hierfür im Gegenzug einen Bonus, zumeist in Form einer höheren und bevorzugten Dividende ggü. dem stimmberechtigten Stammaktien, die zudem auch bevorzugt ausgezahlt wird.

Montag, 16. Oktober 2017

Gold ist und bleibt eine glanzlose Kapitalvernichtung

Gold gehört, wie auch andere Edelmetalle, zu den vermeintlich "sicheren Häfen", zu den Assetklassen, in die Leute investieren, wenn sie Zukunftssorgen haben oder Angst vor Geldentwertung. Dabei bringt Gold, das Warren Buffett als "unproduktive Wertanlage" bezeichnet, keinen Ertrag, keine Zinsen. Alleine Angebot und Nachfrage entscheiden darüber, ob sich der Kauf seinerzeit gelohnt hat, oder nicht. Und in den vergangenen vier Jahren hat er nicht.

»Gold ist faul und hat keine Berechtigung in einem Portfolio. Es ist eine unproduktive Wertanlage.«
(Warren Buffett)

Dabei war der Glanz des Goldes schier unbeschreiblich, selbst die BILD-Zeitung riet Mitte 2011, und damit etwa beim Höchstkurs von $1.900 je Feinunze, mit einem Großaufmacher auf ihrer Titelseite zum Einstieg und spätestens da musste jedem klar sein, dass die Party vorbei war. Denn wenn alle Profis gekauft hatten, alle institutionellen Anleger, dann folgen als Letztes die Kleinanleger. Aber um danach noch steigende Kurse zu ermöglichen, müssen ja noch mehr Käufer dazukommen - aber wer sollte das sein, wenn schon alle in Gold investiert sind? Also wurden die "Gurus" nicht müde, die goldigen Aussichten des Goldes in alle Welt hinauszuposaunen: George Soros erklärte, weshalb er eine riesige Position in Gold halte und dass es quasi nur weiter steigen könne. Und auch Hedgefonds-Manager John Paulson riet allen, einen erheblichen Anteil ihres Geldes in Gold zu investieren. Wohlgemerkt, nachdem sie selbst schon große Positionen hielten! Und der Kleinanleger zahlte wieder einmal die Zeche...

Börsenweisheit der Woche 42/2017

"Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld".
(Franz Kafka)

Sonntag, 15. Oktober 2017

Was ist... ein Margin Call?

Der Begriff Margin Call, also ein "Aufruf zur Sicherheitsleistung", stammt aus dem Devisenhandel, wo Broker einem Investor Kapital für dessen Spekulationen zur Verfügung stellen. Dafür muss der Investor eine Sicherheitsleistung zwischen einem Viertel und einem Prozent hinterlegen, die sog. Margin. Drohen nun Verluste aus den Handelspositionen, die die Margin überschreiten würden, erfolgt ein Aufruf zum Nachschießen. Andernfalls werden die Handelspositionen durch den Broker zwangsweise geschlossen.

Analog hierzu verhält es sich mit Wertpapierkrediten, bei denen Wertpapiere als Sicherheiten für den Kreditbetrag verpfändet werden. Fallen Kursverluste an, so dass die Sicherheiten unter den Kreditbetrag sinken, erfolgt der Margin Call - es muss Geld nachgeschossen werden, oder Wertpapiere verkauft werden, bis mindestens die Margin wieder höher ist als der restliche Kreditbetrag.

Chancen der kreditfinanzierten Spekulation
Kredite aufzunehmen, um dann mit diesem Geld Aktien oder womöglich noch spekulativere Finanzprodukte, wie Optionen, zu kaufen, ist verlockend, denn man kann mit geringem Einsatz eigenen Geldes große Spekulationssummen bewegen. Solange die Kurse in die gewünschte Richtung laufen, wachsen die Buchgewinne schnell an. Doch dieser sog. "Hebel" wirkt in beide Richtungen...

Samstag, 14. Oktober 2017

Investor-Update: Deutsche Beteiligungs AG, Gladstone Investment, Gladstone Capital, Goldman Sachs BDC, MBB, TPG Specialty Landing

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Warten auf den Crash - oder auf Godot?
Es gab keinen Crash im September und auch die ersten beiden Oktoberwochen laufen positiv: die internationalen Indizes vermelden neue Allzeithochs und selbst der DAX konnte im Verlauf erstmals Luft oberhalb der 13.000er-Marke schnuppern. Und unisono treten immer mehr Mahner auf den Plan, die eine große Blase und folglich einen Crash herbeireden wollen. Nun, ich sehe das (noch) anders.

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

▶ Erläuterungen zu den Veränderungen in der Woche
In dieser Woche hat sich auf der Empfehlungsliste folgendes getan:

Freitag, 13. Oktober 2017

Legendäre Investoren: Philip A. Fisher

Philip Arthur Fisher (* 8. September 1907; † 11. März 2004) war ein US-amerikanischer Wertpapieranalyst und Vermögensverwalter.

Philip A. Fisher
Er schrieb drei Bücher über das Investieren, von denen "Common Stocks and Uncommon Profits" ("Die Profi-Investment-Strategie") das wichtigste ist. Fisher setzt sich darin mit den beiden Werken Benjamin Grahams, des "Dekans der Wall Street", auseinander und vertrat die Auffassung, dass der günstige Preis eines Wertpapiers nicht entscheidend sei, wenn ein wirklich hervorragendes Unternehmen mit nachgewiesener Profitabilität und ausgezeichneten Wachstumsaussichten dahinter stünde. Die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens, um sich vor der Konkurrenz zu schützen und ihr voraus zu sein sowie ein integeres Management waren für Fisher die wichtigeren Fakten.

Wegbereiter des Quality Investings
Anstatt beim Kauf der Aktien einige Prozente einzusparen, setzte er darauf, dass sich der Aktienkurs entsprechend der Gewinnentwicklung des Unternehmens über Jahre und Jahrzehnte erhöht und vervielfacht. Dabei propagierte Fisher eine möglichst lange Haltedauer der Geschäftsanteile ("Buy&Hold"), während Benjamin Graham eher auf Gewinnmitnahmen setzte.

Im Grunde war Fisher kein reiner Value Investor, sondern er verband in seiner Anlagestrategie die Vorzüge des Value Investings mit denen des Growth Investings; er war somit Wegbereiter des Quality Investings. Fishers Ansatz hat die Investmentstrategie von Warren Buffett und Charlie Munger maßgeblich beeinflusst und ist einer der wesentlichen Faktoren für den herausragenden Erfolg ihrer Investmentholding Berkshire Hathaway.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Umfrage: Welche BDC haltet ihr für besonders aussichtsreich?

Mein Dividenden-Depot enthält zur Zeit 11 Business Development Companies (BDC) und ich möchte von euch wissen, welche ihr aktuell als besonders attraktiv anseht. Daher habe ich eine Umfrage (in der rechten Menüleiste) dazu gestartet und bitte euch um eure Stimme.

Darüber hinaus würde ich mich freuen, wenn ihr bei diesem Artikel eine Begründung für eure Einschätzung abgeben würdet, damit wir uns über die einzelnen Werte, ihre Chancen und Risiken, austauschen können. Gerne auch über BDCs, die ich (noch?) nicht in meinem Depot habe...

Meine aktuellen Positionen im Dividenden-Depot:

CTS Eventim: Das Zalando der Tickets. Und mehr…

▸ Kissigs Kolumne vom 17.09.2017, Aktien Magazin 25/2017 

„Schrei vor Glück!“, mit dieser Werbekampagne kam Zalando zu deutschlandweiter Berühmtheit und auch das verhalf Europas führendem Online-Modevermarkter zu einem erfolgreichen Börsendebut.

Vor Glück schreien dürfen auch die Aktionäre von CTS Eventim, die dem Unternehmen seit Jahren die Treue halten und mit einer Vervielfachung des Aktienkurses belohnt wurden. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten zwischen Mode und Tickets zu geben scheint, fallen einem auf den zweiten Blick durchaus einige Parallelen ins Auge. So setzen beide Unternehmen vor allem auf das Internetgeschäft mit ihren Kunden, beide haben sich in ihrer Nische eine dominierende Stellung herausgearbeitet und beide sehen sich der zunehmenden und möglicherweise bedrohlichen Konkurrenz durch den Onlinegiganten Amazon ausgesetzt.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Gladstone Investment erfreut Anleger mit Dividendenerhöhung und Sonderdividende

Die Gladstone Investment Corp. (GAIN) ist eine intern gemanagte Business Development Company (BDC) und firmiert aus steuerlichen Gründen als "Regulierte Investment Company" (RIC). Eine Konsequenz hieraus ist, dass sie mit mit Einkommensteuern belastet wird, im Gegenzug aber mindestens 90% ihrer steuerrelevanten Gewinne ("Taxable Income") an ihre Anteilseigner ausschütten muss.

Gladstone Investment vergibt Kredit- und Beteiligungsinvestitionen an privat gehaltene Unternehmen, die sich in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Sie ist ein klassischer Frühphaseninvestor und fokussiert sich auf das untere mittlere Marktsegment. Die Investitionen erfolgen zu etwa 75% als Kredite in Form von erstrangigen Darlehen oder Nachrangdarlehen. Wobei das Ausfallrisiko bei den Nachrangdarlehen natürlich größer ist und damit tendenziell auch die Verzinsung höher. Die anderen 25% werden in Form von Beteiligungen vergeben und hier sowohl als Stamm- als auch Vorzugsaktien. Dies erfolgt zumeist im Vorgriff auf Buyouts oder wenn eine Rekapitalisierung und dem entsprechend Eigenkapital nötig ist.

Ziel ist, in Unternehmen zu investieren, die stabile Erträge und einen hohen Cashflow bieten, mit denen Gladstone Investment seine eigenen Betriebskosten abdecken, die ausgegebenen Schuldverschreibungen bedienen und natürlich die Ausschüttungen an seine Aktionäre vornehmen kann. Und diese monatlichen Dividenden wurden jetzt erhöht.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Value Investing ist simpel...

...aber nicht einfach. Dieses Bonmot stammt von Investorenlegende Warren Buffett und bringt das Dilemma auf den Punkt: das Grundprinzip des Value Investings ist nicht schwer zu verstehen, aber es anzuwenden, seine Elemente richtig umzusetzen, hingegen schon. Denn sie prallen auf das menschliche Verhalten und das ist (leider) völlig anders konditioniert, als es für Langfristanleger gut ist. Und Value Investing ist nichts anderes, als langfristige Investitionen in beständige, ertragsstarke Unternehmen, die zu einem attraktiven Aktienkurs zu kaufen sind.

»Aktien sind einfach. Man kauft bloß Anteile an einem großartigen Unternehmen mit höchst integrem und fähigem Management für weniger als seinen inneren Wert. Dann behält man diese Anteile für immer.«
(Warren Buffett)

Dies sind die drei Kernelemente, die passen müssen für ein gutes Investment. Im Prinzip ist das schon alles:

»Good business, good management, good price.«
(Warren Buffett)

Good Business
Als Aktionär erwirbt man nicht bloß Aktien, man beteiligt sich an einem Unternehmen. Daher ist es entscheidend, dass dieses über ein erprobtes Geschäftsmodell verfügt, am besten über eine monopolartige Marktstellung und/oder eine Wettbewerbsposition, die Konkurrenten nicht oder nur schwer einnehmen könnten. Und es muss damit gute Geschäfte machen, also eine anständige Eigenkapitalrendite aufweisen, wobei stetig steigende Dividendenausschüttungen ebenfalls positiv zu werten sind.

Was ist... der Maximum Drawdown?

Diese Kennzahl gibt den maximalen Kursverlust an, den ein Anleger innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit seiner Anlage hätte erleiden können. Der in Prozent ausgewiesene Maximum Drawdown wird vor allem bei der Risikobetrachtung verwendet.

Maximum Drawdown = (Tiefster Kurs x 100 : Höchster Kurs) - 100

Die Kennzahl bezieht sich auf Werte der Vergangenheit und da Kurse kein Gedächtnis haben bedeutet dies folglich nicht, dass es künftig nicht auch stärkere prozentuale Kurseinbrüche bei dem Wertpapier geben kann, als es sie zuvor schon gab. Trotzdem kann der Maximum Drawdown wertvolle Hinweise für den Investor liefern. Börsenkurse weichen nämlich teilweise erheblich vom wahren Wert des zugrundeliegenden Basiswertes ab und auch als Langfristanleger muss man sich bei Kurseinbrüchen die Frage stellen, ob man verkaufen, halten oder gar nachkaufen sollte. Das hängt nicht nur vom Ergebnis der Bewertung ab, sondern auch von der eigenen Schmerzgrenze in Bezug auf Kursverluste. Hier sind nicht alle Anleger gleich und nicht alle können fette rote Minuszeichen im Depot gleich gut verkraften.

Die Kennzahl Maximum Drawdown kann hier helfen, weil es dem Anleger klar macht, dass die Aktie bereits in der Vergangenheit heftige Einbrüche hatte und in welcher Höhe. Und er kann mit ihrer Hilfe besser einschätzen, ob sich die Aktie bisher von solchen Kurseinbrüchen wieder erholt hat und - ggf. mit Nachkäufen warten, bis sich der aktuelle Kurseinbruch, z.B. in einem Crash oder einer handfesten Krise, diesen historischen Tiefstkursen annähert und hier dann Bottom-Fishing betreiben.

Montag, 9. Oktober 2017

Mein Dividendendepot: Defensiv-Champion TPG Specialty Lending, die High Quality BDC

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neulich habe ich über mein Dividenden-Depot berichtet, das ausschließlich Business Development Companies (BDCs) und einen Real Investment Trust (REIT) enthält. Das liegt natürlich an den attraktiven Dividendenrenditen jenseits der 5% und an den regelmäßigen Ausschüttungen. Denn die Dividenden erhalte ich teilweise monatlich, ansonsten zumindest quartalsweise.

»Eine Kuh für ihre Milch, eine Henne für ihre Eier, und eine Aktie, verdammt, für ihre Dividende.«
(Bill Miller)

Damit hat es Bill Miller sehr treffend auf den Punkt gebracht. Doch natürlich ist die Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium, das man beachten sollte. Jedenfalls nicht, wenn man möglichst lange Freude an seinem Investment haben möchte. Daher sollte man schon genau(er) hinsehen, wenn man sich einen "Hochprozenter" ins Depot legt wie TPG Specialty Lending.

Börsenweisheit der Woche 41/2017

"Wenn wir in eine Firma investieren, dann liegt es nicht in erster Linie an den Zahlen. Es liegt daran, dass ich eine Idee habe, wie das Unternehmen in fünf oder zehn Jahren aussieht".
(Warren Buffett)

Sonntag, 8. Oktober 2017

Investor-Update | Mein Dividendendepot: 11 Business Development Companies (BDC)

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Heute gibt es eine Sonderausgabe (aktualisiertes Update), in dem ich mich ausschließlich mit den Werten in meinem Dividenden-Depot befasse. Das sind allesamt Business Development Companies (BDCs ), denn diese weisen nicht selten zweistellige Dividendenrenditen auf. REITs sind keine mehr enthalten; die Immobilienbewertungen in den USA erscheinen mir inzwischen ambitioniert und die häufige Ausrichtung auf Retail- und Shopping-Mall-Immobilien halte ich für zu risikoreich angesichts der großen Umwälzungen, die der Onlinehandel mit sich bringt. Und hier allen voran Amazon, "the world's most disruptive company".

»Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um dir eine zweite Einkommensquelle zu schaffen.«
(Warren Buffett)

Freitag, 6. Oktober 2017

Aktienrückkauf: Das Wundermittel mit Nebenwirkungen

Sobald ein Unternehmen einen Aktienrückkauf ankündigt, zündet der Kurs ein Feuerwerk. Und das ist verständlich, bildet doch ein Aktienkurs das Ergebnis des Aufeinandertreffens von Angebot und Nachfrage und wenn das Unternehmen seine eigenen Aktien über die Börse zurückkauft, stellt dies zusätzliche Nachfrage dar. Außerdem gehen viele Anleger davon aus, dass das Unternehmen den besten Überblick hat, bei welchem Kurs die eigenen Aktien unter ihrem fairen Wert zu haben sind. Also sind Aktienrückkäufe für die Aktionäre immer eine gute Sache. Oder nicht?

Es gibt allerdings einiges zu beachten. Grundsätzlich verfügt das Unternehmen über Geldmittel, um damit Investitionen zu tätigen und neue Produkte zu entwerfen und zu vermarkten. Das ist der Daseinszweck des Unternehmens und wenn das Unternehmen nun dieses Geld für den Rückkauf eigener Aktien oder für Dividendenausschüttungen an die Aktionäre verwendet, ist das nur dann eine gute Idee, wenn es das Geld nicht besser für sein (operatives) Geschäft einsetzen könnte. Wenn also das Unternehmen selbst eine Rendite von 8% erwirtschaftet und mehrere Übernahmeziele ins Auge gefasst hat, die nur 5% erreichen, dann ist aus Sicht der Aktionäre ein Aktienrückkauf rentierlicher. Sollten neue Investitionen in den Maschinenpark die Rendite im Unternehmen heben, kann dies lohnender sein, als Aktien zurückzukaufen oder Dividenden auszuschütten. Es kommt eben auf den Einzelfall an.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Ist Kite Pharma Gilead Sciences (zu teurer) Befreiungsschlag?

▸ Kissigs Kolumne vom 22.09.2017, Anlegermagazin 5/2017 

Gilead Sciences Inc. ist eine wahre Erfolgsgeschichte im Biotechsektor. Erst vor 30 Jahren gegründet, bringt das Unternehmen aus dem kalifornischen Foster City immerhin 110 Milliarden Dollar auf die Börsenwaagschale – und es waren vor zwei Jahren mit über 150 Milliarden Dollar schon einmal erheblich mehr. Dabei ist Gilead mit seinen eigenen ursprünglichen Produkten gar nicht so überragend erfolgreich gewesen, sondern setzte vor allem mit seiner gut überlegten und fokussierten Übernahmestrategie Ausrufezeichen. Vor allem auf die hochpreisigen medizinischen Bereiche HIV und Hepatitis konzentriert sich Gilead heute und ist hier mit einigen Blockbusterpräparaten sehr erfolgreich tätig, Doch auch für Atemwegs-, Herz- und Stoffwechselerkrankungen und für die Behandlung verschiedener Krebstherapien hat der Konzern inzwischen Medikamente im Portfolio und weitere in verschiedenen Phasen der klinischen Forschung. Mit derzeit schon mehr als 20 zugelassenen Präparaten und über 40 weiteren Wirkstoffkandidaten in der Erforschung ist aus dem einstigen Biotech-Startup längst ein Pharmakonzern geworden.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Nicht nur die Finger verbrannt: Alles verloren bei und mit Küchenhersteller ALNO!?

Vor etwas mehr als zwei Jahren fragte mich ein Leser meines Blogs, ob der kriselnde Küchenhersteller ALNO eine interessante Turnaround-Spekulation sei. Obwohl ich vermutlich Deutschlands einziger unwilliger Hobbykoch bin, und noch nicht einmal ein guter, habe ich mich der unternehmerischen Perspektiven von ALNO angenommen. Und kam zu keiner günstigen Prognose und ließ die Finger davon.

Leider habe ich Recht behalten, denn ALNO schlidderte immer tiefer in die Krise, der einstige Heilsbringer Max Müller wurde in die Wüste geschickt und die umstrittene bosnische Unternehmerfamilie Hastor übernahm das Ruder. Seitdem findet sich ALNO eher in Boulevardblättern wider als in Wirtschaftsmagazinen, was dem Unternehmen und seinem Aktienkurs auch nicht gut getan hat.

Panikverkäufe: Steckt Genworth Financial jetzt in der Schuldenfalle?

Der US-Versicherer Genworth Financial Inc. (GNW) wird seit einer gefühlten Ewigkeit von der chinesischen China Oceanwide übernommen. Die Konditionen sind fix, die Aktionäre haben der Übernahme mit breiter Mehrheit zugestimmt, es fehlen nur noch einige staatliche bzw. regulatorische Genehmigungen. Und seit gestern ist das "Nur" wieder größer geworden, nachdem zuletzt die Aufsicht aus Virginia grünes Licht für den Deal gegeben hatte.

Was ist passiert?
Nicht viel. Genworth Financial und Oceanwide haben - erneut - ihren Antrag beim Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) zurückgezogen. Das CFIUS ist entscheidend bei Übernahmen von US-Unternehmen durch ausländische Investoren. Und tut sich schwer mit der Entscheidung. Die beiden Partner haben erklärt, an der Übernahme festzuhalten und beim CFIUS einen neuen (den dann dritten) Antrag einzureichen. Dann hat man erneute 30 Tage zzgl. einer Nachfrist von 45 Tagen Zeit, die noch bestehenden Fragen und bedenken zu klären bzw. auszuräumen.

Bis hierhin handelt es sich lediglich um eine weitere, ärgerliche Verzögerung. Der Knackpunkt sind aber die weiteren Ausführungen, die GNW in seinem Statement macht. So sagte Tom McInerney, Präsident und CEO von Genworth:
"At the same time, we are evaluating options to address our upcoming debt maturities and preserve the value of our businesses in the event the transaction with Oceanwide cannot be completed. We have approximately $600 million of debt that matures in May 2018, with no additional maturities until 2020. Options to address the 2018 debt maturity in the absence of a transaction with Oceanside include potential refinancing alternatives, current holding company cash, and/or potential asset sales."
Und das ist der Punkt, wo das Schwein durch den Knick bricht und der Aktienkurs ins Schlingern geriet.

Montag, 2. Oktober 2017

Börsenweisheit der Woche 40/2017

"Die Moderne Portfoliotheorie ist eine Art von nicht begreifbarer Demenz".
(Charlie Munger)

Sonntag, 1. Oktober 2017

Was ist... eine Akquisitionswährung?

Firmenübernahmen nennt man auch Akquisitionen und dabei werden häufig Aktien zur Bezahlung des Kaufpreises eingesetzt, entweder alternativ oder als Ergänzung zur Bar-Komponente. Hier spricht man dann davon, dass diese Aktien als "Akquisitionswährung" eingesetzt werden.

Der Vorteil für das akquirierende Unternehmen ist, dass es verhältnismäßig günstig an diese "Währung" heran kommt, nämlich einfach durch die Ausgabe neuer, sog. "junger" Aktien. Oder es hatte noch eigen Aktien im Bestand, z.B. aufgrund eines zuvor durchgeführten Aktienrückkaufprogramms. Für die Verkäufer besteht der Vorteil darin, dass sie weiterhin an ihrem Unternehmen beteiligt bleiben, auch wenn dieses nun Teil eines Größeren ist bzw. ein Tochterunternehmen von diesem.

Das Bezahlen mit eigenen Aktien kann allerdings ein Nachteil für die bisherigen Aktionäre sein, denn durch diese Ausgabe verwässert sich ihr Anteil am Unternehmen, denn nun gibt es ja viel mehr Aktien als zuvor. Ebenso verhält es sich, wenn zuvor erworbene Aktien aus dem Aktienrückkaufprogramm eingesetzt werden, da diese bei der Verteilung des Unternehmensgewinns nicht mit berücksichtigt werden und der Gewinnanteil ausschließlich auf die "freien" Aktien verteilt wird. Werden die Aktien nun als Übernahmewährung wieder in Umlauf gebracht, entfällt auf sie auch wieder ein Gewinnanteil, eben so, als wären neue Aktien ausgegeben worden. Der Unternehmensgewinn wird also auf mehr Aktien verteilt und fällt dem entsprechend geringer aus.

Es sei denn... die hinzugekauften Unternehmensteile bzw. Töchter erzeugen selbst Gewinne, die erhöhen dann den Gewinnanteil für alle Aktien. Und im Idealfall weisen sie eine höhere Rendite auf, so dass der Gewinn stärker steigt als die Verwässerung durch die neuen Aktien wirkt. Darüber hinaus stellt das erworbene Gesellschaft selbst ja auch einen Wert dar, der ggf. den Buchwert des übernehmenden Unternehmens erhöht.

Samstag, 30. September 2017

Investor-Update: Blue Cap, Burberry, Corestate Capital, Deutsche Telekom, Goldman Sachs BDC, Greiffenberger, Hypoport, Publity, Rocket Internet, Softship

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

September bezaubert mit Traumfinale
Wir haben den September überstanden und entgegen der allgemeinen und überall verkündeten Meinung, es würde zu einem Crash kommen, weil der September ja der schlechteste Börsenmonat überhaupt sei, rannten die Kurse weiter nach oben. Aktienkurse haben kein Gedächtnis und wenn alle Marktteilnehmer der gleichen Meinung sind, dann haben sie sich auch im Vorfeld bereits entsprechend positioniert. Folgerichtig ist das erwartete Ereignis ausgeblieben. Für die Pessimisten noch schlimmer: die Aktienmärkte schlossen den September nahe an ihren Allzeithochs ab.

»Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief.«
(André Kostolany)

So markierte der S&P 500 am Freitag ein neues Allzeithoch bei 2.518 Punkten, der Dow Jones bei 22.405 Punkten, der MDAX bei 26.012 Punkten und der DAX liegt nur knapp 40 Zähler unter seinem Allzeithoch von rund 22.880 Punkten. Und wir haben noch immer Niedrigst- und sogar Negativzinsen, so dass es gut möglich ist, dass das Geld der "schlauen" Investoren nun bald in die Aktienmärkte zurückkehrt und eine fette Herbstrallye auslöst. Jenseits aller Bedenken bzgl. der Bewertung der Aktienmärkte.

Freitag, 29. September 2017

Buffett liebt Dividenden, verweigert sie aber seinen eigenen Aktionären. Warum bloß?

Ist Warren Buffett schizophren? Was das Thema Dividendenausschüttungen angeht, könnte man zu dieser Ansicht gelangen, denn je nach Blickpunkt äußert er sich unterschiedlich.

Buffett liebt Dividenden
Buffet mag Unternehmen mit saftigen Dividendenausschüttungen, denn sie bringen ihm für seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway einen stetigen Zustrom frischen Geldes, das er dann wieder reinvestieren kann. Und aufgrund seiner vielen Beteiligungen landet nicht alle paar Wochen mal ein Dividendenscheck im Briefkasten, sondern es gehen täglich viele Dividendenzahlungen auf dem Konto von Berkshire Hathaway ein. Und die warten geradezu auf neue Anlageideen von Warren Buffett und Charlie Munger.

Buffett lehnt Dividenden ab
Wenn aber die eigenen Investoren seiner Holding, Buffett sieht sie als Partner, die Forderung an Buffett stellen, die hohen Cash-Reserven Berkshires von knapp 100 Milliarden Dollar auch für Dividendenzahlungen einzusetzen, dann blockt Buffett kurzerhand ab.

Donnerstag, 28. September 2017

Sanierungsexperte Blue Cap steigt bei Greiffenberger ein. Mit 10 Prozent. Erstmal...

Greiffenberger und Blue Cap sind zwei Beteiligungsgesellschaften, deren Entwicklung in den letzten Jahren unterschiedlicher nicht hätte sein können. Während sich Blue Cap immer mehr zu einer wahren Gelddruckmaschine gemausert hat, gingen bei Greiffenberger die Lichter aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte das Unternehmen vor vielen Jahren mal auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot, aber als das Siechtum begann und noch bevor das Verhängnis seinen Lauf nahm, hatte ich entnervt die Reißleine gezogen. Jahre später folgte die Insolvenz und die Sanierung durch den Verkauf von zwei der drei Tochterunternehmen, dann Schuldenschnitt sowie Rekapitalisierung. Übrig blieb nur eine Tochter, die J.N. Eberle & Cie. GmbH, ein Premium-Hersteller von industriellen Bandsägen und anderen hochwertigen Bandstahl-Produkten. Heute gab es nun zwei Meldungen bei Greiffenberger, die aufhorchen lassen...

Die Würfel sind gefallen: MAX Automation stärkt Sparte Umwelttechnik

Kürzlich hatte MAX Automation ihre Ergebnisse des ersten Halbjahrs vorgelegt und konnte überzeugen. Die mittelständische Beteiligungsholding ist in den beiden Kernsegmenten Umwelttechnik und Industrieautomation tätig. Das Unternehmen verfügt direkt oder indirekt über 11 Beteiligungsunternehmen, von denen nur noch Vecoplan dem Bereich Umwelttechnik zuzuordnen ist. Doch diese Sparte war bisher das Sorgenkind und hat regelmäßig schwache Ergebnisse eingefahren. Daher forderte ich

"MAX Automation ist sehr gut positioniert im Bereich der Industrieautomation und kann hier erhebliche Synergien zwischen den Konzerntöchtern realisieren. Die Sparte Umwelttechnik, also Vecoplan, ist nach wie vor ein großer Umsatzbringer, aber liefert kaum Ergebnisbeiträge. Sie bindet Geld und Ressourcen, die der prosperierende andere Bereich besser einsetzen könnte. Nachdem man nun den Turnaround geschafft zu haben scheint bei Vecoplan, sollte man zielstrebig auf einen Verkauf hinarbeiten. Denn entweder, man stärkt die Sparte massiv und baut sie zu einer (wieder) tragenden Säule des Konzerns aus, oder man entlässt die stiefmütterlich behandelte Tochter in die Freiheit."

Und nun hat MAX Automation sich entschieden, wie es hier weitergehen soll...

Mittwoch, 27. September 2017

Gratisaktien sind kein Geschenk!

Wenn Unternehmen ihre Aktien splitten, hat dies real keine Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens; dieser verteilt sich nur auf mehr Anteile und dem entsprechend ist jeder dieser Anteile weniger wert. Dennoch erfreut sich die Ausgabe von Berichtigungsaktien (auch Gratisaktien genannt) bei Unternehmen als auch bei Anlegern großer Beliebtheit. Vor allem in den USA. Aber auch zunehmend in Deutschland, wo sich manche Kritiker (ungerne) an den Hype am Neuen Markt erinnern, als den damals rasanten Kursanstiegen sehr schnell Aktiensplits folgten, um die Aktien optisch wieder "billiger" zu machen.  Und viele Anleger dachten, dass eine Aktie, die zuvor von 20 auf 100 DM gestiegen und nach dem Split wieder für 20 DM zu bekommen war, erneut auf 100 DM steigen würde. Eine wundersame Geldvermehrung, wie bei einem Schneeballsystem.

Auswirkungen eines Aktiensplits
Ein Aktiensplit bringt einige nicht unwesentliche Änderungen mit sich. Zunächst ist er technisch eine Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln. Es werden also Rücklagen in Grundkapital umgewandelt. Durch die höhere Anzahl an Aktien am Markt erhöht sich in der Regel die Handelbarkeit und nicht selten sogar der Gesamtumsatz der Aktien an der Börse.

Dienstag, 26. September 2017

"Höhere Finanzmathematik" - Kerschhofers Gedicht über Banken und Spekulanten

"Höhere Finanzmathematik" ist ein vor dem Hintergrund der Finanz-, Banken und nun Staatsschuldenkrise mehr als zeitgemäßes Gedicht. Es weist die eine oder andere zynische Zuspitzung auf, legt aber im Grunde den Finger gekonnt in die Wunde. Zumal die Selbstheilungskräfte des Marktes ja - wieder einmal - versagt haben und wir auch heute noch die Folgen der Finanzkrise verspüren in Form von Staatsschuldenkrise in Südeuropa und Niedrigzinsphase rund um den Globus.

Erstmals erschienen ist das Gedicht in der Druckausgabe der Preußischen Allgemeinen Zeitung vom 27. September 2008 und unterzeichnet sind die Verse mit Pannonicus, Richard G. Kerschofers journalistischem Pseudonym.

Montag, 25. September 2017

Börsenweisheit der Woche 39/2017

"Aus 1.000 Dollar zu acht Prozent pro Jahr verzinst werden 43 Quadrillionen Dollar in 400 Jahren. Aber die ersten 100 Jahre sind die schwierigsten."
(Sydney Homer)

Sonntag, 24. September 2017

Was ist... der Buffett-Indikator?

Der "Buffett-Indikator" ist ein Paradoxon, also ein Widerspruch in sich. Denn mit ihm ermittelt "das Orakel von Omaha", ob sich ein Markt in einer überteuerten Bewertung befindet, oder ob er zu billig ist. Das klingt nach einem Market-Timing-Indikator und Warren Buffett ist der Letzte, der sich mit dem Timing der Märkte beschäftigt; er setzt stattdessen auf die Bewertung einzelner Aktien. Und trotzdem ist der Indikator nach ihm benannt und wird von ihm verwendet. Also lohnt wohl ein zweiter Blick...

Der Buffett-Indikator wird ermittelt als Quotient von Börsenkapitalisierung und Bruttoinlandsprodukt (BIP). Man teilt also den Marktwert aller börsengehandelten Unternehmen durch die Summe aller in einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres produzierten Waren und Dienstleistungen.


Buffett-Indikator = Börsenkapitalisierung / BIP


Ein Wert über 1 deutet dies auf einen teuren Aktienmarkt hin, während Werte unter 1 eher Kaufgelegenheiten vermuten lassen. Buffett hält dies für "den wohl besten einzelnen Indikator" zur Klärung der Frage, ob ein Aktienmarkt zu hoch oder zu niedrig bewertet sei. Allerdings bedeutet ein Wert über 1 nicht zwangsläufig, dass es sofort zu einer Korrektur am Aktienmarkt kommen muss. Vielmehr deuten die langfristigen Entwicklungen darauf hin, dass den Rezessionsphasen der US-Wirtschaft stets starke Anstiege des Buffett-Indikators vorausgingen.

»Ich denke nie darüber nach, was die Börse machen wird. Ich weiß nicht, wie man die Börse oder die Zinsen oder die Konjunktur vorhersagen kann. Und ich habe keine Ahnung, ob die Börse in zwei Jahren höher oder tiefer stehen wird.«
(Warren Buffett)

Doch warum verwendet ein "Stock-Picker" wie Buffett einen solchen Markt-Indikator? Wenn eine Aktie günstig bewertet ist, dann ist es letztlich egal, wie der Rest des Marktes dasteht, ob er massiv überkauft oder deutlich unterbewertet ist. Buffett beteiligt sich nicht an Aktien, er kauft eine Unternehmensbeteiligung. Und die hält er sehr lange, wenn es geht sogar für immer.

Samstag, 23. September 2017

Investor-Update: Corestate Capital, Ernst Russ, FinTech Group, JDC Group, Paul Hartmann

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Lust- und ereignislose Woche
In dieser Woche hat sich irgendwie nichts getan. Die FED hat die Zinsen nicht angehoben, aber eine Zinserhöhung angedeutet und den sukzessiven Ausstieg aus ihrem Anleihe-Ankaufprogramm. Wie erwartet. Der Französische Präsident Macron hat die angekündigte Arbeitsmarktreform auf den Weg gebracht. Wie erwartet. Trump will Nordkorea und den Iran in die Steinzeit zurückbomben. Wie erwartet. Die finden das beide nicht so gut und sich total missverstanden. Wie erwartet. Und meine Parteichefin Angela Merkel hat die Bundestagswahl gewonnen wird die Bundestagswahl gewinnen. Wie erwartet. Und der September-Crash ist (bisher) ausgeblieben. Wie erwartet, jedenfalls von mir. Von einer Vielzahl von Marktteilnehmern, ganz zu schweigen von den seit Monaten und Jahren warnenden Crashpropheten ala Marc Faber, allerdings nicht, die haben sich im Vorfeld schon aus dem Markt verabschiedet, zumindest teilweise. Naja, wenn alle schon verkauft haben und auf den Crash warten, wo soll der dann herkommen?

»An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil.«
(André Kostolany)

Also warten wir doch erstmal das Ende des Septembers ab, bevor wir ein Resümee ziehen. Auch wenn ich dabei bleibe, dass die Wahrscheinlichkeit eines Crashs nicht besonders hoch ist, ausgeschlossen ist sie nicht.

In meinem Depot hat sich in der letzten Woche nicht sooo viel getan. Aber ein bisschen was schon.

Freitag, 22. September 2017

Lynchs Lehrsätze: Versuche nicht, den Aktienmarkt zu timen

Die Börsen schwanken heftig und die meisten Anleger starren gebannt auf die Aktienkurse. Sie denken, "hätte ich mal da bloß verkauft" oder "wäre ich zu dem Zeitpunkt mal eingestiegen".

Doch diese Gedanken sind müßig, weil sie sich mit der Vergangenheit beschäftigen und zeigen, dass wir es nicht mit einem Investor zu tun haben, sondern einem Zocker. Denn er betrachtet die Aktienkurse als Chance, schnell reich zu werden, die Kursschwankungen sind für ihn der Gradmesser. Dabei orientieren sich die erfolgreichen Value Investoren nicht am Kurs, sondern am Wert einer Aktie.

»Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung. In der von Forbes veröffentlichten Hitparade der Reichen der Welt war noch nie ein Börsentiming-Experte vertreten.«
(Peter Lynch)

Donnerstag, 21. September 2017

Paul Hartmann streicht die Jahresziele. Und ich die Segel...

Paul Hartmann stellt eine breite Palette an medizinischen Produkten her, von Verbandsmaterialien über Pflege- und Desinfektionsmittel hin zur Inkontinenzversorgung. Ich hatte das Unternehmen während meines Krankenhausaufenthalts vor knapp zwei Jahren unter die Lupe und auf meine Empfehlungsliste genommen, weil mir das Geschäftsmodell gefallen hat und die damalige Auslösung des Pool-Vertrags einiger Großaktionäre "mehr Action" im Aktionariat versprach, also einen erhöhten Börsenumsatz und vielleicht mittelfristig sogar eine Übernahmespekulation. Nun, so richtig aufgegangen sind meine Überlegungen nicht. Zwar hat sich der Kurs von Paul Hartmann ganz passabel gemacht und es gab auch schöne Dividenden einzustreichen, aber ansonsten schnarchte das Unternehmen weiter vor sich hin. Das erhoffte Wachküssen ist bis heute ausgeblieben.

PayPal: Mit der Mutter aller Fintechs einfach clever(er) bezahlen

▸ Kissigs Kolumne vom 04.09.2017, Aktien Magazin 24/2017 

Am Anfang steht die Idee. Und hinter der Idee steckt nicht selten ein Genie. Und aus einer genialen Idee eine weltbewegende Erfindung zu machen, braucht es aber auch Durchsetzungsstärke. Nur dann hat die Idee überhaupt eine Chance, die vielen Hürden zu überwinden, die ihr im Weg stehen. Denn jede Neuerung trifft auf das Althergebrachte und eine Vielzahl von Menschen, die vom Bestehenden profitieren. Und daher kein Interesse an der Veränderung des Status Quo haben. Des Weiteren sind neue Ideen ungewohnt und die meisten Menschen blicken oberflächlich darüber hinweg, befassen sich gar nicht mit dem Gedanken, der dahinter steht, sondern lehnen neue Denkansätze pauschal ab. Und mit ihr auch diejenigen, die die Idee haben und sich auf den Kampf gegen Windmühlen einlassen.

»Ein Mann mit einer Idee ist ein Narr. Bis die Idee sich durchgesetzt hat.«
(Mark Twain)

Von den meisten dieser Genies wird die Welt nie gehört haben, viele tolle Ideen dürften einfach irgendwo versickert sein, ohne dass sie die Chance hatten, je erprobt und umgesetzt zu werden. Doch es gibt auch starke Charaktere, die die Welt mit ihren Neuerungen maßgeblich geprägt haben. Wie James Watt, den Erfinder der Dampfmaschine. Oder Thomas Edison, dem wir die Elektrifizierung verdanken. Oder Alexander Graham Bell, ohne den wir kein Telefon hätten. Oder Nikolaus August Otto, dessen Motor die meisten unserer Autos antreibt. Oder Bill Gates. Oder Steve Jobs. Sie alle haben nicht nur bahnbrechende Ideen gehabt, sondern diese auch in die Tat umgesetzt. Und die Welt verändert.

»Der Wert einer Idee liegt in ihrer Umsetzung.«
(Thomas Edison)

Und dann ist da noch Elon Musk. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass man über Elon Musk etwas lesen könnte. Zumeist über Tesla, sein revolutionäres Elektroautoimperium. Daneben baut er an seiner Gigafactory, um Elektrobatterien massentauglich zu machen. Und mit Space-X möchte er den Weltraum erobern.

Mittwoch, 20. September 2017

Steico geht das Gewinn- und Margenwachstum mit frischem Kapital an

Steico entwickelt sich immer mehr zur echten Nebenwerte-Perle. Nun hat der Hersteller von Holzfaserdämmstoffen geräuschlos eine zehn prozentige Kapitalerhöhung durchgezogen. Insgesamt wurden 1.280.315 neue Aktien zu einem Preis von 19,50 Euro platziert, also nur geringfügig unterhalb des gestrigen Börsenkurses zum Zeitpunkt der KE-Ankündigung. Aufgrund der großen Nachfrage institutioneller Investoren konnte das Orderbuch vorzeitig geschlossen werden und der Kurs hat daraufhin die kleine Delle von gestern wieder wettgemacht. Verständlich, denn Steicos Geschäfte laufen wie geschnitten Brot.

Der Bruttoemissionserlös der Gesellschaft aus der Kapitalerhöhung beläuft sich auf rund 25 Mio. Euro und stärkt die Bilanz. Da Steico einen weiteren zweistelligen Millionenbetrag in eine zweite Anlage für Furnierschichtholz-Platten investiert, und dies bisher rein über Fremdkapital finanzierte, hatte man in letzter Zeit durch die Blume eine Kapitalerhöhung angedeutet. Dieses "Damoklesschwert" sollte nun vom Tisch sein und dem Kurs wieder neue Auftriebskraft verleihen. Denn der Erfolg gibt Steico Recht. Erst neulich hatte man bekanntgegeben, dass man mit der neuen Anlage dem Zeitplan um 9 Wochen voraus sei, innerhalb des geplanten Budgets liege, und der Regelbetrieb im ersten Halbjahr 2018 anlaufen solle.

Meine Einschätzung
Steicos große Millioneninvestitionen sind angesichts der Überkapazitäten und des Preisdrucks in der Branche durchaus mit Risiken verbunden, setzen aber im margenstarken neuen Bereich an, so dass sich das Wagnis auszahlen sollte. Zudem hat Steico beschlossen, eine weitere Produktionsanlage für Holzfaser-Dämmstoffe aus dem Trockenverfahren zu errichten, um auf die kontinuierlich gestiegene Nachfrage in den vergangenen Jahren und die hohe Auslastung der bestehenden Produktionsanlage zu reagieren. Für die neue Anlage sind Investitionen in Höhe von rund 7,5 Mio. Euro vorgesehen und die Inbetriebnahme ist für Anfang 2018 geplant.

Dienstag, 19. September 2017

Ernst Russ mit starkem Ergebnisswing. Der Turnaround nimmt Fahrt auf!

Die Ernst Russ AG kommt bei ihrem Turnaround einen großen Schritt voran, wie die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 zeigen. Der Hamburger Asset Manager mit Schwerpunkt Schifffahrt war früher als Fondsinitiator unter dem Namen HCI bekannt und hat seit der Beinahe-Pleite eine konsequente Wandlung vollzogen. Ich hatte das Unternehmen vor einem Jahr hier vorgestellt und auf als Turnaround-Spekulation auf meine Empfehlungsliste genommen ("Neuausrichtung: Ernst Russ AG (H.C.I. Capital) ist auf dem Weg zu neuen Ufern"). Nachdem der Aktienkurs um den Jahresanfang herum eine Zeit lang knapp über der Marke von 1 Euro konsolidiert hat, kennt er seitdem nur eine Richtung: nach oben. Und heute scheint er auch die Marke von 1,50 Euro zu überwinden - dank der vorgelegten Zahlen.

Montag, 18. September 2017

Baruchs Börsenwissen: Entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer weiter auseinander, das kann man alle paar Monate irgendwo lesen. Gerne auch in einem Armutsbericht der Bundesregierung. Und ebenso regelmäßig kommen die Kommentatoren zu den immer gleichen Schlüssen: man müsse den Reichen nur mehr Geld wegnehmen und es den Armen geben, dann würde alles gut. Doch schon der erste Deutsche Bundeskanzler, Konrad Adenauer, warnte: "Das einzige, was Sozialisten vom Geld verstehen, ist dass sie es von anderen haben wollen". Neben der Ausbeutung der Arbeiterklasse durch böse Kapitalisten gibt es aber auch weniger klischeehafte Erklärungsansätze. Und einen lieferte schon vor fast hundert Jahren Börsenlegende Bernard Baruch.

»Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns.«
(Bernard Baruch)

Auf der einen Seite steht der Konsum, die schier endlose Möglichkeit, Geld auszugeben. Die Menschen leisten sich immer mehr, immer kostspieligere Spielsachen, das neuste Iphone-Modell für jetzt 1.300 Euro, sündhaft teure Louis Vouitton-Handtaschen, Schuhe von Jimmy Choo oder einfach nur einen neuen Porsche. Und immer seltener haben sie das Geld dafür, sie kaufen immer häufiger auf Pump. Und wer glaubt, nur die Reichen würden es so machen, der irrt. Vor allem die einkommens- und vermögensschwachen Bevölkerungsschichten verschulden sich immer mehr und das rauf bis zur Hutschnur.

Das mag bei vergleichsweise niedrigen Zinsen nicht so ins Gewicht fallen, aber wenn das über das Girokonto läuft, kommen da schnell zweistellige Zinssätze zusammen. Auch das schmälert das Vermögen, dass man zu früh im Leben zu viel will und es sich auf Kredit leistet. Der Zinseszinseffekt kann also keine Wirkung entfalten, weil gar kein Vermögen angespart wird. Wer sich verschuldet, arbeitet für das Geld, die Zinsen anderer Leute. Nicht sehr clever...

Investor-Update: Berentzen, Deutsche Rohstoff, Genworth Financial, Gilead, Hercules Capital, Leifheit, Prospect Capital

In meine Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Der September ist da!
Überall ist zu lesen, dass der böse September als schlechtester Börsenmonat nun endlich für den lang herbeigeredeten Crash sorgen wird. Und unisono werden die großen Finanzexperten nicht müde zu betonen, dass sie ihr Geld aus dem Aktienmarkt herausgenommen haben und es lieber in Gold oder sonstwas parken (ja, wo nur, wo es doch auf dem Konto Strafzinsen kostet?). Und die Bewertung der Aktien ist im Schnitt schon ambitioniert, allerdings wird gerne außer Acht gelassen, dass es kaum Alternativen gibt. Dank der Niedrigzinsen. Wer Anleihen kauft, muss sich bei nun leicht steigenden Zinsen mit sinkenden Kursen und unattraktiver Verzinsung herumschlagen. Gold... also bitte! Ich halte nichts von Gold als Geldanlage. Habe ich hier im Blog ja mehrfach ausgeführt, ist noch immer wo, bleibt auch so. Zum Thema Rohstoffe insgesamt hat Warren Buffett es mal schön verdeutlicht.

»Das Problem bei Rohstoffen ist, dass du darauf wettest, dass jemand anderes in einem halben Jahr mehr dafür bezahlen will. Der Rohstoff selbst bringt dir nichts. Etwas zu kaufen und darauf zu hoffen, dass die jemand in zwei Jahren mehr dafür bezahlt, ist etwas komplett anderes, als etwas zu kaufen, von dem du in Zukunft ein Einkommen erwartest.«
(Warren Buffett) 

Nun macht der September aber bisher nicht, was man von ihm erwartet. Denn die Kurse steigen, die Stimmung steigt und da so viele bereits ihr Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen habe - und sich in den USA viele institutionelle Anleger über Puts gegen einen Markteinbruch abgesichert haben - besteht auch gar keine so große Wahrscheinlichkeit, dass viel Material auf den Markt geworfen werden dürfte, sollte es zu einem Negativszenario kommen. Seit anderthalb Jahren erleben wir, dass Abverkäufe immer wieder nach kurzer Zeit zum (Wieder-) Einstieg genutzt werden und der Markt nach kleinen Zwischenkorrekturen von um die 10% zu neuen Höhen strebt. Das muss sich nicht ständig wiederholen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es noch eine Zeit lang so bleibt. Solange die Zinsen so niedrig sind und es keine wirklichen Alternativen zu Aktien gibt, wird das Geld immer schnell wieder in die Aktienmärkte zurückströmen. Trotz Crash-Angst und Crash-Gefahr kann man diese Gemengelage wohl als Sicherheitsnetz betrachten...

Börsenweisheit der Woche 38/2017

"Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um dir eine zweite Einkommensquelle zu schaffen."
(Warren Buffett)

Freitag, 15. September 2017

Gewinnwarnung bei Berentzen: Ausgequetscht, ausgelutscht, ausgezählt...

Der Spirituosen- und Getränkehersteller Berentzen durchlebte eine schwierige Phase und wurde von Aurelius gerettet und wieder auf Vordermann gebracht. Seitdem Aurelius sich im letzten Jahr vollständig von allen Anteilen getrennt hat, steht Berentzen wieder auf eigenen Füßen - und das mit Erfolg. Jedenfalls eine Zeit lang. Denn nun läuft es nicht mehr rund...

Schon bei Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Berentzen vermelden müssen, dass es erhebliche Probleme gäbe. Einerseits mit der Orangenernte und damit im Hoffnungsmarkt Saftpressen und dann auch mit einem wichtigen amerikanischen Distributionspartner. Der Vorstand gab aber die Losung aus, das würde sich im zweiten Halbjahr schon wieder einrenken. Nun, seit gestern Abend wissen wir, dass daraus nichts wird. Im Gegenteil. Denn Berentzen musste die Jahresprognose nach unten korrigieren und zwar nicht nur wegen der bereits bekannten Probleme, sondern auch wegen zusätzlicher Absatzschwächen bei Sinalco, einem ganz wichtigen Standbein des Konzerns und quasi das Brot- und Buttergeschäft.

Donnerstag, 14. September 2017

Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte

Dies ist ein wichtiger Grundsatz des Value Investings, denn man bindet sich ja langfristig an ein Unternehmen. Und wenn dieses von Menschen geführt wird, denen man nicht trauen kann, sollte - nein muss! - man die Finger davon lassen.

Eine Regel, die man gar nicht oft und laut genug betonen kann, denn an der Börse war es Jahrhunderte lang üblich, Investoren über den Tisch zu ziehen. Ob es mit "Orient-Compagnien", Eisenbahnen, Stromhändlern (Stichwort Enron) oder mit beinahe jeder Neuer Markt-Klitsche war, es wurde immer erstunken und erlogen was das Zeug hielt. Da wurden Umsätze und Gewinne vom Vorstand frei erfunden, oder es wurden Kurse vorsätzlich in ungeahnte Höhen manipuliert, weil die Initiatoren zuvor diese Penny-Stocks günstig eingesammelt hatten und dann in die aufgrund ihrer eigenen geschaffenen künstlichen Nachfrage teuer verkauften. Am Ende war immer der Anleger, der diesen schlechten Leuten auf den Leim ging, der Dumme.

Wer nun glaubt, die immer strenger werdenden Regeln der Börsen und die Börsenaufsichten würden Betrugs- und Manipulationsversuche ganz verhindern können, liegt falsch. So lief es auch beim Leuchtenhersteller Hess, der kurz nach seinem Börsengang zugeben musste, seine Bilanzen illegal aufgeblasen zu haben. Insgesamt wurde um 45 Mio. Euro geschönt. Comroad lässt grüßen... Das Nachsehen haben die  Aktionäre denn die Papiere sind in einer ersten Reaktion um 65% eingebrochen. Und das zurecht, denn nur vier Monate nach dem Börsengang war Hess pleite.

Dienstag, 12. September 2017

Kann Musterschüler Corestate Capital weiter punkten?

Der Immobilien-Asset Manager Corestate Capital Holding SA ist eine wahre Erfolgsgeschichte, seitdem man holprig an die Börse stolperte. Inzwischen hat man zwei große Übernahmen gestemmt und durch den Erwerb der Hannover Leasing und der Helvetic Financial Services die Assets under Management (AuM) per Ende Juli auf rund 20 Mrd. Euro vervielfacht und die jüngst vorgelegten Halbjahreszahlen lassen erahnen, wohin die Reise geht. Die Gesamtleistung betrug 48,6 Mio. Euro und lag damit um 116% über dem Vergleichswert aus dem ersten Halbjahr 2016. Der um Einmaleffekte im Zusammenhang mit Kapitalmaßnahmen und M&A-Transaktionen bereinigte Konzernjahresüberschuss vervierfachte sich auf 22,8 Mio. Euro (H1 2016: 5,1 Mio. Euro). Dabei bilden diese Zahlen nur das organische Wachstum der Corestate ab, da die Effekte aus den zu Anfang Juli vollzogenen Akquisitionen der HL und der HFS noch nicht in den Halbjahreszahlen berücksichtigt sind.

Montag, 11. September 2017

Börsenweisheit der Woche 37/2017

"In der Geschichte der Menschheit hat es drei große Erfindungen gegeben: das Feuer, das Rad und die Notenbank."
(Will Rogers)

Freitag, 8. September 2017

Value Investing nach Benjamin Graham

Benjamin Graham war ein legendärer Investor und gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value-Investing. Der Lehrer und Mentor Warren Buffetts veröffentlichte 1934 gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel für Value-Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis". Hierin benannte Graham für den privaten Investor die 7 Kriterien für erfolgreiches Value Investing.

Mittwoch, 6. September 2017

Kurz mal schütteln: Capital Stage munitioniert sich für (noch) stärkeres Wachstum auf

Die Capital Stage AG, ein im SDAX-notierter Hamburger Solar- und Windparkbetreiber, hält die Börsianer momentan auf Trab. Zunächst einmal konnte man vermelden, dass die Übernahme des kleineren Wettbewerbers Chorus Clean Energy nach dem erfolgreichen Squeeze-out abschließend unter Dach und Fach ist und künftig in den Zahlen der Capital Stage auftauchen wird. Und nachdem Dr. Dierk Paskert seit dem 1. September planmäßig die Position des CEO übernommen hat, schob man dann die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 gleich hinterher.

Starker Start...
Und die ließen aufhorchen. So konnte Capital Stage seinen Umsatz um mehr als 75% auf 113,8 Mio. Euro steigern (6M 2016: 64,9 Mio. Euro) und das operative Betriebsergebnis um ebenfalls 75% auf rund 56 Mio. Euro. Das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich deutlich um 73% von 50,8 Mio. auf 88,0 Mio. Euro, während das operative Betriebsergebnis (EBIT) sich im Vergleich zum Vorjahreswert sogar um 75% verbesserte und 55,9 Mio. Euro erreichte (6M 2016: 31,9 Mio.).

Dienstag, 5. September 2017

Fuchs Petrolub läuft wie geschmiert

▸ Kissigs Kolumne vom 17.08.2017, Aktien Magazin 23/2017 

Es gibt Aktien, deren Chart darf man sich gar nicht so genau ansehen. Jedenfalls, wenn man nicht investiert ist. So geht es mir mit Fuchs Petrolub, einem Unternehmen, das ich schon seit Jahren auf meiner Watchlist habe, bei dem ich aber immer irgendwie nicht zum Zug kam. Da uns entgangene Gewinne ja bekanntlich viel stärker schmerzen als erlittene Verluste, schmerzt mich die Verdopplung, die der Kurs in den letzten 5 Jahren hingelegt hat, also durchaus. Andererseits wird ja an der Börse die Zukunft gehandelt und da bietet sich jeden Tag aufs Neue die Chance, die richtige Aktie zu finden. Auch wenn sie nahe an ihrem Allzeithoch notiert. Denn Börsenlegende Peter Lynch lehrte uns, dass man jederzeit kaufen könne, wenn man denn die richtige Aktie gefunden habe.

»Wenn die richtige Aktie gefunden ist, dann ist es nie zu früh und nie zu spät, sie zu kaufen.«
(Peter Lynch)

Dem Kursverlauf zufolge, war Fuchs Petrolub lange Zeit das genau richtige Investment; alleine in diesem Jahr hat der Kurs bereits knapp 20 Prozent zugelegt. Ob das allerdings so weiter geht, steht auf einem anderen Blatt.

Montag, 4. September 2017

Projektverschiebungen, Gewinnwarnung: Lloyd Fonds kann nicht (mehr) überzeugen

Die Hamburger Lloyd Fonds AG, einen seit über 20 Jahren auf sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen spezialisierter Investment- und Asset-Manager, habe ich seit letztem Jahr als Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste. Und die Geschäfte liefen gut an, 2016 musste Lloyd Fonds mehrfach die eigenen Prognosen nach oben schrauben und der Turnaround kam spürbar voran, so dass 2016 mit einem Konzernjahresergebnis von 3,2 Mio. Euro abgeschlossen werden konnte. Und dieses war für 2017 die Messlatte, die sich nun allerdings als deutlich zu hoch erwies. Denn mit Vorlage der Halbjahreszahlen für 2017 musste Lloyd Fonds einräumen, die Prognosen für dieses Jahr deutlich zu verfehlen und sogar unterhalb des letztjährigen Konzernergebnisses abschließen zu müssen.

Börsenweisheit der Woche 36/2017

"Es gibt kein subtileres oder sichereres Mittel, um das bestehende Fundament einer Gesellschaft zum Umsturz zu bringen, als die Währung zu schwächen."
(John Maynard Keynes)

Freitag, 1. September 2017

MPC Capital will und muss im zweiten Halbjahr kräftig zulegen

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure. Nach zwei Kapitalerhöhungen im letzten Jahr zu 6 Euro scheint der Kurs an dieser Marke wie festgetackert zu sein. Und die verhaltenen Halbjahreszahlen dürften daran auch nichts ändern. Dennoch bestätigt MPC Capital seine Jahresziele und erklärt, "bereits kontrahierte und angebahnte Transaktionen dürften in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu einer deutlichen Steigerung der Umsätze und Ergebnisse gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 führen". Für das Gesamtjahr 2017 geht MPC Capital daher weiterhin von einem Konzernumsatzwachstum von mindestens 10% sowie einem überproportionalen Anstieg des EBT aus. Doch der Reihe nach...

Donnerstag, 31. August 2017

Legendäre Investoren: Benjamin Graham, der "Dekan der Wall Street"

Benjamin Graham (* 9. Mai 1894 in London als Benjamin Grossbaum; † 21. September 1976) war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor. Er gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value Investing.

Benjamin Graham
Zwischen 1928 und 1957 lehrte Graham an der Columbia University, wo auch Warren Buffett zu seinen Schülern gehörte. 1934 veröffentlichte Graham gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel für Value-Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis".

Graham, der auch "Dekan der Wall Street" genannt wurde, vertrat die Lehre, dass eine Aktie nur deutlich unterhalb ihres fundamentalen Wertes gekauft werden sollte. Um den Wert einer Aktie bestimmen zu können, setzte Graham auf die fundamentale Wertpapieranalyse und auf die Verwendung von Bewertungskennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), Gewinnwachstum, Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder Dividendenrendite. Nach dem Bestimmen des fairen Wertes sollte nach Graham hiervon eine Sicherheitsmarge (Margin of Safety) von 40% bis 50% abgezogen werden, um den maximalen Einstiegspreis zu ermitteln. Derartig unterbewertete Unternehmen kaufte Graham und wartete geduldig darauf, dass der Markt die Unterbewertung irgendwann erkennen und durch Kurssteigerungen beheben würde.


Mittwoch, 30. August 2017

Mein Dividendendepot: 9,5% Rendite zum Buchwert mit New Mountain Finance

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neulich habe ich über mein Dividenden-Depot berichtet, das ausschließlich Business Development Companies (BDCs) und einen Real Investment Trust (REIT) enthält. Das liegt natürlich an den attraktiven Dividendenrenditen jenseits der 5% und an den regelmäßigen Ausschüttungen. Denn die Dividenden erhalte ich teilweise monatlich, ansonsten zumindest quartalsweise.

»Eine Kuh für ihre Milch, eine Henne für ihre Eier, und eine Aktie, verdammt, für ihre Dividende.«
(Bill Miller)

Damit hat es Bill Miller sehr treffend auf den Punkt gebracht. Doch natürlich ist die Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium, das man beachten sollte. Jedenfalls nicht, wenn man möglichst lange Freude an seinem Investment haben möchte. Daher sollte man schon genau(er) hinsehen, wenn man sich einen "Hochprozenter" ins Depot legt wie New Mountain Finance.