Dienstag, 26. August 2014

Aktienrückkaufprogramm dürfte Aurelius-Kurs zusätzlich beflügeln

Heute gab die Beteiligungsgesellschaft Aurelius bekannt, eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Entsprechend der von der Hauptversammlung am 21. Mai 2014 erteilten Genehmigung sollen bis zum 30. Juni 2015 insgesamt bis zu 3.168.000 eigene Aktien zurückgekauft werden bis zu einem Gesamtvolumen von max. 15 Mio. EUR.

Üblicherweise wirken sich Aktienrückkäufe kurstreibend aus und nachdem Aurelius zuletzt sehr positive Nachrichten zu Käufen und Verkäufen von Beteiligungen vermelden konnte und inzwischen von einer Dividendenrendite von bis zu 7% für 2014 ausgegangen werden kann, notiert der Aktienkurs nahe seines Allzeithochs von 30 EUR. Die möglichen Impulse aus dem Aktienrückkaufprogramm könnten jetzt für weiter steigende Notierungen sorgen, zumal das Unternehmen auch auf diesem Kursniveau weiterhin attraktiv bewertet ist. Jüngst hatte Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus auch seine Prognose nach oben angepasst.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 25. August 2014

Börsenweisheit der Woche 34/2014

"Um außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen, muss man nichts Außergewöhnliches tun."
(Warren Buffett)

Montag, 18. August 2014

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2014?

Value Investor Warren Buffett musste wieder einmal das sog. Formular 13-F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen, ein vierteljährlich vorzulegendes Dokument, in dem er seine An- und Verkäufe für seine Investmentholding Berkshire Hathaway offenlegen muss.

Wichtigste Käufe
Buffett kaufte vor allem im Kabel - und Telekommunikationssektor zu. Insbesondere stockte er sein Engagement bei Verizon um gut 36% oder fast 4 Mio. Anteilsscheine auf und hält nun 15 Mio. Aktien. Weitere 2 Mio. Aktien, ein Zuwachs von fast 35%, erwarb er an Liberty Global und kommt nun auf 9,86 Mio. Anteile. Suncor Energy stockte er um 3,5 Mio. Aktien oder 26,6% auf und liegt nun bei 16,5 Mio. Anteilen. Des Weiteren baute er seine Anteile an bekannten Positionen aus, wie VISA (+15,7%), Verisign (+11,1%), General Motors (+9,6%), IBM (+2,66%) und Walmart (+1,28%).

Ganz neu im Depot sind 2,3 Mio. Aktien von Charter Communications und 1,8 Mio. Anteile an Now Inc.

Wichtigste Verkäufe
Reduziert hat Buffett vor allem seine Positionen bei Graham Holdings (-93,8%), Conocophillips (-87,8%), Phillips 66 (-33,1%), Direct TV (-32%), Liberty Media A-Aktien (-24,5%).

Börsenweisheit der Woche 33/2014

"Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist."
(Marcus Tullius Cicero)

Donnerstag, 14. August 2014

Aurelius mit Prognoseanhebung auf Rekordjagd

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius lässt Anlegerherzen höher schlagen und markiert neue Aktienhöchststände - zumindest wenn man die kürzlich erfolgte Dividendenausschüttung von 1,05 EUR hinzurechnet. Nachdem zuletzt mehrere Erfolgreiche Deals verkündet wurden, wurden heute die konkreten Auswirkungen deutlich, denn Aurelius präsentierte seine Halbjahresergebnisse. Und die können sich mehr als sehen lassen!

Für die erste Jahreshälfte vermeldet Aurelius einen Umsatzanstieg auf 804 Mio. EUR (Vorjahr: 765 Mio. EUR), das EBITDA stieg auf 111,5 Mio. EUR (48,9 Mio. EUR) und einen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn von 51,2 Mio. EUR (50,0 Mio. EUR). Der operative Cashflow stieg auf 39,4 Mio. EUR (29,4 Mio. EUR) und die liquiden Mittel lagen am Ende des ersten Halbjahres bei 239,4 Mio. EUR (31. Dezember 2013: 223,9 Mio. EUR). In den Zahlen sind die Neuerwerbe der IDS Individual Desktop Services und von Scholl Footwear noch nicht enthalten. Beide Transaktionen sollen im Laufe des dritten Quartals abgeschlossen werden.

Für das zweite Halbjahr erwartet CEO Dr. Dirk Markus eine weiterhin intensive Transaktionstätigkeit und hebt vor diesem Hintergrund die Jahresprognose für das Gesamt-EBITDA auf mindestens 220 Mio. EUR an (bisher mind. 200 Mio. EUR).

Da zu der Basisdividende jeweils immer auch die Hälfte der erzielten Gewinne aus Beteiligungsverkäufen ausgeschüttet werden, winkt auch für das Geschäftsjahr 2014 wieder eine attraktive Sonderdividende - insgesamt könnte sogar eine Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent dabei herausspringen.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 11. August 2014

Jungheinrich: mit diesen Hochstaplern lässt sich gut Geld verdienen!

Die 1953 gegründete Jungheinrich AG aus Hamburg notiert im SDAX und ist in den Bereichen Intralogistik und Maschinenbau unterwegs. Sie ist weltweit die Nummer 3 im Gabelstapler-Markt und in Europa die Nummer zwei. Vor ihr rangiert die ebenfalls deutsche Kion (ehemaliges Linde-Staplersegment) und an der Weltspitze liegt Toyota. Zusammen mit dem US-Hersteller Hyster-Yale machen die 4 Unternehmen rund die Hälfte des Weltmarktes unter sich aus.

Dabei ist der Abstand zur Nummer 2 schon recht deutlich, denn Jungheinrich verzichtet bewusst auf Übernahmen, sondern kauft allenfalls Technologie zu. Man bevorzugt organisches Wachstum und hat hier in den vergangenen Jahren mehr als 100 Mio. EUR investiert. Neben den neuen Produkten, die jetzt an den Markt kommen, setzt Jungheinrich auch ganz bewusst auf die Instandsetzung älterer Geräte. So hat kürzlich das 25.000ste Gebrauchtfahrzeug das Aufarbeitungszentrum in Dresden verlassen und die Kapazitäten sollen hier bis 2018 auf 8.000 Fahrzeuge jährlich annähernd verdoppelt werden. Nach Schätzung der Berenberg Bank fahren die Hersteller jedoch inzwischen rund 85 Prozent ihrer Gewinne mit Serviceleistungen ein und hier sind die beiden deutschen Hersteller Kion und Jungheinrich Spitze, denn bei ihnen macht der Serviceanteil bereits 40 Prozent vom Umsatz aus. Es zahlt sich eben aus, dass rund 40 Prozent der Geräte verleast werden und somit dem Jungheinrich-Service unterstehen.

Angriff auf den Boommarkt China
Den Wachstumsmarkt China, mit seinen rund 250.000 Gabelstaplern pro Jahr, nimmt Jungheinrich nun verstärkt in den Fokus, denn bisher bauten die Hanseaten vor allem Stapler mit Elektroantrieb. Doch die Chinesen ordern vor allem Verbrennungsmotor getriebene Stapler und so hat Jungheinrich reagiert und vor kurzem ein neues Werk in der Nähe von Shanghai in Betrieb genommen. Mehr als 10.000 Stapler können hier pro Jahr vom Band laufen, mit Elektromotor, aber auch mit Verbrennungsmotor. Und so soll sich Jungheinrichs Anteil am gigantischen China-Markt in den nächsten Jahren von wenigen tausend Fahrzeugen vervielfachen. Mit einem zusätzlichen Sortiment günstiger Produkte will man den Anteil der Fahrzeuge mit Dieselantrieb während der nächsten fünf Jahre auf zehn Prozent verdoppeln.

Doch auch Nordamerika und Russland sind lukrative Märkte, die Wachstumsraten jenseits der 5 Prozent versprechen - der Russlandbezug könnte daher auch mitverantwortlich für den Kursrutsch der letzten Wochen gewesen sein, denn hier verkauft Jungheinrich seit 1993 Stapler und ist seit 2003 mit einer Vertriebskooperation vor Ort vertreten.


Solide Geschäftsentwicklung
Nur 8 Prozent des Jahresumsatzes von 2,3 Mrd. EUR macht Jungheinrich außerhalb der EU, Tendenz stark steigend. Und man möchte in diesem Jahr bereits den Absatzrekord von 75.000 Gabelstaplern aus dem Jahr 2011 übertrumpfen. Das dritte Quartal 2013 hatte Jungheinrich noch Probleme bereitet. So musste das Unternehmen seine Prognose nach unten korrigieren und hatte Anlaufprobleme im neuen Werk Degernpoint. Davon war im ersten Quartal 2014 nichts mehr zu spüren; der Markt für Flurförderfahrzeuge wächst mit 10 Prozent in diesem Jahr und nach der starken Geschäftsentwicklung samt gestiegenen Auftragsbestand erhöhte der Lagertechnikspezialist Anfang Mai seine Ziele für das Gesamtjahr und es ist davon auszugehen, dass das Unternehmen seine Prognosen mindestens erfüllen wird. Vorstandschef Hans-Georg Frey hatte kürzlich noch erwähnt, dass es durchaus zu einer weiteren Prognoseanhebung im laufenden Jahr kommen könne.

2013 lag der Umsatz bei 2.289,78 Mio. EUR, in diesem Jahr werden 2.437,88 Mio. EUR angepeilt und 2015 schon 2.562,68 Mio. EUR. Der Gewinn je Aktie soll von 3,15 EUR im Jahr 2013 auf 3,52 EUR auf 2015 dann auf 3,97 EUR steigen, was einem 2015er KGV von knapp unter 11 entspricht. Und die Dividendenrendite für 2014 dürfte bei gut 2,3 Prozent liegen, was auch nicht zu verachten ist.

Aktienkurs ist deutlich zurückgekommen
Der Aktienkurs startete zu Jahresanfang bei rund 50 EUR und erklomm im Frühjahr bei 59 EUR seinen Hochpunkt. Seitdem geht es mit dem Kurs bergab, zuletzt beschleunigt dank der allgemeinen Talfahrt an der Börse. Und am Freitag habe ich zugeschlagen für 42,75 EUR, also fast 25 Prozent unter dem Höchstkurs. Doch schon Peter Lynch wusste: "Nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann". Daher waren für meinen Kauf die fundamentalen Daten und die Perspektiven des Unternehmens ausschlaggebend, nicht der Kursrücksetzer. Dieser bietet lediglich die Chance, die Aktien eines gut positionierten Unternehmens zu einem attraktiven Kaufpreis einzusammeln. Und sollten die vorgelegten Zahlen meine Erwartungen bestätigen (oder gar übertreffen), werde ich auf diesem Niveau noch weiter zukaufen. Denn die fundamentalen Daten berechtigen zu deutlich höheren Aktienkursen, wie auch die Kursziele einiger Analystenhäuser ebenfalls vermuten lassen (Bankhaus Lampe: 58 EUR, Warburg Research: 58 EUR, Commerzbank: 62 EUR, Hauck & Aufhäuser: 62 EUR, LBBW: 62 EUR, DZ Bank: 67 EUR). Das entsprechende Kurszielpotenzial läge also zwischen 36 und 56 Prozent.

Ich nehme Jungheinrich auf meine Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 32/2014

"Man braucht 20 Jahre, um sich einen guten Ruf aufzubauen, und nur fünf Minuten, um ihn zu verlieren. Wer das beherzigt, handelt bewusster."
(Warren Buffett)

Dienstag, 5. August 2014

Aurelius: Erfolg kann man (ver)kaufen

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius ist weiterhin sehr erfolgreich unterwegs. Nachdem in diesem Jahr bereits mehrere Zukäufe erfolgt sind, so der Schweizer Werbevermarkter Publicitas, die T-Systems-Tochter IDS, die AKAD University und zuletzt Scholl Footwear von Reckitt Benckiser, wurden auch mehrere erfolgreiche Exit-Deals durchgezogen. So wurde die Healthcare-Sparte der Tochter brightONE an T-Systems veräußert, und das Sorgenkind, die Reederei Peter Deilmann samt der MS DEUTSCHLAND, an Callista Private Equity. Und in den letzten Tagen folgten zwei weitere Verkäufe: die Aurelius-Tochter Isochem hat ihre ungarische Tochter Framochem Kft sowie deren deutsche Vertriebseinheit Isochem Deutschland GmbH an den US-Konzern VanDeMark Chemical Inc. abgegeben und heute gab man bekannt, die Schweizer Tochter connectis an die französische SPIE-Gruppe verkauft zu haben.

Viel Bewegung also im Beteiligungsportfolio der Aurelius, wobei die Exits seit 2006 durchschnittlich eine Verachtfachung des eingesetzten Kapitals erzielt haben - beim Isochem-Deal soll es dem Vernehmen nach sogar noch mehr gewesen sein. Und auch der Connectis-Exit wird sich deutlich positiv auf das Ergebnis des dritten Quartals auswirken, gab Aurelius heute bekannt, nachdem bereits das Auftaktquartal das beste der Unternehmensgeschichte war.

Interessant sind die Exits nicht nur, weil auf so die enormen stillen Reserven gehoben werden, die in den erfolgreich umstrukturierten und neu positionierten Beteiligungen schlummern, sondern weil Aurelius stets neben der regulären Basisdividende auch die Hälfte der durch die Exits erzielten Gewinne in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre ausschüttet. Für 2013 waren so 0,70 EUR zuzüglich 0,35 EUR zusammengekommen, also insgesamt 1,05 EUR. Und für 2014 könnten diese Werte nochmals getoppt werden, denn weitere Deals sind laut Aussage von Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus in der Pipeline. Eine Dividendenrendite von deutlich über 3 Prozent ist in Zeiten von Niedrigzinsen nicht zu verachten. Und sie wird nicht aus der Substanz ausgeschüttet, sondern wurde vom Unternehmen verdient!

Erst kürzlich hatte Aurelius sich an mehr Transparenz versucht und erstmals einen NAV (Net-Asset-Value oder Nettoinventarwert) für sein Beteiligungsportfolio veröffentlicht und mit 1.067,6 Mio. EUR angegeben, also etwa 33,70 EUR je Aktie. Das liegt etwa 20 Prozent unter dem aktuellen Börsenkurs und war vor den beiden letzten Exits. Berenberg Equity Research gibt inzwischen den fairen Wert von Aurelius mit 39,50 EUR an und geht davon aus, dass es in diesem Jahr einen Gewinnsprung von 130 Prozent geben wird auf 3,57 EUR je Aktie. Das würde einem rekordverdächtig niedrigen KGV von 7,7 entsprechen auf Basis des aktuellen Aktienkurses. Bei dem genannten Kursziel von 39,50 EUR läge es immer noch bei moderaten 11.

Umso verständlicher und betriebswirtschaftlich vernünftig ist es, dass Aurelius nun auch eigene Aktien zurückkaufen will, immerhin wollen rund 200 Mio. EUR investiert werden und der Abschlag auf den NAV ist beträchtlich - auf den fairen Wert nach Berenberg von 39,50 EUR sogar satte 36 Prozent!

Der Aktienkurs hat sich in diesem Jahr noch nicht gut entwickelt, er verdaut noch den rasanten Anstieg aus dem Vorjahr. Eine deutliche Höherbewertung der Aurelius-Aktie wäre aufgrund der positiven Ergebnisse und hervorragenden Aussichten allerdings angemessen und sollte nur eine Frage der Zeit sein. In den jüngsten Kursturbulenzen hat die Aktie jedenfalls relative Stärke bewiesen und dürfte einiges an Kurssteigerungspotenzial aufgebaut haben. Es ist davon auszugehen, dass sich dieses demnächst auch entfalten wird - die angekündigten Aktienrückkäufe dürften zusätzlich kurstreibend wirken.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 4. August 2014

Börsenweisheit der Woche 31/2014

"Ein guter Anzug und ein maßgeschneidertes Hemd können sogar aus einem Börsianer einen Gentleman machen."
(Oscar Wilde)

Montag, 28. Juli 2014

Börsenweisheit der Woche 30/2014

"Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte."
(Warren Buffett)

Montag, 21. Juli 2014

Börsenweisheit der Woche 29/2014

"Value Investoren sollten bei den hässlichen, versteckten und unbeliebten Aktien suchen."
(Bruce Greenwald)

Montag, 14. Juli 2014

Deutsche Rohstoff AG beschließt Aktienrückkauf

Kürzlich hatte ich ausführlich über die Deutsche Rohstoff AG berichtet und sie auf meine Empfehlungsliste genommen. Nachdem große Abwertungen den Jahresabschluss 2013 ins Minus gedrückt hatten, war eine Dividendenausschüttung für die erheblichen Mittel aus dem Tekton-Deal nicht mehr zulässig. Heute hat die DRAG nun ihre Pläne für ein Aktienrückkaufprogramm vorgestellt.

Insgesamt sollen eigene Aktien mit einem Volumen von bis zu 5 Mio. EUR zurückgekauft werden und zwar über die Börse. Das entspricht rund 250.000 Aktien bei zugrundelegen des Schlusskurses von Freitag. Die Rückkäufe beginnen ab 16. Juli und enden spätestens zum Jahresende. Dabei darf "für die zurückgekauften Aktien der Kaufpreis je erworbener Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den nicht gewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten drei Börsenhandelstagen vor der Begründung der Verpflichtung zum Erwerb der Aktien um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten" und es dürfen "an einem Tag nicht mehr als 25 % des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes an der Börse erworben werden", heißt es. Man ist sich also durchaus der kurststeigernden Wirkung dieser Aktienrückkäufe bewusst und genau dies ist ja auch der Zweck der Maßnahme. Man möchte durch die Verknappung der Aktienzahl den Aktionären einen Teil der erzielten Verkaufserlöse aus dem Tekton-Deal zukommen lassen und den Kurs stützen und steigern. Der Freudensprung, den der Aktienkurs heute macht, dürfte erst der Anfang sein.

Entscheidend für die mittel- und langfristige Unternehmens- und Kursentwicklung bleibt aber, wie die DRAG die noch immer reichlich vorhandenen Mittel investieren will. Schwerpunkt soll ja die Exploration von Öl- und Gasvorkommen (in den USA) sein.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 28/2014

"Wenn ein Unternehmen gut läuft wird die Aktie letztendlich folgen."
(Warren Buffett)

Dienstag, 8. Juli 2014

Steico: groß(artig) in der Nische

Die Steico SE ist ein deutscher Hidden Champion, ein Unternehmen, das ich seit Jahren auf meiner Empfehlungsliste habe und das sich kontinuierlich nach oben arbeitet, sowohl was die Unternehmensentwicklung als auch den Aktienkurs angeht. Das Unternehmen "ist ein Systemanbieter für ökologische Baustoffe in den Bereichen Dämmung und Konstruktion. Zudem liefert die Gesellschaft dem Holzgroßhandel und der Möbelindustrie Teile zu. Zum Kerngeschäft gehören die Produktion und der Vertrieb von Faserprodukten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Zum Sortiment zählen neben dem Kerngeschäft der Holzfaser-Dämmstoffe Stegträger als konstruktive Bauelemente sowie Furnierschichtholz als Handelsware", so die unternehmenseigene Präsentation.

Steico ist weltweit der größte Hersteller von holzfaserbasierten Dämmstoffen mit einem europäischen Marktanteil von 50% und damit in einem absoluten Wachstumsmarkt tätig, denn der Klimawandel zwingt auch Deutschland zu sauberer Energienutzung und Energieeinsparung. Der weitaus größte Effekt kann durch den Ersatz maroder Bausubstanz erreicht werden bzw. durch das Nachrüsten alter Gebäude mit moderner Dämmtechnik. Denn Energieverbräuche zu reduzieren ist immer noch besser, als (viel) saubere Energie produzieren zu müssen. Seitens der Regierung wird denn auch einiges getan, um deutsche Immobilienbesitzer über Fördermittel und -programme zur Wärmedämmung zu ermutigen.

Nun ist Steico nicht ein weiterer Anbieter der typischen Wärmeverbundsysteme, die man am Markt relativ günstig einkaufen kann. Steico setzt auf ökologische Materialien und damit auf ein höherpreisiges Segment. Die Nachfrage der Bauherren ist daher geringer als nach den klassischen Wärmeverbundsystemen. Doch das ändert sich gerade. Denn diese typischen Systeme haben erhebliche Nachteile: sie kommen mit Feuchtigkeit nicht gut klar und schimmeln bzw. werden von Pilzen befallen, was dazu führt, dass sie mit hochgiftigen Stoffen beschichtet werden, die ansonsten nirgndwo mehr eingesetzt werden dürfen. Und obwohl diese Gifte "gebunden" sind, werden sie doch ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser, nachdem sie die Fassade heruntergelaufen sind. Wenig erbauliche Vorstellung, zumal höchst krebserregend. Und ein weiterer Nachteil ist, dass diese Wärmeverbundsysteme ganz überwiegend auf Styropor u.ä. basieren, und es hier vermehrt zu Brandproblemen kommt. Denn wenn das Zeug erst einmal Feuer gefangen hat, ist es kaum mehr zu löschen. Immer mehr Experten raten daher von der Verwendung dieser Systeme ab, die Feuerversicherungen machen ebenfalls Druck. Es ist also abzusehen, dass die bisherigen Standardlösungen in der jetzigen Form keine Zukunftsperspektive haben - Alternativen, und zwar aktuell verfügbare - werden gesucht. Und gefunden. Bei Steico.

Steico selbst investiert kräftig in die Zukunft. Nachdem das neue Werk ans Netz gegangen ist, steigen die Margen, die EBITDA-Marge auf 12,0% (Vorjahr 11,4%) und die EBIT-Marge auf 4,3% (Vorjahr 2,6%). Und da geht noch mehr. So sollen rund 60 Mio. EUR in zwei neue Produktionslinien gesteckt werden, wobei die eine weitere Holzfaser-Dämmplatten produzieren soll, um das weitere Wachstum voranzutreiben, während die zweite Furnierschichtholz erzeugen soll. Dieses bietet Steico bisher als reiner Reseller an und möchte die Herstellung künftig in Eigenregie vornehmen, um seine Fertigungstiefe zu verbessern. CEO Meyer erwartet hierdurch eine "signifikante Erhöhung der Margen". Hilfreich ist hierbei auch, dass die neue Fabrik am Standort Czarna Woda (PL) in einer Sonderwirtschaftszone liegt, wodurch Steico 10 Jahre lang von den polnischen Ertragssteuern befreit ist.

Für die kommenden Jahre rechnet Firmenchef Meyer mit einem durchschnittlichen Wachstum von 10% p.a. aus eigener Kraft. Darüber hinaus seien auch Akquisitionen denkbar. Derzeit produziert Steico mit insgesamt 900 Mitarbeitern an drei Standorten in Polen und in Frankreich, wobei etwa zwei Drittel des Umsatzes auf das Ausland entfallen. Den Startschuss für die Furnierholz-Produktionsanlage wurde jüngst gegeben und auch die Finanzierung für das Projekt ist bereits gesichert.

Im ersten Quartal lief es jedenfalls schon mal mehr als rund für Steico, denn es war das beste Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte, sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch des Ergebnisses. Beim aktuellen Börsenkurs von knapp 7 EUR liegt die Marktkapitalisierung bei etwas über 90 Mio. EUR und damit leicht unter dem Buchwert des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote betrug stolze 68% - vor Berücksichtigung der neuen Investitionen und der hierfür aufgenommenen Investitionskredite.

Fazit
Mit einem KGV für 2014 von etwa 16 und für 2015 von etwa 13 ist das Unternehmen nicht zu teuer bewertet und die erwartete Verbesserung der Margen dürfte hier noch zusätzlichen Bewertungsspielraum und somit Wertsteigerungspotenzial bieten. Wovon der Aktienkurs auch künftig weiterhin profitieren und den Steico-Aktionären unaufgeregte Steigerungen bieten sollte.

Montag, 7. Juli 2014

Börsenweisheit der Woche 27/2014

"Wie lange sollten Sie eine Aktie halten? So lange, wie die guten Dinge, die Sie auf das Unternehmen aufmerksam gemacht haben, immer noch da sind."
(Philip Carret)

Montag, 30. Juni 2014

Börsenweisheit der Woche 26/2014

"Das Verhältnis von Wirtschaft und Börse ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund. Der Mann (Wirtschaft) geht stetig voran, der Hund (Börse) rennt vor und zurück."
(André Kostolany)

Mittwoch, 25. Juni 2014

Gewinne mitnehmen bei der Dresdner Factoring AG

Im Februar 2012 hatte ich die Aktien der Dresdner Factoring AG zum Kauf empfohlen und die Performance kann sich sehen lassen. Nach zwischenzeitlich zwei Übernahmeangeboten hat sich der Kurs seit geraumer Zeit zwischen 9 und 11 EUR eingependelt, und sich seit meiner Empfehlung zeitweilig mehr als verdreifacht.

Der Bericht zur Hauptversammlung gibt den aktuellen Stand des Unternehmens sehr gut wieder: nach wie vor ist die DFAG erfolgreich am Markt unterwegs, leidet aber unter Margendruck und weist inzwischen mit einem KGV von gut 16 keine zwingend günstigen Bewertungskriterien mehr auf. Für 2013 erhalten die Aktionäre auch keine Dividende und für nächstes Jahr geht man von 20 Cents je Anteilsschein aus. Magere 2 Prozent also für einen ehemaligen Dividendenstar.

Auch wenn das Unternehmen in einem interessanten Markt erfolgreich unterwegs  und die Bewertung nicht völlig überteuert ist, verbleibt auf dem derzeitigen Niveau weniger Potenzial als in der Vergangenheit. Zeit, die Gewinne mitzunehmen und woanders für sich arbeiten zu lassen. Ich streiche daher die DFAG nach knapp zweieinhalb Jahren  mit rund 196 Prozent Zuwachs von meiner Empfehlungsliste.

Montag, 23. Juni 2014

Börsenweisheit der Woche 25/2014

"Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt."
(Charlie Munger)

Montag, 16. Juni 2014

Deutsche Telekom: Siechtum oder Renaissance?

Die Deutsche Telekom ist einer der großen Spieler im weltweiten Telekommunikationsmarkt. Ob Telefon, Mobilfunk, Internetzugänge oder TV-Entertainment, die Telekom bietet Endkunden jede Menge Möglichkeiten. Und auch Geschäftskunden werden Lösungen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie, Internet- und Cloud-Services angeboten.

Sorgenkind und in aller Munde ist die Mobilfunktochter in den USA, T-Mobile US. Nachdem der Verkauf an den großen Rivalen AT&T aufgrund von Kartellbedenken gescheitert war, fusionierte man mit dem fünftgrößten Mobilfunkanbieter der USA, MetroPCS. Unter dem neuen Chef John Legere macht T-Mobile US Furore und nimmt nach Jahren der Kundenverluste den Konkurrenten wieder deutlich Marktanteile ab. Verluste fährt man nach wie vor ein. Inzwischen wurde der US-Konkurrent Sprint vom Internetgiganten Softbank übernommen und strebt nun seinerseits die Übernahme von T-Mobile-US an. Zusammen wäre man "nur" der drittgrößte Anbieter in den USA sein, so dass die Chancen auf eine Genehmigung höher anzusiedeln sind, als beim seinerzeitigen Übernahmeversuch durch AT&T. Medien berichten von einem angeblichen Übernahmevolumen von 32 Mrd. USD.

Dieses Szenario würde für die Telekom erhebliche Vorteile bieten. Nicht nur, dass man erhebliche Mittel erhalten würde, um die hohe Verschuldung abzubauen und so seine Bonität und Finanzierungskosten zu senken, man würde sich auch die anstehenden enormen Investitionen in das US-Netz sparen. Reduzierte Investitionen und geringere Finanzierungskosten würden den ausschüttungsfähigen Cashflow deutlich ansteigen lassen und die Telekom wieder in die Lage versetzen, eine höhere Dividende auszuschütten. Diese hatte die Telekom letztes Jahr von 0,70 auf 0,50 EUR je Aktie gesenkt, nachdem sie zuvor bereits aus der Substanz Ausschüttungen vorgenommen hatte.

In das Geschäft in Europa muss die Telekom weitaus weniger investieren. Zwar steht hierzulande noch der weitere Ausbau des neuen Mobilfunkstandards LTE auf der Agenda, aber ein anderer Bereich wird vom Sorgenkind zur Goldgrube: Kupferkabel. Die Telekom verfügt über ein deutschlandweites Netz aus Telefonkabeln, ist der einzige flächendeckende Anbieter. Als Ex-Monopolist muss die Telekom alle anderen Anbieter zu staatlich regulierten Preisen in ihr Netz lassen - sie verdient also nicht nur an den über sie abgewickelten Telefonaten direkt, sondern auch indirekt an denen der Konkurrenz. Und das betrifft nicht nur das Telefonieren, sondern insbesondere auch das Internet. Seit Jahren schleppt sich der Ausbau mit Glasfaserkabeln in Deutschland vor sich hin, denn der flächendeckende Ausbau verschlingt Unsummen. Dabei sind es weniger die Glasfaserkabel, die entlang der Hauptstraße verlegt werden müssen, hier sind oftmals bereits Leerrohre verlegt worden oder die Kabel können kostengünstig "geschossen" werden, anstatt alles aufzugraben (und dieser Tiefbau ist der eigentliche Kostenblock, nicht die Kabel an sich). Das besonders Teure sind die Anschlüsse, die zwischen Verteilerkasten bzw. Straße und Haus erfolgen müssen. Diese kosten mehre tausend Euro und rentieren sich dem entsprechend bei Eigenheimen nicht, nur bei großen Wohnanlagen, wo die Anschlusskosten sich auf viele Nutzer verteilen. Hier sind denn auch viele private Anbieter unterwegs, die ihre Chance im Glasfaserausbau sehen. Oder sahen. In der Branche herrscht nämlich Katerstimmung, die Geschäftsmodelle sind ins Wanken geraten...

Denn eine neue Technik wirft die bestehenden Denkmodelle über den Haufen, aus dem alten Ackerweg wird mit minimalem (Kosten-)aufwand eine achtspurige Autobahn, ohne Tempolimit. Die Rede ist vom Vectoring. Dabei wird "der letzte Meter" zum Haus eben nicht mehr mit Glasfaserkabel überbrückt, sondern es wird auf die alten, in jedem Haushalt vorhandenen Kupferkabel gesetzt. Lediglich die alten Verteilerkästen an der Straße müssen erneuert und mit neuster Software bestückt werden. Und schon sind Geschwindigkeiten von 100 MB pro Sekunde möglich, also "das schnelle Internet". Und diese Entwicklung ist noch nicht am Ende, denn die Telekom prüft in Feldversuchen eine noch schnellere Variante, die bis zu 1.000 MB/s erlaubt.

Das Entscheidende an dieser Entwicklung ist, dass der Kostenaufwand vergleichsweise gering ist - weniger als ein Zehntel der für einen flächendeckenden Glasfaserkabelausbau benötigten Summe. Und dass das Netz für das schnelle Internet nun doch schon vorhanden ist, deutschlandweit, in jedem Haushalt. Und es gehört der Telekom!

Natürlich muss die Telekom auch weiterhin ihre Konkurrenten in ihr Netz lassen, auch weiterhin erhält sie dann lediglich den staatlich festgelegten Durchleitungspreis. Aber das bisher als alt und abgängig angesehene Kupferkabelnetz ist auf einmal wieder ein zukunftsfähiges Netz und die eigentlich drohenden Zig Milliarden für den Netzausbau schrumpfen auf einen überschaubaren Betrag zusammen. Das größte Asset der Telekom ist viel werthaltiger als bisher angenommen. Und die Investitionssummen in das Netz fallen erheblich geringer aus, so dass die Telekom viel schneller bei der Umstellung voranschreiten kann als dies bei einem Glasfaserkabelausbau der Fall wäre. Auch dies wird dem Cashflow sehr zugute kommen und die Ertragskraft der Telekom mittel- und langfristig erhöhen.

Aktuell notiert die Telekom bei 12,60 EUR und einem 2015er KGV von 18,9 sowie einer Dividendenrendite von 3,9%. Doch sie dürfte vor einer Neubewertung stehen. Die aktuellen Kennziffern werden schon bald überholt sein und die neue Ertragskraft wird sich hier widerspiegeln. Die Telekom wird von einem globalen zu einem europäischen Telekommunikationsanbieter und das Netz in Deutschland wird noch lange Jahre hohe Erträge in die Kasse des Unternehmens spülen. Und dieses Netz ist durch die neue Technik auf absehbare Zeit unangreifbar geworden, denn die Konkurrenten werden sich den Aufbau eigener Glasfasernetze weitgehend sparen, weil er schlicht zu teuer ist und zu wenig abwirft. Und so haben denn auch Vodafone, O2 und andere große bereits Abkommen mit der Telekom geschlossen, dass sie das neue "Vectoring-Netz" nutzen dürfen.

Die Deutsche Telekom betreibt wieder ein zunehmend langweiliges Geschäft, aber die Ertragsaussichten haben sich nachhaltig verbessert. Unabhängig davon, ob ihre Konkurrenten ihr im direkten Kundengeschäft den einen oder anderen Prozentpunkt bei den Marktanteilen abnehmen werden. Sie alle werden weiterhin das Netz der Telekom nutzen (müssen). Es gibt schlicht keine bezahlbare Alternative. Und das sind Aussichten, die ein Value-Investorenherz höher schlagen lassen, auch wenn die aktuellen Bewertungskennzahlen noch keine Unterbewertung der Aktie erkennen lassen wollen. Noch nicht...

Börsenweisheit der Woche 24/2014

"Aktienpreise schwanken stärker als Aktienwerte."
(Sir John Templeton)

Montag, 9. Juni 2014

Börsenweisheit der Woche 23/2014

"Die Zeche zahlen jetzt all jene, die Geld langfristig anlegen. Also die Sparer und die Besitzer von Lebensversicherungen."
(Hans-Werner Sinn zur Negativzins-Entscheidung der EZB)

Freitag, 6. Juni 2014

Ist Apple noch ein Investment wert?

Apple dürfte inzwischen jedem bekannt sein, bis vor kurzem war es die wertvollste Marke der Welt (das ist nun Google) und das nach Marktkapitalisierung teuerste Unternehmen. Nach dem Tod seines Gründers Steve Jobs hat Apple deutlich an Innovationskraft eingebüßt, es gab keine bahnbrechenden Neuerungen mehr, die auf iPod, iPhone oder iPad folgten, nur Gerüchte um anstehende Neuerungen. Doch Apple lebt nicht nur von seinem Kultstatus, der noch immer exorbitante Margen erlaubt, nach denen sich andere Hersteller sehnen, sondern auch von seinem eigenen abgeschotteten Kosmos - wer sich einmal auf Apple-Produkte einlässt, deren vernetzte Vorteile genießt und via iTunes in die Apple-Medienwelt eintaucht, der kann sich nur schwer wieder davon trennen. Emotional wie auf finanziell, denn es ist deutlich einfacher, ein neues Apple-Gerät zu integrieren als komplett auf andere Technik umzusteigen. Und bisher, Apples größter Vorteil, bleiben die Kunden dem Unternehmen treu, auch wenn es nicht mehr der Trendsetter und nicht mehr der Innovationsführer vergangener Tage ist. Für den Herbst ist jedenfalls mit neuer Hardware aus Cuppertino zu rechnen, und doch auch dann wird es Apple schwer haben, die Erwartungen zu erfüllen. Denn diese sind inzwischen dermaßen hoch angesiedelt, dass sie kaum zu toppen sind.

Apropos toppen: Apples letzte Quartalszahlen haben die Erwartungen getoppt und zwar deutlich. Und hier kommen wir zu dem Punkt, wo es für Investoren interessant wird. Apple verdient richtig viel Geld und der Geldberg, auf dem das Unternehmen sitzt, wächst weiter rasant an. Dies ist der ungebrochenen Nachfrage nach iPhones zuzurechnen, denn obwohl Apple Marktanteile im Smartphone-Markt verliert, verkauft es doch immer mehr Geräte, da der Mart an sich stark wächst. Und Apple ist eben kein Massenprodukt, sondern ein Premiumhersteller mit entsprechend hohen Margen. Hohe Stückzahlen sind nicht das Hauptziel, auch wenn Apple hier natürlich über die nachgelagerten Services, wie iTunes, auch bei iPad Minis oder den gerade in Asien erkauften älteren iPhone-Modellen dann weiteres Geld verdient. Fast 44 Mio. Smartphones hat Apple zwischen Januar und März verkauft und stolze 57 Prozent der Erlöse stammen inzwischen aus diesem Bereich.

Und hier kommen wir zu den nackten Zahlen: der iPhone-Hersteller konnte im traditionell eigentlich ruhigen zweiten Finanzquartal beachtliche 45,6 Mrd USD einnehmen bei einem Gewinn von 10,2 Mrd USD. Die Cash-Maschine läuft also ungebrochen und Apple-Chef Tim Cook hatte einige Goodies für die Aktionäre im Köcher, wie er Apples Cashreserven von 145 Mrd. USD an den Mann bringen möchte: zunächst wird das Aktienrückkaufprogramm von 60 auf 90 Mrd. USD ausgeweitet, dann wurde die Quartalsdividende angehoben und es erfolgt ein Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 7. Wer heute 100 Aktien im Depot hat, wird am Montag 700 haben. Der Kurs wird sich natürlich entsprechend anpassen, so dass unter dem Strich der eigentliche Wert sich nicht verändert haben wird. Allerdings wird die Apple-Aktie dann wieder unter 100 USD notieren und optisch so günstig sein, dass sie mehr Anleger anlocken dürfte. Und es besteht die Aussicht, dass Apple sogar in den Dow Jones Index einziehen wird, was für eine erhöhte Aufmerksamkeit und einen zusätzliche Nachfrage der Indexfonds sorgen würde.

Dem Kurs haben die vielen positiven Nachrichten jedenfalls schon sehr gut getan, er ist deutlich angezogen. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 2 Prozent und das KGV für 2015 bei etwa 14, das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis bei mehr als 10. Das sind keine überragenden Werte, aber teuer ist das Unternehmen auch nicht. Für einen Wachstumswert sind derartige Bewertungen auf jeden Fall moderat. Nur ist Apple noch ein Wachstumswert oder eher einer dieser großen Tech-Dinos, wie IBM oder Microsoft?

Die Frage ist, ob Apple es schafft, mit seinen bisherigen Produkten seine Kunden weiterhin an sich zu binden und zusätzlich weitere Kundengruppen zu erschließen. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch, gerade nach iPhones, und die Zufriedenheit der Kunden mit ihren Apple-Produkten ebenso. Die neuen Produkte dürften auch neue Kundengruppen erschließen und die jüngst erfolgte Beats-Übernahme zeigt, dass sich Apple die Erhaltung seines Mikrokosmos einiges kosten lassen wird, denn man hat hier wohl überwiegend auf den Streaming-Dienst gezielt und weniger auf die Bass-Kopfhörer, für die Beats bekannt ist. Dass Apple nun bei jungen Leuten dank dieser Übernahme "hipper" ist, ist nur ein netter Nebeneffekt. Viel wichtiger ist, dass es Apple kürzlich gelungen ist, endlich auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Denn seit Januar bietet China Mobile Apples Geräte an und obwohl Apple hier wohl deutliche Zugeständnisse machen musste, wächst der Absatz gerade in China rasant. Ein riesiger Markt, der nun auch für die Geräte und die Apple-Welt geöffnet wurde, so dass sich der Cash-Strom Richtung Apple noch vergrößern wird. Auch wenn die Margen hier niedriger sein dürften als bisher.

Fazit: Apple ist mehr als ein reiner Smartphone-Hersteller, Apple dringt zunehmend in die Vernetzung aller Medien ein und wer sich einmal in diesem Apple-Universum eingefunden hat, der bleibt. Gleichzeitig erschließt sich Apple neue Käuferschichten, insbesondere in dem Riesenmarkt China, und genießt weiterhin Kultstatus. Es kommen große Mengen frischen Geldes herein und die Margen sind weiterhin rekordverdächtig hoch, auch wenn sie nicht mehr die absoluten Höchstwerte vergangener Jahre erreichen, als Apple quasi keine Gegenspieler im Smartphone-Markt hatte. Darüber dürfte das ausgeweitete Aktienrückkaufprogramm kursfördernd sein und der am Montag erfolgende Aktiensplit die Aktie für viele noch attraktiver machen. Über den Sommer werden die Spekulationen um die neuen Apple-Produkte, insbesondere das neue iPhone, das Interesse am Köcheln halten und zusammen mit der enormen Ertragskraft und der attraktiven Bewertung des Unternehmens sollte sich ein Investment in den Tech-Giganten rentieren. Auch wenn keine Durchschnittsrenditen von 37 Prozent pro Jahr mehr zu erwarten sind.

Ich nehme Apple auf meine Empfehlungsliste.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Value oder Value Trap: Die Deutsche Rohstoff AG als antizyklisches Value-Investment?!

Deutsche Rohstoff AG? Klingt nach einem Widerspruch in sich, denn wenn Deutschland etwas nicht hat (außer Kohle), dann sind das Rohstoffe. Jedenfalls nicht im globalen Maßstab.
Aus der Unternehmenspräsentation: Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) ist eine Holding, deren Ziel es ist, einen international tätigen, diversifizierten, neuen deutschen Rohstoffproduzenten aufzubauen. Dazu werden bereits in der Vergangenheit erkundete Lagerstätten (wieder-)erschlossen und kleinere, bereits in Produktion oder kurz davor stehende Minen hinzugekauft. Geplant ist dabei neuste Bergbau-Technologie zu nutzen. Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Öl & Gas sowie Hightech-Metalle wie Seltene Erden, Zinn und Wolfram. Der Konzern agiert dabei als Holding, die bereits bestehende Gesellschaften kauft oder neue Projekte selbst entwickelt und deren Finanzierung übernimmt. DRAG unterhält Unternehmensbeteiligungen, Produktionsstätten oder Bergbauprojekte in politisch stabilen Ländern wie Deutschland, Australien, Kanada und den USA. Die Holding produziert Wolfram und Molybdän-Konzentrate in Australien sowie Erdöl, Erdgas und Erdgaskondensate in den USA.
Das 2006 gegründete Unternehmen ist durchaus erfolgreich. So wurde 2011 in Australien das Goldsuchen eingestellt und die entsprechende Tochter gut verkauft und jüngst hat man einen Riesendeal abgeschlossen...