Donnerstag, 11. April 2019

Mein Investor-Update mit Amazon, Cisco, Funkwerk, MasterCard, MBB, Microsoft, PayPal, Xylem und dem High-Tech Stock Picking-Wiki

Investor-Update zum Ende des 1. Quartals 2019

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende des Quartals auf die Entwicklungen in den vergangenen Monaten zurück und gebe aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben.

Darüber hinaus beschäftige ich mich auch mit Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden. Des Weiteren berichte ich über die Gewichtung der größten Werte in meinem Investmentdepot und in meinem Dividendendepot.

Die größten Positionen in meinem Investmentdepot waren Ende März PayPal, MasterCard, Amazon, Cisco Systems, MBB, Xylem, Microsoft, Funkwerk sowie das High-Tech Stock Picking Wiki von Stefan Waldhauser. Und damit gab es durchaus einige wesentliche Veränderungen, die nicht alleine auf die heftigen Schwankungen der Börsenkurse zurückzuführen sind...


"Investor-Update reloaded" - Ausgabe 3

Heute "beglücke" ich euch mit der dritten Ausgabe des "Investor-Update reloaded" und hoffe, dass ihr euch inzwischen an diese Form gewöhnt habt. Sie macht mir jedes Mal viel Arbeit, aber auch eine Menge Spaß, das muss ich zugeben. Und ich nehme eure zahlreichen Kommentare und Anregungen durchaus ernst und baue sie ggf. auch ein. So kam meine Ankündigung, mich künftig anstelle von sieben nur noch auf meine fünf TOP-Werte zu beschränken nicht so gut an, daher sind es nun neun. "Kompromiss" eben... ツ

Auf der anderen Seite reduziere ich beim Blick auf mein Dividendendepot. Nicht, weil ich die Werte (sind ja ausschließlich BDCs) nicht mehr spannend finde oder die Dividendenstrategie an sich, aber es geht in den Investor-Updates ja um meine Depots und wie die sich entwickelt haben. Und ich habe mein Dividendendepot deutlich reduziert von bisher 10% bis 15% meiner Anlagesumme. Der Grund ist ein einfacher: Steuern...

Ich habe ja den Großteil meines Vermögens in meiner GmbH liegen und dort führe ich auch mein Investmentdepot. Nun habe ich 2014 einerseits mein damaliges Aktiendepot in die GmbH übertragen, auf der anderen Seite aber auch meiner Firma selbst ein großes Darlehen gewährt, damit sie dieses Geld investieren kann. Das bringt den Vorteil, dass ich mir kein steuerpflichtiges Gehalt zahle, sondern bei Bedarf einfach eine steuerfreie Darlehensrückzahlung genehmige. Allerdings muss die GmbH mir das Darlehen natürlich zu marktüblichen Konditionen verzinsen und diese Zinsen muss ich in meiner privaten Steuererklärung angeben. Neben den Dividendeneinkünften und weiteren Zinseinnahmen. Und das führte 2018 zu einem leider doofen Ergebnis, denn diese Beträge haben mein Einkommen leider zu sehr anschwellen lassen, so dass ich in der Progression hochgerutscht bin und dem entsprechend meine Steuerquote deutlich nach oben ging. Das war und ist aber nicht in meinem Sinn; und daher habe ich mein Dividendendepot deutlich reduziert und dieses Geld als weiteres Darlehen in meine GmbH gegeben - wo ich es dann am Jahresanfang in Zuläufe in meinem Investmentdepot verwendet habe.

Bzgl. meines "Net Worth" ist das nur eine Verschiebung von einem Depot ins andere, aber steuerlich macht es einen nicht ganz unwesentlichen Unterschied. Und dem entsprechend nimmt das Dividendendepot in meinen Investor-Updates künftig auch entsprechend weniger Raum ein.


▶ Zur Marktlage

Nach dem Starken Kursrutsch im 2018er Schlussquartal gab es seit Jahresanfang einen ebenso starken Rebound. Ken Fisher hatte es damals schon "die Kraft des V" genannt und ich bin froh, dass ich seine Ausführungen nicht nur für nachvollziehbar gehalten, sondern sie auch beherzigt habe. Denn so habe ich annähernd voll investiert die Erholung der Kurse mitgemacht. Mit Einzelheiten möchte ich euch an dieser Stelle gar nicht langweilen, denn in dem noch relativ neuen Format "Kissigs Klookschieterei" gebe ich ja wöchentlich einen Rückblick über die vorangegangene Börsenwoche und bei Interesse könnte ihr die Entwicklungen dort nachlesen...


▶ Zu meinem Investmentdepot

Investmentdepot inkl. Cash; Stand per 31.03.19
Ich habe Ende 2018 und auch noch in den ersten Januartagen vor allem bei ausgewählten Qualitätsunternehmen mit tiefem ökonomischen Burggraben weiter aufgestockt und zusammen mit dem starken Rebound der Aktienkurse im ersten Quartal hat sich ihre Gewichtung in meinem Depot über die 50-Prozent-Schwelle gehoben.

Daneben liegt mein Interessenschwerpunkt weiterhin auf Deutschen Nebenwerten und als Branchenschwerpunkt klar auf Beteiligungsgesellschaften.

Ich hatte ja bereits im letzten Investor-Update beschrieben, dass ich in meinem Depot wieder stärker fokussiere. Dabei habe ich die bereits stark gewichteten Qualitätswerte Anfang des Jahres weiter aufgestockt, während ich kleinere Werte etwas reduziert oder ganz verkauft habe. Hinzu kam das frische Geld durch die Kapitalspritze aus den Mitteln des reduzierten Dividendendepots. Wie man am Chart sieht, wurde der heftige Rücksetzer des vierten Quartals nahezu vollständig ausgeglichen bis zum Ende des ersten Quartals.

Und dies sind die größten Positionen in meinem Investmentdepot zum Ende des ersten Quartals 2019.


NEU: In der rechten Spalte der Tabelle finden sich nicht mehr die TOP-Positionen des Dividendendepots, sondern die TOP-Werte des Investmentdepots aus dem letzten Quartal. Zusammen mit der Nummerierung sollte dies die Übersicht über die Veränderungen stark verbessern.

Ich werde nachfolgend über einzelne Werte berichten, wo es etwas Neues bzw. Bemerkenswertes zu vermelden gab.


▶ PayPal

PayPal ist meine neue Nummer eins, denn ich habe die Position in den Ausverkauf hinein nochmals deutlich aufgestockt. Mit meiner ersten Position bin ich bereits seit dem Spin-off von Ebay an Bord. Gemeinsam mit MasterCard setze ich verstärkt auf den Trend hin zum Bezahlen über das Internet und/oder mobile Anwendungen. Und PayPal ist der Online-Bezahldienst und hat inzwischen mit fast allen großen Payment-Anbietern Kooperationsvereinbarungen; (fast) kein Onlineshop, der was auf sich hält, bietet PayPal nicht als Zahlungsoption an. Inzwischen kauft sich PayPal auch in interessante aufstrebende Onlineunternehmen ein, wie Südamerikas führenden Onlinemarktplatz MercadoLibre, und gewährt seinen Businesskunden einen erhöhten Kreditrahmen (100.000 Dollar statt 25.000). Läuft einfach super...

• Weitere Infos hier im Blog zu PayPal


▶ MasterCard

Den Zahlungsdienstleister MasterCard habe ich seit vielen Jahren auf meiner Watchlist gehabt und immer nicht zugegriffen, da mir die Aktie stets zu teuer war. Nun predige ich hier seit Jahren und zunehmend die Vorzüge des Quality Investings nach Buffett und Munger und bin dann irgendwann (endlich) von meiner viel zu langen Leitung gestiegen - und habe vor einigen Monaten endlich zugegriffen. Und ich habe nahe den zwischenzeitlichen Tiefstkursen nochmals meine Position aufgestockt. Denn MatsreCards Burggraben ist tief und wird immer breiter, der Payment-Markt ist in einer ungebrochenen und sich beschleunigenden Wachstumsphase, da kann (sollte) man dieses Top-Unternehmen nicht weiter ignorieren. Ich meine, man kann es sich schlicht nicht leisten, bei MasterCard nicht investiert zu sein (oder bei VISA, die geben sich aufgrund ihrer duopolistischen Marktstellung nicht viel). MasterCard bevorzuge ich allerdings ganz bewusst, denn einerseits ist MasterCard innovativer und agiler als VISA und dann hinkt man in zwei entscheidenden Kennzahlen hinter VISA zurück: man hat weniger Akzeptanzstellen/Partner und VISA erzielt deutlich höhere Margen. Nun könnte man meinen, dann sollte man doch lieber das "bessere" Unternehmen kaufen und dem stimme ich grundsätzlich zu. Allerdings nicht in diesem Fall, denn VISA zeigt, was möglich ist und MasterCard hat daher noch mehr Potenzial für Wachstum und Margen - und dem entsprechend für Gewinne.

• Weitere Infos hier im Blog zu MasterCard


▶ Amazon

Nur noch Nummer Drei in meinem Portfolio war Amazon am Ende des ersten Quartals. Was daran liegt, dass ich bei Amazon etwas weniger aufgestockt habe als bei PayPal und MasterCard und dass sich der Kurs nicht so stark von seinen Tiefständen erholt hat bisher. Die drei Werte werden wohl auch in nächster Zeit um die Krone in meinem Depot ringen...

Amazon ist der große Disruptor und erobert immer mehr Bereiche unseres Wirtschaftslebens. Vorübergehende Einschränkungen, wie aktuell in Indien, werden hieran nichts ändern, sondern lediglich zu neuen Wegen führen. Der Onlinehandel wächst weiter stark und Amazon hat in den USA und in Deutschland hier Marktanteile von mehr als 50%. Die Cloud-Sparte AWS wächst weiter schnell und wird immer profitabler, auch wenn Rivale Microsoft hier noch stärker punktet und Alphabet ebenfalls aggressiv Marktanteile gewinnen will. Microsoft und Alphabet eint, dass sie beide nicht Amazon sind und daher für viele eher der rettende Anker vor dem großen Aggressor. Amazon selbst wächst vor allem im Bereich Advertising stark und denkt darüber nach, seine Präsenz im stationären Handel massiv auszuweiten; auch über eine eigene Einzelhandelsmarke, die neben Whole Foods agieren und dort das bewährte Günstiger-Prinzip von Amazon forcieren soll. Insgesamt geht der Trend bei Amazon hin zu mehr Rentabilität und das wird sich zunehmend in den Geschäftszahlen niederschlagen.

• Weitere Infos hier im Blog zu Amazon


▶ Cisco Systems

Cisco begleite ich schon fast sieben Jahre hier im Blog und hatte den Wert ursprünglich mal als Value-Schnäppchen gekauft, als der Dow Jones-Wert mit einstelligem KGV daher kam. Die Zeiten sind längst vorbei, denn inzwischen ist Cisco wieder zu einem profitablen Wachstumswert mutiert und bewegt sich immer weiter Weg vom einstigen Hardwarekonzern hin zu einem auf Software und Dienstleistungen fokussierten Unternehmen.

Dabei bedient Cisco gleich mehrere Megatrends, wie das Internet der Dinge, die 5G-Revolution und das Thema Sicherheit in Netzen und Infrastruktur. Ausführlicher hatte ich dies in meinem Portfoliocheck zu Primacap beschrieben, die sich ebenfalls massiv bei Cisco eingekauft haben. Bei der 5G-Infrastruktur kommt Cisco zusätzlich entgegen, dass es zunehmend Vorbehalte gegen chinesische Ausrüster gibt wegen der Datensicherheit und dem möglichen Zugriff durch chinesische Behörden/Geheimdienste, wie anhand von Huawei seit Monaten diskutiert wird. Cisco ist hier die "geborene Alternative"! Aufgrund der ausgezeichneten Aussichten habe ich Anfang des Jahres meine Position deutlich ausgebaut und seitdem ist der Kurs um knapp 45% geradezu in die Höhe geschossen - was Cisco weit nach vorne katapultiert hat in meinem Portfolio. Dazu muss allerdings angemerkt werden, dass nach den drei Top-Werten die nachfolgenden Positionen von der Gewichtung her relativ dicht beieinander liegen, so dass sich auf den Plätzen vier bis neun öfter Verschiebungen ergeben und das bereits bei relativ moderaten Kursveränderungen (man kann das leicht anhand der prozentual angegebenen Positionsgrößen erkennen).

• Weitere Infos hier im Blog zu Cisco Systems


▶ MBB

Auf den fünften Platz zurückgefallen ist die Mittelstandsholding MBB. Sie war und ist eine meiner erfolgreichsten Investments der letzten Jahre. Mag man kaum glauben, denn der Kurs ist innerhalb des letzten Jahres von 125 Euro in der Spitze auf knapp 70 Euro zum Jahresende 2018 gefallen. Das klingt alles andere als erfolgreich. Allerdings kommt er von knapp 10 Euro im Jahr 2012, als ich erstmals dort einstieg. Doch seit einiger Zeit kommt das Unternehmen nicht richtig vom Fleck; während die größte Beteiligung Aumann fortgesetzt zu Kursschwäche neigt und sich das 38-Prozent-Paket bei MBB dem entsprechend negativ im NAV bemerkbar macht, findet MBB kaum Investitionsmöglichkeiten für seinen 300-Millionen-Cash-Berg. Folgerichtig hatte sich der Kurs in den ersten zehn Wochen das Jahres auch kaum bewegt, bis MBB dann urplötzlich mit einem massiven Aktienrückkaufangebot aus dem Knick kam. Das wuchtete den Aktienkurs deutlich in die Höhe und ich habe das Angebot angenommen. 11,17% der Aktien wurden zu 96 Euro von MBB gekauft und der Betrag ist heute auf meinem Konto gutgeschrieben worden. Die gleiche Anzahl an Aktien hatte ich bereits gestern zu knapp 81 Euro zurückgekauft - so dass mir nun ein größerer Anteil an MBB gehört, denn die zurückgekauften eigenen Aktien wurden von MBB eingezogen (Vernichtet), als das Kapital herabgesetzt.

Da der faire Werte je MBB-Aktie bei über 100 Euro lag (und jetzt erst recht liegt), hat MBB hier geschickte Kapitalallokation betrieben und Mehrwert für die Aktionäre geschaffen. Des Weiteren stehen netto im Konzern mehr als 300 Mio. Euro zur Verfügung für Zukäufe - und hier hatte CEO Nesemeier schon durchblicken lassen, dass man an mehreren interessanten Übernahmekandidaten dran sei. Und genau hier spielt die Musik für die MBB-Entwicklung und den Aktienkurs. Warten wir es ab, MBB ist (mir) jede Geduld wert. Aus diesen Gründen ist MBB einer meiner Jahresfavoriten im Nebenwertebereich und entsprechend hoch gewichtet in meinem Portfolio.

• Weitere Infos hier im Blog zu MBB


▶ Xylem

Ganz frisch im Depot habe ich Xylem, ein auf Wassertechnologie spezialisiertes US-amerikanische Unternehmen: es entwirft und produziert Produkte und Systeme für den Wasser- und Abwassertransport, die Aufbereitung von Wasser- und Abwasser, zur Analyse der Wasserqualität, zur Prozessoptimierung und für die Rohrleitungs-Zustandsanalyse. Und ich setze mit Xylem, neben American Water Works, die ich ja auch schon länger auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot habe, auf den Megatrend Wasser. Ich hatte erst vor zehn Tagen einen ausführlichen Artikel zu Xylem verfasst ("Mit Xylem sauber vom Megatrend Wasser profitieren!"), daher fasse ich mich an dieser Stelle entsprechend kurz.

• Weitere Infos hier im Blog zu Xylem


▶ Microsoft

Microsoft habe ich beinahe schon so lange im Depot wie Cisco und hatte das Unternehmen Anfang 2013 hier im Blog als "verkanntes Value Investment" vorgestellt. Microsoft war ein schnarchender Dinosaurier, der seine erreichte Marktposition mit allen Mittel abschottete und zu verteidigen suchte. Ein einstelliges KGV und fragwürdige Milliardenzukäufe (Skype, Yahoo! (was zum Glück gescheitert ist), Nokia) ließen Microsoft nicht unbedingt attraktiv aussehen und der damalige CEO Steve Ballmer ("Darth Ballmer") tat sein Bestes, dieses Negativ-Image zu pflegen.

Blickt man heute zurück, habe ich mich total geirrt! Denn nur einige Zeit später, hat sich alles verändert: Ballmer trat zurück und mit Satya Nadella übernahm ein Vertreter einer neuen Generation das Ruder. Nadella gehörte nicht wie Gates und Ballmer zu den Unternehmensgründern, sondern war erst später zu Microsoft gestoßen und dort schnell aufgestiegen. Er war nicht geprägt von der Abschottungsmentalität, von überbordender Rivalität gegenüber Apple und Steve Jobs. Nadella war offen für neue Wege und sein Credo lautet(e): "Mobile first. Cloud first". Er verwandelte Microsoft, beerdigte die Handysparte (Nokia), änderte das Lizenzmodell für Windows und Office hin zum Subskriptionsmodell (Abo) nach dem Vorbild von Salesforce und Adobe und öffnete Microsoft für Partnerschaften und er übernahm das führende Karrierenetzwerk LinkedIn. Das Ganze ging anfangs nicht ohne Blessuren über die Bühne, insbesondere die Milliardenabschreibung auf Nokia war eine Bürde. Ich hatte damals süffisant eine Analogie verfasst: "Microsoft und die beiden Briefe des Nikita Chruschtschow" und bin immer noch froh, dass Nadella den zweiten Brief bisher nicht öffnen musste.

Doch zurück zum Punkt: Ich hatte mich im zweiten Halbjahr 2018 damit beschäftigt, weshalb Ken Fisher so massiv auf Microsoft setzt. Und auch Stanley Druckenmiller, einer der weltbesten Investoren, kaufte immer mehr Microsoft-Anteile, so dass sie inzwischen mehr als ein Viertel seines Depots ausmachen. Als ich bei meinem Ausblick auf das Börsenjahr 2019 schrieb

"Es gibt einige Megatrends die auch 2019 weiterlaufen werden und an der Börse gilt "the trend is your friend". Das bezieht sich eigentlich auf die Chartanalyse, aber diesen Hokuspokus meine ich natürlich nicht. Ich meine, dass die großen Trends für Investoren gute Chancen bieten, wenn sie auf die Unternehmen setzen, die von ihnen profitieren und diese dann zu einem vernünftigen Preis einkaufen. Einige wesentliche dieser Trends sind die wachsende Bedeutung der Cybersecurity, der Ausbau der Netzinfrastruktur (Glasfaser und 5G) und des Internet of Things, die Abkehr weg vom Bargeld hin zu Online- und Mobile-Payment-Lösungen, die Verlagerung in die Cloud, SaaS (Software as a Service), E-Mobilität, autonomes Fahren, regenerative Energien. Ich werde auf den einen oder anderen dieser Trend setzen, sowohl mit meinen Quality Investments, als auch bei einigen meiner Nebenwerte.",

da hatte ich auch schon Microsoft im Blick. Denn Microsoft bedient gleich mehrere dieser Trends und ist hierbei zumeist unter den drei führende Unternehmen vertreten. Vielleicht ist Microsoft das zur Zeit "kompletteste" High-Tech-Unternehmen und daher hat es sich eine höhere Gewichtung in meinem Portfolio verdient. Anfang des Jahres habe ich daher meine Position aufgestockt und seitdem rennt die Aktie wie unbeeindruckt weiter zu neuen Höchstständen. In den letzten fünf Jahren hat sich der Kurs auf Eurobasis mehr als vervierfacht und im Chart sieht das so aus, als gäbe es nur eine Richtung. Tja, die Entwicklung des Unternehmens, sein anziehendes Wachstum und seine hervorragende Positionierung in Schlüsselmärkten, gepaart mit massiven Aktienrückkäufen lassen auf eine Fortsetzung dieser Entwicklung schließen...


• Weitere Infos hier im Blog zu Microsoft


▶ Funkwerk

Funkwerk ist als Ausrüster für Funksysteme für den Bahnverkehr, Infoanzeigen in Bahnhöfen oder auch Videoüberwachungsanlagen tätig und hier tut sich ein enormer Markt auf, weil die Bahn massiv (digital) aufrüsten muss. Und will. Aus der Vergangenheit hat Funkwerk noch Verlustvorträge von knapp 85 Mio. Euro (Ende 2018), so dass man steuerlich gut wegkommt in nächster Zeit. Für die nächsten Jahre peilt man ein Wachstum von 3 bis 5% an und will 2025 dann ein Umsatz von über 100 Mio. Euro erzielen. Zusätzlich möchte man sich anorganisch verstärken durch Zukäufe und schaut sich vor allem im Bereich Videosysteme um.

Ich bin seit 2016 an Bord, als ich Funkwerk als einer aussichtsreiche Turnaround-Spekulation gekauft habe. Seit meinem Einstiegskurs bei 2,3 Euro hat sich der Kurs inzwischen mehr als verfünffacht; nachdem man 2017 mehrfach und 2018 dann erneut die eigenen Prognosen anheben musste, dürfte die positive Kursentwicklung nicht weiter überraschen. Nun hat Funkwerk erneut eine Prognose mit lediglich moderatem Wachstum ausgegeben, doch angesichts des großen Investitionsstaus bei der Bahn bzgl. der Mobilfunk- und WLAN-Ausstattung und dem erklärten Willen von Politik und Bahn-Vorstand, dies endlich beheben zu wollen, winken hier lukrative und große weitere Aufträge.

Funkwerk ist ein unbeachteter Nebenwert, der nur darauf wartet, mit guten Zahlen aufzutrumpfen - und seinen Kurs erneut zu entfesseln. Daher findet sich Funkwerk unter meinen Jahresfavoriten im Nebenwertebereich. Zuletzt hat der Kurs wieder etwas angezogen und ringt mit der Marke von 15 Euro. Alles unter 20 Euro ist fast schon Diebstahl! Gut möglich, dass der Großaktionär Hörmann im zweiten Halbjahr (endlich) Nägel mit Köpfen macht und zu einem erneuten Übernahmeversuch Anlauf nimmt. Allerdings hoffe ich, dass ich noch möglichst lange als Aktionär an Bord bleiben kann, denn das massive Tiefstapeln des Vorstands in der Bilanz wird kaum mehr länger durchzuhalten sein und die wahren Verhältnisse dürften offen zu Tage treten. Und aus dem Aschenputtel dann eine Bachelorette werden. Allerdings mit Niveau und mächtig Auftrieb...

• Weitere Infos hier im Blog zu Funkwerk


▶ High-Tech Stock Picking (Wiki)

Weshalb ich auf Stefan Waldhausers Wikifolio setze, habe ich ja vor einiger Zeit ausführlich dargelegt: "(K)ein Geheimnis: Das ist das einzige Wiki, in das ich investiere. Und es macht auf High-Tech Stock Picking...". Das Wiki ging natürlich ebenfalls Ende 2018 in die Knie und hat sich ebenso deutlich wieder erholt. Stefan hat einige sehr aussichtsreiche Werte in seinem Portfolio, in die ich alleine nie investieren würde - nicht, weil die Story nicht interessant klingt, sondern weil ich gar nicht gut genug in der Materie drin stecke oder mich einarbeiten könnte. Hier setze ich großes Vertrauen in Stefan und seine Expertise und bin immer wieder fasziniert, was für interessante Werte er ausgräbt.

• Weitere Infos hier im Blog zum High-Tech Stock Picking Wikifolio


▶ Andere: Navigator Equity, TTL Beteiligung

Nicht mehr unter den TOP-Positionen finden sich Navigator Equity und TTL Beteiligung. Navigator Equity hat sich selbst ein wenig den Wind aus den Segeln genommen, denn man hat seine mit Abstand größte Beteiligung veräußert (76% an IT Competence Group) und nun stellt sich die Frage, was man mit dem vielen Geld anfangen wird, wenn es denn mal eingetrudelt ist. Der Kurs bewegt sich jedenfalls kaum vom Fleck, daher ist Navigator bei mir im Depot nach unten durchgerutscht. Die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG hat sich von ihren Tiefstkursen Ende 2018 prächtig erholt und notiert mit 4,50 Euro am Allzeithoch. Ich hatte die Position allerdings nicht weiter aufgestockt, so dass andere Werte sie überflügelt haben. Als "best of the rest" lag TTL Ende März auf dem (in diesem Fall) undankbaren zehnten Platz...


▶ Meine Cash-Quote

Meine Cash-Quote lag Ende März bei knapp 4%; ich habe sowohl das frische Kapital aus dem Zufluss meines Dividendendepots sowie vorhandene Mittel beim neuerlichen und letzten Sell-off Anfang Januar profitabel eingesetzt. Hinzu kamen auch die Erlöse aus den Verkäufen bei Corestate Capital und bei Technotrans.


▶ Zu meinem Dividendendepot

Neben meinem Investmentdepot führe ich ein separates Dividendendepot, das etwa 10% meines Investmentvermögens ausmacht. Darin sind ausschließlich hochrentierliche BDCs enthalten, die es auf eine durchschnittliche Dividendenrendite jenseits von 8% p.a. bringen.

Ein bisschen investiere ich hier auch gehebelt, also über einen Wertpapierkredit. Ich nenne dies meine "High-Yield-BDC-Dividend-Debt-Strategie" und bisher funktioniert sie ausgezeichnet (wenngleich durch die merkliche Reduzierung der Depotgröße auf deutlich niedrigerem Niveau). Ich habe gerade wieder zum Quartalsende die Zinsen für die Inanspruchnahme des Wertpapierkredits abdrücken müssen, die aber nur rund ein Drittel der entgegenstehenden Dividendeneinnahmen ausmachten (alleine die Quartalsdividende von Ares Capital deckt den Zinsaufwand nahezu ab).

Verändert habe ich in den letzten drei Monaten ansonsten nicht viel im Dividendendepot. Die größten Positionen waren zum Ende März Gladstone Investment [GAIN; WKN: A0KES9], TPG Specialty Lending [TSLX; WKN: A1XF0Q] Main Street Capital [MAIN; WKN: WKN: A0X8Y3] und Ares Capital [ARCC; WKN: A0DQY4]. Hercules Capital [HTGC; WKN: A0ERTZ] hatte ich Mitte März komplett aussortiert: "(M)ein Ende mit Schrecken bei Hercules Capital".


▶ Mein Net Worth

Entscheidend ist am Ende natürlich immer, was unterm Strich dabei rumkommt. Nachdem sich mein "operativer Net Worth" im Jahr 2018 um 9,97% verringert hatte, bin ich mit der erzielten Rendite von 19,7% seit Jahresbeginn natürlich mehr als zufrieden. 😃


Das bitter(süß)e Ende

So Leute, das war mein drittes "Investor-Update reloaded"und ich bin froh, dass ihr bis hierhin durchgehalten habt - wer vorher die Segel gestrichen hat, ist und fühlt sich gar nicht angesprochen. Ich freue mich auf eure Kommentare - nicht nur auf die positiven. Es ist ein noch neues Format und an der einen oder anderen Stelle auch noch verbesserungsfähig; für entsprechende Hinweise bin ich euch also dankbar. Und natürlich auch für Diskussionsbeiträge über die einzelnen Unternehmen und meine Depotgewichtung usw. Die sollen ja eigentlich im Vordergrund stehen. Also, Feuer frei... ツ


Disclaimer
Die meisten der genannten Werte befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Moin,

    tja, ich kann dir auch nur immer wieder sagen, wie lesenswert dein Blog ist.
    Tolle Arbeit und großartige Kommunikation mit deinen Besuchern.
    Kritik habe ich daher keine anzubieten, aber einen Verbesserungsvorschlag:
    In deiner Investment-Depot-Tabelle würde ich persönlich die zwei Spalten tauschen, also links das Vorquartal und rechts das aktuelle Quartal. Dann passt auch die Zeitachse und es ist intuitiver zu lesen. Muss aber nicht sein, habs auch so verstanden und finde das neue Format gelungen.

    Habe mich sehr über die neun Unternehmen gefreut! Am meisten interessieren mich persönlich die deutschen Nebenwerte, je weniger bekannt, desto besser :)

    Über die US-Tech-Riesen gibt es ja Berichte und Analysen ohne Ende, aber wer schreibt schon groß über PNE Wind und co.? Du ! Zusammen mit Umfang und Qualität hast du dir hier also deinen eigenen "Burggraben" geschaffen in Form dieses Blogs.
    Konnte mich zwar bisher nur mit drei Positionen aus deiner Watch/Empfehlungsliste anfreunden (bin kein zu großer Fan der US-Tech-Riesen und der deutschen Beteiligungsgesellschaften - in deinen Blog also nur eingeschränkte Auswahl für mich) und habe dort auch zugeschlagen, aber interessant sind deine Positionen allemal!

    Ich schaue mittlerweile 1-3x täglich hier vorbei und freue mich über neuen Lesestoff.
    Mach weiter so !

    Gruß

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für das nette Lob, Ronny. Die deutschen Nebenwerte werde ich weiterhin auf dem Schirm behalten, auch wenn sie in meinem Depot nun weniger stark gewichtet sind (wie auch die BDCs). Nur werden sie im Rahmen des Investor-Updates eben eine kleinere Rolle spielen.

      Löschen
  2. Dumme Begründung das mit den Steuern und dem BDC Depot! Wenn Du aus steuerlichen Gründen einen Teil der BDCs auflöst und das Geld als Darlehen in die GmbH gibts, so könntest Du mit diesem Geld dieselben BDCs die Du vorher hattest dann in der GmbH kaufen. Musst Du natürlich nicht, aber die Reduktion des BDCs steuerlich zu begründen ist ein Schmarrn!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Karl, da in der GmbH Gewinne aus Aktienverkäufen nicht (bzw. nur marginal) versteuert werden müssen, Dividenden hingegen so wie im privaten Bereich, ergibt sich hier eine steuerliche Differenz von gut 20%. Es ist also nicht "dumm", in der GmbH verstärkt auf Kursgewinne zu setzen und nicht zuvorderst auf Dividendenerträge...

      Löschen
    2. Gewinne aus Aktien werden in der GmbH anders besteuert als Dividendeneinnahmen (nämlich deutlich lukrativer!)

      Löschen
  3. Hallo Michael,
    ich habe tagtäglich mit der Bahn zu tun und kann Deinen Optimismus bezüglich Funkwerk nicht teilen.
    Wenn es keine üble Nachrede wäre, würde ich sagen: die Bahn kann gar nicht investieren, selbst wenn sie wollte.
    Die Bahn hat im letzten und in diesem Jahr viele Vorhaben wegen Geldmangel abgeblasen und es nicht erkennbar, dass sich das vor der Fertigstellung von Stuttgart 21 ändern wird.
    Das Zauberwort lautet i.d.Zusammenhang "Eigenmittel"!
    I.d.Regel finanz. der Bund die Neubaumassnahmen bei der Eisenbahn, allerdings muss sich die Bahn an jedem Euro investvolumen mit 10 Cent Eigenmittel beteiligen.
    Hört sich pervers an, weil der laden ja eh dem Bund gehört. . Ist aber so.
    Wenn die Bahn also die 10 Cent nicht hat, wird der Euro nicht ausgegeben.
    Alles andere sind Lippenbekenntnisse.
    Und so wie aussieht hat die Bahn die 10 Cent zur Zeit nicht - siehe dazu auch die Diskussion um den ausgeschöpften Verschuldungsrahmwn von vor 1 Monat oder so.

    Beste Grüsse

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Michael,
    erstmal vielen Dank für deine Artikel und Recherchen. Ich habe mich im vergangenen Jahr auch mit BDCs auseinandergesetzt und ein paar Käufe getätigt. Vor kurzem musste ich allerdings feststellen, dass mein Broker einige davon mittlerweile als AIF "Alternative Investmentfonds" klassifiziert und den Handel damit eingestellt hat. Ist dir da irgendetwas bekannt, dass diesbezüglich etwas umgestellt worden ist? Es betrifft zwei meiner Broker. Besten Dank und beste Grüße,
    Mischa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ein sehr leidiges Thema. Hat mit MIFID II zu tun und schwelt schon seit Anfang 2018. Seitdem müssen die Unternehmen bestimmte Unterlagen einreichen, um weiterhin als "normale" Unternehmen angesehen zu werden. Was aber angeblich nicht alle Unternehmen getan haben, daher stufen sie die Broker/Banken anders ein, nämlich als AIF. Besonders merkwürdig daran ist allerdings, dass es nicht bei allen Banken/Broker die gleichen Unternehmen betrifft und sie die BDCs unterschiedlich behandeln. Als Kunde wird/ist man hier von den Brokern allein gelassen. Eigentlich kann man da nur konsequent hinterher sein und von denen verbindliche Auskünfte einfordern, wie zu ihrer Einschätzung kommen... Extrem unerfreulich. "Meine" Comdirectbank hat das aber inzwischen irgendwie weitgehend auf die Reihe bekommen und macht da keine Probleme mehr bei meinen BDCs.

      Löschen
  5. Auch ich lese Deinen Blog mit Spannung wegen der Fülle an profunden und gut ausgewählten Infos vor dem Hintergrund einer klaren Strategie, die gut nachvollziebar sind. ABER - wünschen tät´ ich mir einen Zusatz, wo ich auch jetzt noch einsteigen könnte bzw wo ich besser nicht mehr einsteigten sollte - wo doch viele Werte schon so weit gelaufen sind.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wir sollten nicht vergessen, dass Michael im Rahmen dieses Blogs keine konkreten Empfehlungen zu Handelsaktivitäten abgeben kann und möchte. Er hat ja deswegen u.a. ganz bewusst seine "Empfehlungsliste" (die sogar mal Trendpfeile enthielt) in "Beobachtungsliste" umbenannt. Seien wir doch einfach mit den umfangreichen Informationen und Updates zufrieden...

      Gruß
      Jens

      Löschen
    2. klar - Empfehlungen dürfen hier nicht gegeben werden. Aber seine Einschätzung ob ein Einstieg noch Chancen-reich ist, ob er einen Wert eher schon als für Neueinsteiger(zu) teuer beurteilt oder ob sich eher eine Halteposition zeigt - das wäre erlaubt. Und da hätte Michaels Erfahrung /Beurteilung großen Nutzen für viele und großes Gewicht mindestens für mich.

      Löschen
    3. Hallo,
      Die Empfehlungen vom Michael finden nicht ungeteilte Zustimmung. Guck mal
      https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1134871-4251-4260/blue-cap-ag-eine-noch-unbekannte-beteiligungsgesellschaft#beitrag_6033908

      Michael = Sirmike

      Der Hintergrund:
      Einer der Top Picks von unserem Michael war Blue Cap. Er hat seine Bestände vor Kurzem deutlich reduziert, der Kurs ist die letzten Tage stark gestiegen. Unser Michael spricht nun von "Silly Money". Jetzt werfen ihm einige Investoren vor, er sei ein "Influencer" und möchte das Unternehmen und dadurch den Kurs schlecht reden.

      Löschen
    4. Diese Zusammenfassung trifft es ja wohl kaum (und wurde "nur" von einem der dortigen Foristen hier rüber kopiert). Ich denke, die Leser meines Blogs kennen meine Meinung zu Blue Cap und den Vorgängen um PartnerFonds/Kolbe. Es gibt hier im Blog nämlich eine tolle Suchfunktion und sogar "Labels. Unter "Blue Cap" kann man sich alle Artikel anzeigen lassen, ggf. chronologisch nach Datum sortiert, und dann auch meine Einschätzungen - und zu welchem Zeitpunkt ich meine Meinung bzgl. des PartnerFonds-Deals geändert habe und weshalb.

      Viel interessanter als meine - bekannte - kritische Haltung ist aber doch, dass es einige Foristen bei Wallstreet-online gibt, die mit allen Mitteln versuchen, kritische/zweifelnde Stimmen mundtot zu machen. Und dies vor allem über persönliche Angriffe und Unterstellungen versuchen. Gerne wird behauptet, ich würde "die Aktie runterschreiben, um billig einsteigen zu können". Oder auch schon das Gegenteil, ich würde "die Aktie hochschreiben, um höher verkaufen zu können". Schon abstrus...

      Ich habe hier im Blog und bei w:o über die letzten Monate hinweg mehrfach einige Punkte angesprochen, die ich kritisch sehe. Ich habe bisher (leider) keine befriedigende Antworten auf meine Fragen bekommen. Immer nur stereotype Sprechblasen nach dem Motto "Dr. Schubert wird sich schon was dabei gedacht haben", oder "Dr. Schubert ist doch nicht dumm", oder "Dr. Schubert hat einen Plan", oder "Kolbe ist am Ende". Ja, wäre toll, wenn es so wäre. Aber dafür gibt es keine Belege, das ist nur inhaltsloses BlaBla, und genau dieses einseitige Schönquatschen nervt mich. Denn wenn Dr. Schubert sich nicht durchsetzt, dann wird das Gejammer heftig werden. Und ich halte den Ausgang für völlig offen. Genau deshalb steht der Kurs ja so tief und meilenweit unter dem NAV/Buchwert. Nicht etwa, weil es operativ nicht laufen würde bei Blue Cap. Hätte Dr. Schubert sein Aktienpaket nicht an PartnerFonds verkauft, würde der Kurs von Blue Cap heute mit Sicherheit bei über 25 Euro stehen! Dass er es nicht tut, liegt nicht an meinen kritischen Äußerungen, sondern an dem dummen Deal, auf den sich Dr. Schubert da eingelassen hat. Denn ganz offensichtlich hat er sich in eine schwache/angreifbare Position gebracht ggü. PartnerFonds/Kolbe. Ohne Not, wohlgemerkt!

      Löschen
    5. Michael, so ein Unsinn!
      Ich habe mir das durchgelesen!
      Die Leute kritisieren, weil Du gestern von einem Greiffenberger-Fiasko sprichst und offensichtlich eine Katastrophe herbei schreiben willst. Die Leute kritisieren, weil eine mögliche oder bereits vollzogene EINMALIGE Abschreibung von 1,2 Mio EUR bei einem Unternehmenswert (NAV) von 118 Mio. EUR (Umsatz 176 Mio EUR) dramatisiert wird. Diese negative Stimmungmache wird kritisiert. Der Kapitalmarkt teilt Deine Meinung im Übrigen nicht. Der Greiffenberger Kurs stieg heute um knapp 20%

      Löschen
    6. Können wir bitte wenigstens hier in meinem Blog eine halbwegs höfliche Umgangsform beibehalten? Diesen rüpelhaften Ton aus dem w:o, den dort einige Leute meinen benutzen zu müssen, will ich hier nicht sehen, okay?

      Es ist kein Blödsinn, was ich schreibe. Dr. Schubert hat 1,2 Mio. Euro in die Kapitalerhöhung bei Greiffenberger gesteckt für 10% der Anteile. Das sieht nach einem Totalverlust aus und es ist dann eben nicht "nur eine Abschreibung", sondern die 1 Mio. Euro sind einfach weg. Und das belastet nun einmal das Ergebnis und die Liquidität. Ob dies nun im 2018er Jahresabschluss abgearbeitet wird oder später, ist dabei unerheblich. Ich habe auch nichts dagegen, dass Dr. Schubert, wie er seinerzeit erklärte, bei Greiffenberger "einen Fuß in die Tür stellen" wollte. Ist okay. Dass das in die Hose geht, kann auch passieren. Was mich doch echt wundert ist, dass Dr. Schubert keinerlei halbwegs verbindliche Zusagen von den Mehrheitseigentümern (der Greiffenberger Familie) bekommen hatte, die Blue Cap in irgendeiner Weise Zugriff auf die AG oder die Tochter Eberle gegeben haben, bevor er die Million von Blue Cap (und damit aller Aktionäre) dort "investiert" hat. Das klingt eher nach Trail and Error als nach gewieftem Geschäftsmann. Für den ich Dr. Schubert hielt und immer noch halte. Aber dafür ist eine Million zu viel.

      Das ist der zweite Punkt, neben der PartnerFonds-Geschichte, die ich an Dr. Schubert kritisiere. Und damit will ich keine "Katastrophe herbei schreiben". Ich kritisiere einfach deutlich Vorgänge, die handwerklich schlecht gemacht sind und mich als Aktionär nicht froh stimmen.

      Und ob irgendwer heute bei Greiffenberger-Aktien den Kurs hochtreibt, hat doch keinerlei Relevanz in Bezug auf meine Kritik. Verstehe den Hinweis nicht. Als wenn Blue Cap bei diesem Mikro-Cap seine 10-Prozentbeteiligung über die Börse verkaufen könnte. Im übrigen hat Blue Cap 2,33 Euro für das Aktienpaket gezahlt. Der Greiffenberger-Kurs liegt bei 0,69 Euro - nach dem 20-Prozent Kurssprung. Damit ist meine Aussage widerlegt, dass es sich wohl kein gutes Investment handelte? Echt jetzt?

      Löschen
    7. Ist doch ganz einfach: Person A ist in eine Aktie investiert. Person B übt nun Kritik an dieser Aktie.
      Reflex Person A: Person B angreifen, da Person B womöglich dafür sorgt, dass sich weitere Personen aus der Aktie zurückziehen und Person A dadurch Verlust erleiden könnte.
      Notfalls werden die Angriffe halt persönlich.

      Trifft nicht auf alle zu, ganz sicher aber auf viele bei w:o.
      Ich freue mich immer über kritische Stimmen zu meinen Aktien, aber da bin ich echt alleine auf weiter Flur - zumindest bei w:o.

      Die wenigen kritischen Stimmen, welche es dort gibt, haben meist persönliche Hintergründe und so gut wie niemals sachliche. Hauptsächlich wird dort "gepusht" - dieser Blog hier ist so viel wertvoller wie das gesamte w:o-Forum.

      Zumindest für mich, muss ja nicht jeder so sehen.
      Und Michael nimmt sich ja sogar die Zeit, hier seine Meinung zu völlig wahllosen Besucheraktien abzugeben. Aber man kann halt nicht jedem helfen und auch nicht jeden glücklich machen.

      Löschen
    8. Ronny, ich stimme Dir in Deiner Analyse von w:o völlig zu. Dort wird viel "gepusht" und "gebasht", positive oder negative Stimmung geschürt, genau wie man es braucht.
      Das ist hier deutlich abgeschwächter, aber im Kern auch nicht anders.

      Ich gebe ein Beispiel aus der Replik vom M Kissig:
      "Und das belastet nun einmal das Ergebnis und die Liquidität."

      Das ist nicht richtig. Ist eigentlich ein banaler Punkt. Es gab dazu im w:o Forum sogar einen Beitrag, wo das herausgearbeitet wurde (1). Kann man dort nachlesen.

      Im Gegenteil, die Liquidität würde sich jetzt sogar verbessern, da bei einer "Abschreibung" das Ergebnis schlechter und aus diesem Grund weniger Steuern zu bezahlen wäre. Banal, überraschenderweise kommt trotzdem dieser Einwand. So macht man niederschwellig Stimmung.

      Die Liquidität wird natürlich nicht belastet, auch wenn es ein "Totalverlust" werden sollte. Die Liquidität floss doch schon zum Zeitpunkt des Einstiegs Greiffenberger zu.

      Ich könnte jetzt weiter fortfahren, es ist mir jetzt aber schon zu spät.


      (1) In denselben Beitrag auf w:o wird auch das Topic zum Jahresabschluss thematisiert, das M Kissig in obigem Beitrag andeutet.

      Löschen
    9. Natürlich ist eine Abschreibung nicht liquiditätswirksam. Ich spreche davon, dass die 1,2 Mio. Euro weg sind. Die sind in Greiffenberger geflossen und kommen nicht zurück. Damit sind Blue Cap 1 Mio. Euro an Liquidität verloren gegangen, die man für etwas anderes hätte einsetzen können. Das ist meine Aussage. Ich habe zu keinem Zeitpunkt vom Jahresabschluss gesprochen, sondern eine globale Aussage getroffen. Deshalb interessiert mich auch nicht, was bei w.O als Einwand bzgl. des Jahresabschlusses kam. Das ist und war überhaupt nicht mein Punkt.

      Löschen
    10. Lieber Michael!
      Meinst Du das ernst?

      "Was mich doch echt wundert ist, dass Dr. Schubert keinerlei halbwegs verbindliche Zusagen von den Mehrheitseigentümern (der Greiffenberger Familie) bekommen hatte, die Blue Cap in irgendeiner Weise Zugriff auf die AG oder die Tochter Eberle gegeben haben, bevor er die Million von Blue Cap (und damit aller Aktionäre) dort "investiert" hat."

      Greiffenberger ist keine Privatfirma, sondern auch börsennotiert. Da kann der Mehrheitseigentümer nicht so einfach Vorrechte an andere Aktionäre vergeben. Wie stellst Du Dir das vor?

      Löschen
  6. Nordleuchte12.04.19, 09:37

    Wieder mal sehr lesenswert und interessant! Einige Werte werde ich mir mal genauer anschauen.
    Bei Funkwerk habe ich mir interessehalber mal die Kurse angesehen. Der Wert scheint leider nicht sehr liquide zu sein. Der Spread liegt in der Regel bei mindestens 60 Cent. Bei einem Wert von etwa 15€ sind das ja immerhin 4%.
    Daher meine Frage: Wo oder wie handelst du solche Nebenwerte? Nimmst du einen großen Spread im Zweifelsfall einfach hin?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei Nebenwerten sind größere Spreads ja leider eher die Regel. Vor allem, wenn man nicht zwischen 9:00 und 17:30 ordern will, als der XETRA-Zeit. Man muss allerdings ja nicht immer sofort eine Aktie kaufen und zu jedem Kurs. Gerade bei Nebenwerten sollte man Geduld mitbringen und ggf. ein Abstauberlimit oder zumindest eine Limitorder nahe am Geldkurs in den Markt legen. Nicht einfach aus dem Bid kaufen, dann verschenkt man wirklich einige Prozentpunkte. Um beim Verkauf ggf. das selbe nur in Grün. Auch dabei sollte man nicht die Aktien unlimitiert ins Ask werfen, sondern ruhig agieren und Verkaufslimits im Markt platzieren. Es dauert dann eben etwas, bis die Orders vollständig ausgeführt wurden. Aber das ist meistens immer noch lukrativer, als unlimitiert und überhastet ein- oder auszusteigen...

      Löschen
  7. Bei Blue Cap interessiert mich am meisten folgende Frage: Wieviel ist Blue Cap wert, wenn Kolbe Erfolg hat, der AR mit seinen Leuten besetzt wird und Dr. Schubert als CEO abgelöst wird? Denn für den Fall, dass Schubert bleibt, hat der Markt die Antwort schon gegeben, bevor die Aktion mit PF anfing. Da stand der Kurs bei ca. 25€ bei einem NAV von jetzt 30€. Das wäre m.E. eine vernünftige Bewertung. Aber wenn Kolbe einen NAV von 30€ übernehmen sollte, welchen Abschlag auf den NAV würde das rechtfertigen? Mehr als die aktuellen 42%? Ist Kolbe so ein Geldvernichter?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Fragt man die mic, dann hat Kolbe seine persönlichen Interessent über die des Unternehmens gestellt. Das ist ja der Vorwurf. Und aus der Meldung der Blue Cap, woran sich der Konflikt mit PF/Kolbe entzündet hat, geht hervor, dass PF/KOlbe der Blue Cap PF-Töchter verkaufen wollte zu Preisen, die von Blue Cap/Dr. Schubert als deutlich zu hoch angesehen wurden. Da wir die Preise nicht kennen, können wir das nicht beurteilen. Aber Dr. Schubert kauft ja besonders günstig ein und sieht den Gewinn nicht im Verkauf. PF hat hier keine Erfolgsexpertise bisher. Klingt aber so, als hätte PF/Kolbe versucht, die liquiden Mittel aus der neuen Tochter Blue Cap in die neue Mutter PF abzusaugen und dort überteuerte Beteiligungen einzubringen. Und das wäre ein massiver Schaden zulasten der Blue Cap und ihrer Aktionäre. Also uns.

      Wenn PF also versuchen sollte, erst kürzlich erworbene Töchter mit Gewinn /überteuert) bei Blue Cap unterzubringen, würde dies kein gutes Licht auf die Fähigkeiten des PF-Vorstands (Kolbe) werfen hinsichtlich des Businessmodells, Unternehmen günstig zu kaufen, Werte zu heben und dann ggf. mit Gewinn zu verkaufen. Die eigene Tochter zu missbrauchen wäre jedenfalls kein Qualitätsbeweis... Wie gesagt, wenn es denn so gewesen sein sollte.

      Löschen
    2. Verstehe und stimme zu, dass das ein Schaden für uns Blue Cap Aktionäre wäre. Ich halte aber das ganze Szenario nicht für den Kern des Problems, sondern eher Beiwerk, denn es passt nicht zu den eigentlichen Interessen von Schubert und Kolbe. Das Hauptproblem von PF ist nach meinem Verständnis, dass die unfreiwilligen Aktionäre nicht mehr an ihr Geld kommen. Und hier war die gemeinsame Absichtserklärung, dass Schubert PF dabei hilft, an die Börse zu kommen. Dazu hat Schubert aber schon nach kurzer Zeit keinerlei Initiativen mehr ergriffen, sondern auffällig zurückhaltend kommuniziert, so dass ich den Unmut von Kolbe verstehen kann. Dass jetzt das Hauptproblem sein soll, irgendwelche Töchter zu verschieben und sich dabei auf einen Preis zu einigen, kann ich mir als Grund für die massiven atmosphärischen Schwingungen nicht vorstellen. Erst recht nicht, da Schubert ja fast alle Blue Cap Aktien verkauft hat, also kein großes finanzielles Eigeninteresse an Blue Cap mehr hat. Man kann seinen vermeintlich selbstlosen Einsatz als CEO für die Blue Cap Aktionäre in dieser Hinsicht loben, aber er würde uns hier weit mehr nützen, wenn er mit Kolbe wie ursprünglich geplant an einem Strang ziehen würde, anstatt mit seinem Rückzieher diesen Konflikt zu verursachen. Denn das ist ja ein bereits eingetretener, massiver Schaden für uns Blue Cap Aktionäre.
      Meine Menschenkenntnis sagt mir, dass Schubert aus einem anderen, egoistischen Grund keine Lust mehr hat, PF zu helfen, und nun irgendwas anderes ausgräbt, um seinen Rückzieher zu begründen. Ein möglicher "anderer Grund" wäre, dass er sich vorgestellt hat, mehr PF-Aktien zu einem sehr günstigen Preis zu bekommen, und er seine verweigerte Hilfe als Druckmittel nimmt, um dieses Interesse durchzusetzen. Das wäre aus seiner Interessenlage heraus viel plausibler, und damit würde er sich selbst viel mehr nützen als uns Blue Cap Aktionären. Denn aktuell schauen angesichts des durch den Konflikt abgestürzten Blue Cap Kurses ja nur wir in die Röhre, nicht Schubert.
      Freilich sind dies Spekulationen, aber das Hantieren mit Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten ist ja Teil unseres Jobs.

      Löschen
    3. Naja, Evoco hat innerhalb weniger Wochen mit seinem Angebot zu 1,50 Euro je Aktie an die PartnerFonds-Aktionäre über 18% der PF-Aktien einsammeln können. Abgabewillige genug scheint es ja zu geben und insofern kann ich mir kaum vorstellen, dass Dr. Schubert keine PF-Aktien hat einsammeln können im letzten halben Jahr...

      Löschen