Damals fragte ich mich, ob Apple noch ein Investment wert sei und bei einem (splitbereinigten) Aktienkurs von 61,207 EUR schien dies eindeutig auf der Hand zu liegen - Starinvestor Carl Icahn bezeichnete ein Investment in Apple rückwirkend als sog. "No-Brainer", also als eine Anlage, bei der man absolut nichts falsch machen konnte und das glasklar ersichtlich gewesen sei. Soweit wäre ich nicht gegangen, denn Apple hatte Mitte letzten Jahres einen deutlichen Kurssturz hinter sich - was auch mit ein Grund für meine Kaufempfehlung war. Denn Apple hat auch weiterhin starke Argumente auf seiner Seite und damals eben auch noch eine deutlich niedrigere Bewertung und erheblich mehr Potenzial.
Was damals für Apple sprach - und jetzt nicht mehr
Das iPhone steht für Zweidrittel der Gewinne des Apple-Konzerns und es ist nicht gelungen, diese Abhängigkeit zu reduzieren. Im Gegenteil! Ob iPad oder Apple Watch, das iPhone treibt die Cash-Maschine an und diese läuft auch weiterhin noch ziemlich beeindruckend. Allerdings mehren sich Zweifel, ob dies so bleibt. Denn nach anfänglicher Euphorie in China und Süd-Korea schwächt sich dort der Absatz ab, in Süd-Korea sogar um dramatische 50 Prozent. In China könnte der dortige Börsencrash auch den Absatz hochwertiger Produkte und insbesondere des iPhone negativ beeinflussen und wirklich innovativ kommen die neuen Modelle auch nicht daher. Apple versteht es nicht (mehr), auf dem erreichten sehr hohen Niveau Innovationen zu erschaffen, Apple lebt von seiner Marke, seinem Status. Und wenn man bedenkt, dass Apple fast die gesamten Gewinne im globalen Smartphone-Geschäft einstreicht (92%), obwohl andere viel höhere Marktanteile haben, sieht man das enorme Klumpenrisiko, das für Apple im iPhone schlummert.
Daneben gibt es eine Reihe von weiteren störenden Faktoren: die ständig steigende Verschuldung, trotz der enormen Cashflows. Die sind dem Umstand geschuldet, dass Apple einen Großteil seiner Umsätze und Gewinne außerhalb der USA einfährt und dieses Geld nicht in die USA transferieren kann, weil dann bis zu 30 Prozent an Steuern fällig würden. Für die großen Summen, die für Dividenden und Aktienrückkäufe aufgewendet werden, steht dieses Kapital also nicht zur Verfügung, sondern das Unternehmen nimmt Schulden auf, um sie zu finanzieren. Obwohl der Cash-Berg unter dem Strich weiter wächst. Und auf der anderen Hand bezahlt Apple fast keine Steuern, was nicht nur der EU ein zunehmender Dorn im Auge ist. Hier kann es für Apple mit seinem länderübergreifenden Steuerverschachtelungen noch sehr unangenehm und teuer werden.
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| Apple (Quelle: comdirect.de) |
Fazit
Am Ende glaube ich, dass Apple inzwischen mehr als fair bewertet ist und sich seine Zukunftsaussichten ziemlich eingetrübt haben. Jedenfalls gegenüber der Situation vor einem Jahr, als ich zum Einstieg riet. Mit knapp 90 Prozent Rendite - inkl. der Bruttodividenden - war dieses Investment schon herausragend erfolgreich und hat meine Erwartungen weit mehr als erfüllt. Die von mir erwarteten Wert- und Kurssteigerungen sind viel schneller eingetreten, als ich dachte. Und in der Summe der Faktoren ist das Glattstellen der Position dann auch nur konsequent.















