Donnerstag, 15. November 2018

Wie komme ich an Value Investing Wissen, um ein besserer Investor zu werden? (Gastbeitrag von valueDACH)

Erfolgreiche Value Investoren sind meist „Lernmaschinen“, die täglich mehr über Unternehmen, Märkte und die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung lernen. Value Investoren, wie Warren Buffett und Charlie Munger, betonen immer wieder, dass sie 80% ihres Tages mit Lesen verbringen. Denn für sie ist Informationsbeschaffung entscheidend für den eigenen Erfolg. Lesen ist also definitiv ein vielversprechender Weg, um ein besserer Investor zu werden. Wir von valueDACH wollen dir aber auch weitere Wege zur Informationsbeschaffung und persönlichen Weiterentwicklung näher bringen...

Dienstag, 13. November 2018

Warren Buffett mahnt: Rechthaben bringt Aktionären die Rendite, nicht Aktionismus!

Beim Aktienkauf wird vor allem auf den Kaufkurs geachtet, den sog. Briefkurs. Er ist entscheidendes Kriterium, wie teuer - oder preiswert - ein Engagement letztlich ist und ab dem Kauf für die meisten Anleger der Maßstab, ob sie eine kluge Entscheidung getroffen haben oder nicht. Zum reinen Aktienkurs kommen aber noch Nebenkosten hinzu, denn sowohl beim Ankauf müssen noch Provisionen und Börsenentgelte gezahlt werde. Ebenso beim späteren Verkauf, wo noch ggf. zusätzlich die eventuell erzielten Kursgewinne versteuert werden müssen.

Üblicherweise werden Aktiengeschäfte von Privatpersonen über Börsenhandelsplätze abgewickelt in Deutschland zumeist über das XETRA-System der Deutschen Börse. Und die Börsen haben ebenso wie die Depotbanken ein großes Eigeninteresse, wenn die Anleger ihre Aktien häufig handeln, denn diese Provisionen fallen bei jeder Transaktion jedes Mal aufs Neue an. Anders die Depotgebühren, die auf den Bestand erhoben werden, egal wie oft dieser in der Zwischenzeit umgeschichtet wurden.

»Investoren werden nicht für Aktionismus bezahlt, sondern fürs Rechthaben.«
(Warren Buffett)

Montag, 12. November 2018

Munger rät: Halte immer Cash in der Hinterhand, falls sich ein guter Deal anbietet!

Liquidität, also die kurzfristig verfügbaren Finanzmittel, wird zurzeit so schlecht verzinst, wie noch nie. Ob auf dem Girokonto, als Tages- oder Festgeld, die Zinssätze sind historisch niedrig und decken nicht einmal die - selbst moderate - Inflationsrate ab. Es ist daher für den Vermögensauf- und -ausbau erstrebenswert, sich rentierlichere Assets zu suchen. Nur wenn das Geld arbeitet, also in Anleihen, Aktien, Fonds steckt, kann es dort Erträge in Form von Zinsen, Dividenden, Kursanstiegen erwirtschaften; solange es auf dem Konto schlummert, bringt es keine Rendite und schmälert in der Gesamtbetrachtung die Performance.

Man sollte also meinen, stets zu 100 Prozent investiert zu sein, sei der sicherste Weg zu nachhaltigem Reichtum und dass Börsenlegenden wie Warren Buffett und Charlie Munger stets einige Milliarden Dollar als Liquiditätsreserve horten, wäre demnach unerklärlich. Es sollte sich also lohnen, mal genauer hinzusehen...

Börsenweisheit der Woche 46/2018

"Die sicherste Bremse gegen eine wilde Spekulationswut ist der Verlust."
(André Kostolany)

Sonntag, 11. November 2018

Nicht mehr (meine) erste Wahl: Deutsche Balaton, JDC Group, Johnson & Johnson, PEH Wertpapier, PJT Partners, Select Energy Services

Ich hatte ja kürzlich angekündigt, dass ich einiges an meinem Blog verändern möchte und dabei auch die ziemlich lang gewordene Beobachtungsliste ins Visier genommen.

Ich möchte sie künftig wieder kürzer halten, mich auf die aussichtsreichsten Werte konzentrieren und das bedeutet einerseits, dass ich nicht mehr so viele Werte aufnehmen werde, andererseits aber auch in nächster Zeit eine Reihe von Werten streichen werde. Dabei kann es daran liegen, dass das Unternehmen meine Erwartungen nicht erfüllt hat, mein Investmentcase nicht aufgegangen ist, oder dass ich andere Werte auf der Liste habe, die in etwa das gleiche Spektrum/Geschäftsfeld abdecken und aus meiner Sicht einen Tick besser positioniert sind.

Auf jeden Fall möchte ich zu meinen Streichungen jeweils eine kurze Begründung abgeben. Und heute fange ich damit an, indem ich aufzeige, weshalb ich Deutsche Balaton (WKN: A2LQT0), JDC Group (WKN: A0B9N3), Johnson & Johnson (WKN: 853260), PEH Wertpapier (WKN: 620140), PJT Partners (WKN: A140CF) und Select Energy Services (WKN: A2DQFW) von meiner Beobachtungsliste gestrichen habe...

Beobachtungsliste

Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Beobachtungsliste
Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update
Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 9. November 2018

Portfoliocheck: Mason Hawkins liebt gefallene Engel. Wie General Electric...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Kostenloses Probeexemplar des Aktien Magazins anfordern

In meinem zehnten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Mason Hawkins, der mit seinem Longleaf Partners Funds seit mehr als 40 Jahren überdurchschnittliche Renditen für seine Investoren einfährt. Hawkins vertritt einen klassischen Value-Investing-Stil und setzt auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht en vogue sind an der Wall Street. Sein konträrer Ansatz zahlt sich aus seine Investoren haben ihm inzwischen $35 Mrd. anvertraut - auffällig ist, dass er in letzter Zeit den Märkten allgemein nicht mehr allzu viel zuzutrauen scheint, denn unterm Strich baut er schon länger Positionen ab. Seine Cash-Quote zum Halbjahr lag bei erstaunlichen 77%, was im Umkehrschluss heißt, dass er lediglich zu 23% investiert ist bzw. mit $8 Mrd.

Seite Anfang des Jahres hat Mason Hawkins damit begonnen, eine immer größere Position in Aktien des strauchelnden Industriegiganten General Electric (WKN: 851144) aufzubauen, die inzwischen seine neuntgrößte Depotposition ist. Dabei ist GE mit seinem jüngst verkündeten Rekordverlust von fast $23 Mrd., seiner Dividendenrasur auf nur noch 1 Cent je Aktie und damit einhergehendem Verlust des Status als Dividendenaristokrat sowie seiner radikalen Umstrukturierung geradezu geschaffen für einen Contrarian Investor mit einem Faible für Turnaround-Spekulationen. Sollte man meinen...

zum Artikel auf aktien-mag.de

"Intelligent investieren": Was sich hier im Blog ändern wird...

Seit gut sieben Jahren betreibe ich nun schon dieses Blog rund um das Thema Value Investing und es erfreut sich hoher und steigender Beliebtheit. Andererseits gibt es auch immer öfter Kritik von Lesern. Und es ist ja nicht so, dass ich eure Kritik nicht Ernst nehme. Genau deshalb betreibe ich ja dieses Blog, für das Feedback zu den einzelnen Werten, die ich vorstelle und zu denen ich ggf. meinen Investmentcase darlege. Und zum Investieren an sich.

Nicht nur das Blog ist seit 2011 gewachsen, auch ich habe mich und einen Investitionsstil verändert. Ich habe anfangs hauptsächlich auf deutsche Nebenwerte gesetzt und dabei auf unterbewertete Schnäppchen. Später dann sind vereinzelt Turnaround-Spekulationen hinzugekommen und dann folgte ich Warren Buffett auf seinem Weg des Quality Investings mit bisweilen sogar technologielastigen Werten (oder Growth-Werten) mit starkem Burggraben. Und ich habe zusätzlich vor einigen Jahren mein separates Dividendendepot eröffnet, wo ich eine reine Dividendenstrategie mit hoch rentierlichen Business Development Companies (BDCs) verfolge. Letztlich sind es vier unterschiedliche Ansätze, die zwar jeweils deutliche Überschneidungen aufweisen, aber eben nicht "eine klare Lehre" verfolgen.

Die Beobachtungsliste ist mit der Zeit immer mehr angewachsen, wobei die jeweiligen einzelnen Sparten noch überschaubar sind - allerdings für vier Rubriken dann doch in Summe recht viel. Dabei bin ich eigentlich ein Anhänger des fokussierten Investierens! Und in der Praxis führt die Vielzahl an interessanten Unternehmen auch dazu, dass bei euch (und bei mir selbst) die Erwartungshaltung ist, dass ich alle Unternehmen ständig und intensiv "covere". Das ist natürlich so nicht zu leisten. Denn ich betreibe dieses Blog ja in meiner Freizeit nebenbei und das Schreiben und Beantworten der vielen Kommentare, Emails, Anrufe und bisweilen auch Briefe nimmt viel Zeit in Anspruch.

Daher habe ich mir überlegt, dass sich hier im Blog einiges ändern muss. Und wird...

Donnerstag, 8. November 2018

Aurelius: Wird das geduldige Warten bald (wieder) reich belohnt?

Den Münchner Finanzinvestor Aurelius (WKN: A0JK2A) begleite ich nun schon einige Jahre, als Aktionär und hier im Blog, und unterm Strich stehen nach rund sechs Jahren 425% Rendite oder durchschnittliche 31,5% pro Jahr. Damit konnte Aurelius überdurchschnittliche stark zulegen verglichen mit jährlichen Renditen zwischen 7% und 8%, die die Börse langfristig im Mittel abwirft.

Andererseits liegt der aktuelle Aktienkurs mit 40 Euro weit unter dem Jahres- und Allzeithoch, das im Frühjahr bei 65 Euro erreicht wurde. Zieht man die zwischenzeitliche Bruttodividende von 5 Euro ab, notiert der Kurs momentan exakt ein Drittel unterhalb des Dividenden bereinigten Höchstwertes von 60 Euro. Oder anders aufgedrückt: bis zum alten Höchststand hat der Kurs 50% Luft.

Nun ist es nicht besonders clever, eine Aktie nur deshalb zu kaufen, weil sie gefallen ist und ihr Kurs daher optisch billig(er) aussieht. Man sollte lieber herausfinden, ob die vermeintlichen 50% nur heiße Luft sind, oder doch wirkliches Potenzial. Wie gut, dass Aurelius heute seine aktuellen Geschäftszahlen inkl. einer aktualisierten Berechnung des NAV (Buchwerts) vorgelegt hat. Damit sollte sich doch etwas anfangen lassen bei der Meinungsbildung...

Mittwoch, 7. November 2018

Paradox: Börse missversteht Prognoseanhebung von Grenke als versteckte Gewinnwarnung...

Börsenkurse sind zu 90% Emotion und zu 10% Fakten - diese Börsenweisheit bestätigt sich aktuell am Beispiel Grenke (WKN: A161N3) aufs Neue. Und dass viele Anleger gar nicht wissen, was sie sich da ins Depot gelegt haben - Aktien werden viel zu oft mit Wettscheinen auf die Kursentwicklung verwechselt und allzu selten als das gewertschätzt, was sie sind: ein Anteil an einem Unternehmen. Nochmal: Unternehmensbeteiligung und Lotterieschein - das ist nicht das Gleiche! Wer das nicht versteht oder anders sieht, braucht gar nicht weiterzulesen.

Das Familienunternehmen Grenke ist eine der Vorzeigestorys auf dem deutschen Kurszettel. Seit Jahren wächst das Geschäft bei Umsatz und Ergebnis mit deutlich zweistelligen Zuwachsraten. Und der Kurs zieht seit vielen Jahren mit. Doch nun gab es einen heftigen Kurseinbruch, ausgelöst durch einen Artikel bei Bloomberg. Dort war ein Interview mit Grenke-Vorstandsmitglied Sebastian Hirsch veröffentlicht worden, das Bloomberg mit "Grenke erwartet langfristig deutlich geringeres Leasing-Wachstum" auf den Markt losgelassen hat. Und der Markt hat emotional reagiert. Und aus meiner Sicht deutlich über...

Montag, 5. November 2018

Portfoliocheck: Für Primecap ist iRobot eine saubere Sache. Nicht nur wegen der Haushaltsroboter...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

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In meinem neunten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Primecap Management, die nicht nur drei milliardenschwere Fonds für die Vanguard Group managen, sondern auch drei "Eigenproduktionen" am Start haben, die Primecap Odyssey Fonds. Seit 1985 erzielte Primecap Management eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,4% und konnte damit den S&P 500-Index um mehr als 2% pro Jahr abhängen.

Bei ihren Anlageentscheidungen schauen die Macher von Primecap nicht nur auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens, sondern vor allem auch auf seine künftigen Entwicklungschancen und setzen auf einen Macher an der Unternehmensspitze anstelle eines Kollektivs. Seit Anfang des Jahres hat Primecap damit begonnen, immer mehr Aktien des Haushaltsroboterherstellers iRobot (WKN: A0F5CC) einzusammeln und dafür finden sich gleich eine ganze Reihe von Gründen...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Buffetts 3. Quartal: Gewinnexplosion, Aktienrückkäufe und... Liquiditätsprobleme!

Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, aber auch er liefert nicht nur Erfolge ab. Bisweilen muss er deutlich negative Quartalsergebnisse vermelden - wobei das in diesem Jahr anders aussieht. Und so kann er denn für sein Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway für das dritte Quartal 2018 erneut einen üppigen Milliardengewinn verkünden.

Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal um mehr als 355% auf $18,5 Mrd. Dies liegt jedoch zuvorderst an einer neuen Rechnungslegungsvorschrift, nach der nicht realisierte Gewinne aus Kapitalanlagen jetzt ausgewiesen werden müssen. Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) hält viele Beteiligungen an an anderen Unternehmen und ist daher massiv von dieser neuen Regelung betroffen - im positiven wie im negativen Sinn. Warren Buffett betont dann auch, diese neue Regel könne zu „wilden und launischen“ Ergebnissen führen und Anleger in die Irre führen, die sich stattdessen mit dem Betriebsergebnis beschäftigen sollten.

Und das tun wir dann auch gleich mal: Der Betriebsgewinn des dritten Quartals verdoppelte sich im Vorjahresvergleich auf $6,88 Mrd. (VJ: $3,44 Mrd.) und lag sogar noch über den Schätzungen der Wall Street, die $6,11 Mrd. erwartet hatte. Dabei profitierte Buffett nicht nur von der boomenden Konjunktur in den USA; sondern auch von niedrigen Schadensquoten im Versicherungsbereich und von Steuerentlastungen. Ein Blick auf die einzelnen Sparten offenbart dabei interessante Einblicke. Und ein latentes großes Problem...

Börsenweisheit der Woche 45/2018

"Investiere nicht dort, wo das große Geld ist, investiere dort, wo es hingeht. Alle großen Unternehmen starteten als kleine Unternehmen. Finde sie frühzeitig."
(Ian Cassel)

Freitag, 2. November 2018

Sir John Templeton: Der "wohl größte globale Stock-Picker des Jahrhunderts"

Sir John Marks Templeton (* 29. November 1912 in Winchester, Tennessee, USA; † 8. Juli 2008 in Nassau, Bahamas) gründete 1954 den Templeton Growth Fund, Inc., einen der am Anlagevermögen gemessen weltweit größten Investmentfonds.

Er wurde von Königin Elisabeth II. geadelt und gehörte zu den Pionieren der Investmentbranche. Sein Templeton Growth Fund war mit seinen spektakulären Gewinnen 50 Jahre lang das Maß der Dinge an der Wall Street. Dabei beherzigte Templeton stets die Prinzipien des Value Investings und blieb seinem Credo treu, günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen...

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Was ist... die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen. Dividenden sind der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

In Deutschland erfolgt dies üblicherweise einmal im Jahr, in den USA sind auch halb- oder vierteljährliche oder in Einzelfällen sogar monatliche Dividendenausschüttungen gängige Praxis. Dort schwanken die Dividendenhöhen auch stärker als in Deutschland, weil hierzulande einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik der Vorzug gegeben wird. Deshalb werden in besonders erfolgreichen Jahren auch ggf. einmalige Boni gezahlt und als solche gekennzeichnet, um nicht im nächsten Jahr die Dividenden wieder senken zu müssen.

Die Dividende wird von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands festgelegt und beträgt zumeist zwischen 40% und 60% des Jahresgewinns des Unternehmens. Der Rest verbleibt im Unternehmen und erhöht so nicht nur den Unternehmenswert, sondern stellt der Firma auch Investitionsmittel zur Verfügung.

Am Tag der Dividendenzahlung wird die Bruttodividende vom Börsenkurs abgezogen (sog. Dividendenabschlag), so dass dieser zumeist ein deutliches Minus aufweist. Nicht selten fängt sich der Kurs aber ziemlich schnell, da Anleger auf dem verbilligten Niveau gerne zugreifen.

Je nach Höhe des Börsenkurses, ergibt sich in Verbindung mit der Nettodividende eine Dividendenrendite. Sie errechnet sich wie folgt...

Dienstag, 30. Oktober 2018

MasterCard bleibt auf Kurs: Hier(mit) bezahlt die Welt...

MasterCard schwimmt seit Jahren auf einer Erfolgswelle und ist einer der größten Profiteure des Trends zum bargeldlosen Bezahlen. Über die letzten Jahre ist MasterCard schier unaufhaltsam gewachsen, denn immer mehr Menschen bezahlen ohne Bargeld, immer mehr Geschäfte akzeptieren bargeldloses Bezahlen und insbesondere der Onlinehandel greift immer mehr Anteile am weltweiten Handel ab. 2017 wurden laut Nielsen-Report weltweit bereits $23 Billionen im Bereich von E-Payments abgewickelt und das Volumen soll bis 2023 auf $40 Billionen anschwellen. Bei angenommenen 1,5% bis 2% Gebührenaufkommen adressiert MasterCard (WKN: A0F602) einen Markt von $600 bis 800 Mrd. Pro Jahr!

Heute gab der Zahlungsdienstleister seine Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal bekannt und da dürfte ein Blick durchaus lohnen...

Montag, 29. Oktober 2018

Amazon einfach gedacht: Weshalb die Aktie zu jedem Kurs ein Kauf sein könnte...

Amazons KGV ist historisch niedrig. Das liegt natürlich daran, dass man erst seit einigen Quartalen dauerhaft in die Gewinnzone vorgedrungen ist. Entsprechend rasant ist das Gewinnwachstum und der operative Gewinn legte im vierten Quartal 2018 um 966% zu ggü. dem Vorjahresquartal. Der Aktienkurs brach trotzdem zeitweilig zweistellig ein. Was vor allem an Amazons verhaltenem Ausblick für das Weihnachtsquartal lag. Wobei man berücksichtigen sollte, dass die außergewöhnlichen Zuwachsraten im letzten Jahr auch der Milliardenübernahme von Whole Foods geschuldet waren, so dass dieses Umsatzwachstum von 36% nicht zu wiederholen war. Jedenfalls nicht ohne entsprechend große Übernahme.

Die Anleger beschlichen also Zweifel, ob Amazon (WKN: 906866) nicht zu hoch bewertet sei und seine besten Zeiten hinter sich habe. Nun, über die faire Bewertung eine Ausnahmeunternehmens wie Amazon muss sich jeder selbst Gedanken machen, aber zu den Entwicklungen und Perspektiven in nächster Zeit möchte ich einfach mal ein paar Denkanstöße geben...

Börsenweisheit der Woche 44/2018

"Investieren ist nicht einfach. Das war es nie, das wird es niemals sein. Wer immer es dafür hält, ist dumm."
(Charlie Munger)

Freitag, 26. Oktober 2018

Portfoliocheck: Frank Sands steht auf Tripple A. Also Amazon, Alibaba und Alphabet…

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Kostenloses Probeexemplar des Aktien Magazins anfordern

In meinem achten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Frank Sands, der auf dominierende Unternehmen mit starkem, profitablem Wachstum setzt. Diese müssen stets Sands sechs Kriterien für "dominierende Wachstumsunternehmen" erfüllen und daher hat Sands die letzten Jahre stark auf die FANG-Aktien gesetzt. Während er zuletzt Facebook (WKN: A1JWVX) reduziert hatte, stockte er Alibaba (WKN: A117ME) zu seiner zweitgrößten Position auf und hielt seinen Anteil in der Google-Mutter Alphabet (WKN: A14Y6F) konstant. Seine mit Abstand größte Position ist allerdings Amazon (WKN: 906866), die gestern Abend für das dritte Quartal eine Gewinnexplosion vermeldeten, mit ihrem verhalteneren Ausblick auf das Weihnachtsquartal heute jedoch den Anlegern die Stimmung verhagelten. Stellt sich die Frage, ob berechtigterweise Endzeitstimmung angesagt ist oder man auf Schnäppchenjagd gehen könnte. Und sollte...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Alphabet und Amazon befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 23. Oktober 2018

Corning: Starke Zahlen, schwacher Kurs. Die beste aller Anlegerwelten?

Den Glasspezialisten Corning (GLW, WKN: 850808) habe ich schon seit einigen Jahren auf meiner Beobachtungsliste und hatte das Geschäftsmodell mit seinen fünf Sparten in dem Artikel "Corning: Der gläserne Riese!" ausführlich vorgestellt.

Nun hat Corning Zahlen zum dritten Quartal 2018 vorgelegt und die Gewinnerwartungen klar übertroffen. So berichtet man von einem Umsatz von $3,01 Mrd. und einem Gewinn je Aktie $0,51 und somit 3 Cents über den Erwartungen. Auf Jahresbasis liegt der Umsatz bei $11,3 Mrd. (Konsens: $11,27 Mrd.) und die Bruttomarge bei den erwarteten 42%.

Die Umsätze verteilen sich auf fünf Segmente und hier gab es einige bemerkenswerte Entwicklungen...

Montag, 22. Oktober 2018

Börsenweisheit der Woche 43/2018

"Wenn ein Unternehmen erfolgreich ist, steigt sein Aktienkurs und die Position kann auf 20 bis 30 Prozent Deines Portfolios anwachsen... In den meisten Fällen verdient sie es, einen höheren Anteil an Deinem Portfolio auszumachen. Darauf hast Du gewartet. Wenn Dein Vermögen anwächst, lass es laufen."
(Ian Cassel)

Freitag, 19. Oktober 2018

Templetons Tipps: Investiere in der Zeit des größten Pessimismus!

In der Zeit des größten Pessimismus zu investieren, ist leichter gesagt, als getan. Denn es bedeutet, sich alleine gegen den Markt zu stellen, gegen die allseits anerkannte Meinung und zwar in einer Phase, in der man selbst emotional von Zweifeln und (Existenz-) Ängsten geplagt ist. Aber nehmen wir mal an, wir sind als Anleger charakterlich gefestigt genug, das auszuhalten. Dann bleibt noch bzgl. des Rates von Templeton die Frage nach der Definition von "Größter". Oder ist das letztlich eher egal?

Den großen Börsencrash von 1929 habe ich nicht miterlebt, aber viel schlimmer kann es kaum kommen. 1987 war mein erster "aktiver" Börsencrash, nachdem ich gerade meine ersten Aktien gekauft hatte. 2000 habe ich voll mitbekommen. Voll im Sinne von voll investiert und voll verksackt. Als dann am 11. September 2001 die Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers in New York flogen, machte sich Weltuntergangsstimmung breit. Das könnte man als "größter Pessimismus" wohl durchgehen lassen. Und dann natürlich die Finanzkrise von 2008/09, als die Weltwirtschaft in einen Abgrund blickte. Das waren Börsencrashs, das waren Paniken, das waren die besten Gelegenheiten für "contrarian investors", für antizyklisch agierende Anleger. Doch auch wenn es sich "nur" um Marktkorrekturen handelt, wenn die Kurse also schnell und heftig mal um 10% einbrechen, fühlt sich das wie Endzeitstimmung an. So wie letzte Woche. Dabei sind solche recht häufigen Korrekturen keine Phasen "größten", aber doch schon großen Pessimismus. Und zumeist ebenfalls sehr lukrativ für Hartgesottene.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Portfoliocheck: Chuck Akre setzt auf Finanztitel. Wie Buffett, nur noch erfolgreicher. Und etwas anders...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

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In meinem siebten Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger. "Chuck" Akre bescherte seinen Investoren in den letzten 29 Jahren überdurchschnittliche Renditen von 14,5% pro Jahr. In den letzten drei Jahren sprang sogar eine Rendite von 24,3% heraus - und das, obwohl sich kaum eine Technologieaktie im Depot des Ausnahmeinvestors befindet. Da fragt man sich, wie er das wohl angestellt hat...

Nun, Akre setzt mit der Hälfte seines Kapitals auf ausgesuchte Werte aus dem Finanzsektor. Sein Investmentstil weist viele Parallelen zu Buffett und Munger auf. Unter Anderem ist er erklärter Anhänger des "Focus Investing" und daher konzentriert er sich auf einige wenige Depotpositionen. Neben den beiden Zahlungsabwicklern MasterCard (WKN: A0F602) und Visa (WKN: A0NC7B) hat er auch die Ratingagentur Moody's (WKN: 915246) sowie die "Baby Berkshire" Markel Corp. (WKN: 885036) unter seinen Top-Positionen.

Besonderes Augenmerk verdient aber der Finanzinvestor KKR & Co. (WKN: A2LQV6), den Akre erst im ersten Quartal neu aufnahm und wo er die Position im zweiten Quartal verdoppelte. Da Akre stets sehr langfristig investiert, scheint er von KKR wirklich überzeugt zu sein. Zurecht...?!

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
KKR & Co. und MasterCard befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 16. Oktober 2018

Profitieren Hornbach Baumarkt und Villeroy & Boch wirklich (noch) vom Bauboom?

Die Immobilienpreise klettern. Die Grundstückspreise klettern. Die Preise der Bauunternehmen klettern. Der Immobilienboom scheint kein Ende zu nehmen, jedenfalls in den Ballungszentren. Auf dem Land sieht das ganz anders aus. Und auch in den Metropolen gibt es - neben steigenden Mieten - eine Kehrseite: Verzögerungen. Nicht nur die kommunalen Auftraggeber mit ihren Schulanbauten, sondern auch immer öfter private Bauträger können ihre Projekte nicht mehr fristgerecht fertigstellen. Zu oft finden sie keine Handwerksbetriebe mehr oder wenn, dann nur zu horrenden Ausschreibungsergebnissen (bei den Kommunen). Wer diese hohen Priese nicht akzeptiert, bleibt auf seiner Planung oder seiner unfertigen Baustelle sitzen. Das kann sich natürlich kaum jemand leisten und so werden oft die (viel zu) hohen Preise zähneknirschend akzeptiert. Zu Lasten der ohnehin schrumpfenden Rendite.

Ein Schlaraffenland-Szenario für die Baubranche könnte man meinen. Doch nicht alle Anbieter profitieren wirklich. Auch bei Villeroy & Boch (WKN: 765723) und Hornbach Baumarkt (WKN: 608440) sollten Anleger vielleicht lieber zweimal hinsehen...

Montag, 15. Oktober 2018

Diesel? Benzin? Gas? Elektro? Egal! Delignit hat für alle Autos was zu bieten...

Die börsennotierte Delignit AG (WKN: A0MZ4B) ist ein Hersteller ökologischer, Laubholz basierter Produkte und Systemlösungen und mit seinen Produkten Zulieferer für die Automobil-, Bahn- und Luftfahrtindustrie. Kürzlich erst konnte die 76-prozentige Tochter der Industrieholding MBB SE (WKN: A0ETBQ) auch im Bereich Campingfahrzeuge einen ersten Fuß in die Tür bekommen und einen fetten langfristigen Auftrag an Land ziehen.

Delignit hängt stark von der Entwicklung im Automobilsektor ab und dortige Absatzschwierigkeiten können sich auch negativ auf die Geschäfte von Delignit auswirken. Allerdings kommen die Produkte von Delignit gerade dort zum Einsatz, wo es interessant wird: seit jeher versuchen die Automobilhersteller den Spritverbrauch zu senken. Erst aus ökonomischen Gründen; inzwischen auch, weil weniger Abgase weniger Schadstoffe bedeuten. Und noch einiges mehr...

Börsenweisheit der Woche 42/2018

"Beim Kauf sollte man romantisch, beim Verkauf realistisch sein. Und zwischendurch sollte man schlafen."
(André Kostolany)

Freitag, 12. Oktober 2018

Portfoliocheck: Bill Nygren kauft DXC. Und die kauften HP. Naja, teilweise...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

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Bei meinem sechsten Portfoliocheck geht es um Bill Nygren, den Portfolio Manager und CIO des Oakmark Funds, mit dem er seit dessen Gründung 1991 eine beeindruckende durchschnittliche jährliche Rendite von 13 Prozent vorweisen kann.

Bill Nygren setzte in den letzten 12 Monaten vor allem auf Netflix (WKN: 552484) und HCA Healthcare (WKN: A1JFMW), die beeindruckende Gesamtrenditen von 106% bzw. 76% erzielten. Des Weiteren hat seine große Position in Apple (WKN: 865985) ihm ebenfalls satte Kursgewinne eingebracht.

Im dritten Quartal hat Bill Nygren kaum Depotveränderungen vorgenommen. Verkauft hat er keine einzige Position und neu hinzugekommen sind nur zwei Werte: neben dem US-Onlinebroker Charles Schwab (WKN: 874171) kaufte er DXC Technology Co. (WKN: A2DM8U), ein führendes IT-Dienstleistungsunternehmen, das durch die Fusion der Computer Sciences Corp. (CSC) und Hewlett Packard Enterprise (HPE) entstand. Nygren setzt hier auf einen erfolgreichen Turnaround durch das neue Management und vermutet eine deutliche Unterbewertung. Wenn er sich da mal nicht täuscht...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Apple befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Vom Paladin aus dem unbeugsamen Dorf der Value Investoren und seiner Suche

Wir befinden uns im Jahre 2018 n.Chr. Ganz Deutschland ist von den Sparern besetzt... Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Value Investoren bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. „Graham and Doddsville“ heißt es nach Warren Buffett und heute lesen wir von einem seiner mächtigen Kämpfer, dem Paladin. Und seiner Suche nach… ja, nach was eigentlich?“

Der aufopferungsvolle Kampf der Gallier gegen einen schier übermächtigen Gegner ist legendär und kaum ein Kind dürfte die Geschichten von Asterix und Obelix nicht kennen. Und lieben. Ihre Kernbotschaft lautet, dass man nie aufgeben darf, dass man sich nicht der herrschenden Meinung oder den Gegebenheiten einfach unterordnen soll, dass man seinen eigenen Weg gehen und seine eigenen Vorstellungen umsetzen muss. Und das gilt nicht nur für unbeugsame Gallier, sondern in unserer Wirtschaftswelt auch für Aktieninvestoren...

Stunde der Value Investoren: Kurseinbrüche als Chance auf außerordentliche Kursgewinne!

Längere Zeit stiegen die Börsen schier unaufhaltsam an und das trotz der regelmäßigen "Schwarzen Schwäne", die wie trächtige Säue alle paar Monate durchs Dorf gejagt werden. Ob Ukraine-Konflikt, Brexit-Votum, Italien-Referendum oder die US-Wahl, bei allen Ereignissen wurden kräftige Kursverluste vorhergesagt - und wenn es welche gab, dann nur für kurze Zeit, bevor Anleger zurück in den Börsenmarkt strömten. Zu alternativlos erscheint der Aktienmarkt angesichts Negativzinsen zu sein.

Zuletzt hat sich die Lage aber eingetrübt, denn die Fed hebt stetig die Zinsen an und macht damit Geldanlagen wieder attraktiver im Verhältnis zu Aktien. Und auch wenn die US-Börsen erst vor wenigen tagen neue Allzeithochs erklimmen konnten, wurden diese Kursrekorde doch von immer weniger Aktien getragen. Andernorts, auch in Deutschland, ist bereits seit einigen Monaten eine Konsolidierungswelle zu erkennen mit teilweise deutlichen Kursabschlägen.

Den "bösen" September haben die Börsen einigermaßen unbeschadet überstanden, doch der Oktober zeigt sich von seiner ausgesprochen herbstlichen Seite - die Aktienkurse fallen wie Blätter im Wind. Und auch die zuvor so robusten US-Techwerte gehören nun zu den stark abverkauften Werten - doch dabei bieten sich auch Chancen für Hartgesottene, wie André Kostolany die Gegenspieler der Zittrigen nannte, die momentan das Börsengeschehen dominieren...

Mittwoch, 10. Oktober 2018

BOSE Überraschung: Kriegt Fielmann jetzt was auf die Ohren? Oder droht Schlimmeres?

Die Optikerkette Fielmann (WKN: 577220) hat schwer zu kämpfen in diesem Jahr; die Gewinnwarnung im Sommer war nicht die erste in den letzten beiden Jahren und hat dem Aktienkurs mächtig zugesetzt. Denn Fielmann scheint bisher keine Antwort auf die drängenden Zukunftsfragen gefunden zu haben. Im bisherigen Erfolgsmodell knirscht es zunehmend, denn der Trend geht immer stärker weg vom stationären Brillengeschäft hin zum Onlinebrillenversand.

Fielmann stemmt sich klar gegen den Onlinetrend und setzt stattdessen darauf, seine Kunden durch eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit auch weiterhin in seine Ladengeschäfte zu locken: mit Hörgeräten. Denn diese benötigen eine fachmännische Einstellung, um wirklich effektiv funktionieren zu können. Und nicht selten greifen Kunden gleich zu kombinierten Seh- und Hörhilfen. Fielmann setzt also nicht nur auf günstige Preise, sondern vor allem auf gute Beratung. Bei Hörgeräten ein Muss und damit die Trumpfkarte von Fielmann und elementarer Grundstein für die Zukunftsstrategie. Doch seit gestern könnte das alles Makulatur sein und zu einem BOSEn Erwachen führen...

Montag, 8. Oktober 2018

Aktienrückkaufprogramme: Positive Effekte mit Nebenwirkungen und Besonderheiten...

Wenn die Aktionäre auf der Hauptversammlung dem Vorstand grünes Licht geben, im genehmigten Umfang eigene Aktien kaufen zu können, und das Unternehmen dies dann umsetzt, spricht man von einem Aktienrückkauf. Dieser ist in der Regel auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt und oft wird ein Höchstkurs für die zurückzukaufenden Aktien vorgegeben. Und nach geltendem deutschem Recht darf eine Aktiengesellschaft nicht über mehr als 10% ihres eigenen Grundkapitals verfügen.

Anleger lieben Aktienrückkäufe
Aktienrückkaufprogramme sind bei Anlegern aufgrund ihrer positiven Nebenwirkungen in der Regel sehr beliebt, weil sie durch die zusätzliche Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens tendenziell zu steigenden Kursen derselben führen. Jedenfalls, wenn der faire Wert des Unternehmens oberhalb des aktuellen Aktienkurses notiert. Darüber hinaus repräsentiert nun jede andere Aktie einen höheren Anteil am Unternehmensgewinn, weil das Unternehmen ja keine Gewinne an sich selbst ausschüttet, und die Gewinn bezogenen Bewertungskennziffern sinken entsprechend, wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Als direkte Folge steigt auch der faire Wert der Aktien.

Daher werden Aktienrückkäufe oft auch als Alternative zu Dividenden angesehen. Sie bleiben zunächst auch steuerfrei, bis die Aktien irgendwann verkauft werden und dann auf die erzielten Kursgewinne Kapitalertragsteuer anfällt.

»Keine andere Maßnahme nützt Aktionären so viel wie Aktienrückkäufe. Sofern das Unternehmen über ausreichend Liquidität für das operative Geschäft verfügt und die Aktie mit einem nennenswerten Abschlag auf den inneren Wert notiert - konservativ gerechnet.«
(Warren Buffett)

Ein paar Aspekte sind aber dennoch zu beachten, damit die Freude über Aktienrückkäufe nicht getrübt wird.

Börsenweisheit der Woche 41/2018

"Mache niemand anderen für deine Missgriffe und Fehler verantwortlich."
(Bernard Baruch)

Samstag, 6. Oktober 2018

Andere Ansichten zum (unerklärlichen) Kurs- und Geschäftsverlauf bei Corestate Capital

Der Immobilien-Asset Manager Corestate Capital (WKN: A141J3) kam vor anderthalb Jahren zu unter 18 Euro an die Börse und notiert mit aktuell 39 Euro über 100% im Plus. Rundum zufriedene Gesichter sollte man also bei den Anlegern erwarten, doch das Gegenteil ist der Fall. Denn Corestate notierte schon weit höher und der Jahreshöchstkurs lag bei rund 55 Euro. Seitdem hat die Aktie also etwa 30% eingebüßt. Und das ohne Gewinnwarnung, ohne Short-Attacke, ohne... irgendwie irgendwas. Also, was stimmt denn bloß nicht mit Corestate Capital?

Diese Frage stellt sich auch Dr. Helmut Fink von Verus Capital Partners und ist ihr in einem ausführlichen Report auf den Grund gegangen. Sehr lesenswert, allerdings mit einem - für mich nicht wirklich überraschendem - Ergebnis. Das ich teile (doppeldeutig, ich weiß ツ)...

▶ "Was ist bei Corestate Capital los?"

Disclaimer
Ich habe Corestate Capital auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Freitag, 5. Oktober 2018

Portfoliocheck: Tom Russo setzt auf Spirituosen. Und auf Buffetts Händchen...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Kostenloses Probeexemplar des Aktien Magazins anfordern

Bei meinem fünften Portfoliocheck geht es um Tom Russo, der sich bei William "Bill" Ruane, einem Schüler Benjamin Grahams, seine ersten Sporen im Investmentgeschäft verdiente und in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von 15,2% für seine Investoren einfahren konnte. Dabei investiert er nach ganz klaren Grundsätzen, die ihn dennoch zu einem ganz besonderen Vertreter des Value Investings machen.

Tom Russo setzt auf Spirituosen, auf Luxusgüter, auf Bier - und auf Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2). Für Value Investoren ist Warren Buffetts Investmentkonglomerat ja eine sichere Bank; aber macht es sich Russo hier zu einfach, oder steckt doch mehr dahinter?

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

(K)ein Geheimnis: Das ist das einzige Wiki, in das ich investiere. Und es macht auf High-Tech Stock Picking...

In meinem Investor-Update zum Ende des dritten Quartals fand sich als meine drittgrößte Position im Depot ein - von mir bisher nicht näher bezeichnetes - Technologie-Wiki. Dieser Umstand fand viel größere Beachtung, als ich gedacht habe, und seitdem wird lebhaft darüber diskutiert, um welches Wiki es sich wohl handeln könnte.

Ich bin also in mich gegangen und hatte Kontakt mit dem Initiator des Wikis und als Ergebnis lest ihr hier den ersten und bisher einzigen Gastbeitrag in den sieben Jahren seit Bestehen dieses Blogs.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Grenke: Es läuft. Einfach, oder...?

Das Familienunternehmen Grenke ist ein Unternehmen, das fast immer unter dem Radar fliegt, denn das Businessmodell IT-Leasing klingt sowas von unsexy. Zu Unrecht - was das Business angeht, nicht den Sexappeal. ツ

Grenke (WKN: A161N3) habe ich viel zu spät entdeckt, die Story und die Kursrallye ist jahrelang an mir vorbei gegangen. Zu unsexy, ihr wisst schon... Dann gab es 2016 eine ausgedehnte Konsolidierungsphase und ich habe mir das Unternehmen endlich mal genauer angesehen - und mich dafür begeistert. Ein echtes Qualitätsunternehmen mit starkem ökonomischen Burggraben.

Mitte 2017 hat der Kurs dann die alten Höchststände hinter sich gelassen und ich habe den Wert hier im Blog vorgestellt als "relativ krisenfestes Wachstumsunternehmen" und mir die Aktien erstmals ins Depot gepackt. Eine Entscheidung, die ich nicht bereue, denn mein Investmentcase ist bisher voll aufgegangen - und auch der Kurs spielt erfreulicherweise mit. Diese Seite der Medaille gehört ja auch zu einem erfolgreichen Investment dazu. Eine positive Kursentwicklung basiert auf lange Sicht letztlich auf überzeugenden Geschäftszahlen. Die zum dritten Quartal hat Grenke soeben vorgelegt. Und die sind durchaus bemerkenswert...

Montag, 1. Oktober 2018

Mein Investor-Update mit Amazon, Blue Cap, IAC InterActiveCorp, MBB, Texas Pacific Land Trust, TTL Beteiligung, Apollo Investment, Ares Capital, Gladstone Capital, Gladstone Investment, Main Street Capital, PennantPark Investment und TPG Specialty Lending

Investor-Update zum 3. Quartal 2018
In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende des Quartals auf die Entwicklungen in den vergangenen Monaten zurück und gebe aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus beschäftige ich mich auch mit Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden. Des Weiteren berichte ich über die Gewichtung der größten Werte in meinem Investmentdepot und in meinem Dividendendepot.

Mein Investmentdepot
Die größten Positionen in meinem Investmentdepot sind Texas Pacific Land Trust (WKN: 985172), Amazon (WKN: 906866), ein Technologie-Wiki, Blue Cap (WKN: A0JM2M), IAC InterActiveCorp. (WKN: A0Q8BY), MBB (WKN: A0ETBQ) und TTL Beteiligung (WKN: 750100).

Mein Dividendendepot
In meinem Dividendendepot sind meine größten Positionen Gladstone Investment (GAIN; WKN: A0KES9), TPG Specialty Lending (TSLX; WKN: A1XF0Q), Ares Capital (ARCC; WKN A0DQY4), Main Street Capital (MAIN; WKN: WKN:A0X8Y3), PennantPark Investment (PNNT; WKN: A0MVG5), Gladstone Capital (GLAD; WKN: 797937) und Apollo Investment (AINV; WKN: A0CALX).

Um diese Unternehmen geht es heute. Und um einiges mehr...

Börsenweisheit der Woche 40/2018

"Um ein erfolgreicher Nebenwerteinvestor zu sein, braucht man keine hohe Risikotoleranz, sondern eine hohe Volatilitätstoleranz."
(Ian Cassel)

Sonntag, 30. September 2018

Was ist... eine Aktiendividende?

Aktiengesellschaften schütten oft einen Teil ihrer Gewinne in Form von Dividenden an ihre Aktionäre aus. Dies erfolgt ganz überwiegend als Bardividende und der Aktionär erhält Geld auf sein Konto und er muss diese gegenüber dem Finanzamt versteuern; in Deutschland in der Regel über die sog. Abgeltungssteuer, eine spezielle Form der Kapitalertragsteuer.

Eine Alternative zur Bardividende ist die sog. Aktiendividende, bei der die Ausschüttung in Form neuer Aktien erfolgt. Der Aktionär erhält also Aktien anstelle der Bardividende - steuerlich ist auch diese Aktiendividende so zu behandeln wie die "normale" Bardividende. Deshalb erfolgt die Ausschüttung in der Art, dass der entsprechende die Steuer ausmachende Betrag als Bardividende deklariert - aber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt - und der verbleibende Rest als Aktiendividende in das Depot des Aktionärs gebucht wird. Der Aktionär hat nach der Dividendenzahlung also nicht mehr Geld auf dem Konto, aber mehr Aktien im Depot. Mit allen Rechten und Pflichten, die auch schon die alten Aktien gewährten, also insbesondere einem Anspruch auf den anteiligen Unternehmensgewinn.

Freitag, 28. September 2018

Portfoliocheck: Deshalb hat Seth Klarman jetzt AT&T im Depot

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Kostenloses Probeexemplar des Aktien Magazins anfordern

Bei meinem vierten Portfoliocheck geht es um Seth Klarman, einen herausragenden Value Investor Graham'scher Schule, der sogar von Warren Buffett lobend erwähnt wird - und dennoch vielen Anlegern nicht bekannt ist. Zu Unrecht, denn seit Jahren erzielt er überragende Renditen. Durchschnittlich 19% pro Jahr, um genau zu sein, und das seit 1982.

Im zweiten Quartal hat Klarman vor allem im Medienbereich zugekauft und als eine seiner neusten größten Positionen findet sich auf einmal der Telekommunikationsriese AT&T (WKN: A0HL9Z) in seinem Portfolio wieder. Die Frage ist nur, wieso...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Donnerstag, 27. September 2018

Was ist... eine Berichtigungsaktie?

Berichtigungsaktien gibt ein Unternehmen an seine Aktionäre aus, wenn es eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln vornimmt. Bei diesem "Aktiensplit" werden Rücklagen in Grundkapital umgewandelt und an die bisherigen Aktionäre im Verhältnis ihres Anteils am Grundkapital ausgegeben.

Bei diesem Vorgang ändern sich weder das Vermögen noch die Kapitalausstattung der Gesellschaft. Bilanzrechtlich handelt es sich um einen Passivtausch innerhalb des Eigenkapitals.

Für den Aktionär ändert sich an seiner Vermögensposition nichts: nach Ausgabe der Berichtigungsaktien hat er zwar mehr Aktien als zuvor, diese notieren aber niedriger, denn der Wert des Unternehmens hat sich ja nicht verändert, da - anders als bei einer "normalen" Kapitalerhöhung - ja kein frisches (zusätzliches) Geld in das Unternehmen geflossen ist. Der Aktienkurs passt sich also der neuen Aktienanzahl durch ein verringertes Kursniveau an.

Mittwoch, 26. September 2018

Weshalb Datagroup und TTL Beteiligung die Jahresprognosen anheben (müssen)...

Von Gewinnwarnungen spricht man, wenn Unternehmen mitteilen, dass sie ihre eigenen Prognosen verfehlen werden. Und dies hat zumeist deutliche Irritationen bei den Aktienkursen zufolge, da auf die Schlagzeile selbst reagiert wird, bevor auch nur ein Gedanke an den Inhalt verschwendet wird. Die Börsenhektik fordert ihren Tribut: Aktion vor Ratio.

Doch auch ein deutliches Übertreffen der bisherigen Prognosen ist eine Abweichung und somit eine Art Gewinnwarnung, jedenfalls im klassischen Sinn des Wortes. Denn das Unternehmen "warnt" den Kapitalmarkt ja vor (höheren) Gewinnen.

Beim IT-Spezialisten Datagroup (WKN: A0JC8S) und dem Gewerbe-Immobilienprofi TTL Beteiligung und Grundbesitz (WKN: 750100) können sich Anleger nun über genau solche Warnungen vor mehr Gewinn freuen. Und bei beiden war das durchaus absehbar...

Dienstag, 25. September 2018

Benjamin Graham mahnt: Schaue zuerst auf das Risiko und dann erst auf die Rendite!

Herausragende Erfolge an der Börse feiert man, wenn es einem gelingt, Aktien zu einem Kurs deutlich unterhalb ihres wirklichen Werts zu kaufen. Und dann geduldig auf den Kursanstieg zu warten, der irgendwann fast zwangsläufig erfolgt, wenn an der Börse diese Unterbewertung registriert und folgerichtig abgebaut wird.

Nun liegt es allerdings in der menschlichen Natur, lieber mit der Herde zu ziehen, als sich gegen den Strom zu stellen. Durch die Börsenbrille betrachtet, agieren Anleger eher wie Lemminge als wie Leitwölfe. Und daher schneiden sie beim Stock-Picking zumeist noch schlechter ab als die Profis. Es ist halt einfacher, den angesagten Aktien hinterherzulaufen, als sich für die hässlichen, ungeliebten Mauerblümchen zu erwärmen.

»Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht.«
(Benjamin Graham)

Dabei sind gerade sie es, die außergewöhnliche Renditechancen versprechen. Wenn man denn nicht voll ins Drecksloch greift, genauer gesagt, in eine Value Trap tritt. Doch was ist so eine Wertfalle und wie erkennt man den Unterschied zwischen weitgehend wertlosem Aktien-Katzengold und dem wirklichen Aktien-Goldfund?

Montag, 24. September 2018

Börsenweisheit der Woche 39/2018

"Buy & Hold bedeutet nicht kaufen und vergessen. Es bedeutet kaufen und überprüfen – und zwar die Investmentthese. Je kleiner das Unternehmen, desto öfter muss man sie überprüfen."
(Ian Cassel)

Samstag, 22. September 2018

"Intelligent investieren" gewinnt den valueDACH Value Investing Blogpreis 2018 und belegt Platz 1 sowohl bei der Publikumsabstimmung als auch bei der Juryentscheidung!

Die Value Investing Community ValueDACH hat in diesem Jahr erstmals den valueDACH Value Investing Blogpreis ausgelobt. Die Auswahl erfolgte in den letzten sechs Wochen sowohl über ein Publikumsvotum als auch durch eine Juryentscheidung. Und in dieser saßen neben Tilman Versch und Hendrik Michels, den Initiatoren von ValueDACH, die beiden hochkarätigen Value Investoren Frank Fischer (Shareholder Value Beteiligungen, Fondsmanager des Jahres 2018) und Dr. Hendrik Leber (Acatis, Fondsmanager des Jahres 2017).

Mein Blog war auch nominiert und ich war sehr gespannt, wer denn am Ende die Nase vorn haben würde. Denn das Teilnehmerfeld war überschaubar, dafür allerdings überaus kompetent besetzt - bei vielen der zur Abstimmung stehenden Blogs bin ich regelmäßig als Leser zu Gast.

Umso erstaunter - und erfreuter - war ich, als mir Tilman Versch mitteilte, mein Blog wäre vom Publikum auf den ersten Platz gewählt worden. Da war ich erstmal sprachlos und habe mich riesig gefreut! Dieses Blog habe ich vor beinahe genau sieben Jahren ins Leben gerufen und es ist ein Einzelprojekt. Kein Team, keine Familie, kein Manager, der dahinter steht. Nur ich. Und ihr! Ihr, die Leser, diejenigen, die mit mir hier diskutieren über meine Artikel, über das Investieren und über einzelne Aktien, ihr macht dieses Blog zu dem, was es heute ist. Und es ist eben heute viel mehr, als es am Anfang war...

Buffett warnt: "Spekuliere niemals auf Kredit, denn Kredit ist wie Sauerstoff!"

Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite (auch Effekten-Lombard-Kredit genannt), bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich eine sichere Sache, oder?

Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld einzahlen, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Die besondere Gefahr liegt darin, dass die Wertpapiere niemals zu ihrem Nominalwert, also 100%, als Sicherheit akzeptiert werden. Aktien von DAX-Unternehmen sind meist zu 60% beleihbar, ausländische Aktien zu 50%, Optionsscheine und andere Derivate überhaupt nicht. Ist der Kreditbetrag ausgereizt und die Kurse laufen in die falsche Richtung, muss man Wertpapiere glattstellen, nachdem sie bereits erhebliche Kursverluste verzeichnet haben. Die Ansätze des Value Investings sind aber genau andere: in Krisen zukaufen und in Euphorie verkaufen - und dazwischen einfach abwarten.

»Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. Schon eine kurze Phase ohne Kredit kann ein Unternehmen in die Knie zwingen.«
(Warren Buffett)

Freitag, 21. September 2018

Portfoliocheck: Starinvestor Ken Fisher liebt Bäume. Und Microsoft...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

▶ Kostenloses Probeexemplar des Aktien Magazins anfordern

Bei meinem dritten Portfoliocheck geht es um Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Auf lange Sicht hat der Value-Ansatz die Nase vorn, aber die Geschichte zeigt auch, dass selten beide Ansätze gleichzeitig überdurchschnittliche Renditen abwerfen. Und Fisher versucht stets, auf der besseren Welle zu surfen. Aktuell setzt er stark auf Tech-Werte und Microsoft (WKN: 870747) ist eines seiner größten Investments, das er im zweiten Quartal sogar noch etwas ausgebaut hat...

▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Microsoft befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Rocket Internet bleibt unverstanden. Das birgt Risiken. Und Chancen. Aber auch mehr?

Zuletzt war es ruhiger geworden um die Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet (WKN: A12UKK), doch nun nimmt das mediale Interesse wieder spürbar zu. Dabei scheint das Geschäftsmodell noch nicht bei jedem angekommen zu sein; doch das ist gar nicht schlimm, sondern kann für mutige Anleger auch eine besondere Chance darstellen. Wenn man denn versteht, auf was man sich einlässt. Denn an der Börse scheitern die meisten Investments nicht an fehlendem Erfolg der Unternehmen, sondern an enttäuschten Erwartungen der Anleger. Daher gehört zur erfolgreichen Aktienanlage nicht nur, das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor man auch nur den ersten Euro investiert, sondern bereits im Vorfeld seine Erwartungen zu definieren. Beides zusammen sind die tragenden Säulen eines soliden Investmentcases.

Und Rocket Internet ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass Anleger falsche und zu hohe Erwartungen hatten - und teilweise noch haben - und dann "die Schuld" bei Enttäuschungen beim Unternehmen abladen. Das ist natürlich wenig zielführend und bringt unterm Strich auch keinen einzigen Renditepunkt mehr. Dabei kann Rocket Internet durchaus mit Interessantem aufwarten...

Donnerstag, 20. September 2018

Warren Buffett weiß, was Anleger unbedingt vermeiden sollten...

Der wohl bekannteste und weltweit erfolgreichste Value-Investor Warren Buffett macht aus seiner Investment-Philosophie kein Geheimnis. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) führt er nach diesen Prinzipien und versteht es immer wieder, auch schwierige Zusammenhänge leicht verständlich zu präsentieren.

Auf CNBC beantwortet er schon seit Jahren immer mal wieder mehrere Stunden lang Fragen von Anrufern und gibt dabei kluge Ratschläge, wie Anleger sich verhalten sollten - und was sie auf jeden Fall vermeiden müssen.

Fühle dich nicht schlecht, wenn der Aktienmarkt fällt
Buffett sagte, er habe am Freitagabend Aktien gekauft und am Montagmorgen habe er gesehen, diese seien deutlich gefallen. Das seien gute Nachrichten. Auf die Nachfrage, ob er weitere Aktien kaufen werde, antwortete Buffett: "Absolut".

»Die Börse ist nur der Marktplatz, die Wertschöpfung findet im Unternehmen statt.«
(Warren Buffett)

Ignoriere globale Großereignisse bei deinen Investmententscheidungen
Buffett sagte, selbst wenn ein Krieg unvermeidbar erscheine, kaufe er Aktien. Denn wenn eines sicher sei bei einem Krieg, dann dass das Geld an Wert verliere. Das sei in jedem Krieg so gewesen, an den er sich erinnern könne. Und das letzte, was man während eines Krieges besitzen möchte, sei Geld. Man wolle eine Farm haben, ein Apartmenthaus oder Wertpapiere. Werte.

Mittwoch, 19. September 2018

Christopher H. Browne rät, auf Insider-Käufe zu achten. Aber welchen Informationswert bieten Insider-Trades wirklich?

Allgemein nimmt man an, Insider hätten einen besseren Durchblick bei ihrem Unternehmen als Außenstehende. Und bzgl. des Vorstands sollte man sogar darauf hoffen! Wenn nun diese Insider, also Vorstände oder Aufsichtsräte und ihre engen Familienmitglieder, Aktien des eigenen Unternehmens handeln, sollte man hellhörig werden. Denn dahinter kann mehr stecken, als die bloße Entscheidung eines Anlegers. Muss aber nicht.

Insiderverkäufe
Wenn Insider Aktien "ihres" Unternehmens verkaufen, wird dies schnell als negatives Signal verstanden. Außenstehende vermuten dann, dass die Insider Kenntnis von negativen Fakten oder schlechten Nachrichten haben und deshalb ihre Aktien abstoßen - Insiderverkäufe drücken daher nicht selten zusätzlich auf den Kurs.

Dabei gibt es viele Gründe, weshalb Insider ihre Aktien verkaufen: manchmal sind Aktienoptionen Teil des Gehalts, oder der Insider möchte sich ein neues Haus kaufen und benötigt dafür Geld. Vielleicht möchte er auch nur seine Anlagen breiter diversifizieren oder er muss eine teure Scheidungsvereinbarung finanzieren. Auch diese Gründe können hinter Insiderverkäufen stehen, es müssen nicht zwangsweise negative Erwartungen hinsichtlich der Unternehmensentwicklung sein.