Montag, 31. Dezember 2018

Was ist... die "Foolish Four" Dividendenstrategie?

Diese Dividendenstrategie wurde ursprünglich von der Investmentseite "The Motley Fool" entwickelt und stellt eine Abwandlung der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie nach Benjamin Graham und insbesondere der "Low Five" Dividendenstrategie nach Michael O'Higgins da.

Es stellte sich heraus, dass sich der Titel mit dem niedrigsten Kurs häufig schlecht entwickelt. Dies könnte daran liegen, dass sich ein Unternehmen in einer schlechten Lage mit einem sinkenden Aktienkurs konfrontiert sieht, während dem entsprechend gleichzeitig  die Dividendenrendite steigt, sofern die Firma die Dividendenausschüttung beibehalten kann. Zwar ist ein substanziell starkes Unternehmen meist in der Lage, die Schwierigkeiten zu überwinden, doch kann sich der Turnaround über Jahre hinziehen und der Aktienkurs lange darnieder liegen.

Aus diesem Grund wird bei den “Foolish Four” nicht einfach nur in die Aktie mit dem niedrigsten Kurs der fünf Werte der “Low Five” investiert...

Was ist... Michael O´Higgins "Low Five" Dividendenstrategie?

Vermögensverwalter Michael O´Higgins beschrieb die "Low Five Dividendenstrategie" erstmals 1991 in seinem Buch "Beating the Dow" und stellte damit eine Abwandlung der "Dogs of the Dow Dividendenstrategie von Benjamin Graham aus den 1930er Jahren vor.

Dieser hatte vorgeschlagen, jeweils zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite auswählen und zu gleichen Geldanteilen kaufen. Nach einem Jahr solle man die Zusammensetzung prüfen und anhand der Kriterien das Depot neu zusammenstellen.

O’Higgins macht es etwas komplizierter, aber auch differenzierter...

Was ist... Benjamin Grahams "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie?

Der Urvater der Fundamentalanalyse und Begründer des Value Investings, Benjamin Graham, gilt als Begründer der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie, die er in seinem Standardwerk "The Intelligent Investor" vorstellte.

Graham hielt Emotionen für den größten Feind eines erfolgreichen Investors und wollte diese durch ein stringentes und einfaches Handlungskonzept ausschalten. Und darüber hinaus setzte er auf Substanzwerte, die ein geringeres Kursrisiko aufweisen und Rückschläge besser verkraften können.

Die "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie folgt einigen wenigen, klaren Regeln...

Börsenweisheit der Woche 53/2018

"Man kann einen Haufen Geld verdienen, indem man in Spin-offs investiert. Die Fakten sind überwältigend. Aktien von Spin-off-Unternehmen übertreffen die Marktdurchschnittswerte signifikant und konstant."
(Joel Greenblatt)

Freitag, 28. Dezember 2018

2018 im Rückspiegel: Rekord, Korrektur, Allzeithoch, Börsencrash - und ein Rekordminus

2018 lief nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte. Und mit diesem Fazit stehe ich vermutlich nicht allein. Mein Jahresausblick auf dieses Jahr lautete "2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen..." und darin hatte ich die Erwartung geäußert, dass die Börsen gut ins Jahr 2018 starten würden, getragen von der US-Steuerreform und den daraus resultierenden höheren Gewinnen der US-Unternehmen.

Im Jahresverlauf hatte ich aufkommende Schwierigkeiten verortet bzgl. der anziehenden Inflation und der auch deshalb steigenden Zinsen in den USA, während es in der Eurozone keine Zinsanhebungen geben würde. Bzgl. der Immobilienpreise hatte ich steigende Mieten und Preise erwartet, bei den Rohstoffen ein anziehen der Preise aufgrund der guten Konjunktur und für Öl (WTI) hatte ich Preise zwischen 50 und 60 Dollar im Jahresmittel erwartet - was auch nicht wirklich daneben lag, auch wenn die Spitzen deutlich außerhalb dieses Bandes lagen und der Ölpreis nach Kursen von gut 75 Dollar im Jahresverlauf nun am Ende bei 45 Dollar notiert. Für Gold hatte ich nicht viel erwartet, was auch so eingetreten ist. Absolut gesehen jedenfalls; relativ betrachtet wäre man mit Gold und Geld in 2018 besser gefahren als mit Aktieninvestments, das steht nun fest. Für Banken war ich sehr negativ eingestellt und was die deutschen/europäischen Banken angeht, lag ich völlig richtig. Die US-Banken stehen hingegen prächtig dar, das habe ich so nicht erwartet bzw. nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Und der große Einbruch bei Anleihen blieb bisher auch aus, trotz der anziehenden Zinsen. Das Damoklesschwert in den Bilanzen der Banken und Versicherungen (und der EZB) schwebt aber weiterhin latent über uns... Und dann war da noch meine Prognose für Bitcoins und Kryptowährungen, die lautete: "Diese Blase wird platzen und eine Reihe von Kryptowährungen in den Abgrund reißen. Zuvor dürften aber noch eine Reihe von Bitcoin-Börsen gehackt werden und/oder einfach ihre Kunden/Anleger abzocken und auch so für Ernüchterung sorgen". Geradezu prophetisch richtig lag ich hier.

Tja, alles irgendwie ziemlich gut getroffen. Und am Ende habe ich doch kräftige Kursverluste einstecken müssen dank der Korrektur im vierten Quartal. Das betraf zunächst vor allem die deutschen Nebenwerte, während die US-Techwerte mein Depot über Wasser hielten. Aber dieser Zwischenstand erwies sich als trügerisch, wie die letzten Wochen zeigten...

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Mein Lese-Tipp: "Der Börse einen Schritt voraus" von Peter Lynch

Peter Lynch war der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre und das wurde er mit dem Value Investment-Ansatz, den auch Benjamin Graham und Warren Buffett verfolgen.

1977 übernahm Lynch bei Fidelity den damals recht unbekannten "Magellan Fonds" mit einem Volumen von gerade einmal 18 Millionen Dollar. Als Peter Lynch 1990 seine Karriere als Fondsmanager beendete, lag das verwaltete Fondsvolumen bei mehr als 14 Milliarden Dollar und er hatte für seine Anleger eine durchschnittliche Jahresrendite von 29,6% erzielt.

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Aber weshalb sollte man nun sein Buch "Der Börse einen Schritt voraus" lesen? Ganz einfach, dieses Buch ist anders, erfrischend anders...

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Charlie Munger lehrt: "Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt."

"Kaufe niedrig, verkaufe nie" hat Warren Buffett mal gesagt und damit die sog. Buy & Hold-Strategie beschrieben. Er wird hiermit seitdem oft bewusst fehlinterpretiert und daher wird der so elementare Grundgedanke hinter seiner Aussage viel zu oft ignoriert. Leider. Dabei weiß der gute Kaufmann, dass der Gewinn im Einkauf liegt und je besser der Einkaufspreis, desto höher ist die Chance auf einen Gewinn. Und umso niedriger ist auch das Risiko, die Ware nicht zu einem guten Preis wieder loszuwerden, also einen Verlust realisieren zu müssen.

Manche Kritiker bezeichnen Buy & Hold als veraltet, antiquiert, unzeitgemäß und als Beleg verweisen sie auf Aktien wie die der Deutschen Telekom. Die hatten Anleger im Jahr 2000 zu Mondpreisen von über €100 gekauft und wer sie noch immer hat, sitzt auf massiven Verlusten von bis zu 85%. Und das nach 18 Jahren und trotz Steter Dividendenzahlungen.

Buy & Hold bedeutet nicht Buy & Forget

Doch "Kaufen & Halten" bedeutet eben nicht, zu jedem Kurs zu kaufen und starrsinnig daran festzuhalten, sondern es bedingt, zu niedrigen Kursen einzusteigen und die Aktien dann nicht (zu schnell) wieder aus den Händen zu geben. Warren Buffett hält einige Aktien in seinem Portfolio bereits seit über 40 Jahren und genau diese Aktien haben ihn zum Multimilliardär und einem der reichsten Menschen der Welt gemacht.

»Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt.«
(Charlie Munger)

Entscheidend ist also, niedrig zu kaufen. Und niedrig ist ein Aktienkurs nach Value-Gesichtspunkten immer dann, wenn der faire Wert des Unternehmens deutlich über dem aktuellen Börsenkurs liegt. In die Suche nach dem richtigen Unternehmen muss man die größte Sorgfalt und die meiste Zeit investieren. Das Analysieren der Aktien ist das A&O beim Investieren, nicht das Kaufen, nicht das Verkaufen...

Dienstag, 25. Dezember 2018

Buffett warnt: Spekuliere niemals auf Kredit, denn Kredit ist wie Sauerstoff!

Fremdfinanzierung ist ein wichtiges und nötiges Treibmittel unseres Wirtschaftssystems. Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite, bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich eine sichere Sache, oder?

»Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. Schon eine kurze Phase ohne Kredit kann ein Unternehmen in die Knie zwingen.«
(Warren Buffett)

Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld auftreiben, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Das klingt extrem ungeil. Ist es auch...

Montag, 24. Dezember 2018

Psychologie der Massen: Buffett erklärt, weshalb Lemminge keine guten Anleger sind

Immer wieder erleben wir Korrekturen an den Finanzmärkten, teilweise heftige. Nachdem S&P 500 und DOW vor kurzem noch neue Allzeithochs markierten, sind sie in den letzten Wochen deutlich unter die Räder gekommen und der Dezember 2018 dürfte als zweitschlechtester Börsen-Dezember in die Geschichte eingehen - nach 1931, auf dem Hochpunkt der Weltwirtschaftskrise, als Massenarbeitslosigkeit, Hunger und Massenverelendung herrschten.

Davon ist heute nichts zu spüren, trotz aller Probleme leben heute mehr Menschen in Wohlstand und weniger Menschen als jemals zuvor mussten ihr Dasein unterhalb der Armutsgrenzen fristen. Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich also grundlegend von 1931, nicht aber die Börsenentwicklung. Momentan dominieren also nicht die Fakten das Börsengeschehen, sondern die Emotionen. Und viele Anleger müssen eine der ältesten Lektionen des Börsengeschäfts neu lernen...

Börsenweisheit der Woche 52/2018

"Wir kaufen großartige Unternehmen, weil man relativ leicht herausfinden kann, was wahrscheinlich passieren wird. Aber nicht, wann. Wir wollen uns nicht zu sehr auf das Wann konzentrieren, wir konzentrieren und auf das Was. Denn wenn wir mit dem Was richtig liegen, müssen wir uns über das Wann nicht allzu viele Sorgen machen."
(Warren Buffett)

Freitag, 21. Dezember 2018

Was ist... ein Schwarzer Schwan?

Als Schwarzer Schwan (Black Swan) wird ein unerwartetes Ereignis von enormer Tragweite bezeichnet, das die Finanzmärkte abrupt aus der Bahn werfen kann.

Geprägt hat den Begriff der Publizist und Börsenhändler Nassim Nicholas Taleb in seinem 2007 erschienen Buch "Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. Taleb beschreibt, dass Menschen es sich in einer "Zone des Vorhersagbaren" bequem machen und so extrem unwahrscheinliche Ereignisse kaum eine Rolle in der Risikobetrachtung spielen. Allerdings treten diese häufiger auf, als man annimmt, wie z.B. bei der Subprime-Krise in den USA, der Lehman-Pleite oder dem Tsunami in Japan mit der anschließenden Atomkatastrophe von Fukushima.

Auch wenn es im Nachhinein Anzeichen und Hinweise auf das dann zurückliegende Großereignis gab, so sind diese doch nicht (sicher) prognostizierbar. Und deshalb führen sie bei ihrem Auftreten zu großen Verwerfungen an den Finanzmärkten. Daher sollten Anleger stets risikobewusst agieren und nicht einseitig nur auf die vermeintlichen Chancen bzw. Renditen schauen. Und für alle Fälle immer etwas Cash in der Hinterhand behalten, denn langfristig bringt Liquidität die Rendite!

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Charlie Munger steht auf Focus Investing. Ziel des Investierens sei, Situationen zu finden, wo es sicher ist, nicht zu diversifizieren.

Benjamin Graham war ein großer Befürworter des Diversifizierens. Seiner Überzeugung nach kann eine möglichst breite Streuung im Portfolio das Risiko deutlich reduzieren, Opfer von hochemotionalen Kurseinbrüchen zu werden.

Und Peter Lynch kaufte für seinen Fonds immer mehrere Werte eines ganzen Sektors, wenn er bei einem Unternehmen auf eine Perle gestoßen war. Allerdings war dies vor allem dem enormen Investitionsvolumen des Magellan-Fonds geschuldet, für den die Börsenkapitalisierungen vieler Einzelwerte einfach zu klein waren und darüber hinaus hatte er hier strikte zu befolgen, die eine stärkere Fokussierung auf einige wenige Titel erschwerten.

»Warum sollte ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich die beste haben kann?«
(Warren Buffett)

Warren Buffett und Charlie Munger hingegen lehnen die Strategie des Diversifizierens ab und sind klare Verfechter des "Focus Investing". Einige wenige sehr gute Werte sollen das Portfolio beherrschen und weitere Titel allenfalls Beimischungen sein. Sie sind der Überzeugung, dass man nur die besten Unternehmen auswählen und von diesen dann so viele Aktien wie möglich kaufen sollte. Sie spekulieren nicht mit Aktien, sie investieren in Unternehmen, sie beteiligen sich, werden Partner. Diese qualitative Selektion schließt eine zu große Streuung faktisch aus und im Portfolio ihrer Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) hatten sich die vier größten Positionen mehr als 20 Jahre lang nicht verändert. Bis Bank of America und Apple ganz schnell ganz groß in die Spitze drängten. In Summe stehen die sechs größten Werte für gut 70% des Berkshire-Depotvolumens.

Dienstag, 18. Dezember 2018

Peter Lynch hält Aktienrückkäufe für die einfachste und beste Art, wie ein Unternehmen seine Anleger belohnen kann

Sobald ein Unternehmen einen Aktienrückkauf ankündigt, zündet der Kurs ein Feuerwerk. Verständlich, bildet doch ein Aktienkurs das Ergebnis des Aufeinandertreffens von Angebot und Nachfrage und wenn das Unternehmen seine eigenen Aktien über die Börse zurückkauft, stellt dies zusätzliche Nachfrage dar. Außerdem gehen viele Anleger davon aus, dass das Unternehmen den besten Überblick hat, bei welchem Kurs die eigenen Aktien unter ihrem fairen Wert zu haben sind. Und so sind Aktienrückkäufe für die Aktionäre immer eine gute Sache, findet Börsenlegende Peter Lynch.

»Aktienrückkäufe sind die einfachste und beste Art, wie ein Unternehmen seine Anleger belohnen kann. Wenn ein Unternehmen an seine eigene Zukunft glaubt, warum sollte es dann nicht in sich selbst investieren, genauso wie die Aktionäre?«
(Peter Lynch)

Doch wie wie bei allen Wundermitteln, gibt es auch bei Aktienrückkäufen einige Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen, über die man sich vorher ein Bild machen sollte. Damit sich der gewünschte positive Effekt auch wirklich einstellt...

Montag, 17. Dezember 2018

Portfoliocheck: Wird Tom Russos Depot nach dem BAT-Rauswurf zur rauchfreien Zone?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem fünfzehnten Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von 15,2% einbrachte.

Im dritten Quartal hat Tom Russo nur wenig in seinem Depot verändert; er setzt weiter auf die Schwächen und Vorlieben der Menschen. Zugekauft hat er im Luxusgütersegment, während er bei Lebensmittel- und Konsumgüterherstellern seine Positionen verringert hat, ebenso bei Spirituosenherstellern. Und auch beim Zahlungsdienstleister Mastercard [WKN: A0F602], seiner mit Abstand größten Position, reduzierte er erneut um etwas mehr als 3%.

Besonders auffällig ist, dass sein Ausverkauf bei Tabakaktien weiterging. Philip Morris [WKN: A0NDBJ] ist die letzte Aktie dieses Segments in seiner Top 10, während er bei Altria [WKN: 200417] nur noch in homöopathischer Dosis engagiert ist. Konsequent fortgesetzt hat Russo den Rausschmiss von British American Tobacco [WKN: 916018], die nun ganz in seinem Depot fehlen. Aus offensichtlichen Gründen...?

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
MasterCard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 51/2018

"Die häufigste Ursache für niedrige Preise ist Pessimismus; manchmal allgegenwärtig, manchmal spezifisch für ein Unternehmen oder eine Branche. Wir wollen in einem solchen Umfeld Geschäfte machen. Nicht weil wir Pessimismus mögen, sondern weil wir die Preise mögen, die er produziert. Der Optimismus ist der Feind des rationalen Käufers."
(Charlie Munger)

Freitag, 14. Dezember 2018

Crashkurs bei Blue Cap: "Partnerschaftliches Zusammengehen" eskaliert in Machtkampf

Mitte Juli gab es eine (böse) Überraschung beim Münchner Beteiligungsunternehmen Blue Cap [WKN: A0JM2M], das damals vermeldete, Großaktionär und Chef Dr. Hannspeter Schubert habe seine Anteile in Höhe von 44% an die PartnerFonds AG verkauft. Der Aktienkurs brach daraufhin deutlich ein, denn der Erfolg von Blue Cap ist eng mit Dr. Schubert verknüpft.

Ziel des Zusammenschlusses war, "die beiden Gesellschaften mittelfristig zusammenzuführen und unter dem Dach der Blue Cap AG in Richtung Geregelten Markt zu entwickeln", verkündete Dr. Schubert damals. Dass dies nicht ganz einfach werden würde aufgrund von steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Gründen, stand sofort außer Frage. Und auch, dass es bis zu zwei Jahre dauern könnte bis zur endgültigen Umsetzung. Das Ziel war relativ klar, nur der Weg dorthin nicht. Und dies führte zu Verunsicherung der Anleger, so dass der Aktienkurs von Blue Cap trotz positiver operativer Meldungen weiter unter Druck stand.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte die Gemengelage, dass Alphatier Dr. Schubert nach seinem Anteilsverkauf nur noch CEO von Blue Cap blieb, während Großaktionär nun die PartnerFonds AG ist. Dort hatte Dr. Schubert zwar einen erklecklichen Anteil der Aktien erworben, aber einen maßgeblichen Einfluss konnte er bisher nicht auf das Unternehmen nehmen. Auch wenn immer wieder mal über sein Bemühen berichtet wurde, sich von abgabewilligen Altaktionären bei PartnerFonds Aktien zu sichern.

Seit gestern Abend ist jetzt allerdings klar, dass aus dem "partnerschaftlichen Zusammengehen" nichts mehr wird. Denn PartnerFonds hat Dr. Schubert den Fehdehandschuh vor den Latz geknallt und der Blue Cap AG das Verlangen zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zugestellt. Mit dem Ziel, den Aufsichtsrat mit PartnerFonds-Getreuen zu besetzen und Dr. Schubert das Vertrauen entziehen zu lassen. Nachbörslich brach der Aktienkurs schon mal um weitere 20% ein...

Mittwoch, 12. Dezember 2018

An der Börse kriegt man nichts geschenkt. Auch Gratisaktien nicht!

Wenn Unternehmen ihre Aktien splitten, hat dies real keine Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens; dieser verteilt sich nur auf mehr Anteile und dem entsprechend ist jeder dieser Anteile weniger wert. Dennoch erfreut sich die Ausgabe von Berichtigungsaktien (auch Gratisaktien genannt) bei Unternehmen als auch bei Anlegern großer Beliebtheit. Vor allem in den USA. Aber auch zunehmend in Deutschland, wo sich manche Kritiker (ungern) an den Hype am Neuen Markt erinnern, als den damals rasanten Kursanstiegen sehr schnell Aktiensplits folgten, um die Aktien optisch wieder "billiger" zu machen.  Und viele Anleger dachten, dass eine Aktie, die zuvor von 20 auf 100 DM gestiegen und nach dem Split wieder für 20 DM zu bekommen war, erneut auf 100 DM steigen würde. Oder gar müsste. Eine geradezu wundersame Geldvermehrung also, wie bei einem Schneeballsystem.

Auswirkungen eines Aktiensplits
Ein Aktiensplit bringt einige nicht unwesentliche Änderungen mit sich. Zunächst ist er technisch eine Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln.

In der Bilanz erfasst das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft die Differenz zwischen Vermögen und Schulden und teilt sich wie folgt auf:
  1. Gezeichnetes Kapital
  2. Rücklagen (Kapital- und Gewinnrücklagen)
  3. Gewinnvortrag/ Verlustvortrag und Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag
Bei einem Aktiensplit werden Rücklagen in Grundkapital (Gezeichnetes Kapital) umgewandelt, wodurch dem Unternehmen nicht mehr Geld zur Verfügung steht. Allerdings verändert sich die Qualität des Eigenkapitals...

Montag, 10. Dezember 2018

Portfoliocheck: Kalifornisches Inferno lässt PG&E abstürzen. Value Investor Seth Klarman kauft.

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem vierzehnten Portfoliocheck schaue ich Seth Klarman über die Schulter, einem herausragenden Value Investor Graham'scher Schule, der sogar von Warren Buffett lobend erwähnt wird - und dennoch vielen Anlegern nicht bekannt ist. Zu Unrecht, denn seit 1982 erzielte er mit durchschnittlich 19% pro Jahr überragende Renditen.

Im dritten Quartal verkaufte er seine während der Time Warner-Übernahme erhaltenen Aktien von AT&T [WKN: A0HL9Z] komplett und stockte vor allem im Medienbereich weiter auf, den er ohnehin bereits sehr hoch gewichtet hat in seinem Portfolio.

Größte Beachtung verdient jedoch dieses Mal Klarmans massiver Einsatz beim Energieversorger PG&E, denn Pacific Gas & Electric [WKN: 851962] wird nach 2017 auch in diesem Jahr für einen nicht geringen Teil der verheerenden Waldbrände in Kalifornien verantwortlich gemacht. Und die auf das Unternehmen einprasselnde Klageflut sowie bereits verhängte Strafen und Schadensersatzforderungen haben den Kurs in den Keller geknüppelt. Während öffentlich über die mögliche Pleite des größten kalifornischen Energieversorgers spekuliert wird, geht Contrarian Investor Seth Klarman auf Shoppingtour...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 50/2018

"Hinfallen wird man an der Börse immer wieder. Die Kunst dabei ist, so zu fallen, dass man wieder aufstehen kann."
(André Kostolany)

Freitag, 7. Dezember 2018

John Templeton und die spannende Frage, ob man gerade jetzt Aktien (ver)kaufen sollte

Seit jeher fragen sich Anleger, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Aktien zu kaufen. Und diese Frage stellt sich fast täglich neu, nie scheint wirklich klar zu sein, ob es endlich soweit ist.

Blicken wir auf das laufende Jahr zurück, markierten einige Börsenindizes neue  Allzeithöchststände, während andere bereits in einen Korrekturmodus umschwenkten. In den letzten Wochen neigen die Börsen nun weltweit zur Schwäche und viele Anleger werden nervös und versuchen, Gewinne mitzunehmen und damit ihre bisherige Börsengewinne zu sichern. Begleitet wird das Ganze mit einer bisweilen schon fast panikartigen Stimmungslage. Doch sind Verkäufe zum jetzigen Zeitpunkt wirklich eine sinnvolle und gewinnbringende Strategie?

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Kostolany lehrt uns: An der Börse ist zweimal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins

Der erfolgreiche Börsenspekulant, Bonvivant und Autor André Kostolany hat zahlreiche Bücher verfasst über seine große Leidenschaft, die Börse, und er war viele Jahre lang gern gesehener Gast in allen Fernsehtalkshows. Denn er schaffte es nicht nur erfolgreich sein Geld anzulegen, sondern auch das komplexe und verwirrende Börsengeschehen in kurzen, knackigen und sehr oft auch humoristischen Weisheiten und Anekdoten zusammenzufassen. Sein Buch "Kostolanys Börsenseminar" war das erste Buch, das ich jemals über das Thema Börse gelesen habe. Und ich habe nicht nur viel über sie gelernt, sondern es hat mich auch mit dem bis heute anhaltenden Börsenfieber angesteckt. Über eine seiner vielen Weisheiten möchte ich heute sprechen, denn es geht um die Schwankungen der Börsenkurse, ihren nicht linearen Verlauf und wie Anleger sie bei ihrer Aktienanlage als etwas Natürliches akzeptieren sollten.

»An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins. Und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten.«
(André Kostolany)

Ich halte ja nichts von Charttechnik, aber wenn man sich den Verlauf von Börsenkursen ansieht erkennt man schnell, dass sie nicht linear von einem Punkt zum anderen führen, sondern ein ziemliches Hin- und Hergezucke sind. Auch wenn sich aus ihnen eine Tendenz ablesen lässt und man sie durch Verbinden des Startpunkts der Ansicht mit dem Endpunkt "glätten" kann. Manche Kurscharts vermitteln den Eindruck, als würde es mit der Aktie nur nach oben gehen, schnurgerade von links unten nach rechts oben. Aber natürlich gibt und gab es unterwegs immer Schwankungen, meistens sogar deutliche Kurseinbrüche, die sich im Nachhinein beim Betrachten des Kursverlaufs als Kaufgelegenheiten entpuppen. Aber Hinterher ist man ja bekanntlich immer klüger.

Montag, 3. Dezember 2018

Portfoliocheck: Daniel Loeb erringt mit United Technologies-Aufspaltung Etappensieg

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem dreizehnten Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und daher sorgt sein Einstieg bei Unternehmen dort nicht unbedingt für Freudentränen. Denn Loeb kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die seiner Meinung nach richtige Spur zu treiben.

Mit seinem Einstieg bei United Technologies [WKN: 852759] scheint er ein sehr gutes Näschen gehabt zu haben. Dort hat er schon länger eine Aufspaltung gefordert und das Management immer stärker unter Druck gesetzt. Im dritten Quartal hatte Third Point seine große Position weiter aufgestockt und nun gab es Ende letzter Woche gleich zwei Meldungen vom Unternehmen, die die Herzen der Aktionäre höher schlagen lassen dürfte. Und für Daniel Loeb eine weitere Bestätigung darstellen und seinen Investoren eine satte Rendite einbringen sollten...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 49/2018

"Börsianer haben einen Geduldsfaden, der in Minuten zu messen ist und nicht in Monaten."
(Heiko Thieme)

Freitag, 30. November 2018

Genworth Financial: Das Ende (m)einer Übernahmespekulation...

Seit nunmehr fast drei Jahren hält mich der US-amerikanische Versicherungskonzern Genworth Financial [WKN: A0CA8M] in Atem. Nachdem Anfang 2016 der Aktienkurs kolossal eingebrochen war, stellte ich mir die Frage, ob es sich um ein Schnäppchen oder eine Value-Trap handeln würde. Ich kam zu dem Urteil, dass der Kurseinbruch deutlich übertrieben wäre und sammelte die Aktien zu €1,72 ein.

In der Folgezeit erholte sich der Kurs, weil die offensichtlich vorhandenen operativen Probleme, vor allem im Bereich der Langzeit-Pflegepolicen, dem Unternehmen wohl doch nicht den Garaus machen würden. Größte bedenken gab es auch wegen der hohen Verschuldung, so dass es nicht ganz unbegründete Zweifel gab, ob GNW sich würde refinanzieren können. Dem stand entgegen, dass GNW neben dem Versicherungsgeschäft zwei werthaltige, börsennotierte Hypothekentöchter in Australien und Kanada hat, so dass der Buchwert je GNW-Aktien eher im zweistelligen Kursbereich anzusiedeln war.

Dann platzte die Bombe: China Oceanwide unterbreitete - in Abstimmung und mit Zustimmung des GNW-Managements - im Oktober 2016 eine Übernahmeangebot, das mit $5,43 je Aktie nur wenige Prozentpunkte über den damaligen Aktienkurs lag. Es folgte eine lange Hängepartie und bis heute ist die Übernahme nicht vollzogen. Was an regulatorischen und politischen Hindernissen liegt. Nun ist man allerdings auf der Zielgeraden und nachdem der Aktienkurs sich wieder nahe an den Übernahmepreis heran gerobbt hat, stelle ich meine Position glatt und steige aus. Denn bei GNW lag ich total richtig. Und doch auch so falsch...

Donnerstag, 29. November 2018

Ken Fisher mahnt: Kurssteigerungen zu verpassen kostet Anleger mehr als ein Crash!

Psychologie bestimmt die Aktienkurse stärker noch als die Faktenlage. Und die menschliche Natur neigt dazu, Negatives deutlich stärker zu gewichten, als Positives. Das liegt in unseren Genen, die auf Überleben getrimmt sind - Gefahr lässt den Körper Adrenalin ausschütten und aktiviert unseren Fluchtreflex. Diese Reflexe sind es, die unserer Spezies das Überleben gesichert haben. Doch in unserer modernen Welt benötigen wir diese Überlebenstechniken immer seltener. Und in manchen Bereichen stehen sie unserem Erfolg sogar im Weg. So auch beim Investieren.

Wenn die Aktienkurse steigen, will jeder dabei sein und die Kursgewinne mitnehmen. Und wenn die Börse abwärts rauscht, will jeder aussteigen, möglichst schnell und zu jedem Preis. Was psychologisch nachvollziehbar ist ("Behavioral Finance"), ist dann allerdings auch der Grund, weshalb Anleger nicht besser, sondern überwiegend schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Sie folgen der Herde und können daher nicht besser sein. In der Wahrnehmung konzentrieren sich immer mehr Anleger auf die gleichen Risiken und Themen und überhöhen somit ihre Bedeutung (sog. "Attention Bias") - mit entsprechend starken Auswirkungen auf die Aktienkurse. Dabei neigen wir Menschen dazu, Negatives deutlich intensiver wahrzunehmen, als positive Erlebnisse. Auch negative Nachrichten geben wird wesentlich häufiger weiter als positive. Dass wir also Verluste viel stärker empfinden als Gewinne, nennt man "Dispositionseffekt". Und diese Erkenntnis führt uns zurück zu den Bullen und Bären...

Mittwoch, 28. November 2018

McCormick trotz der Kurskrise und erhöht die Dividende. Fett!

Angesichts teilweise deutlicher Kursabschläge in den vergangenen Wochen und der allgemein eher verhaltenen bis negativen Entwicklung vieler Aktien im laufenden Jahr stechen Gewinneraktien natürlich heraus. Eine solche ist die des Gewürzherstellers McCormick & Company [WKN: 858250], den ich hier im Blog im Sommer letzten Jahres vorgestellt habe. Der Kurs neigte damals zur Schwäche infolge der größten Übernahme der Unternehmensgeschichte und ich war davon überzeugt, dass sich für langfristig orientierte Anleger eine hervorragende Chance bieten würde.

Auch wenn 16 Monate natürlich viel zu früh für eine abschließende Beurteilung sind, so möchte ich sie doch für ein Zwischenfazit nutzen. Denn bisher hat McCormick meine Erwartungen mehr als erfüllt. So summiert sich die Rendite aus Kursgewinnen und Dividendenzahlungen auf bisher gut 65%, wovon alleine 45% auf den Kurszuwachs im laufenden Jahr zurückzuführen sind. Und nun konnte McCormick mit weiteren guten Nachrichten punkten...

Dienstag, 27. November 2018

Portfoliocheck: Ken Fisher kehrt Europa und Bayer den Rücken. Und Buffett...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem zwölften Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, mal Growth Investor, je nachdem, welcher Ansatz gerade die besseren Renditen verspricht. Auf lange Sicht hat der Value-Ansatz die Nase vorn, aber die Geschichte zeigt auch, dass selten beide Ansätze gleichzeitig überdurchschnittliche Renditen abwerfen. Und Fisher versucht stets, auf der besseren Welle zu surfen.

Er sieht den Markt "in der letzten Phase eines Bullenmarktes" und auch im dritten Quartal 2018 setzt er stark auf die dann stets besser performenden Technologie-Werte: Amazon [WKN: 906866], Apple [WKN: 865985], VISA [WKN: A0NC7B] und Microsoft [WKN: 870747] hat er hoch gewichtet und bei Rohstoffwerten kräftig aufgestockt. Gar nicht mehr zu sagten ihm hingegen europäische Blue Chips wie Roche [WKN: 855167], Vodafone [WKN: A1XA83] Daimler [WKN: 710000] und Bayer [WKN: BAY001], die er fast vollständig aus seinem Portfolio verbannt hat. Ebenso wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] übrigens...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon, Apple, Berkshire Hathaway und Microsoft befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 26. November 2018

Was ist... eine Goldene Aktie?

"Eine Aktie, eine Stimme", so lautet der Grundsatz. Doch wie immer gibt es auch Ausnahmen von der Regel, die hier zumeist unter dem Stichwort "Goldene Aktie" zusammengefasst werden. Hierbei werden den Inhabern dieser Aktien mehr oder stärkere Rechte eingeräumt als den übrigen Aktionären, vor allem bzgl. der Ausübung von Stimmrechten. Weitere wichtige Beispiele für „goldene“ Sonderbefugnisse sind Zustimmungs-, Widerspruchs- und Vetorechte bei unternehmerischen Grundsatzentscheidungen (z.B. Satzungsänderungen), sowie beim Eintritt neuer Aktionäre.

Derartige "Goldene Aktien" stammen vorwiegend aus der Phase, als in der Europäischen Gemeinschaft viele Staatsunternehmen privatisiert wurden und sich die Staaten trotz gesunkenen Anteilsbesitzes dennoch größere Mitspracherechte und Einflussmöglichkeiten bewahren wollten. In Deutschland sind derartige Sonderrechte nicht (mehr) gebräuchlich; eine Ausnahme stellt das sog. VW-Gesetz dar, das allerdings immer wieder zu Verstimmungen zwischen Deutschland (bzw. dem Bundesland Niedersachsen) und der EU führt...

Börsenweisheit der Woche 48/2018

"Es gibt drei Komponenten, die die Rendite einer Investition ausmachen. Eine ist der Rabatt zum intrinsischen Wert. Die zweite ist das Wachstum des intrinsischen Wertes. Und die dritte ist Geschwindigkeit, in welcher die Lücke zwischen Marktpreis und Wert geschlossen wird."
(Mason Hawkins)

Freitag, 23. November 2018

Warren Buffett warnt: Wegen eines Kursrückschlags gute Aktien zu verkaufen, ist dumm!

Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, er steht seit 50 Jahren an der Spitze seiner Investmentholding Berkshire Hathaway und hat bereits davor sehr erfolgreich Investment-Partnerships geleitet. Sein durchschnittlicher Vermögenszuwachs pro Jahr beträgt fast 20 Prozent. Und er ist einer drei reichsten Menschen der Welt.

Das kommt nicht von ungefähr, denn Buffett ist Value-Investor. Er sucht nicht nach Aktien, die schnell steigen, sondern nach Unternehmen, deren Aktien zu niedrigeren Kursen zu kaufen sind, als sie wert sind. Auch aus diesem Grund versucht er nicht, den Markt zu timen, die Börsenkurse vorherzusagen. Er schaut nicht einmal regelmäßig nach ihnen, sondern nutzt die Börse nur als Markt, an dem er Aktien kaufen und verkaufen kann. Nach ganz klar definierten Grundsätzen und nicht aufgrund makroökonomischer Überlegungen oder Börsenstimmungen.

»Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin.«
(Warren Buffett)

Und so erklärt sich auch sein gutes Verhältnis zu Marktkorrekturen, denn während andere Anleger aus dem Markt heraus strömen, beginnt Buffett mit dem Kaufen. Er investiert in solide Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell und gut prognostizierbaren Umsätzen und Gewinnen. Und vor allem Cashflows. Denn Buffett liebt Cashflows, aus denen speisen sich Dividenden und Aktienrückkäufe, die Buffett für eine entscheidende Komponente hält auf dem Weg des Anlegers zu Wohlstand.

Mittwoch, 21. November 2018

Jubiläum: seit sieben Jahren wird hier intelligent investiert

Das verflixte siebte Jahr - mit dem heutigen Tag liegt es hinter mir. Vor genau sieben Jahren, am 21.11.2011, habe ich das Blog "Intelligent investieren" ins Leben gerufen. Und ich habe es bisher (fast) keinen Tag lang bereut. Das liegt vor allem daran, dass ich über ein Thema schreibe, das mich schon als Schüler interessierte und zunehmend fesselte: die Börse.

Alles begann - für mich - also bereits vor mehr als 30 Jahren und bis zum heutigen Tag fasziniert mich das Investieren und ich beschäftige mich gerne mit seinen vielschichtigen Aspekten.

Dabei war ich nicht immer Value Investor. Ich habe einiges ausprobiert und für meine Fehler reichlich Lehrgeld bezahlt. Also streng genommen für meine Erfahrungen, von denen ich heute profitiere und die ich hier im Blog mit euch teile...

Dienstag, 20. November 2018

Bernard Baruch lehrt uns: "Die Bären machen Schlagzeilen, die Bullen machen Geld!"

Angst und Gier sind die vorherrschenden Emotionen an der Börse und sie sind die Triebfedern für die großen Übertreibungen bei den Aktienkursen, in völlig überzogene Höhen als auch in ungerechtfertigte Tiefen. Unsere evolutionsbedingte Grundkonditionierung legt hierfür die Basis und so neigen wir Menschen dazu, negative Dinge viel stärker wahrzunehmen als positive. Gefahr, Risiko, Angst das weckt unseren Fluchtinstinkt und sollte so unser Überleben sichern. An der Börse hingegen ist rationales, kühles Agieren der Schlüssel zum Erfolg. Und dennoch reizt uns die Gefahr, dieses Gefühl, alles verlieren zu können. Wir sehen deshalb Horrorfilme oder suchen den Kick bei Extremsportarten - natürlich immer in der Überzeugung, dass es am Ende gut ausgehen wird.

Wenig überraschend ist daher, dass auch (selbsternannte oder von Medien richtig wichtig geschriebene) "Börsengurus" viel eher Gehör finden, wenn sie vor der unmittelbar bevorstehenden Finanzapokalypse warnen und uns den heraufziehenden finalen Crash ankündigen. Selbstverständlich nicht ohne dazu passende Tipps, wie man doch noch glimpflich aus der Nummer herauskommt.

Finanzcrash-Gurus gibt es einige und sie tauchen in regelmäßigen Abständen auf und erklären, weshalb die Börsen zu hoch stünden, die Bewertungen übertrieben seien und die Kurse ins Bodenlose abstürzen müssten. Mark Faber ("Dr. Doom") gehört zu dieser Spezies und er wird sicherlich Recht behalten. Wie immer. Denn es wird zum Crash kommen und Anleger werden viel Geld verlieren an der Börse. Das ist sicher! Jeder weiß es. Es liegt am System und an unserer Natur, am Wechselspiel aus Euphorie und Panik. Nur, wir wissen nicht, wann es soweit ist. Und genau das macht den Unterschied aus zwischen Investmenterfolg und Börsenversagen, zwischen Bullen und Bären...

Montag, 19. November 2018

Börsenweisheit der Woche 47/2018

"Wer nicht investiert, solange ein Risiko zu sehen ist, ist nie investiert."
(Lothar Weniger)

Freitag, 16. November 2018

Portfoliocheck: Warren Buffett und der große Run auf die Banken

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem elften Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Börsenlegende Warren Buffett, der im dritten Quartal einige recht interessante Veränderungen vorgenommen hat.

Anders als erwartet, hat seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] nicht etwa deutlich bei Apple [WKN: 865985] weiter aufgestockt, sondern ist beim SAP-Rivalen Oracle [WKN: 871460] eingestiegen. Besonderes stark zugegriffen hat Buffett aber im Finanzsektor, wo er massiv Aktien von Bankwerten auf dem Einkaufszettel hatte: Bank of America [WKN: 858388], Goldman Sachs [WKN: 920332], US Bancorp [WKN: 917523] und Bank of New York Mellon [WKN: A0MVKA] sowie ganz neu bei deren direkten Wettbewerber PNC Financial Services [WKN: 867679].

Einen echten Überraschungscoup landete Buffett aber mit dem Einstieg bei der von seinem Freund Jamie Dimon geführten größten US-Bank JPMorgan Chase [WKN: 850628]. Nun hält Buffett maßgebliche Anteile an vier der fünf größten US-Banken. Und er weiß genau, warum...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Apple und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 15. November 2018

Wie komme ich an Value Investing Wissen, um ein besserer Investor zu werden? (Gastbeitrag von valueDACH)

Erfolgreiche Value Investoren sind meist „Lernmaschinen“, die täglich mehr über Unternehmen, Märkte und die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung lernen. Value Investoren, wie Warren Buffett und Charlie Munger, betonen immer wieder, dass sie 80% ihres Tages mit Lesen verbringen. Denn für sie ist Informationsbeschaffung entscheidend für den eigenen Erfolg. Lesen ist also definitiv ein vielversprechender Weg, um ein besserer Investor zu werden. Wir von valueDACH wollen dir aber auch weitere Wege zur Informationsbeschaffung und persönlichen Weiterentwicklung näher bringen...

Dienstag, 13. November 2018

Warren Buffett mahnt: Rechthaben bringt Aktionären die Rendite, nicht Aktionismus!

Beim Aktienkauf wird vor allem auf den Kaufkurs geachtet, den sog. Briefkurs. Er ist entscheidendes Kriterium, wie teuer - oder preiswert - ein Engagement letztlich ist und ab dem Kauf für die meisten Anleger der Maßstab, ob sie eine kluge Entscheidung getroffen haben oder nicht.

Zum reinen Aktienkurs kommen aber noch Nebenkosten hinzu, denn sowohl beim Ankauf müssen noch Provisionen und Börsenentgelte gezahlt werde. Ebenso beim späteren Verkauf, wo noch ggf. zusätzlich die eventuell erzielten Kursgewinne versteuert werden müssen.

Üblicherweise werden Aktiengeschäfte von Privatpersonen über Börsenhandelsplätze abgewickelt in Deutschland zumeist über das XETRA-System der Deutschen Börse. Und die Börsen haben ebenso wie die Depotbanken ein großes Eigeninteresse, wenn die Anleger ihre Aktien häufig handeln, denn diese Provisionen fallen bei jeder Transaktion jedes Mal aufs Neue an. Anders die Depotgebühren, die auf den Bestand erhoben werden, egal wie oft dieser in der Zwischenzeit umgeschichtet wurden.

»Investoren werden nicht für Aktionismus bezahlt, sondern fürs Rechthaben.«
(Warren Buffett)

Montag, 12. November 2018

Munger rät: Halte immer Cash in der Hinterhand - falls sich ein guter Deal anbietet!

Liquidität, also die kurzfristig verfügbaren Finanzmittel, wird zurzeit so schlecht verzinst, wie noch nie. Ob auf dem Girokonto, als Tages- oder Festgeld, die Zinssätze sind historisch niedrig und decken nicht einmal die - selbst moderate - Inflationsrate ab. Es ist daher für den Vermögensauf- und -ausbau erstrebenswert, sich rentierlichere Assets zu suchen. Nur wenn das Geld arbeitet, also in Anleihen, Aktien, Fonds steckt, kann es dort Erträge in Form von Zinsen, Dividenden, Kursanstiegen erwirtschaften; solange es auf dem Konto schlummert, bringt es keine Rendite und schmälert in der Gesamtbetrachtung die Performance.

Man sollte also meinen, stets zu 100 Prozent investiert zu sein, sei der sicherste Weg zu nachhaltigem Reichtum und dass Börsenlegenden wie Warren Buffett und Charlie Munger stets einige Milliarden Dollar als Liquiditätsreserve horten, wäre demnach unerklärlich. Es sollte sich also lohnen, mal genauer hinzusehen...

Börsenweisheit der Woche 46/2018

"Die sicherste Bremse gegen eine wilde Spekulationswut ist der Verlust."
(André Kostolany)

Sonntag, 11. November 2018

Nicht mehr (meine) erste Wahl: Deutsche Balaton, JDC Group, Johnson & Johnson, PEH Wertpapier, PJT Partners, Select Energy Services

Ich hatte ja kürzlich angekündigt, dass ich einiges an meinem Blog verändern möchte und dabei auch die ziemlich lang gewordene Beobachtungsliste ins Visier genommen.

Ich möchte sie künftig wieder kürzer halten, mich auf die aussichtsreichsten Werte konzentrieren und das bedeutet einerseits, dass ich nicht mehr so viele Werte aufnehmen werde, andererseits aber auch in nächster Zeit eine Reihe von Werten streichen werde. Dabei kann es daran liegen, dass das Unternehmen meine Erwartungen nicht erfüllt hat, mein Investmentcase nicht aufgegangen ist, oder dass ich andere Werte auf der Liste habe, die in etwa das gleiche Spektrum/Geschäftsfeld abdecken und aus meiner Sicht einen Tick besser positioniert sind.

Auf jeden Fall möchte ich zu meinen Streichungen jeweils eine kurze Begründung abgeben. Und heute fange ich damit an, indem ich aufzeige, weshalb ich Deutsche Balaton [WKN: A2LQT0], JDC Group [WKN: A0B9N3], Johnson & Johnson [WKN: 853260], PEH Wertpapier [WKN: 620140], PJT Partners [WKN: A140CF] und Select Energy Services [WKN: A2DQFW] von meiner Beobachtungsliste gestrichen habe...

Freitag, 9. November 2018

Portfoliocheck: Mason Hawkins liebt gefallene Engel. Wie General Electric...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem zehnten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Mason Hawkins, der mit seinem Longleaf Partners Funds seit mehr als 40 Jahren überdurchschnittliche Renditen für seine Investoren einfährt. Hawkins vertritt einen klassischen Value-Investing-Stil und setzt auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht en vogue sind an der Wall Street. Sein konträrer Ansatz zahlt sich aus seine Investoren haben ihm inzwischen $35 Mrd. anvertraut - auffällig ist, dass er in letzter Zeit den Märkten allgemein nicht mehr allzu viel zuzutrauen scheint, denn unterm Strich baut er schon länger Positionen ab. Seine Cash-Quote zum Halbjahr lag bei erstaunlichen 77%, was im Umkehrschluss heißt, dass er lediglich zu 23% investiert ist bzw. mit $8 Mrd.

Seite Anfang des Jahres hat Mason Hawkins damit begonnen, eine immer größere Position in Aktien des strauchelnden Industriegiganten General Electric [WKN: 851144] aufzubauen, die inzwischen seine neuntgrößte Depotposition ist. Dabei ist GE mit seinem jüngst verkündeten Rekordverlust von fast $23 Mrd., seiner Dividendenrasur auf nur noch 1 Cent je Aktie und damit einhergehendem Verlust des Status als Dividendenaristokrat sowie seiner radikalen Umstrukturierung geradezu geschaffen für einen Contrarian Investor mit einem Faible für Turnaround-Spekulationen. Sollte man meinen...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
General Electric befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

"Intelligent investieren": Was sich hier im Blog ändern wird...

Seit gut sieben Jahren betreibe ich nun schon dieses Blog rund um das Thema Value Investing und es erfreut sich hoher und steigender Beliebtheit. Andererseits gibt es auch immer öfter Kritik von Lesern. Und es ist ja nicht so, dass ich eure Kritik nicht Ernst nehme. Genau deshalb betreibe ich ja dieses Blog, für das Feedback zu den einzelnen Werten, die ich vorstelle und zu denen ich ggf. meinen Investmentcase darlege. Und zum Investieren an sich.

Nicht nur das Blog ist seit 2011 gewachsen, auch ich habe mich und einen Investitionsstil verändert. Ich habe anfangs hauptsächlich auf deutsche Nebenwerte gesetzt und dabei auf unterbewertete Schnäppchen. Später dann sind vereinzelt Turnaround-Spekulationen hinzugekommen und dann folgte ich Warren Buffett auf seinem Weg des Quality Investings mit bisweilen sogar technologielastigen Werten (oder Growth-Werten) mit starkem Burggraben. Und ich habe zusätzlich vor einigen Jahren mein separates Dividendendepot eröffnet, wo ich eine reine Dividendenstrategie mit hoch rentierlichen Business Development Companies (BDCs) verfolge. Letztlich sind es vier unterschiedliche Ansätze, die zwar jeweils deutliche Überschneidungen aufweisen, aber eben nicht "eine klare Lehre" verfolgen.

Die Beobachtungsliste ist mit der Zeit immer mehr angewachsen, wobei die jeweiligen einzelnen Sparten noch überschaubar sind - allerdings für vier Rubriken dann doch in Summe recht viel. Dabei bin ich eigentlich ein Anhänger des fokussierten Investierens! Und in der Praxis führt die Vielzahl an interessanten Unternehmen auch dazu, dass bei euch (und bei mir selbst) die Erwartungshaltung ist, dass ich alle Unternehmen ständig und intensiv "covere". Das ist natürlich so nicht zu leisten. Denn ich betreibe dieses Blog ja in meiner Freizeit nebenbei und das Schreiben und Beantworten der vielen Kommentare, Emails, Anrufe und bisweilen auch Briefe nimmt viel Zeit in Anspruch.

Daher habe ich mir überlegt, dass sich hier im Blog einiges ändern muss. Und wird...

Donnerstag, 8. November 2018

Aurelius: Wird das geduldige Warten bald (wieder) reich belohnt?

Den Münchner Finanzinvestor Aurelius [WKN: A0JK2A] begleite ich nun schon einige Jahre, als Aktionär und hier im Blog, und unterm Strich stehen nach rund sechs Jahren 425% Rendite oder durchschnittliche 31,5% pro Jahr. Damit konnte Aurelius überdurchschnittliche stark zulegen verglichen mit jährlichen Renditen zwischen 7% und 8%, die die Börse langfristig im Mittel abwirft.

Andererseits liegt der aktuelle Aktienkurs mit 40 Euro weit unter dem Jahres- und Allzeithoch, das im Frühjahr bei 65 Euro erreicht wurde. Zieht man die zwischenzeitliche Bruttodividende von 5 Euro ab, notiert der Kurs momentan exakt ein Drittel unterhalb des Dividenden bereinigten Höchstwertes von 60 Euro. Oder anders aufgedrückt: bis zum alten Höchststand hat der Kurs 50% Luft.

Nun ist es nicht besonders clever, eine Aktie nur deshalb zu kaufen, weil sie gefallen ist und ihr Kurs daher optisch billig(er) aussieht. Man sollte lieber herausfinden, ob die vermeintlichen 50% nur heiße Luft sind, oder doch wirkliches Potenzial. Wie gut, dass Aurelius heute seine aktuellen Geschäftszahlen inkl. einer aktualisierten Berechnung des NAV (Buchwerts) vorgelegt hat. Damit sollte sich doch etwas anfangen lassen bei der Meinungsbildung...

Mittwoch, 7. November 2018

Paradox: Börse missversteht Prognoseanhebung von Grenke als versteckte Gewinnwarnung...

Börsenkurse sind zu 90% Emotion und zu 10% Fakten - diese Börsenweisheit bestätigt sich aktuell am Beispiel Grenke [WKN: A161N3] aufs Neue. Und dass viele Anleger gar nicht wissen, was sie sich da ins Depot gelegt haben - Aktien werden viel zu oft mit Wettscheinen auf die Kursentwicklung verwechselt und allzu selten als das wertgeschätzt, was sie sind: ein Anteil an einem Unternehmen. Nochmal: Unternehmensbeteiligung und Lotterieschein - das ist nicht das Gleiche! Wer das nicht versteht oder anders sieht, braucht gar nicht weiterzulesen.

Das Familienunternehmen Grenke ist eine der Vorzeigestorys auf dem deutschen Kurszettel. Seit Jahren wächst das Geschäft bei Umsatz und Ergebnis mit deutlich zweistelligen Zuwachsraten. Und der Kurs zieht seit vielen Jahren mit. Doch nun gab es einen heftigen Kurseinbruch, ausgelöst durch einen Artikel bei Bloomberg. Dort war ein Interview mit Grenke-Vorstandsmitglied Sebastian Hirsch veröffentlicht worden, das Bloomberg mit "Grenke erwartet langfristig deutlich geringeres Leasing-Wachstum" auf den Markt losgelassen hat. Und der Markt hat emotional reagiert. Und aus meiner Sicht deutlich über...

Montag, 5. November 2018

Portfoliocheck: Für Primecap ist iRobot eine saubere Sache. Nicht nur wegen der Haushaltsroboter...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem neunten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Primecap Management, die nicht nur drei milliardenschwere Fonds für die Vanguard Group managen, sondern auch drei "Eigenproduktionen" am Start haben, die Primecap Odyssey Fonds. Seit 1985 erzielte Primecap eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,4% und konnte damit den S&P 500-Index um mehr als 2% pro Jahr abhängen.

Bei ihren Anlageentscheidungen schauen die Macher von Primecap nicht nur auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens, sondern vor allem auch auf seine künftigen Entwicklungschancen und setzen auf einen Macher an der Unternehmensspitze anstelle eines Kollektivs. Seit Anfang des Jahres hat Primecap damit begonnen, immer mehr Aktien des Haushaltsroboterherstellers iRobot [WKN: A0F5CC] einzusammeln und dafür finden sich gleich eine ganze Reihe von Gründen...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Buffetts 3. Quartal: Gewinnexplosion, Aktienrückkäufe und... Liquiditätsprobleme!

Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, aber auch er liefert nicht nur Erfolge ab. Bisweilen muss er deutlich negative Quartalsergebnisse vermelden - wobei das in diesem Jahr anders aussieht. Und so kann er denn für sein Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] für das dritte Quartal 2018 erneut einen üppigen Milliardengewinn verkünden.

Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal um mehr als 355% auf $18,5 Mrd. Dies liegt jedoch zuvorderst an einer neuen Rechnungslegungsvorschrift, nach der nicht realisierte Gewinne aus Kapitalanlagen jetzt ausgewiesen werden müssen. Berkshire Hathaway hält viele Beteiligungen an an anderen Unternehmen und ist daher massiv von dieser neuen Regelung betroffen - im positiven wie im negativen Sinn. Warren Buffett betont dann auch, diese neue Regel könne zu „wilden und launischen“ Ergebnissen führen und Anleger in die Irre führen, die sich stattdessen mit dem Betriebsergebnis beschäftigen sollten.

Und das tun wir dann auch gleich mal: Der Betriebsgewinn des dritten Quartals verdoppelte sich im Vorjahresvergleich auf $6,88 Mrd. (VJ: $3,44 Mrd.) und lag sogar noch über den Schätzungen der Wall Street, die $6,11 Mrd. erwartet hatte. Dabei profitierte Buffett nicht nur von der boomenden Konjunktur in den USA; sondern auch von niedrigen Schadensquoten im Versicherungsbereich und von Steuerentlastungen. Ein Blick auf die einzelnen Sparten offenbart dabei interessante Einblicke. Und ein latentes großes Problem...

Börsenweisheit der Woche 45/2018

"Investiere nicht dort, wo das große Geld ist, investiere dort, wo es hingeht. Alle großen Unternehmen starteten als kleine Unternehmen. Finde sie frühzeitig."
(Ian Cassel)

Freitag, 2. November 2018

Sir John Templeton: Der "wohl größte globale Stock-Picker des Jahrhunderts"

Sir John Marks Templeton (* 29. November 1912 in Winchester, Tennessee, USA; † 8. Juli 2008 in Nassau, Bahamas) gründete 1954 den Templeton Growth Fund, Inc., einen der am Anlagevermögen gemessen weltweit größten Investmentfonds.

Er wurde von Königin Elisabeth II. geadelt und gehörte zu den Pionieren der Investmentbranche. Sein Templeton Growth Fund war mit seinen spektakulären Gewinnen 50 Jahre lang das Maß der Dinge an der Wall Street. Dabei beherzigte Templeton stets die Prinzipien des Value Investings und blieb seinem Credo treu, günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen...

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Was ist... die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen. Dividenden sind der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

In Deutschland erfolgt dies üblicherweise einmal im Jahr, in den USA sind auch halb- oder vierteljährliche oder in Einzelfällen sogar monatliche Dividendenausschüttungen gängige Praxis. Dort schwanken die Dividendenhöhen auch stärker als in Deutschland, weil hierzulande einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik der Vorzug gegeben wird. Deshalb werden in besonders erfolgreichen Jahren auch ggf. einmalige Boni gezahlt und als solche gekennzeichnet, um nicht im nächsten Jahr die Dividenden wieder senken zu müssen.

Dienstag, 30. Oktober 2018

MasterCard bleibt auf Kurs: Hier(mit) bezahlt die Welt...

MasterCard [WKN: A0F602] schwimmt seit Jahren auf einer Erfolgswelle und ist einer der größten Profiteure des Trends zum bargeldlosen Bezahlen. Über die letzten Jahre ist MasterCard schier unaufhaltsam gewachsen, denn immer mehr Menschen bezahlen ohne Bargeld, immer mehr Geschäfte akzeptieren bargeldloses Bezahlen und insbesondere der Onlinehandel greift immer mehr Anteile am weltweiten Handel ab. 2017 wurden laut Nielsen-Report weltweit bereits $23 Billionen im Bereich von E-Payments abgewickelt und das Volumen soll bis 2023 auf $40 Billionen anschwellen. Bei angenommenen 1,5% bis 2% Gebührenaufkommen adressiert MasterCard einen Markt von $600 bis 800 Mrd. Pro Jahr!

Heute gab der Zahlungsdienstleister seine Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal bekannt und da dürfte ein Blick durchaus lohnen...