Montag, 7. Januar 2019

Börsenweisheit der Woche 01/2019

"Wenn man nicht bereit ist, gleichmütig zu reagieren, wenn der Markt zwei- oder dreimal in einem Jahrhundert um 50 Prozent fällt, taugt man nicht als Aktionär und man hat das mittelmäßige Ergebnis verdient, das man im Vergleich zu Menschen mit dem passenden Temperament erhält, die solche Marktschwankungen eher philosophisch betrachten können."
(Charlie Munger)

Sonntag, 6. Januar 2019

Main Street Capital will die Sonderdividenden streichen. Anleger dürfen sich freuen...

Main Street Capital ist die qualitativ hochwertigste und wohl am erfolgreichsten operierende Business Development Company (BDC). Sie notiert daher mit entsprechend hohem Aufschlag auf ihren NAV (Buchwert).

Betrachtet man den Kursverlauf der letzten Wochen, sollte man vom Schlimmsten ausgehen. Doch operativ läuft es bei MAIN weiterhin sehr gut; die aufkeimende Sorge vor einer Konjunkturabkühlung und Schwierigkeiten bei der US-Schiefergas-Industrie dürften ziemlich übertrieben sein, zumal MAIN seinen NAV weiter steigern konnte und von dem erhöhten Zinsniveau in den USA profitiert. So steigt das NII (Net Investment Income) weiter an und man erhöht sukzessive den eigenen Verschuldungsgrad, um so die neuen Möglichkeiten zu nutzen, die die regulatorischen Erleichterungen beim Dodd-Frank-Act bieten.

Qualität hat ihren Preis und daher zahlt man, trotz des Kurseinbruchs, ein Premium auf den NAV von rund 41% - historisch eher ein niedriger Wert bei MAIN. Entsprechend gering ist die Dividendenrendite, die bei für BDC-Verhältnisse unterdurchschnittlichen 6,5% p.a. liegt. Allerdings schüttet MAIN neben den monatlichen Dividendenzahlungen zusätzlich einmal pro Halbjahr eine stattliche Sonderdividende aus, die die Dividendenrendite damit über die 8-Prozent-Marke hievt. Doch damit soll bald Schluss sein, denn MAIN will den Sonderdividenden an den Kragen. Und das sind für Anleger keine schlechten Nachrichten...

Freitag, 4. Januar 2019

DIC Asset: Unbeachteter Immobilienspezialist oder doch schon eher ein Corporate Raider?

Seit zweieinhalb Jahren begleite ich den Spezialisten für Gewerbeimmobilien DIC Asset AG nun bereits und inkl. Dividenden stehen aktuell rund 15% Rendite zu Buche.

Das ist jetzt kein Desaster, aber auch weniger als ich mir von dem Investment versprochen hatte. Zumal der Aktienkurs inzwischen wieder fast auf meinem Einstiegsniveau aufgeschlagen ist und sich die Rendite eigentlich beinahe ausschließlich aus den vereinnahmten Dividenden speist. Das ist schon unbefriedigend und Anlass genug, mir die Sache noch mal genauer anzusehen. Mein ursprünglicher Investmentcase war, mich auf eine "lohnende Substanzwertspekulation" einzulassen, denn damals wie heute glänzt die DIC Asset-Aktie mit einem erheblichen Discount auf ihren Vermögenswert, den NAV. Nimmt man den Durchschnitt der Analystenberechnungen, steht dem aktuellen Aktienkurs von 8,90 Euro ein Substanzwert von 13,50 Euro gegenüber. Mit anderen Worten: die Aktie notiert mit einem 35-prozentigen Abschlag auf ihren NAV. Und damit ist es DIC Asset nicht gelungen, den Discount über die letzten zweieinhalb Jahre zu verringern.

Schlussfolgerung: dann ist DIC Asset in dieser Zeit wohl keinen Schritt vorangekommen, ist noch immer überdurchschnittlich stark verschuldet, ertragsschwach und leidet unter einer dauerhaften signifikanten Leerstandsquote. Doch keine dieser Annahmen trifft zu! Umso reizvoller wird ein zweiter Blick...

Mittwoch, 2. Januar 2019

UET United Electronic Technology: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

UeT United Electronic Technology begleitet mich seit zwei Jahren als Turnaround-Spekulation. Das war zunächst etwas zäh, weil die Umsetzung des Restrukturierungs- und Sanierungsplans hinterher hinkte, aber Mitte 2018 konnte man endlich Vollzug melden. Damit verfügt die UET AG nun über ein Grundkapital von rund 12,5 Mio. Euro und hält 100% sämtlicher zum Konzern gehörenden Beteiligungsgesellschaften für die drei Geschäftsbereiche SYSTEMS, SERVICE und ENGINEEERING. Sie weist nun eine deutlich verbesserte Eigenkapitalstruktur auf und muss künftig im Konzern keine Minderheitsanteile an Drittgesellschafter mehr abgeben, wodurch sowohl der Ergebnisbeitrag als auch der Gewinn pro Aktie für die bestehenden Aktionäre steigen. Nach dem erfolgreichen Turnaround richtet sich der Blick nun nach vorne und da wird es interessant...

TTL Beteiligung: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

Die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG  hat sich nach der Pleite der Vorgängerfirma am Neuen Markt mit Erfolg an der Wiederauferstehung versucht. Immobilieninvestor Prof. Dr. Schmidt wurde vor anderthalb Jahren zum neuen Großaktionär und hat den Umbau der TTL zu seiner neuen börsennotierten Immobilienholding zügig umgesetzt. Vor allem bei der nicht börsennotierten GEG German Estate Group ist die TTL inzwischen durch eine Reihe von Transaktionen und Kapitalmaßnahmen mit rund 33,9% der Anteile Großaktionär. Die GEG wiederum ist ein Joint Venture zwischen der DIC-Gruppe (zu der auch die DIC Asset AG gehört (wo Prof. Dr. Schmidt Vorsitzender des Aufsichtsrates ist) und dem US-Finanzinvestor KKR Kohlberg Kravis Roberts & Co., der 25% der Anteile hält. Was nach einer interessanten Konstellation klingt. Und das ist es auch...

PNE: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

PNE hat seinen Schwerpunkt beim Entwickeln von Windparks. Während man einerseits im Auftrag von Windparkbetreibern tätig wird und bei diesen Projekten im Projektverlauf sog. Meilensteinzahlungen erhält für das Erreichen bestimmter fixierter Zwischenschritte, baut PNE (das PNE steht für Pure New Energy) auch für den eigenen Bestand. Aus Anlegersicht ist dieser zweite Part des PNE-Geschäftsmodells schwierig, weil PNE große und kapitalintensive Windparks baut, diese aber nicht zeitnah nach Fertigstellung verkauft. Es fallen also die hohen Kosten an, aber es gibt selten dagegen stehende Erträge. Die werden erst dann erzielt, wenn es zum Paketverkauf kommt, der aber eben erst nach einigen Jahren erfolgt. In der Zwischenzeit muss man als Aktionär mit den vermeintlich schlechten Zahlen und der Unsicherheit leben, ob es mit dem Verkauf und den Gewinnen am Ende denn auch klappt.

Navigator Equity Solutions: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

Die Beteiligungsgesellschaft Navigator Equity Solutions hat ihren rechtlichen Sitz in den Niederlanden und ist mit einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 10 Mio. Euro ein echter Microcap. Im ersten Halbjahr 2018 hat man weitgehend alle börsennotierten Aktienpakete veräußert und damit Cash aufgebaut. In Anbetracht der Entwicklung der Börsen im Jahresverlauf war das eine gute Entscheidung. Während der Kurs in 2018 enttäuschte, lief es operativ in 2018 ziemlich gut für Navigator...

MBB: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

Der Kurs der mittelständischen Beteiligungsgesellschaft MBB gab in 2018 rund 20% ab. Maßgeblicher negativer Treiber war die Entwicklung bei der Tochter Aumann, an der man 38% hält. Nicht etwa die operative Entwicklung, hier kann Aumann weiter glänzen. Aber der Aktienkurs hat sich im Jahresverlauf auf nur noch 30 Euro halbiert. Und dem entsprechend auch der Wertansatz in der MBB-Bilanz.

Aumann ist ein klassischer Automobilzulieferer und rutsche im Zuge der Sektorschwäche mit ab. Dann ist Aumann jedoch auch im Bereich der E-Mobilität ganz vorne mit dabei als Maschinenbauer und produziert an der Kapazitätsgrenze. Die gedämpfte Erwartungshaltung im Bereich E-Mobilität hat aber auch bei Aumann ihre negativen Spuren hinterlassen, so dass der Kurs sogar unterhalb der IPO-Niveaus steht, als man von MBB an die Börse gebracht wurde. Und das führt uns zurück zur Mutter, der inhabergeführten Industrieholding MBB...

KAP: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

Die KAP AG ist ein eher unbeachtetes deutsches Beteiligungsunternehmen, obwohl sie mit einer Börsenkapitalisierung von rund 250 Mio. Euro kein Leichtgewicht auf dem deutschen Börsenzettel (mehr) ist und inzwischen rund 3.300 Mitarbeiter beschäftigt. Etwas mehr Aufmerksamkeit hätte sie durchaus verdient und das nicht erst oder nur, weil der Finanzinvestor Carlye Group vor anderthalb Jahren die Mehrheit übernommen und die KAP seitdem als "mittelständische Industriegruppe mit Fokus auf wachstumsstarke Industriesegmente" völlig neu aufgestellt hat.

Die neue, klar definierte Wachstumsstrategie brachte eine Fokussierung auf einige wenige Kernbereiche, wodurch eine Reihe von Altunternehmen im Portfolio sukzessive verkauft wurden und werden. Hierdurch lassen sich üppige stille Reserven heben und schöne Gewinne einfahren, die für neue Beteiligungskäufe verwendet werden. Vor einigen Tagen hat KAP die Neuausrichtung der Unternehmensstruktur abgeschlossen und ist nun in den fünf Segmenten engineered products, flexible films, surface technologies, precision components und it/services unterwegs.

Nachdem KAP bereits zur Jahresmitte kräftig das Beteiligungsportfolio durchgewirbelt hatte, erfolgte in der zweiten Jahreshälfte ein weiterer Zukauf bzw. Aufstockung. Und auch die Neun-Monatszahlen mach(t)en Lust auf mehr...

Funkwerk: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

Funkwerk war früher einmal ein absoluter Börsenliebling, ist dann jäh abgestürzt und an den Rand der Pleite geschlittert. Unternehmerische Fehlentscheidungen, Verluste, Kurseinbruch und ein drohendes Delisting aufgrund eines Übernahmeangebots des Großaktionärs liegen hinter den gebeutelten Aktionären. Ich bin seit April 2016 an Bord, als ich erstmals auf einen erfolgreichen Turnaround gesetzt habe, doch das ist inzwischen Geschichte, denn die Geschäfte laufen wieder rund. So rund, dass Funkwerk 2017 mehrfach und 2018 erneut seine eigenen Prognosen anheben musste und sich der Aktienkurs seit meinem Einstieg beinahe versechsfacht hat. So kann es gerne und dürfte es weitergehen...

Datagroup: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

Der IT-Dienstleister Datagroup ist eine meiner ältesten und erfolgreichsten Empfehlungen. Inklusive der Dividenden erzielte der Wert seit Anfang 2012 eine Rendite von 420% oder eine durchschnittliche Jahresrendite von 27%. während sich auch die Marktkapitalisierung von 42,5 Mio. auf aktuell 245 Mio. Euro in die Höhe geschraubt hat. Dieses Wachstum stemmte Datagroup durch operative Erfolge, aber auch insbesondere durch die erfolgreiche Integration einer Vielzahl von Übernahmen, wobei man immer das nötige Gespür für den richtigen Trend in der IT-Welt zeigte.

Während der Aktienkurs seit anderthalb Jahren nicht wirklich vom Fleck kommt, läuft es operativ bei Datagroup richtig gut, weshalb man vor einigen Wochen auch die Jahresprognosen anheben musste. Und das sollte noch längst nicht alles gewesen sein...

Dienstag, 1. Januar 2019

2019 wird ungemütlich bärenstark. Und hat wohl noch so einiges mehr zu bieten...

Vor einigen Tagen habe ich mich in meinem Jahresrückblick "2018 im Rückspiegel: Rekord, Korrektur, Allzeithoch, Börsencrash - und ein Rekordminus" mit den Entwicklungen des letzten Jahres befasst und mit diesem Jahresausblick auf 2019 wage ich den Blick nach vorn auf das neue Jahr.

Die Bären haben die Börsen fest im Griff, die Kurse sind rund um den Globus massiv eingebrochen, fast überall deutlich zweistellig. "Passiert" ist dabei eigentlich noch nichts, aber es herrscht ein Klima der Angst. Und Emotionen sind die wahren Triebfedern, nicht Fakten oder Ratio. Und es gibt durchaus einiges zu (be)fürchten.
»Furcht besiegt mehr Menschen als irgendetwas anderes auf der Welt.«
(Ralph Waldo Emerson)
Die Konjunktur in den USA läuft auf Hochtouren und die amerikanische Notenbank FED hebt sukzessive die Zinsen an. Das könnt sich bremsend auf die Kreditvergabe und die Konjunktur auswirken. Die weltweite Verunsicherung wegen des von US-Präsident Trump angezettelten Wirtschaftskriegs mit allen, vor allem aber China, schlägt inzwischen auch in die Realwirtschaft negativ durch und die Wachstumsprognosen werden überall revidiert. Der Shutdown der US-Behörden wirkt sich auch nicht stabilisierend aus.

In Europa droht der Hard-Brexit und vor den Folgen haben alle Angst. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist niedrig und Deutschland strauchelt. Die Bankenkrise ist in Europa noch nicht ausgestanden und Populisten drohen mit EU-Konfrontationskurs. Pessimismus allerorten, man hört fast nichts anderes mehr. Und so geht es ab ins Jahr 2019. Aber was bedeutet das nun für die Börse? Und alles andere?

Montag, 31. Dezember 2018

[Kissigs Börsenlexikon] Die "Foolish Four" Dividendenstrategie

Diese Dividendenstrategie wurde ursprünglich von der Investmentseite 'The Motley Fool' entwickelt und stellt eine Abwandlung der 'Dogs of the Dow Dividendenstrategie' nach Benjamin Graham und insbesondere der 'Low Five Dividendenstrategie' nach Michael O'Higgins da.

Es stellte sich heraus, dass sich der Titel mit dem niedrigsten Kurs häufig schlecht entwickelt. Dies könnte daran liegen, dass sich ein Unternehmen in einer schlechten Lage mit einem sinkenden Aktienkurs konfrontiert sieht, während dem entsprechend gleichzeitig  die Dividendenrendite steigt, sofern die Firma die Dividendenausschüttung beibehalten kann. Zwar ist ein substanziell starkes Unternehmen meist in der Lage, die Schwierigkeiten zu überwinden, doch kann sich der Turnaround über Jahre hinziehen und der Aktienkurs lange darnieder liegen.

Aus diesem Grund wird bei den 'Foolish Four' nicht einfach nur in die Aktie mit dem niedrigsten Kurs der fünf Werte der 'Low Five' investiert...

Börsenweisheit der Woche 53/2018

"Man kann einen Haufen Geld verdienen, indem man in Spin-offs investiert. Die Fakten sind überwältigend. Aktien von Spin-off-Unternehmen übertreffen die Marktdurchschnittswerte signifikant und konstant."
(Joel Greenblatt)

Freitag, 28. Dezember 2018

2018 im Rückspiegel: Rekord, Korrektur, Allzeithoch, Börsencrash - und ein Rekordminus

2018 lief nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte. Und mit diesem Fazit stehe ich vermutlich nicht allein. Mein Jahresausblick auf dieses Jahr lautete "2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen..." und darin hatte ich die Erwartung geäußert, dass die Börsen gut ins Jahr 2018 starten würden, getragen von der US-Steuerreform und den daraus resultierenden höheren Gewinnen der US-Unternehmen.

Im Jahresverlauf hatte ich aufkommende Schwierigkeiten verortet bzgl. der anziehenden Inflation und der auch deshalb steigenden Zinsen in den USA, während es in der Eurozone keine Zinsanhebungen geben würde. Bzgl. der Immobilienpreise hatte ich steigende Mieten und Preise erwartet, bei den Rohstoffen ein anziehen der Preise aufgrund der guten Konjunktur und für Öl (WTI) hatte ich Preise zwischen 50 und 60 Dollar im Jahresmittel erwartet - was auch nicht wirklich daneben lag, auch wenn die Spitzen deutlich außerhalb dieses Bandes lagen und der Ölpreis nach Kursen von gut 75 Dollar im Jahresverlauf nun am Ende bei 45 Dollar notiert. Für Gold hatte ich nicht viel erwartet, was auch so eingetreten ist. Absolut gesehen jedenfalls; relativ betrachtet wäre man mit Gold und Geld in 2018 besser gefahren als mit Aktieninvestments, das steht nun fest. Für Banken war ich sehr negativ eingestellt und was die deutschen/europäischen Banken angeht, lag ich völlig richtig. Die US-Banken stehen hingegen prächtig dar, das habe ich so nicht erwartet bzw. nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Und der große Einbruch bei Anleihen blieb bisher auch aus, trotz der anziehenden Zinsen. Das Damoklesschwert in den Bilanzen der Banken und Versicherungen (und der EZB) schwebt aber weiterhin latent über uns... Und dann war da noch meine Prognose für Bitcoins und Kryptowährungen, die lautete: "Diese Blase wird platzen und eine Reihe von Kryptowährungen in den Abgrund reißen. Zuvor dürften aber noch eine Reihe von Bitcoin-Börsen gehackt werden und/oder einfach ihre Kunden/Anleger abzocken und auch so für Ernüchterung sorgen". Geradezu prophetisch richtig lag ich hier.

Tja, alles irgendwie ziemlich gut getroffen. Und am Ende habe ich doch kräftige Kursverluste einstecken müssen dank der Korrektur im vierten Quartal. Das betraf zunächst vor allem die deutschen Nebenwerte, während die US-Techwerte mein Depot über Wasser hielten. Aber dieser Zwischenstand erwies sich als trügerisch, wie die letzten Wochen zeigten...

Montag, 24. Dezember 2018

Börsenweisheit der Woche 52/2018

"Wir kaufen großartige Unternehmen, weil man relativ leicht herausfinden kann, was wahrscheinlich passieren wird. Aber nicht, wann. Wir wollen uns nicht zu sehr auf das Wann konzentrieren, wir konzentrieren und auf das Was. Denn wenn wir mit dem Was richtig liegen, müssen wir uns über das Wann nicht allzu viele Sorgen machen."
(Warren Buffett)

Montag, 17. Dezember 2018

Portfoliocheck: Wird Tom Russos Depot nach dem BAT-Rauswurf zur rauchfreien Zone?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 15. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von 15,2% einbrachte.

Im dritten Quartal hat Tom Russo nur wenig in seinem Depot verändert; er setzt weiter auf die Schwächen und Vorlieben der Menschen. Zugekauft hat er im Luxusgütersegment, während er bei Lebensmittel- und Konsumgüterherstellern seine Positionen verringert hat, ebenso bei Spirituosenherstellern. Und auch beim Zahlungsdienstleister Mastercard, seiner mit Abstand größten Position, reduzierte er erneut um etwas mehr als 3%.

Besonders auffällig ist, dass sein Ausverkauf bei Tabakaktien weiterging. Philip Morris ist die letzte Aktie dieses Segments in seiner Top 10, während er bei Altria nur noch in homöopathischer Dosis engagiert ist. Konsequent fortgesetzt hat Russo den Rausschmiss von British American Tobacco, die nun ganz in seinem Depot fehlen. Aus offensichtlichen Gründen...?

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
MasterCard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 51/2018

"Die häufigste Ursache für niedrige Preise ist Pessimismus; manchmal allgegenwärtig, manchmal spezifisch für ein Unternehmen oder eine Branche. Wir wollen in einem solchen Umfeld Geschäfte machen. Nicht weil wir Pessimismus mögen, sondern weil wir die Preise mögen, die er produziert. Der Optimismus ist der Feind des rationalen Käufers."
(Charlie Munger)

Freitag, 14. Dezember 2018

Crashkurs bei Blue Cap: "Partnerschaftliches Zusammengehen" eskaliert in Machtkampf

Mitte Juli gab es eine (böse) Überraschung beim Münchner Beteiligungsunternehmen Blue Cap, das damals vermeldete, Großaktionär und Chef Dr. Hannspeter Schubert habe seine Anteile in Höhe von 44% an die PartnerFonds AG verkauft. Der Aktienkurs brach daraufhin deutlich ein, denn der Erfolg von Blue Cap ist eng mit Dr. Schubert verknüpft.

Ziel des Zusammenschlusses war, "die beiden Gesellschaften mittelfristig zusammenzuführen und unter dem Dach der Blue Cap AG in Richtung Geregelten Markt zu entwickeln", verkündete Dr. Schubert damals. Dass dies nicht ganz einfach werden würde aufgrund von steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Gründen, stand sofort außer Frage. Und auch, dass es bis zu zwei Jahre dauern könnte bis zur endgültigen Umsetzung. Das Ziel war relativ klar, nur der Weg dorthin nicht. Und dies führte zu Verunsicherung der Anleger, so dass der Aktienkurs von Blue Cap trotz positiver operativer Meldungen weiter unter Druck stand.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte die Gemengelage, dass Alphatier Dr. Schubert nach seinem Anteilsverkauf nur noch CEO von Blue Cap blieb, während Großaktionär nun die PartnerFonds AG ist. Dort hatte Dr. Schubert zwar einen erklecklichen Anteil der Aktien erworben, aber einen maßgeblichen Einfluss konnte er bisher nicht auf das Unternehmen nehmen. Auch wenn immer wieder mal über sein Bemühen berichtet wurde, sich von abgabewilligen Altaktionären bei PartnerFonds Aktien zu sichern.

Seit gestern Abend ist jetzt allerdings klar, dass aus dem "partnerschaftlichen Zusammengehen" nichts mehr wird. Denn PartnerFonds hat Dr. Schubert den Fehdehandschuh vor den Latz geknallt und der Blue Cap AG das Verlangen zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zugestellt. Mit dem Ziel, den Aufsichtsrat mit PartnerFonds-Getreuen zu besetzen und Dr. Schubert das Vertrauen entziehen zu lassen. Nachbörslich brach der Aktienkurs schon mal um weitere 20% ein...

Montag, 10. Dezember 2018

Portfoliocheck: Kalifornisches Inferno lässt PG&E abstürzen. Value Investor Seth Klarman kauft.

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 14. Portfoliocheck schaue ich Seth Klarman über die Schulter, einem herausragenden Value Investor Graham'scher Schule, der sogar von Warren Buffett lobend erwähnt wird - und dennoch vielen Anlegern nicht bekannt ist. Zu Unrecht, denn seit 1982 erzielte er mit durchschnittlich 19% pro Jahr überragende Renditen.

Im dritten Quartal verkaufte er seine während der Time Warner-Übernahme erhaltenen Aktien von AT&T komplett und stockte vor allem im Medienbereich weiter auf, den er ohnehin bereits sehr hoch gewichtet hat in seinem Portfolio.

Größte Beachtung verdient jedoch dieses Mal Klarmans massiver Einsatz beim Energieversorger PG&E, denn Pacific Gas & Electric wird nach 2017 auch in diesem Jahr für einen nicht geringen Teil der verheerenden Waldbrände in Kalifornien verantwortlich gemacht. Und die auf das Unternehmen einprasselnde Klageflut sowie bereits verhängte Strafen und Schadensersatzforderungen haben den Kurs in den Keller geknüppelt. Während öffentlich über die mögliche Pleite des größten kalifornischen Energieversorgers spekuliert wird, geht Contrarian Investor Seth Klarman auf Shoppingtour...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 50/2018

"Hinfallen wird man an der Börse immer wieder. Die Kunst dabei ist, so zu fallen, dass man wieder aufstehen kann."
(André Kostolany)

Montag, 3. Dezember 2018

Portfoliocheck: Daniel Loeb erringt mit United Technologies-Aufspaltung Etappensieg

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 13. Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und daher sorgt sein Einstieg bei Unternehmen dort nicht unbedingt für Freudentränen. Denn Loeb kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die seiner Meinung nach richtige Spur zu treiben.

Mit seinem Einstieg bei United Technologies scheint er ein sehr gutes Näschen gehabt zu haben. Dort hat er schon länger eine Aufspaltung gefordert und das Management immer stärker unter Druck gesetzt. Im dritten Quartal hatte Third Point seine große Position weiter aufgestockt und nun gab es Ende letzter Woche gleich zwei Meldungen vom Unternehmen, die die Herzen der Aktionäre höher schlagen lassen dürfte. Und für Daniel Loeb eine weitere Bestätigung darstellen und seinen Investoren eine satte Rendite einbringen sollten...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 49/2018

"Börsianer haben einen Geduldsfaden, der in Minuten zu messen ist und nicht in Monaten."
(Heiko Thieme)