Montag, 14. Juli 2014

Börsenweisheit der Woche 28/2014

"Wenn ein Unternehmen gut läuft wird die Aktie letztendlich folgen."
(Warren Buffett)

Dienstag, 8. Juli 2014

Steico: groß(artig) in der Nische

Die Steico SE ist ein deutscher Hidden Champion, ein Unternehmen, das ich seit Jahren auf meiner Empfehlungsliste habe und das sich kontinuierlich nach oben arbeitet, sowohl was die Unternehmensentwicklung als auch den Aktienkurs angeht. Das Unternehmen "ist ein Systemanbieter für ökologische Baustoffe in den Bereichen Dämmung und Konstruktion. Zudem liefert die Gesellschaft dem Holzgroßhandel und der Möbelindustrie Teile zu. Zum Kerngeschäft gehören die Produktion und der Vertrieb von Faserprodukten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Zum Sortiment zählen neben dem Kerngeschäft der Holzfaser-Dämmstoffe Stegträger als konstruktive Bauelemente sowie Furnierschichtholz als Handelsware", so die unternehmenseigene Präsentation.

Steico ist weltweit der größte Hersteller von holzfaserbasierten Dämmstoffen mit einem europäischen Marktanteil von 50% und damit in einem absoluten Wachstumsmarkt tätig, denn der Klimawandel zwingt auch Deutschland zu sauberer Energienutzung und Energieeinsparung. Der weitaus größte Effekt kann durch den Ersatz maroder Bausubstanz erreicht werden bzw. durch das Nachrüsten alter Gebäude mit moderner Dämmtechnik. Denn Energieverbräuche zu reduzieren ist immer noch besser, als (viel) saubere Energie produzieren zu müssen. Seitens der Regierung wird denn auch einiges getan, um deutsche Immobilienbesitzer über Fördermittel und -programme zur Wärmedämmung zu ermutigen.

Nun ist Steico nicht ein weiterer Anbieter der typischen Wärmeverbundsysteme, die man am Markt relativ günstig einkaufen kann. Steico setzt auf ökologische Materialien und damit auf ein höherpreisiges Segment. Die Nachfrage der Bauherren ist daher geringer als nach den klassischen Wärmeverbundsystemen. Doch das ändert sich gerade. Denn diese typischen Systeme haben erhebliche Nachteile: sie kommen mit Feuchtigkeit nicht gut klar und schimmeln bzw. werden von Pilzen befallen, was dazu führt, dass sie mit hochgiftigen Stoffen beschichtet werden, die ansonsten nirgndwo mehr eingesetzt werden dürfen. Und obwohl diese Gifte "gebunden" sind, werden sie doch ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser, nachdem sie die Fassade heruntergelaufen sind. Wenig erbauliche Vorstellung, zumal höchst krebserregend. Und ein weiterer Nachteil ist, dass diese Wärmeverbundsysteme ganz überwiegend auf Styropor u.ä. basieren, und es hier vermehrt zu Brandproblemen kommt. Denn wenn das Zeug erst einmal Feuer gefangen hat, ist es kaum mehr zu löschen. Immer mehr Experten raten daher von der Verwendung dieser Systeme ab, die Feuerversicherungen machen ebenfalls Druck. Es ist also abzusehen, dass die bisherigen Standardlösungen in der jetzigen Form keine Zukunftsperspektive haben - Alternativen, und zwar aktuell verfügbare - werden gesucht. Und gefunden. Bei Steico.

Steico selbst investiert kräftig in die Zukunft. Nachdem das neue Werk ans Netz gegangen ist, steigen die Margen, die EBITDA-Marge auf 12,0% (Vorjahr 11,4%) und die EBIT-Marge auf 4,3% (Vorjahr 2,6%). Und da geht noch mehr. So sollen rund 60 Mio. EUR in zwei neue Produktionslinien gesteckt werden, wobei die eine weitere Holzfaser-Dämmplatten produzieren soll, um das weitere Wachstum voranzutreiben, während die zweite Furnierschichtholz erzeugen soll. Dieses bietet Steico bisher als reiner Reseller an und möchte die Herstellung künftig in Eigenregie vornehmen, um seine Fertigungstiefe zu verbessern. CEO Meyer erwartet hierdurch eine "signifikante Erhöhung der Margen". Hilfreich ist hierbei auch, dass die neue Fabrik am Standort Czarna Woda (PL) in einer Sonderwirtschaftszone liegt, wodurch Steico 10 Jahre lang von den polnischen Ertragssteuern befreit ist.

Für die kommenden Jahre rechnet Firmenchef Meyer mit einem durchschnittlichen Wachstum von 10% p.a. aus eigener Kraft. Darüber hinaus seien auch Akquisitionen denkbar. Derzeit produziert Steico mit insgesamt 900 Mitarbeitern an drei Standorten in Polen und in Frankreich, wobei etwa zwei Drittel des Umsatzes auf das Ausland entfallen. Den Startschuss für die Furnierholz-Produktionsanlage wurde jüngst gegeben und auch die Finanzierung für das Projekt ist bereits gesichert.

Im ersten Quartal lief es jedenfalls schon mal mehr als rund für Steico, denn es war das beste Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte, sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch des Ergebnisses. Beim aktuellen Börsenkurs von knapp 7 EUR liegt die Marktkapitalisierung bei etwas über 90 Mio. EUR und damit leicht unter dem Buchwert des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote betrug stolze 68% - vor Berücksichtigung der neuen Investitionen und der hierfür aufgenommenen Investitionskredite.

Fazit
Mit einem KGV für 2014 von etwa 16 und für 2015 von etwa 13 ist das Unternehmen nicht zu teuer bewertet und die erwartete Verbesserung der Margen dürfte hier noch zusätzlichen Bewertungsspielraum und somit Wertsteigerungspotenzial bieten. Wovon der Aktienkurs auch künftig weiterhin profitieren und den Steico-Aktionären unaufgeregte Steigerungen bieten sollte.

Montag, 7. Juli 2014

Börsenweisheit der Woche 27/2014

"Wie lange sollten Sie eine Aktie halten? So lange, wie die guten Dinge, die Sie auf das Unternehmen aufmerksam gemacht haben, immer noch da sind."
(Philip Carret)

Montag, 30. Juni 2014

Börsenweisheit der Woche 26/2014

"Das Verhältnis von Wirtschaft und Börse ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund. Der Mann (Wirtschaft) geht stetig voran, der Hund (Börse) rennt vor und zurück."
(André Kostolany)

Mittwoch, 25. Juni 2014

Gewinne mitnehmen bei der Dresdner Factoring AG

Im Februar 2012 hatte ich die Aktien der Dresdner Factoring AG zum Kauf empfohlen und die Performance kann sich sehen lassen. Nach zwischenzeitlich zwei Übernahmeangeboten hat sich der Kurs seit geraumer Zeit zwischen 9 und 11 EUR eingependelt, und sich seit meiner Empfehlung zeitweilig mehr als verdreifacht.

Der Bericht zur Hauptversammlung gibt den aktuellen Stand des Unternehmens sehr gut wieder: nach wie vor ist die DFAG erfolgreich am Markt unterwegs, leidet aber unter Margendruck und weist inzwischen mit einem KGV von gut 16 keine zwingend günstigen Bewertungskriterien mehr auf. Für 2013 erhalten die Aktionäre auch keine Dividende und für nächstes Jahr geht man von 20 Cents je Anteilsschein aus. Magere 2 Prozent also für einen ehemaligen Dividendenstar.

Auch wenn das Unternehmen in einem interessanten Markt erfolgreich unterwegs  und die Bewertung nicht völlig überteuert ist, verbleibt auf dem derzeitigen Niveau weniger Potenzial als in der Vergangenheit. Zeit, die Gewinne mitzunehmen und woanders für sich arbeiten zu lassen. Ich streiche daher die DFAG nach knapp zweieinhalb Jahren  mit rund 196 Prozent Zuwachs von meiner Empfehlungsliste.

Montag, 23. Juni 2014

Börsenweisheit der Woche 25/2014

"Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt."
(Charlie Munger)

Montag, 16. Juni 2014

Deutsche Telekom: Siechtum oder Renaissance?

Die Deutsche Telekom ist einer der großen Spieler im weltweiten Telekommunikationsmarkt. Ob Telefon, Mobilfunk, Internetzugänge oder TV-Entertainment, die Telekom bietet Endkunden jede Menge Möglichkeiten. Und auch Geschäftskunden werden Lösungen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie, Internet- und Cloud-Services angeboten.

Sorgenkind und in aller Munde ist die Mobilfunktochter in den USA, T-Mobile US. Nachdem der Verkauf an den großen Rivalen AT&T aufgrund von Kartellbedenken gescheitert war, fusionierte man mit dem fünftgrößten Mobilfunkanbieter der USA, MetroPCS. Unter dem neuen Chef John Legere macht T-Mobile US Furore und nimmt nach Jahren der Kundenverluste den Konkurrenten wieder deutlich Marktanteile ab. Verluste fährt man nach wie vor ein. Inzwischen wurde der US-Konkurrent Sprint vom Internetgiganten Softbank übernommen und strebt nun seinerseits die Übernahme von T-Mobile-US an. Zusammen wäre man "nur" der drittgrößte Anbieter in den USA sein, so dass die Chancen auf eine Genehmigung höher anzusiedeln sind, als beim seinerzeitigen Übernahmeversuch durch AT&T. Medien berichten von einem angeblichen Übernahmevolumen von 32 Mrd. USD.

Dieses Szenario würde für die Telekom erhebliche Vorteile bieten. Nicht nur, dass man erhebliche Mittel erhalten würde, um die hohe Verschuldung abzubauen und so seine Bonität und Finanzierungskosten zu senken, man würde sich auch die anstehenden enormen Investitionen in das US-Netz sparen. Reduzierte Investitionen und geringere Finanzierungskosten würden den ausschüttungsfähigen Cashflow deutlich ansteigen lassen und die Telekom wieder in die Lage versetzen, eine höhere Dividende auszuschütten. Diese hatte die Telekom letztes Jahr von 0,70 auf 0,50 EUR je Aktie gesenkt, nachdem sie zuvor bereits aus der Substanz Ausschüttungen vorgenommen hatte.

In das Geschäft in Europa muss die Telekom weitaus weniger investieren. Zwar steht hierzulande noch der weitere Ausbau des neuen Mobilfunkstandards LTE auf der Agenda, aber ein anderer Bereich wird vom Sorgenkind zur Goldgrube: Kupferkabel. Die Telekom verfügt über ein deutschlandweites Netz aus Telefonkabeln, ist der einzige flächendeckende Anbieter. Als Ex-Monopolist muss die Telekom alle anderen Anbieter zu staatlich regulierten Preisen in ihr Netz lassen - sie verdient also nicht nur an den über sie abgewickelten Telefonaten direkt, sondern auch indirekt an denen der Konkurrenz. Und das betrifft nicht nur das Telefonieren, sondern insbesondere auch das Internet. Seit Jahren schleppt sich der Ausbau mit Glasfaserkabeln in Deutschland vor sich hin, denn der flächendeckende Ausbau verschlingt Unsummen. Dabei sind es weniger die Glasfaserkabel, die entlang der Hauptstraße verlegt werden müssen, hier sind oftmals bereits Leerrohre verlegt worden oder die Kabel können kostengünstig "geschossen" werden, anstatt alles aufzugraben (und dieser Tiefbau ist der eigentliche Kostenblock, nicht die Kabel an sich). Das besonders Teure sind die Anschlüsse, die zwischen Verteilerkasten bzw. Straße und Haus erfolgen müssen. Diese kosten mehre tausend Euro und rentieren sich dem entsprechend bei Eigenheimen nicht, nur bei großen Wohnanlagen, wo die Anschlusskosten sich auf viele Nutzer verteilen. Hier sind denn auch viele private Anbieter unterwegs, die ihre Chance im Glasfaserausbau sehen. Oder sahen. In der Branche herrscht nämlich Katerstimmung, die Geschäftsmodelle sind ins Wanken geraten...

Denn eine neue Technik wirft die bestehenden Denkmodelle über den Haufen, aus dem alten Ackerweg wird mit minimalem (Kosten-)aufwand eine achtspurige Autobahn, ohne Tempolimit. Die Rede ist vom Vectoring. Dabei wird "der letzte Meter" zum Haus eben nicht mehr mit Glasfaserkabel überbrückt, sondern es wird auf die alten, in jedem Haushalt vorhandenen Kupferkabel gesetzt. Lediglich die alten Verteilerkästen an der Straße müssen erneuert und mit neuster Software bestückt werden. Und schon sind Geschwindigkeiten von 100 MB pro Sekunde möglich, also "das schnelle Internet". Und diese Entwicklung ist noch nicht am Ende, denn die Telekom prüft in Feldversuchen eine noch schnellere Variante, die bis zu 1.000 MB/s erlaubt.

Das Entscheidende an dieser Entwicklung ist, dass der Kostenaufwand vergleichsweise gering ist - weniger als ein Zehntel der für einen flächendeckenden Glasfaserkabelausbau benötigten Summe. Und dass das Netz für das schnelle Internet nun doch schon vorhanden ist, deutschlandweit, in jedem Haushalt. Und es gehört der Telekom!

Natürlich muss die Telekom auch weiterhin ihre Konkurrenten in ihr Netz lassen, auch weiterhin erhält sie dann lediglich den staatlich festgelegten Durchleitungspreis. Aber das bisher als alt und abgängig angesehene Kupferkabelnetz ist auf einmal wieder ein zukunftsfähiges Netz und die eigentlich drohenden Zig Milliarden für den Netzausbau schrumpfen auf einen überschaubaren Betrag zusammen. Das größte Asset der Telekom ist viel werthaltiger als bisher angenommen. Und die Investitionssummen in das Netz fallen erheblich geringer aus, so dass die Telekom viel schneller bei der Umstellung voranschreiten kann als dies bei einem Glasfaserkabelausbau der Fall wäre. Auch dies wird dem Cashflow sehr zugute kommen und die Ertragskraft der Telekom mittel- und langfristig erhöhen.

Aktuell notiert die Telekom bei 12,60 EUR und einem 2015er KGV von 18,9 sowie einer Dividendenrendite von 3,9%. Doch sie dürfte vor einer Neubewertung stehen. Die aktuellen Kennziffern werden schon bald überholt sein und die neue Ertragskraft wird sich hier widerspiegeln. Die Telekom wird von einem globalen zu einem europäischen Telekommunikationsanbieter und das Netz in Deutschland wird noch lange Jahre hohe Erträge in die Kasse des Unternehmens spülen. Und dieses Netz ist durch die neue Technik auf absehbare Zeit unangreifbar geworden, denn die Konkurrenten werden sich den Aufbau eigener Glasfasernetze weitgehend sparen, weil er schlicht zu teuer ist und zu wenig abwirft. Und so haben denn auch Vodafone, O2 und andere große bereits Abkommen mit der Telekom geschlossen, dass sie das neue "Vectoring-Netz" nutzen dürfen.

Die Deutsche Telekom betreibt wieder ein zunehmend langweiliges Geschäft, aber die Ertragsaussichten haben sich nachhaltig verbessert. Unabhängig davon, ob ihre Konkurrenten ihr im direkten Kundengeschäft den einen oder anderen Prozentpunkt bei den Marktanteilen abnehmen werden. Sie alle werden weiterhin das Netz der Telekom nutzen (müssen). Es gibt schlicht keine bezahlbare Alternative. Und das sind Aussichten, die ein Value-Investorenherz höher schlagen lassen, auch wenn die aktuellen Bewertungskennzahlen noch keine Unterbewertung der Aktie erkennen lassen wollen. Noch nicht...

Börsenweisheit der Woche 24/2014

"Aktienpreise schwanken stärker als Aktienwerte."
(Sir John Templeton)

Montag, 9. Juni 2014

Börsenweisheit der Woche 23/2014

"Die Zeche zahlen jetzt all jene, die Geld langfristig anlegen. Also die Sparer und die Besitzer von Lebensversicherungen."
(Hans-Werner Sinn zur Negativzins-Entscheidung der EZB)

Freitag, 6. Juni 2014

Ist Apple noch ein Investment wert?

Apple dürfte inzwischen jedem bekannt sein, bis vor kurzem war es die wertvollste Marke der Welt (das ist nun Google) und das nach Marktkapitalisierung teuerste Unternehmen. Nach dem Tod seines Gründers Steve Jobs hat Apple deutlich an Innovationskraft eingebüßt, es gab keine bahnbrechenden Neuerungen mehr, die auf iPod, iPhone oder iPad folgten, nur Gerüchte um anstehende Neuerungen. Doch Apple lebt nicht nur von seinem Kultstatus, der noch immer exorbitante Margen erlaubt, nach denen sich andere Hersteller sehnen, sondern auch von seinem eigenen abgeschotteten Kosmos - wer sich einmal auf Apple-Produkte einlässt, deren vernetzte Vorteile genießt und via iTunes in die Apple-Medienwelt eintaucht, der kann sich nur schwer wieder davon trennen. Emotional wie auf finanziell, denn es ist deutlich einfacher, ein neues Apple-Gerät zu integrieren als komplett auf andere Technik umzusteigen. Und bisher, Apples größter Vorteil, bleiben die Kunden dem Unternehmen treu, auch wenn es nicht mehr der Trendsetter und nicht mehr der Innovationsführer vergangener Tage ist. Für den Herbst ist jedenfalls mit neuer Hardware aus Cuppertino zu rechnen, und doch auch dann wird es Apple schwer haben, die Erwartungen zu erfüllen. Denn diese sind inzwischen dermaßen hoch angesiedelt, dass sie kaum zu toppen sind.

Apropos toppen: Apples letzte Quartalszahlen haben die Erwartungen getoppt und zwar deutlich. Und hier kommen wir zu dem Punkt, wo es für Investoren interessant wird. Apple verdient richtig viel Geld und der Geldberg, auf dem das Unternehmen sitzt, wächst weiter rasant an. Dies ist der ungebrochenen Nachfrage nach iPhones zuzurechnen, denn obwohl Apple Marktanteile im Smartphone-Markt verliert, verkauft es doch immer mehr Geräte, da der Mart an sich stark wächst. Und Apple ist eben kein Massenprodukt, sondern ein Premiumhersteller mit entsprechend hohen Margen. Hohe Stückzahlen sind nicht das Hauptziel, auch wenn Apple hier natürlich über die nachgelagerten Services, wie iTunes, auch bei iPad Minis oder den gerade in Asien erkauften älteren iPhone-Modellen dann weiteres Geld verdient. Fast 44 Mio. Smartphones hat Apple zwischen Januar und März verkauft und stolze 57 Prozent der Erlöse stammen inzwischen aus diesem Bereich.

Und hier kommen wir zu den nackten Zahlen: der iPhone-Hersteller konnte im traditionell eigentlich ruhigen zweiten Finanzquartal beachtliche 45,6 Mrd USD einnehmen bei einem Gewinn von 10,2 Mrd USD. Die Cash-Maschine läuft also ungebrochen und Apple-Chef Tim Cook hatte einige Goodies für die Aktionäre im Köcher, wie er Apples Cashreserven von 145 Mrd. USD an den Mann bringen möchte: zunächst wird das Aktienrückkaufprogramm von 60 auf 90 Mrd. USD ausgeweitet, dann wurde die Quartalsdividende angehoben und es erfolgt ein Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 7. Wer heute 100 Aktien im Depot hat, wird am Montag 700 haben. Der Kurs wird sich natürlich entsprechend anpassen, so dass unter dem Strich der eigentliche Wert sich nicht verändert haben wird. Allerdings wird die Apple-Aktie dann wieder unter 100 USD notieren und optisch so günstig sein, dass sie mehr Anleger anlocken dürfte. Und es besteht die Aussicht, dass Apple sogar in den Dow Jones Index einziehen wird, was für eine erhöhte Aufmerksamkeit und einen zusätzliche Nachfrage der Indexfonds sorgen würde.

Dem Kurs haben die vielen positiven Nachrichten jedenfalls schon sehr gut getan, er ist deutlich angezogen. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 2 Prozent und das KGV für 2015 bei etwa 14, das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis bei mehr als 10. Das sind keine überragenden Werte, aber teuer ist das Unternehmen auch nicht. Für einen Wachstumswert sind derartige Bewertungen auf jeden Fall moderat. Nur ist Apple noch ein Wachstumswert oder eher einer dieser großen Tech-Dinos, wie IBM oder Microsoft?

Die Frage ist, ob Apple es schafft, mit seinen bisherigen Produkten seine Kunden weiterhin an sich zu binden und zusätzlich weitere Kundengruppen zu erschließen. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch, gerade nach iPhones, und die Zufriedenheit der Kunden mit ihren Apple-Produkten ebenso. Die neuen Produkte dürften auch neue Kundengruppen erschließen und die jüngst erfolgte Beats-Übernahme zeigt, dass sich Apple die Erhaltung seines Mikrokosmos einiges kosten lassen wird, denn man hat hier wohl überwiegend auf den Streaming-Dienst gezielt und weniger auf die Bass-Kopfhörer, für die Beats bekannt ist. Dass Apple nun bei jungen Leuten dank dieser Übernahme "hipper" ist, ist nur ein netter Nebeneffekt. Viel wichtiger ist, dass es Apple kürzlich gelungen ist, endlich auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Denn seit Januar bietet China Mobile Apples Geräte an und obwohl Apple hier wohl deutliche Zugeständnisse machen musste, wächst der Absatz gerade in China rasant. Ein riesiger Markt, der nun auch für die Geräte und die Apple-Welt geöffnet wurde, so dass sich der Cash-Strom Richtung Apple noch vergrößern wird. Auch wenn die Margen hier niedriger sein dürften als bisher.

Fazit: Apple ist mehr als ein reiner Smartphone-Hersteller, Apple dringt zunehmend in die Vernetzung aller Medien ein und wer sich einmal in diesem Apple-Universum eingefunden hat, der bleibt. Gleichzeitig erschließt sich Apple neue Käuferschichten, insbesondere in dem Riesenmarkt China, und genießt weiterhin Kultstatus. Es kommen große Mengen frischen Geldes herein und die Margen sind weiterhin rekordverdächtig hoch, auch wenn sie nicht mehr die absoluten Höchstwerte vergangener Jahre erreichen, als Apple quasi keine Gegenspieler im Smartphone-Markt hatte. Darüber dürfte das ausgeweitete Aktienrückkaufprogramm kursfördernd sein und der am Montag erfolgende Aktiensplit die Aktie für viele noch attraktiver machen. Über den Sommer werden die Spekulationen um die neuen Apple-Produkte, insbesondere das neue iPhone, das Interesse am Köcheln halten und zusammen mit der enormen Ertragskraft und der attraktiven Bewertung des Unternehmens sollte sich ein Investment in den Tech-Giganten rentieren. Auch wenn keine Durchschnittsrenditen von 37 Prozent pro Jahr mehr zu erwarten sind.

Ich nehme Apple auf meine Empfehlungsliste.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Value oder Value Trap: Die Deutsche Rohstoff AG als antizyklisches Value-Investment?!

Deutsche Rohstoff AG? Klingt nach einem Widerspruch in sich, denn wenn Deutschland etwas nicht hat (außer Kohle), dann sind das Rohstoffe. Jedenfalls nicht im globalen Maßstab.
Aus der Unternehmenspräsentation: Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) ist eine Holding, deren Ziel es ist, einen international tätigen, diversifizierten, neuen deutschen Rohstoffproduzenten aufzubauen. Dazu werden bereits in der Vergangenheit erkundete Lagerstätten (wieder-)erschlossen und kleinere, bereits in Produktion oder kurz davor stehende Minen hinzugekauft. Geplant ist dabei neuste Bergbau-Technologie zu nutzen. Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Öl & Gas sowie Hightech-Metalle wie Seltene Erden, Zinn und Wolfram. Der Konzern agiert dabei als Holding, die bereits bestehende Gesellschaften kauft oder neue Projekte selbst entwickelt und deren Finanzierung übernimmt. DRAG unterhält Unternehmensbeteiligungen, Produktionsstätten oder Bergbauprojekte in politisch stabilen Ländern wie Deutschland, Australien, Kanada und den USA. Die Holding produziert Wolfram und Molybdän-Konzentrate in Australien sowie Erdöl, Erdgas und Erdgaskondensate in den USA.
Das 2006 gegründete Unternehmen ist durchaus erfolgreich. So wurde 2011 in Australien das Goldsuchen eingestellt und die entsprechende Tochter gut verkauft und jüngst hat man einen Riesendeal abgeschlossen...

Montag, 2. Juni 2014

Börsenweisheit der Woche 22/2014

"Investiere in der Zeit des größten Pessimismus."
(Sir John Templeton)

Mittwoch, 28. Mai 2014

H.P.I. Holding dreht mächtig auf

Der Nebenwert H.P.I. Holding AG ist nur wenigen Marktteilnehmern bekannt und führt ein Nischendasein an der Börse - ich hatte ihn vor gut zwei Jahren erstmals als "schön langweiliges Beteiligungsdornröschen" hier vorgestellt. Dabei kann das Unternehmen durchaus mit seinen Zahlen glänzen und auch die Kursperformance enttäuscht keineswegs. Obwohl sich H.P.I. was das Geschäftsfeld ihrer Beteiligungen angeht in eher langweiligen Sphären bewegt, dort allerdings sehr erfolgreich.
Nachdem im letzten Herbst - und auch erst im zweiten Anlauf - eine Kapitalerhöhung seitens der Hauptversammlung genehmigt und vom Unternehmen durchgeführt worden war, erfolgten auch die avisierten Übernahmen von (der inzwischen so firmierenden) August Berger Italia Srl. und der HSM Hans Sauermann GmbH & Co KG. Die Integration dieser beiden "dicken Brocken" hat dann auch das Management der H.P.I. Holding mehr als sechs Monate gebunden, so dass weitere Zukäufe bisher unterblieben, obwohl hierfür noch ausreichend Mittel zur Verfügung stehen.

Für das Geschäftsjahr 2013 hatte H.P.I. solide Zahlen präsentiert. Und die soeben veröffentlichten Kennzahlen für das erste Quartal 2014 zeigen die neue Dynamik, die die Gruppe entwickelt. In den ersten vier Monaten des Kalenderjahres 2014 ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 14,4 Mio. EUR auf 25,7 Mio. EUR (nicht konsolidiert) gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern konnte von 1,2 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR mehr als verdoppelt werden. Das EBITDA-Ergebnis hat sich von 1,75 Mio. EUR auf 3,5 Mio. Euro erhöht. Besonders erfreulich ist, dass das neue Standbein der Gruppe, die HSM, bereits maßgeblich zu Umsatz und Ergebnis beiträgt.

Die Integration der Zukäufe scheint also gelungen und die Fokussierung des Managements auf diese Aufgabe war der richtige Weg. Damit rückt nun der Ausbau der Beteiligungen wieder ins Blickfeld und das Unternehmen gab bereits die Marschrichtung vor, denn die Berger-Gruppe soll mittelfristig vom reinen Spannringproduzenten hin zu einem kompletten Systemlieferanten im Fassbereich ausgebaut werden. Und auch die HSM, in der Entwicklung, Produktion und im Vertrieb von Rückhaltesystemen und Kupplungen für Hebe- und Fördergeräte aktiv, soll kein Single-Dasein führen im H.P.I.-Verbund, sondern zu einem vollwertigen zweiten Standbein ausgebaut werden.

Zunächst richtet Finanzvorstand Christoph Petri seinen Blick aber nach Brasilien und Russland, wo ein hoher Bedarf an Spannringen für Fässer bestehe. Dort werde derzeit mit starken lokalen Partnern über einen Mehrheitserwerb geredet.

Dem Kurs verhalfen diese guten Neuigkeiten aus einer längeren Seitwärtsbewegung und er markierte dynamisch neue Höchststände. Fundamental ist der Anstieg allemal gerechtfertigt, denn mit einem 2015er Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 11 und einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent zählt die H.P.I. Holding weiterhin zu den Bewertungsperlen auf dem deutschen Kurszettel. Und der unaufgeregte Kurs des Managements dürfte auch künftig den Unternehmenswert steigern und Aktionärsherzen höher schlagen lassen. Die Hauptversammlung ist für Ende August zu erwarten, so dass auch Dividendenjäger sich noch aussichtsreich positionieren können.

Die H.P.I. Holding befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 26. Mai 2014

Börsenweisheit der Woche 21/2014

"Der erste Test, wie gut das Management ist, besteht in einer hohen Eigenkapitalrendite."
(Warren Buffett)

Montag, 19. Mai 2014

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 1. Quartal 2014?

Value Investing Ikone Warren Buffett musste wieder einmal das sog. Formular 13-F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen, ein vierteljährlich vorzulegendes Dokument, in dem er seine An- und Verkäufe für seine Investmentholding Berkshire Hathaway offenlegen muss. 

Wichtigste Käufe
Bei der Warenhauskette Walmart erhöhte Buffett seinen Anteil um 17% auf 58,05 Mio. Aktien und mit einer aktuellen Bewertung von 4,46 Mrd. US-Dollar gehört diese Position nun zu den fünf größten im Berkshire-Portfolio.

Eher bescheiden baute Buffett sein Engagement bei IBM aus, seiner viertgrößten Beteiligung. Dort ging es um 233.100 auf insgesamt 68,36 Mio. Aktien nach oben.

Deutlich angestiegen ist Berkshires Anteil an Liberty Global von denen man nun 14,7 Mio. Aktien (aufgeteilt in Class A und Class C Aktien) hält, nach zuvor 2,9 Mio. Aktien.

Neu im Fokus hat Buffett den US-Telekomriesen Verizon, von dem er 11 Mio. Aktien erwarb im Gesamtvolumen von 527 Mio. US-Dollar. Aufgrund der im Berkshire-Verhältnis bescheidenen Größe der Position wird davon ausgegangen, dass nicht Buffett selbst, sondern einer seiner Portfolio-Manager für diesen Einstieg verantwortlich zeichnet.

Wichtigste Verkäufe
Im ersten Quartal reduziert Buffett seinen Anteil an General Motors um ein Viertel auf nunmehr noch 30 Mio. Aktien.

Noch deutlich schrumpfte sein Anteil an Phillips 66, nämlich um 64 Prozent auf verbliebene 9,7 Mio. Aktien. Hier reduziert Buffett bereits seit einiger Zeit.

Des Weiteren baute Buffett seine Beteiligung an Starz Holdings ab (von 4,5 Mio. auf 1,9 Mio. Aktien) und an DirectTV (um 5 Prozent auf 34,5 Mio. Aktien).

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 20/2014

"Es ist unmöglich, überdurchschnittliche Renditen zu erreichen, wenn man nicht anders handelt als die Mehrheit."
(Sir John Templeton)

Montag, 12. Mai 2014

Börsenweisheit der Woche 19/2014

"Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt, ist größer als dass er sich umkehrt."
(Jesse Livermore)

Montag, 5. Mai 2014

Börsenweisheit der Woche 18/2014

"Geld ist wie eine schöne Frau. Wenn man es nicht richtig behandelt, läuft es einem weg."
(Jean Paul Getty)

Montag, 28. April 2014

Börsenweisheit der Woche 17/2014

"Ein Spekulant ist ein Mann, der die Zukunft im Auge behält und handelt bevor sie eintritt."
(Bernard Baruch)

Montag, 21. April 2014

Börsenweisheit der Woche 16/2014

"Von jetzt an werde ich nur soviel ausgeben, wie ich einnehme - und wenn ich mir Geld dafür borgen muss."
(Mark Twain)

Montag, 14. April 2014

Börsenweisheit der Woche 15/2014

"Probleme lassen sich immer am besten mit anderer Leute Geld regeln."
(Jean Paul Getty)

Mittwoch, 9. April 2014

Bereinigung meiner Empfehlungsliste: AdCapital, Greiffenberger, WMF Vz.

Einige Werte auf meiner Empfehlungsliste haben die Erwartungen nicht erfüllt bzw. bieten nicht mehr ausreichend gute Perspektiven, so dass ich sie von der Liste nehmen werde.

AdCapital
Das Beteiligungsunternehmen hat eigentlich nie die Erwartungen erfüllen können. Nach einer enormen - steuerfreien - Sonderausschüttung haben die verbliebenen Beteiligungsgesellschaften durch die Bank weg die Erwartungen verfehlt, wie aus dem Geschäftsbericht 2013 zu ersehen ist. Nach 14 Monaten steht unter dem Strich ein Minus von 3 Prozent.

Greiffenberger
Die kleine Beteiligungsholding kommt nicht recht vom Fleck. Einerseits ist das Unternehmen niedrig kapitalisiert und verfügt nicht über große finanzielle Ressourcen, um weitere Beteiligungen eingehen zu können, andererseits liefern die aktuellen Beteiligungen solide Ergebnisse ab. Allerdings ist die nach wie vor sehr niedrige Eigenkapitalquote ein echter Hemmschuh und auf absehbare Zeit wird es wohl auch keine Dividende geben, so dass das Potenzial für das Unternehmen und den Aktienkurs begrenzt sein dürfte. Nach gut anderhalb Jahren streiche ich Greiffenberger daher mit einem Kurszuwachs von 20 Prozent von meiner Empfehlungsliste.

WMF Vz.
WMF wurde übernommen von KKR & Co., einer Private Equity Gesellschaft aus den USA, die auch bei ATU und Hertha BSC beteiligt sind und kürzlich ihr Engagement bei der Pro7Sat1 Media AG sehr erfolgreich beendet haben. KKR krempelt WMF ziemlich um, Teilbereiche wurden abgestoßen, der Vorstand komplett umgekrempelt und die Dividende halbiert. Das Potenzial der Aktie hat sich inzwischen deutlich reduziert und daher nehme ich den Wert nach anderthalb Jahren mit einem Kursplus von mehr als 40 Prozent von der Liste.

Montag, 7. April 2014

Börsenweisheit der Woche 14/2014

"Betrachten Sie die Schwankungen des Aktienmarktes als Ihren Freund und nicht als Ihren Feind. Profitieren Sie von der Torheit Anderer, statt an ihr teilzunehmen."
(Warren Buffett)