Mittwoch, 30. Dezember 2015

2015 war das Seuchenjahr des Warren Buffett

Star-Investor Warren Buffett schlägt mit der Aktienkursentwicklung seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway regelmäßig den S&P 500 Index, doch in diesem Jahr liegt er ziemlich weit hinten. Und das, wo er sein 50. Jubiläum feiert als Chef von Berkshire Hathaway und auf eine durchschnittliche Aktienkursentwicklung von annähernd 20 Prozent blicken kann. Jahr für Jahr, wohlgemerkt.

Doch bereits nach dem zweiten Quartal zeichnete sich ab, dass es in diesem Jahr nicht einfach werden würde für Buffett. Denn einige seiner größten Aktienpositionen im Depot erwiesen sich Flops und das konnten die übrigen Werte nicht ausgleichen.

Unternehmen               Anteil per 30.09.      Kurs am 02.01.      Kurs am 31.12.    Veränderung
Wells Fargo                     18,95 %                  54,70 $                   55,00 $          +   0,05 %
Kraft Heinz Co. *)                     18,03 %                  72,96 $                  74,03 $          +   1,47 %
Coca Cola                     12,59 %                  42,14 $                  43,59 $          +   3,44 %
IBM                       9,22 %                162,06 $                139,93 $          -  13,66 %
American Express                       8,82 %                  93,02 $                  70,61 $          -  24,09 %
Phillips 66                       3,70 %                  72,29 $                  82,81 $          + 14,55 %
Procter & Gamble                       2,98 %                  90,44 $                  80,36 $           - 11,14 %
Walmart                       2,85 %                  85,90 $                  61,70 $           - 28,17 %
*) notiert erst seit 06.07.2015 an der Börse

 Berkshire Hathaway (Quelle: comdirect.de) 
Und so liegt denn die Aktienkursentwicklung von Berkshire Hathaway rund 11 Prozent hinter der Performance des S&P 500 und mit 10,47 Prozent sogar absolut betrachtet deutlich im Minus auf Jahressicht. Allerdings sollte man Buffett noch nicht abschreiben, denn zu seinen Beteiligungen gehören auch viele nicht börsennotierte Unternehmen, wie die Versicherung Geico, der Rückversicherer BH Re, die Eisenbahn BNSF oder der Energieversorger BH Energy (ehemals MidAmerican Energy). Hinzu kommen noch Preferred Stocks bzw. Wandelanleihen im Wert zweistelliger Milliardenbeträge bei Dow Chemical und der Bank of America.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Sie ist wie ein Indexfonds von Werten mit herausragender Marktstellung und daher sollte die Aktie in keinem langfristig orientierten Depot fehlen.

Bing: Wird Microsofts vergessenes Business zur Cash-Cow?

Der Softwaregigant Microsoft ist bekannt für sein Windows-Betriebssystem, seine Office-Bürosoftware und seine Spielekonsole X-Box. Und natürlich seit der NOKIA-Übernahme auch noch für seine Handysparte mit den Lumia-Geräten. Daneben betreibt man noch etwas namens "bing", das niemand wirklich auf der Rechnung hat, dank seiner chronischen Erfolglosigkeit. Ein Suchmaschinen-David, der gegen Goliath Google niemals bestehen kann. Und doch...

Es war ein verzweifelter Versuch Microsofts, verloren gegangenen Boden gutzumachen, als man seine Suchmaschine bing 2009 zunächst als Beta-Version an den Markt brachte. Denn man hatte der Trend hin zum Internet völlig verschlafen und wollte hier Google den Milliardenmarkt der Online-Anzeigen nicht kampflos überlassen. Technisch war bing von Anfang an annähernd auf Augenhöhe, doch selbst die Kooperation mit Yahoo, die ihren eigenen Algorithmus zugunsten von bing aufgaben (und das natürlich für einen großen monatlichen Scheck von Microsoft), konnte Googles Dominanz kaum ankratzen. Im Jahr 2011 verbrannte bing pro Quartal 1 Milliarde Dollar! Inzwischen hat der chronisch erfolglose Internet-Dinosaurier Yahoo sich in Googles Arme geflüchtet und spätestens hier schien klar zu sein, dass Microsoft einen weiteren Kampf mit den übrigen Techgiganten verloren hatte.

 Microsoft (Quelle: comdirect.de) 
Allerdings ist alles anders in Redmont, seitdem Satya Nadella das Ruder bei Microsoft übernommen hat. Seine Strategie des "mobile first, cloud first" ist keine hohle Phrase, sondern inzwischen gelebte Firmenphilosophie. Und äußerst erfolgreich, wie die bereits mehr als 110 Millionen Mal installierte Version von Windows 10 belegt. Und genau hier liegt auch der Schlüssel für bings Zukunft, denn Microsoft hat seine Suchmaschine tief in Windows 10 verankert und dort zum Standard erhoben, verknüpft mit dem hervorragenden Sprachassistenten Cortana. Und beim neuen Internet-Browser Edge ist bing ebenfalls die Standardsuchmaschine und dank des zunehmenden Erfolgs der Lunima-Handys, die nun ebenfalls mit dem plattformunabhängigen Windows 10 betrieben werden, steigen die Suchanfragen via bing. In den USA konnte bing im Oktober immerhin 20,9% aller Suchanfragen verzeichnen, Platz 2 hinter Platzhirsch Google, der auf 63,9% kam - und wieder einmal etwas Federn lassen musste. Und auch wenn bing nur magere 0,1% zulegen konnte, vollzieht sich hinter den Kulissen ein dramatischer Wandel. Denn bing verbrennt kein Geld mehr, bing ist inzwischen profitabel. Und hat im letzten Quartal 1 Milliarde für Microsoft eingebracht. Das ist nicht weniger als ein Zeitenwandel, denn immer mehr Geräte werden auf Windows 10 upgedated und selbst die X-Box wird demnächst mit Windows 10 betrieben werden. Wir können also davon ausgehen, dass bings Marktanteil sich stetig weiter erhöhen wird zulasten von Google. Und da bing inzwischen profitabel ist und mehr Suchanfragen nicht zwangsläufig höhere Kosten verursachen, dürften die Margen und damit die Gewinne steigen. Damit ist Microsoft gelungen, was niemand für möglich gehalten hat: Googles Dominanz wankt, sein Geschäftsmodell ist nicht unangreifbar, sein ökonomischer Burggraben versandet.

Die Suchmaschine bing wird für Microsoft das "next big thing" und bringt dem Unternehmen eine weitere Geldquelle, die niemand auf dem Schirm hatte. Nadella schafft es, dass alle Sparten und Produkte stetig verbessert und profitabler werden und daher ist Microsoft trotz der sehr starken Performance des Aktienkurses im Jahr 2015 auch für die Zukunft meine erste Wahl unter den Tech-Giganten. Microsoft ist inzwischen kein verkanntes Value-Investment mehr, wie zu dem Zeitpunkt, als ich das Unternehmen auf meine Empfehlungsliste genommen habe. Es bleibt allerdings auch bei der inzwischen höheren Bewertung ein Value-Investment wert, denn die Gewinndynamik hat sich deutlich erhöht und das rechtfertigt ein höheres Bewertungsniveau.

Montag, 28. Dezember 2015

Börsenweisheit der Woche 52/2015

"John Maynard Keynes hat im Grunde gesagt: ‚Versuche nicht herauszufinden, was der Markt tut. Such dir ein Unternehmen heraus, das du verstehst, und konzentriere dich darauf‘".
(Warren Buffett)

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Investor-Update: Burberry, KCAP, Main Street Capital, Suncor, TICC

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Doch noch eine Weihnachtsrallye...
Fast schon ein klassisches Börsenmuster: bis Mitte Dezember eher fallende Kurse, dann die Trendwende hin zur Jahresendrallye. Naja, Weihnachtsrallye, das Jahr ist ja noch nicht vorbei und wir haben noch drei Handelstage in diesem stimmungs- und schwankungsanfälligen Jahr 2015. Ich habe mich zu Weihnachten mit ein paar neuen Unternehmen beschenkt und musste mich auch von einem trennen, bei dem ich die Risiken nicht ausreichend gewürdigt, sondern zu sehr auf die Chancen geschaut hatte. Und den Preis dafür bezahlen muss(te).

+ Burberry Group PLC
Burberry ist der für seine Karomuster bekannte Bekleidungshersteller im Luxussegment. Das Unternehmen verfügt über eine sehr starke Marke und erfreut sich zunehmender Beliebtheit, gerade weil es sich auch hervorragend im Onlinehandel positioniert hat. Allerdings wirkt sich die globale Konjunkturabkühlung auch bei Burberry negativ aus, insbesondere im inzwischen wichtigsten Markt China haben die aufkommenden Absatzsorgen für eine eingetrübte Einschätzung zur Burberry-Aktie geführt und den Kurs vom Jahreshoch von 26 EUR auf nun knapp 16 EUR einbrechen lassen. Trotz eingetrübter Aussichten und reduzierter Umsatz- und Gewinnerwartungen passiert es nicht häufig, dass man Burberry-Aktien im Sonderangebot bekommt, nämlich bei einer Dividendenrendite von 3 Prozent und einem Gewinnmultiple von 16. Üblicherweise notiert Burberry, wie auch andere Aktien von Luxusmarkenherstellern jenseits der 20. Als bekennender Burberry-Fan und -Käufer habe ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen, auch wenn mir durchaus klar ist, dass Burberry noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen und noch eine kürzere Durststrecke zu überwinden hat, bevor es mit den Umsätzen, den Gewinnen und dem Aktienkurs wieder aufwärts gehen wird. Gleich am ersten Tag wird es mit dem Aktienkurs etwas runtergehen, da ich am CUM-Dividendentag gekauft habe, also die Zwischendividende gleich vom Kurs abgezogen wird. Die sehr viel höhere Schlussdividende gibt es dann im Juli.

- KCAP Financial Inc.
Nach nur einem halben Jahr habe ich mich von meinen KCAP Financial-Aktien wieder getrennt und das unterm Strich mit einem Verlust von rund 17 Prozent. Ich hatte sie aufgrund des starken Kurseinbruchs und der fast 20-prozentigen Dividendenrendite erworben, weil ich damals der Meinung war, dass das Management die anstehenden Probleme beherzt angehen und meistern würde - und der Kurseinbruch sich deshalb als übertrieben herausstellen würde. Ich sah KCAP also als ein Schnäppchen an, das deutlich zweistellig unterhalb seines Net-Asset-Value (NAV) notierte. Nun, ich habe mich geirrt...

Dabei halte ich die grundsätzliche Ausrichtung dieser Business Development Company (BDC) nach wie vor für interessant, aber KCAP weist einige Besonderheiten auf, die sie zu einer der am schlechtesten performanden BDCs macht. Insbesondere leidet sie an Eigenkapitalschwäche und das Management sieht der sich verschärfenden Lage tatenlos zu. Da die Aktien weit unterhalb des NAV notieren, kann man keine Kapitalerhöhung durchführen, gleichzeitig verweigert man sich aber auch der Möglichkeit, Assets zu veräußern oder sich mit einer anderen BDC zusammenzuschließen. Nun hat KCAP wenig Kapital in Unternehmen gesteckt, die der schlingernden US-Gas- und Öl-Industrie zuzurechnen sind, aber es kommen dennoch immer häufiger Zweifel auf, ob KCAP die Risiken seiner Engagements auch richtig einpreist - sprich, ob KCAP ausreichend Abwertungen auf seine ausgegebenen Kredite vornimmt. Das ist natürlich unliebsam, weil es die Möglichkeit reduziert, hohe Quartalsdividenden auszuschütten. Und so die Aktie noch unattraktiver macht für Leute, die es insbesondere auf hohe Dividendeneinnahmen abgesehen haben. Das sind in den USA sehr viele Menschen, da dort der Ruhestand viel stärker von Aktien- und Dividendeneinnahmen abhängt als im durch die staatliche Rentenversicherung geprägten Deutschland.

Naja, KCAP steuert auf ein echtes Problem zu, denn BDCs unterliegen dem Investment Company Act von 1940 und darin ist eine klare Schuldenobergrenze definiert. Dieser Vermögensdeckungsgrad, also das Verhältnis von Schulden zu Vermögen, darf 200 Prozent nicht überschreiten. Und wenn KCAP nun seine Assets abwerten muss, sinkt dem entsprechend der Vermögensdeckungsgrad. Und KCAP befindet sich seit einiger Zeit nahe an den 200 Prozent. Die Konsequenz aus einem Überschreiten der Schuldenobergrenze ist, dass man dann keine neuen Geschäfte mehr tätigen darf und Rückzahlungen seitens der Darlehensnehmer ausschließlich der Aufstockung des Eigenkapitals dienen müssen. Und darüber hinaus dürfen keine Dividenden mehr ausgeschüttet werden!

Das Risiko, anstelle einer üppigen Dividendenrendite von 20 Prozent p.a. gar keine Dividenden mehr zu erhalten, ist bei KCAP in letzter Zeit erheblich angestiegen. Weil das Management "Business as usal" fährt, anstatt sich der Probleme anzunehmen. Diese Gefahr hatte ich unterschätzt und ziehe nun die Reißleine - nicht wegen der kürzlich bereits deutlich reduzierten Dividende, die anstelle von 0,21 USD nun nur noch 0,15 USD betragen wird. Doch diese dritte Dividendenkürzung innerhalb der letzten zwei Jahre ist nur ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verschlechtert. Und lieber ein Ende mit Schrecken...

+ Main Street Capital Corp.
Auch Main Street Capital ist eine BDC, allerdings notiert sie nicht deutlich unterhalb ihres NAV, wie KCAP, sondern sogar mit einem Aufschlag. Das führt zu einer im BDC-Spektrum vergleichsweise bescheidenen Dividendenrendite von etwas über 7 Prozent. Hinzu kommt jedoch noch eine Sonderausschüttung zum Jahresende, so dass man auf knapp 8 Prozent pro Jahr kommt. Trotzdem ist MAIN kaufenswert, weil sie zu den BDCs gehört, die am ehesten von steigenden US-Zinsen profitieren werden und weil ihre Assets zu den qualitativ hochwertigsten gehören. Hier geht Sicherheit vor Rendite! Eine Besonderheit bietet MAIN noch: es gibt keine Quartalsdividenden, sondern eine monatliche Ausschüttung von aktuell 0,18 USD. Und die nächste Dividende von 0,165 EUR wird bereits am Montag vom Aktienkurs abgezogen und am 15. Januar dem Konto gutgeschrieben werden. Und danach Monat für Monat wieder...

+ Suncor Energy Inc.
Inmitten der schweren Ölkrise, jedenfalls für die Ölförderer, sollte man keine Ölaktien kaufen. Einer macht es trotzdem, Warren Buffett, und zwar hat er Ende 2014 seine ExxonMobil-Aktien gnadenlos aus dem Portfolio geworfen und stattdessen auf Suncor Energy gesetzt, einen kanadischen Öl-Sand-Wäscher. Nun ist das Öl-Sand-Waschen die neben Tiefsehbohren wohl teuerste aller Methoden, um an den begehrten Rohstoff zu kommen und die einhellige Meinung damals war, Buffett müsse verrückt sein. Mindestens.

Allerdings lohnt sich ein genauerer Blick auf Suncor Energy, denn Suncor bietet einige Vorteile. Zum einen sind seine Ressourcen allesamt im wirtschaftlich und politisch stabilen Kanada beheimatet und  nicht etwa im krisen- und kriegsgeschüttelten Nahen Osten. Dann fördert Suncor zu sensationell günstigen Kosten von unter 20 USD je Barrell, was sie auch jetzt bei einem Preis von unter 40 USD/WTI satte Gewinne einfahren lässt. Und Suncor betreibt eigene Raffinerien, die ein garantierter Abnehmer für das geförderte Öl sind, ohne dass man es erst um die ganze Welt verschiffen müsste. Kurzum: Suncor verdient noch immer einen Haufen Geld und nutzt seine hohen Cashflows dazu, Konkurrenten zu schlucken, Dividenden auszuschütten und Aktien zurückzukaufen. Der Aktienkurs ist dank des fallenden Ölpreises auch deutlich unter die Räder gekommen und ich habe bei 23,50 EUR zugegriffen. Nicht weil ich daran glaube, dass sich der Ölpreis schnell erholen wird, das nicht. Aber weil Suncor hervorragend positioniert ist, sich in diesem schwierigen Umfeld zu behaupten und gleichzeitig die Chance hat - und nutzen will - seine Marktstellung auszubauen. Mittel- und langfristig dürfte Buffett mit diesem Kauf (und er hat seine Suncor-Position im 3. Quartal um ein Drittel weiter ausgebaut) wieder einmal richtig liegen. Und ich nun mit ihm...

- TICC Capital Corp.
Bei TICC läuft die Entwicklung ähnlich negativ wie bei KCAP Financial, aus den gleichen und aus anderen Gründen. Einerseits gibt es einen schier endlosen Streit darum, wer der neue externe Manager der Assets werden soll und die außerordentliche Hauptversammlung hat den Vorschlag des Boards hin zu BSP gecancelt. Alternativen stehen allerdings auch nicht wirklich bereit, so dass es auf eine Hängepartie hinauslaufen könnte. Dieser Umstand alleine, wäre kein Verkaufsgrund. Aber es gibt eben auch andere Implikationen. TICC hat ähnlich wie KCAP Financial ein Problem mit seinem Verschuldungsgrad, gepaart mit sinkenden Werten für seine CLOs. Das setzt das Unternehmen unter Druck, weil zu befürchten ist, dass es nicht nur zu einer Abwertung und damit einhergehend Senkung der Quartalsdividende kommen dürfte, sondern es droht im schlimmsten Fall sogar ein völliger Ausfall der Dividendenfähigkeit. Und die hohen Dividenden sind ja der Hauptgrund für Investments in BDCs.

Anders als KCAP hat das jetzt doch noch im Amt befindliche TICC Management Maßnahmen ergriffen, die Verschuldung zu senken. Sie verkaufen die höher liquiden Assets und zahlen Schulden zurück. Was an für sich gut klingt, könnte sich aber zu einer Verschärfung des Problems auswachsen, denn im gegenwärtigen Marktumfeld können die Assets im Verkauf nur mit deutlichen Abschlägen platziert werden, was den NAV von TICC senkt. Um die ihnen zugrunde liegenden Schulden bedienen zu können, muss also auf die Liquiditätsreserve zurückgegriffen werden. Gleichzeitig sinkt durch den Verkauf auch das Nettoeinkommen der BDC und entsprechend auch ihre ausschüttungsfähigen Gewinne. Mit anderen Worten: die Quartalsdividenden dürften künftig spürbar sinken.

Aber es gibt noch zwei weitere negative Faktoren. Einerseits kauft TICC nun massiv eigene Aktien zurück, was bei einem deutlichen Abschlag zum NAV eigentlich ja vernünftig klingt, aber da die Assets mit Abschlag veräußert werden müssen, sinkt auch der Vorteil des Spreads zwischen Aktienkurs und NAV. Und dann erhöhen die Assetverkäufe auch die Gefahr für das Restportfolio, denn die liquideren Assets werden verkauft, während die schwerer verkäuflichen im Portfolio bleiben. Die Balance zwischen Chance und Risiko gerät in Schieflage.

Alles zusammen veranlasst mich, auch bei TICC lieber die Reißleine zu ziehen und auszusteigen. Unter dem Strich bleibt unter Berücksichtigung der ausgeschütteten Bruttodividenden ein Gewinn von 3,5 Prozent übrig.


.: Cashquote
Meine Cashquote liegt weiterhin über 10 Prozent und ich setze auf tendenziell steigende Aktienkurse zum Jahresbeginn, während sich mein Konto durch die anstehenden Dividendeneinnahmen weiter auffüllen wird.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

MAX Automation: altmayerBTD-Verkauf endlich geglückt

Die im Hightech-Maschinenbau tätige Beteiligungsholding M.A.X. Automation kann heute die Beendigung ihrer Fokussierung auf ihr Kerngeschäft bekanntgeben. So wurden Vereinbarungen für den Verkauf der operativen Geschäfte der Gruppengesellschaft altmayerBTD GmbH & Co. KG geschlossen, bei denen sowohl der Betriebsteil BTD (Behältertechnik) als auch der Betriebsteil altmayer (Anlagenhersteller für Schüttgüter) im Rahmen von Asset Deals durch zwei Management Buy Out's (MBOs) mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2015 veräußert werden.

Mit diesen beiden Transaktionen schließt die M.A.X. Automation die vor rund zwei Jahren begonnene Fokussierung auf ihre Kernbereiche Industrieautomation und Umwelttechnik ab. 

Käufer für BTD mit Sitz in Dettenhausen nahe Stuttgart ist die BTD Behälter- und Speichertechnik Dettenhausen GmbH, die vollständig dem bisherigen Vorsitzenden der Geschäftsleitung von altmayerBTD, Udo Weinert, zuzurechnen ist. Der Kaufpreis bewegt sich im mittleren einstelligen Millionenbereich. Die Betriebsimmobilie in Dettenhausen wird an den Käufer vermietet, der eine Kaufoption für den betriebsnotwendigen Teil hat.

Die Aktivitäten von altmayer mit Sitz im saarländischen Rehlingen werden an eine Erwerbsgesellschaft veräußert, deren Gesellschafter der altmayer-Geschäftsführer Andreas Weber, einige Mitarbeiter und ein Privatinvestor sind. Der Kaufpreis liegt im unteren einstelligen Millionenbereich. Der Vollzug dieser Transaktion wird nach Erfüllung aller vertraglichen Bedingungen bis Ende Januar 2016 erwartet.

Die Verkäufe der beiden Betriebsteile werden im Konzernabschluss 2015 zu einem Veräußerungsverlust führen. Dem steht eine stille Reserve aus der im Vermögen der MAX Automation verbleibenden Immobilie in Dettenhausen gegenüber. Ungeachtet des Veräußerungsverlustes bestätigt der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr 2015 und geht unverändert von einem Konzern-EBIT zwischen 20 und 22 Mio. EUR aus.

Durch die Veräußerung wird sich die MAX Automation künftig voll auf ihre neuen Bereiche Industrieautomation und Umwelttechnik konzentrieren, wie seit dem Einstieg der Günther-Gruppe als neuem Großaktionär vor rund zwei Jahren als strategisches Ziel vorgegeben.

Deutsche Beteiligungs AG gelingt Millionen-Exit

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat die Spheros-Gruppe, einen Hersteller von Klimasystemen für Busse, an den börsennotierten französischen Automobilzulieferer Valeo verkauft. Diese übernimmt sämtliche Anteile, die von der DBAG direkt gehaltenen werden und darüber hinaus auch die des von der DBAG verwalteten DBAG Fund V, weiterer Co-Investoren sowie des Spheros-Managements. Der Vollzug der unterzeichneten Kaufverträge steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

Die DBAG hatte die Spheros-Gruppe im Dezember 2011 erworben und erzielt mit dem jetzt vereinbarten Veräußerungserlös mehr als das Doppelte des ursprünglichen Investments in Höhe von 13,9 Mio. EUR. Der Veräußerungserlös übersteigt den Wertansatz der Beteiligung im jüngsten Konzernabschluss der DBAG nach IFRS (30. September 2015) und  führt deshalb im IFRS-Zwischenabschluss der DBAG für das erste Quartal 2015/2016 (31. Dezember 2015) zu einem Ergebnisbeitrag von bis zu 4 Mio. EUR. Da allerdings in der Bilanz der DBAG nach dem deutschen HGB alle Beteiligungen mit ihren jeweiligen ursprünglichen Anschaffungskosten bewertet sind, ergibt sich nach HGB ein Veräußerungsgewinn zwischen 15 und 18 Mio EUR.

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Dienstag, 22. Dezember 2015

TICC Capital: Aktionäre lassen BSP-Deal durchfallen

Das TICC-Board möchte den externen Manager der BDC (Business Development Company) wechseln und war sich bereits mit einem Anbieter einig, mit Benefit Street Partners (BSP). So sollen die bestehenden Assets aus CLOs und "Syndicated Loans" abgewickelt werden und im Anschluss auf "Private Debts" gesetzt werden. Doch immer mehr Aktionäre hinterfragten diesen Deal kritisch und sind der Meinung, es wäre lediglich der beste Deal für die Board-Mitglieder, nicht aber für die Aktionäre. Und so gab es Gegenvorschläge und sogar gerichtliche Auseinandersetzungen über die Zukunft von TICC.

Heute fand nun die lange erwartete außerordentliche Hauptversammlung statt, auf der die Entscheidung fallen sollte. Und die Mehrheit sprach sich für die Annahme des BSP-Angebots aus, aber es waren nicht genug Stimmen, um die Zweidrittel-Hürde zu überspringen, die hier nötig gewesen wäre. Der Deal mit BSP ist damit gescheitert.

Da auch die alternativen Angebote keine Mehrheit finden würden, dürfte es nun darauf hinauslaufen, dass eine Investmentbank damit beauftragt wird, die Alternativen und darauf basierend den besten Deal für die TICC-Aktionäre auszuloten - genau so, wie bereits von mehreren großen TICC-Aktionären im Vorfeld dieser außerordentlichen Hauptversammlung gefordert wurde.

Unter dem Strich bleibt jedenfalls die Erkenntnis, dass sich das TICC-Board aus reinem Eigennutz über alle Bedenken hinweggesetzt hat, um das für sich Beste herauszuschlagen. Und damit kolossal gescheitert ist! Die weitere Entwicklung dürfte spannend bleiben - man kann jedenfalls davon ausgehen, dass die nächsten Angebote mehr Wert für die TICC-Aktionäre bieten werden. Ob TICC Capital Corp. eine eigenständige BDC bleiben, oder ob sie fusioniert bzw. einfach übernommen wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin "trösten" sich die Aktionäre mit der üppigen Quartalsdividende von 0,29 USD. Bei einem aktuellen Börsenkurs von 5,35 EUR und einem EUD/USD-Verhältnis von 1,09 ergibt dies eine annualisierte Dividendenrendite von satten 19,9 Prozent. Allerdings dürfte die Dividende von 0,29 USD je Quartal nicht mehr lange auf diesem hohen Niveau verbleiben können, denn auch bei TICC - wie anderen BDCs - dürften einige Assets niedriger bewertet werden müssen, was dem Engagement in der US-Fracking-Industrie geschuldet ist.

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Beteiligungsgesellschaften: die Perlentaucher des deutschen Mittelstands

Ziemlich genau drei Jahre ist es her, dass ich hier darüber schrieb, welche Potenziale deutsche Beteiligungsgesellschaften bergen. Zeit für ein Resümee und eine Überarbeitung.

Anlass war seinerzeit, dass der mir persönliche bekannte damalige DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann eine Studie seines Hauses vorgelegt hatte, wonach 56 Prozent der Existenzgründer Schwierigkeiten hätten, die Finanzierung einer Betriebsübernahme zu stemmen. Das hat(te) insofern besorgniserregende Auswirkungen, als dass auch heute noch 40.000 deutsche Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger sind, der das Unternehmen fortzuführen bereit ist.

Und ironischerweise betraf dies kürzlich auch das Elmshorner Unternehmen Kölln-Flocken, deren Geschicke Hans Heinrich Driftmann Jahrzehnte lang als Geschäftsführender Gesellschafter gelenkt hat und nun an die Spitze des Aufsichtsrates wechselt*). Auch die Kölln-Werke, bekannt für ihre hervorragenden Frühstücksmüslis, Livio- und Mazola-Öl, haben sich mit dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher nun erstmals einen externen Manager ins Boot holen müssen. Allerdings bleibt die Familie Kölln/Driftmann Eigentümer des Unternehmens.

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und stellt rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze, weshalb ungesicherte Unternehmensnachfolgen nicht nur für den jeweiligen Betrieb alleine ein Problem darstellen, sondern auch für die Mitarbeiter und unsere Volkswirtschaft als Ganzes.

Doch was des einen Leid, ist des anderen Freud oder hier eher die Chance. Denn für Beteiligungsunternehmen ist es eine große Chance, ein schier unendlicher Markt, um ihre Aktivitäten zu entfalten. Das hat auch Warren Buffett erkannt, als er mit seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway Anfang des Jahres für 400 Mio. USD den Hamburger Produzenten für Motorradzubehör Detlev Louis übernahm. Die Summe ist für Buffetts Verhältnisse eher bescheiden, kauft er doch gerade für 37 Mrd. USD den Luftfahrtzulieferer Precision Castparts. Doch der Louis-Deal stellt für ihn eine Art Türöffner dar: "Wir haben den Code für Deutschland geknackt", sagte er.

Nun, Buffett kommt nach Deutschland, um sich hier nach interessanten Übernahmemöglichkeiten umzusehen. Und viele deutsche Unternehmen sind schon da und ebenfalls auf der Suche nach den schönsten Perlen des deutschen Mittelstands. Die sind zumeist nicht billig zu haben, sondern erfordern heutzutage erhebliche Anstrengungen, um mit ihnen einen Mehrwert zu erzielen. Vor einigen Jahren reichte es noch aus, ein Unternehmen zu kaufen und auf einen allgemeinen Aufschwung des Marktes zu setzen, um mit Profit wieder aussteigen zu können. Doch heute sind die Anforderungen gewachsen und nicht selten müssen die Beteiligungsgesellschaften ihre neuen Töchter erst noch aufwändig hochpäppeln, um ihre Potenziale zu bergen. Durch Add-on-Käufe, durch Sanierungen und Umstrukturierungen. Das nimmt Zeit und Geld in Anspruch und nicht immer führen die Anstrengungen zum gewünschten Ergebnis: dem gewinnträchtigen Verkauf. Daher reicht es auch für Anleger nicht (mehr), einfach irgendeine der vielen an deutschen Börsen notierten Beteiligungsgesellschaften zu kaufen, sondern er muss schon die richtigen erwischen, um selbst an den großen Chancen dieser Branche teilhaben zu können. Wir schauen uns daher mal eine Reihe von möglichen Kandidaten kurz an. Dabei lassen wir Frühphasenentwickler ("Venture Capital") wie die mic AG und reine Investmentgesellschaften, die in Aktien börsennotierten Unternehmen investieren, wie die Allerthal-Werke AG, die Scherzer & Co. AG oder die Shareholder Value Beteiligungen AG außen vor.

Aurelius
 Aurelius (Quelle: comdirect.de) 
Aurelius ist einer der erfolgreichsten Finanzinvestoren, denn man hat seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 2006 das eingesetzte Kapital im Schnitt bei jedem Deal verneunfacht. Inzwischen weist Aurelius eine Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden EUR auf und hat jüngst bei drei Übernahmen insgesamt über 1 Milliarden EUR an Umsatz hinzugekauft, so dass man dank der insgesamt 10 Zukäufe in 2015 nun auf einen annualisierten Konzernumsatz von über 3 Milliarden EUR kommt. Das mittelfristige Umsatzziel liegt sogar bei 5 Mrd. EUR. Dieses starke Wachstum wird auch über Kapitalerhöhungen finanziert und nachdem im Juli 2013 noch 10 Prozent über eine Barkapitalerhöhung hinzukamen, waren es im November weitere 166 Millionen in Form einer Wandelschuldverschreibung - verzinst mit läppischen 1 Prozent pro Jahr. Die Umsetzung benötigte nur wenige Stunden, dann war die Anleihe platziert, und der Aktienkurs notiert inzwischen mehr als 15 Prozent über den Kursen bei Ankündigung der Maßnahme. Alles zusammen ein mehr als deutliches Anzeichen, dass Investoren und Aktionäre von Aurelius begeistert sind und an eine Fortsetzung des Erfolgskurses glauben. Darüber hinaus steuert Aurelius auf ein weiteres Rekordergebnis zu und wird 2015 ein Gesamt-EBITDA von über 220 Mio. EUR erzielen. Dazu haben auch die jüngst erfolgten Verkäufe aller 4 restlichen eigenen Hotel-Liegenschaften beigetragen, die jeweils signifikante zweistellige Millionen-Gewinne einbrachten. Folglich steuert Aurelius auf das nächste Rekordergebnis zu und die Deal-Pipeline des Dr. Markus ist weiterhin prall gefüllt, sowohl auf der Kauf- wie auch auf der Verkaufsseite. Die Aktie bleibt für mich auch nach rund 350% Wertzuwachs seit meiner Erstempfehlung der aussichtsreichste Wert im deutschen - bzw. inzwischen sogar europäischen - Beteiligungssektor.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
1,49 Mrd. €47,00 €4,01 €3,05 €15,41,7 €3,60 %


Bavaria Industries
 Bavaria Industries (Quelle: comdirect.de) 
Bavaria Industries ist eine börsennotierte Industrieholding, die mittelständischen Unternehmen übernimmt, wenn man bei diesen erhebliches Optimierungspotenzial ausgemacht hat. Oftmals handelt es sich hierbei um Restrukturierungsfälle, auch im europäischen Ausland. Die Bilanz von Bavaria sieht sehr konservativ aus und weist nur die Beteiligungen auf, die auch operativ zum Konzern beitragen. Was noch nicht mindestens ein Jahr im Konzern ist oder was Verluste schreibt, taucht nicht auf, so dass im Fall einer Veräußerung einer Beteiligung ein sehr großer Einmalertrag auf die Aktionäre wartet. Auffällig ist, dass der Halbjahresbericht per 30. Juni einen Finanzmittelbestand von rund 127 Mio. EUR aufwies. Da man nicht selten angeschlagene Unternehmen übernimmt, hält sich der Kapitaleinsatz allerdings auch in Grenzen. Andererseits ist das Ausfallrisiko deutlich höher als bei Unternehmen, die sich an prosperierenden Unternehmen beteiligen. Diesen höheren Risiken stehen auch höhere Chancen gegenüber und Bavarias Ziel ist es, ein Beteiligungsportfolio von etwa 10 Unternehmen aufzubauen. Also eigentlich alles sehr reizvoll für Value-Anleger, wenn da nicht der geringe Freefloat wäre. Denn es stehen nur noch knapp 10 Prozent der Bavaria-Aktien zur Verfügung, der Rest befindet sich in fester Hand (überwiegend in der des Gründers und Vorstandschefs Reimar Scholz). Und Bavaria selbst kauft auch noch eigene Aktien zurück, so dass die Handelbarkeit der Aktie stark eingeschränkt ist, trotz der an sich nicht geringen Börsenkapitalisierung von 250 Mio. EUR. Man sollte daher das latente Risiko eines "kalten Delistings" nicht unterschätzen, denn Aktionäre genießen bei Bavaria nicht unbedingt hohes Ansehen und werden kaum mit der sonst üblichen Kapitalmarktkommunikation bedacht. Bavaria konnte seit dem Börsengang 2006 das Eigenkapital um durchschnittliche 20 Prozent pro Jahr steigern und wird vom Vorstand wie eine eigene private Vermögensverwaltung geführt. Der Vorstand hat gut 90 Prozent seines eigenen Vermögens in der Bavaria konzentriert und daher großes Interesse daran, den Wert der Bavaria weiter zu steigern. Für langfristig orientierte Anleger mit dickem Fell und guten Nerven, die darüber hinaus mit wenig Informationen seitens des Unternehmens auskommen, bietet sich bei diesem marktengen Wert eine interessante Beteiligungsmöglichkeit.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
253 Mio. €45,00 €1,20 €1,50 €29,70,00 €0,00 %


Blue Cap
 Blue Cap (Quelle: comdirect.de) 
Die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap investiert überwiegend in süddeutsche mittelständische Nischenunternehmen und konzentriert sich dabei auf operativ tätige technologiegetriebene Gesellschaften mit bestehendem profitablem Kerngeschäft, die sich in Umbruch- oder Sondersituationen befinden. Im Klartext investiert man in sanierungsbedürftige oder insolvente Unternehmen, Konzernausgliederungen und in Gesellschaften mit ungelöster Unternehmensnachfolge. Die Tochterunternehmen werden eigenständig und unternehmerisch geführt und das Portfolio enthält die INHECO Industrial Heating and Cooling GmbH (Laborzulieferer), WISAP Medical Technology (Medizintechnik), Planatol Wetzel / Planatol System (Klebstoffe), Biolink (Klebstoffe), Gämmerler (Maschinenbau), SMB David (Maschinenbau), em-tec (Medizintechnik) und Nokra (Spezialmaschinenbau). Dabei wurden die beiden letzten Zukäufe em-tec und Nokra aus Sondersituationen heraus gekauft und bieten einiges an Potenzial, wenn die sich abzeichnende Umstrukturierung nachhaltig Erfolge zeigen sollte. Bei der Tochter Gämmerler entstanden in diesem Jahr durch die Aufgabe eines Produktionsstandortes hohe Einmalkosten, die künftig das Ergebnis nicht mehr belasten werden. Im Gegenteil, hier sind positive Effekte zu erwarten. Der optisch hohen Verschuldung von rund 25 Mio. EUR stehen eigene Immobilien im Wert von 17 Mio. EUR gegenüber, so dass man sich deswegen nicht gleich graue Haare wachsen lassen sollte. Das Geschäftsmodell von Blue Cap ist nicht ganz risikolos, aber wenn die Neupositionierung der günstig erworbenen Töchter gelingt, winken hohe Gewinne, denn Blue Cap bilanziert, wie Bavaria auch, strikt nach HGB. Und das bedeutet, dass die neu erworbenen Unternehmen zumeist mit ihrem geringen Anschaffungspreis in den Büchern stehen und sich bei ihrer unternehmerischen Gesundung so hohe stille Reserven in der Blue Cap-Bilanz aufbauen. Für risikobewusste Anleger stellt die Aktie daher eine interessante Depotbeimischung dar.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
23,3 Mio. €5,85 €0,56 €0,60 €9,70,00 €0,00 %


Deutsche Beteiligung (DBAG)
 DBAG (Quelle: comdirect.de) 
Die DBAG ist eine der ältesten deutschen Beteiligungsgesellschaften, bei der mit knapp 20 Prozent die Drogeriefamilie Rossmann mit an Bord ist. Das SDAX-Mitglied ist weniger auf Sanierung und Exit seiner Töchter aus, sondern mehr auf Bestandsauf- und ausbau. Daneben hat man vor einigen Jahren Beteiligungsfonds aufgelegt (ganz klassisch wie auch US-Finanzinvestoren das ihrer Klientel anbieten), in die Investoren Geld einbringen können, ohne sich direkt an der DBAG AG beteiligen zu müssen. Die DBAG übernimmt an diesen Fonds auch selbst Anteile bzw. tritt bei Investment der Fonds als Co-Investor auf. Zusätzlich erhält sie von den Fonds noch Management Fees. 2014 war ein Ausnahmejahr durch den Verkauf der mit Abstand größten Beteiligung Homag AG und des daraus resultierenden Rekordgewinns (sowie entsprechender Rekorddividende). So ein Ausnahme-Deal ist in dieser Größe nicht wieder zu erwarten, aber das viele Geld wird sukzessive in neuen Unternehmen investiert, daher dürften Umsatz und Gewinne kräftig ansteigen. Die jüngste Dividendenankündigung von 50 Cents Basisdividende und 50 Cents Jubiläumsaufschlag sorgte für leichte Enttäuschung bei einigen Anlegern, die aufgrund der hohen Ausschüttung für 2014 von einer höheren Gesamtdividende ausgingen. Ich hingegen halte es für sinnvoll, die Liquidität in weitere interessante und renditeträchtige Übernahmen zu investieren, und finde eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent durchaus attraktiv (genug). Eine weitere Mittelstandsperle, die mittel- und langfristig überdurchschnittliches Wertsteigerungspotenzial aufweist.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
385 Mio. €28,15 €1,98 €2,91 €10,01,00 €3,55 %


Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft (DEWB)
 DEWB (Quelle: comdirect.de) 
Die DEWB ist eine börsennotierte Ventrue Capital-Gesellschaft mit Schwerpunkt auf Unternehmen aus den Bereichen Photonik und Sensorik. Zur Zeit hat man noch 6 Portfoliounternehmen: MueTec (Mikroskopie, Anteil 92%), DirectPhotonics (Direkt-Diodenlaser, Anteil 47%), LemnaTec (Optische Inspektionsgeräte, Anteil 44%), Nanotron Technologies (Drahtlose Sensornetzwerke, Anteil 21%), Jenabatteries (Energiespeicher ohne seltene Erden, Anteil 22%) und Noxxon Pharma (Entwicklung Pharmazeutika auf Basis der Spiegelmertechnologie, Anteil 11%). Die Marktkapitalisierung liegt bei gerade einmal 28 Mio. EUR und die Aktie ist extrem markteng. Unternehmerische Erfolge sind auch eher Mangelware, man glänzt eigentlich nur durch sehr hohe Vorstandsvergütungen und das Brechen von Ankündigungen. Aus dem Portfolio scheinen die beiden Letztgenannten interessant zu sein, Jenabatteries im Hinblick auf den Trend hin zur Elektromobilität und Noxxon mit einem möglichen Börsengang bzw. Verkauf. Allerdings ist diese Option bereits seit Jahren der einzige Lichtblick, ansonsten kommt die DEWB kaum voran mit ihrem Portfolio. Und auch Synergien ergeben sich hier kaum. Und so bleibt die DEWB langweilig und kann weder durch Tatkraft noch durch das Einhalten von Prognosen und Ankündigungen bestechen. Eine gute Verdienstmöglichkeit böte sich, wenn es bei Noxxon wirklich zum angekündigten Exit kommen sollte, denn daran würde die DEWB einmalig gut verdienen, sieht man sich die Kurse der Biotechwerte in den USA an. Ob der DEWB-Kurs im Anschluss wieder Schlafen legt oder durch die dann vorhandenen neuen Mittel neue Phantasie in die Aktie kommt, bleibt abzuwarten. Die extrem illiquide Aktie der DEWB eignet sich allenfalls als kleine Depotbeimischung für hartgesottene Anleger.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
27,4 Mio. €1,80 €-0,08 €-0,02 €---0,00 €0,00 %


Gesco
 Gesco (Quelle: comdirect.de) 
Gesco ist eine Beteiligungsholding für den deutschen Mittelstand, die ihre Töchter langfristig hält und ausbaut. Schwerpunkt bilden bei ihr die Bereiche Werkzeug- und Maschinenbau sowie Kunststofftechnik und derzeit gehören 17 Unternehmen zur Gruppe. Zuletzt weniger erfolgreich, denn der Gesco-Aktienkurs steht heute dort, wo er bereits Anfang 2013 stand: bei 72 EUR. Und er hat sich in den letzten Jahren nur wenig bewegt, pendelte zwischen 65 und 80 EUR, trotz allgemein steigender Aktienkurse. Verständlich, denn obwohl Gesco seinen Umsatz um 8% steigern konnte, können die Gewinne schon länger nicht mehr Schritt halten. Gesco hat mehr und mehr Baustellen im Verbund und muss an mehreren Stellen löschen. Zusätzlich gab es jüngst einen weiteren Nackenschlag, als die Deutsche Börse mitteilte, dass Gesco am 21. Dezember aus dem Nebenwerteindex SDAX gestrichen wird. Gesco ist mit sich selbst beschäftigt und hat ziemlich zu kämpfen. Besserung ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht und daher sind die Wettbewerber als deutlich chancenreicher einzustufen.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
236 Mio. €71,00 €4,58 €5,67 €12,52,00 €2,80 %


Greiffenberger
 Greiffenberger (Quelle: comdirect.de) 
Die Greiffenberger AG ist eine deutsche familiengeführte Industrieholding, deren Aktienmehrheit in Familienbesitz liegt. Sie ist in den Bereichen Antriebstechnik, Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl sowie Kanalsanierungstechnologie tätig und die Tochterfirmen unter dem Dach der Holding sind die ABM Greiffenberger Antriebstechnik GmbH, die J.N. Eberle & Cie. GmbH und die BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG. Nicht nur wegen der erkennbar nicht vorhandenen Synergieffekte der Tochtergesellschaften untereinander hat Greiffenberger seit Jahren schwer zu kämpfen. Alleinvorstand Greiffenberger ist schwer erkrankt und es besteht ein Interimsmanagement, während sich das Unternehmen in einer existenziellen Notlage befindet. Denn nachdem man eine saftige Umsatz- und Gewinnwarnung für 2015 aussprechen musste, hat man inzwischen auch gegen die Konditionen der Konsortialdarlehensverträge verstoßen und ist somit dem Wohlwollen der kreditgebenden Banken auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Der Aktienkurs belegt die Talfahrt eindrucksvoll und ist von annähernd 9 EUR im Jahr 2011 inzwischen unter 3 EUR gefallen. Anleger sollten dies eher nicht als günstige Kaufgelegenheit missverstehen, denn ob Greiffenberger der Turnaround gelingt, dürfte momentan mehr als fraglich sein. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Komplettverkauf ebenfalls schwierig sein dürfte, so dass ggf. eher ein Ausverkauf der Beteiligungen stattfinden könnte. Hier sollte man aufgrund der operativen Probleme der Beteiligungen eher nicht auf Substanzgewinne setzen und die Aktie der Greiffenberger AG lieber weiter meiden.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
15,8 Mio. €2,97 €VerlustVerlust---0,00 €0,00 %


Indus Holding
 Indus Holding (Quelle: comdirect.de) 
Die Indus Holding AG ist eine deutsche Industrieholding, die sich langfristig an Firmen des deutschen Mittelstandes beteiligt und inzwischen Beteiligungen an über 40 Firmen hält aus den Bereichen Bauwesen und Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Metallbearbeitung sowie Medizin- und Gesundheitstechnik. Dabei ist Indus vor allem an der Weiterentwicklung ihrer Beteiligungen interessiert und nutzt den derart steigenden Cashflow, um damit weitere Beteiligungen übernehmen zu können. Dieser Geschäftsansatz bringt Indus bei immer häufiger anstehenden Nachfolgelösung im Mittelstand Pluspunkte, da viele Firmengründer ihr Lebenswerk gerne in gute Hände legen möchten und dabei vor klassischen Finanzinvestoren zurückschrecken. Künftig möchte Indus zusätzlich noch in die Bereiche Gesundheitswesen und Energie vorstoßen uns verspricht sich hier großes Wachstums- und Entwicklungspotenzial. Indus ist eine klassische Mittelstandsholding und eignet sich hervorragend, um auf breiter Basis in den Deutschen Mittelstand zu investieren.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
2,08 Mrd. €44,25 €2,95 €3,17 €14,01,25 €2,82 %


MAX Automation
 M.A.X. Automation (Quelle: comdirect.de)
Die MAX Automation AG ist eine international agierende Beteiligungsgruppe mit den Kernsegmenten Umwelttechnik und Industrieautomation. Ich hatte sie anlässlich der Aufnahme auf meine Empfehlungsliste kürzlich hier vorgestellt. Sie verfügt aktuell über 7 Beteiligungsunternehmen, von denen 2 dem Bereich Umwelttechnik zuzuordnen sind und notiert seit einigen Monaten im Prime Standard der Frankfurter Börse. Das in der Vergangenheit eher als margenschwach einzustufende Unternehmen entwickelt sich unter der neuen Führung und dem neuen Großaktionär immer besser, denn der Vorstand hat das erklärte Ziel, die Margen deutlich zu verbessern. Dies soll auch gelingen, indem man "Verbundeffekte" zwischen den einzelnen Tochterunternehmen besser nutzt, zum Beispiel durch einen gemeinsamen Einkauf. Des Weiteren wird neben dem geplanten Verkauf der altmayerBTD über sinnvolle margenverbessernde Zukäufe nachgedacht. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in China und hier insbesondere des Automobilsektors haben den Aktienkurs an der kurzen Leine gehalten, das dürfte aber bald der Vergangenheit angehören und er der positiven operativen Geschäftsentwicklung folgen. Zumal der Großaktionär gerade marginal die Schwelle von 30% Anteilsbesitz überschritten und so ein Pflichtangebot ausgelöst hat. Die gebotenen 5,30 EUR dürfte kaum ein Aktionär annehmen - aber bis zur Schwelle von 50% besteht nun keine Verpflichtung des Großaktionärs mehr, weitere Zukäufe zu veröffentlichen und sogar ein weiteres Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre abzugeben. Die Situation lässt für mich nur den Schluss zu, dass die Günther-Gruppe hier unbeobachtet weitere Anteile einsammeln will, was den Kurs nicht nur nach unten absichert, sondern eher nach oben ziehen wird. Die Aktie bietet eine aussichtsreiche Möglichkeit, sich an einem neuen "Hidden Champion" zu beteiligen.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
148 Mio. €5,50 €0,42 €0,59 €9,30,15 €2,70 %


MBB SE (vormals MBB Industries)
 MBB SE (Quelle: comdirect.de) 
Die Beteiligungsgesellschaft MBB habe ich bereits vor einigen Jahren aufgrund ihrer steigenden Substanz- und Ertragskraft auf meine Empfehlungsliste genommen. MBB setzt nach eigenen Angaben auf "Wachstum durch den Kauf neuer Unternehmen und die Wertsteigerung der bestehenden Beteiligungen" und ihr Beteiligungsportfolio ist entsprechend bodenständig ausgerichtet. Neben Hanke Tissue, einem führenden Hersteller bedruckter Servietten, finden sich dort derzeit unter anderem die auf das Cloud-Computing spezialisierte DTS Systeme GmbH sowie der ebenfalls börsennotierte Holzwerkstoffprofi Delignit und die CT Formpolster GmbH wieder. Hanke Tissue gehört bereits seit 2006 zu MBB und ist im Portfolio eine der profitabelsten Unternehmen. Kein Wunder, dass MBB in die Verdopplung der Produktionskapazitäten bei dem Hersteller von Toilettenpapier, Servietten, Taschentüchern und Küchenrollen investiert hat. Aber auch bei den anderen Töchtern erfolgen Investitionen in den Ausbau des Geschäfts und ab und an kleinere Zukäufe. Die mit Abstand größte Tochter, die MBB Fertigungstechnik, gehört selbst erst seit 2012 zu MBB und verdoppelte damals auf Schlag den Umsatz und erhöhte den Konzerngewinn um deutlich mehr als das Doppelte. Der Aktienkurs stieg in der Folge stark an, um dann für zwei Jahre seitwärts zu tendieren. Doch nun gab es die Übernahme der Aumann Gruppe und diese soll mit der MBB Fertigungstechnik einen Verbund bilden, um Synergien zu heben und die Potenziale von Aumann auf die Straße zu bringen. Der Zukauf bringt eine deutlich höhere EBIT-Marge mit, als die übrigen MBB-Töchter bisher vorweisen können, und entsprechend begeistert zeigte sich MBB-CEO Nesemeier von dem Zuwachs. Für weitere Akquisitionen stehen noch ausreichend Gelder zur Verfügung und MBB geht in seiner Mittelfristplanung davon aus, den 2015er Umsatz von rund 250 Mio. EUR bis 2020 auf 500 Mio. EUR zu verdoppeln. Bei einer EBITDA-Marge von 10 Prozent. Klar, dass die Börse sich begeistert zeigte. MBB scheint aus seiner zweijährigen Lethargie erwacht zu sein und bietet wieder interessante(re) Perspektiven für langfristig orientierte Anleger.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
174 Mio. €26,50 €1,78 €2,18 €12,20,65 €2,45 %


Mutares
 mutares (Quelle: comdirect.de) 
Eine Beteiligungsgesellschaft, die Aurelius nachstrebt und nach Kapitalerhöhungen, Aktiensplits und Börsensegmentwechsel sich für Anleger attraktiver gestalten will. Allerdings hat der Hund doch ein paar Flöhe, denn Mutares hat momentan mit einigen Unwägbarkeiten und Problemen zu kämpfen, was der Kursverlauf der letzten Monate "schön" nachzeichnet. Die jüngste Kapitalerhöhung zu 17,50 EUR drückt noch auf den Kurs, da haben sich einige wohl mehr versprochen (oder es wurden nicht alle Stücke platziert, so dass Emissionsbegleiter Hauck & Aufhäuser hier noch Aktien in den Markt drücken muss). Des Weiteren ist die französische E-Commerce-Tochter Pixmania pleite gegangen, das spricht nicht für ein gutes Näschen, denn die hatte man erst kurze Zeit zuvor erworben. Und dann gibt es ein nicht unbeträchtliches Öl- und Gasrisiko. Denn die größte Tochter EUPEC ist im Bereich Beschichtungen für Pipelines aktiv und die französische Beteiligung BSL stellt Pipelines her. Der weiter rapide sinkende Ölpreis und die von den Öl-Konzernen drastisch zusammengestrichenen Investitionskosten lassen hier ziemliches Ungemach erwarten, was sich auch schon in den nächsten Zahlen von Mutares widerspiegeln könnte. Insbesondere die Unsicherheiten rund um das Pipelineprojekt North Stream 2, das beim jüngsten EU-Gipfel zu erheblichem Streit zwischen Deutschland und Italien geführt hat, dürften den von vielen erhofften zeitnahen Exit der EUPEC unrealistisch machen. Denn er würde wohl in absehbarer Zeit viel weniger einbringen, als man eigentlich erlösen könnte. Daher sollte Mutares meiner Meinung nach davon erst einmal Abstand nehmen, ansonsten verzichtet man auf viel Geld (und vernichtet so Aktionärsvermögen). Unterm Strich bietet Mutares daher aktuell kein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis und kommt daher für mich zur Zeit als Investment nicht infrage.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
250 Mio. €16,20 €0,56 €1,37 €11,80,36 €2,20 %


Ringmetall (vormals H.P.I. Holding)
 Ringmetall (Quelle: comdirect.de)
Das Unternehmen ist eine mittelständische Beteiligungsgesellschaft mit dem Schwerpunkt auf der Fass-Ring-Produktion - da ist man inzwischen unangefochten Europas Marktführer. Dazu kommt die noch recht junge Beteiligung HMS Sauermann, die man aber erst noch zurück in die Erfolgsspur bringen muss. Nachdem man bei den Fass-Ringen am Ende der Fahnenstange angelangt ist, was Marktanteile in Europa angeht, schaut man nun über den großen Teich und hatte eine sehr große Übernahme in den USA im Auge. Darauf hat man sich ausgiebig vorbereitet und Ende 2014 den Vorstand erweitert um den Diplomingenieur Konstantin Winterstein, der das operative Geschäft und das technische Beteiligungsmanagement verantwortet, und man hat im Sommer eine zehnprozentige Barkapitalerhöhung durchgezogen. Der Aktienkurs dümpelt vor sich hin, denn das viele frische Geld bringt kaum Erträge. Das dürfte sich nun aber ändern, denn Ringmetall hat den amerikanischen Spezialanbieter von Verschluss- und Dichtungssystemen Self Industries übernommen. Die Amis sollen rund 28 Mio. USD Umsatz zum Ringmetall-Konzern beitragen, der es dann auf insgesamt über 90 Mio. EUR Umsatz bringt. Aus der Übernahmen heraus sollen sich neue Ansätze für Prozessoptimierungen und Cross Selling-Ansätze ergeben und auch die Kosten der Holding-Struktur, der sog. Wasserkopf, verteilen sich nun besser. Für geduldige Anleger dürfte Ringmetall eine interessante und aussichtsreiche Depotbeimischung bleiben.

Marktkap.AktienkursEPS 2015eEPS 2016eKGV 2016eDiv. 2015eDiv.-Rendite
37,5 Mio. €1,63 €0,14 €0,18 €9,10,08 €4,90 %


Fazit
Einige der hier angerissenen Unternehmen kennt ihr ja schon aus diesem Blog. Ich werde mich in absehbarer Zeit mit allen, insbesondere aber auch den "Neuen" auf dieser Liste hier noch einmal näher beschäftigen. Aurelius, Deutsche Beteiligung, M.A.X. Automation, MBB und Ringmetall finden sich bereits auf meiner Empfehlungsliste und Bavaria Industries und Blue Cap nehme ich neu mit drauf. Darüber hinaus hat Indus Holding reelle Chancen auf eine Aufnahme.

Greiffenberger hatte ich früher einmal auf der Liste und sie ist es zurecht nicht mehr. Die DEWBGesco und Mutares bleiben außen vor, weil sie den anderen Aktien gegenüber einen oder mehrere Nachteile bzw. weniger gute Aussichten aufweisen und damit ein deutlich schlechteres Chance-Risiko-Verhältnis.


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ANMERKUNG VOM 30. April 2016
Prof. Hans Heinrich Driftmann ist am 26. April 2016 nach schwerer Krankheit verstorben.

Montag, 21. Dezember 2015

Börsenweisheit der Woche 51/2015

"Sinnvolles Investieren ist... einfach mal nichts zu tun".
(Michael C. Kissig)

Freitag, 18. Dezember 2015

Investor-Update: DBAG, Dow Chemical, Paul Hartmann

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Zinswende, na und?
Der lang erwartete Zinsentscheid der US-Notenbank ist endlich da. Und nachdem die meisten Marktteilnehmer von einem Börsenabsturz ausgingen - und sich daher schon mit ausreichend Cash aufmunitioniert bzw. Aktien verkauft hatten - gingen die Börsen mächtig ab, getreu dem Motto "Buy the rumors, sell the facts". Der Euro hat auch nicht wirklich mehr nachgegeben gegenüber dem Dollar, auch hier war schon viel eingepreist. Allerdings denke ich, dass der Dollar mittelfristig tendenziell weiter zur Stärke neigen dürfte, was einerseits den US-Unternehmen operativ Sorgen bereiten, andererseits aber für die Dividendenausschüttungen und Aktienkurse auf Euro-Basis nette Zugewinne bieten könnte. Da ich für Europa und besonders Deutschland momentan positiv(er) gestimmt bin als für die USA, sehe ich eher hier weitere Kaufgelegenheiten und werde selektiv zuschlagen.

+ Deutsche Beteiligungs AG
Eine der ältesten deutschen Beteiligungsgesellschaften, bei der mit knapp 20 Prozent die Drogerie-Familie Rossmann an Bord ist. Das SDAX-Mitglied ist etwas anders aufgestellt als Aurelius und weniger auf Sanierung und Exit aus, sondern mehr auf Bestandsaufbau wie auch meine beiden Investments M.A.X. Automation  und MBB. Daneben hat man vor einigen Jahren, klassisch wie Finanzinvestoren KKR oder Blackstone, Beteiligungsfonds aufgelegt, in die Investoren Geld einbringen können, ohne sich an der DBAG AG beteiligen zu müssen. Die DBAG übernimmt an diesen Fonds auch selbst Anteile bzw. tritt bei Investment des Fonds als Co-Investor mit auf. Zusätzlich erhält sie von den Fonds noch Management Fees. 2014 war ein Ausnahmejahr durch den Verkauf der mit Abstand größten Beteiligung Homag AG und des daraus resultierenden Rekordgewinns (sowie entsprechender Rekorddividende). Das ist so nicht wieder zu erwarten, aber das viele Geld wird sukzessive in neuen Unternehmen investiert, daher dürften Umsatz und Gewinne kräftig ansteigen. Die jüngste Dividendenankündigung von 50 Cents Basisdividende und 50 Cents Jubiläumsaufschlag sorgte für leichte Enttäuschung bei einigen Anlegern, die aufgrund der hohen Ausschüttung für 2014 von einer höheren Gesamtdividende ausgingen. Ich hingegen halte es für sinnvoller, die Liquidität in weitere interessante und renditeabwerfende Übernahmen zu investieren und finde eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent durchaus attraktiv (genug). Eine weitere Mittelstandsperle, die ich mir Montagmorgen für 27 EUR in mein Depot gelegt habe.

- Dow Chemical
Die Chemiebranche sieht sich weltweit mit der schwächelnden Konjunktur konfrontiert, doch die Fusionsankündigung von Dow Chemical mit DuPont hat den Aktienkurs gegen den Trend mächtig beflügelt. Auf die Fusion soll dann die Aufspaltung in drei separate Sparten-Unternehmen erfolgen und zwar im Wege eines Spin-offs. Das ist für deutsche Anleger insofern ein Problem, als dass leider immer noch nicht abschließend gesetzlich geregelt ist, wie diese Spin-offs ausländischer Unternehmen steuerrechtlich zu bewerten sind. Daher werden sie vom deutschen Fiskus teilweise als Ausschüttung an die Aktionäre betrachtet und wie Dividenden versteuert - ein echt unschöner Nebeneffekt. Das werde ich mir ersparen und habe die hohen Kurszuwächse genutzt und meinen Bestand an Dow Chemical zu knapp 52 EUR veräußert. Nach vier Monaten verbleibt inkl. vereinnahmter Bruttodividenden ein Gewinn von knapp 52 Prozent.

+ Paul Hartmann
Wie der Zufall so spielt durfte ich kürzlich einen spontanen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt über mich ergehen lassen und dabei sind mir diverse Hartmann-Gerätschaften ins Auge gefallen. Ich erinnerte mich dunkel daran, mir diese Firma vor zwei, drei Jahren schon mal angesehen zu haben, da stand der Kurs über 100 EUR niedriger, aber ich habe nicht investiert. Nicht weil das Unternehmen nicht interessant wäre, ganz im Gegenteil. Aber es wies einen erheblichen Makel auf: 80 Prozent der Anteile waren in einer Hand gebündelt, nämlich einem Pool von Aktionären, die so eine (feindliche) Übernahme verhindern wollten. Verkäufe der Pool-Mitglieder waren ausschließlich außerbörslich und untereinander möglich. Der Freefloat war dem entsprechend gering und das Handelsvolumen von wenigen hundert Stücken war für mich ein K.O.-Kriterium. Denn wenn bei dem Unternehmen etwas schief läuft und alle gleichzeitig verkaufen wollen, fällt der Kurs ins Bodenlose. Auch bei einem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 1,4 Milliarden Euro. Doch nun ist alles anders... Naja, einiges. Denn der Pool-Vertrag wurde aufgelöst und alle Aktien können theoretisch wieder über die Börse verkauft werden.

Doch was ist nun der Charme dieses Unternehmens für mich als Investor? Paul Hartmann stellt eine breite Palette an medizinischen Produkten her, von Verbandsmaterialien über Pflege- und Desinfektionsmittel hin zur Inkontinenzversorgung. Alles Themen, mit denen man absolut nichts zu tun haben will, aber wenn man dann doch betroffen ist, führt kaum ein Weg vorbei an den Produkten von Paul Hartmann. Und die meisten bekommt man davon "voll automatisch" verabreicht, weil sie die Pfleger und Ärzte in den Praxen und Krankenhäusern verwenden.

Unsere Bevölkerung wird immer älter und das Thema Infektionen spielt eine immer stärkere Rolle - so erklärt sich der Wachstumsmarkt für Paul Hartmann. Und der ist langweilig, aber krisensicher. Und durchaus lukrativ. In den ersten 9 Monaten konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 4,5 Prozent auf 1,4 Mrd EUR steigern und das EBIT sogar um 9,5 Prozent auf knapp 100 Mio. EUR. Der gleiche Betrag blieb auch als Freier Cashflow übrig, eine Steigerung im Jahresvergleich um 130 Prozent. Die Eigenkapitalquote liegt bei soliden 55 Prozent und eine Nettoverschuldung sucht man vergebens. Für Langfristanleger also ein solider Wert mit stetigen, moderaten Zuwachsraten und begrenztem Risiko. Dafür bietet Paul Hartmann eine Dividendenrendite von 2 Prozent und ein 2016er KGV von etwa 12. Und natürlich wieder aufkeimende Übernahmephantasie, denn der Pool-Vertrag der Schutzgemeinschaft war Ergebnis eines (gescheiterten) Übernahmeversuchs des Finanzinvestors Apax im Jahr 2008. Gut möglich, dass die solide Bilanz und das krisenfeste Geschäftsfeld nach dem Ende der Schutzgemeinschaft wieder Finanzinvestoren oder interessierte Konkurrenten auf den Plan ruft. Zumal der Großaktionär alleine über gut 50 Prozent der Anteile verfügt und hier schnell Nägel mit Köpfen gemacht werden könnten, wenn man sich mit diesem einig wird. Ich bin seit Mittwoch zu 380 EUR an Bord und werde so meinen nächsten Krankenhausaufenthalt viel mehr genießen können, weil er mir dann etwas Geld in die eigenen Taschen spült. Wenn er sich denn schon nicht vermeiden lässt.


.: Cashquote
Meine Cashquote liegt weiterhin bei knapp 10 Prozent, dank des Dow Chemical-Teilverkaufs sowie diverser Dividendeneinnahmen, die ich in meine beiden Neuerwerbungen investiert habe.

WCM kauft weiter kräftig zu

Die auf Gewerbe- und Handelsflächen spezialisierte WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG vermeldete soeben den Ankauf weiterer Liegenschaften. So kaufte man zwei im Bau befindliche Fachmarktzentren im Berliner Umland und in Sachsen-Anhalt, die nach Fertigstellung im 3. und 4. Quartal 2016 schlüsselfertig übergeben werden. Als Ankermieter in beiden Objekten fungieren die Handelsriesen ALDI und REWE. Der Kaufpreis für die beiden Fachmarktzentren beträgt rund 25,8 Mio. EUR . Die gesamte Mietfläche der Objekte beläuft sich auf 13.660 Quadratmeter. Die beiden Objekte werden bei Fertigstellung vollständig vermietet sein und die Mietverträge weisen eine durchschnittliche Laufzeit von 12,4 Jahren auf. Die Mieteinnahmen von insgesamt rund 1,7 Mio. EUR ergeben auf Basis des Nettokaufpreises eine Mietrendite von 6,5 Prozent.

Darüber hinaus sicherte sich die WCM noch exklusiv Rechte zum Erwerb eines weiteren Baumarkts. Die im Jahr 2012 errichtete Immobilie ist in attraktiver Lage einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands gelegen und wird von einem der führenden Baumarktbetreiber für 15 Jahre gemietet. Der geplante Kaufpreis beträgt rund 22,0 Mio. EUR und erzielt annualisiert rund 1,6 Mio. EUR an Mieteinnahmen, was einer Anfangsrendite von 7,1 Prozent entspricht. Den Vollzug des Erwerb des rund 13.500 m² großen Baumarktes wird von WCM für Ende Februar 2016 erwartet.

Durch die jüngste Kapitalerhöhung stehen der WCM AG ausreichende Mittel zur Finanzierung des Eigenkapitalanteils für alle drei Objekte zur Verfügung. Dabei wird eine Gesamtfinanzierung mit einem LTV von ca. 55 Prozent angestrebt, wodurch sich eine durchschnittliche FFO-Rendite auf die Gesamttransaktion von rund 11 Prozent errechnet.

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Dienstag, 15. Dezember 2015

Neue Übernahmeofferte für Baldas Kunststoffsparte

Das Tauziehen um das operative Geschäft des Kunststoffproduzenten Balda geht in die nächste Runde. Nachdem die Hauptversammlung dem Verkauf an H&T zugestimmt hatte, legte nun die italienische Unternehmensgruppe Stevanato ein verbindliches Angebot vor, das sich am H&T-Angebot orientiere. Allerdings weicht es in zwei wichtigen Bereichen hiervon ab: die Italiener wollen auch die Marke "Balda" mit übernehmen und nutzen und sie bieten 80 Mio. EUR, also 6 Mio. EUR mehr als H&T.

Balda hatte ja bereits zum HV-Beschluss angekündigt, diesen nicht sofort in die tat umzusetzen, da Stevanato damals bereits ein Angebot avisiert hatte. Vorstand und Aufsichtsrat der Balda wollen nun das Angebot von Stevanato "unverzüglich" prüfen und in den nächsten Tagen mitteilen, ob aufgrund des Angebots von Stevanato zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen wird. Diese würde dann voraussichtlich Ende Januar 2016 stattfinden. Und auch hier wäre wieder eine Mindestannahmequote von 75% des vertretenden Kapitals erforderlich - dem H&T-Angebot hatten 97,4% zugestimmt.

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Ergänzung vom 15.12.2015

Vorstand und Aufsichtsrat befürworten das Angebot der Stevanato-Gruppe und berufen voraussichtlich für den 29. Januar 2016 eine außerordentliche Hauptversammlung ein.

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Montag, 14. Dezember 2015

Ringmetall greift über den Teich und kauft US-Firma Self Industries

Lange haben die Aktionäre der mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Ringmetall (vormals H.P.I. Holding) auf diese Akquisition warten müssen, denn angekündigt war sie schon seit vielen Monaten. Ich hatte ja auch bereits Im Sommer über die anhaltenden Gerüchte berichtet und gemeint, bei Ringmetall sei ganz schön was im Busch.

Heute kommt nun die Verkündung der Übernahme und es handelt sich um die im Jahr 2000 gegründete Self Industries, einem Spezialanbieter von Dichtungs- und Verschluss-Systemen mit Sitz in Birmingham, Alabama. Mit dem Zukauf gelingt Ringmetall der Einstieg in den US-Markt und man verspricht sich von dem 28 Millionen USD Umsatz erzielenden Unternehmen die "Möglichkeit weitreichender Technologie- und Vertriebssynergien".

"Mit insgesamt über 90 Millionen Euro Umsatz auf Konzernebene ergeben sich nun ganz neue Möglichkeiten für Prozessoptimierungen und Cross Selling-Ansätze", sagt Ringmetall-Vorstand Petri. Und auch für Michael McDowell, President von Self Industries, stellt die Akquisition einen "Perfect Fit" dar, so dass er auch in Zukunft als Teil des Managements mit an Bord bleiben und die weitere Entwicklung des Konzerns in Nord- und Südamerika unterstützen wird.

Zur Letzten Hauptversammlung der Ringmetall AG hatte man angekündigt, dass Ringmetall-Vorstand Rafael für einige Jahre in die USA gehen wird, um zunächst die Akquisition vorzubereiten und danach die Integration in den Ringmetall-Konzern erfolgreich umzusetzen. Auch könne der nun erfolgte Zukauf ohne weitere Kapitalmaßnahme und somit aus Eigenmitteln durchgeführt werden.

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Exodus: Buffett verkauft weitere 5 Prozent an Munich Re

Investment-Legende Warren Buffett hat(te) eine Vorliebe für Versicherungsaktien, insbesondere die Rückversicherungsbranche hatte es ihm stark angetan. Und auch außerhalb der USA hatte er sich eingekauft in die Größten der Welt: die deutsche Munich Re (Münchener Rückversicherung) und die Swiss Re. Da die Versicherungen weltweit aufgrund er Niedrigzinsphase in ernsthafte Schwierigkeiten kommen, habe ich ja bereits seit längerem vor Investments in diesem Bereich gewarnt und sehe sie als Value Traps an. Und ich habe auch die starke Ausrichtung von Buffets Investmentholding Berkshire Hathaway auf diese Branche kritisiert.

Nachdem ich bereits im Mai spekuliert hatte, dass Buffett wohl bei den beiden großen Rückversichern sein Engagement zurückfahren dürfte, ließ er Ende September (endlich) Taten folgen. Er musste bekanntgeben dass sein Anteil an der Munich Re unter die Schwelle von 10 Prozent gefallen war. Und er reduzierte fleißig weiter, denn Freitagabend vermeldete er, sein Bestand sei inzwischen auf 4,6 Prozent gefallen uns damit hat er binnen zwei Monaten ganze 5 Prozent aller Aktien der Munich Re auf den Markt geworfen. Und wir können davon ausgehen, dass er auch die restlichen Anteile seines 1,4 Milliarden Euro schweren Pakets noch schnellstmöglich abbauen wird.

Grämen muss Buffett sich indes nicht, haben die Munich-Re-Aktien seit seinem Einstieg von vor 5 Jahren doch eine Performance von 80 Prozent hingelegt - zuzüglich der üppigen Dividendenausschüttungen.

Berkshire Hathaway befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste. Das Reduzieren der Versicherungsaktien und das stärkere Engagement im Industrie- und Konsumsektor lassen die Aktie unter Chance-Risiko-Aspekten allerdings zunehmend wieder attraktiver erscheinen.


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