Dienstag, 31. Dezember 2019

2019 im Rückspiegel: Wie der Januar so das Jahr. (M)eine Rekordjagd, trotz Wirecard-Fiasko

2019 haben die Aktienmärkte neue Rekordmarken erzielt, zumindest in den USA. Aber auch in Deutschland erholten sich DAX & Co. von dem heftigen Einbruch, der Ende 2018 die Börsen heimgesucht hatte. Der DAX legte sein bestes Jahr seit 2012 hin, der S&P 500 sein sechst bestes Jahr seit 1928.Und wenn man jetzt den einen oder anderen Rückblick liest, dann haben es wieder alle gewusst, 2019 war ein "einfaches" Jahr, das Geld "leicht verdient". Quatsch, das war es nie und das wird es nie, nicht in dieser Welt!

In meinem Jahresausblick "2019 wird ungemütlich bärenstark. Und hat wohl noch so einiges mehr zu bieten..." gab ich folgende Einschätzung ab: "Die Bären haben die Börsen fest im Griff, die Kurse sind rund um den Globus massiv eingebrochen, fast überall deutlich zweistellig. 'Passiert' ist dabei eigentlich noch nichts, aber es herrscht ein Klima der Angst. Und Emotionen sind die wahren Triebfedern, nicht Fakten oder Ratio. Und es gibt durchaus einiges zu (be)fürchten. (...) Eine der Grundregeln an der Börse lautet, dass es anders kommt, als alle denken. Und momentan sind alle negativ eingestimmt, alle warten auf die Rezession, auf einen (weiteren) Kurseinbruch. Dem entsprechend habe viele ihre Aktien ganz oder teilweise verkauft und das Abwärtspotenzial dürfte daher begrenzt sein. Deutlich begrenztes jedenfalls als noch vor drei Monaten, als die US-Börsen auf Allzeithoch notierten. (...) Also kein wirklicher Grund zur Panik. Vor allem für die Börse muss man nicht blutrot sehen, denn all diese düsteren Szenarien wurden doch in den letzten Wochen ausgiebig eingepreist. Es kann also eigentlich nur besser werden...".

Um es klar zu sagen: auch ich habe nicht "gewusst", wie sich die Börsen entwickeln werden, aber ich habe mir eben meine Gedanken gemacht und mich entsprechend positioniert. Und es zeigte sich wieder einmal, dass es sich zumeist auszahlt, genau anders zu handeln als die Masse. Als alle zum Jahreswechsel pessimistisch waren und ihre Cash-Quoten hochgefahren hatten, war ich voll investiert und hatte mich auf ausgesuchte Branchen und Zukunftsmärkte konzentriert. Und das hat sich ausgezahlt, auch wenn mir wieder der eine oder anderer grobe Fehler unterlaufen ist in diesem Jahr. Das hat mich wieder richtig viel Geld gekostet. Und Performance...

Was trieb die Börsen in 2019 (an)?

Es gab einige Themen, die sich aus 2018 nach 2019 hinüber gerettet hatten und die uns das ganze Jahr hindurch beschäftigten. Zunächst natürlich Donald Trump und seine Eskapaden. Und ehrlich gesagt habe ich gar keine Lust mich noch weiter über den Typen auszulassen. Nur so viel: Trumps Wankelmütigkeit, sein Narzismus und seine Wirtschaftskriege werden uns auch 2020 beschäftigen. In 2019 dominierte der von ihm angezettelte US-China-Handelskrieg und die viele Strafzölle und Sanktionen. Zum Ende des Jahres hin scheint sich eine Entspannung abzuzeichnen und ein "Phase-Eins-Deal". Dafür rückt nun Europa und vor allem Deutschland in sein Fadenkreuz, hier vor allem die Automobilkonzerne. Und wie Trump Politik macht, zeigt sich auch an den verhängten Sanktionen gegen "Nordstream 2", die zweite Gas-Pipeline von Russland nach Deutschland durch die Ostsee. Die USA behaupten, Europa und Deutschland würden sich in energiepolitische Sklaverei zu Russland begeben, während sie in Wahrheit nur ihr überteuertes LNG nach Europa verschiffen wollen. Das nur ein Sechstel kostende Russen-Gas ist da natürlich ein echter Konkurrent. Bis ins nächste Jahr hinein schleppt sich auch das Amtsenthebungsverfahren (Impeachment), das die Demokraten gegen Trump anstrengen. Da ggf. beide Kammern des Senats zustimmen müssen und daher auch eine Reihe von Republikanern, dürften die Aussichten eher suboptimistisch einzustufen sein. Aber letztlich soll es wohl eh eher für Wahlkampfmunition gegen Trump sorgen, denn Ende 2020 stehen ja die US-Präsidentschaftswahlen an...

Und dann gab es noch den Brexit als Dauerthema und zum Jahresende zumindest die Entscheidung, das Boris Johnson die Wahlen in UK haushoch gewann und damit die Mehrheit im UK-Parlament für den Brexit steht. Der Brexit selbst ist zwar eine dumme Idee, aber noch katastrophaler für die EU und GB wäre ein Brexit ohne vertragliche Regelungen. Das scheint nun unwahrscheinlich(er) und daher stehen die Zeichen auf Entspannung. Ein Ende mit Schrecken bleibt besser als ein Schrecken ohne Ende.

Wir dürfen aber auch nicht die Sorgen um Italien vergessen, den Bruch der dortigen Regierungskoalition aus 5 Sterne und Rechtsaußen und Italiens möglichen Austritt aus dem Euro. Nach der Bildung einer neuen Regierung ist diese Sorge erstmal vom Tisch.

Und dann war da noch die FED... Die US-Notenbank hat eine Kehrtwende hingelegt und ihren Zinsanhebungskurs in einen neuen Zinssenkungszyklus gewandelt. Und sinkende Zinsen sind seit jeher das stärkste Treibmittel für die Börsenkurse.
»Nicht die Unternehmensgewinne beeinflussen den Gesamtmarkt, es sind die Notenbanken. Und deshalb konzentriere ich mich auf die Zentralbanken und auf die Entwicklung der Liquidität, während die meisten Leute auf die Gewinne und konventionelle Kennzahlen blicken. Aber es ist die Liquidität, die die Märkte bewegt.«
(Stanley Druckenmiller)
Und die Schleusen sind weit geöffnet, auch wenn die US-Notenbank für 2020 eine Phase ohne Zinsänderungen, aber eben auf niedrigem Niveau, avisiert.

Rückschau auf meine Jahresfavoriten

Ich habe überwiegend auf die grundlegenden Megatrends gesetzt, die wachsende Bedeutung der Cybersecurity, den Ausbau der Netzinfrastruktur (Glasfaser und 5G) und des Internet of Things, die Abkehr weg vom Bargeld hin zu Online- und Mobile-Payment-Lösungen, die Verlagerung in die Cloud, SaaS (Software as a Service), E-Mobilität, autonomes Fahren, regenerative Energien.

Dabei habe ich auf Quality Investments gesetzt und ausgesuchte Nebenwerte, aber auch auf die eine oder andere Turnaround-Spekulation sowie meine High-Yield-Dividendenwerte.

Exkurs: mein Dividendendepot (und diese drecksspuck Solar Millennium-Anleihe)

Und ich fange mit dem letzten an, meinem Dividendendepot. Denn das existiert de facto nicht mehr. Ich habe es vollständig abgebaut, die Werte Mitte des Jahres verkauft. Einerseits wegen der zunehmend risikoreicheren Gemengelage aus sinkenden Zinsen und Eintrübung der US-Konjunktur, andererseits aus privaten steuerlichen Gründen. Der steuerliche Aspekt hat dazu geführt, dass ich privat (fast) keine Einkommensteuer mehr bezahlen muss und das finde ich sehr erfreulich. Was die Gemengelage angeht, lag ich falsch. Wer seine BDCs behalten hat, konnte sich im zweiten Halbjahr über üppige Dividendenerträge und nette Kurssteigerungen freuen. Da mein Investmentdepot In meiner GmbH), wohin ich das durch die BDC-Verkäufe realisierte Kapital hin "verschoben" habe, zum Jahresende auf Allzeithoch notiert, kann ich meine Fehleinschätzung bzgl. der BDC-Entwicklung leichter (er) verschmerzen. Was mir gar nicht fehlen wird, sind die ständigen Korrekturbuchungen der Comdirectbank zu den BDCs, teilweise sogar rückwirkend ins Vorjahr hinein. Nicht nur bzgl. der Dividenden, sondern vor allem der steuerliche Aspekte beim An- und Verkauf von Positionen wurde bei einigen Werten mehrfach korrigiert. Das ist extrem nervig und abschreckend. Daher habe ich momentan auch keine Pläne, das verwaiste Depot wieder aufzufüllen. Aktuell ist nur noch meine Solar Millennium-Anleihe darin, die aber ja nur wenige Monate nach meinem "Investment" in 2011 pleite ging. Meine einzige Anleihe in diesem Jahrtausend bisher und gleich ein Mega-Flop. Zurückbekommen vom Insolvenzverwalter habe ich bisher etwas mehr als 10% meiner ursprünglichen Einlage - nicht erfolgte Zinszahlungen mal gar nicht berücksichtigt. War zum Glück nur ein sehr kleines Invest, das heute weniger als eine durchschnittliche Tagesschwankung meines Investmentdepots ausmacht, aber ich habe daraus gelernt, mich auf das zu konzentrieren, was ich auch verstehe (Anleihen sind es nicht) und nicht aus den falschen Gründen zu kaufen ("grünes Investment", alleine deshalb also gut). Aber das ist eine andere Geschichte...

Entwicklung meiner Quality Investment-Favoriten


  • Adobe +47,8%
  • Amazon +30,0%
  • High Tech Wiki +25,48%
  • MasterCard +63,3% (inkl. Dividenden)
  • Microsoft +61,7% (inkl. Dividenden)
  • PayPal +32,3%

Meine Quality Investments haben gehalten, was ich mir von ihnen versprochen hatte. Im ersten Halbjahr gab es eine fulminante Rallye, die die Verluste aus dem 2018er Schlussquartal mehr als wettmachte. Dann folgte eine scharfe Korrektur bei den Techwerten, vor allem bei den SaaS-Firmen, die sich zum Jahresende hin partiell wieder aufgelöst hat. Amazon und PayPal haben von der zweiten Erholungswelle nicht profitieren können, so dass sie nicht zu den ganz großen Gewinnern des Jahres zählen. Aber dennoch sehr ansehnliche Rendite eingespielt haben, zumal sie ja keine Dividenden zahlen und keine Aktien zurück kaufen. Im Nebenwertebereich der Techs gab es einige heftige Korrekturen, bei denen die Aktien bisweilen um mehr als 50% einbrachen und auch die chinesischen Internetwerte hängen der Kursentwicklung meilenweit hinterher. Daher konnte Stefan Waldhausers Tech-Wiki in diesem Jahr zwar eine sehr gute Rendite einfahren, die aber hinter den Tech-Indizes hinterher hinkt. Aber so ist es nun mal bei stichtagsbezogenen Betrachtungen; und nicht zu vergessen, dass sein Wiki Ende 2018 im großen Ausverkauf auch deutlich unterdurchschnittlich eingebrochen war. Adobe, Mastercard, Microsoft hingegen haben allesamt mehr als überzeugt in 2019 und es spricht alles vieles dafür, dass sich diese Entwicklung auch in 2020 fortsetzt (die Unternehmensentwicklung, die Kursentwicklung steht auf einem anderen Blatt). Zumindest drei der sechs Werte finden sich auch unter meinen aktuell größten Depotpositionen und bleiben auch für 2020 Favoriten. Dazu mehr in meinem Jahresausblick auf 2020...

Entwicklung meiner Nebenwerte-Favoriten


  • Datagroup +123,4% (inkl. Dividende)
  • DIC Asset + 81,0% (inkl. Dividende)
  • Funkwerk +58,8% (inkl. Dividende)
  • KAP -35,6%
  • MBB +14,5% (inkl. Dividende und Aktienrückkaufangebot)
  • Navigator Equity Solutions +17,9%
  • PNE + 70,0% (inkl. Dividende)
  • TTL Beteiligung und Grundbesitz + 22,6% (inkl. Dividende und Sonderdividende)

Nicht alle Nebenwerte haben sich genau so entwickelt, wie ich gedacht hatte und drei von ihnen habe ich unterjährig sogar aussortieren müssen: KAP, PNE und TTL.

Bei KAP gab es den Wunsch des Großaktionärs Carlye Group, sich von seinem Aktienpaket zu trennen. Das drückte den Kurs. Und dann geriet man mächtig ins Trudeln, weil die Tochterunternehmen den konjunkturellen Abschwung voll ins Gesicht bekamen - mit der Folge, dass die Exit-Pläne von Carlye abgeblasen wurden. Tja, nun siecht das Unternehmen operativ vor sich hin, der Kurs ist abgestürzt und die Befürchtung, dass eine mögliche Kurserholung schnell wieder zunichte gemacht wird, weil Carlye dann wieder seine Aktien verkaufen will, lähmen den Kurs dauerhaft.

Bei PNE verlief es erfolgreicher. Ich setzte ja darauf, dass sich in der zweiten Jahreshälfte der anvisierte Verkauf des neuen Windparkportfolios 2020 aufs Radar der Anleger schieben würde, so dass der Kurs mächtig Auftrieb bekommen sollte. Im ersten Halbjahr gab es dann auch wenig Freude am PNE-Kurs, doch die Geduld zahlte sich aus, denn im Herbst gab Morgan Stanley Infrastructure Partners ein Übernahmeangebot zu €4 je Aktie ab. Dagegen gibt es Widerstand einiger kleinerer Aktionäre, die auf deutlich mehr hoffen. Ich habe allerdings ziemlich schnell meine Kollekte kassiert und meine Aktien zu knapp über €4 an der Börse verkauft. Zum Jahresstart hatte der Kurs bei €2,40 gelegen und ich hatte mir als Mindestkursziel bis Jahresende die 3-Euro-Marke gesetzt, weil ich nicht abschätzen konnte, ab wann die Phantasie bzgl. des Windparkportfolio 2020-Exits voll einsetzen würde. €4 war die PNE-Aktie aus meiner Sicht Wert - und als dieser Preis von MSIP aufgerufen wurde (und vom PNE-Management als fair/akzeptabel eingestuft wurde), habe ich verkauft. Weil ich dachte (und denke), dass ich meine Geld auch woanders mindestens genauso attraktiv investieren kann, als wenn ich auf eine unsichere Aufstockung des Angebots von MSIP setze.

Bei der TTL Beteiligung gab es eine faustdicke Überraschung: man hat zusammen mit KKR die Tochter GEG German Estate Group an die DIC Asset AG verkauft. Da mein Investmentcase für die TTL auf der GEG basierte, habe ich an dieser Stelle mein TTL-Investment beendet - und das Geld in DIC Asset umgeschichtet, die ich ja ebenfalls im Depot habe. Die DIC Asset-Aktien haben sich in der Folge auch phänomenal entwickelt, was zum einen an der GEG liegt und der hervorragenden Unternehmensentwicklung der DIC Asset in ihrer neuen Struktur mit ihren beiden neuen Sparten, aber auch daran, dass die TTL inzwischen mehr als 5% der DIC Asset-Aktien erworben hat und bis 10% weiter zukaufen will. Hintergrund ist, dass Mehrheitsaktionär bei der TTL und Großaktionär bei der DIC Asset jeweils Prof. Dr. Gerhard Schmid ist. Aufgrund der DIC-Käufe und der positiven Aktienkursentwicklung konnte sich auch der TTL-Kurs erholen und auf Jahressicht eine positive Entwicklung hinlegen. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass ohne den GEG-Verkauf der TTL-Kurs deutlich besser gelaufen wäre, und daher bin ich von meiner Entscheidung überzeugt, weiter künftig lieber auf die DIC Asset zu setzen als auf die TTL.

Bei Navigator Equity Solutions gab es ebenfalls eine Überraschung, denn es wurde das mit Abstand größte Asset verkauft, die Mehrheitsbeteiligung an der IT Competence Group. Nun hat Navigator viel Geld, aber keine Idee, was damit anzufangen wäre. Insofern dümpelt der Kurs bei €1,70 vor sich hin und damit unter Net-Cash, aber es gibt momentan auch keinerlei Phantasie, ob es Richtung neuer Investments geht, Aktienrückkäufe oder Dividenden. Dead Money - bis es endlich neue Pläne gibt. Falls...

Datagroup hatte eine längere Phase der Kurskonsolidierung hinter sich, aber in 2019 haben sich die unternehmerischen Entscheidungen der Vorjahre so richtig ausgezahlt und auch den Kurs nach oben katapultiert. Das lässt eine neuerliche Verschnaufpause erwarten, aber für Langfristinvestoren sollte das kein Hinderungsgrund sein, diesem Unternehmen und seiner Aktie treu zu bleiben. Wer die kurzen starken Kursanstiege verpasst, verpasst auch den größten Teil der Rendite.

Bei MBB gab es kurstechnisch nicht viel zu holen in diesem Jahr, der Absturz des Automobilsektors und hier die beiden Beteiligungen Aumann und Delignit haben auch MBB sehr zugesetzt. Diese Entwicklung habe ich unterschätzt, einen derartigen Einbruch im Automobilsektor und damit auch bei den Zulieferern, habe ich nicht erwartet. Neben der üblichen Dividende gab es noch ein Aktienrückkaufangebot. Bis zu 9,8% des Grundkapitals sollten zu €89 je Aktie erworben werden; der preis wurde später sogar auf €98 je Aktie erhöht. Ich habe den Rückkauf angenommen und daher weniger Aktien im Depot als zu Jahresstart, aber diese eben für €98 verkauft. Der Effekt hat sich unterm Strich mit 8,297 je Aktie positiv ausgewirkt, was natürlich die Performance der Aktie besser dastehen lässt als die Kursentwicklung alleine. Daneben hat MBB durch interessante, große Zukäufe eine komplett neue Sparte, die inzwischen sogar mit rund €200 Mio. Umsatz die größte ist, noch vor Automotive (Aumann, Delignit). Im Grunde folgt MBB meinem Investmentcase, den ich für 2019 aufgestellt hatte, nur eben mit einiger Verzögerung. Was MBB zu einem heißen Kandidaten für 2020 macht...

Funkwerk ist meine erfolgreichste Investition, wie man meiner Beobachtungsliste entnehmen kann. Als Turnaround-Spekulation vor vier Jahren an Bord gekommen, hat sich das Unternehmen zu einer echten Perle entwickelt. Und man stapelt immer enorm tief, bilanziert und prognostiziert extrem zurückhaltend, so dass die Gewinne deutlich niedriger ausfallen, als sie es eigentlich könnten. Auch wenn man seit Jahren zwischenzeitlich immer mal wieder die Prognosen anheben muss, manchmal auch mehrmals im Jahr. Daher sehe ich bei Funkwerk seit Jahren großen Nachholbedarf, sowohl bei den Gewinnausweisen als auch bei Aktienkurs.

Doch trotz des großen Kurszuwachses in 2019 gab es ein einschneidendes und teures Erlebnis in diesem Jahr. Denn Funkwerk hatte sich unterjährig bei der notorisch unerfolgreichen Euromicron AG eingekauft über eine Kapitalerhöhung und das ging voll in die Hose. Denn Euromicron hat kürzlich Insolvenz angemeldet und seit dem 28.12.2019 ist klar, dass es keine Rettung mehr geben wird, denn alle Töchter der Euromicron gehen an die Zech-Gruppe, es bleibt nur der überschuldete Rest, so dass die Aktionäre leer ausgehen. Und damit kann muss Funkwerk seine €5,8 Mio. Beteiligung an Euromicron vollständig abschreiben, was natürlich einmalige negative Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2019 haben wird.

Ich ging davon aus, dass Funkwerk im vierten Quartal reichlich Spielraum für eine weitere Prognoseanhebung gehabt hätte; daher wird die Euromicron-Abschreibung teilweise zu kompensieren sein. Des Weiteren hat Funkwerk in den letzten Jahren alle Möglichkeiten genutzt, über maximal dotierte Rückstellungen usw. den Gewinn möglichst niedrig zu halten. Das dürfte in diesem Jahr etwas anders laufen und einen weiteren Teil der Abschreibung kompensieren. Wenn Funkwerk also die Zahlen für 2019 bekannt gibt, wird es keine positive Überraschung geben (wie von mir erhofft), aber wohl auch keine negative mit entsprechend heftigen Auswirkungen auf den Aktienkurs. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass sich die Anleger dann bereits wieder auf die Zukunft konzentrieren und das unerfreuliche Euromicron-Ereignis abgehakt haben. Dieser Einmalfaktor beeinträchtigt die positive Entwicklung bei Funkwerk überhaupt nicht.

Und ich gehe sogar noch weiter: dieser "Deal" ist nicht auf dem Mist von Funkwerk und deren CEO Kerstin Schreiber gewachsen gewachsen, sondern auf dem von Funkwerk-Mehrheitsaktionär Hörmann. Hörmann wollte sich Teile der Euromicron einverleiben und hat dazu die Tochter Funkwerk AG genutzt. Die war selbst über Jahre ein Sanierungsfall und hat den Turnaround erfolgreich abgeschlossen. Funkwerk hätte einen kleinen Teil der Euromicron-Töchter übernommen, Hörmann für seine weiteren Sparten andere Teile/Töchter. So dürfte der Plan von Hörmann-CEO Dr. Michael Radke ausgesehen haben. Für meine These spricht, dass Dr. Radke nicht nur Chef des Aufsichtsrats bei Funkwerk ist, sondern auch bei Euromicron. Wäre es ein reiner Funkwerk-Deal gewesen, wäre diese Rolle Kerstin Schreiber zugefallen, nicht Radke.

Und bei Betrachtung der Vorgänge, kann man eigentlich nur Betrug wittern. Die CFO von Euromicron, die der neue Aufsichtsrat per Ende März 2020 gekündigt hatte (bzw. deren auslaufender Vertrag nicht verlängert worden war), meldet ohne Einbeziehung des Aufsichtsrates Insolvenz an - und kann dabei sofort "externe" Interessenten präsentieren mit einem Sanierungs-/Übernahmekonzept für die Töchter. Das muss ja vom Interessenten von langer Hand vorbereitet gewesen sein und zwar unter Kenntnis der Töchter und deren Finanzzahlen. Inzwischen wissen wird, dass es nicht Funkwerk/Hörmann waren (wie ich ursprünglich vermutete), sondern die Zech-Gruppe. Die auch umgehend einen Massekredit von €5 Mio. für die Euromicron-Töchter zur Verfügung gestellt hat. In der Kürze der Zeit hatte kein anderer potenzieller Interessent überhaupt eine Chance, ein eigenes fundiertes Angebot abzugeben, weil niemand die Möglichkeit hatte, eine realistische Bewertung der Unternehmen vorzunehmen. Für mich ist/war das ein Coup zulasten der Aktionäre, vor allem zulasten von Funkwerk/Hörmann. Inwieweit sich hieraus ein Nachspiel ergibt, bleibt abzuwarten. Ich vermute, dass zu diesem Themenkomplex auf der Funkwerk-Hauptversammlung reichlich unangenehme Fragen hochpoppen werden...

Aber egal, was die Kursentwicklung von Funkwerk angeht, war 2019 ein großer Erfolg. Wieder einmal und wohl auch nicht zum letzten Mal.

Entwicklung meiner Turnaround-Spekulationen


  • Bausch Health + 61,8%
  • General Electric +47,3% (ab 04.01.2019; inkl. Dividenden)
  • UET United Electronic Technology +54,22%

Nicht ganz zum Jahresstart hatte ich General Electric und Bausch Health als interessante Turnaround-Spekulationen ins Depot genommen und beide haben meine Erwartungen (bisher) mehr als erfüllt.Während es bei General Electric "ganz frisch" um eine akute Pleite-Gefährdung ging und den Beginn eines möglichen Turnarounds, war Bausch Health bereits über dieses Stadium hinweg und hatte schon die Konsolidierungsphase erreicht. Beide Aktien halte ich weiterhin für aussichtsreich, aber auf mittlere Sicht, nicht als kurzfristigen Zock. Und man muss immer am Ball bleiben, beide haben wenig Spielraum für gravierende Fehler. Mein Investmentcase zu beiden steht jedenfalls noch, auch wenn GE mit dem Boeing-Desaster (Produktions- und Auslieferungsstopp; GE stellt teilweise deren Triebwerke her) eine weitere große Baustelle vor der Brust hat.

Und dann bleibt noch die UET, ein "echter" Turnaround und eine sehr marktenge Aktie, so dass ich mit Äußerungen zu dem Unternehmen zurückhalte. Der Kurs ist sehr erfreulich angezogen in 2019, die Erfolge aus der Neuausrichtung im Unternehmen wurden eingepreist. Dabei haben die Halbjahreszahlen noch für Stirnrunzeln gesorgt, da die UET-Umsätze eher enttäuschten auf den ersten Blick. Doch UET hat unrentable Sparten abgegeben, die nicht mehr zum neuen Kerngeschäft gehören und verzichtet bewusst auf margenschwache oder sogar verlustbringende Umsätze/Aufträge. Die Erfolge dieser neuen Philosophie haben die letzten Zahlen gezeigt und damit bestätigte sich auch mein Investementcase, bzw. meine Turnaround-Spekulation. Auch wenn diese Phase noch nicht vollständig abgeschlossen ist, bei aller positiver Zukunftsphantasie bzgl. 5G und Mexiko.

Rückschau auf meine schlimmsten Fehler

Mein absoluter Griff ins Klo war 2019 wohl meine Wirecard-Spekulation. Im zweiten Quartal hatte ich mir Wirecard ist Depot gelegt, getrieben von den positiven Unternehmensmeldungen und dem Einstieg der Softbank Group und dem damit einhergehenden Potenzial mit deren vielen Beteiligungen. Fast 10% machte Wirecard am Ende des zweiten Quartals in meinem Depot aus, doch ich habe die Gefahren aufgrund weiterer möglicher Short-Attacken unterschätzt. Oder eher ausgeblendet. Mitte Oktober musste ich mich den Konsequenzen stellen und entsprechend agieren. Was dazu führte, dass ich meinen Wirecard-Anteil im Depot deutlich reduziert habe - insgesamt hat mich dieses Fiasko 2,4% Performance des Gesamtdepots (!) gekostet. Sehr teuer bezahltes Lehrgeld, und ich verziehe noch immer das Gesicht, wenn ich anderen "kloogschieterisch Benjamin Grahams Weisheit vorbete, man solle zuerst auf das Risiko achten und erst im Anschluss auf die Renditechancen. Ja, sollte 'man'. Aber nicht nur 'man', sondern ich auch!!!

Aber dieser Fehler war natürlich nicht mein einziger im vergangenen Jahr. Bei Eckert & Ziegler, einer der Kursraketen des Jahres, habe ich viel zu früh kalte Füße bekommen und den größten Teil meiner Position verkauft. Mir fehlte die Phantasie, um einschätzen zu können, wie groß der Markt und die Erfolgschancen für EZAG wirklich sind und offensichtlich lag ich viel zu konservativ, wie die Unternehmenszahlen ein ums andere Mal belegten. Und auch bei Apple habe ich - zum zweiten Mal - falsch gelegen. Apple verkaufte deutlich weniger Iphones als geplant und gab eine Umsatz- und Gewinnwarnung heraus. Aber die negativen Einflüsse aus dem US-China-Handelskrieg habe ich stark überschätzt und die massiven Aktienrückkäufe und die Käufe des ETFs völlig unterschätzt. Dazu kam, dass meine eigentliche Überlegung, dass sich die Apple Watch und der Servicebereich mittelfristig zu neuen Cashcows entwickeln, viel schneller und stärker stattfanden, als ich es erwartet habe. Kurzum: Apple ist einer der Top-Performance der Jahres und ich habe fast gar nichts davon. Nur indirekt über meine Berkshire-Aktien, wo Apple ja 25% des Depots ausmacht, und über meine fondsgebundene Altersversorgung, wo ich die entsprechenden Indexfonds bespart habe; ist seit Jahren beitragsfrei, aber die Fondsanteile entwickeln sich ja trotzdem).

Hinzu gesellt sich exemplarisch meine wieder einmal lausiges Market Timing. Die Nebenwerte liefen nicht so gut im ersten Halbjahr, aber die Technologiewerte. Hier habe ich dann Mitte des Jahres aufgestockt (aus den Mitteln meines Dividendendepots), bevor die Korrektur einsetzte. Zum falschen Zeitpunkt die falschen Werte aufgestockt - nicht, weil die Kurse danach fielen, war das falsch, sondern weil die Unternehmen zu dem Zeitpunkt zu üppig bewertet waren angesichts der eher zurückhaltenden Geschäftszahlen und -erwartungen für die zweite Jahreshälfte. Ich habe also den Abschwung mitgemacht und vor allem im September ordentlich Geld verbrannt (inkl. des Wirecard-Desasters). Während andere sich über breite Kurserholungen in ihren Depots freuten, verzeichnete ich den mit Abstand schlechtesten Monat in diesem Jahr. Mit dem lausigen August und dem ebenfalls miesen Oktober hatte ich wieder eine schlechte Drei-Monatsphase. Schlecht nicht nur bzgl. der Entwicklung meines Net Worth, sondern auch weil ich zulange brauchte, um meine Fehleinschätzung zu akzeptieren und zu korrigieren. Ich wollte zulange nicht einsehen, dass meine Tech-Nachkäufe zu teuer gewesen waren und deshalb habe ich zu spät auf die Nebenwerte gesetzt, als die Erholung einsetzte. Aber immerhin habe ich meinen Fehler korrigiert und so die letzten Wochen die Ernte einfahren können: trotz des miesen Herbstes notiert mein Investmentdepot sowie mein Net Worth auf Jahreshöchststand (und auch absolut gesehen auf Rekordwert). Daher ärgere ich mich auch nicht mehr darüber, dass es ohne meine dümmsten Fehler deutlich mehr hätte sein können...

Rückschau auf meine größten Lernerfolge

Ich habe 2019 aber nicht nur Fehler gemacht, sondern auch vieles gelernt. Darunter sind vier ganz wesentliche Erkenntnisse, die meine Anlagestrategie in Zukunft maßgeblich prägen werden.

  1. Ich muss mein Depot stärker fokussieren. Ist eigentlich eine olle Kamelle, denn diese Erkenntnis kam mir bereits in 2018 und das Focus Investing habe ich auch in 2019 weiter konsequent umgesetzt.
  2. Den Absturz Ende 2018 habe ich relativ gelassen überstanden, weil ich meinen Investitionsschwerpunkt auf Quality Investments gelegt habe. Die Aktien dieser Unternehmen haben natürlich ebenfalls gelitten im großen Ausverkauf, aber anders als bei den großen Crashs, die ich 2000-2003 und 2008/2009 miterlebt habe, habe ich dieses Mal emotional kaum gelitten. Ich war mir sicher, dass die Unternehmen solide genug aufgestellt sind und die schwierige Phase überstehen werden. Und ich habe mir angesichts der vielen roten Zahlen im Depot einfach den Gesamtwert meiner Positionen angesehen und in die Vergangenheit zurückgeblickt, wann ich zum letzten Mal "so wenig" Vermögen hatte. Und dann habe ich mich in diese Zeit zurück versetzt und mir auf den Schirm geholt, wie ich mich damals gefühlt habe mit diesem Vermögensstand: ängstlich, panisch, von der Pleite bedroht? Naja, die Antwort war, dass es mir sehr gut ging und ich keine solchen Ängste hatte, sondern mich finanziell frei und sorglos fühlte. Und wenn ich nun anderthalb Jahre später wieder mit diesem Vermögensstand konfrontiert bin, weshalb sollte ich mich dann sorgen? Nur weil mein Vermögen einige Wochen zuvor deutlich höher gewesen war? Eben... Mein Erkenntnisgewinn: biste Mitaktionär bei den richtigen Unternehmen, muss dir ein starker Kurseinbruch keine Sorgen bereiten. Der Preis der Anteile fällt, aber damit nicht auch ihr Wert.
  3. Eine ganz wichtige neue Erkenntnis ist auch, dass ich nicht mehr versuche, meine Depot auszubalancieren - jedenfalls nicht im Bestand. Wenn eine Aktie nach oben schießt, reduziere ich sie nicht mehr, nur weil sie einen größeren Anteil im Depot ausmacht. Ich baue die Position nur ab, wenn sich ihre Aussichten verdüstert haben - aber dann unabhängig von ihrer prozentualen Größe in meinem Depot. Rebalancing ist eine Loser-Strategie (und ja, ich weiß, fast alle tun das, aber das macht es nicht richtiger).
  4. Und dann habe ich mich von dem Irrglauben befreit, eine hohe Cash-Quote sei Rendite bringend. Ist sie nicht, weil sie erfolgreiches Market Timing benötigt und das beherrschen nur Zauberer, Alchemisten, Sternendeuter und Kaffeesatzleser. Ich nicht, die meisten anderen Menschen an der Börse auch nicht. Es ist ein theoretisches Hirngespinst, dass man mit Cash in de Tesch zum richtigen Zeitpunkt billig einkaufen kann und damit die Minderrendite der übrigen Zeit (wenn also das Cash zu null Zinsen auf dem Konto liegt und keine Rendite einspielt) überkompensiert. Ist Quatsch, funktioniert in der Praxis nicht. Also bin ich immer voll investiert (was das Investkapital angeht, die zwingend notwendige Notfallreserve bleibt immer unangetastet und als Cash vorhanden. Immer!).

"Nur was hinten rauskommt, zählt" (Helmut Kohl)

Am Ende folgt der Kassensturz und die Frage, ob sich der ganze Aufwand auch gelohnt hat. Und erfreulicherweise war 2019 wieder einmal ein sehr erfolgreiches Jahr, trotz aller Fehler, Verluste, Rückschläge.

📈 So hat sich mein "operativer Net Worth" in 2019 entwickelt: +32,75%.💥

Ein sensationelles Ergebnis und deutlich über meiner langfristigen Zielrendite von 15% pro Jahr.😀

Investmentdepot inkl. Cash; Stand per 31.12.19
Dazu beigetragen haben maßgeblich hoch gewichtete Top-Performer wie Microsoft, MasterCard, Hypoport, Danaher, Funkwerk, DIC Asset, Datagroup und noch einige andere wie UET oder SBF. Viele von diesen werden auch in 2020 eine wichtige Rolle spielen in meinem Depot. Aber das ist eine andere Geschichte...

Zum Abschluss möchte ich euch danken, dass ihr auch in 2019 meinem Blog so treu wart und ich wünsche euch einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr 2020!

Disclaimer
Viele der erwähnten Aktien habe ich auf meiner Beobachtungsliste und ggf. auch in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Gratuliere, Michael,
    endlich mal einer, der durch aktive Anlage den Markt schlaegt ;-)

    ETFs aus unserem Depot (Rendite 1 Jahr, Quelle Comdirect, alle incl. Div., in EUR)
    iShares CORE MSCI WORLD 31,34%

    iShares Core MSCI EM IMI 21,01%
    SPDR MSCI WORLD Small Cap 30,21%

    Xtrackers Stoxx Europe 600 28,68%
    Xtrackers MSCI Europe Small Cap 33,26%
    iShares GOLD.PROD (Minen) 44,05%

    Viel Erfolg fuer 2020!
    LG Joerg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ist Dein Beitrag ironisch?

      Was ich nicht verstehe, wie kann man bei einem Depotanteil um die 10% (Wirecard) einen Verlust von 4% aufs Gesamtportfolio erzielen. Ist Wirecard tatsächlich um die 40% gefallen?

      Löschen
    2. Yep, wenn man mit dem Ein- und Ausstieg wirklich Pech hatte.

      Gruß
      Jens

      Löschen
    3. Nein, das kann nicht sein.

      Den Maximalwert, den Wirecard nach der 1. Attacke im Winter erreichte, war 160 EUR. Der Minimalwert danach lag nie unter 100 EUR und selbst ein Kauf bzw. Verkauf bei diesen Extremen entspricht keinem Wertverlust von 40%.

      Löschen
    4. Stimmt allerdings; bei Kauf nach der "erste Attacke" konnte man bei einem Verkauf Ende Oktober max. ca. 30% Verlust realisieren. Allerdings beziehen sich die 10% Depotanteil auf den Stichtag Ende Q2. Zum Kaufzeitpunkt, den wir nicht genau kennen, kann ja der Preis der Aktie höher und der Depotgesamtwert kleiner, der Wirecard-Anteil mithin größer gewesen sein.

      Wie auch immer, selbst ein Fehler täte dem Artikel doch keinen Abbruch; warum sollte er deshalb "ironisch" sein?

      Gruß
      Jens

      Löschen
    5. Ihr habt natürlich recht, da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Es muss 2,4% Gesamtperformance heißen, nicht 4%, die mich mich das Wirecard-Fiasko gekostet hat. Danke für den Hinweis und sorry für die gestiftete Verwirrung...

      Löschen
    6. "ironisch" bezog sich auf die erste Antwort, der Gegenüberstellung ETF und aktiver Anlage.
      32 % ist natürlich sehr gut, aber im Vergleich zu diversen Indizes, ETF ist die Performance eigentlich nicht besser, sondern schlechter. Nimm zb. den zitierten European Small Cap ETF her (+33%) oder den nasdaq composite (+34,5%) - die beiden zusammen dürften die peer group der Veranlagung vom Michael sein. Man sieht, es ist verdammt schwer, den Markt outzuperformen.

      Löschen
    7. Ja, Mittelwert schlägt Median, und das spricht im Grunde deutlich zugunsten von ETF - leider!

      So gesehen hat der inzwischen korrigierte Verlust aus der Wirecard-Position Michael 2019 die Outperformance gekostet :)

      Gruß
      Jens

      Löschen
    8. Outperformance gegenüber welchem Index? Ich bin ja zu rund 45% in Quality Investments engagiert, rund 40% in deutschen Nebenwerten und 15% in Turnaround-Spekulationen. Also müsste dann ein Vergleichsindex bestehen aus 45% S&P500, 40% SDAX und 15% Tja...

      Löschen
  2. Herzlichen Dank auch von mir für diese umfangreiche, unverblümte Jahresrückschau.
    Ich freue mich sehr, aus ganzem Eigennutz heraus (;-)), dass es diesen Blog gibt. Ja, es ist Können, eine solch starke Jahresperformance zu schaffen, aber sie sei dir auch sehr gegönnt und absolut neidlos anzuerkennen!!! Und da du gerade so viele Themen und Artikel zurück in mein Gedächtnis geholt hast, möchte ich auch die Medien-Essays von Herrn Gemke nicht vergessen. Sie haben mir den Wert deines Blogs nochmal deutlich vor Augen geführt.

    Zu Zech gibt es diesen lesenswerten Artikel: https://www.stern.de/wirtschaft/news/kurt-zech--portraet-eines-fast-unbekannten-multimillionaers-7856012.html

    AntwortenLöschen
  3. Vielen Dank für diesen wundervollen Blog!

    AntwortenLöschen
  4. Vielen Dank für Deinen tollen und informativen Blog!!!...mal eine Frage abseits der Aktien:-) Weißt Du wieviele Visits dein Blog im Jahr 2019 hatte...würd mich nur mal so interessieren

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Google (Blogspot) gibt 2.732.055 Seitenaufrufe aus. Allerdings muss ich da einschränken, dass ich alleine im März auf 440.000 komme und damals war ein Blogklon aktiv, so dass die Zahlen sich für knapp 4 Wochen verdoppelt hatten. Anschließend normalisierte sich das wieder. Insofern dürften es rund 2,5 Mio. Seitenaufrufe gewesen sein.

      Löschen
  5. Hallo Michael,
    dein Wunsch nach Veränderung im Wirecard Aufsichtsrat nimmt Formen an...

    der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Wulf Matthias legt sein Amt aus persönlichen Gründen nieder und macht als einfaches Aufsichtsratsmitglied weiter.

    VG
    Joe

    AntwortenLöschen