Mein Investor-Update zum Ende des 4. Quartals '25
In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere euch die Top-Werte in meinem Investmentdepot; es ist in gewisser Weise "mein persönliches 13F". Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.
'Investor-Update reloaded' | Ausgabe 30
Meine Investor-Updates zum Quartalsende sind für mich immer ein willkommener Anlass, auf die vergangenen drei Monate zurückzublicken und meine Einschätzung zu meinen gewichtigsten Depotwerten zu aktualisieren.
▶ Mr. Market & The Fairy Tale of Fear and Greed
Nach dem Rekordbörsenjahr 2024 war zu befürchten, dass sich Trumps Wirken negativ auf Wirtschaft und Börsen auswirkt. Nach einem ruppigen ersten Quartal und einem kolossalen Einbruch im April haben sich die Börsen wieder berappelt und scheinen sich langsam mit der spontanirren Hauruckpolitik von Donald Trump abgefunden zu haben. Irre ist das neue Normal. Allerdings folgt er durchaus einem roten Faden und steuert das mächtigste Land der Erde Richtung Autokratie (bestenfalls) oder sogar Diktatur (im schlimmsten Fall). Politisch Andersdenkende werden jedenfalls verfolgt und nun will Trump auch noch das US-Militär für seine Säuberungen einsetzen. "Erschreckend" ist gar kein Ausdruck für diese Vorgänge...
Inzwischen wird immer deutlicher, auf was sich die Welt, Europa und Deutschland einzustellen haben: Trump verfolgt eine "Monroe Doktrin 2.0", also eine auf die beiden amerikanischen Kontinente fokussierte Politik, aus der sich die Europa, China, Russland rauszuhalten haben und dafür ziehen sich die USA aus Europa zurück. Der "Putsch" in Venezuela mit der Festnahme dessen Diktators Maduro ist insofern ebenso konsequent wie illegal. Doch der mächtigste Mann der Welt wird dafür kaum offiziell zur Rechenschaft gezogen werden - und für das venezolanische Volk kann es eigentlich nur besser werden, denn das Land mit den größten Ölreserven der Welt wurde nach der Machtübernahme der Sozialisten unter Maduros Vorgänger Hugo Chavez systematisch ruiniert und vom einstmals reichsten Land Mittel- und Südamerikas in die Armut geknechtet. Die USA haben übrigens schon einmal einen Diktator inhaftiert, Panamas Machthaber Manual Noriega. Er wurde Ende 1989 bei einer US-Invasion gestürzt und verhaftet, anschließend 1992 von einem US-Gericht wegen Drogenhandels, Schutzgelderpressung und Verschwörung zu einer Haftstrafe verurteilt. Seitdem hat sich Panama vom einstigen Armutsschlusslicht zum wohlhabendsten Land Lateinamerikas entwickelt. Trumps Playbook ist also offensichtlich - und seine Ankündigung, dass die USA "erstmal" Venezuela führen würden und dass die US-Öl-Multis zeitnah in das Land zurückkehren würden, folgt dem Script. Natürlich geht es Trump nicht um die leidenden Menschen in Venezuela. In Panama ging es der US-Führung damals um die Sicherung des Panama-Kanals, in Venezuela geht es heute um Öl. Und natürlich darum, den wachsenden Einfluss Chinas in der Region zurückzudrängen. Nebenbei wurde auch Russland entmannt, denn Putin hatte kurz vor Maduros Sturz noch vollmundig angekündigt, Venezuela gegen die USA zu unterstützten.
Das Versprechen konnte er auch schon in Syrien nicht einlösen und Russland steht erneut ohne Hosen da. Was ihn noch stärker zum Erfolg im Ukraine-Krieg verdammt, der wohl kaum bald enden wird, solange Putin da (von Trumps Gnaden) weiter mitreden darf. Für Europa bedeutet das, dass wir uns endlich von den USA emanzipieren müssen. Der "große Bruder", auf den wir uns jahrzehntelang verlassen haben, hat ein neues Spielfeld gefunden und der fiese Rowdy aus dem Osten rückt uns auf die Pelle, weil er genau erkennt, wie schwach wir sind und dass wir nicht mehr beschützt werden. Zeit für eigene Stärke!
Das 4. Quartal 2025 liegt nun hinter uns und die US-Börsen blieben in Feierlaune. Genauer gesagt: die KI-Party findet kein Ende, aber wer nicht auf dieser Party mittanzen kann, steht im Regen. Die Fed hat zwar endlich begonnen, die Zinsen zu senken, aber nur, weil die US-Wirtschaft strauchelt. Mit einem gewissen Maß an Inflation müssen wir uns wohl erstmal abfinden und auch mit einem zur Schwäche neigenden Dollar. Ebenso mit einem Präsidenten Trump, der bei jeder Gelegenheit Strafzölle als adäquates Mittel zur Disziplinierung anderer Staaten einsetzt - ob er zuvor mit diesen ein Zollankommen geschlossen hat, oder nicht.
Bemerkenswert ist dabei, dass in letzter Zeit die Euphorie im KI-Sektor merklich abgekühlt ist. Es wird immer öfter die Frage gestellt, wer das alles bezahlen soll und ob die KI-Hyperscaler überhaupt genug Kunden und Nachfrage für ihre massive Aufrüstung finden werden.
(Auch) deshalb erholen sich klassische Sektoren, wie Industrie- und Gesundheitswerte. Fundamental ist da noch nicht viel Positives zu finden, aber der Abstand zwischen Technologie und Value war auch noch nie so groß. Daher ist es nachvollziehbar, dass überall von einem Trendwechsel zu lesen ist, also viele Investoren darauf setzen, dass künftig Value-Aktien wieder stark zulegen, während Growth-Werte seit- und abwärts tendieren sollten. Problematisch an dieser Hoffnung auf einen Favoritenwechsel ist allerdings, dass zu viele Leute schon seit längerer Zeit darauf setzen (und daher bereits entsprechend positioniert sind und Anschlusskäufe fehlen könnten) und dieses Szenario bereits seit mehr als 10 Jahren immer wieder hervorgekramt wird, aber allenfalls ein paar Monate durchgestanden hat, bevor BigTech wieder zum nächsten Gipfelsturm durchgestartet ist.
"Es gibt keinen Schutz vor Kurseinbrüchen, wenn man sich für einen langfristigen, eigenverantwortlichen Ansatz bei Aktien entscheidet. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die Fähigkeit, Einbrüche mit Gelassenheit durchzustehen, eine Quelle für Outperformance ist."(Chris Mayer)
Wir werden sehen, ob es wirklich so läuft. Ich habe jedenfalls den einen oder anderen Industriewert auf der Watchlist, der mir bei einem Rücksetzer durchaus ein langfristiges Investment wert sein könnte.
▶ Meine Investmentstrategie: Focused Quality Growth Investing
Stock-Picking bleibt der Schlüssel zum nachhaltigen Börsenerfolg. Jedenfalls in meiner Welt abseits der ETFs, Edelmetalle und Kryptowährungen. Ich konzentriere mich auf die Unternehmen, nicht auf ihren Aktienkurs und ich messe auch dem Gesamtmarkt nicht allzu viel Bedeutung bei.
»Spiele werden von denen gewonnen, die auf das Spielfeld achten und nicht auf die Anzeigetafel.«
Ich verfolge einen gemischten Bottom-Up-Top-Down-Ansatz, bei dem ich einerseits auf makroökonomische Trends setze, andererseits mir innerhalb dieser Trends dann die am besten positionierten und/oder bewerteten Unternehmen herauspicke. Ich versuche also, mich nicht gegen den Markt zu stellen, sondern von seinen (irrationalen) Eskapaden gegebenenfalls zu profitieren. Soweit der Plan...
»In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. In der Praxis schon.«(Yogi Berra)
Die sechs Säulen meiner Investmentstrategie:
1. Qualitätsunternehmen mit Burggraben
Bei meinen Investments setze ich vor allem auf Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben und das führt zu soliden und meistens überdurchschnittlichen Ergebnissen.
Bei meinen Investments setze ich vor allem auf Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben und das führt zu soliden und meistens überdurchschnittlichen Ergebnissen.
»Wir denken über zwei Dinge nach: Qualität und Preis. Aber wir denken über Qualität nach, bevor wir über den Preis nachdenken. Wir versuchen, hervorragende Unternehmen zu kaufen, die von hervorragenden Managern geführt werden.«
(Chris Bloomstran)
(Chris Bloomstran)
2. Growth at a reasonable Price (GARP)
Ich bevorzuge Unternehmen mit Umsatz- und Gewinnwachstum, wobei ich den Schwerpunkt auf den Cashflow lege. Unternehmen, die wachsen und ihre Margen verbessern, spielen auch für ihre Aktionäre überdurchschnittliche Ergebnisse ein. Man muss "nur" geduldig sein und den Unternehmen Zeit geben, ihre Stärken ausspielen zu können.
»Wenn Sie über die großen Wachstumsunternehmen von heute sprechen, ist der Ansatz "günstig einkaufen, ein Kursziel festlegen, verkaufen, wenn es steigt, und vollständig aussteigen, wenn es das Ziel erreicht" völlig falsch. Ein leidenschaftsloser Blick auf die Geschichte macht deutlich, dass es oft ein Fehler war, in einem schnell wachsenden Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen Gewinne mitzunehmen. Angesichts der Eigenschaften der heute führenden Unternehmen kann es jetzt noch falscher sein. Stattdessen müssen Sie sich vom Verkauf abhalten.«
(Howard Stanley Marks)
Ich bevorzuge Unternehmen mit Umsatz- und Gewinnwachstum, wobei ich den Schwerpunkt auf den Cashflow lege. Unternehmen, die wachsen und ihre Margen verbessern, spielen auch für ihre Aktionäre überdurchschnittliche Ergebnisse ein. Man muss "nur" geduldig sein und den Unternehmen Zeit geben, ihre Stärken ausspielen zu können.
»Wenn Sie über die großen Wachstumsunternehmen von heute sprechen, ist der Ansatz "günstig einkaufen, ein Kursziel festlegen, verkaufen, wenn es steigt, und vollständig aussteigen, wenn es das Ziel erreicht" völlig falsch. Ein leidenschaftsloser Blick auf die Geschichte macht deutlich, dass es oft ein Fehler war, in einem schnell wachsenden Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen Gewinne mitzunehmen. Angesichts der Eigenschaften der heute führenden Unternehmen kann es jetzt noch falscher sein. Stattdessen müssen Sie sich vom Verkauf abhalten.«
(Howard Stanley Marks)
3. Absolute High Conviction
Das Pareto-Prinzip hat sich bewährt, auch beim Investieren. Es gibt keine absoluten Gewissheiten, nur Wahrscheinlichkeiten. Wer nur dann investiert, wenn jeder Zweifel beseitigt und jedes Risiko ausgeschlossen ist, investiert... nie. Irgendwas ist immer. Das »Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfristinvestoren.«
(Warren Buffett)
4. Focus Investing
Daneben folge ich dem Ansatz des Focus Investing und setze nur auf die besten Unternehmen, anstatt blind breit zu streuen. Bei jeder neuen Idee überlege ich, ob diese Aktie besser ist als die in meinem Depot. Und sie muss schon viel aussichtsreicher sein, denn das Unternehmen ist neu (für mich), ich kenne es noch nicht so gut und weiß nicht, ob mein Investmentcase valide ist. Und ob ich wirklich auf das Management setzen kann. Das zeigt erst die Zeit und das bedeutet, dass jede neue Investmentidee ein höheres Risiko darstellt als meine Bestandsinvestments. Also muss sie auch viel höhere Chancen bieten, um Einlass ins Depot zu finden. Dass ich kein/kaum Cash halte, ist hierbei ein (weitere) Vorteil, denn ich muss noch die zusätzliche Hürde überwinden, eines meiner Depotunternehmen zu verkaufen oder zumindest zu reduzieren, um mir das nötige Geld für den Neukauf zu besorgen. Das hilft mir, mich nicht (zu sehr) zu verzetteln.
»Diversifikation in großem Stil ist ein Fehler. Wenn Sie sich wirklich mit Unternehmen auskennen, sollten Sie wahrscheinlich nicht mehr als sechs davon besitzen. Wenn Sie sechs wunderbare Unternehmen ausfindig machen können, ist das alles, was Sie an Diversifikation brauchen. (...) Eine Politik der Portfoliokonzentration kann das Risiko verringern, wenn sie sowohl die Intensität, mit der ein Anleger über ein Unternehmen nachdenkt, als auch das Komfortniveau erhöht, das er vor dem Kauf empfinden muss.«
(Warren Buffett)
»Diversifikation in großem Stil ist ein Fehler. Wenn Sie sich wirklich mit Unternehmen auskennen, sollten Sie wahrscheinlich nicht mehr als sechs davon besitzen. Wenn Sie sechs wunderbare Unternehmen ausfindig machen können, ist das alles, was Sie an Diversifikation brauchen. (...) Eine Politik der Portfoliokonzentration kann das Risiko verringern, wenn sie sowohl die Intensität, mit der ein Anleger über ein Unternehmen nachdenkt, als auch das Komfortniveau erhöht, das er vor dem Kauf empfinden muss.«
(Warren Buffett)
5. Buy & Hold
Es gibt sie, die High Quality-Unternehmen. Aber nicht so viele, wie man annimmt. Und sie entwickeln sich nicht zu jeder Zeit herausragend, auch sie haben mal Durststrecken und müssen Rückschläge verkraften. Das gilt auch für Kursentwicklung. Es ist eine Herausforderung, sie zu finden und in sie zu investieren (weil sie meistens teuer sind aussehen), aber der wirklich schwierige Teil kommt nach dem Kauf: das Behalten. Denn es gibt bereits beim Kauf auch negative Aspekte, die gegen das Unternehmen und das Investment sprechen. Und auch während die Aktie im Depot liegt, gibt es Gegenwind, mal schwächer, mal stärker. Es kommt entscheidend darauf an, sich nicht beirren und aus der Aktie vertreiben zu lassen, so lange sich das Unternehmen grundsätzlich in die richtige Richtung entwickelt und der ursprüngliche Investmentcase nicht über den Haufen geworfen wurde.
»Um einen Multibagger im Portfolio zu bekommen, muss man einen Multibagger im Portfolio halten. Halten kann qualvoll sein. Besonders Gewinner. (...) Für einen Multi-Bagger im Depot müssen Sie an einer Aktie festhalten, die billig, teuer, gehasst und geliebt sein wird.«
6. Cash is Trash!
Ich bin gerne voll investiert, weil sich nach meiner Erfahrung eine hohe Cash-Quote nur in der Theorie auszahlt (für günstige Nachkäufe), in der Praxis aber auf lange Sicht Rendite kostet. Denn die sich bietenden Nachkaufchancen nutzt man dann doch nicht und somit verschimmelt das Geld dauerhaft und unnötig unrentabel auf dem Konto. Folglich habe ich die Abstürze 2018, 2020, 2022 sowie den "Flash-Crash" im August 2024 und den "Tromp-Zollkriegs-Crash" im April 2025 voll mitgemacht - dann aber auch bei den anschließenden Erholungsrallyes nicht nur von der Seitenlinie aus zugeschaut.
»Ich halte niemals Barmittel, denn Barmittel aufzubauen würde bedeuten, aus dem Markt auszusteigen. Meine Vorstellung ist es, für immer im Markt zu bleiben und Aktien abhängig von der fundamentalen Lage umzuschichten.«
(Peter Lynch)
Ich bin gerne voll investiert, weil sich nach meiner Erfahrung eine hohe Cash-Quote nur in der Theorie auszahlt (für günstige Nachkäufe), in der Praxis aber auf lange Sicht Rendite kostet. Denn die sich bietenden Nachkaufchancen nutzt man dann doch nicht und somit verschimmelt das Geld dauerhaft und unnötig unrentabel auf dem Konto. Folglich habe ich die Abstürze 2018, 2020, 2022 sowie den "Flash-Crash" im August 2024 und den "Tromp-Zollkriegs-Crash" im April 2025 voll mitgemacht - dann aber auch bei den anschließenden Erholungsrallyes nicht nur von der Seitenlinie aus zugeschaut.
»Ich halte niemals Barmittel, denn Barmittel aufzubauen würde bedeuten, aus dem Markt auszusteigen. Meine Vorstellung ist es, für immer im Markt zu bleiben und Aktien abhängig von der fundamentalen Lage umzuschichten.«
(Peter Lynch)
Opportunitätskosten machen den einen Unterschied!
Charlie Munger sagte einst: "Intelligente Menschen treffen Entscheidungen auf der Basis von Opportunitätskosten". Kein sofort eingänglicher Gedanke, sondern vielmehr vertieftes Nachdenken erfordert. Instinktiv wende ich ihn jedoch bereits seit einigen Jahren und zunehmend an. Opportunitätskosten sind die Renditenerwartungen, die man mit einer alternativen Geldanlage hätte verdienen können. Erzielt man 10 % Rendite, klingt das toll. Hätte man aber mit seiner zweitbesten Idee 15 % eingefahren, waren die 10 % kein gutes Geschäft.
Und wie macht das bei mir den einen Unterschied? Nun, bei jeder neuen Idee für ein Investment wäge ich dies gegen meine bereits bestehenden Positionen ab. Da ich stets voll investiert bin, muss ich ohnehin erstmal Geld freischaufeln, um etwas Neues kaufen zu können. Und das tue ich nur (noch), wenn die neue Idee, das neue Unternehmen ein deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis aufweist. Ansonsten gibt es keinen Grund, meine Beteiligungen anzufassen - ggf. stocke ich sie sogar weiter auf.
Positiver Nebeneffekt des Opportunitätskosten-Ansatzes ist, dass ich so laufend meine Bestandspositionen und den ihnen zugrundeliegenden Investmentcase überprüfe und auf Lücken, Fehler, negative Entwicklungen abklopfe. Im Ergebnis haben sich meine Transaktionen in den letzten Jahren immer weiter reduziert, während sich die Ergebnisse verbessert haben. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die ich aber im Blick behalten werde, ob und in wie weit sie sich auf längere Sicht schlägt.
Und noch ein bisschen mehr...
Neben den Quality Investments liegt mein Interessenschwerpunkt auf Deutschen Nebenwerten und abgerundet wird das Ganze mit einigen aussichtsreichen Turnaround-Spekulationen. Wenngleich mit den "heißen Wetten" natürlich größere Kursgewinne eingefahren werden können, jedenfalls für eine gewisse Zeit und durch ein viel höheres Risiko erkauft. Daher nehmen solche spekulativeren Werte nur kleine Positionen in meinem Depot ein, denn man braucht viel Geduld und muss auch zwischenzeitliche Rückschläge durchstehen.
▶ Mein Investmentdepot
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| Investmentdepot inkl. Cash per 31.12.2025 |
Meine 3 Top-Performer waren Almonty Industries, Rocket Lab und LendingClub, die zwischen 29 und 30 % zugelegt haben. Bis auf LendingClub sind dies kleinere Positionen, so dass sie Gesamtperformance nicht allzu sehr nach oben gezogen haben.
Meine 3 Flop-Performer waren Rheinmetall, Costco und Howard Hughes Holdings mit Rückgängen zwischen 6 und 20 %. Zwei meiner Spitzenwerte haben also kräftig Rendite gekostet, während HHH erst im Quartalsverlauf hinzustieß und auch eine kleine Position ist.
Mein Depot ist nicht nur hinsichtlich der Einzelwerte stark fokussiert, sondern ich habe in manchen Branchen 'Cluster' gebildet und meine Investments auf die zwei oder drei am besten positionierten Unternehmen verteilt.
Cluster Verteidigung (16 %)
DAX-Mitglied Rheinmetall hatte ich erst im 2. Quartal 2024 neu ins Depot gekauft und mich damit erstmals an einem Rüstungsunternehmen beteiligt. Die Kursentwicklung ist spektakulär und hat den Wert an die Spitze meines Depots geführt. Aktuell ist dies mein einziger Wert im Sektor, da ich Geld für andere Investments benötigt habe und mich daher ausschließlich auf den aus meiner Sicht am besten positionierten Player konzentriere. In den letzten drei Monaten konsolidierte der Kurs meines Depotschwergewichts allerdings und das hat natürlich entsprechend Rendite gekostet.
:: Performance Rheinmetall: Q4/25: -20 % | Q3/25: +12 % | Q2/25: +35 % | Q1/25: +120 % | 2024: +105 %
Alphabet (10 %)
In 2025 konnten nur zwei Werte der Magnificent 7 den S&P 500 schlagen: Alphabet (+66 % in USD) und Nvidia (+39 % in USD). Davon hatte ich wenig, denn aus Nvidia bin ich schon vor einiger Zeit ausgestiegen und in Alphabet bin erst seit ein paar Wochen wieder investiert. Ganz klar: ich habe mich geirrt und lag kolossal daneben! Ich habe die Entwicklung bei Alphabet bzw. Google ziemlich pessimistisch eingestuft und die Realität hat sich als eine andere erwiesen. Ich hatte die Befürchtung, dass (1.) KI das traditionelle Suchmaschinengeschäft disruptieren würde, dass (2.) die Kartellverfahren eine Aufspaltung des Konzerns bzw. eine Abspaltung von Chrome und/oder ein Ende der Kooperation mit Apple nach sich ziehen würde, dass (3.) die Google Cloud auf verlorenem Posten gegen die Dominatoren AWS und Azure kämpft und dass (4.) Alphabet im KI-Rennen den Anschluss nicht findet.
Alle diese Entwicklungen sind so nicht oder anders eingetreten und Alphabet steht nun als der vielleicht am besten positionierte KI-Fighter da. Viele Leute sind schlauer als ich und haben das bereits vor einem halben Jahr erkannt und entsprechend nur halb so viel für ihre Aktien bezahlt wie ich nun. Das ärgert mich nicht. Mich ärgert eigentlich nur, dass ich so zu lange gebraucht habe, um meine Fehleinschätzungen zu erkennen und danach konsequent zu handeln. "Wer einen Fehler gemacht hat, und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten" mahnt Konfuzius. Also bezahl(t)e ich den Preis für meinen Fehler in Form eines deutlich höheren Einstiegskurses - und natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass ich nicht zu viel bezahlt habe und dass sich dieses Investment als schlechtes Investment herausstellt. Aber... es geht ja um die künftige Unternehmensentwicklung und Alphabet ist hier der "Place to be".
:: Performance Alphabet (A): Q4/25: +25 % | 2025: +40 %
Cluster FinTechs: LendingClub, SoFi Technologies (15 %)
Meine FinTech-Spekulationen habe ich etwas reduziert und dabei auf zwei Werte beschränkt. Die historisch hohen Kreditkartenzinsen befeuern die Kreditgenerierung bei SoFi und LendingClub gleichermaßen und beide drängen in angrenzende Geschäftsfelder vor, um ihren Kunden ein Allfinanzangebot samt "Super-App" zu unterbreiten. Zudem kann LendingClub bei seinem strukturierte Zertifikate-Programm große Erfolge verbuchen und auch SoFi verkauft Kredite inzwischen an Finanzinvestoren weiter. Beide steigern ihre Profitabilität und wachsen stark. Insbesondere bei LendingClub habe ich den zwischenzeitlichen Rücksetzer zum deutlichen Aufstocken genutzt - und dabei (vorübergehend) PayPal geopfert. Dort benötigt dort Turnaround mehr Zeit als angenommen und so habe ich abgewogen zwischen einem Turnaround-Play, der bereits kolossal abliefert und wo ich die Ernte meines langen Durchhaltens und Vertrauensbeweises endlich einfahren kann und einem, bei dem dies noch aussteht. Des Risikos, dass PayPal durchstartet und ich zumindest den Anfang verpasse, sehe ich durchaus und nehme es in Kauf. Wenn der Turbo zündet, wird das eine Entwicklung über Jahre und dann sollte noch genügend Zeit zum Wiedereinstieg bleiben. Das Sentiment für PayPal ist derart negativ, dass viele Anleger auf Verlusten sind und zwischenzeitliche Kurserholungen zum Glattstellen nutzen dürften. Mal sehen, ob es wirklich so läuft oder ich mich falsch entschieden habe.
:: Performance LendingClub: Q4/25: +29 % | Q3/25: +25 % | 2025: -1,5 %
:: Performance SoFi Technologies: Q4/25: +4 % | Q3/25: +49 % |2025: +59 %
Cluster Retail (8 %)
Costco, der drittgrößte Einzelhändler der Welt, hat in den letzten Jahren oft mein Depot als Spitzenreiter angeführt. Das fast einzigartige Geschäftsmodell erweist sich als weitestgehend resilient in jeder Wirtschaftslage und bleibt der Top-Pick im Einzelhandel - online wie offline. Die "Subscriber Renewal Rate" liegt bei über 90 %; es erneuern also so viele Mitglieder ihre Mitgliedschaft wie nie zuvor und weitere werden laufend hinzugewonnen. Zudem hat man sich dazu durchgerungen, die Mitgliedsbeiträge anzuheben. Aufgrund der US-Buchungsvorschriften verteilen sich die Mehreinnahmen auf die einzelnen Monate, so dass das wahre positive Ausmaß erst ab dem 2. Halbjahr 2025 in den Geschäftszahlen zu sehen sein wird: Costcos Kosten erhöhen sich kaum, seine stetigen Einnahmen hingegen schon. Also steigen die Margen und die zusätzlichen Einnahmen werden in ein beschleunigtes Expansionstempo gesteckt.
Die Bewertung ist ambitioniert, obwohl der Kurs in diesem Jahr und auch im letzten Quartal erneut einen Rückgang zu verkraften hatte. Das Sentiment für den Sektor "Defensiver Konsum" ist ziemlich negativ, weil Marken nicht mehr ziehen und neue Player aggressiv in den Markt drängen. Dank Influencern haben die heutzutage eine deutlich bessere Chance, (jungen) Kunden zu gewinnen und den Etablierten die Wurst vom Teller zu nehmen. Costco ist davon wenig(er) betroffen, leidet aber unter der allgemeinen schlechten Stimmung für die gesamte Branche.
Ich hatte im Frühjahr meine Position etwas aufgestockt und habe das nun wieder korrigiert - zu niedrigeren Kursen. Ich bleibe ein Costco-Dauerbulle, doch ich benötigte Kapital für andere Investments und bei Costco dürfte es kurzfristig keinen Bullentrigger geben, so dass ich wieder die gleiche Anzahl Aktien im Depot habe wie Ende 2024.
Aus ähnlichen Gründen habe ich auch meine Position bei Sea Limited glattgestellt.
- Leserfrage: "Der Kurs von Costco fällt weiter. Was verschlechtert das Sentiment und wo siehst du die Bodenbildung?"
- Costco: Börse simplified - einfach die eine Aktie kaufen, die immer steigt?!
- Earnings Quickcheck Q2/25: Costco ist und bleibt konsequent in der Erfolgsspur
- Du kennst Nick Sleep nicht? Pech, denn seine "Börsenzauberformel" macht einfach alle reich!
:: Performance Costco: Q4/25: -6 % | Q3/25: -6 % | Q2/25: -4 % | Q1/25: -1,5 % | 2024: +50 %
Cluster Alternative Asset Manager (20 %)
Alternative Asset Manager stehen bei mir schon viele Jahre und auch weiterhin hoch im Kurs; "Private Credit" boomt und weltweit werden Finanzierungslösungen gesucht für die großen Investitionsvorhaben. Infrastruktur, Energieversorgung, aber immer öfter auch im Bereich KI sind Banken nicht mehr erste Wahl. Zuletzt habe ich mein Exposure bei den Finanzinvestoren wieder aufgestockt und neben meinen beiden Sektorfavoriten auch (wieder) einen kanadischen Mitspieler unter Vertrag genommen.
KKR & Co. halte ich für am besten positionierten Finanzinvestor und Apollo Global Management für die ideale Ergänzung.
Ergänzt habe ich beide um Brookfield, den kanadischen Top-Player. Der spielt auf Augenhöhe mit, kann aber auf einen entscheidenden Trumpf zurückgreifen: er ist kein US-Amerikaner. Donald Trump macht keinen Hehl daraus, den US-Dollar schwächen zu wollen, um so die Exportchancen der US-Wirtschaft zu verbessern. Das war eines seiner Ziele in seiner ersten Amtszeit und in seiner zweiten spielt er mit noch härteren Bandagen. Durchaus mit Erfolg, denn der Dollar verlor 2025 gegenüber dem Euro satte 12 % an Wert und das dürfte sich 2026 weiter fortsetzen (wenngleich weniger stark). Die Folge der Dollarschwäche ist, dass die Kurse von US-Aktien in Euro ebenso stark eingebüßt haben - die von kanadischen Aktien hingegen nicht. Brookfield hat in diesem Währungsszenario also einen prozentualen Vorteil aus Sicht eines deutschen Anlegers. Und den möchte ich mir zunutze machen, daher habe ich die Brookfield Corp. zusätzlich ins Depot genommen, anstatt Apollo und/oder KKR aufzustocken. Im Gegenteil: KKR habe ich entsprechend reduziert zwecks Kapitalbeschaffung.
:: Performance Apollo: Q4/24: +16 % | Q3/25: -6,5 % | Q2/25: -5 % | Q1/25: -22 % | 2024: +95 %
:: Performance Brookfield Corp.: Q4/25: +2,5 % | 2025: +8 %
:: Performance KKR & Co.: Q4/24: +1,5 % | Q3/25: -1,5 % | Q2/25: +5,5 % | Q1/25: -27 % | 2024: +92 %
Cluster KI-Infrastruktur: Amphenol, Comfort Systems, Quanta Services (16 %)
Der KI-Hype wird weiterlaufen, es werden ständig neue Investitionen in weitere KI-Rechenzentren verkündet; waren es zunächst eher hohe zweistellige Milliarden-Dollar-Ankündigungen, sind es sogar bereits mehrfach auch dreistellige Investitionssummen gewesen. Allerdings werden wohl nicht alle Projekte umgesetzt, was auch am wachsenden lokalen Widerstand liegt, weil der enorme Strombedarf zulasten der Unternehmen und Bürger geht, die sich mit Stromausfällen, verweigerten Genehmigungen für Solaranlagen und Wärmepumpen und/oder massiv steigenden Strompreisen konfrontiert sehen.
Was jedenfalls nicht nachlassen wird, ist der Bedarf an Stromerzeugung und Stromnetzen. Brookfield gab kürzlich folgende Prognose ab: "Der weltweite Strombedarf von Rechenzentren wird bis 2050 jährlich um 17 % steigen. Um mit der Nachfrage Schritt zu halten, sind massive Investitionen in die Infrastruktur erforderlich. Die weltweiten Investitionen in die Energieversorgung werden bis 2025 voraussichtlich 3,3 Billionen US-Dollar erreichen, wobei über 60 % in erneuerbare Energien, Speicherkapazitäten und die Optimierung des Stromnetzes fließen werden."
Netzinfrastruktur wird dabei als der größte Engpass angesehen, da mehr als 70 % der weltweiten Übertragungsleitungen älter als 25 Jahre sind und die Wartelisten für neue Projekte im Bereich erneuerbare Energien fast ein Jahrzehnt betragen. Daher stechen zwei Anlagethemen besonders hervor: Netzinfrastruktur und "Verteilung hinter dem Zähler". Das Netz muss zwangsläufig modernisiert und die Übertragungskapazität erhöht werden, um die steigenden Lasten bewältigen zu können. Energieinfrastrukturauftragnehmer werden davon massiv profitieren.
Bloomberg schaut weniger weit in die Zukunft, aber die Erwartungen liegen ähnlich. Die weltweiten Investitionen in Stromnetze werden sich voraussichtlich von 300 Mrd. USD im Jahr 2020 auf 577 Mrd. USD im Jahr 2027 fast verdoppeln. Das Wachstum beschleunigte sich nach 2023 stark aufgrund zweistelliger Zuwächse bei den jährlichen Ausgaben, da die Regierungen auf Engpässe im Stromnetz, die Elektrifizierung und die Herausforderungen der Integration erneuerbarer Energien reagierten. Die USA und China sind mit großem Abstand die beiden größten Investoren in Stromnetze. Die Ausgaben der USA steigen von 72 Milliarden USD im Jahr 2020 auf 128 Mrd. USD im Jahr 2027 und China folgt mit einem ähnlichen Verlauf und einer Steigerung von 71 Mrd. USD 2020 auf 124 Mrd. USD im Jahr 2027. Zusammen machen diese beiden Märkte etwa die Hälfte aller weltweiten Investitionen in Stromnetze aus.
In diesen Megatrend sollte man einfach investieren und Quanta Services ist hier meine erste Wahl. Da ich aber mein Sektor-Exposure nicht vergrößern wollte, musste ich daher meine Mittel entsprechend von zwei auf drei Unternehmen umverteilen, also Aphenol und Comfort Systems reduzieren und im Gegenzug Quanta Service kaufen zu können. Gesagt, getan.
Amphenol zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Verbindungs-, Sensor- und Antennentechnologien und versteht sich im Kern als Anbieter für die "letzte Meile" elektronischer Systeme, also für jene Schnittstellen, an denen Komponenten, Module oder Subsysteme zuverlässig miteinander verbunden werden müssen. Diese Rolle als Connectivity-Spezialist verschafft dem Unternehmen ein Geschäft mit hoher Wiederholbarkeit und stabiler Nachfrage, verbunden mit sehr hohen Anforderungen an Präzision, Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit der Produkte.
Comfort Systems hat sich zu einem wichtigen Akteur in der Branche der mechanischen und elektrischen Bauunternehmen entwickelt. Dies beinhaltet eine Spezialisierung auf die Bereitstellung von mechanischen, elektrischen und sanitären Lösungen. Dazu gehören auch Heizung, Lüftung und Klimatisierung (HVAC) sowie Sanitär, Rohrleitungen, Steuerungen, Außenanlagen, Überwachung und Brandschutz. Der Kurstreiber in den letzten beiden Jahren ist ganz klar das noch vergleichsweise junge Segment der Kühlung von KI-Rechenzentren. Der dortige Boom und der zunehmende Trend hin zu immer leistungsstärkeren KI-Chips erfordert neue und verbesserte Kühlsysteme. Und Comfort Systems ist hier erste Wahl. Das Unternehmen profitiert von einem hohen Auftragsbestand, insbesondere in Sektoren wie Rechenzentren und Technologie, was zukünftige Umsatzströme relativ gut vorhersehbar macht. Die umfassende Erfahrung von Comfort Systems, der robuste operative Rahmen und die Konzentration auf strategische Akquisitionen stärken die Wettbewerbsposition des Unternehmens weiter.
Quanta Services ist Marktführer beim Planen und Bauen von Energienetzen. Man bietet Infrastrukturlösungen für die Strom- und Gasversorgungs-, erneuerbare Energien-, Kommunikations-, Pipeline- und Energiebranche, vor allem in den USA, aber auch in Kanada und Australien. Damit ist weiteres Wachstum vorprogrammiert, denn die Nachfrage nach Strom wird weiter deutlich steigen. Schließlich ist Energie der Schlüsselfaktor für die KI-Revolution, weil ohne Strom kein KI-Rechenzentrum läuft. Dabei muss nicht nur genügend Strom erzeugt werden, sondern er muss auch zum Ziel transportiert werden (können). Und genau hier ist der neue Flaschenhals entstanden, denn aufgrund des rasant ansteigenden Bedarfs sind die Kapazitäten längst ausgereizt. Doch Strom benötigen auch Wirtschaft, Bürger und Militär. Es wird also mehr Energie benötigt und die Netze müssen schnellstens ausgebaut werden.
:: Performance Amphenol: Q4/25: +13 % | Q3/25: +26,5 % | 2025: + 74 %
:: Performance Comfort Systems: Q4/25: +21,5 % | Q3/25: +57,0 % | 2025: +95 %
:: Performance Quanta Services: Q4/25: +2,75 % | 2025: + 19 %
Howard Hughes Holdings (6 %)
Ergänzend zu den Finanzinvestoren habe ich mich auch bei Howard Hughes Holdings eingekauft. Starinvestor Bill Ackman will aus dem Immobilienspezialisten eine "moderne Berkshire" formen und deren enormen "Float" nutzen, um damit Investitionen in Unternehmen zu tätigen und so ein Portfolio herausragender Töchter aufzubauen. Genau so, wie es Warren Buffett mit Berkshire Hathaway vorgemacht hat. Kürzlich hat Howard Hughes Holdings eine endgültige Vereinbarung zum Erwerb von 100 % der Vantage Group, einem Spezialversicherungs- und Rückversicherungsunternehmen, für rund 2,1 Mrd. USD geschlossen. Der Kaufpreis entspricht dem 1,5-fachen des geschätzten Buchwerts zum Jahresende 2025 und einem impliziten Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 1,4 zum Zeitpunkt des Abschlusses und die Transaktion wird vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
Howard Hughes Holdings soll mit dem Float künftig Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen erwerben, mit der Absicht, diese langfristig zu halten, und im Laufe der Zeit weitere operative Unternehmen übernehmen. Das ist eine ganz andere Strategie als die von Ackmans Pershing Square, das Minderheitsbeteiligungen an großen börsennotierten Unternehmen erwirbt und auch Buffetts Investitionen werden wurden von solchen Aktienkäufen dominiert. Buffetts Käufe von börsennotierten Unternehmen bekommen zwar die größte Aufmerksamkeit, seine vielen "unauffälligen" Firmenübernahmen nicht-börsennotierten Firmen haben aber mindestens ebenso viel Wert beigesteuert. Es kommt alleine entscheidend auf die Qualität des Unternehmens an und nicht darauf, ob seine Aktien an einer Börse handelbar sind. Ich gebe Bill Ackman und Howard Hughes daher eine Chance, ihr Potenzial zu entfalten...
:: Performance Howard Hughes: Q4/25: -7,5 % | 2025: -7,5 %
Rocket Lab (5 %)
Rocket Lab etabliert sich als einziger ernstzunehmender Wettbewerber von SpaceX, dem Weltraumunternehmen von Elon Musk. Man erhält eine Flut von neuen Aufträgen und konnte bisher sämtlich Electron-Starts erfolgreich abwickeln. Der Fokus richtet sich nun zunehmend auf die neue und größere Neutron-Rakete, die im 1. Quartal 2026 erstmals ins All fliegen soll. Damit wären noch deutlich größere Nutzlasten möglich und das würde Rocket Lab weitere Potenziale erschließen. Beim "Kampf ums All" setze ich auf diesen Fighter! Das ist natürlich kein Value Investment, sondern eine Spekulation auf einen zukunftsträchtigen Sektor; fundamental ist die Bewertung deutlich abgehoben was das Umsatzmultiple angeht; der hohe Auftragseingang relativiert dies allerdings ein bisschen. Doch der Raum für Fehler ist gering und die nächste Entwicklungsstufe muss erfolgreich zünden. Entsprechend niedrig ist mein Depotexposure.
:: Performance Rocket Lab: Q4/25: +30 % | 2025: + 135 %
Cluster Rohstoffe (10,5 %)
Mit Energiewerten war auch im letzten Quartal wieder kein Geld zu machen, jedenfalls nicht mit Öl und Gas. Mein "Quasi-Energiewert" Viper Energy liegt nicht in meinem Investmentdepot, sondern in meinem separaten Dividendendepot. Die OPEC fährt ihre Förderung weiter hoch und sorgt so für ein Überangebot an den Märkten; potenziell wird eine Rückkehr Venezuelas zu "Normalen" Fördermengen und damit auf den Weltmarkt das Angebot deutlich erhöhen. Venezuela hat nicht nur die weltweit größten Ölreserven, sondern war in früheren Jahren auch der größte Anbieter auf dem Weltmarkt - vor Saudi Arabien. Die damaligen 3 Mio. Barrel pro Tag lägen zwar noch hinter der Tagesproduktion des heutigen Marktführers USA mit 5 Mio. Barrel, würden bei voller Kapazitätsauslastung aber dem Rest der Förderländer die Rücklichter zeigen. Doch das ist natürlich keine kurzfristige Perspektive sondern eine auf lange Sicht und unter der Voraussetzung dass hohe zweistelligen Milliardenbeträge in Venezuelas Öl-Infrastruktur investiert werden.
Meine Wolfram-Spekulation Almonty Industries vermeldete den Produktionsstart der Wolfram-Mine Sangdong in Südkorea. Nach jahrelangen Verzögerungen wurde dort nun endlich erstmalig Erz abgebaut und so kann die kommerzielle Produktion beginnen. In der ersten Ausbaustufe ist eine Jahresproduktion von 640.000 Tonnen Wolframerz geplant, die dann in den nächsten Jahren auf 1,2 Mio. Tonnen ausgebaut werden soll. Den positiven Effekt für Almonty kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Denn nun wird endlich in signifikanten Mengen Wolfram gefördert und der Wolfram-Preis hat sich in den letzten Monaten massiv weiter verteuert. Sandong ist mit einem Preis von 200 bis 300 USD je MTU geplant worden und wirtschaftlich zu betreiben, aber inzwischen liegt der Weltmarktpreis bei 800 USD. Hier winken also hohe Gewinne! Zwar hat Almonty einen Großteil der künftigen Produktion bereits in Verträgen verbindlich veräußert, aber dafür lediglich Mindestabnahmepreise vereinbart - nach oben gibt es also kein Limit. Für Almonty bedeutet dies ab 2026 starkes Umsatzwachstum und absehbar traumhaften Margen. Denn die Nachfrage nach Wolfram steigt kräftig an und derzeit deckt China noch mehr als 80 % des globalen Wolframbedarfs. Doch in diesem Jahr hat das Reich der Mitte die sog. Seltenen Erden als Druckmittel einsetzt und entsprechend rationiert. Daher wird die Sangdong-Mine künftig essenziell für eine neue Wolfram-Lieferkette westlicher Staaten sein. Und ich freue mich über die Fortsetzung meiner erfolgreich(st)en Rohstoff-Spekulation und auf weitere Kurszuwächse.
:: Performance Almonty: Q4/25: +30 % | Q3/25: +25 % | Q2/25: +95 % | Q1/25: +115 % | +635 %
:: Performance Viper Energy: Q4/25: -1 % | Q3/25: +/-0 % | Q2/25: -23 % | Q1/25: -15 % | 2025: -30 %
▶ Meine Cash-Quote
Ich habe vor einiger Zeit (endlich) erkannt, dass eine hohe Cash-Quote langfristig mehr Rendite kostet, als wenn man annähernd voll investiert ist - auch wenn man dann bei Kursabstürzen voll aufs Brett kriegt. Man muss dann eben 'nur' die Ruhe bewahren. Meine Cash-Quote lag Ende des Quartals bei für mich üblichen 1 %.
Genau genommen ist sie sogar negativ, da ich einen Wertpapierkredit in Anspruch nehme; bei voller Inanspruchnahme macht er inzwischen 'nur noch' rund 15 % meines Investmentkapitals aus (Mitte 2022 zum Start waren es exakt 20 %). In 2022 war wegen des Börseneinbruchs die kreditgenerierte Hebelwirkung kostspielig, in 2023 hat sie sich sehr positiv ausgezahlt und auch 2024 rechnet sich das Ganze noch (obwohl anstelle der ursprünglichen 3 % p.a. inzwischen knapp 7,5 % 5,5 Zinsen anfallen). Ich werde den Kreditrahmen nicht erhöhen; sollte das Depot weiter zulegen, verringert sich damit der Kreditanteil an meinem verfügbaren Kapital entsprechend. Und selbstverständlich weiß ich, was Warren Buffett davon hält:
»Geliehenes Geld hat keinen Platz im Investoren-Werkzeugkasten. An den Märkten kann jederzeit alles passieren. (...) Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. (...) Wenn Du schlau bist, musst Du keinen Kredithebel für deine Investments nutzen und wenn Du dumm bist, solltest Du keinen nutzen.«
Stimmt schon. Der Wertpapierkredit bleibt "under review" - und ich frage mich immer mal wieder, ob ich 'nicht schlau' bin oder 'dumm' und ob ich das rausfinden kann, ohne dabei Pleite zu gehen. Mein Wertpapierkredit und ich haben ja keine ganz unkomplizierte Vorgeschichte...
▶ Mein 'operativer Net Worth'
"Das Endergebnis aller Investitionen ist die Rendite" schrieb Value Investor Chuck Akre uns Anlegern ins Stammbuch. In 2024 war mein "operativer Net Worth" um +61,0 % gestiegen - ein neuer Rekordwert nach dem bereits extrem starken Jahr 2023. 2025 konnte in den ersten Wochen gut mithalten mit einem Plus von +8,0 %, doch dann wurde mein Depot kräftig niedergetrumpelt, so dass das 1. Quartal mit -5 % abschloss. Am Ende des 1. Halbjahrs hatte es sich auf +3,5 % erholt und im 3. Quartal ging es weiter nach oben auf +7,0 %. Anschließend gab es teilweise heftige Schwankungen, aber am Ende blieb davon wenig übrig. Und so schloss das Jahr 2025 letztlich mit +7,5 % ab.
Da rund die Hälfte meines Depots in US-Werten investiert ist, wirkt sich der schwache Dollar (-12 % in 2025) entsprechend negativ aus.
Anmerkung: Mein 'operativer Net Worth' ist der variable Teil meines Vermögens (Cash, Fonds/ETFs, Wertpapiere), den ich durch Investieren oder Arbeitsleistung aktiv beeinflussen kann. Die ausgewiesene Rendite stellt also nicht alleine die Entwicklung meiner Investmenttätigkeit dar, aber sie liegt nahe dran, da mein Investmentdepot rund 95 % meines Gesamtvermögens ausmacht. Des Weiteren erzeugt die Inanspruchnahme eines Wertpapierkredits einen Hebeleffekt - positiv oder negativ. Mein Verschuldungsgrad ("Loan-to-Value Ratio"), also der in Anspruch genommene WP-Kredit im Verhältnis zum Depotwert zzgl. Cash, lag Ende des 4. Quartals bei 10,0 % (Q3: 10,0 %).
Meine angepeilte durchschnittliche Jahresperformance liegt bei 15 % und die hatte ich 2022 deutlich verfehlt. 2023 habe ich voll zurück in die Erfolgsspur gefunden mit einem Zuwachs von 55,75 % und dieses Ergebnis in 2024 mit +61,0 % sogar nochmals toppen können. In den letzten 10 Jahren habe ich 8 Jahre mit Renditen zwischen 22 % und 61 % abgeschlossen, während ich mir 2018 ein sattes Minus von -10 % einhandelte und 2022 sogar -16,75 %. Und in 2025 reicht es nun wieder für ein Plus von 7,5 %. Doch wie man der Tabelle entnehmen kann, sind selbst bei einer nur quartalsweisen Betrachtung die teilweise heftigen Schwankungen kaum zu sehen. Angefühlt hat sich das zwischendurch allerdings anders...
Und noch ein Aspekt ist bedenkenswert: der Ankereffekt, an dem ich ja selten ein gutes Haar lasse. Wie man sieht, war das 4. Quartal 2024 saustark mit einem Renditezuwachs von 25 %. Der legte die Messlatte entsprechend hoch. Nach 12 Monaten stehen also "nur" 7,5 % zubuche, aber auf Sicht von 15 Monaten sind es knapp 35 %. Und ein Zuwachs von +7 % pro Quartal klingt nicht gerade danach, Trübsal blasen zu müssen... ツ
Trotz der zwischenzeitlichen Rücksetzer zeigt die grundsätzliche Entwicklung weiter in die gewünschte Richtung. Seit ich 2014 mein Vermögen in meine GmbH überführt habe, hat es um durchschnittlich 19 % pro Jahr zugelegt. Sehr erfreulich und beinahe in Buffett'schen Sphären... ツ
Mein Lieblingshobby Börse macht mir immer noch viel Spaß und ich schreibe auch immer noch gerne darüber. Auch wenn ich inzwischen doch viel Arbeit in bezahlte Börsenartikel stecke und mir dabei meine Themen nicht immer so frei aussuchen kann, wie das früher der Fall war, als ich ausschließlich dieses Blog bespielt habe. Aber ich will mich nicht beschweren, sondern bin sogar dankbar, dass ich als 'ungelernter' Schreiberling eine so tolle Beschäftigung gefunden habe, die mir viel Freude bereitet - fast so viel wie das Investieren selbst. Fast...
So, geschafft. Und nun bin ich gespannt auf eure Anmerkungen und eure Kritik zu meinem Quartalsbericht.
Möge die Rendite mit euch sein! ツ
Disclaimer: Die meisten Werte befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.


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...und mir bereitet es Freude jede Woche aufs neue deine Blogeinträge zu lesen! Danke für die letzten 3 Jahre (more or less) und mach weiter so :)
AntwortenLöschenDu bist eine tolle Inspirations- und Informationsquelle :)
Ein dickes Dankeschön für alle Infos die absolut Mehrwert sind 👍 Apollo bin ich investiert. 😀
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