Donnerstag, 18. August 2016

Turnaround nimmt Fahrt auf: Genworth Financial schrumpft sich gesünder

Genwort Financial Inc. (NYSE: GNW) ist ein amerikanischer Versicherungskonzern und ich weise seit Jahren auf die verzwickte Lage der Versicherungen hin, die einerseits wegen der Niedrigzinsen kaum noch Erträge erwirtschaften, andererseits aber hohe Garantien an ihre Kunden leisten müssen, insbesondere aus Altverträgen bei der Lebensversicherung. Die Versicherungsbranche ist für Anleger mit hohen Risiken behaftet und schwindenden Chancen - bei Genworth Financial lohnt sich dennoch ein genauerer Blick.

Vor knapp einem halben Jahr lag der Aktienkurs noch bei rund €1,50 und hat sich seitdem auf €3 glatt verdoppelt. Als ich mich im März erstmals mit dem Unternehmen beschäftigte ("US-Versicherer Genworth Financial Bargain oder Value Trap?") standen noch alle Zeichen auf Sturm bei der ehemaligen Versicherungssparte des US-Giganten General Electric. Von den einstmaligen Höchstkursen von $20 im Jahr 2007 war nicht mehr viel übrig geblieben, denn neben der allgemeinen Branchenschwäche hatte Genworth Financial auch mit einer Reihe schwerwiegender, hausgemachter Probleme zu kämpfen. Und kämpft noch immer.

Das Geschäftsjahr 2015 brachte einen Gewinneinbruch von 66% da das Unternehmen zusammengeschrumpft wird, um durch das Absenken der Verschuldung wieder auf Kurs zu kommen. Das wurde nötig, da man für das Geschäftsjahr 2014 einen Rekordverlust von mehr als §1,2 Mrd. ausweisen musste. Der Nettogewinn fiel dann im Jahr 2015 von $154 Mio. oder $0,31 je Aktie auf $53 bzw. $0,11 je Aktie, während der operative Gewinn, der auch Ergebnisse aus Investmentgeschäften enthält, bei $0,21 je Aktie lag. So schrecklich diese Zahlen auch noch waren, sie übertrafen die noch pessimistischeren Analystenerwartungen deutlich. Und mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2016 setzte sich der Turnaround fort und nimmt zunehmend Gestalt an.

 Genworth Financial Inc. (Quelle: finanzen.net) 
Quartalszahlen lassen Börsenkurs um 30% anspringen
Der Versicherer berichtete ein Nettoergebnis von $123 Mio. im zweiten Quartal oder $0,25 je Aktie und damit erneut deutlich über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von $0,21 pro Aktie. Dabei stach besonders Genworths US-Hypothekenversicherungseinheit heraus, die alleine $61 Mio zum Netto-Betriebsergebnis beisteuerte, eine Steigerung von 24% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das US-Lebensversicherungsgeschäft erwirtschaftete $55 Mio. Netto-Betriebsergebnis und damit weit weniger als die $91 Mio. des vorangegangenen Quartals, allerdings nur $2 Mio. unter dem Ergebnis des vergleichbaren Vorjahresquartals. Der Nettogewinn  im zweiten Quartal, der auch Gewinne und Verluste aus dem Anlageportfolio umfasst, betrug $172 Mio. oder $0,34 pro Aktie, wobei Genworth Financial von einem realisierten Gewinn nach Steuern von $85 Mio. aus dem Verkauf von US-Staatsanleihen profitierte.

Buchwertschnäppchen
Selbst bei einem Kurs von €3 wird Genworth Financial nur zu einem Bruchteil seines Buchwerts gehandelt, den das Unternehmen nach konservativer Berechnung mit $20,61 je Aktie angibt. Die Aktien notieren also zum 0,20-fachen oder 80% unterhalb ihres Buchwerts.

Ausblick
Genworth Financial hat erhebliche Probleme vor der Brust, insbesondere in der Sparte Lebensversicherungen. Hier hat man einen Stopp bei Neuabschlüssen verhängt und schrumpft das Unternehmen gesund, fokussiert sich auf die rentierlichen Bereiche. So hat man im zweiten Quartal sein europäisches Hypothekenversicherungsgeschäft verkauft und reduzierte seine Ausgaben auf Jahresbasis um rund $150 Mio. vor Steuern. Damit hat man die eigenen Kostensenkungsziele bereits erreicht, die man zu Beginn dieses Jahres verkündet hatte. Des Weiteren stieg die Liquidität von $760 Mio. auf $934 Mio. weiter an und sollte Anlegern ein stärkeres Vertrauen in die Bilanz des Unternehmens geben, die jedoch nach wie vor einen erhöhten Verschuldungsgrad aufweist.

Meine Einschätzung
Genworth Financial ist noch nicht über den Berg, es wäre zu früh, schon Entwarnung zu geben. Aber das Management hat die Zeichen der Zeit erkannt und trennt sich von unrentierlichen Randbereichen und trifft auch unpopuläre Entscheidungen, um den Versicherer wieder auf Kurs zu bringen. Erste Erfolge sind sichtbar und mit einem weiteren Abbau der Verschuldung und sich zunehmend verbessernden Bilanzkennzahlen und steigenden Ergebnissen sollte auch der Aktienkurs sich weiter in Richtung seines Buchwertes aufmachen. Ein Abschlag von 80% signalisiert einen Quasi-Ausfall, aber davon ist Genworth Financial inzwischen um einiges entfernt, so dass ein derartig hoher Abschlag nicht (mehr) gerechtfertigt erscheint.

Ich habe Genworth Financial als Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und bin sehr zuversichtlich, mit der nötigen Geduld in den nächsten Jahren noch so einige Kursverdoppler auf Basis meines Ersteinstiegs bei €1,72 einzufahren. Dabei muss man bei diesem Turnaroundwert die Risiken bei der Unternehmenstransformation und deren Erfolgsaussichten stets wachsam im Blick behalten.

Mittwoch, 17. August 2016

Halbjahreszahlen: msg life AG surft weiter auf Turnaroundkurs

Das Spezialsoftwareunternehmen für die Versicherungsbranche msg life hat seine Halbjahreszahlen präsentiert - und die Börse reagiert mit deutlichen Kursabschlägen. Dabei präsentierte das Unternehmen gar keine (negativen) Überraschungen.

Die Halbjahreszahlen
Zum 30. Juni 2016 liegen sowohl der Gesamtumsatz von €57,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €52,2 Mio.) als auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) von €2,8 Mio. Euro (per 30. Juni 2015: €2,9 Mio.) im Rahmen der Jahresplanungen. Dabei enthält das EBITDA einen ergebniswirksamen Aufwand in Höhe von knapp €0,8 Mio. Euro aus einem Vergleich in Zusammenhang mit der ehemaligen Beteiligung an der B+S Banksysteme AG.

Unter Berücksichtigung des Steueraufwands in Höhe von €1,8 Mio. erzielte msg life zum 30. Juni 2016 ein Periodenergebnis von €0,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €1,2 Mio. Euro) und damit ein ausgeglichenes Ergebnis je Aktie (Vorjahr: €0,03). Der positive Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beträgt €0,8 Mio. (Vorjahr: €1,5 Mio.) und das Eigenkapital beträgt nahezu unveränderte €46,2 Mio. bei einer Eigenkapitalquote von 54,3% (Vorjahr: 56,8%).

Im laufenden Geschäftsjahr 2016 erwartet msg life ein EBITDA zwischen €10,0 Mio. und €12,0 Mio. sowie einen Gesamtumsatz zwischen €110,0 Mio. und €112,0 Mio.

Meine Einschätzung
Die Zahlen sind natürlich besonders durch den Vergleich bzgl. der B+S Banksysteme AG gekennzeichnet, aber dieser Vergleich wurde von msg life allerdings bereits in vorangegangenen Meldungen besprochen und ist auch Bestandteil der angehobenen Jahresplanungen. Insofern sollte dieser Einmalaufwand keine negative Überraschung darstellen, sondern eher für freudige Gesichter bei den Aktionären sorgen. Denn ohne diesen Einmaleffekt hätte das EBITDA gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zugelegt und damit bestätigt, dass der Turnaround in vollem Gange ist und zunehmend Gestalt annimmt. Die Vertriebserfolge der vergangenen Monate deuten jedenfalls in diese Richtung und das Management ist zuversichtlich, hier noch weiter punkten zu können.

Msg life befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und stellt eine aussichtsreiche Turnaround-Spekulation dar. Der marktenge Titel sollte aber nur von risikobereiten Anlegern ins Depot genommen werden. Ich habe den fast 10-prozentigen Kurseinbruch heute genutzt, um meine Position etwas aufzustocken.

>>> zur Meldung

Ringmetall AG: Von der grauen Provinzmaus zum globalen Herrn der Ringe

Die inzwischen als Industrieholding agierende Ringmetall AG hat nur noch wenig mit der H.P.I. Holding zu tun, als die sie bis vor kurzem noch firmierte. Und das hat weniger mit der zwischenzeitlichen Namensänderung zu tun, als mit den personellen Veränderungen und dem neuen Schwung, der in die Unternehmensaktivitäten gekommen ist. Aus der bisherigen Beteiligungsgesellschaft wird eine operativ tätige Industrieholding geformt mit dem Schwerpunkt Industrial Packaging und Industrial Handling für Kunden in der chemischen, petrochemischen, pharmazeutischen und lebensmittelverarbeitenden Industrie.

Die H.P.I. Holding hatte ich vor rund viereinhalb Jahren erstmals als "schön langweiliges Beteiligungsdornröschen" vorgestellt und damals gehörten zur "Gruppe" die August Berger Metallwarenfabrik GmbH und die Zimmer + Kreim GmbH & Co. KG mit ihren jeweiligen Töchtern. Die August Berger Metallwarenfabrik produziert dabei Spannringe zum Verschluss von Kunststoff- und Metallfässern, während das Maschinenbauunternehmen Zimmer & Kreim Erodiermaschinen, Handlingsysteme und Softwarelösungen herstellte. Nach meiner Empfehlung kam der Kurs ins Laufen und markierte bald neue Höchststände, um dann in einen dreijährigen Seitwärtstrend zu verfallen, aus dem er vor einigen Wochen explosionsartig nach oben ausbrach.

Beteiligungstausch
In der Zwischenzeit hatte sich einiges im Unternehmen getan und zwar Entscheidendes. Zunächst hatte man konsequent die Beteiligung Berger durch Zukäufe internationaler und schlagkräftiger aufgestellt, während das Kapitel Zimmer & Kreim mit einem blauen Auge beendet werden konnte. Letztmalig fiel im Jahresabschluss 2015 eine signifikanter Abschreibungsbedarf an, so dass auch dieses Jahresergebnis nochmals negativ nach unten gerissen wurde. Als zweites Standbein der Gruppe wurde im Gegenzug die HSM Hans Sauermann GmbH & Co. KG eingekauft. Allerdings machte die bisher wenig gute Laune, denn sie durchläuft eine tiefgreifende "Neupositionierung des Produktportfolios". Oder kurz gesagt: sie verdient kein Geld, sie kostet. Und was aus dieser Beteiligung werden soll, ist noch nicht entschieden.

Und dann ging's plötzlich rund. Und schnell...
Ende 2014 wurde der Vorstand verstärkt mit Konstantin Winterstein, der zum Vorstand für das operative Geschäft und das technische Beteiligungsmanagement bestellt wurde. Der Diplomingenieur hält einen M.B.A. und war über 15 Jahre für ein deutsches Automobilunternehmen tätig, zuletzt in Führungspositionen im operativen Bereich und im Bereich Zulieferindustrie. Im Anschluss gab es mehrere Kapitalerhöhungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre, wohl auch, um Winterstein eine signifikante Beteiligung zu akzeptablen Einstiegspreisen bei der Ringmetall AG zu ermöglichen. An sich halte ich nicht viel von derartige "Übervorteilungen der Altaktionäre", allerdings liegt es hier durchaus im Interesse, Winterstein auch als Großaktionär mit an Bord zu holen, wo doch die künftige Unternehmensentwicklung stark von ihm abhängen wird.

 Ringmetall AG (Quelle: finanzen.net) 
Neues USA-Standbein wird immer stärker
Mit den frischen Geldern wurden dann vor allem die Aktivitäten von Berger gestärkt durch Zukäufe und Investitionen. Allerdings gab es auch Werksschließungen, um die Effizienz zu steigern. Und dann gab es den Paukenschlag, die lange angekündigte Übernahme in den USA. Man griff über den Teich und kaufte die US-Firma Self Industries, einen Spezialanbieter von Dichtungs- und Verschluss-Systemen mit Sitz in Birmingham, Alabama. Mit dem Zukauf gelang Ringmetall der Einstieg in den US-Markt und man versprach sich von dem $28 Mio. Umsatz erzielenden Unternehmen die Möglichkeit weitreichender Technologie- und Vertriebssynergien. "Mit insgesamt über €90 Mio. Umsatz auf Konzernebene ergeben sich nun ganz neue Möglichkeiten für Prozessoptimierungen und Cross Selling-Ansätze", schwärmte Ringmetall-Vorstand Petri damals. Und die Übernahme erwies sich als strategischer Glücksgriff, das wird auch immer mehr Aktionären bewusst.

Nach einer erneuten - stark überzeichneten - Kapitalerhöhung mit einem Bezugspreis von €2,20 je Aktie kaufte Ringmetall mit dem erzielten Bruttoemissionserlös in Höhe von €5.033.600 sofort weiter zu, indem man seine Beteiligung an der italienischen Tochtergesellschaft S.G.T. von bisher 51% auf 80% "zu wirtschaftlich attraktiven Konditionen" erhöht hat. Und kurz darauf wurde im Rahmen eines Asset-Deals die Spannringproduktion eines Großkunden in den USA übernommen und  in die Produktion ihrer US- Tochtergesellschaft Self Industries eingegliedert. Der jährliche Umsatzbeitrag aus der Akquisition beläuft sich auf knapp $1 Mio. und es wurde ein langfristiger Liefervertrag zwischen Käufer und Verkäufer vereinbart.

Zahlenwerk präsentiert sich bärenstark
Ende Juni präsentierte Ringmetall dann erstmals nach der großen Firmenübernahme der Self Industries im vergangenen Jahr Unternehmenszahlen und die konnten sich sehen lassen. Im ersten Quartal 2016 legte man in der neuen Firmenstruktur sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich zu: die Umsatzerlöse erhöhten sich um 35,9% auf €22,4 Mio. (Q1 2015: €16,5 Mio.), die Bruttomarge verbesserte sich von 48,5% auf 51,5% und dementsprechend überproportional stiegen auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 76,9% auf über €3,0 Mio. (Q1 2015: €1,7 Mio.) an und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), bei dem ein Anstieg um 114,7% auf €1,9 Mio. zu verzeichnen war (Q1 2015: €0,9 Mio.).

Die Zahlen zeigen, dass sich Ringmetall auf einem sehr guten Weg befindet und seine Effizienzpotenziale inzwischen auch heben kann. Die geschickten Add-on-Zukäufe im Bereich der Fassringsproduktion und das Ausweiten der Produktlinie über dieses Segment hinaus versprechen auch künftig starke Wachstumsperspektiven. Vom sich verstärkenden Trend zur Auslagerung der Spannringproduktion der großen Fasshersteller in den kommenden Jahren sollte insbesondere Ringmetall als Weltmarktführer am stärksten profitieren können durch zusätzliches Wachstumspotenzial einer weiteren Stärkung der Wettbewerbsposition des Unternehmens.

Die Verwässerung der Aktionärsanteile aufgrund der mehrfachen Kapitalerhöhungen ist zwar negativ einzustufen, auf der anderen Hand hat sich dadurch das neue Management signifikant am Unternehmen beteiligt und es wurden darüber hinaus die Mittel in attraktive Zukäufe investiert. Daher sollten hieraus in den kommenden Jahren eher positive Ergebniseffekte zu erwarten sein.

Meine Einschätzung
Die Ringmetall AG hat sich nach einem dreijährigen Siechtum aus ihrer Kurslethargie befreit und hat einiges an aufgestautem Kurspotenzial in den vergangenen Wochen abgebaut. Kurse um €2,70 sind keine Schnäppchenkurse mehr und es könnte - auch angesichts der eher widrigen Börsenjahreszeit - eine Kurskonsolidierung anstehen. Andererseits scheint mit das höhere Kursniveau aufgrund der operativen und strategischen Fortschritte des Unternehmens und der mit den neuen personellen Manpower verknüpften stärkeren Entwicklungspotenzials mehr als gerechtfertigt und ein 2017er KGV von 12 auch nicht übermäßig ambitioniert. Dies mutet eher als faire Bewertung an, mit einigem Upsidepotenzial bei weiteren Übernahmen und/oder operativen Fortschritten, so dass langfristig orientierte Anleger sich auch auf diesem Kursniveau noch beruhigt Ringmetall-Aktien ins Depot legen können.

Ich jedenfalls habe gerade eine kleine Add-on-Aufstockung meiner Position vorgenommen, weil ich von den mittel- und langfristigen Perspektiven des Unternehmens (wieder) überzeugt bin. Interessant wird sein zu sehen, ob die Tochter Hans Sauermann in der stärkeren Fokussierung auf den Bereich Fassringe eine echte Zukunft im Konzern hat, oder doch eher wieder abgegeben wird, sobald sich die Erfolge aus der Neupositionierung abzeichnen - und ein dem entsprechend attraktiver Verkaufspreis. Sollte HSM im Konzern als Standbein verbleiben, wären hier Zukäufe für diese Sparte nicht nur denkbar, sondern auch nötig.

Ringmetall befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 16. August 2016

Statt Dividende: Bei Patrizia regnet es Aktien für die Aktionäre

Die im Nebenwerte-Index SDAX gelistete Patrizia Immobilien macht seit Jahren seine Anleger glücklich, erst als Immobilienentwickler und -bestandshalter, inzwischen als bankenunabhängiges Immobilien-Investmenthaus für Investoren und Privatanleger. Zuletzt gab es positive Neuigkeiten, denn die Zahlen zum ersten Halbjahr waren wieder einmal ganz hervorragend.

Berichtigungsaktien statt Dividende
Und nun vermeldete das Unternehmen, dass die von der Hauptversammlung beschlossene "Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln" vom zuständigen Amtsgericht am 12. August ins Handelsregister eingetragen worden und damit rechtsgültig geworden ist. Der Stichtag wurde auf den 25. August festgelegt und an diesem Tag zum Börsenschluss Partizia-Aktien im Depot hat, erhält die Berichtigungsaktien automatisch in sein Depot gebucht und zwar im Verhältnis 10:1. Wer also 10 Aktien im Bestand hat, erhält eine weitere hinzu. Diese neuen Aktien werden ab dem 01.01.2016 gewinnberechtigt sein und unter der bisherigen Wertpapierkennnummer laufen.

Die Kapitalerhöhung erfolgt durch Umwandlung eines Teilbetrags in Höhe von €7.632.354,00 der in der Jahresbilanz der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 ausgewiesenen Kapitalrücklage in Grundkapital durch Ausgabe von 7.632.354 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien (Berichtigungsaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von €1,00 je Aktie. Durch diese Maßnahme erhöht sich das Grundkapital der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln von €76.323.533 um €7.632.354 auf €83.955.887.

Patrizia Immobilien befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

>>> zur Meldung

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2016?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 2. Quartal 2016
Auch im zweiten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen. Größere Verwirrung könnte es um den Komplettverkauf der A- und C-Aktien von Liberty Media Corp. geben und die Neuerwerbungen von Liberty Media Group und Liberty Media SiriusXM. Allerdings klärt sich diese Verwirrung schnell auf den,, Liberty Media wurde in drei separate Aktien aufgesplittet, die Liberty Braves, die Liberty Media und die Liberty Sirius XM.

Des Weiteren wurden die alten Charter Communications Aktien getauscht in neue, nachdem man Time Warner Cable übernommen hatte.

Käufe
Abgesehen von diesen beiden Tauschvorgängen gab es im letzten Quartal nur zwei erwähnenswerte Zukäufe, nämlich die Aufstockung bei Apple um rund 55% auf nun 15,23 Mio. Aktien im Gegenwert von knapp $1,5 Mrd. und bei Phillips 66 um gute 4%. Beide Aktien standen auch schon im ersten Quartal auf Buffetts Einkaufsliste und von Phillips 66 hält Berkshire Hathaway inzwischen 15% der Anteile.

Dabei geht der Apple-Kauf nicht auf Buffett selbst zurück, sondern auf einen seiner beiden "Leutnants", die ehemaligen Hedgefonds-Manager Todd Combs und Ted Weschler, die seit einigen Jahren in Diensten Berkshires stehen und eigenverantwortlich jeweils rund $9 Mrd. Depotvolumen betreuen und Anlageentscheidungen treffen. Dies hatte Buffett in einer Mail an das Wall Street Journal klargestellt. Und während Berkshire Hathaway seinen Apple-Anteil aufstockte, haben sich die beiden Star-Investoren Carl Icahn und George Soros sowie Michael Burry vom Hedgefonds Scion Asset Management komplett von ihren Apple-Aktien getrennt. David Einhorn von Greenlight Capital reduzierte seinen Apple-Anteil um 16%.

Montag, 15. August 2016

Deutsche Beteiligungs AG: Quartalsverlust offenbart enormes Gewinnpotenzial

Die Deutsche Beteiligungs AG hat Zahlen zum abgelaufenen dritten Geschäftsquartal vorgelegt und musste dabei einen Millionenverlust ausweisen. Der Aktienkurs hat darauf kaum reagiert, sondern nähert sich seinem Jahreshoch. Und das auch zurecht...

Bad News
Das dritte Geschäftsquartal endete für den DBAG-Konzern mit einem negativen Ergebnis von €-5,7 Mio., nachdem im entsprechenden Vorjahresquartal noch ein positives Ergebnis von € 6,9 Mio. ausgewiesen werden konnte. Grund für den Einbruch war der starke Kursrückgang an den Börsen nach der Brexit-Entscheidung, denn per Ende Juni wurden Vergleichsunternehmen, die die DBAG zur Bewertung ihres Portfolios heranzieht, deutlich niedriger bewertet als zu Quartalsende drei Monate zuvor. Das belastete das Quartalsergebnis mit knapp €12 Mio.

Dabei muss man wissen, dass die DBAG ihr Zahlenwerk nicht HGB aufstellt, so nach Niederstwertprinzip Assets eingebucht werden und sich so ggf. hohe stille Reserven aufbauen, die erst bei einer Veräußerung aufgedeckt werden, sondern die DBAG bilanziert nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), so dass Wertveränderungen sich unmittelbar auf das Ergebnis auswirken.

Per Ende Juni hatten die Börsen aufgrund des Brexit-Votums eine starke Korrektur vorgenommen und dies führte nun zu dem niedrigeren Bewertungsergebnis von €-12 Mio. Betrachtet man die bisherigen drei Quartale Geschäftsjahres 2015/2016 in Gänze, hat die DBAG ein Konzernergebnis von €26,3 Mio. erzielt und damit nur geringfügig weniger als im Vorjahr, wo man auf €28,3 Mio. kam. Hierzu hatte maßgeblich das rekordträchtige erste Geschäftsquartal beigetragen, in dem dank der Veräußerung des Spheros-Gruppe ein hoher Quartalsgewinn von rund €30 Mio. angefallen war.

Good News
Berücksichtigt man nun zusätzlich, dass der MDAX soeben ein neues Allzeithoch markiert hat und der DAX zumindest einen neuen Jahreshöchststand, hellt sich das Bild doch erheblich auf. Nach aktuellem Stand dürfte damit per heute im vierten Geschäftsquartal mindestens dieser 12-Mio-Abschlag aufgeholt sein, so dass bei Vorlage der nächsten Quartalszahlen (und damit einhergehend den Zahlen für das Gesamtjahr) eine hohe Zuschreibung bzw. ein entsprechend hoher Quartals- und Jahresgewinn zu erwarten sind. Also viel Lärm um Nichts...


Deutsche Beteiligungs AG (Quelle: finanzen.net) 
Operatives Geschäft läuft wie geschmiert
Umso interessanter ist dann auch der Blick auf das operative Geschäft, denn hier zeigt sich, wie gut die DBAG ihr eigenes und das ihr von Kunden anvertraute Geld investiert.

Kurzfristigen Veränderungen der Wertansätze haben wenig Aussagekraft über den langfristigen Erfolg der DBAG und die Qualität des Portfolios. Dieses ist gut aufgestellt und der Ergebnisbeitrag aus der wirtschaftlichen Entwicklung der Portfoliounternehmen fiel nach drei Quartalen mit €41 Mio. deutlich höher aus als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch das dritte Quartal trug zu dieser Verbesserung bei.

Das Konzernergebnis führt zu einer Steigerung des Eigenkapitals, das zum Stichtag 30. Juni 2016 nun €23,09 je Aktie beträgt und damit€0,93 mehr als zu Beginn des Geschäftsjahres. Bezogen auf das (um den zur Ausschüttung vorgesehenen Betrag reduzierte) Eigenkapital zu diesem Zeitpunkt entspricht das einem Anstieg um 9,1 Prozent. Zum Vergleich: im Geschäftsjahr 2014/2015 war das Eigenkapital je Aktie nach drei Quartalen um 10,0 Prozent gestiegen.

Anleger sollten dabei im Hinterkopf behalten, dass die Ergebnisdelle des dritten Geschäftsquartals nach den Brexit-Kurssturz bereits wieder vollständig ausgeglichen sein und dem entsprechend im laufenden Quartal für ähnlich hohe Ergebnisverbesserungen stehen sollte. "Übrig" bleibt der hohe Veräußerungsgewinn von €30 Mio. aus dem ersten Geschäftsquartal, den die DBAG real verdient hat. Hierin liegt der eigentliche Trigger für den Aktienkurs, denn der bleibt am Ende stehen und kann für Aktienrückkäufe und/oder Dividendenausschüttungen verwendet werden - unabhängig wie letztlich das Bewertungsergebnis am Jahresende ausfällt.

Verkaufserfolg bei Broetje-Automation GmbH
Und dann wurde heute noch ein weiterer Exit bekanntgegeben: die Broetje-Automation GmbH wurde an die Shanghai Electric Group verkauft. Der Verkauf sei der Schlusspunkt einer sehr erfolgreichen strategischen Weiterentwicklung bei dem Automatisierungsspezialisten, der in der jüngst bestätigten Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr bereits berücksichtigt ist. Über den Kaufpreis haben die Vertragsparteien indes Stillschweigen vereinbart; er übersteigt jedoch den Wertansatz der Beteiligung im jüngsten IFRS-Konzernab­schluss vom 30. Juni 2016. Mit der Veräußerung erzielt die DBAG eine Rendite oberhalb ihrer üblichen Erwartungen und die Veräußerung führt im vierten Quartal 2015/2016 zu einem weiteren Ergebnisbeitrag.

Prognosen werden bestätigt
Mit Blick auf diese Prognose weist der Vorstand der DBAG jedoch darauf hin, dass sich die Unsicherheit in den Märkten und damit die Volatilität der Bewertungsrelationen weiter erhöht hat. Die Prognose der DBAG für das Konzernergebnis des laufenden Geschäftsjahres unterliege deshalb einem erhöhten Risiko. Dennoch erwartet der Vorstand wie bisher, dass das Konzernergebnis, also mindestens 20 Prozent über dem des Vorjahres von €27,0 Mio. liegen wird. Ob jedoch der Wert der zuletzt genannten Prognose von €40 Mio. erreicht werden wird, hänge von der weiteren Entwicklung an den Kapitalmärkten bis zum Geschäftsjahresende ab.

Buy-out-Fonds DBAG Fund VII als Ergebnishebel
Mit dem neuen Buy-out-Fonds DBAG Fund VII, der zwischenzeitlich erfolgreich eingeworben wurde, vergrößert sich künftig die Basis für die Erträge aus der Fondsberatung. Zugleich sind höhere Co-Investitionen an der Seite des Fonds vorgesehen. Durch diesen zweiten Wachstumsimpuls soll der Nettovermögenswert mittelfristig kräftig zulegen und die Mittelzuflüsse aus Veräußerungen werden stabiler sein als bisher.

Geänderte Dividendenpolitik
Beides zusammen erlaube es der DBAG, die Dividendenpolitik "zu verstetigen". Künftig solle eine stabile Dividende gezahlt werden, die - wann immer möglich - erhöht werden solle. Die bisherige Aufteilung in eine Basis- und eine Sonderdividende entfalle. Für das laufende Geschäftsjahr 2015/2016 soll der Dividendenvorschlag mindestens auf der Höhe der Ausschüttung des vergangenen Geschäftsjahres von €1,00 liegen.

Meine Einschätzung
Die DBAG ist sehr erfolgreich als Finanzinvestor unterwegs und durch das Einwerben zusätzlicher Anlegergelder über Beteiligungsfonds erzielt sie Provisionen aus der Fondsberatung und hebelt das von ihr einsetzbare Eigenkapital. Von dem Gewinneinbruch im letzten Quartal sollten sich Anleger nicht beeindrucken lassen, denn dieser war ausschließlich der niedrigeren Börsenbewertung der Beteiligungsunternehmen aufgrund des vorübergehenden Brexit-Kurseinbruchs geschuldet und dürfte inzwischen schon wieder mehr als wettgemacht worden sein. Der seinerzeitige HOMAG-Verkauf hat gezeigt, welche Mittelstandsperlen die DBAG in ihrem Beteiligungsportfolio hat und Anleger sollten sich beruhigt zurücklehnen und den Vorstand einfach weiter machen lassen.

Ich habe die DBAG auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und werde kein Stück hergeben. Im Gegenteil, ich werde tendenziell an schwachen Tagen eher zukaufen.

Börsenweisheit der Woche 33/2016

"Auf mittlere Sicht sind Aktien gegenüber allem, was man so zur Verfügung hat, die bessere Anlage."
(Dr. Jens Erhardt)

Freitag, 12. August 2016

Bei Delignit brummt das Geschäft

Delignit, ein Hersteller ökologischer laubholzbasierter Produkte und Systemlösungen sowie Zulieferer für die Automobil-, Bahn- und Luftfahrtindustrie, hat zwei wichtige Serienlieferverträge im Bereich Automotive abgeschlossen und dabei eine Folgebeauftragung im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge von einem führenden deutschen Fahrzeughersteller gewinnen können. Der Auftrag für das Nachfolgemodell sieht dabei eine Erweiterung gegenüber der bisher angebotenen Ausstattung um Radkästen-Lösungen im Innenraum vor. Für dieses Transportermodell ist eine Laufzeit von zehn Jahren beginnend ab dem Geschäftsjahr 2018 vorgesehen. Im Rahmen einer Neubeauftragung wird die Delignit AG ferner einen führenden deutschen Automobilhersteller an seinem Fertigungsstandort im europäischen Ausland mit weiten Teilen des Delignit Sortiments an Laderaumschutz- Lösungen einschließlich einer speziell entwickelten kunststoffbasierten Seitenwand beliefern. Der OEM-Vertrag hat eine Laufzeit von mehr als zehn Jahren und wird erstmals ab dem Geschäftsjahr 2017 umsatzwirksam.

Bezogen auf das Geschäftsjahr 2018, in dem diese beiden Aufträge erstmals voll umsatzwirksam werden, kann sich ein Umsatzpotential von bis zu €10 Mio. ergeben. Die 76-Prozent-Tochter des ebenfalls börsennotierten Beteiligungsunternehmens MBB wird für die erwartete notwendige Kapazitätserweiterung ein Investitionsprogramm von bis zu €6 Mio. umsetzen. Es wird eine neue innovative Pressentechnologie zum Einsatz kommen, die sowohl Kapazität als auch Effizienz erhöht. Das Programm beinhaltet ferner auch die Erweiterung der CNC-Endbearbeitungskapazitäten und die Anschaffung einer speziellen CNC-Bearbeitungsstraße für Leichtbauprodukte.


 Delignit Ag (Quelle: finanzen.net) 
Jahresprognosen bestätigt
Durch die in den vergangenen Quartalen gewonnenen Neukunden und Vertragsverlängerungen ist die Delignit AG hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung optimistisch. Im Geschäftsjahr 2016 soll der Umsatz weiter steigen und auch für die Folgejahre wird eine Fortsetzung des Umsatzwachstums erwartet. Die Halbjahreszahlen wird das Unternehmen Ende August vorlegen.

Meine Einschätzung
Die zunehmende Begeisterung für Elektroautos bringt das Thema Reichweite immer stärker in den Fokus und die Batteriekapazitäten lassen sich nicht ohne weiteres einfach erhöhen - denn sie kosten viel Gewicht. Gewicht, das man durch den Einsatz laubholzbasierter Teile wieder einsparen kann und hier spielt Delignit ganz vorne mit. Mitte Dezember hatte man sich gleich mehrere Serienaufträge aus der Automobil- und der Bahnbranche gesichert und mit den jetzt erfolgten weiteren langfristigen Aufträgen bestätigt sich dieser Trend. Ich habe Delignit auf meiner Empfehlungsliste und Anleger sollten keine einzige Aktie dieser "Mittelstandsperle" aus der Hand geben.

msg life macht mit ihrer Software der Versicherungsbranche das Leben leichter

Die msg life AG ist ein Softwareunternehmen, das hauptsächlich Versicherungen als Kunden hat. Das Unternehmen ging aus der Fusion der einstigen Neuer Markt-Werte FJA und Cor hervor und hat eine schwierige Zeit hinter sich; Ende 2014 notierte die Aktie noch im Penny-Stock-Bereich unterhalb von €1. Seit 2015 läuft der Turnaround samt neuer Ausrichtung und dieser scheint zu gelingen, jedenfalls deuten die bisherigen Entwicklungen darauf hin. Von den für den 17. August angekündigten Halbjahreszahlen erwarte ich mir mindestens eine Bestätigung der im Februar angehobenen Jahresprognosen für das Geschäftsjahr 2016.

Das Zahlenwerk
Die Zahlen für 2015 deuteten den erfolgreichen Turnaround bereits an. Das EBITDA belief sich auf €8,4 Mio. und der Umsatz stieg auf €108 Mio. nach €104,3 Mio. in 2014. Das EBITDA lag nach 9 Monaten bei €4,9 Mio. und so wurde allein im letzten Quartal €3,5 Mio. EBITDA erwirtschaftet.

Die 2016er-Guidance für das EBITDA wurde nach Vorlage der 3-Monatszahlen auf  €10 bis12 Mio. Euro von zuvor 8,5 bis 10,5 Mio. angehoben und schaut man auf das EBITDA im Q4/2015 erscheint selbst dies durchaus noch konservativ. Anstelle vollmundiger Versprechen, wie in der Vergangenheit durchaus öfter platziert, scheint ein zurückhaltend-realistischer Stil getreten zu sein, was zu begrüßen und im Anlegerinteresse ist. Lieber besser als erwartete Zahlen liefern, als zu enttäuschen und zurückrudern zu müssen.

Geschäftsfelder der msg life AG
Die msg life ist der führende Anbieter von Software, Beratung und Cloud-Lösungen für Lebensversicherer und Altersvorsorgeeinrichtungen. Neben der führenden Marktstellung im deutschen Sprachraum ist die Software von msg life auch weltweit im Einsatz, wo Anwender in mehr als 30 Ländern die msg-Lösungen nutzen, unter anderem auch in den USA und Australien. Die msg life Gruppe mit Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart hat Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Polen, Portugal und den USA beschäftigt weltweit rund 900 Mitarbeiter.

Die Kernkompetenz liegt derzeit im Bereich Lebensversicherungen in Deutschland und der Schweiz, während als neues Standbein Standardsoftware für die Krankenversicherung insbesondere in den USA etabliert wird. In den nächsten Jahren soll der Ausbau des Geschäfts im Bereich Lebensversicherungen im Rest Europas erfolgen und darüber hinaus möchte man sich als Anbieter implementierungsnahen Consultings in Deutschland, der Schweiz und Zentral- und Osteuropa positionieren. Hier konnten zuletzt bereits Erfolge mit UNIQA Asigurari de viata Rumänien und Helvetia Österreich vermeldet werden.

 msg life AG (Quelle: finanzen.net) 
Inzwischen hat man sich in den USA als führender Softwareanbieter für Krankenversicherungen etabliert und in der DACH Region ist man führend bei Lebensversicherungen. Im letzten Jahr konnten mit der Heidelberer Leben und dem US-Versicherer Prudential, für den eine Angebots- und Auftragsplattform im Lebensversicherungsgeschäft eingerichtet werden soll, zwei große Kunden gewonnen werden. Alleine der Prudential-Deal hat einen Auftragswert von rund $5 Mio.

Interessant und potenzialträchtig ist auch die seit mehr als 5 Jahren bestehende erfolgreiche Partnerschaft mit IBM, insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem IBM Kompetenzzentrum in Ehningen. IBM setzt mit "Watson" und seiner Sparte Künstliche Intelligenz zunehmend auf den Bereich der Krankenversorgung.

Ausblick
Das Thema Digitalisierung wird von msg life konsequent vorangetrieben. So hat man 2015 zum einen die Komponente für die Versicherungsmathematik als eine der letzten großen Komponenten auf die moderne JEE Technologie gehoben (“JEE Mathematik”) und die Entwicklung der msg.CuSS Komponente vorgestellt (CuSS = Customer Self Service), mit deren Hilfe Kunden umfangreiche Prozesse selbst steuern und abwickeln können, wie u.a. Anpassungen laufender Verträge oder den Rückkauf von Policen. In diesem neuen Geschäftsfeld wird im Herbst ein erster Vertriebserfolg erwartet, für den eine mündliche Zusage bereits vorliegen soll.

Dividendenausschüttungen kein vordringliches Ziel
Das Management möchte die bestehenden Verlustvorträge bestmöglich nutzen und geht davon aus, dass msg life erst in 2 bis 3 Jahren die Dividendenfähigkeit erreichen wird. Diese Ankündigung gab es in gleicher Form allerdings auch schon auf der Hauptversammlung 2014 und man erkennt daran, dass man das Unternehmen überhaupt nicht als Dividendenwert positionieren will, sondern eher als Wachstumswert. Die Zahlung einer Dividende ist und wird also kein primäres Unternehmensziel.

Meine Einschätzung
Die Versicherungsbranche steht massiv im Gegenwind und gerade erst hat die BaFin vor der sich zuspitzenden Lage bei deutschen Lebensversicherern gewarnt. Aber der Druck steigt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Auf der einen Seite schmälern die historisch niedrigen Zinsen die Erträge und auf der anderen Seite werden die Menschen immer Älter, was sowohl bei den Krankenkosten als auch bei Kapitallebens- und Rentenversicherungen zu immer größeren Problemen führt. Darüber hinaus werden die Regularien stetig strenger, so der Ausweis der wirklich anfallenden Vertriebskosten. Der Druck, Kosten zu sparen, nimmt gewaltig zu und daher wird überall der Rotstift angesetzt, auch beim Personal bzw. dem Außendienst. So will alleine Ergo 2.400 Vollzeitstellen streichen, Personalabbau wurde aber auch von HDI, Talanx, oder Signal Iduna angekündigt. Ergo will im Gegenzug nicht nur eine reine Online-Versicherung an den Markt bringen, sondern auch €1 Mrd. in die Hand nehmen, um "die veraltete Verwaltung und IT auf Vordermann zu bringen". Der Trend zur Digitalisierung in der Finanzbranche eröffnet msg life und anderen einen riesigen Markt und die msg life AG sollte zu den großen Profiteuren gehören.

Ich habe mir daher einige Aktien gegönnt, nachdem der Kurs vom Jahreshoch bei €2,70 wieder auf rund €2,20 zurückgekommen ist, und ich nehme sie auf meine Empfehlungsliste. Auch bei msg life gilt, dass es sich um einen marktengen Nebenwert handelt, der sich (noch) in einer Turnaroundsituation befindet. Ob dieser Turnaround wirklich gelingt, muss sich erst noch beweisen - auch wenn die Zeichen darauf hindeuten. Ein Engagement in Aktien der msg life AG ist eine Turnaround-Spekulation für geduldige Anleger, kein Value Investment im klassischen Sinn. Die Risiken sind entsprechend höher, die Chancen im Erfolgsfall ebenso.

BaFin warnt: Lage bei den Lebensversicherern spitzt sich weiter zu

Ich weiß, ich weiß, es kann niemand mehr hören, dass ich seit Jahren vor der zunehmenden Gefahr bei Lebensversicherern warne und den sich immer weiter verschärfenden Risiken in deren Bilanzen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Aber es nützt ja nichts, auch wenn es euch zu den Ohren herauskommt, die Gefahren sind vorhanden und sie nehmen zu!

Nachdem im letzten Jahr die Ratingagentur Moody's die deutsche Lebensversicherungsbranche als die riskanteste der Welt eingestuft hat, warnte nur wenige Tage später auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), in Deutschland würden Versicherungspleiten drohen. Unterstützt wurde diese Aussage durch eine Untersuchung der Unternehmensberatung Assekurata, die vor einer enormen drohenden Kapitallücke warnte, die die deutsche Lebensversicherungsbranche in den nächsten Jahren überrollen könnte, wenn die Zinsen so niedrig bleiben würden. Da entsprechende Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen seien, müssten die Versicherer seit 2011 eine sog. Zinszusatzreserve aufbauenund um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen diese Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 von bislang gut €21 Milliarden im schlimmsten Fall auf rund €150 Milliarden aufstocken. Doch schon heute zehre die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen und für die Kunden würde die Rendite damit immer unattraktiver werden...

Donnerstag, 11. August 2016

Neuausrichtung: Ernst Russ (H.C.I. Capital) ist auf dem Weg zu neuen Ufern

Die Ernst Russ AG ist vielen Anlegern noch unbekannt und doch ist sie schon seit vielen Jahren an der Börse gelistet, als HCI Capital AG. Unter diesem Namen war sie viele Jahre lang als Asset-Manager, insbesondere für geschlossene Schiffsfonds für Privatanleger unterwegs, bis die mit der Finanzkrise einhergehende Krise der Schifffahrt ihr das Genick brach - und vielen ihrer Anleger, die mit den von HCI Capital aufgelegten Fonds Schiffbruch erlitten.

Doch während die Anleger noch immer mit Problemen ihrer Fonds zu kämpfen haben und versuchen, die damals an den Verkäufen beteiligten Banken und Berater in Regress zu nehmen für die entstandenen Schäden, hat sich die HCI Capital selbst wieder Leben eingehaucht. Nachdem Ende 2015 ein Kapitalschnitt mit anschließender Rekapitalisierung durchgeführt wurden, nahm das Unternehmen mit frischem Geld und neuem Management langsam wieder Fahrt auf.

Januar 2016: Kauf des Assemtmanagers König & Cie
Die HCI Gruppe übernahm zum Jahresanfang 2016 die Anteilsmehrheit an dem Konkurrenten König & Cie. von den bisherigen Investoren Tennenbaum Capital Partners und Delos Shipping, wodurch das Investment- und Assetmanagement unter einem Dach vereinigt und gestärkt werden sollte. Der Erwerb von König & Cie. sei eine strategisch sinnvolle Ergänzung des Leistungsspektrums der HCI Gruppe, die sich als Investment- und Assetmanager mit Schwerpunkt im maritimen Bereich positioniert.

April 2016: Kauf der Hamburger Traditionsreederei Ernst Russ
Im April kaufte HCI Capital dass die bereits seit 1893 bestehende Hamburger Traditionsreederei Ernst Russ und erweiterte so seine eigene Schiffsflotte. Ernst Russ bereedert eine Flotte von sieben Container- sowie vier RoRo-Schiffen und verfügt über unterschiedliche Beteiligungen. Dazu gehören unter anderem Combi Trade, eine internationale Werftenvermittlung, und eine Beteiligung am Befrachtungsmakler Ernst Russ Shipbroker. Durch den Erwerb der Reederei verfügte HCI über rund 40 Schiffe im aktiven Management und über etwa 180 Fondsschiffe, die von Partnerreedern betreut werden. Der Erwerb erfolgte mittels einer Sacheinlage, aufgrund derer das Grundkapital der HCI Capital AG um €6,2 Mio. €32,4 Mio. erhöht wurde.

Mai 2016: Erwerb eine Schiffsportfolios von der HSH Nordbank
Die HCI-Gruppe hat dann im Mai im Zuge einer Portfoliotransaktion gemeinsam mit zwei weiteren Investoren aus dem Aktionärskreis dreizehn Schiffe aus dem Kreditportfolio der HSH Nordbank übernommen. Das Portfolio besteht aus Feeder-Schiffen zwischen 800 und 1.800 TEU mit einem durchschnittlichen Alter von knapp zehn Jahren. HCI Capital hat Anbindung des Portfolios strukturiert und ist selbst mit einem “substantiellen Anteil” beteiligt und im Zuge der Portfolio-Transaktion wurde die bestehende Finanzierung teilweise von der Deutschen Bank abgelöst. Das technische Schiffsmanagement wird durch die HCI-Gruppe in ihrer Eigenschaft als Generalbereederer an drei Adressen innerhalb des norddeutschen maritimen Clusters vergeben, während das kommerzielle Management der Schiffe über HCI gesteuert wird und durch Partner des Unternehmens erfolgt.

Juli 2016: Kauf des Immobilienfonds-Anbieter Westfonds
Und im Juli übernahm HCI Capital die Mehrheit der Anteile an der Westfonds Immobilien-Anlagegesellschaft von der Erste Abwicklungsanstalt AöR (EAA), der Rechtsnachfolgerin der WestLB. Westfonds betreut aktuell rund 12.000 Anleger in insgesamt 17 Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund €540 Mio.. Dazu gehören 12 überwiegend im Inland investierte Immobilienfonds mit fünfzehn Büro- und Hotelobjekten. Mit dem Kauf von West-Fonds will HCI Capital ihre Immobilienaktivitäten erweitern. Die Transaktion wurde maßgeblich durch die von Matthias Voss geführte Assetando Real Estate begleitet, die zukünftig auch die vollumfängliche Betreuung der Immobilienfonds der West-Fonds übernehmen wird. Die Assetando Real Estate wurde Anfang des Jahres 2016 als zentrale Immobilieneinheit gegründet und bündelt sämtliche Immobilienaktivitäten der zukünftigen Ernst Russ Gruppe, zu der inzwischen auch die Immobilienfondsbestände des Fondshauses König & Cie. zählen. Das Unternehmen betreut bereits bisher Immobilieninvestments mit einem zu managenden Eigenkapital von rund €350 Mio.


 Ernst Russ AG (Quelle: finanzen.net) 
HCI Capital heißt nun Ernst Russ
Aber die Neuausrichtung der HCI Capital erstreckt sich nicht nur über Kapitalmaßnahmen und Zukäufe bzw. Sacheinbringungen. Die Hauptversammlung hatte beschlossen, den Namen des Unternehmens in Ernst Russ AG zu ändern und so die Neuausrichtung zu unterstreichen. "Dieser neue Name baut auf einer langen hanseatischen Tradition auf und verdeutlicht, wo wir unsere Basis sehen: in Qualität und Zuverlässigkeit. Er verdeutlicht den Aufbruch, in dem wir uns mit unserem neuen Geschäftsmodell als ‘One-Stop’-Shop entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Asset- und Investment-Management befinden”, so Vorstandssprecher Jens Mahnke.

2015er Geschäftszahlen deuten den Turnaround bereits an
Bereits Ende April hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass man im Geschäftsjahr 2015 ein positives Konzernergebnis von €1 Mio. erzielt habe, nach €0,1 Mio. im Vorjahr. Das Betriebsergebnis ging von €3 Mio. auf €1,6 Mio. zurück. Die Umsatzerlöse konnten um €1 Mio. auf €20,7 Mio. erhöht werden, während sich investitionsbedingt die liquiden Mittel von €20,3 Mio. auf €12,8 Mio. verringerten. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 34,9 Prozent auf 35,3 Prozent.

Neuausrichtung wird sich erst in den 2016er Zahlen richtig niederschlagen
Im Geschäftsjahr 2015 habe man den Wandel zum Asset- und Investmentmanager mit Betonung auf den Bereich Schifffahrt vollzogen. Nach dem Kauf zweier Treuhandgesellschaften zu Beginn des Jahres 2015 sei der Bereich Investmentmanagement insbesondere durch den Anfang 2016 erfolgten Erwerb von König & Cie. gestärkt worden und durch den Kauf der Reederei Ernst Russ, wurde der Schifffahrtsbereich erheblich ausgebaut.

Die Selbstdarstellung des Unternehmens liest sich so:
»Die Ernst Russ AG ist ein börsengehandelter Asset- und Investmentmanager mit maritimem Schwerpunkt. Wir managen eine Flotte von rund 50 Container-, Tanker- sowie Bulkschiffen, betreuen weitere 180 Fondsschiffe und verwalten als Asset-Manager Objekte u.a. aus den Bereichen Schifffahrt, Immobilien, Erneuerbare Energien und Private Equity.
Zu unserem Geschäft gehören außerdem Treuhanddienstleistungen, eine vollzugelassene Service-KVG sowie die Konzeption und Realisierung von Alternativen Investment Funds. Die Unternehmen der Ernst Russ AG verwalten aktuell ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 7,5 Mrd. Euro in mehr als 200 laufenden Fonds – vor allem in den Bereichen Schiff, Immobilien und Energie. 
Die Ernst Russ AG ist 2016 aus dem Zusammenschluss der HCI Capital AG, der König & Cie. Gruppe und der Traditionsreederei Ernst Russ entstanden und vereint das Wissen und Können aus über 120 Jahren Erfahrung in den Bereichen Schifffahrt sowie Asset- und Investment-Management.«
Meine Einschätzung
Ich hatte ja bereits Mitte Mai angekündigt, mich verstärkt im Bereich deutscher Nebenwerte und insbesondere in der Sparte "alternative Assets" zu engagieren, auch bei Turnaroundwerten aus der Schifffahrtsbranche. Dabei habe ich mit Patrizia Immobilien und Publity nach meiner Alt-Empfehlung WCM zwei weitere Immobilienwerte aufgegriffen, mit Lloyd Fonds und MPC Capital zwei Asset-Manager aus der Immobilien- und Schifffahrtsbranche sowie mit Softship einen maritimen Software-Dienstleister. Und ich hatte mir zu knapp €0,80 eine Einsteigerposition in HCI Capital gegönnt, die ich im Zuge der positiven Unternehmensnachrichten hinsichtlich der Neuausrichtung ausgebaut habe. Nachdem das Unternehmen nun Ernst Russ heißt und das Management die Neuausrichtung nicht nur verbal, sondern vor allem durch Taten angeht, habe ich die Ernst Russ AG nach Verlassen des Pennystock-Terrains und Durchbrechen der 1-Euro-Marke auch auf meine Empfehlungsliste genommen.

Dabei sollten Anleger beachten, dass es sich um einen marktengen Titel handelt, der sich in einer Umbruch- und Turnaroundsituation befindet. Man benötigt auch hier einen langen Atem und entsprechende Geduld sowie eine gewisse Risikobereitschaft. Denn die Schifffahrtsbranche ist noch immer von Überkapazitäten und Preisdruck bei den Frachtraten gekennzeichnet und ob der Turnaround wirklich gelingt, wird sich erst noch zeigen. Ein Engagement in Aktien der Ernst Russ AG ist eine Turnaround-Spekulation, kein Value Investment im klassischen Sinn. Die Risiken sind entsprechend höher, die Chancen im Erfolgsfall ebenso.

Mittwoch, 10. August 2016

Deutsche Rohstoff AG gibt in den USA weiter mächtig Gas. Und Öl...

Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) kann einen weiteren Erfolg vermelden und hat sich signifikante zusätzliche Flächen im prospektiven westlichen Teil des Denver Julesberg Becken in Colorado für die Öl- und Gasentwicklung gesichert. Ein entsprechender Vertrag wurde mit einem privaten Öl- und Gasunternehmen aus Colorado unterzeichnet. Der Vertrag bezieht sich auf rund 1.500 netto acres (607 Hektar), die sich relativ konzentriert unweit von den anderen Flächen von Cub Creek (CCE), einer DRAG-Tochter, befinden.

Der bisherige Eigentümer erhält eine Umsatzbeteiligung, die erst mit Produktionsbeginn anfällt so dass wie bei fast allen anderen Flächen von CCE auch bei Vertragsabschluss keine Zahlungen geleistet werden müssen. CCE erwartet nach ersten Planungen, auf den neuen Flächen bis zu 50 Horizontalbohrungen mit je zwei Meilen Länge abteufen zu können. Die endgültige Anzahl hängt von den verfügbaren Bohrplätzen und den weiteren geologischen Untersuchungen ab. Beides zusammen wird die endgültige Anzahl der betriebswirtschaftlich sinnvollen Bohrungen bestimmen. Cub Creek wird kurzfristig mit den entsprechenden genehmigungsseitigen und technischen Vorbereitungen beginnen, um die Flächen zu entwickeln.

 Deutsche Rohstoff AG (Quelle: finanzen.net) 
Bohrprogramm läuft
Kürzlich hatten die beiden Explorationstöchter der DRAG ihr Bohrprogramm aufgenommen  und der Produktionsbeginn soll im September oder Oktober erfolgen. Das Gesamtinvestitionsvolumen von CCE wird sich auf rund $45 Mio. belaufen, der Anteil ("Working Interest") von CCE an den Bohrungen wird bei nahezu 100% im Falle von Vail und mindestens 75% im Falle von Markham liegen. Beide Bohrplätze liegen in einem Gebiet, in dem CCE über detaillierte geologische Kenntnisse und Bohrerfahrung verfügt. Sie liegen nur wenige Meilen südlich des früheren Tekton Energy-Projekts und des Magpie-Gebietes, in dem Elster Oil & Gas (EOG) aktiv ist. EOG, an der die Deutsche Rohstoff zu 93% beteiligt ist, ist derzeit an sechs neuen Horizontalbohrungen im Magpie-Gebiet beteiligt. Diese Bohrungen sind inzwischen fertiggestellt und nehmen im 3. Quartal 2016 die Produktion auf. Dabei kommt der DRAG und ihren Töchtern der gestiegene Ölpreis entgegen, der bei vergleichsweise niedrigen Bohr- und Förderkosten höhere Gewinne verspricht. Hinzu kommt, dass die DRAG beim Verkauf der damaligen Tochter Tekton in den USA hohe Steuern auf den Verkaufserlös von annähernd $200 Mio. zahlen musste, die jedoch bei neuen Förderprogrammen zum Großteil wieder erstattet werden. Hierbei geht es um einen zweistelligen Millionenbetrag, den die DRAG "spart" und der dazu führt, dass man auch unterhalb von 40 je Barrel (WTI) "richtig Geld verdient", wie DRAG-CEO Thomas Gutschlag es ausdrückte.

Deutlich höherer Reserven als vermutet
Neben den neuen Flächen, schlummern auch unter den bereits akquirierten Gebieten mehr Potenziale als vermutet. Denn im Juni legten CCE und EOG ein aktualisiertes Reservengutachten vor, wonach sich die Öl & Gas Reserven der beiden Firmen seit Dezember 2015 um 84% erhöht haben. Ursächlich hierfür sind vor allem zahlreiche weitere Bohrplätze von CCE, die nun Teil des Reservengutachtens sind. Zusammengefasst ergeben die Reservengutachten eine nachgewiesene Reserve von 10,07 Mio. BOE (Barrel of Oil Equivalent) und eine wahrscheinliche Reserve von 12,55 Mio. BOE.

Meine Einschätzung
Nachdem die DRAG kürzlich ihre bestehende Mittelstandsanleihe teilweise durch eine deutlich niedriger verzinste Anleihe ersetzt hatte, investiert sie die frischen Gelder gleich in aussichtsreiche Projekte. Die DRAG ist vermutlich eine der sichersten Möglichkeiten, von allgemein steigenden Rohstoffpreisen zu profitieren und insbesondere von einem Wiedererstarken des Ölpreises. Aufgrund der hohen Cash-Reserven ist man nicht darauf angewiesen, windige Finanzierungen in Anspruch zu nehmen, sondern kann sich solide finanzieren. Auch bei einem Ölpreis von $35 schreibt man keine Verluste, hat also beim aktuellen Ölpreis von rund $45 einen Sicherheitspuffer von knapp 30%. Und jeder Dollar über $35 spült der DRAG Gewinne in die Kasse, jedenfalls sobald die Förderung beginnt. Das soll im Herbst der Fall sein und dann kann auch der Ölpreis gerne weiter steigen und so die Gewinne der DRAG explodieren lassen. Und spätestens dann dürfte auch der Aktienkurs wieder richtig zünden und seine Potenziale ausspielen. Vielleicht sogar bis an die alten Höchststände aus "guten, alten Tekton-Zeiten", was einer glatten Kursverdopplung gleichkäme.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 9. August 2016

Patrizia kann im ersten Halbjahr kräftig punkten

Die Patrizia Immobilen AG hat sich von einem Immobilien-Bestandsunternehmen zu einem bankenunabhängigen Immobilien-Investmenthaus gewandelt. Dabei deckt man den gesamten Immobilien-Lebenszyklus ab und bietet den Kunden ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen rund um Wohnimmobilien. Patrizia bietet Akquisition & Consulting, Asset Management, Wohnungsprivatisierung, Immobilienmanagement, Projektentwicklung, Bautechnik und Sales. Zu den Kunden gehören institutionelle Investoren, gewerbliche und private Anleger sowie Selbstnutzer.

Nachdem Patrizia zu den Börsenlieblingen 2015 gehörte, konsolidiert der Kurs seit Jahresbeginn zwischen €20 und €25, doch gut möglich, dass nun der Ausbruch aus diesem Korridor gelingt. Denn die vorgelegten Zahlen zum ersten Halbjahr 2016 können sich sehen lassen.

Insgesamt wurden europaweit Immobilientransaktionen im Volumen von €2,8 Mrd. getätigt. Dabei konnten Immobilien für €1,5 Mrd. angekauft werden, während Verkäufe im Volumen von 1,3 Mrd. getätigt wurden, darunter auch das sogenannte Harald-Portfolio mit rund 13.500 Wohnungen und einem Volumen von €1,0 Mrd., das nun ergebniswirksam geworden ist. Das operative Ergebnis hat sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf €231,8 Mio. vervielfacht. Doch auch ohne die Harald-Transaktion wurde das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2016 um mehr als 90 Prozent auf €23,8 Mio. gesteigert, im Vergleich zu €12,5 Mio. im ersten Halbjahr 2015. Erfreulich ist dabei insbesondere der Anstieg der Dienstleistungseinnahmen aus der Betreuung der Immobilieninvestments, die sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um mehr als 34 Prozent auf €73,1 Mio. erhöhten.


 Patrizia Immobilien (Quelle: finanzen.net) 
Assets under Management (AUM) legen kräftig zu
Neben dem deutlich gestiegenen Transaktionsvolumen nimmt auch das Wachstum des betreuten Immobilienvermögens weiter zu. Dabei spielt Patrizia das Niedrigzinsumfeld immer stärker in die Hände, da immer mehr Anleger, gerade auch institutionelle, händeringend nach rentierlichen Investitionsmöglichkeiten suchen und auf Spezialisten wie Patrizia angewiesen sind. Und so konnten bei institutionellen und privaten Investoren mehr als €900 Mio. Eigenkapital für Investitionen eingeworben werden und damit mehr als doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2015. Insgesamt erhöhte sich das betreute Immobilienvermögen zum 30. Juni 2016 auf €17,2 Mrd. nach €16,6 Mrd. Ende 2015.

Im Fokus des ersten Halbjahres stand einmal mehr die Expansion des internationalen Geschäfts. So konnte Patrizia unter anderem im Januar mit einem der größten britischen Pensionsfonds den Bau eines Bürogebäudes in Manchester vereinbaren und im März gelang es, den bekannten Astro Tower in Brüssel für ein koreanisches Konsortium zu übernehmen. Ebenfalls im März wurde für einen der größten deutschen institutionellen Investoren ein Wohnungsportfolio in den Niederlanden mit 1.275 Wohnungen erworben und in London konnte im Juni zudem ein Entwicklungsprojekt für die Realisierung von rund 200 Wohneinheiten gekauft werden. Daneben gab es Immobilienankäufe in Dänemark, Irland und Spanien.

Jahresprognosen werden bestätigt
Vor dem Hintergrund der starken operativen Entwicklung im ersten Halbjahr 2016 bekräftigt Patrizia die Prognose für das Gesamtjahr 2016. Demnach ist geplant, das betreute Immobilienvermögen um €2,0 Mrd. auf €18,6 Mrd. zu erhöhen und das operative Ergebnis soll mindestens €250 Mio. betragen, nach €155 Mio. im Geschäftsjahr 2015.

Zudem werden die europäischen Aktivitäten weiter ausgebaut, wobei bereits ein Drittel der AUM mittlerweile außerhalb Deutschlands liegt und inzwischen über 200 institutionelle Investoren, wie Sparkassen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Staatsfonds oder Versicherungen über Patrizia in Immobilien investiert sind.

Meine Einschätzung
Patrizia ist hervorragend positioniert und dürfte auch künftig stark davon profitieren, dass die Niedrigstzinsen keine attraktiven Renditen für Geldanlagen mehr bringen und Anleger auf andere Anlagen ausweichen müssen. Der anstehende Brexit und der seit dem Votum massiv einbrechende britische Immobilienmarkt verlagern Anlegergelder in dieser Asset-Klasse weg von den britischen Inseln hin zu den Metropolen Kontinentaleuropas und hier insbesondere in den sicheren Hafen Deutschland. Die angespannte Lage am heimischen Immobilienmarkt bei gleichzeitig günstigen Ko-Finanzierungsmöglichkeiten über Kredite birgt enormes Potenzial für das Geschäft von Patrizia und die Konsolidierungsphase des Aktienkurses sollte bald vorüber sein und Anleger wieder viel Freude an ihrem Investment haben. Demnächst steht zudem noch die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 10:1 an.

Patrizia befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 8. August 2016

Squeeze-outs: Birgt das Scherzer-Portfolio unerkannte Millionenpotenziale?

Die Nebenwerte-Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co. habe ich schon seit gut drei Jahren auf meiner Empfehlungsliste und mit knapp 48% Performance hat sie sich in dieser Zeit ganz passabel geschlagen und konnte nach einer längeren Konsolidierungsphase endlich die Marke von €1,75 nachhaltig überwinden.

Der von der Gesellschaft jeweils zum Monatsende veröffentlichte Net-Asset-Value (NAV) notiert per Ende Juli bei €1,96 und damit gute 5% oberhalb des aktuellen Börsenkurses von €1,85. Und hier könnte noch beträchtliches Potenzial schlummern...

Das aktuelle Scherzer-Portfolio
Die zehn größten Aktienpositionen der Gesellschaft zum 31. Juli 2016 nach Positionsgröße geordnet sind:

  • GK Software AG,
  • W&W Wüstenrot und Württembergische AG,
  • freenet AG,
  • Lotto24 AG,
  • Mobotix AG,
  • Allerthal-Werke AG,
  • Data Modul AG,
  • MAN SE (Vorzüge),
  • Pfeiffer Vacuum AG,
  • Manz AG.

Scherzer & Co. hat die Mehrheit an der Horus AG übernommen
Daneben gibt es bei einer kleinen, unbeachteten Beteiligung Interessantes zu vermelden, der börsennotierten Horus AG. Diese ist wie Scherzer & Co. selbst ein Beteiligungsunternehmen mit Fokus auf Value Investments. Mit einer Marktkapitalisierung von gerade einmal knapp über €3 Mio. spielt sie natürlich in einer viel niedrigeren Liga als Scherzer & Co. Interessant ist dieses Investment deshalb, weil Horus ihren NAV zum Halbjahr 2016 mit €1,42 je Aktie ausweist, der Aktienkurs aber um die €1,20 pendelt, also mit einem Abschlag von gut 15%. Für Scherzer & Co. ist dies beachtlich, weil man seinen Horus-Anteil durch Übernahme des von der Allerthal-Werke AG gehaltenen Pakets und durch ergänzende Zukäufe mittlerweile auf einen Anteil von 76% ausgebaut hat. Dies gab Horus-Aufsichtsratsmitglied Dr. Georg Issels, auch Vorstand von Scherzer & Co., auf der Horus-Hauptversammlung Ende Juli bekannt. Hier schlummert also noch einiges an Potenzial und vielleicht wird es irgendwann eine Komplettübernahme von Horus durch Scherzer & Co. geben. Das wäre mal eine Squeeze-out-Spekulation mit anderen Vorzeichen...

Halbjahresergebnis
Das erste Halbjahr 2016 wurde nach vorläufigen Zahlen mit einem Verlust abgeschlossen. So liegt das Halbjahresergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei €-1,10 Mio. (+€3,54 Mio.) und das Ergebnis vor Steuern (EBT) beträgt -€1,13 Mio. (+€3,46 Mio. ). Zum Ergebnis des ersten Halbjahres trugen im Wesentlichen die realisierten Kursgewinne von €0,91 Mio. sowie Zuschreibungen in Höhe von €0,52 Mio. bei. Das Ergebnis aus Stillhaltergeschäften lag bei €0,71 Mio und es wurden Dividenden in Höhe von €1,18 Mio. vereinnahmt. Dem gegenüber standen stichtagsbedingte Abschreibungen in Höhe von €3,53 Mio. und der Zinssaldo betrug -€0,03 Mio., während der betriebliche Aufwand bei €0,92 Mio. lag.

Dieses Ergebnis ruft auf den ersten Blick natürlich keine Begeisterungsstürme hervor, allerdings gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Denn größere Gewinne fährt Scherzer & Co. immer dann ein, wenn man eine Beteiligung wieder auflöst, ggf. bei einer Firmenübernahme. Unterjährig gibt es ansonsten eher nur kursbezogene Zu- oder Abschreibungen. Und zum Stichtag der Halbjahreszahlen , dem 30. Juni, taumelten die Börsenkurse infolge des Brexit-Votums, während sie sich inzwischen wieder gefangen haben und neuen Höchstständen entgegenstreben. Für die Bewertung einer solchen Beteiligungsgesellschaft wie Scherzer & Co. ist es daher sinnvoll, anstelle auf das Jahresergebnis und das daraus resultierende KGV lieber auf die Entwicklung des NAV abzustellen, also des Nettovermögenswertes.

Und das versuchen wir dann mal, denn neben dem von Scherzer & Co. selbst monatlich ausgewiesenen NAV gibt es noch einige weitere Besonderheiten zu berücksichtigen, die den Scherzer-NAV-Ansatz sogar noch konservativer erscheinen lassen könnten, als er es nach HGB-Regeln ohnehin schon ist.

Hoher Verkaufserlös winkt
Scherzer & Co. hat Ende Juli einen Vertrag zur Veräußerung ihrer Beteiligung an der FIDOR-Bank AG unterzeichnet. Dieser Vertrag steht noch unter einer Reihe von aufschiebenden Bedingungen; Scherzer & Co jedoch geht davon aus, dass der Vollzug der Vereinbarung nach Eintritt der aufschiebenden Bedingungen im vierten Quartal 2016 erfolgen wird. Dies wird bei der Scherzer & Co. AG zu einem zahlungswirksamen Ertrag in Höhe von ca. €2,9 Mio. vor Steuern führen und so den Nettoinventarwert (NAV) um ca. €0,10 je Aktie erhöhen, also um mehr als 5%.

 Scherzer & Co. AG (Quelle: finanzen.net) 
Eine Schatztruhe voller Nachbesserungsrechte
Und damit kommen wir zu den interessanteren Perspektiven. Denn neben den reinen Beteiligungswerten verfügt Scherzer & Co. auch über eine größere Anzahl an sog. Nachbesserungsrechten. Diese entstehen, wenn bei Firmenübernahmen der neue Mehrheitsaktionär die verbliebenen Minderheitsaktionäre herausdrängt, also einen Squeeze-out durchführt. Wie sich bei Squeeze-outs mit langem Atem sicher Geld verdienen lässt, habe ich bereits vor einiger Zeit erläutert, und Scherzer & Co. ist in diesem Bereich sehr aktiv - und ziemlich erfolgreich.

Wert der Nachbesserungsrechte etwa €0,40 je Scherzer-Aktie
Die Scherzer & Co. AG besitzt per Ende Juli 2016 Nachbesserungsrechte (Abfindungsergänzungsansprüche) entsprechend eines Andienungsvolumens von €95,5 Mio. Je Aktie ergibt dies ein Andienungsvolumen von €3,19. Rechnet man nur mit den zuletzt durchschnittlichen erzielten 12,5% als Nachbesserungsrendite, würden sich diese mit immerhin €0,40 je Scherzer-Aktie niederschlagen. Hierbei handelt es sich um potenzielle Ansprüche, die sich aus der Durchführung von gerichtlichen Spruchstellenverfahren im Nachgang von Strukturmaßnahmen von Aktiengesellschaften ergeben. Nun werden nicht alle geltend gemachten Ansprüche zu Geld, denn nicht selten geht man im Spruchstellenverfahren leer aus. Manchmal gelingen aber auch spektakuläre Nachbesserungen, wie z.B. bei der Bayer-Schering-Übernahme. Und dann klingelt die Kasse richtig.

Allerthal-Werke AG und RM Rheiner Managament AG
Mitte Juli fand die Hauptversammlung der Allerthal-Werke AG statt, einem Unternehmen, das die gleiche Strategie fährt wie Scherzer & Co., und an dem Scherzer rund 23% der Anteile hält bzw. fast 300.000 Aktien. Daher kommt man nicht nur in den Genuss der Rekorddividenden von €1,15 je Aktie (Vorjahr: €0,50), sondern man hat auch Teil am hohen Bestand an Andienungsrechten, die die Allerthal-Werke AG selbst angesammelt hat. Und ähnlich verhält es sich mit der RM Rheiner Management AG, an der Scherzer & Co. knapp 30% hält.

Weshalb ich gerade auf diesen Punkt so abstelle, hat einen Grund. Der ausführliche Allerthal-HV-Bericht von GSC-Research birgt interessante Informationen, auch für Scherzer-Aktionäre.

»Das bestehende Nachbesserungsportfolio (der Allerthal-Werke AG) enthält zudem weitere interessante Chancen. In den vergangenen Wochen hat ein Gutachten in der AXA Konzern-Spruchstelle im Markt für Fantasie gesorgt, da der gerichtliche Gutachter eine Nachbesserung um 90 Euro ermittelt hat. Auch wenn ein Gutachten noch lange keine endgültige und rechtskräftige Entscheidung darstellt, zeigen sich die erheblichen Chancen aus diesem Geschäftsmodell. Wenn es klappen würde, könnte sich Allerthal über einen Zufluss von 10,2 Mio. Euro oder über 8 Euro je (Allerthal-)Aktie freuen. Die vom Vorstand gegebene Einschätzung des NAV zuzüglich der Chancen aus den Nachbesserungsrechten gibt einen guten Überblick über den möglichen Wert, die Bandbreite des NAV bewegt sich somit zwischen 16,31 Euro ohne jede weitere Nachbesserung bis hin zu 23,19 Euro für den Fall einer durchschnittlichen Rendite von 21 Prozent.«

Doch ist Scherzer & Co. nicht nur indirekt über die Allerthal-Werke am AXA-Squeeze-out beteiligt und über die RM Rheiner Management AG, sondern auch direkt über eigene Andienungsrechte. So weist Scherzer & Co. per Ende April 2015 als größte Positionen im Nachbesserungsvolumen die AXA Konzern Stämme und Vorzüge aus dem Squeeze-out im Volumen von €18,8 Mio. bzw. €6,8 Mio. aus.

AXA-Potenzial von €0,55 je Scherzer-Aktie
Hieraus ergibt sich für die Scherzer-Andienungsrechte folgende Rechnung: Im Spruchverfahren vor dem Landgericht Köln zwischen ehemaligen Aktionären der AXA Konzern AG und der AXA S.A. kommt der gerichtlich bestellte Sachverständige in seinem Gutachten zu einem Unternehmenswert in Höhe von €7,425 Mrd., was €237,74 je Stammaktie bzw. €238,77 je Vorzugsaktie entspricht. AXA selbst hatte die Barabfindung für die Stammaktien von Minderheitsaktionären auf €144,68 und für die Vorzugsaktien auf €146,24 festgesetzt.

Scherzer hätte also rund 130.000 Stammaktien und 46.500 Vorzugsaktien angedient und somit ergäben sich €12.097.800 und €4.375.185, zusammen also knapp €16,5 Mio. an Nachbesserungsansprüchen. Bei ausgegebenen 29,94 Mio. Aktien der Scherzer & Co. AG würde dies je Aktie €0,55 ausmachen!

Das kumulierte NAV-Potenzial je Scherzer-Aktie
Addieren wir die einzelnen Beträge, ergäbe sich aus den Überlegungen

   €1,96 aktueller NAV per 31.07.2016
+ €0,10 aus dem FIDOR-Verkauf
+ €0,55 aus der AXA-Nachbesserung
+ €0,33 aus weiteren Andienungsrechten (ohne AXA bleiben €79 Mio. oder €2,64 je Aktie zu 12,5%)

ein Potenzial-NAV von €2,94. Dieser steht einem aktuellen Aktienkurs von €1,85 gegenüber und somit notiert die Aktie momentan mit einem 59-prozentigem Abschlag zu ihrem Potenzial-NAV.

Berücksichtigt man dann noch die beträchtlichen Aktienpakete der Scherzer & Co. AG an der Allerthal-Werke AG, der Rheiner Management AG und der Horus AG, die ebenfalls von einer AXA-Nachbesserung profitieren würden, schlummern hier noch zusätzliche NAV-Potenziale, die sich bei diesen Beteiligungen in höheren NAV-Bewertungen und Aktienkursen auswirken würden und somit in der Folge in einem noch weiter erhöhten NAV des Scherzer-Portfolios. Inkl. dieser Aktienpakete dürfte der wahre Wert der Scherzer-Aktien bei über €3 liegen!

Meine Einschätzung
Sollte sich hier auch nur ein Teilbetrag der gutachterlich festgestellten Nachbesserungen von mehr als €90 je AXA-Aktie realisieren lassen, hätte dies erheblich positive Auswirkungen auf den NAV der Scherzer-Aktien. Mit entsprechend treibenden Auswirkungen auf den Aktienkurs.

Bis dahin wird allerdings noch einige Zeit vergehen und auch die endgültige Höhe steht noch nicht fest. Auf jeden Fall können mutige Anleger mit Geduld und mittel- bis langfristigem Anlagehorizont sich hier aussichtsreich positionieren und in aller Ruhe auf den großen Geldregen warten. Und in der Zwischenzeit auf das Können der Scherzer-Verantwortlichen um Dr. Issels vertrauen, die immer wieder belegen, dass sie attraktive Chancen im deutschen Nebenwerte-Segment aufzutun fähig sind. Und noch viele weitere potenziell höchst-lukrative Andienungsrechte in ihrer Schatztruhe haben. Ich habe jedenfalls meine Scherzer-Position ausgebaut und da die Aktien aktuell sogar noch unterhalb des ausgewiesenen NAVs notieren (im Gegensatz zu denen der Allerthal-Werke und von Rheiner Management), bleibt die Scherzer-Aktie für mich die erste Wahl. Denn, wie Warren Buffett es ausdrückte, man wird reich, indem man den Dollar für 50 Cents kauft. Und deshalb kaufe ich die Aktien von Scherzer & Co.


_______________________________
ERGÄNZUNG VOM 01.09.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €1,99 je Aktie per Ende August und damit eine Steigerung um €0,03 gegenüber dem Wert von Ende Juli. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Im Umfeld solider Zahlen nutzte Scherzer & Co. Kursrückgänge bei freenet zum weiteren Ausbau ihrer Beteiligung und bei InVision wurde die Position aufgestockt nach guten Halbjahreszahlen mit einer Verdopplung des EBIT.


_______________________________
ERGÄNZUNG VOM 04.10.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €2,04 je Aktie per Ende September und damit eine Steigerung um €0,05 gegenüber dem Wert von Ende August. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Ausgebaut wurden insbesondere die Beteiligungen an freenet und InVision, bei der man die meldepflichtige 3-Prozent-Schwelle überschritt.


_______________________________
ERGÄNZUNG VOM 02.11.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €2,08 je Aktie per Ende Oktober und damit eine Steigerung um €0,04 gegenüber dem Wert von Ende September. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Bei der Strabag AG wird ein umwandlungsrechtlicher Squeeze-out durchgeführt; Scherzer & Co. hat hier weitere Zukäufe getätigt. Bei der Constantin Medien AG gibt es eine Auseinandersetzung über die zukünftige Strategie der Gesellschaft; Scherzer & Co. hat im Umfeld der Hauptversammlung am 9. November eine Position erworben. Die Scherzer & Co. AG hat begonnen, in der ertrags- und substanzstarken Audi AG eine Beteiligung aufzubauen. Weiter ausgebaut wurden die Beteiligungen an der freenet AG und der Schweizer Sunrise Communications AG.


_______________________________
ERGÄNZUNG VOM 02.12.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €2,08 je Aktie per Ende November und damit keine Veränderung gegenüber dem Wert von Ende Oktober. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Trotz kurzfristiger Probleme bei der Leoni AG sieht Scherzer & Co. mittelfristig gute Aussichten auf einen Turnaround und nutzte das Kursniveau zum Aufbau einer Position. Bei der Invision AG, die vor einer großen Vertriebsoffensive steht, hat Scherzer & Co. das attraktive Kursniveau genutzt, um die Beteiligung weiter auszubauen, während der Bestand an Aktien der Manz AG vollständig veräußert wurde.

Novo Nordisk: Den Insulin-Weltmarktführer bei diesen Diät-Kursen kaufen?

Der weltgrößte Insulinhersteller, die dänische Novo Nordisk, musste am Freitag einen zweistelligen Kurseinbruch hinnehmen, nachdem das Unternehmen seine Prognosen für das laufende Jahr leicht gesenkt hatte. Für langfristig orientierte Anleger dürfte der Kurseinbruch eine Chance bieten, sich vergleichsweise günstig in ein Top-Unternehmen in einem wachsenden Markt einzukaufen.

Der Insulinmarkt
Weltweit leiden mehr als 350 Mio. Menschen an Diabetes, Tendenz steigend. Denn immer mehr Menschen leiden unter Fettleibigkeit und Übergewicht und insbesondere in den aufstrebenden Staaten Indien und China nehmen diese Wohlstandskrankheiten rasant zu. Dabei sind rund 90% der Kranken vom nach wie vor unheilbaren Diabetes Typ II betroffen und benötigen regelmäßige Insulinzufuhren. In diesem Markt erzielt Novo Nordisk etwa 80% seiner Umsatzerlöse und ist Weltmarktführer.

Eine sehr lesenswerte Darstellung zu Wirkweise und Markt der Insulinprodukte gibt P. Tschischik in seinem Blog "seekingvalue.de".

Halbjahreszahlen "in line"
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 54,671 Mrd. dänische Kronen (€5,75 Mrd.), während der operative Gewinn um 6 Prozent auf 24,80 Mrd. Kronen fiel. Ein Jahr zuvor hatte allerdings der Börsengang einer Sparte das Ergebnis nach oben getrieben und die Zahlen lagen auf Höhe der Analysten-Erwartungen.

Börsenweisheit der Woche 32/2016

"Es ist besser, ein hervorragendes Unternehmen zu einem guten Preis zu kaufen, als ein gutes Unternehmen zu einem hervorragenden Preis."
(Warren Buffett)

Montag, 1. August 2016

Börsenweisheit der Woche 31/2016

"Euphorie und Panik sind die schlechtesten Ratgeber bei Geldanlagen."
(Roland Leuschel)