Montag, 16. Februar 2015

Börsenweisheit der Woche 07/2015

"Mit einer hohen Handelsaktivität zerstört man den Hebel des Zinseszinses."
(Tim Schäfer)

Freitag, 13. Februar 2015

Villeroy & Boch hebt nach soliden Zahlen die Dividende an

Der traditionsreiche Keramik-Hersteller Villeroy & Boch hat ein solides Zahlenwerk präsentiert, das den Unruhen in der Ukraine und den Turbulenzen in Russland trotzen konnte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 konnte der Konzernumsatz auf konstanter Wechselkursbasis um 4,0%, nominal um 2,8% auf 766,3 Mio. EUR gesteigert werden. Das operative EBIT wurde um 6,1% auf 38,4 Mio. EUR verbessert und ein weiterer Sonderertrag wurde im Rahmen des Immobilienprojekts in Schweden realisiert. Durch diese 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) wurde ein EBIT von insgesamt 43,2 Mio. EUR. erzielt, so dass das Konzernergebnis mit 24,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 23,9 Mio. EUR liegt. Besonders erwähnenswert ist, dass die operative Nettovermögensrendite von 12,0% auf 13,0% gesteigert werden konnte - hier hatte Villeroy & Boch in der Vergangenheit deutliches Nachholpotenzial aufgewiesen und die neuen Werte zeigen, dass die eingeleiteten Maßnahmen zunehmend ihre Wirkung entfalten.

Für 2015 will man an das gute Abschneiden im Jahr 2014 anknüpfen und den Konzernumsatz erneut um 3 bis 5 Prozent steigern. Beim operativen Ergebnis soll der Zuwachs sogar leicht über der prognostizierten Umsatzsteigerung und somit über 5 Prozent liegen.

Für Anleger weiterhin interessant dürfte die Nachricht sein, dass die Dividenden deutlich um 5 Prozent erhöht werden soll. Stammaktien sollen auf der Hauptversammlung am 27. März mit 0,39 EUR bedacht werden, die Vorzugsaktien sogar mit 0,44 EUR. Auf Basis des derzeitigen Börsenkurses von 13 Euro für die Vorzugsaktie liegt die aktuelle Dividendenrendite bei knapp 3,4 Prozent.

Villeroy & Boch Vz. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

KKR versilbert nach Rekordzahlen weitere Kion-Anteile

Kion, die ehemalige Gabelstapler-Sparte des Linde-Konzerns und hinter dem Marktführer Toyota Industries die Nummer zwei auf dem Weltmarkt, hat vorläufige Rekordzahlen für 2014 vermeldet und das nutzt der Großaktionär Superlift Holding, um sich von weiteren 4,8 Millionen Kion-Aktien zu trennen. Eigentümer der Supferlift Holding sind US-Finanzinvestor KKR & Co. und die US-Investmentbank Goldman Sachs, die damit ihren Anteil an dem MDax-Unternehmen auf 13,9 Prozent verringern. Die Aktien wurden zu durchschnittlich 34,20 EUR oder insgesamt fast 156 Mio. EUR an den Mann gebracht.

Die Finanzinvestoren trennten sich seit dem Kion-Börsengang im Jahr 2013 bereits mehrfach von ihren 2006 erworbenen Anteilen und ihr verringertes Engagement zeigt sich auch in dem Ausscheiden ihrer Vertreter aus dem Kion-Aufsichtsrat zum Jahresende 2014.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Balda gelingt der operative Turnaround

Die Balda AG hat Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015 (bis 30. Juni) vorgelegt und die können sich durchaus sehen lassen. Nachdem im Vorjahr operativ noch ein Verlust von 1,5 Mio EUR zu Buche schlug, kann nun ein Gewinn von 0,4 Mio. EUR ausgewiesen werden. Die Erlöse stiegen im gleichen Zeitraum um knapp 16 Prozent auf 40,4 Mio. EUR. Die prognose für das Gesamtjahr bekräftigte Balda und rechnet bei Erlösen zwischen 73 und 78 Mio. EUR mit einem positiven EBIT - allerdings geht der Vorstand inzwischen davon aus, bei der Umsatzspanne im oberen Bereich zu landen.

Der operative Turnaround ist jedoch nur ein Mosaikstein, wenn es um Balda geht, allerdings ein ganz wichtiger. Der eigentliche Reiz Baldas liegt in der "attraktiven Unterbewertung" der Aktie, der deutlichen Diskrepanz zwischen Buchwert/Liquiditätsausstattung und Marktkapitalisierung. Bei einem Aktienkurs von 3 EUR kommt Balda auf eine Börsenbewertung von rund 177 Mio. EUR, während das Nettoumlaufvermögen bei 195 Mio. EUR anzusetzen ist. Balda notiert hier also mit einem Discount, obwohl das Unternehmen operativ wieder schwarze Zahlen schreibt. Daher sind die Kursziele der Warburg Bank von 3,90 EUR oder von First Berlin bei 4,40 EUR auch mehr als verständlich und zeigen das Potenzial auf, das die Aktie noch bieten könnte.

Der dritte Aspekt sind die Rechtsstreitigkeiten, in die Balda verstrickt ist. Einerseits wird Balda von den ehemaligen Verkäufern des US-Geschäftsbereichs auf Schadensersatz verklagt wegen eines angeblich mutwillig herbeigeführten verminderten Kaufpreisanspruchs und hat nun selbst Gegenklage erhoben und die beiden Verkäufer als Geschäftsführer der US-Tochter abberufen. Des Weiteren ist Balda selbst auf Schadensersatz aus und zwar im zweistelligen Millionenbereich, die man von ehemaligen Vorstands- und Organmitgliedern einfordert. Ihnen werden Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf von Aktien an der TPK Holding Co. im Juli 2011 vorgeworfen, aufgrund derer die TPK-Aktien erst zu einem späteren Zeitpunkt zu einem deutlich geringeren Preis veräußert werden konnten.

Normalerweise sind Rechtsrisiken Anlegers Feind. Im Fall von Balda gehören sie seit Jahren zur Begleitmusik und wenn man sich die potenziellen Auswirkungen auf den Wert der Balda AG ansieht, scheint hier eher Bewertungspotenzial nach oben zu bestehen, als dass man sich größere Sorgen um unangenehme Nachzahlungen machen müsste, die sich deutlich auf den Wert des Unternehmens auswirken würden. Balda scheint auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin erheblich unterbewertet zu sein und der Wermutstropfen, dass sich das Management in absehbarer Zeit nicht alleine auf das Voranbringen des operativen Geschäfts und mögliche Zukäufe konzentrieren kann, sondern sich auch auf die Rechtsstreitigkeiten konzentrieren muss, sollte den Aktienkurs nicht allzu lange mehr bremsen.

Balda befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Cisco Systems surft die digitale Erfolgswelle. Und wie!

Der global agierende Anbieter von Networking-Lösungen für das Internet und die Datenkommunikation, Cisco Systems, hat seine Zahlen für das abgelaufene Quartal präsentiert und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 11,9 Mrd. USD und das Ergebnis je Aktie legte um 70 Prozent auf 2,4 Mrd. USD oder 46 Cents nach 1,4 Mrd USD bzw. 26 Cents im entsprechenden Vorjahresquartal zu. Bereinigt um Sondereinflüsse blieben beim Ergebnis je Aktie sogar 53 Cents übrig, 2 Cents mehr als Analysten erwartet hatten.

Die starken Zahlen resultieren sowohl aus zunehmenden Produktverkäufen also auch Zuwächsen in der Service- bzw. Dienstleistungssparte. Hier kommen Cisco Systems die Investitionsoffensiven der Telekommunikationsanbieter entgegen und gleichzeitig bietet Cisco neuere und profitablere Produkte an. Die digitale Welt spricht eben Cisco. Ergänzend macht sich allerdings inzwischen auch das neuerliche Kostensenkungsprogramm mit der Streichung von bis zu 6.000 Stellen positiv in der Bilanz bemerkbar.

Die hervorragenden Ergebnisse haben natürlich auch Auswirkungen auf die Quartalsdividende. Die nächste Ausschüttung wird von den bisherigen 19 Cents nun um mehr als 10 Prozent auf 21 Cents angehoben, was einer aufs Jahr hochgerechneten Dividendenrendite von 3,1 Prozent entspräche. Der Dividendenabschlag erfolgt am 2. April, die eigentliche Ausschüttung an die Aktionäre, die zum US-Börsenschluss am 31. März die Aktien in ihren Depots hatten, am 22. April.

Das von CEO John Chambers geführte Netzwerkunternehmen bleibt damit sowohl unter Bewertungs- als auch unter Dividendenaspekten einer der Top-Picks im High-Tech-Sektor!

Cisco Systems befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Öl-Investments lassen KKRs Quartalsgewinn abschmieren

Der von Henry Kravis und George Roberts geführte US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) hat Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2014 vorgelegt und die sind deutlich schlechter ausgefallen als vor Jahresfrist und als der Markt erwartet hat. Das Economic Net Income, das unrealisierte Buchgewinne beinhaltet, sank im vierten Quartal auf 46 Mio. US-Dollar oder 5 US-Cents je Aktie, nachdem es im Vorjahresquartal noch 743 Mio. USD oder 1,04 USD je Aktie betragen hatte. Ein Einbruch um 94 Prozent - was sich dramatischer anhört, als es ist, auch wenn Analysten durchschnittlich mit 44 US-Cents je Aktie gerechnet hatten. Denn der Einbruch ist den deutlich verringerten Buchwerten der Öl- und Gas-Beteiligungen von KKR geschuldet, und an denen ist die Halbierung des Ölpreises im letzten halben Jahr natürlich nicht spurlos vorbei gegangen. Auch andere Investoren in dem Bereich mussten schon Federn lassen.

Schaut man auf die ausschüttungsfähigen Gewinne, also ohne Zu- und Abschreibungen, die KKR im letzten Quartal eingefahren hat, dann errechnet sich lediglich ein Absinken auf 376 Mio. USD bzw. um 26 Prozent gegenüber dem entsprechenden Schlussquartal 2013, als KKR fünf Unternehmensverkäufe und ein entsprechendes Rekordergebnis vermelden konnte. Auf das Gesamtjahr gesehen stiegen KKRs ausschüttungsfähige Gewinne in 2014 um starke 39 Prozent und das verwaltete Vermögen lag per Jahresultimo bei rund 98 Milliarden US-Dollar.

Auch zur Quartalsdividende äußerte sich KKR und wird am 6. März 35 US-Cents je Aktie auskehren. Der Dividendenabschlag erfolgt nach US-Börsenschluss am 20. Februar - wer dann die KKR-Aktien im Depot hat, kommt in den Genuss der Ausschüttung.

Fazit
Dass die Energieinvestments kräftige Bremsspuren in der KKR-Bilanz des vierten Quartals hinterlassen würden, war abzusehen. Und auch wenn diese heftiger ausfielen, als allgemein erwartet wurde, zeigen die Zahlen für das Gesamtjahr, dass KKR mit seiner antizyklischen Investitionspolitik unter dem Strich richtig Geld verdient. Der gestrige kräftige Kursrücksetzer sollte sich daher auf mittel- und langfristige Sicht als günstige Nachkaufgelegenheit erweisen.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 9. Februar 2015

Börsenweisheit der Woche 06/2015

"Bewerte das Unternehmen. Vergiss nicht, dass eine Aktie nicht nur ein Stück Papier ist, sondern einen Anteil an einem Unternehmen verkörpert."
(Walter Schloss)

Freitag, 6. Februar 2015

Blackstone zahlt CEO Schwarzman $500 Millionen. Und wie viel Dividende steckst Du ein?

Der Gründer und Chef der Private-Equity-Firma Blackstone Group L.P. bekam Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge für 2014 mehr als 500 Millionen US-Dollar von seiner Firma überwiesen. Das ist eine gewaltige Summe, die Stephen A. Schwarzman zum reichsten Mann in der Private-Equity-Szene macht, und oberflächlich betrachtet könnte man meinen, es müsse nun einen neue Neid-Debatte über viel zu üppige Managergehälter losgetreten werden. Aber nicht dieses Mal, nicht hier.

Denn Schwarzman ist der mit Abstand größte Anteilseigner der von ihm gegründeten Firma und er bekommt nur das, was alle anderen Aktionäre auch bekommen: üppige Dividendenschecks. Und das ist verständlich, denn Blackstone hat 2013 alle Rekorde gebrochen was die von ihr verwalteten Assets angeht und die daraus erzielten Gewinne. Und 2014 konnten die Rekordwerte nochmals deutlich übertroffen werden. Die Aktionäre profitieren gleich doppelt, denn die Quartalsdividenden von Blackstone summieren sich auf das Jahr gerechnet auf deutlich mehr 6 Prozent und die Aktie notiert auf ihrem Allzeithoch. Wer einen genauso großen Dividendenscheck erhalten möchte wie Steve Schwarzmann, kann es ihm gleichtun: er muss "nur" genauso viele Anteile an Blackstone erwerben, wie Schwarzman hält. Dessen Vermögen liegt bei 11,5 Milliarden US-Dollar, daher dürften die wenigsten von uns da mithalten können. Aber wir können zumindest einige Aktien seiner Blackstone Group kaufen und zu seinen Partnern werden. Und uns dann auf ebenfalls üppige Quartalsdividenden freuen - gerade gestern war der Tag, an dem die jüngste Dividende vom Kurs abgezogen wurde. Ein Dividendenabschlag von 0,688 EUR je Aktie, also 2,15 Prozent Rendite - für das Vierteljahr, wohlgemerkt! Und schaut man sich die Gewinnschätzungen für 2015 und 2016 an, wird die Aktie mal gerade mit einem 10er KGV bewertet. Das dürfte sich sich weiterhin lohnen, nicht nur für den Milliardär...

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Deutsche Telekom wird größter Aktionär der British Telecom Group

Die Deutsche Telekom und die französische Orange (die frühere France Telecom) verkaufen ihr gemeinsames Mobilfunk-Joint-Venture "Everything Everywhere" (EE) an die BT Group. Der ehemalige britische Staatsmonopolist hatte sich vor gut zehn Jahren von seinem Mobilfunkbereich getrennt, nachdem inzwischen jedoch Mobil, Festnetz und Kabel-TV zu einer Medieneinheit zusammenwachsen, erfolgt mit der Übernahme nun die Rolle rückwärts.

EE ist Großbritanniens führender Mobilfunkanbieter mit mehr als 30 Millionen Kunden, beschäftigt etwa 15.000 Mitarbeiter und verfügt über 580 Filialen. EE geht inkl. Schulden für 12,5 Milliarden Britische Pfund (rund 16,5 Mrd. EUR) an die BT Group, was einer Bewertung in Höhe des 7,9-fachen operativen EBITDA im Jahr 2014 entspricht. Nach dem Deal wird die Deutsche Telekom eigenen Angaben zufolge mit 12 Prozent größter Aktionär der Briten und erhält einen Sitz im Verwaltungsrat der BT Group, während Orange dann 4 Prozent halten wird. Der Kaufpreis wird zum Großteil in Aktien der BT Group bezahlt, die mit einer 18-monatigen Lock-up-period versehen sind.

Die Deutsche Telekom befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Übernahme: Aurelius ist auf die Jeans gekommen

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius übernimmt das Europageschäft der Tavex-Gruppe. "Die übernommene Einheit produziert Denim-Stoffe für namhafte Jeansproduzenten primär in Süd- und Westeuropa. 580 Mitarbeiter erwirtschafteten 2014 einen Umsatz von 45 Mio. EUR und positive Erträge vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA). Das Europa-Geschäft konzentriert sich ausschließlich auf die Produktion von qualitativ hochwertigen Denim-Stoffen. Mit dem Verkauf fokussiert die brasilianische Mutter Tavex SA konsequent ihre strategische Konzentration auf das Kerngeschäft in Südamerika", heißt es in der Meldung. Die übernommenen Einheiten verfügten über zahlreiche Wettbewerbsvorteile. So sei das Logistikzentrum in Navarres auf dem neusten Stand der Technik und seit 2007 seien hier Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich getätigt worden. Das Werk verfüge heute über beeindruckend niedrige Vertriebskosten und eine hohe Reaktions- und Versandgeschwindigkeit. Mit der geografischen Nähe der Produktionsstätte zu der sich schnell wandelnden Bekleidungsindustrie in Europa könnten in den kommenden Jahren Marktanteile durch Preis, Qualität und Services gewonnen werden, ist sich der Aurelius-Chef sicher. "Die Akquisition des Europa-Geschäfts von Tavex ist ein weiterer Schritt zur Stärkung des internationalen Geschäfts von AURELIUS", so Dr. Dirk Markus.

Noch in der Warteschleife hängt hingegen die erwartete Übernahme einer Schönheitsklinik in Großbritannien, wo die rechtliche Prüfung hinsichtlich möglicher Risiken noch andauere.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 2. Februar 2015

Value Trap Rückversicherungs-Aktien?

Die Aktien von Rückversicherern wie Munich RE, Hannover Rück oder Swiss Re sind seit Jahren eine sichere Bank, ihre Bewertung ist moderat, die KGVs zumeist einstellig, und die Dividendenrenditen zählen zu den höchsten in den großen Indizes. Nachvollziehbar, dass sich die Kurse nahe ihren Höchstständen bewegen. Und Value-Ikone Warren Buffett schwört auf Rückversicherungen, seine Investmentholding Berkshire Hathaway ist ja Mutter von General RE und hält Anteile an der Konkurrenz: seit 2010 alleine 11 Prozent am weltgrößten Rückversicherer Munich Re, aber auch an Swiss Re im mittleren einstelligen Prozentbereich. Da kann ja nichts schief gehen...

Doch seit geraumer Zeit ist das Geschäft der Rückversicherer unter enormen Druck geraten und das hat mit den immer tiefer fallenden Zinsen zu tun. Denn auf der einen Seite bricht den Rückversicherern die Rendite weg, die sie mit den durch ihre Prämien aufgelaufenen Geldern am Anlagenmarkt erzielen können und auf der anderen Seite sehen sie sich einer immer stärker zunehmenden Konkurrenz ausgesetzt. Und zwar nicht aus ihrer Branche, sondern Branchenfremde haben die Rückversicherung als vermeintlich lukrative Anlagezone für sich entdeckt. Die niedrigen Zinsen und das billige Geld der Notenbanken scheuchen immer mehr Kapital auf, das auf dem ganzen Globus verzweifelt nach Rendite sucht. Für die Versicherungsassekuranzen, die sich bei den Rückversicherern ja absichern, bieten sich hier Chancen. Sie bieten immer öfter ihre Erstversicherer-Risiken als verbriefte Versicherungsrisiken (Insurance Linked Securities, kurz: ILS) direkt am Kapitalmarkt an und Investoren greifen dankend zu. Typisches Beispiel sind sog. Katastrophen-Anleihen, die in der Regel von institutionellen Anlegern gezeichnet werden und hohe Renditen versprechen. Doch diese Investoren schauen vor allem auf die vermeintliche Rendite, sie können viel schlechter als die Profis der Rückversicherungen die damit einhergehenden Risiken einschätzen - denn letztlich müssen sie im Schadensfall enorme Beträge zur Verfügung stellen, also bei Tsunamis, Hurricanes, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Kraftwerksunfällen. Und hier lassen die klassischen Rückversicherer immer häufiger Geschäft liegen, weil für sie die zu erzielenden Prämien nicht mehr risikoadäquat sind. Das ist durchaus vernünftig, denn noch vor zehn Jahren war man in der Branche bereit, auch Risiken zu übernehmen, von denen man annahm, dass sie sich nicht rechnen würden. Nur um Marktanteile zu gewinnen oder auch nur zu halten. Die großen Wirbelsturmkatastrophen in den USA (New Orleans, New York) haben die Unternehmen eines Besseren belehrt.

Und doch bringt diese - richtige - Strategie für die Rückversicherer einige Probleme mit sich. Sie verzichten auf Geschäft, auf Prämieneinnahmen, und damit schrumpft ihr Ertragspotenzial. Gleichzeitig verdienen sie selbst mit ihren Kapitalanlagen immer weniger und so erodieren die eigenen Gewinne. Und das bereits seit einigen Jahren und die Lage verschärft sich eher, als dass ein Ende abzusehen wäre. Das führt dazu, dass die scheinbar attraktiven Bewertungen anhand der Kurs-Gewinn-Verhältnisse mit zunehmender Skepsis zu betrachten sind. Das birgt mithin Kursrisiken für alle Branchenvertreter. Und weiteres Ungemach droht, denn die Rückversicherer gelten als Dividendenaristokraten, die seit Jahren mindestens gleichbleibende, meistens aber sogar steigende Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten. Das ist ein echter Vorteil und für viele Anleger sind diese hohen Dividendenrenditen das Anlagekriterium in diesen Aktien schlechthin. Und doch liegt auch gerade hier enormes Gefahrenpotenzial, denn wenn den Unternehmen das Geschäft und die Margen wegbrechen, sie gleichzeitig weniger Geld aus ihren Kapitalanlagen verdienen, dann sinken die Gewinne, die die Grundlage für die Dividendenzahlungen sind. Natürlich werden die Rückversicherer versuchen, die Dividenden mindestens auf gleicher Höhe zu halten, aber diese Zahlungen werden dann aus der Substanz ausgekehrt, also die Rücklagen des Unternehmens angreifen und es so letztlich schädigen. Ein solches Vorgehen kann für ein oder zwei Jahre angebracht sein, um die Dividenden auf einem konstanten Niveau zu halten, obwohl das operative Geschäft stärkeren Schwankungen unterliegt, aber die schwierige Lage der Rückversicherungen ist nicht kurzfristiger Natur, sondern wächst sich seit einigen Jahren zu einem Dauerproblem aus, das das Geschäftsmodell ins Wanken bringt. Denn passen die Unternehmen ihrer Strategie an, nehmen sie höhere Risiken ins Depot mit (viel) zu geringem Prämienaufkommen. Oder sie lehnen dies ab und sehen ihre Umsätze zunehmend schrumpfen und damit auch ihre Gewinne.

Ich kann nicht abschätzen, wie und ob überhaupt die Rückversicherer aus diesem Teufelskreis herauskommen, solange sich das Zinsniveau nicht deutlich erhöht und Anleihen wieder konkurrenzfähige Renditen abwerfen. Ich fürchte allerdings, dass sie das viel Geld kosten wird, so oder so. Und für Aktionäre sind das keine guten Aussichten, nicht auf mittlere und lange Sicht. Ich würde daher die Rückversicherer nicht mehr als Value Investment ansehen, sondern als Branche, die das Zeug zu einer echten Value Trap hat. Von Investments in Rückversicherer würde ich daher absehen; einzig Warren Buffetts Berkshire Hathaway bietet weiterhin gute Chancen, weil das Unternehmen eben weit mehr ist als die Versicherungssparte und so breit diversifiziert ist auch in die Bereiche Energie und Consumer Goods.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.


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08.11.2012 Dividendenwerte schlagen Lebensversicherungen!

Börsenweisheit der Woche 05/2015

"Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen."
(Allgemeine Börsenweisheit)

Freitag, 30. Januar 2015

Deutsche Rohstoff AG mit äußerst erfolgreicher Beteiligung

Die Deutsche Rohstoff AG kann nicht nur Öl und Gas, das ihr beim Verkauf ihrer Beteiligung Tekton einen riesigen Berg an Cash eingebracht hat, sondern sie investiert auch in andere Rohstoffe. Gold war so einer und Wolfram ist ein anderer Schwerpunkt. Im September vermeldete die DRAG, man habe den Verkauf der eigenen australischen Wolfram Mine abgeschlossen. Käufer war die kanadische Almonty Industries und die DRAG erhielt den damaligen Kaufpreis von umgerechnet 12,7 Mio. EUR in Almonty-Aktien und Aktienoptionen. Genauer erhielt sie 12,2 Millionen Aktien von Almonty und eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von 7,5 Mio. mit einer Laufzeit von 2,5 Jahren und mit 4% Verzinsung, die von der DRAG ab einem Aktienkurs von 1,45 CAD in Almonty-Aktien umgetauscht werden kann.

Almonty selbst ist dabei, sich zum größten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas zu mausern. Zu diesem Zweck gab das Unternehmen kürzlich bekannt, mit Woulfe Mining fusionieren zu wollen. Almonty betreibt die Los Santos Mine in Spanien sowie die Wolfram Camp Mine in Australien und entwickelt das Valtreixal Wolfram/Zinn Projekt in Nordwest-Spanien, das 2017 in Produktion gehen soll. Woulfe Mining ist 100%-Eigentümerin des Sangdong Wolfram/Molybdän-Projekts in Südkorea, das über eine abgeschlossene Machbarkeitsstudie und eine sehr große Wolfram-Ressource verfügt. Der Vorstand der DRAG begrüßte das Vorhaben.

Und die Beteiligung an Almonty macht der DRAG weiterhin viel Freude. Denn soeben vermeldete Almonty seinen Jahresabschluss per 30. September 2013. Das Nettoergebnis beläuft sich auf 10,4 Mio. CAD (7,3 Mio. EUR) bei einem Gesamtumsatz von 29,6 Mio. CAD (20,8 Mio. EUR). Pro Aktie beläuft sich das Nettoergebnis auf 0,24 CAD. Das Unternehmen verfügte per Ende September über liquide Mittel in Höhe von knapp 15 Mio CAD. Und die DRAG hält aktuell 24,9% der Aktien der Almonty und darf sich somit über einen Gewinnanteil von 1,8 Mio. EUR freuen. Es zeichnet sich deutlich ab, dass die DRAG auch hier ein glückliches Händchen hatte, als man die eigenbetriebene Wolfram-Mine in die Hände der bewährten Almonty-Crew gab und sich lieber einen dicken Brocken am Gesamtunternehmen sicherte, ohne selbst die operativen Geschäfte führen zu müssen. Anleger sollten langfristig viel Freude mit ihrem Engagement bei der DRAG haben.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Blackstone rockt die Street!

Finanzinvestor Blackstone Group hat Zahlen vorgelegt zum 4. Quartal 2014 und die lagen um 11 Prozent unter denen des Vorjahres. Analysten hatten mit einem größeren Abstand gerechnet, war doch die Blackstones Immobiliensparte im Schlussquartal 2013 überaus erfolgreich gewesen. Im Schlussquartal verdiente Blackstone 551 Mio. US-Dollar oder 0,90 USD je Aktie (Vorjahresquartal: 621 Mio. und 1,05). Bezogen auf das Gesamtjahr 2014 erzielte Blackstone in allen Kernbereichen neue Rekorde: der Nettogewinn stieg um 24 Prozent und das ausschüttungsfähige Ergebnis sogar um 64 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Das verwaltete Vermögen konnte von 226 Mrd. USD auf 290 Mrd. USD gesteigert werden.

Für Aktionäre besonders erfreulich ist die satte Anhebung der Quartalsdividende. Diese soll auf 78 US-Cents steigen nach 58 US-Cents im Vorjahresquartal. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs von 37 USD würde dies bei einer Fortschreibung auf das Gesamtjahr einer Dividendenrendite von 8,4 Prozent entsprechen. Doch ganz so einfach kann man es sich natürlich nicht machen, denn die Gewinne und damit die vierteljährlichen Ausschüttungen unterliegen deutlichen Schwankungen. Hier lohnt ein Blick auf die Dividendenhistorie der vergangenen Jahre und es zeigt sich, dass die jeweils Anfang Februar ausgekehrte Dividendenzahlung immer die höchste des Jahres ist. Die Auszahlungsmonate sind stets Februar, Mai, August, November und es wurden folgende Quartalsdividenden ausgeschüttet:

2012: 0,22 / 0,10 / 0,10 / 0,10 = 0,52 USD p.a.
2013: 0,42 / 0,30 / 0,23 / 0,23 = 1,18 USD p.a.
2014: 0,58 / 0,35 / 0,55 / 0,45 = 1,92 USD p.a
2015: 0,78

Geht man also davon aus, dass Blackstone im ersten Quartal etwa ein Drittel der Jahresdividende ausschüttet, würde diese etwa bei 2,40 USD je Aktie landen, was einer Dividendenrendite von 6,5 Prozent entspräche. Eine sehr ansehnliche Rendite, die durch entsprechende Gewinne verdient wurde und nicht aus der Substanz gezahlt wird!

Neben der attraktiven Dividende schlagen bei Blackstone noch Kurschancen zu Buche und da es sich um ein amerikanisches Unternehmen handelt, spielt deutschen Anlegern die Euro-Schwäche hier zusätzlich in die Karten. Denn sowohl die Dividendenausschüttungen als auch die Aktienkurse sind umso höher, je schwächer der Euro gegenüber dem Dollar notiert.

Bei all den lukrativen Aussichten verwundert es kaum, dass die Blackstone-Aktie sich sowohl auf Dollar- aber erst recht auf Euro-Basis auf Allzeithoch bewegt. Für langfristig orientierte Anleger sollte sich der Einstieg jedoch weiterhin lohnen. Und auch für Dividendenjäger, denn die soeben angekündigte Quartalsdividende wird am 17 Februar ausgezahlt und zwar an alle Aktionäre, die zum US-Börsenschluss des 9. Februar die Aktien der Blackstone Group in ihren Depots haben. Man kann sich mit seiner (Nach-) Kaufentscheidung also noch gut eine Woche Zeit lassen, will man von der Rekord-Dividendenzahlung profitieren.

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Leifheit erhöht nochmals die Prognosen für 2014

Der Haushaltsgerätehersteller Leifheit hat zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seine Jahresprognose deutlich nach oben korrigiert. Nachdem man Ende Oktober bereits - auch aufgrund von positiven Währungseffekten - optimistischer wurde für das Geschäftsjahr 2014, hat sich die Euroschwäche als weiterhin sehr ergebnisfördernd erweisen. Nach vorläufigen Schätzungen erwartet das Unternehmen aufgrund der Ergebnisse des 4. Quartals 2014 ein EBIT von etwa 21 bis 22 Mio. EUR, wohingegen die Oktober-Prognose noch ein EBIT von etwa 18 bis 19 Mio. EUR vorsah. Alleine die Währungseffekte beziffert Leifheit auf rund 5 Mio. EUR.

Da der US-Dollar seit Jahresbeginn weiter deutlich an Stärke gewonnen hat, werden sich die positiven Währungseffekte auch auf das Jahresergebnis 2015 auswirken. Je länger und deutlicher der Euro schwächelt, desto größer die positiven Auswirkungen auf die Leifheit-Bilanz. Folglich sind die Ergebniserwartungen der Analysten zu niedrig und die aktuelle recht ambitionierte Bewertung hinsichtlich des KGVs doch nicht ganz so hoch. Leifheit wird die vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 am 12. Februar 2015 bekanntgeben und vielleicht auch einen ersten Blick auf die zu erwartende Dividende. Die ohnehin üppige Dividende könnte wohl noch höher ausfallen, als bisher erwartet wird. Spielraum wäre jetzt jedenfalls vorhanden.

Leifheit befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 26. Januar 2015

Börsenweisheit der Woche 04/2015

"Der Irrtum ist die tiefste Form der Erfahrung."
(Martin Kessel)

Freitag, 23. Januar 2015

Starbucks wächst rasant - und höchst profitabel

Die Kaffeehauskette Starbucks hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2015 präsentiert. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 4,8 Mrd. US-Dollar (4,2) und der Gewinn kletterte auch Dank der Übernahme von Starbucks Japan ggü. dem Vorjahreszeitraum um 80 Prozent auf 983 Mio. US-Dollar (541) oder 1,30 US-Dollar je Aktie (0,71). Vor Sonderposten liegt der Gewinn bei 0,80 US-Dollar je Aktie. Von September bis Dezember legten die Verkäufe in allen Regionen zu, besonders stark in China. Doch auch die Geschäfte in Amerika waren sehr zufriedenstellend, denn dort stiegen die Umsätze der etablierten Cafés (die bereits mehr als ein Jahr geöffnet sind) um 5 Prozent. Weltweit betreibt Starbucks inzwischen 21.878 Filialen, ein Plus von 512, und verfolgt eine aggressive globale Wachstumsstrategie.

Bei Vorlage der Quartalsbilanz bestätigte Starbucks sein Ziel, im Gesamtjahr ein Umsatzplus von 16 bis 18 Prozent zu erzielen. Gleichzeitig wurde die Prognose für das Ergebnis je Aktie (EPS) von 3,42 bis 3,54 auf 3,53 bis 3,58 US-Dollar angehoben.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Starbucks die Erwartungen der Analysten sowie die hohen Vorgaben des Managements erfüllen und wurde nachbörslich in New York mit einem deutlichen Kursplus von rund 5 Prozent belohnt.

Starbucks befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Deutsche Rohstoff AG: Cleverer Anleihe-Schachzug

Der starke Preisverfall der Rohstoffe, insbesondere der des Erdöls um knapp 50 Prozent, setzen den Produzenten mächtig zu. Auch der Deutschen Rohstoff AG, die zwar letztes Jahr zu ausgezeichneten Konditionen und genau zum richtigen Zeitpunkt ihre US-Ölfördertochter verkauft hat und aktuell nicht fördert. Dennoch sitzt man auf einem enormen Berg an Cash und muss sich hierfür etwas einfallen lassen. Zuletzt hatte man angekündigt, erste Probebohrungen auf einem neuen Ölfeld aufzunehmen.

Nun geht die DRAG einen Schritt weiter und hat soeben angekündigt, ihre eigene ausstehende Anleihe bis zu einem Volumen von 20 Mio. EUR zurückzukaufen. Was etwas einfallslos aussieht, ist doch clever. Zwar bietet die DRAG den Anleiheinhabern einen Kurs von 105 Prozent, macht also ggü. der normalen Rückzahlung am Laufzeitende 2018 einen Verlust von 5 Prozent, allerdings erspart man sich die bis dahin fälligen jährlichen Zinsen von 8 Prozent. Und da man für das Geld auf einem Anlagekonto momentan eher Strafzinsen zahlen muss, als dass man noch eine Rendite erwirtschaftet, erzielt die DRAG mit dieser Maßnahme deutliche finanzielle Vorteile.

Es stellt sich allerdings die Frage, weshalb die Anleiheinhaber auf das Angebot der DRAG eingehen sollten. Immerhin dürften sie es schwer haben, eine alternative - und sichere - Anlage mit 8 Prozent Rendite zu finden. Die DRAG verweist allerdings nicht von ungefähr auf die Anleihebedingungen, denn nach denen "kann die Deutsche Rohstoff AG die Anleihe im Juli 2016 zu einem Kurs von 103 %, ab Juli 2017 zu 102 % vorzeitig kündigen und zurückzahlen". Und dass die DRAG dieses tun wird, sofern Zinsniveau und Ölpreis sich im Juli 2016 in ähnlichen Spähren bewegen wie heute, dürfte außer Frage stehen. Anleihegläubiger könnten also versucht sein, lieber jetzt eine höhere Rendite durch das Rückkaufangebot mitzunehmen, um dann das Geld woanders für die restliche Zeit investieren zu können. Für die DRAG lohnt sich der Rückkauf in jedem Fall.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 19. Januar 2015

Börsenweisheit der Woche 03/2015

"Nutze den Buchwert als Ausgangspunkt für die Unternehmensbewertung und versichere Dich, dass die Schulden nicht größer sind als das Eigenkapital."
(Walter Schloss)

Donnerstag, 15. Januar 2015

Lebensversicherungen sind die pure Geldverschwendung

Der Deutschen liebstes Kind ist noch immer die Kapital-Lebensversicherung, obwohl es kein, wirklich kein Argument (mehr) gibt, das irgendwie für sie sprechen würde. Abgesehen von den horrend hohen Provisionen, die die Vermittler für jeden Abschluss einkassieren.

Und die letzte Gesetzesänderung hat die Lebensversicherungen für Kunden noch unattraktiver gemacht, denn es wurde nicht nur der Garantiezins erneut kräftig abgesenkt von 1,7% auf jetzt nur noch 1,25%, sondern es wurde den Versicherern auch gestattet, die Kunden nicht mehr so stark wie bisher an den aufgelaufenen Bewertungsreserven beteiligen zu müssen. Im Klartext: die Versicherungskonzerne verwenden das Geld der Versicherten und legen dieses in Anleihen an. Und wenn sie damit Gewinne erzielen, fließen diese künftig zu großen Teilen nicht mehr den Versicherten zu. Alles klar? Enteignung würde man das umgangssprachlich nennen.

Nach Zahlen der Ratingagentur Assekurata wirft eine Lebensversicherung im Schnitt 0,92 Prozent garantierte Rendite ab - vor Abzug der Inflation und vor Abzug der Steuern, die man am Ende noch auf die mageren erzielten Erträge zahlen darf. Wer solche Produkte kauft und dafür noch fette Abschlussprovisionen zahlt, dem ist kaum noch zu helfen! Da die meisten Deutschen dies allerdings bereits getan haben, manche sogar mehrfach, braucht sich auch niemand mehr zu wundern, weshalb die Schere zwischen Arm und Reich in diesem Land immer weiter auseinander klafft: auf der einen Seite sind die Reichen, die ihr Geld in Immobilien und Unternehmensbeteiligungen investieren und dadurch immer reicher werden. Und auf der anderen Seite sind die weniger Vermögenden, die ihr sauer verdientes Geld auf Sparbüchern verrotten lassen und in Lebensversicherungen versenken. Selbst Schuld, muss man sagen, jeder hat es selbst in der Hand, mit seinem Geld etwas Sinnvolles anzufangen!

Dienstag, 13. Januar 2015

KKR und DIC Asset entwickeln Gewerbeimmobilien künftig gemeinsam

Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) und die Muttergesellschaft des deutschen Gewerbeimmobilien-Entwicklers DIC Asset AG, die Deutsche Immobilien Chancen Gruppe, haben ein Gemeinschaftsunternehmen ins Leben gerufen, das unter German Estate Group (GEG) firmieren wird.

Die DIC-Gruppe überträgt ihr operatives Geschäft vollständig auf die GEG. Dazu gehören neben rund 40 Immobilienexperten auch das Management der Projektentwicklung MainTor in der Bankenmetropole Frankfurt. KKR wiederum wird künftig alle Investitionen in Büro- und Einzelhandelsimmobilien in Deutschland exklusiv über die GEG abwickeln. Und auch personell werden zum Jahresende die Weichen gestellt, denn DIC-Chef Ullrich Höller wird zum Jahresende 2015 an die Spitze der GEG wechseln und das Gemeinschaftsunternehmen leiten. Der DIC Asset bleibt er als Aufsichtsrat verbunden.

Die GEG will sich als Investment-Plattform auf den deutschen Büro- und Einzelhandelsmarkt fokussieren und dabei auch riskantere Deals wie Projektentwicklungen angehen. Dem gegenüber kann sich die börsennotierte DIC Asset AG eher wieder auf Bestandsimmobilien mit wenig Risiko konzentrieren.

Seit 1999 hat KKR hierzulande mehr als 4,4 Mrd. US-Dollar Eigenkapital in 15 deutsche Unternehmen investiert. Die GEG-Gründung ist für KKR auch ein bedeutender Schritt für seine Immobilienplattform, die seit ihrem Start 2011 in 26 Transaktionen in den USA, Europa und Asien mehr als 1,6 Mrd. US-Dollar Eigenkapital investiert hat.

Disclaimer: KKR & Co. befindet sich auf meiner Beobachtungsliste.

Montag, 12. Januar 2015

Deutsche Rohstoff AG akquiriert erste Öl-Flächen

Cub Creek Energy (CCE), eine 74-prozentige Öl- und Gastochter der Deutsche Rohstoff AG, hat sich Flächen im Kernbereich des Wattenbergfeldes in Colorado/USA gesichert und für die ersten 12 Horizontalbohrungen laufen bereits die Genehmigungsverfahren. CCE zahlt für die Flächen einmalig 700.000 US-Dollar und wird diese Bohrungen als Betriebsführer selbst durchführen und das Entwicklungskonzept der Fläche bestimmen. Aufgrund der technischen Analysen geht das Management davon aus, dass die Flächen ab ca. 40. US-Dollar wirtschaftlich attraktiv sind. Darüber hinaus dürfte durch den starken Rückgang der Ölpreise in den vergangenen Monaten eine Reduzierung der Kosten pro Bohrung erreicht werden können.

WTI: in einem halben Jahr glatt halbiert
Die DRAG war bereits mit ihrer Tochter Tekton Energy, deren Nachfolgerin die CCE ist, im Wattenberg-Feld aktiv und hatte vor einiger Zeit diese Flächen für 200 Mio. US-Dollar sehr gewinnbringend veräußert. Aufgrund der gesunkenen Ölpreise ergeben sich für die DRAG momentan attraktive Kaufopportunitäten und die heutige Meldung dürfte nur die erste gewesen sein und unterstreicht die Strategie, nur in Flächen zu investieren, die auch bei den aktuellen Ölpreisen eine gute Rendite versprechen und gleichzeitig keine oder nur sehr geringe finanzielle Verpflichtungen bedeuten.

Bisher jedenfalls beweist das Management ein ausgezeichnetes Händchen, was die Flächenauswahl und das Timing angeht und für die Aktionäre sollten sich diese Erfolge der DRAG als antizyklisches Value Investment mittel- und langfristig auszahlen.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 02/2015

"Es ist der gewöhnliche Fehler der Menschen, bei gutem Wetter nicht an den Sturm zu denken."
(Niccolo Machiavelli)