Samstag, 2. März 2024

Kissigs Beobachtungsliste

Meine Beobachtungsliste ist eine Anregung. Sie enthält Aktien, die ich für langfristig interessant und aussichtsreich halte und hier im Blog begleite. Trotz vieler Überschneidungen ist sie weder identisch mit meinem Investmentdepot noch mit meinen Wikis und sie ist auch kein Musterdepot.

Sie enthält deutsche Aktien, vor allem Nebenwerte, die internationalen Aktien werden von US-Werten dominiert, es gibt BDCs und REITs, Turnaround-Spekulationen, FinTech-Spekulationen sowie WIKIs. Inzwischen haben sich hier einige Tenbagger angesammelt, viele Verdoppler, aber einige Werte liegen auch deutlich zweistellig im Minus. Da ist von jedem und für jeden was dabei...


▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Beobachtungsliste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
Fakt ist allerdings, dass nicht jeder Mensch zum guten Aktieninvestor taugt; z.B. mangels Zeit, mangels Interesses, mangels notwendiger charakterlicher Eigenschaften (wie Geduld und Coolness in Stresssituationen). Ist nun mal so, muss sich niemand für schämen. Entscheidend ist aber, dass man dies für sich erkennt und dann die richtigen Konsequenzen daraus zieht. Warren Buffett, der wohl beste Investor aller Zeiten, rät für diese Fälle, sein Geld nicht in Einzelwerte zu stecken, sondern kostengünstige Indexfonds (auf den S&P 500) zu kaufen und einfach unberührt im Depot für sich arbeiten lassen. Geht auch...

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Updates

In meinen Investor-Updates beschreibe ich quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und erläutere meine aktuelle TOP 10.

▶ Performance-Updates

In meinen Performance-Updates beschreibe ich monatlich, wie sich die Börsen und meine vier Wikis in den vergangenen Wochen so geschlagen haben.


▶ RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG

Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Vor allem Nebenwerte und/oder Aktien in Turnaround-Situationen sind oftmals markteng und weisen daher bisweilen sehr hohe Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen aus (sog. Spreads). Bereits kleinere Orders können daher starke Kursschwankungen auslösen. Hier sollte man daher stets mit Limits agieren!

177 Kommentare:

  1. Hallo,Michael,
    ich überlege meinen Bestand an Aggreko (A1XFZR) aufzustocken, bin aber noch unsicher. Meiner Meinung nach ein einfaches Geschäftsmodell mit temporären Problemen. Eine eher zurückhaltende Einschätzung bei Value&Opportunity hat mich aber verunsichert. Hast du dich vielleicht schonmal mit diesem Wert beschäftigt ? Kannst du eine Einschätzung vornehmen ? Das würde mich dann interessieren.
    Herzliche Grüße
    Maria

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    1. Moin Maria,
      Aggreko kenne ich nur oberflächlich. Die Analyse bei Value and Opportunity habe ich mir angesehen, die wirkt ziemlich stimmig. Insbesondere gibt zu denken, dass das Management selbst davon ausgeht, dass 2015 kein gutes Jahr wird und 2016 noch schlechter. Es stellt sich daher die Frage, weshalb man dann jetzt die Aktien kaufen sollte? Denn ich glaube nicht, dass diese schlechte operative Entwicklung bereits im Kurs enthalten ist - die gerät schnell wieder in Vergessenheit und bei Vorlage der nächsten Zahlen gibt es dann wieder eine negative "Überraschung" und die nächste Abverkaufswelle. Vermutlich ist es ratsam, zunächst einmal abzuwarten, bis das Überangebot nachlässt und die Aktie einen Boden findet. Auf dieser Basis kann man dann schauen, ob Aggreko eine akzeptable Bewertung (für 2016 und danach) aufweist.

      Ein Aspekt, der Aggreko in die Hände spielen könnte, ist das von mir im Blog angesprochene Naturphänomen "El Niño", das wohl in diesem Jahr wieder sein Unwesen treiben wird. Denn Einsatzmöglichkeiten für die Stromaggregate von Aggreko ergeben sich ja vor allem in Kriegs- und Krisengebieten - und die dürften dank "El Niño" zum Jahresende hin weltweit deutlich zunehmen. Das spielt dann Aggreko in die Karten, allerdings erst ab 2016. Hier könnte man also beobachten, wie schlimm "El Niño" wütet und im Wissen, dass dann die Nachfrage nach Aggrekos Generatoren anziehen wird, die Aktien im Vorgriff auf die dann zu erwartenden besseren Zahlen kaufen. Sofern die Bewertung zu dem Zeitpunkt attraktiv ist.

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    2. Ich halte auch folgende Interpretation für möglich, frei nach Kostolany, also eher stimmungstechnisch : Lt. V&O Blog ist die Aktie bei den Analysten schon länger in Ungnade gefallen, vormals Darling-Status, der Kurs dümpelt bereits seit einiger Zeit und jetzt haben viele die Aktie verkauft. Hohe Umsätze, bei fallenden Kursen. Könnte auch eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, gerade weil die schlechten Nachrichten ja zu fallenden Kursen geführt haben, könnten diese jetzt eingepreist sein. Es ist halt die Frage, schmerzt es mich mehr, wenn mir der Kurs davonläuft, weil die Ertragssituation sich plötzlich verbessert, was ich eben nicht voraussehen kann, wann das passieren wird ? Oder schmerzt es mich mehr, wenn der Kurs noch etwas fällt, ich aber von dem Geschäftsmodell überzeugt bin und die Verluste dann halt aussitzen muss ?

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    3. So wie ich Dich verstanden habe, sitzt Du die bereits aufgelaufenen Kursverluste bei Deinem Aggreko-Bestand ja ohnehin aus, denn Du überlegst ja, weitere Aktien hinzuzukaufen. Nur zu kaufen, um den Einstiegskurs zu verbilligen, davon halte ich nichts - in absoluten Zahlen macht es die Verluste ja nicht kleiner. Einen Nachkauf würde ich nur empfehlen, wenn man davon ausgeht, dass sich das Unternehmen operativ wieder erholt. Und das Management selbst davon ausgeht, dass das nächste Jahr noch schlechter wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit recht hoch sein, dass der Kurs noch weiter fällt. Wie gesagt, sollte El Niño zum ersten Mal in der TV-Berichterstattung auftauchen, könnte dies der Startschuss für bessere Geschäfte in 2016 sein. Und vermutlich ein guter Einstiegszeitpunkt (zumal dann ja auch der Börsenherbst hinter aus liegt, der erfahrungsgemäß ja eher eine unterdurchschnittliche Kursperformance aufweist)...

      Wenn Du allerdings total von Aggreko überzeugt bist und der Meinung, dass es dort ab 2017 wieder aufwärts geht bzw. sie wieder an die alten geschäftlichen Erfolge anknüpfen können, und Du das Geld auch über die Durststrecke dazwischen schon in das Unternehmen zu investieren, dann kannst Du natürlich auch sofort nachkaufen, weil Dir dann die letzten 10 oder 15 Prozent Absacker egal sind.

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  2. Hallo Michael,

    ich schätze deinen Blog sehr! Die Einzigartigkeit an deinem Blog ist m.E. vor allem dadurch geprägt, dass du immer offen und ehrlich bist, deiner Linie immer treu bleibst und selber auch Fehler zugibst. Hinzu kommt, dass du dein Wissen, welches du dir über Jahrzehnte mühsam selbst erarbeitet hast, hier weiter gibst. Dein Ursprungsgedanke für diesen Blog war ja, dass du selber immer wieder daran erinnerst wirst, den Regeln des Value-Investments zu folgen. Genau aus diesem Grund lese ich deinen Blog auch so gerne, da man leider des Öfteren, von den 'Leitsätzen' etwas abweichen möchte, obwohl man sich, wenn man Erfolg haben möchte, einfach daran halten muss. Aber ich denke, es ist einfach menschlich, dass man manchmal anders reagieren möchte, als es uns die Leitsätze von Warren Buffett lehren:).

    Und genau hier habe ich nun eine fundamentale Frage an dich, welche mich schon sehr lange beschäftigt. Gem. Warren Buffett und anderen großen Value-Investoren investiert man langfristig in Werte. Die Kurse, also der Preis ist nur interessant, um zu wissen, wann ein Unternehmen vom Markt unterbewertet ist und wann nicht. Was einem jedoch auffällt ist das Sommerloch. Es gibt ja die alte Börsenweisheit - 'sell in May come back in September'. Wenn man sich mal die Kurse der vergangen Jahrzehnte anschaut, trifft diese Börsenweisheit sehr oft zu. Wenn man jedoch auf Warren Buffett hört, müsste man in unterbewertete Unternehmen investieren, die Aktien liegen lassen, Tee trinken und einfach abwarten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Diese Sichtweise schließt mehrere Jahre ein, d.h. sehr langfristiger Ansatz. Dies ist in meinen Augen auch richtig und so habe ich in der Vergangenheit auch investiert.

    Wenn man jedoch die Börsenweisheit nimmt, welche fast jedes Jahr richtig ist, würde dies heissen, dass man sich im Mai von seinen Anteilen verabschiedet und im September wieder investiert. Das Sommerloch ist zumeist von Korrekturmaßnahmen geprägt. Wie handhabst du das? Verkaufst du Anteile noch vor dem Sommerloch, um die Cash-Quote zu steigern und dann nach dem Sommerloch wieder zu investieren oder beachtest du die alte Börsenweisheit überhaupt nicht? Ich bin wirklich am Überlegen, in Zukunft, zumindest die Anteile im Mai herunterzufahren, die Cash-Quote zu erhöhen und dann erst wieder im September nachzukaufen. Das Problem ist, dass dies an sich, eigentlich kein Value-Investment mehr wäre, da ich die Kursschwankungen ausnutzen würde, obwohl ich auch im Mai vom Wert des Unternehmens überzeugt wäre. Wenn man sich aber die Vergangenheit anschaut, ist das Sommerloch in 3 von 4 Fällen von Korrekturmaßnahmen geprägt.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

    Ps. Es könne auch gerne die anderen Blog-Leser antworten. Habe gemerkt, dass hier ein sehr hohes KnowHow-Niveau herrscht:)

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    1. Moin Stefan,
      diese Saisonalität scheint nur zu passen, denn wenn man sich mal die "fiesen" großen Crashs der letzten Jahres vornimmt, fanden die nicht selten im Herbst statt. Allerdings hätten sie auch zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfinden können (Stichwort Asienkrise), daher verzerren diese Ereignisse das Bild schon etwas nach unten.

      Auch stimmt der früher sicher richtige Spruch "Sell in May and go away - but remeber to come back in September" heute nicht mehr ohne Weiteres, denn die Sommermonate sind schon noch gute Börsenmonate. Heute ist man auch im Urlaub ständig erreichbar, das gilt für alle Marktteilnehmer, das ist also völlig anderes als früher, wo man über die Sommermonate dann von der Börse abgeschnitten war und nicht auf Unvorhergesehenes reagieren konnte.

      Als Langfristinvestor halte ich wenig davon, den Markt timen zu wollen. Damit liegt man meistens schief! Die Unternehmen werden ja nicht schlechter, nur weil der Aktienkurs etwas sinkt. Daher kann ich der Überlegung, aus Timinggründen heraus gezielt Aktien zu verkaufen, nichts abgewinnen. Allerdings braucht man die Saisonalität ja nicht zu ignorieren; man erzielt ja in der ersten Jahreshälfte auch Dividendeneinnahmen und da kann man sich mit Zukäufen ja zurückhalten und auf den - vermeintlich - schwachen Herbst warten. Dann hat man Cash auf dem Konto, um bei einem Kurseinbruch überproportional zukaufen zu können. So trennt man sich nicht aus den falschen Gründen von seinen Unternehmensbeteiligungen und kann dennoch die vermeintlich höheren Zukaufchancen im Herbst nutzen. Und ist man grundsätzlich nicht mehr von seinem Unternehmen überzeugt, dann sollte man sich von seine Aktien trennen. Aber eben nicht aus saisonalen Gründen...

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    2. Hi Michael,

      vielen Dank für deine Antwort. Ja du hast völlig recht, es wäre nichts anderes gewesen, als den Markt timen zu wollen. Und das ist wohl einer der größten Fehler, die man machen kann. Da der Markt überwiegend irrational ist, funktioniert das so nicht. Ich werde in Zukunft versuchen die Cash-Quote im Mai durch die Dividenden und die eigenen monatlichen Einzahlungen zu erhöhen und mich mit Zukäufen ab Mai-September erstmal zurück zu halten und den Markt in dieser Phase noch genauer beobachten. Von dem Wert der Unternehmen bin ich ja weiterhin überzeugt.

      Es ging mir darum, noch mehr Anteile von einem Unternehmen zu bekommen. Wenn man immer zu hohen Kursen verkauft und zu niedrigen einkauft, kann man so nach und nach immer mehr Anteile von dem Unternehmen, welches man langfristig halten möchte, gewinnen. Aber dies läuft zu sehr ins Timing rein, was man kaum bis überhaupt nicht beherrschen kann. Um hier das Risiko zu begrenzen, mach ich also doch lieber den easy Weg, behalten, Cash-Quote aus Dividenden u. Einzahlungen erhöhen, und vor allem 'abwarten'. Falls der Markt dann tatsächlich fällt, freut man sich ja auch:). Anders rum hat man nichts falsch gemacht. Danke Michael, ich wäre da vermutlich wieder in etwas hinein getappt, was zu sehr von den Leitsätzen abweicht, obwohl gerade diese langfristig gesehen so gut wie immer Gewinn versprechen.

      Viele Grüße!
      Stefan

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  3. Hallo Michael,

    auch ich möchte Dir für den tollen Blog danken. Die ein oder andere Unternehmung habe ich nicht zuletzt dank dir ins Depot gelegt.
    Ich persönlich hole mir - mittlerweile - zuerst Investmentideen bei diversen Bloggern und anschließend bewerte ich selber anhand der letzten beiden Geschäftsberichte die Unternehmen.

    Der Hintergrund meines Eintrags ist jedoch nicht nur der Lob für Deinen Blog ;-)

    Ich habe mir via Aktienscreening einige Interessante Unternehmen rausgesucht. Wäre folgende Unternehmung für deine Empfehlungsliste geeignet? Insbesondere die Finanzierungssituation lässt mich grübeln. Chancen sind langfristige niedrige Darlehen (kfw), die den EBIT weiter beflügeln könnten.
    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/ktg-agrar-se.htm
    http://www.ktg-agrar.de/fileadmin/Dateien/Investor-Relations/Publikationen/2015/150513_KTG_Agrar_GBPflichtteil_Digital.pdf

    Besten Dank vorab und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Markus Wilms

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    1. Moin Markus, ich wünsche Dir ein frohes Neues Jahr!

      KTG Agrar habe ich mir vor zwei (oder drei?) Jahren mal genauer angesehen, doch ich habe mich auf kein Investment eingelassen und würde das auch weiterhin eher nicht tun. Im Agrarbereich ist wenig zu verdienen, viel hängt von staatlichen Subventionen ab. Und KTG ist enorm verschuldet, das kann der Konzern kaum aus dem laufenden Geschäft bedienen. So verkaufen de immer mal wieder Land, was ihnen recht hohe Erträge bringt, weil die Preise deutlich angezogen sind und weiterhin anziehen. Nur ist diese Einnahmequelle ja endlich und wenn man nachher die eigenen Produktionsflächen teuer pachten muss, kann man schon an der Nachhaltigkeit dieses Weges zweifeln.

      Das sieht wohl auch das KTG-management inzwischen so und hat nach der Phase des Investierens die Phase des Erntens ausgerufen. Markige Worte. Aber es geht im Kern darum, die Verschuldung und den Schuldendienst deutlich zu senken, weil man sonst irgendwann voll gegen die Wand fährt. So hat man ein Joint-Venture mit Tönnies beendet (wobei man rund 20 Mio. EUR erlöst) und die chinesische Fosun soll bereit sein, mit fast 10 Prozent bei KTG einzusteigen - mit den neuen Mitteln sollen (teure) Altschulden getilgt werden, die per Ende 2014 Netto rund 463 Mio. EUR betrugen. Wie z.B. die 2017 anstehende Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 210 Mio. EUR.

      Ich bleibe skeptisch, ob man bei KTG wirklich in ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell investieren kann und daher lasse ich diese Chance (und die damit einhergehenden Risiken) lieber an mir vorüberziehen...

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  4. Hallo Michael,
    zuallererst möchte ich mich mal für deinen Blog bedanken. Als Neuling im Bereich Aktien schaue ich hier immer wieder interessiert herein und habe das Gefühl, dabei eine Menge über die Bewertung von Unternehmen und das Börsenleben zu lernen, ferner nutze ich deine Empfehlungen auch für eigene Investmententscheidungen.
    Seit einer Zeit gehen mir beim Lesen deines Blogs einige Fragen durch den Kopf, die du mir hoffentlich beantworten kannst.
    Meine ersten Börsenschritte habe ich im Bereich Unterhaltungselektronik gemacht und werde da bspw. in Sony investiert bleiben, da ich als junger Mensch das Gefühl habe, den Zeitgeist ganz gut abschätzen zu können und andererseits bei durchaus stabilen fundamentalen kennzahlen des Unternehmens auch Wachstumschancen (VR, sicht festigende Vorherrschaft im Heimspielbereich bei gleichzeitiger Fokussierung auf diesen Bereich) sehe, während ich den materiellen Investmentbedarf eines solchen Unternehmens auch für mich als Laien als halbwegs durchschaubar empfinde. Weil ich die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aber als begrenzt ansehe,da viele Aktien ja schon recht hoch bewertet scheinen und bei einem Börsenbeben wahrscheinlich zuallererst die heiße Luft bei den Aktien mit den überirdischen KGV und KBV entweicht, scheue ich mich, hier noch mehr Geld anzulegen und suche nach anderen Investitionsmöglichkeiten, wobei ich mich mich mit deinen Empfehlungen auseinandersetze.
    Die Aktienauswahl auf deiner Empfehlungsliste erscheint ja wie ein bunter Blumenstrauß, also recht wenig spezialisiert, da vermute ich, wirst du trotz dieser Diversifikation als ausgebildeter Experte auch in verschiedenen Bereichen ein gewisses Hintergrundwissen über die entsprechenden Geschäftsfelder der Unternehmen mitbringen. Als eine deiner "Lieblinge" sticht für mich gerade besonders die Deutsche Rohstoff AG als eine Rohstoffaktie hervor, wo ich zwar bärenstarke fundamentale Kennzahlen erkenne, es mir aber so vorkommt, dass man für das Abschätzen eines derartigen Investments am besten VWL studiert haben sollte, um mögliche Risiken und Chancen (Ölpreisentwicklung, Goldpreisentwicklung auch im Zusammenhang mit allen möglichen politischen Entwicklungen) zu durchschauen. Inwiefern setzt du für deine Investments denn eine breite Kenntnis des Geschäftsfelds über die reinen fundamentalen Kennzahlen hinaus voraus? Beispielsweise war ja für dich als Nicht-Biologe der "Burggraben" von Novo Nordisk vermutlich schwierig abzuschätzen.
    Und wie findest du eigentlich diese Unternehmen und wählst sie aus? Viele davon, gerade die mit erheblichem Kurspotential, findet man wohl nicht einfach so im Supermarktregal, wie es bspw Peter Lynch geschrieben hat.
    Und gibt es für dich (ethische) Ausschlusskriterien bei der Auswahl von Unternehmen? Nachdem ich bei der Deutschen Rohstoff investiert habe, musste ich bei weiterem Recherchieren mit Unmut feststellen, dass dort die "horizontalen Bohrungen" mithilfe von Fracking vorgenommen werden, welches ich eigentlich als kritisch ansehe. Da bin ich jetzt sehr ambivalent bezüglich dem weiteren Halten der Aktie.
    Gibt es tiefergehende Literatur neben den populären Werken zum Valueinvesting, die du interessierten Anlegern empfehlen kannst? Würdest du sagen, dass es sich für private Anleger lohnt, sich intensiv mit Grundlagenbüchern der BWL auseinanderzusetzen?
    Das war jetzt doch ein etwas längerer Post mit einigen Fragen, aber vielleicht findest du ja mal die Zeit, die eine oder andere Frage aufzugreifen.
    Viele Grüße Andreas

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    1. Moin Andreas,
      ein wahrlich umfassender Rundritt, den Du da hingelegt hast...

      VWL muss man nicht studiert haben, um an der Börse investieren zu können. Ich denke, man muss eine gute Allgemeinbildung haben und Spezialkenntnisse in eine oder mehreren Bereichen ist sicherlich nicht verkehrt. Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich Wissen und neuer Erkenntnisse anzueignen, sind durchaus hilfreich. Letztlich muss man bereit sein, Dinge zu hinterfragen, Dinge zu lernen, und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Nur der Meinung anderer Leute hinterherzulaufen, ist nicht ausreichend. Man muss seinen eigenen Verstand einsetzen, denn man investiert ja auch sein eigenes Geld. Entscheidend ist zu erkennen, was man nicht kann, was man nicht weiß, was man nicht versteht. Um diese Bereiche sollte man einen Bogen machen und sich auf die übrig bleibenden konzentrieren. Damit ist man der Mehrzahl der Börsianer schon einen großen Schritt voraus und mächtig im Vorteil. Man muss nicht jede vermeintlich günstige Gelegenheit mitnehmen, man sollte lieber auf die sicheren Sachen setzen. Also die, von denen man überzeugt ist.

      Spezielle BWL-Literatur halte ich nicht für nötig; ein gewisses Grundwissen über Bilanzen und Rechnungslegung, also auch die entscheidenden Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmen/Aktien hingegen schon. Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" finde ich gut verständlich, ebenso Nicolas Schmidlins "Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse".

      Zu DRAG und dem Fracking. Ich weiß gar nicht, was alle Leute gegen diese Fördermethode haben. Sie ist erprobt (in Deutschland wird seit mehr als 50 Jahren auf diese Weise Öl und Gas gefördert) und sie ist vergleichsweise sicher. Die Umweltschäden nehmen sich ziemlich gering aus verglichen mit den anderen Arten der Öl- und Gasförderung. Natürlich hat jeder den Fernsehbericht gesehen, wo des Wasserhahn Feuer gefangen hat. Und die meisten Leute kennen nicht die Klarstellung, dass dies nichts mit dem Fracking zu tun hatte. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, diese Methode sei grundsätzlich abzulehnen, dann kann und sollte er vielleicht auch nicht in derartige Unternehmen investieren. Das ist ja die Entscheidung von jedem selbst.

      Ich habe keine ethische rote Linie, aber ich investiere nicht in bestimmten Bereichen. Rüstungsaktien sind für mich kein No-go, aber ich kaufe keine Tabakaktien. Krebs (durch Rauchen) verursacht unendliches Leid bei den Betroffenen und die Tabakkonzerne verdienen daran, Menschen Gift zu verkaufen und auch noch solches, das sie süchtig macht. Kein Geschäft für mich. Im Grunde gibt es ja bei allen Dingen im Leben Vor- und Nachteile, Positives und Negatives. Und jeder kann für sich entscheiden, wie er die Schwerpunkte setzt.

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    2. Hallo Michael,
      danke für deine ausführliche Antwort. Dass Fracking hierzulande schon ein alter Hut ist, war mir gar nicht bekannt. Ich werde meine bisherige Position erstmal halten, aber trotz der momentanen Kursschwäche erstmal nichts mehr dazukaufen, weil es für mich schwer abzuschätzen ist, wie schädlich Fracking tatsächlich ist, außerdem der Punkt mit dem Wohlfühlen. Da kommen mir beispielsweise Immobilienaktien durchschaubarer vor und deshalb behalte ich gerade vor allem Patrizia und Publity im Auge. Würdest du sagen, dass du dich als Finanzfachmann mit "Finanzaktien" (Assetmanager, Immobilienhandel, Versicherungen) im Allgemeinen versierter/wohler fühlst als mit Rohstoff- und Technologieaktien, wo Dinge wie technisches Know-How eine Rolle spielen?
      Schöne Grüße Andreas

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    3. Moin Andreas,
      es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man in den Weiten Colorados oder Nevadas Fracking betreibt oder im dicht besiedelten Ruhrgebiet mit seinen großen Trinkwasserreserven im Grundwasser. Nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv. Sollte es gelingen, den inzwischen schon sehr geringen Anteil an giftigen Chemikalien vollständig zu ersetzen, wird das in Deutschland die panische Angst vor Fracking nicht lindern, aber objektiv die Methode "annehmbarer" machen.

      Zu Deiner anderen Frage: Buffett nennt das den "Circle of Competence", den man nicht verlassen sollte. Man darf nur innerhalb dieses Kompetenzradius investieren, alles was außerhalb liegt, ist tabu. So stellt man sicher, dass man (viel eher) weiß, was man tut.

      Natürlich habe ich zu einigen Bereichen einen einfacheren Zugang als zu anderen. Ich kann nicht/kaum einschätzen, wie sich bestimmte geologische Formationen auf den Ertrag oder die Kosten auswirken. Ich kann auch nicht einschätzen, wie wirkungsvoll eine Software ist, ob sie am Markt ankommt oder wie leicht es ist, sie einfach nachzuschreiben oder eine noch bessere auf den Markt zu bringen. Hier bin ich auf die Analysen und Einschätzungen anderer Leute angewiesen. Je mehr ich hier lese, um so mehr unterschiedliche Meinungen lese ich und umso besser wird mein Empfinden für das Geschäft. Wenn ich glaube, dass ich eine eigene Einschätzung der Chancen und Risiken vornehmen kann, dann bin ich bereit für ein Investment. Dann muss "nur" noch der Preis stimmen. Erkenne ich jedoch, dass ich nicht wirklich verstehe, was im Unternehmen und seinem Marktsegment vor sich geht, dann darf ich gar nicht investieren! Ich würde ja nur den Kurs kaufen und darauf hoffen, dass der sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Den Wert des Unternehmens, absolut und relativ im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern, kann ich dann ja überhaupt nicht einschätzen. Und Value Investing bedeutet das Ausnutzen des Unterschieds zwischen Wert und Preis. Kennt man einen oder gar beide Faktoren nicht, zockt man, aber man investiert nicht.

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  5. Guten tag ich bin neu an der Börse und finde deinen Blog echt gut und hilfreich,ich interessiere mich sehr für umicore da ich nur das Unternehmen gefunden habe das aus elektro Müll die Metalle Recyclt und barren zum Verkauf dadurch anbieten. Die EigenkapitalQuote ist bei 40% ich denke das ist vollkommen okay, Jahres Überschuss und Ergebnis pro Aktie steigt auch jährlich an. Da du einmal umicore hattest und etwas dazu geschrieben hast das sie an der Entwicklung von Elektromotoren beteiligt sind und es in dem Bereich allgemein Grade etwas schwierig keiten gibt verkauft haben. Also ich denke das es das Unternehmen nicht schadet da das Haupt Geschäft ja das elektro Schrott und die barren die daraus entstehen das Kern Geschäft sind, würde mich sehr freuen auf eine Antwort da du dich eventuell mehr damit beschäftigt hast vielleicht kennst du ja noch andre Unternehmen mit diesem Geschäfts Modell Recycling von elektro Schrott und die dadurch entstehde barren vertreiben das finde ich sehr gut und auch zukunfts sicher weil es immer mehr elektronische Geräte gibt also Müll und metalle wieder zu verarbeitung gebraucht wird.

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    1. Recycling oder Neudeutsch "Urban Mining" ist ein spannender und aussichtsreicher Industriezweig. Umicore ist hier eines der führenden Unternehmen, Tomra ein weiteres. Bzgl. der Elektrobatterien ist das Hauptproblem, dass es bisher keine Standards gibt, nach denen diese Batterien gefertigt werden. Jeder Hersteller baut sie so, wie sie in sein Auto passen. Daher gibt es auch keine Möglichkeit, sie nachher mit Standardverfahren zu recyclen. Das muss von Hand geschehen und ist dem entsprechend extrem aufwändig und teuer. Solange hier keine verbindlichen Standards vorgeschrieben werden (durch die EU oder weltweit), ist das wenig lukatriv.

      Ein zweites Problem besteht darin, dass die Batteriezellen brandgefährlich sind. Werden sie beschädigt, brennen sie schier unaufhaltsam bei extrem hohen Temperaturen. Daher muss (!) jede Batterie einzeln als Gefahrgut transportiert werden, was auch wieder die Kosten enorm in die Höhe treibt. Daher wird versucht, die Batterien nach ihrem Ableben im Automobilbereich (da wird ein sehr hoher Wirkungsgrad benötigt, da ansonsten die Reichweite zu gering wird) anderen Aufgaben zuzuführen, zum Beispiel als Energiespeicher. Da können sie mit nachlassenden Wirkungsgraden noch einige Jahre weitergenutzt werden, was ihre Umweltverträglichkeit und ihren "ökologischen Fußabdruck" erheblich verbessert. In Bezug auf das Recycling ändert sich hierdurch allerdings nichts.

      Ich denke, dass in diesem Bereich kaum Geld verdient werden kann, solange nicht einheitliche Standards gelten und die Reclingunternehmen sich dann hierauf einstellen und eine automatisierte Bearbeitung/Demontage einführen können. Bis dahin ist jede Investition in diesem Bereich seitens Umicore oder seiner Wettbewerber mit hohen Risiken verbunden und erweist sich ggf. als Fehlinvestition mit dann hohem Abschreibungsbedarf. Für mich daher auf dieser Basis nicht visibel genug für ein Investment.

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    2. Ach so... eine Alternative zu Umicore könnte z.B. Waste Management aus den USA sein. Die sind ja dort der größte Müllverbrennungsanlagenbetreiber, aber auch das größte Recyclingunternehmen. Auch die fahren die Recyclingquote jedes Jahr weiter hoch und verdienen dem entsprechend immer mehr an den wiedergewonnenen Rohstoffen - auch Edelmetallen, z.B. aus Computerschrott und alten Smartphones/Tablets.

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  6. Hallo Michael,

    sehr schöner Blog. Bin stiller Mitleser seit geraumer Zeit und freue mich immer über deine Einschätzungen, gerade zu den kleinen Firmen.

    1) Wie kommt es zu dem Sinneswandel in Bezug auf China-Aktien (New Oriental Education)?
    2) Wie hoch ist deine Gewichtung der Nebenwerte beim Einkauf bei den Nebenwerten im Vergleich zu den etablierten US-Werten? Beimischung oder ebenbürtig? Der Börsenpunk empfiehlt eine 80/20 Strategie, aber ein Nebenwert ist nicht automatisch ein Risikowert!?
    3) Woher beziehst du Deine Informationen zu den Nebenwerten (Nebenwerte-Journal, Eigenrecherche, etc.)?
    4) Wie oft legst du nach, z.B. bei einer SBF, die hervorragend läuft, aber weiter steigt?

    Viele Grüße
    Martin

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    1. Moin Martin,
      einen generellen Sinneswandel bzgl. China-Aktien habe ich nicht. Bei New Oriental Education ist es allerdings so, dass die eben in China tätig sind und China ein absoluter Boom-Markt für Online-Bildung ist. Das hat in diesem Fall den Ausschlag gegeben.

      Die Gewichtung von Nebenwerten ist zumeist geringer als die meiner Quality Investments. Wenn man eine zehn Jahre alte Position im Depot hat, mit mehreren hundert Prozent Zuwachs dann kann man mit einer neuen Position kaum auf die gleiche Größe kommen. Des Weiteren hängt es natürlich auch davon ab, wie man die "neue" Aktie einschätzt; ob es eher ein spekulativerer Nebenwert ist oder eine Turnaround-Spekulation. Hier muss man einschätzen, was die richtige/beste Gewichtung ist im Vergleich mit den anderen Positionen im Depot und im Verhältnis zum Gesamtvermögen.

      Aber nein, Nebenwerte sind nicht automatisch Risikowerte. General Motors ging 2008/09 Pleite, die Aktionäre verloren alles. Lehman Brothers als eine der größten Investmentbanken der Welt, ebenfalls. Aktuell würde die Lufthansa ohne Staatshilfe die Segel streichen müssen und General Electric hat die Größe auch nicht gerettet oder die Diversifikation in so viele verschiedene Geschäftsbereiche. Nebenwerte sind zumeist fokussierter auf ihre Branche; das erhöhte Risiko ergibt sich ggf. aus einem (zu) geringen Börsenumsatz, so dass man weder schnell ein- noch aussteigen kann. Was die Positionsgröße dann auch selbst schon beschränkt. Doch das Risiko liegt weniger in dem Status Nebenwert als vielmehr darin, dass man als Anleger genau(er) wissen muss, was man da kauft. Weil man eben nicht wie bei einer Siemens fast jede Positionsgröße sofort und ohne großen Spread abstoßen kann. Ich werte das aber nicht als Risiko, sondern als Qualitätsmerkmal im Hinblick auf den Ausleseprozess (vor dem Aktienkauf).

      Meine Infos beziehe ich u.a. über das Nebenwerte Journal (Abo), aber auch über die HV-Berichte von GSC (kostenpflichtig). Des Weiteren über die Unternehmensnachrichten (finanznachrichten.de, dgap.de) und auch wallstreet-online. Und natürlich aus den Geschäftsberichten der Unternehmen.

      Wie oft ich "nachlege"? Kommt drauf an. Wenn ein Unternehmen "nur" meinem Investmentcase folgt, dann eigentlich gar nicht - sofern nicht Unternehmenswert und Kurs deutlich auseinanderklaffen. Bei SBF zeichnete sich der Turnaround schon länger ab, aber der Kurs zog noch nicht an. Da habe ich aufgestockt. Bei Funkwerk habe ich auch meine Position verdoppelt, als der Turnaround wirklich ins Laufen kam. Aber auch Microsoft habe ich aufgestockt, nachdem Nadella dort angetreten war und seine neue Strategie das Unternehmen wieder nach vorne katapultierte.

      Doch gerade bei den Nebenwerten gibt es oft längere Phasen, wo der Kurs nicht anspringt, obwohl er das sollte. Das muss man einkalkulieren und tolerieren. Der Kurs hat nicht immer Recht, das ist eine dümmliche Annahme. Der Kurs ist nur das Ergebnis der Einschätzung zweier Menschen (oder von Algos) zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er steigt, wenn die Nachfrage steigt - und bei Nebenwerten passiert das oft dann, wenn die Leute auf das Unternehmen aufmerksam werden. Weil sie es vorher nicht auf dem Schirm hatten. Das passiert bei Standardwerten eher selten. Bei Nebenwerten muss man stets die nötige Geduld mitbringen, bis einem der Markt zustimmt. Oder man erkennt, dass man falsch lag (aber das erkennt man nicht am Kurs, sondern daran, dass der Investmentcase nicht "fliegt").

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    2. Wow, sehr ausführlich. Danke!
      Online-Bildung ist nicht meine Branche. Ganz im Gegenteil.

      Mit den richtigen Smallcaps kann man schneller Rendite machen. Bei SBF kam ich auch nur 1x zum Nachlegen. Für meinen Geschmack zog die jetzt sogar etwas zu sehr an in der kurzen Zeit. Die großen Firmen sind gefühlt die sichereren Anlagen, aber eher Langstreckenläufer.

      Das Nebenwerte-Journal finde ich auch gut, allerdings hat man nicht jede Ausgabe seine Wunschunternehmen dabei. GSC ist mir auch positiv aufgefallen. Die Webseite wirkt aber etwas altbacken und ich persönlich finde es dort anstrengend zu lesen. Der Inhalt gefällt mir gut.

      Beate Sander sagt, man solle zwei bis drei Tranchen a 1000 EUR machen. Auch um dasd Risiko zu minimieren. Bei so Durchstarten ist es nicht möglich. Daher kann man auch mal eine Tranche in einem Rutsch anlegen, wenn man von der Story überzeugt ist.

      Mittlerweile muss ich sagen, dass du bei mir die Nr. 1 bist. Stefan Waldhauser war lange Zeit vorne, aber deine Analysen finde ich insgesamt etwas griffiger und kann diese eher nachvollziehen. Mag vielleicht auch an den Unternehmen liegen. In deinem Blog ist weniger Trading. Das kommt wohl durch das wikifolio von Stefan. Bin kein Fan von diesem ständigen hin und her.




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    3. Vielleicht ist für Dich neben SBF auch Funkwerk interessant? Die sind in ihrem Turnaround und der Kursentwicklung gute zwei Jahre weiter als SBF, werden vom markt aber weiterhin sträflich vernachlässigt (auch wenn sie eine der am besten performenden Aktien auf meiner Beobachtungsliste ist).

      Und auch Delignit finde ich spannend; wenn jetzt die Autoproduktion hochfährt, kommt das Delignit sehr zu gute. Und egal welcher Antrieb sich durchsetzt, Benzin, Diesel, E, Hybrid, Wasserstoff, das Thema Reichweite und Gewichtsreduktion sowie nachwachsende/recycelbare Produkte nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Da ist Delignit mit seinen Laubholz basierten Produkten ganz vorne mit dabei, bei PKWs, LKWs, Wohnmobilen, Zügen.

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    4. Funkwerk habe ich auf der Watchlist - wie viele andere Unternehmen. Ist schon stark gestiegen. Ggf. bei starken Rücksetzern. Mit Delignit werde ich nicht warm. Da fehlt mir persönlich etwas die Fantasie.

      Energiekontor gefällt mir noch am besten zurzeit.

      Momentan spare ich. Möchte jedoch vermehrt in Highflyer investieren, wo es mindestens eine Verdoppplung gibt.

      Würde wohl eher bei SBF-Rücksetzern nochmal nachlegen als bei Funkwerk neu einzusteigen. Möchte weiter in aussichtsreiche Firmen investieren, die noch am Anfang stehen, ggf. auch bestehende Firmen im Depot nachlegen. The Trade Desk ist jetzt am ATH, aber wenn die nochmal kräftig fällt, würde ich hier ohne Bedenken nachlegen.

      Viele Werte sind mir zu teuer gerade. Spekuliere auf den Herbst. Es gibt so viele tolle etablierte Aktien, die ich bei Abstürzen nur allzugerne aufsammeln würde.

      Als Investor ohne hohe Cash-Quote war mir dies in der Vergangenheit leider nicht möglich. Jetzt, wo das Depot eine gewisse Größe erreicht hat, kann ich eine höhere Cash-Quote testen. So profitiere ich am Markt von steigenden Kursen, kann aber auch bei sich bietenden Gelegenheiten - im Gegensatz zu früher - darauf reagieren und investieren.

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    5. Jeder muss für sich herausfinden, ob und wie hoch er ggf. eine Cashquote halten will. Ich habe meine jahrelange Praxis geändert, nachdem ich erkannt habe, dass eine üppige Cashquote nicht zu besseren Resultaten führt; im Gegenteil, man verschenkt damit Geld. Weil man sich immer sagt, dass man nachkauft, wenn der Kurs billiger ist, aber wenn er fällt, dann fällt er zumeist aus einem Grund bei dem Unternehmen oder beim Gesamtmarkt und man kauft dann nicht nach - weil zu dem Zeitpunkt die vorherige Sicherheit flöten gegangen ist und man Angst hat, der Kurs könnte noch tiefer fallen. Kannste ausführlich hier nachlesen: "Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?.

      Zu Funkwerk habe ich gerade einen ausführlichen Artikel veröffentlicht - der von Dir benannte Kursanstieg ist nur ein Aufholen des unberechtigten (!) vorherigen Abverkaufs. Man sollte unbedingt den Ankereffekt vermeiden: ganz klassisch passiert der, wenn man einen willkürlichen Punkt als Referenz wählt, also z.B. den Tiefstpunkt einer Korrektur, und dann den jetzigen Aktienkurs damit vergleicht. Ist völlig egal!!! An der Börse wird die Zukunft gehandelt, was gestern war, ist (fast) egal. Bewerte heute das Unternehmen und seine Aussichten in 12, 18, 60 Monaten. Und überlege, was die Aktie dann wert sein dürfte. Und vergleiche dieses Ergebnis (!) mit dem heutigen Aktienkurs. Achte nicht darauf, was der Kurs vielleicht machen wird, ob er morgen steigt oder fällt oder in drei Wochen. Wo wird der Wert der Aktie in 12, 18 oder 60 Monaten stehen? Das ist die entscheidende Frage. Und wenn Du die Aktie heute deutlich tiefer kaufen kannst, dass ist sie ein Kauf. Nicht aufgrund aktueller Börsenschwankungen.

      Und das gilt selbstverständlich nicht nur für Funkwerk, sondern für jede Aktie.

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  7. Hallo Michael,
    vielen Dank für deine vielen Anregungen hier in deinem Blog, die ich immer neugierig verfolge.
    Ich möchte mein Depot nun etwas 'strum-fester' aufstellen aber gleichzeitig voll investiert bleiben, so wie du. Das führt mich zu meiner Frage: welche deiner Watchlist-Werte siehst du im Falle eines (tech-)Crashes als relativ resistent an? Immobilien mit einer DIC bsp.weise? Mir kommen viele deiner WL-Werte als bisherige Highflyer als ziemlich rückschlags-gefährdet vor. Hast du vor dich etwas konservativer aufzustellen?
    Bin gespannt auf deine Meinung!

    Grüße
    Johannes

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    1. Moin Johannes,
      wenn es zu einer deutlichen Korrektur oder gar einem Crash an den Börsen kommt, dann zählen Fundamentaldaten und Rationalität nicht mehr, dann herrscht Angst und Panik, dann werden alle Aktien gnadenlos abverkauft. Es macht daher nach meiner Erfahrung keinen Sinn, sich im Depot auf jene Aktien zu konzentrieren, die vermutlich nicht einbrechen. Was man stattdessen tun kann, ist auf solche Aktien zu setzen, die sich nach einem Einbruch schnell wieder erholen sollten. Weil zwar ihr Aktienkurs in einem Crash leidet, aber das Unternehmen nicht so sehr. Diese Aktien erholen sich nach der ersten Panikreaktion meistens schnell(er), weil Anleger in diese Unternehmen auch schnell wieder vertrauen fassen und hier ihr Geld investieren wollen - zu den dann günstigeren Kursen.

      Ich kann mich daher nur widerholen: man sollte auf Unternehmen mit soliden Bilanzen, Cashpolster und/oder steigenden Cashflows und stetigen Einnahmeströmen sowie einem ökonomischen Burggraben setzen.

      Welche Aktien von einem Crash profitieren oder besonders leiden werden, hängt darüber hinaus davon ab, aus welchem Grund es einen Crash gibt. Bei Corona sind es die Lockdowns. Bei der Immobilien- und Finanzkrise 2008/09 waren es die Ausfälle bei den Immobilienkrediten, die Hauspreise in den Keller trieben und in der Folge dann die Banken und unser gesamtes Finanzsystem. Keine Krise und kein Crash sind genau gleich. Auch deshalb kann man sich nur bedingt auf sie vorbereiten.

      Momentan dürften ja eher die bekannten Gründe (Corona, Lockdowns) Crashauslöser sein. Mit den bekannten Profiteuren und Opfer unter den Unternehmen/Aktien. Ansonsten hilft es, auf die mittel- und langfristigen Trend zu setzen; unter Berücksichtigung der Qualitätsmerkmale, die ich zuvor genannt hatte.

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  8. Danke Michael für deine Einschätzung! Irgendwie will man es ja immer besser wissen als der Markt und das ist natürlich Blödsinn. Von daher kann ich dir gut folgen, einen Crash auszusitzen, wenn man 'seinen' Aktien/Unternehmen und ihren Geschäftsmodellen vertraut.

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    1. Vielleicht noch einen Gedankengang zur Ergänzung: man denkt ja immer, wenn der Markt crasht, kann ich zur Not ja meine Aktien immer noch schnell verkaufen. Wenn man sich von diesem Gedanken jedoch löst und vorstellt, man habe keine börsennotierten Aktien, sondern wäre über Anteile an einer GmbH beteiligt (die man ja nicht ohne Weiteres so schnell verkaufen kann), kommt man weiter. Nur Aktien kaufen von Unternehmen, an denen man auch GmbH-Anteile kaufen würde, die man nicht verkaufen kann und daher mit ihnen notgedrungen einen Crash (von Börse und/oder Wirtschaft) durchstehen müsste. Fühlt man sich bei den Gedankengang mit seinen Aktien im Depot wohl? Dann hat man die richtigen Werte ausgesucht. Die anderen sollte man noch einmal gründlich hinterfragen.

      Oder mit Buffetts Worten: "Ich versuche nie, mit Aktien Geld zu verdienen. Ich kaufe in der Überzeugung, dass die Börse am nächsten Tag auch für fünf Jahre schließen könnte".

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  9. Hallo Herr Kissig,
    inwieweit achten Sie auf die Sektorgewichtung, also wenn Sie einen neuen IT-Wert aufnehmen, reduzieren Sie dann eher einen anderen? Vergleichen Sie z.B. Ihre Gewichtung von Immobilien-Aktien mit einem Index?
    Bei Ken Fisher habe ich dazu einen interessanten Ansatz gelesen. Er meint, dass 70% der Rendite von der Assetklasse abhängen (Aktien/Anleihen/Cash), 20% von der Sektorgewichtung und nur 10% von der Auswahl der einzelnen Aktien. Faszinierender Gedanke.
    Und bei Zeit/Aufwand ist es meistens umgekehrt. Doch am Ende ist es fast egal ob Pfitzer oder Merck, da die Kurse sehr ähnlich laufen.

    Ein weiterer Aspekt: er zeigt, dass Nebenwerteperformance sich historisch auch mit den kleinen Werten des S&P500 erzielen ließ, sodass man eigentlich keine Small Caps mit ihren Nachteilen im Depot braucht.

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    1. Ja, die Sektorgewichtung spielt eine entscheidende Rolle. Ist ja auch logisch nachvollziehbar, denn wenn ein Sektor per se boomt, dann können hier auch die zweit- und drittklassigen Unternehmen erfolgreich sein. Investiert man hingegen in einen kriselnden Sektor, muss man schon den Besten herausgepickt haben, um eine Überrendite zu erzielen. Das macht das Stock Picking natürlich viel schwieriger und fehleranfälliger. Die Grundannahme in der Vergangenheit war, dass sich hieraus auch besondere Gewinnchancen ergäben. Doch das altbewährte Muster funktioniert seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, weil der Technologiesektor unaufhaltsam boomt und auch alle anderen Sektoren "infiltriert". Der "adressable market" wächst also beständig an, weil es immer neue Anwendungsgebiete gibt, während sich immer weniger Lebensbereiche finden, in denen Technologie keine Rolle spielt.

      In meinen vierteljährlichen Investor-Updates gehe ich regelmäßig darauf ein, welche Sektoren ich favorisiere und aus diesen rekrutieren sich dann auch die meisten meiner Investments. Dies ist Teil des Quality Investings, denn die boomenden Sektoren sind prinzipiell höher bewertet als die taumelnden. Man muss/sollte daher bereit sein, für Qualität einen entsprechend höheren Preis zu akzeptieren.

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  10. Hallo,wie ist deine Einschätzung zu BHP Biliton und Rio Tinto? Hälst du ein Investment in diesem Bereich für zielführend? Was sind die Alternativen ggfs? Zudem bin ich schon lange in Henkel investiert aber leider nicht gerade erfolgreich. Vielleicht kannst du hierzu und zu Unilever,Reckitt, Danone etc. eine Meinung abgeben. Was sind hier deine Favoriten?
    Vielen Dank und ich bin auf die Antwort gespannt.
    😀

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    1. Im Rohstoffsektor habe ich nicht gerade eine große Expertise. Die Unternehmen müssen sehr viel Geld ausgeben, bevor sie endlich die Rohstoffe gefördert haben. Und dann muss gerade der Weltmarktpreis passen, damit sie sie gewinnbringend verkaufen können. Sind die Preise aber niedrig, kann es sein, dass die Minen viele Jahre lang keinen Gewinn abwerfen werden und stillgelegt werden müssen. Die Unterhemmen hängen stark vom Rohstoffzyklus ab und können darauf immer nur sehr langsam reagieren. Daher reizt mich der Sektor nicht so sehr.

      Henkel und Reckitt Benckiser sind im Bereich Reinigungsprodukte tätig, Danone und Unilever überwiegend bei Nahrungs- und Lebensmitteln. Alle zählen zu den defensiven Konsumwerten, von denen man ausgeht, dass ihre Produkte "irgendwie immer" gekauft werden. Das ist auch so, allerdings gibt es eben keine Garantie, dass die Menschen immer die Marken/Produkte eines bestimmten Herstellers kaufen. Kraft Heinz hat hier jahrelang Lehrgeld zahlen müssen mit ihren angestaubten Marken, die man nicht gepflegt hat(te).

      Die Wachstumsaussichten sind begrenzt, da der markt verteilt ist und daher lediglich mit dem Bevölkerungswachstum steigt. Daher versuchen die Unternehmen, durch rege M&A-Aktivität sich besser zu positionieren und ihre Margen zu steigern. Schwierig für die Branche ist der zunehmende Erfolg des Online-Lebensmittelhandels. Bisher konnten sich die Unternehmen mit den Supermärkten einigen und sie bekamen höhere Einkaufsrabatte für aussichtsreiche Regalplatzierungen. Künftig wird der Faktor Onlinekauf wichtiger und dort gelten andere Regeln. Ich bin mir nicht sicher, wie sich das auf die Markenherstellern auswirken wird und ob/wie sie hier die Kurve kriegen.

      Vor einigen Jahren wurden die Aktien wahnsinnig teuer bezahlt, weil Anleger auf die stabilen Cashflows und Gewinne setzten und auf die schönen Dividendeneinnahmen. Inzwischen ist der Reiz verflogen und auch die hohen Bewertungen wirken nicht mehr so attraktiv, weil stetige Cashflows eben auch mit wachstumsstarken Unternehmen erzielt werden können. Wie SaaS-Firmen und/oder Microsoft, Amazon, Apple, Facebook usw.

      Ich finde die genannten Aktien nicht übermäßig interessant als Investment. Kann man im Depot haben, sollte man aber nicht zu viel von erwarten. Mein Favorit in diesem Sektor ist Costco (hier klicken). Die wachsen ordentlich und haben mit ihren "Club-Konzept" ein saustarkes Geschäftsmodell, das seit Jahrzehnten funktioniert. Die Dividendenrendite ist auch attraktiv, wenn man die alle paar Jahre ausgeschüttete Sonderdividende mit einbezieht (die erfolgte im November 2020 und lag bei $10 je Aktie). Ab und zu gibt die Aktie mal ordentlich nach, wie im März, das sind dann immer gute Nachkauf- oder Einstiegsgelegenheiten.

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  11. Hallo Herr Kissig,

    was halten Sie eigentlich von IBM als Investment? IBM wird dieses Jahr noch Kyndryl abspalten und es bleibt das Cloud-Geschäft übrig. Ich finde es spannend, dass IBM im Bereich Quantencomputer mitmischt und auch das Geschäft mit den Batterien könnte auch spannend werden: https://energyload.eu/stromspeicher/forschung/ibm-daimler-meerwasserbatterie/

    Viele Grüße aus Oberfranken

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    1. IBM gefällt mir nicht besonders. Seit Jahrzehnten wird man von Wettbewerbern abgehängt und verkauft dann das bisherige Kerngeschäft, um auf die vermeintlich attraktiveren Geschäftsbereiche zu setzen. Aber das klappt irgendwie auch nie wirklich. Nun wird mit Kyndryl erneut das verbliebene Kerngeschäft ausgemustert und man setzt auf die Cloud - also eigentlich hauptsächlich auf die "nur" zugekaufte Red Hat. Aber man ist hier kein First Mover und hat keinen signifikanten Burggraben; der Markt ist stark umkämpft und es gibt viele starke Wettbewerber, Tanker und auch Schnellboote.

      Damit IBM ein gutes Investment wird, müssen zwei Dinge vorliegen: (1.). muss "Big Blue" zu einem erfolgreichen und profitablen Wachstumsunternehmen werden und diesen Kurs nachhaltig beibehalten können. Der Markt "Cloud" spricht dafür, weil er selbst enorm wächst und somit die Chance auf gute Geschäfte groß ist. Aber (2.) müsste IBM auch besser dastehen und mehr bieten, als die vielen Wettbewerber. Nur dann lohnt ja ein Investment in ein Unternehmen, dass seit 25 Jahren schlechter agiert als seine Herausforderer. Ich kann nicht einschätzen, ob die neue IBM deutlich besser ist als die anderen Cloudunternehmen. Und solange kommt ein Investment für mich nicht infrage. Aber... sollte sich der nachhaltige Erfolg abzeichnen und IBM zu einem Cloudpowerhouse werden mit steigender Profitabilität und ordentlichen Wachstumsraten, dann würde IBM für mich interessant.

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  12. Hallo Michael,

    IAC befindet sich aktuell im Sinkflug. Hatte mir den Quartalsabschluss und den Brief vom Ceo durchgelesen, konnte aber keine schwerwiegenden Fehler oder so erkennen. Das die bisherigen Plattxormen erstmal weiter ausgebaut - sprich dort investiert werden muss ist klar.

    Was ich auch noch nicht gefunden habe, ist der prognostizierte Verlust im nächsten Jahr, wobei eine Beteiligungsfirma ja durch die Assetbewertung Gewinne/Verluste ausweisen muss.

    Auch hast du IAC aus deinem Wiki verkauft, hat das einen bestimmten Grund?

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    1. IAC hat mal wieder den größten Teil seiner Assets an seine Aktionäre "verschenkt". Das ist Teil des Geschäftsmodells und ein Erfolgsfaktor der Unternehmensgeschichte. Klar ist, dass die neuen Plattformen erstmal wieder eine Wachstumsphase benötigen und damit die Wartezeit für die Aktionäre länger werden könnte. Als nächstes Spin-off gilt ANGI, aber dort hat IAC schon länger Arbeit vor sich, das ist kein Selbstgänger.

      Die neuen Beteiligungen kosten erstmal Geld, weil sie noch nicht profitabel und im Aufbau sind. Das stört mich aber nicht wirklich, denn IAC hat ja das nötige Kleingeld, um dieses Wachstum zu finanzieren. Und die Beteiligung an MGM Resorts war ein echter Glücksgriff, eine "Jahrhundertchance", wie IAC damals sagte.

      Für meinen Verkauf aus dem Wiki gab es zwei Gründe. Der erste Grund ist die Geschichte rund um das Spin-off von Vimeo, das für Wiki-Betreiber äußerst unerfreulich verlaufen ist. Stefan Waldhauser hatte hierzu einen interessanten Artikel veröffentlicht: "Vimeo Spin Off - ein Reinfall für viele deutsche Broker". Bei Match und auch ggf. bei ANGI gäbe es dieses Problem nicht, da beide Aktien bereits an der Börse (und in Deutschland) gelistet sind. Aber es gibt ja bereits Gedankenspiele, dass IAC weitere/andere Töchter abspalten könnte und die haben bisher keine Börsennotierung.

      Der zweite Grund ist schlichtweg Geldbedarf, da ich ja zumeist zu 100% investiert bin und dann ggf. bei anderen Positionen Kasse machen muss. Und da ich beim Cashflow-Monster Alphabet zuschlagen wollte, auch wegen der nochmals forcierten Aktienrückkäufe, musste eine andere Position weichen.

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  13. Guten Abend Herr Kissig,

    ich stelle mir gerade die Frage, ob man über längere Zeit besser als der Markt abschneiden kann. Ich habe vor kurzen das Buch "Aktien für die Ewigkeit" gelesen. Aus der statistischer Sicht werden daran viele scheitern, aber es gibt für mich auch Gründe, die dafür sprechen, dass ich besser als der Durchschnitt sein kann. Welche Gründe sehen sie dafür? Ich lese schon lange Ihren Blog und finde es an sich spannend, sich mit Einzelinvestments zu beschäftigen. Was halten Sie von dem Buch von Jeremy Siegel?

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    1. Jeremy S. Siegels Buch "Aktien für die Ewigkeit" ist ein Klassiker und jeder Anleger sollte das Werk gelesen haben. Ich hatte vor einiger Zeit mal eine ausführliche Rezension dazu verfasst (hier lesen).

      Ich denke auch, dass die meisten Anleger nicht besser als der Marktdurchschnitt abschneiden werden. Weil sie a) sich nicht genau mit den Unternehmen befassen, deren Aktien sie kaufen, sondern b) lieber der heißesten Empfehlung hinterherlaufen und c) viel zu wenig Geduld haben, wenn die Aktie nicht sofort steigt oder gar fällt nach ihrem Kauf.

      Doch genau das Gegenteil führt um Erfolg! Erst ordentlich informieren und nachdenken und erst/nur dann die Aktie kaufen, wenn man wirklich von dem Unternehmen und seinen Zukunftsaussichten überzeugt ist (so Warren Buffett). Man sollte kurz und knackig erklären können, wie das Unternehmen sein Geld verdient (so Peter Lynch). Man sollte auf Unternehmen setzen, die eine solide Bilanz und/oder hohe und wachsende Cashflows aufweisen (so Ken Fisher) und man muss die Geduld haben, sich die Aktien anhand der fundamentalen Entwicklung entwickeln zu lassen (so Benjamin Graham, Warren Buffett, Peter Lynch, Charlie Munger uvm.).

      Beherzigt man diese Grundsätze, hat man schon vieles richtig gemacht. Und trotzdem wird man so nicht nur Outperformer im Depot haben. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn für die Überrendite reichen schon ein oder zwei Multibagger, die dann für das Gesamtdepot die Outperformance einspielen (so Peter Lynch). Und wenn man diese super Gelegenheiten vor sich hat und von ihnen überzeugt ist, sollte man auch eine ordentlich große Position bei ihnen eingehen (so Charlie Munger).

      Im Grunde ist es also ganz einfach. Aber leider scheitern die meisten Anleger daran, weil sie nicht das emotionale Mindset mitbringen und immer wieder gegen eine oder mehrere dieser simplen Regeln verstoßen und so ihre Rendite killen. Und warum? "Value Investing ist der einfachste Weg zum Reichtum, doch nur wenige nutzen ihn. Niemand will langsam reich werden", (so Warren Buffett). Und genau diese Gier, dieser Wunsch, (mit Aktien) schnell reich zu werden, versaut einem die Erfolgsbilanz. Daher sollte und muss man ständig an sich arbeiten, aus seinen Fehlern lernen und dadurch besser werden (so Charlie Munger). Dann klappt's auch mit der Überrendite - nur eben nicht sofort und nur auf lange Sicht.

      Also alles ganz einfach, aber nicht simpel (so Warren Buffett).

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  14. Hallo Michael,
    zuerst mal ein dickes Lob für deinen transparenten Aktienblog.
    Ich lese mir regelmäßig deine Artikel durch.

    Nun zu meiner Frage. Ich beobachte seit geraumer Zeit die Friedrich Vorwerk Aktie.
    Diese ist in letzter Zeit gut runtergekommen und hat auf Basis 2022 nun ein KGV unter 20.
    Wird wohl auch daran liegen, dass nach dem Börsengang bei vielen die Haltefrist abgelaufen ist?!
    Aufgrund der Marschroute unserer Politik, sowie dem allgemeinen Zeitgeist sollte das Geschäftsmodell von FV auf lange Sicht recht erfolgreich werden.
    Ich würde gerne deine Gedanken hierzu lesen.
    Irgendwie könnte ich mir vorstellen, dass du hier auch gerade genau hinsiehst ;)

    Ich bedanke mich im Voraus für deine Antwort und wünsche dir und deinen Lieben, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch.
    Bleib gesund.

    VG Olli

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    1. Moin Olli,
      bei Friedrich Vorwerk bin ich lediglich indirekt über MBB investiert. MBB macht das clever und bringt seine Töchter immer dann an die Börse, wenn die Stimmung optimal ist. Dass Anleger von MBB durch die IPOs abgerippt werden, halte ich für eine krude Ansicht. Immerhin steigen die Aktienkurse der MMB-Töchter nach dem IPO erstmal an und wenn dann irgendwann die allgemeine Lage oder Börsenstimmung kippt, dann ist das ja kaum MBB anzulasten. Wie bei Aumann. Es war 2018 kaum abzusehen, dass es einen Dieselskandal gibt und einen US-China-Handelskrieg mit Strafzöllen auf Autos und einen massiven Einbruch bei der Autoproduktion. Und auch die Störungen der weltweiten Lieferketten, samt Chipmangel, die zum Stoppen der Autoproduktion führt, konnte weder MBB noch Aumann oder sonstwer absehen.

      Bei Vorwerk hat man den Energiewendehype clever genutzt. Vorwerk war mir zum IPO zu hoch bewertet; aussichtsreicher Markt mit deutlichen Zuwachspotenzialen. Aber eben keine Softwarebude, sondern ein "Buddelunternehmen" und damit Personal. und Kostenintensiv.

      Friedrich Vorwerk ist aber mehr als eine Blaumanntruppe, sie haben einen ökonomischen Burggraben. Denn Energienetze und -verbindungen kann nicht jeder Tiefbauer /konzipieren und verlegen, dazu benötigt man spezielles Know-how und Zulassungen. Und eine gewisse Größe, um überregionale Ausschreibungen/Projekte bedienen zu können. Vorwerk kann das.

      Eine gewisse Schwierigkeit sehe ich darin, dass in Deutschland und in Europa noch nicht ganz klar ist, wohin der Energiezug wirklich fahren soll. Das bremst, auch Vorwerk. Hier erhoffe ich mir in 2022 mehr Klarheit und damit auch einen Startschuss für (öffentliche) Investitionen in Netze und Energieinfrastruktur. Und damit mehr Umdrehungen bei Friedrich Vorwerk. Könnte daher eine richtige interessante Aktie und eine mittel- bis langfristige tolle Anlage werden.

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  15. Hallo Herr Kissig,

    danke für diesen tollen Block.
    Kurze Frage, wie schätzen Sie die Lage bei S&T ein. Die Shortattake und Vorwürfe liegen teilweise in der Vergangenheit und sind schon 10 Jahre her. Jedoch sind Leerverkäufer Profi ,wie sagt man so schön, wo Rauch ist, ist auch Feuer. Werden Sie Ihre Position halten sogar ggf. aufstocken?

    VG Philipp

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    1. Nach oberflächlicher Durchsicht scheint an den Vorwürfen von Viceroy/Fraser Perring nicht viel Substanzielles dran zu sein. Er legt den Finger in die Wunde bzgl. der Transparenz und da hat S&T viel gutzumachen. Aber da eine "Fraud-Story" ala Wirecard draus zu basteln, ist schon lächerlich.

      Kurzfristig dürfte der Kurs sich weiter erholen. Mittelfristig kommt es darauf an, wie die Aufteilungspläne vorankommen und wie lange Niederhauser noch am Ruder bleibt. Er ist bisher ja der Erfolgsmotor. €18 bis €20 sollte die Aktie trotz der Unklarheiten jedenfalls wert sein.

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  16. Hallo Michael,
    warum verkaufst du ausgerechnet in der aktuellen Panik Zalando?
    Bei Kursen über 100€ hast du nicht reagiert...
    Das ist ein ausgesprochen schlechtes Timing.

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    1. Bei Zalando gefällt mir der Trend nicht (mehr). Und damit meine ich nicht der Kurs. Der Kursverlauf gefällt mir zwar auch nicht, aber er ist nicht der Grund für meine Trennung von Zalando.

      Zalando war ein großer Gewinner der Coronakrise. Man konnte stark wachsen, man konnte die Margen stark ausweiten. Dann fing man an, heftig zu investieren (ins Fulfillment, was sinnvoll ist). Aber das Wachstum lässt nun stark nach, man muss die Marketingausgaben wieder massiv hochfahren, was - zusammen mit den Investitionen - die Margen dauerhaft senkt. Die nähern sich wieder Vor-Corona-Niveau an. Die erhofften und erwartbaren Skalierungseffekte bleiben also bisher aus.

      Ein weiterer Trend, den ich bisher nicht als ganz so kritisch angesehen hatte, nimmt hingegen Fahrt auf: Direct-tot-Consumer. Große, starke Brands setzen auf Eigenvermarktung und verbannen ihre Produkte aus Shops und Marktplätze. D2C-Pioniere im Modebereich sind Nike, adidas, Puma. Wenn solche Kundenmagnet-Produkte auf einer Plattform fehlen, vermindert das ihre Attraktivität. Das trifft langsam aber sicher sogar Amazon.

      Ich denke, dass Zalando weiter erfolgreich sein wird. Aber ohne Corona hat man einiges an Rückenwind verloren und wird wieder deutlich stärker kämpfen müssen. Und das steigenden Zinsen und Notenbanken, die die Geldmenge tendenziell verkleinern anstatt sie weiter massiv auszuweiten wie die letzten mehr als 10 Jahre. Ich sehe Zalando daher nicht mehr als Überflieger an, sondern fürchte, dass Zalando sich künftig eher schlechter als der Gesamtmarkt entwickeln wird. Auf Basis der zunehmenden operativen Herausforderungen. Aus diesem Grund habe ich mich von Zalando getrennt.

      Und ja, wären mir all diese Argumente schon vor einigen Monaten so klar gewesen, dann hätte ich bei höheren Kursen aussteigen können. War aber nicht so. Und es ist auch kein Grund, jetzt an den Aktien festzuhalten, nur weil sie schon mal deutlich höher standen.

      Ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege, wird sich zeigen müssen. Ich glaube jedoch, dass es zur Zeit attraktivere Investments gibt in diesem Konjunktur- und Wirtschaftsumfeld.

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    2. Hallo Michael,
      welches sind denn deine attraktiveren Investments in diesem Konjunktur- und Wirtschaftsumfeld?

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    3. Inflationsdruck und steigende Zinsen bei einer sich erholenden Konjunktur sprechen für Finanzwerte. Versicherungen und Banken. Meine Favoriten sind weiterhin Alternative Asset Manager wie Apollo Global Management, Blackstone und KKR. Und auch Berkshire Hathaway sollte weiter gut zurecht kommen, da man ja ein starkes Exposure im Finanzsektor hat und darüber hinaus im Bereich Industrie und Konsum gut/breit aufgestellt ist (vor allem bei Einbeziehung der vielen nicht börsennotierten Beteiligungen, wie z.B. die Eisenbahn BNSF).

      Des Weiteren Unternehmen mit Preissetzungsmacht, denen die Kunden nicht weglaufen, wenn die Preise angehoben werden. Costco ist hier mein Favorit, aber auch Microsoft. Bei den deutschen Nebenwerten hat Steico im letzten Jahr mehrfach die Preise angehoben; jetzt konnte man berichten, dass man die Margen deutlich ausgeweitet hat und weiterhin an der Kapazitätsgrenze produziert (demnächst läuft die nächste Fertigungslinie an).

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  17. Hallo Herr Kissig,

    was hat Sie zum jetzigen Zeitpunkt zum Einstieg bei Berkshire bewogen?

    Bisher haben Sie im Wikifolio ja eher auf andere Pferde gesetzt.

    Viele Grüße
    Bill

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    1. Buffetts Berkshire Hathaway ist die älteste Position auf meiner Beobachtungsliste, quasi vom Start weg im Jahr 2011. Es sprechen aktuell viele Argumente für Berkshire: Apple als Cashcow und recht resilentem Schwergewicht im Depot, die starke Ausrichtung auf den Finanzsektor (Banken und Versicherungen profitieren von steigenden Zinsen), der hohe Anteil an Industriewerten und konjunkturaffinen Unternehmen, auch unter den nicht börsennotierten Gesellschaften (wie Precision Castparts, BSFN uvm). Berkshire ist ein klassisches Value Investment und breit diversifiziert über eine ganze Reihe von Branchen - und mit Schwerpunkt USA. Dazu hat man einen hohen Cashbestand von fast $150 Mrd und ist damit bestens für Unwägbarkeiten vorbereitet. Habe zuletzt auch im Depot meinen Bestand aufgestockt.

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  18. Hallo eine Frage an Sie: die bisherigen Favoriten KKR und Apollo schmeißen sie Stück für Stück aus dem Wiki. Warum?

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    1. Der Ukraine-Krieg und die Auswirkungen der Sanktionen werden erhebliche Auswirkungen auf unser Leben in den nächsten Monaten und Jahren haben. Ich habe daher Anpassung meines Depots und meiner Wikis an die "neue Realität" vorgenommen. Und die lautet leider: hohe, anhaltende Inflation, Umsatzeinbußen bei vielen Unternehmen (durch Russland-Boykott), sinkenden Gewinne durch hohe Energiekosten, Notenbanken in Problemen (steigende Zinsen bremsen Wirtschaft zusätzlich ab; Inflationsbekämpfung ist aber ein Hauptziel). Mit anderen Worten: wir steuern absehbar auf eine Rezession zu und zwar in Deutschland, Europa, USA. Das ist kaum noch zu vermeiden, selbst wenn der Ukrainekrieg sofort beendet würde.

      Die Folge aus diesen Überlegungen ist, dass die Börsenkurse leiden werden, weil viele Unternehmen schlechtere Geschäfte machen werden und/oder die Erwartungen der Anleger zu hoch sind. Das liegt auf der Hand. Aber es lag auch auf der Hand, dass das starke Extra-Wachstum durch Corona bei einer Normalisierung zu niedrigeren Wachstumsraten führen wird - und die Kurse der Unternehmen stürzen ab, wenn dann die konkreten Zahlen vorgelegt werden.

      Ich positioniere daher Depot und Wikis so, dass ich Unternehmen höher gewichte, die mit der neuen (und wohl Monate oder länger anhaltenden) Lage gut/besser zurecht kommen und ich verkaufe die Unternehmen, die stärker in Mitleidenschaft geraten dürften. Und ich habe einige Gewichtungen leicht angepasst, wenn es mir im Hinblick auf die Depotbalance nötig erschien.

      Finanzwerte und dabei auch Alternative Asset Manager leiden in Rezessionen überdurchschnittlich, weil ihre Einnahmen sinken (Provisionen) und der Wert ihrer Beteiligungen. Das mögen Anleger gar nicht. Im Gegenzug können sie natürlich ihr "Dry Powder" für neue lukrative Zukäufe einsetzen, wodurch die zukünftigen Gewinne gepusht werden. Bis sich die Aktienkurse wieder erholen, dauert es aber ein bisschen.

      Ich habe daher Apollo und KKR reduziert und im Gegenzug Berkshire Hathaway aufgestockt.

      Meine Überlegungen hinsichtlich Inflation, Rezession usw. werde ich in einem separaten Artikel noch ausführlicher darlegen.

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    2. Wie Sie das beschreiben ist es am Besten alles zu verkaufen :D

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    3. Bei 0% Zinsen auf dem Konto und einer Inflationsrate von 5% ist das doch auch keine Option. In den richtigen Unternehmen angelegt wird dort das Geld vermehrt - das zahlt sich früher oder später dann auch in (wieder) höheren Aktienkursen aus. Qualitätsunternehmen mit Preissetzungsmacht sind der beste Schutz gegen Inflation.

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    4. ...dannn müsste doch mutares auch reduziert werden?!

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    5. Ich schätze das anders ein und habe Mutares sogar aufgestockt. Denn Mutares ist Experte für Stresssituationen in Unternehmen. Sie kaufen angeschlagene, insolvente, taumelnde Firmen oder Sparten von Großkonzernen. Dafür bezahlen sie wenig bis gar nichts und bekommen oftmals sogar eine "Sanierungsmitgift" mit auf den Weg (Bargain Purchase). Anschließend sanieren sie die Neuerwerbungen, rationalisieren, strukturieren um, positionieren sie neu und kaufen ggf. weitere Firmen aus der Branche und formen neue, schlagkräftige Konzerne. Diese verkauft Mutares nach 3 bis 5 Jahren wieder, wenn die Unternehmen "in der Spur" sind und für Branchengrößen attraktiv. Die wenigsten Unternehmen wollen sich Sanierungsfälle ins Boot holen, auch wegen der damit verbundenen negativen Publicity. Also kaufen sie lieber sanierte Firmen und zahlen dafür gutes Geld.

      Die gegenwärtige Lage und die sich abzeichnende zunehmende Verschlechterung spielt Mutares also in die Karten, weil man viel mehr Targets vor die Nase bekommt. "Zum Glück" hat man finanziell aufgerüstet durch die satte Kapitalerhöhung und kann aus dem Vollen schöpfen.

      Und die andere Seite? Klar, Mutares will und muss auch als Verkäufer aktiv werden. Und je besser die Börsen laufen und je höher die Multiplen für Unternehmen sind, desto größer der Gewinn. Aber diese Seite ist für Mutares nicht die entscheidende, das muss man verstehen. Bei Mutares liegt der Gewinn im Einkauf! Wörtlich. Der Verkauf muss nicht zwingend erfolgen, weil die Unternehmen, wenn sie saniert sind, ja Gewinne erzielen und diese an Mutares (die Mutter/Holding) abführen. Für den Erfolg einer Transaktion ist nicht der Verkaufszeitpunkt entscheidend. Der "zählt" wiederum nur für den kurzfristig orientierten Börsenkurs, weil zum Stichtag die Bücher geschlossen werden (Quartals- oder Jahresende) und daran dann die Kennzahlen und Einschätzungen festgemacht werden. Dabei ist es für das Unternehmen Mutares völlig egal, ob sie die Tochter ABC GmbH am 30.12. oder am 4.1. verkaufen und dabei €10 Mio. Gewinn einsacken. Für die Börse und das heiß geliebte KGV ist das aber wichtig. Weil selten länger als ein paar Sekunden nachgedacht wird und sich anhand von ein, zwei Kennzahlen ein sofortiges (und meist abschließendes) Urteil gebildet wird. Für "tieferschürfende" Anleger entstehen dann immer Chancen. Denn der Gewinn ist ja nicht weg, sondern er taucht im nächsten Zahlenwerk wieder auf - und dort ist er dann ein zusätzlicher, unerwarteter Beitrag, was die Börse dann wieder (zu sehr) euphorisiert.

      Da Mutares zu den attraktiveren Dividendenzahlern gehört, richtet sich der Fokus zunehmend auf die Dividendenhöhe. Und die Frage, ob Mutares auch genügend Unternehmen verkauft hat, damit die Dividenden möglichst üppig ausfällt. Ist nicht so mein Spiel, aber ich bin natürlich mit dabei als Aktionär. Wenn Mutares noch ein weitere Exit gelingt und angesichts der bevorstehenden Dividendensaison könnte der Kurs ordentlich Rückenwind kriegen - wenn der Ukraine-Krieg und die allgemeine Börsenentwicklung dem nicht völlig einen Riegel vorschiebt.

      Für mich ist Mutares damit insgesamt eines der attraktiv(st)en Unternehmen, in denen man aktuell investiert sein kann...

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    6. Konstantin12.03.22, 23:38

      Ist die bevorstehende S&P 500-Aufnahme bei Apollo nicht Grund genug, erst einmal investiert zu bleiben?

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    7. Moin Konstantin,
      eine mögliche Indexaufnahme und die damit verbundene höhere Nachfrage nach diesen Aktien ist aus meiner Sicht kein ausreichender Grund, eine Aktie zu kaufen. Das gilt für Apollo Global Management mit der potenziellen S&P 500-Aufnahme genauso wie für Alphabet und Amazon hinsichtlich der möglichen Dow-Aufnahme. Die Indexaufnahme ist vielmehr das Sahnehäubchen oben drauf. Viel entscheidender ist die zugrundeliegende fundamentale Entwicklung der Unternehmen. Und die sieht bei allen dreien positiv aus. Alle drei wachsen, alle drei seigern ihre Umsätze und ihre Gewinne - kurzfristig im Blick auf die aktuelle Entwicklung bei Inflation, Konjunktur, Ukraine-Krieg können sie aber stärker unter Druck geraten. Daher habe ich z.B. APO reduziert. Die Indexaufnahme(n) werden später wieder ein interessanteres Thema...

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  19. Wow Tesla!!! ich bin sehr überrascht. Kann mich noch gut an den VW Artikel(?) erinnern, wo Sie scharf gegen Tesla bzw. Musk geschossen haben. Wie kam es zu dieser Wendung?

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    1. Ich hatte ja kürzlich einen ausführlichen Artikel zu Tesla verfasst (hier) und war selbst überrascht, wie viele Dinge sich in den letzten anderthalb Jahren positiv entwickelt haben. Tesla verdient unterm Strich Geld und zwar mit der Autoproduktion, nicht mehr nur mit Verschmutzungszertifikaten. Tesla wächst stark und profitabel. Tesla hat einige moderne Produktionsverfahren etabliert, die die Kosten deutlich unter die der Konkurrenz senken - und die kommt nicht (mehr) hinterher. Des Weiteren hat die Klimawende und die Dekarbonisierung ordentlich an Fahrt zugenommen; durch den Ukrainekrieg nochmals, aber nicht nur deshalb. Die neue Achillesferse, neben den Netzen, ist die Stromspeicherung. Auch hier ist Tesla innovativ und vorne mit dabei. Darüber hinaus könnte auch das Thema Solardachziegel in den nächsten beiden Jahren richtig an Fahrt aufnehmen.

      Tesla ist nach wie vor sehr hoch bewertet. Aber es wächst rasant und profitabel. Zwei neue Werke sind gerade ans Netz gegangen (Gründheide und Austin) und werden in den nächsten Monaten ihre Produktion massiv hochfahren. Trotz der Lieferengpässe wächst Tesla so stark. Wenn sich hier mal etwas Entspannung einstellt, wird das Wachstumstempo noch zunehmen. Die hohe Einkaufspreise kann Tesla an die Kunden weitergeben, die Nachfrage ist ungebremst hoch.

      Ich bin weniger ein Fan vom Elektroautobauer als viel mehr vom Elektro-Innovator Tesla: Stromspeicher, Batteriezellentechnologie. Und deshalb glaube ich, dass Tesla in seine aktuelle hohe Bewertung relativ zügig hinein- und darüber hinauswachsen wird. An diesem Punkt ist Tesla für mich ein Wachstumsinvestment.

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  20. m_praetorius27.04.22, 23:36

    Hallo Herr Kissig,

    Wie ist denn Ihre Einschätzung zu IBM? Langsam scheint man dort insbesondere im Cloudgeschäft langsam auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Könnte IBM mittlerweile eine Turnarround-Spekulation sein?

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    1. IBM hat endlich mal Erfolge vorzuweisen. Man hat die Rechenzentrums-Infrastruktur-Sparte abgespalten (Kyndryl) und konzentriert sich auf das wachstums- und margenstarke Software- und Beratungsgeschäft. Der Umsatz legte in Q1/22 ggü Vorjahr um 8 % zu, wobei die Cloud-Sparte sogar 14 % wuchs; die steuert rund 35 % zu den Erlösen bei. Der Nettogewinn lag um 25 % über dem Vorjahreswert. Das klingt erstmal positiv, allerdings ist der verbliebene Infrastrukturbereich weiterhin rückläufig. Und dann muss man das Wachstum ja ins Verhältnis zum Branchenwachstum und den Wettbewerbern sehen, nicht nur absolut. Im Cloudsegment klingen 14 % Wachstum jetzt nicht wirklich herausragend. AWS (Amazon) lag bei 37 % und Azure (Microsoft) bei 46 % - und die beiden globalen Marktführer sind ja deutlich umsatzstärker in der Cloudsparte, daher ist das Wachstum umso beeindruckender.

      IBM kann zumindest mal positiv auf sich aufmerksam machen. Kann man beobachten, ob der positive Trend anhält und wie die weitere Entwicklung läuft. Die Dividendenrendite ist natürlich deutlich überdurchschnittlich, aber Dividende ist eben auch nicht alles. Insgesamt auf einem besseren Weg als in den letzten 10 Jahren...

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  21. Hallo Herr Kissig,

    Wie sieht es aus Ihrer Sicht prognostisch mit Apollo aus, nach den wirklich guten Zahlen, die sich ja momentan nicht im Kurs widerspiegeln. Besten Dank für Ihre Einschätzung.

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    1. Apollo Global Management, wie auch Blackstone und KKR, profitieren vom gegenwärtigen Umfeld. Sie sitzen auf viel frischem Geld ("dry Powder"), das sie nun investieren können. Und dafür bieten sich immer mehr Gelegenheiten. Jedes neue Investment erhöht dabei ihren Provisionsstrom.

      An der Börse herrscht die Angst, dass die Geschäfte künftig nicht mehr so gut laufen werden.

      (1.) Weil ein Teil der Provisionseinnahmen Performance-Fees sind, also vom Wert bzw. der Bewertung von Unternehmen abhängt und da die Börsen fallen, sinken diese Bewertungen - und damit die Provisionen aus diesem Teilsegment.

      (2.) Höhere Zinsen bedeutet höhere Refinanzierungskosten. Aber vor allem stellen Anleihen und andere Zinsanlagen bei höheren Zinsen eine Alternative zu Risikoassets dar. Auf den ersten Blick. Denn die Inflation von mehr als 5 % drückt die Realverzinsung natürlich ins Minus, so dass der Anleger am Ende des Jahres trotzdem weniger Geldwert hat als vorher. Hier sind dann alternative Anlagenformen gefragt, mit denen sich eine Überrendite (oberhalb der Inflationsrate) erzielen lässt. Und die Pensionsfonds und Vermögensverwalter haben hier kaum Erfahrung, weshalb sie das Geld dann den Alternativen Asset Managern anvertrauen, weil die in diesen Märkten und Assetklassen zuhause sind.

      Dass es bei APO, KKR, BX läuft, zeigen nicht nur die Quartalszahlen, sondern auch der Newsflow. Dort ist von großen Übernahmen die Rede und vom erfolgreichen Einwerben frischer Gelder bei Investoren. Das speist die Provisionen und Gewinne von morgen.

      "Volatilität ist letztlich positiv für unser Geschäft. Die Geschäfte, die wir in diesem schwierigen Umfeld tätigen, legen den Grundstein für potenziell bedeutende zukünftige Ausschüttungen."
      (Stephen A. Schwarzman, Gründer/CEO von Blackstone)

      Schwarzman hat es treffend auf den Punkt gebracht: Börsenturbulenzen und Unsicherheit sind die Phasen, in denen die Alternativen Asset Manager bei guten Gelegenheiten öfter und stärker zum Zug kommen. Weil die Preise niedriger sind und weil andere Akteure sich mit Käufen zurückhalten. Früher haben sie vor allem ihr eigenes Geld investiert und damit waren sie viel stärker von der Börsenentwicklung abhängig. Heute investieren sie das Geld anderer Leute und verdienen hieran Provisionen. Die schwanken weniger stark.

      Aus diesen Überlegungen heraus habe ich APO und KKR wieder aufgestockt und auch BX als Ergänzung. Bei APO kommt noch die mögliche S&P 500-Aufnahme als zusätzlicher Trigger ins Spiel...

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    2. Moin Michael,
      Stefan Waldhauser hat vor einiger Zeit einen Artikel über das Risiko „Immaterielle Vermögensgegenstände“ geschrieben.
      Daraufhin habe ich mein Depot unter die Lupe genommen und bin bei insgesamt 6 von 18 Unternehmen in meinem Depot auf einen hohen Anteil „Immaterieller Vermögensgegenstände“ in der Bilanz gestoßen.
      Es handelt sich um Danaher, Thermo Fisher, Adobe, Hypoport, Nynomic und Sartorius VZ, die einen Anteil von 62 – 89 % Immaterieller Vermögensgegenstände am Anlagevermögen haben. Bei Betrachtung des 5-Jahres-Zuwachses fallen Hypoport und Sea Limited mit 521 % bzw. 2093 % besonders auf (alle Zahlen stammen vom aktien.guide)
      Bei den meisten dieser Aktien konnte ich bisher keinen Grund zur Sorge finden, bei Hypoport und Sea Limited allerdings durchaus. Daher meine Fragen an dich:
      • Beachtest du diesen Aspekt bei deinen Aktienanalysen und -entscheidungen?
      • Ist die Beachtung dieses Risikos bei Beteiligungsgesellschaften wie Danaher überhaupt möglich und sinnvoll?
      • Besteht ein erhöhtes Risiko nur bei High-Growth-Werten?
      Gruß Isabelle

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    3. Moin Isabelle,
      das Thema immaterielle Vermögenswerte ist komplex und kompliziert. Zu ihnen gehören insbesondere Firmenwerte, Patente, Warenzeichen, Marken, Rezepturen, Konzessionen, Lizenzen, Kundenlisten oder Software. Also ein breiter Mix.

      Grundsätzlich kann es jede Firma betreffen. Beispiel Marken oder Patente. Nokia war mal die wertvollste Marke im Handybereich. Dann kam BlackBerry und später das Apples Iphone und Nokia war abgemeldet. Dann hat Microsoft (noch unter Steve Ballmer) Nokia übernommen (bis auf das Netzwerkgeschäft), aber der Flop blieb ein Flop und schon nach relativ kurzer Zeit musste man den gesamten Zukauf als wertlos abschreiben - es war der größte Quartalsverlust für Microsoft aller Zeiten, den dann schon Satya Nadella als Ballmer-Nachfolger verkünden durfte.

      Richtig ist, dass eine Bilanz mit hohen immateriellen Vermögenswerten unbedingt genauer in Augenschein genommen werden sollte. Denn hier können (versteckte) Abwertungsrisiken lauern, die dann zwar kein Cash abziehen, wenn sie sich als nötig erweisen, aber zulasten des Gewinns gehen und damit ggf. auch das Eigenkapital angreifen.

      Bei Adobe als Softwarefirma schlagen hier vor allem die Software und die Marke zubuche. Das ist nicht besorgniserregend, weil Adobes Kunden kaum wechseln (können) und es keine/wenig Anzeichen dafür gibt, dass Adobe seine herausragende Marktstellung an die Konkurrenz verliert oder seine Programme nicht mehr nachgefragt/benötigt werden.

      Adobe kauft auch Firmen hinzu und bezahlt meistens mehr als sie zum Kaufzeitpunkt wert sind. Auch dieser überhöhte Kaufpreis fließt in die immateriellen Vermögenswerte mit ein und darin liegt natürlich ein Risiko. Denn wenn sich herausstellt, dass die Firma und/oder ihre Produkte nicht halten, was sie versprochen haben, erweist sie sich als teurer Fehlkauf - und muss abgewertet werden.

      Bei Danaher und Thermo Fisher gehören Firmenzukäufe zum Geschäftsmodell und auch bei Nynomic. Dennoch können auch sie sich mal Flops leisten bei Zukäufen und dann droht auch hier Abwertungsbedarf. Ihre Erfolgsquote spricht aber für sich, vor allem bei DHR und TMO.

      Bei Hypoport haben wir wieder eine Softwarefirma vor uns, deren größter Wert in ihrer Plattform steckt (EUROPACE). Hier sind in den letzten 10 Jahren massive Investitionen hineingeflossen und dies zeigt sich in immateriellen Vermögenswerten. Da die Plattform stark wächst und klarer Marktführer in Deutschland mit kaum angreifbarer Marktposition ist, lauern hier kaum Abwertungsrisiken. Anders sieht es bei der Versicherungsplattform aus. Auch hier investiert Hypoport seit einigen Jahren sehr viel Geld, aber der Erfolg ist überschaubar. Sollte man auch künftig wenig/kaum Kunden gewinnen, würde sich die Versicherungsplattform als Reinfall erweisen und damit als weniger werthaltig als bisher angenommen. Dann müsste sie konsequenterweise abgewertet werden. Aber... ob das bestehende Risiko sich hier konkretisiert, ist heute noch nicht absehbar. Der Markt ist stark fragmentiert und merklich in Bewegung. Hypoport hat noch alle Chancen, hier erfolgreich zu werden. Allerdings ist das Risiko größer geworden, weil man ursprünglich ja davon ausgehen konnte (und eigentlich sogar musste), dass Hypoport wegen seiner exzellenten Marktstellung mit seiner Immobilienplattform EUROPACE bei Sparkassen und Genobanken der "geborene" Partner für die versicherungsplattform wäre. Aber das wurde ja bekanntlich nun Wettbewerber JDC Group.
      1/2

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    4. 2/2
      Man sollte bei immateriellen Vermögenswerten also genauer hinsehen, ob hier ein "echtes" Risiko schlummert. Firmen wie Salesforce, die seit Jahren hauptsächlich durch sehr teure Übernahmen wachsen, stehen nun vor einem Dilemma, denn die Bewertungen der ganzen Branche sind massiv eingebrochen und damit auch die Firmenwerte der zugekauften Firmen in der Salesforce-Bilanz. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in nächster Zeit sehr viele "adjusted" und "bereinigte" Ergebniszahlen von Unternehmen vorgelegt bekommen, wo man dann ebenfalls genau(er) hinsehen sollte, was denn da bereinigt wurde.

      Immaterielle Vermögenswerte sind ein beachtenswertes und nicht ganz einfaches Themenfeld...

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    5. Moin Michael,
      erstmal wieder vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Besonders bei Hypoport ist mir das Risiko, das in den immateriellen Vermögenswerten steckt, dadurch nochmal klarer geworden. Sie gehörten eh schon zu den Werten in meinem Depot, die ich kritisch beobachte. Jetzt warte ich noch die HV ab und entscheide mich dann weiter. Mein Depot ist schon ziemlich aufgeräumt mittlerweile, es war nicht schön, die hohen Verluste zu realisieren, aber jetzt bin ich deutlich zufriedener mit „meinen“ Aktien.
      Gruß Isabelle

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    6. Moin Isabelle,
      sich einzugestehen, dass man falsch lag, ist schon eine große emotionale Hürde; zumal, wenn man die Verluste realisieren muss. Meiner Erfahrung nach fühlt man sich dann aber besser, geradezu befreit. Man kann die Verluste abhaken und nach vorne schauen. Sich dabei mit den begangenen Fehlern auseinanderzusetzen, ist schon wichtig, um sie nicht noch einmal zu begehen. Und, wie Du richtig schreibst, sollte man nur Aktien im Depot haben, mit denen man sich wirklich wohl fühlt.

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    7. Moin Michael,
      da ich nicht davon ausgehe, dass du heute mittag einfach die Nerven verloren hast und deshalb so einiges aus deinem Nebenwerte-Wiki verkauft hast, meine Frage: Gehe ich recht in der Annahme, dass du in den nächsten Tagen/Wochen mit weiter stark fallenden Kursen insbesondere am deutschen Aktienmarkt rechnest? Durch einen zu befürchtenden Gasnotstand werden ja wahrscheinlich nicht nur die direkt betroffenen Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen! Und die gesamte politische und wirtschaftliche Lage in der Welt lässt leider sowieso nicht viel Gutes erwarten...
      Gruß Isabelle

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    8. Moin Isabelle,
      ob ich die Nerven verloren habe, wird die Zeit zeigen. Meine Verkäufe im Depot und im Nebenwerte-Wiki haben genau den von Dir vermuteten Grund: Das heutige Auslösen der Alarmstufe im Gas-Notfallplan. Zwar wurde wohl auf Habecks Wunsch hin von der BNetzA noch nicht "förmlich festgestellt", dass viel zu wenig Gas nach Deutschland geliefert wird, so dass momentan die Gaspreisexplosion komplett bei den Energierversorgern hängen bleibt (und diese damit Richtung Insolvenz treibt), aber sofern Putin nicht umgehend den Gashahn wieder aufdreht, wird diese förmliche Feststellung wohl in den nächsten Tagen erfolgen müssen. Das löst dann reale Folgen aus, denn ab dem Moment dürfen die Energieversorger ihre massiv gestiegenen Einkaufspreise für Gas an ihre Kunden weiterbelasten - mit einer Preisanpassungsfrist von 1 Woche. Das wird dann zu erheblichen Verwerfungen führen, weil sich gerade finanzschwache Haushalte so eine Gaspreisver-X-fachung überhaupt nicht leisten können.

      Es droht aber noch die dritte Stufe des Notfallplans. In der würde die Gasmangellage festgestellt und die Energieversorger (also die Endkundenverkäufer wie Eon, Stadtwerke usw.) würden kaltgestellt und die BNetzA übernimmt dann die Gasverteilung in Deutschland. Privathaushalte zuerst, Industrie zuletzt. Und genau das ist das Katastrohenszenario!

      Einfach mal die Meldung von BASF ansehen, was die bzgl. ihres Stammwerks in Ludwigshafen gesagt haben: umgehende Komplettabschaltung. Und das bleibt dann aus, bis wieder genug Gas vorhanden ist. Die wirtschaftlichen Folgen für BASF und alle, die von deren Produkten abhängig sind, kann man sich ja vorstellen.

      Deutschland war der größte Profiteur der Globalisierung. Die wird nun teilweise zurückgedreht und Deutschland leidet stark. Deutschland hat keine Rohstoffe und ist bzgl. Energie (Gas, Öl, Kohle, Uran) komplett von Russland abhängig. Auch hier wird Deutschland der große Verlierer sein, während die USA autark sind und enorme wirtschaftlichen Vorteilen gegenüber Deutschland und der EU entgegensehen.

      Wie schlimm es wirklich wird, wen es konkret am schlimmsten trifft und wer vielleicht die Grätsche macht oder gar profitiert, ist kaum abschätzbar. Ich habe daher Teilverkäufe im Wiki vorgenommen, um das Risiko zu senken. In meinem Depot habe ich mir zur zusätzlichen Absicherung sogar einen DAX-Put "eingefangen".

      Ich will keine Panik verbreiten und glaube auch nicht, dass man jetzt alle Aktien verkaufen muss. Aber das Chance-Risiko-Verhältnis für Europa und vor allem für Deutschland hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Das kann und will ich nicht ignorieren. Andererseits werden sich Wirtschaft und Unternehmen auf die neue Lage einstellen. Ich werde mir genau ansehen, wie die einzelnen Firmen getroffen werden und wie sie damit klarkommen. Und dann ggf. meine Positionen reduzieren oder aufstocken, je nachdem. Aber, wie gesagt, momentan ist das alles noch vage, was da wirklich auf uns zukommt. So etwas hat es noch nie gegeben. Ist vielleicht mit dem politisch gewollten Runterfahren der Wirtschaft in 2020 zu vergleichen. So kann es werden, muss es aber nicht.

      P.S.: Ich wollte das eigentlich am Wochenende in einem ausführlichen Artikel alles nochmal darlegen; das Wesentliche habe ich ja nun schon mal vorab rausgehauen...

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    9. Vielen Dank für die klaren Worte, Michael. Mir geht es schon länger auf den Geist, wenn von nicht wenigen „Aktienexperten“ immer noch nur Beschwichtigungen kommen, nach dem Motto: Crash und Bärenmärkte gab es schon immer, da müssen wir nur durchhalten. Da wird doch so einiges übersehen, was momentan los ist: ein Krieg, der immer weiter eskaliert und bei dem keine Ende abzusehen ist und ein schnell voranschreitender Klimawandel mit seinen bekannten Folgen. Das alles zur Kenntnis zu nehmen, ist keine Schwarzmalerei, sondern eine realistische Sicht auf die aktuelle Lage. Aber die Konsequenzen für’s eigene Aktiendepot sind trotzdem schwer zu ziehen …
      Gruß Isabelle

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    10. Hallo Michael, nutzt du deinen Wertpapierkredit immer noch oder jetzt runtergefahren?
      Der DAX-Put mit Hebel ist ja auch wie ein Kredit.

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    11. Ja, ich nutze den Wertpapierkredit noch. Stand heute hat sich das nicht gelohnt (ging ja erst letzten Herbst los). Den DAX-Put habe ich mir nicht als Spekulation auf fallende Kurse gekauft, sondern als Versicherung gegen einen starken Kurseinbruch. Sollte der Fall eintreten (Gasmangellage), dürfte es kräftig runterrauschen mit den deutschen Aktien und dann vermutlich auch wieder besonders stark im Nebenwertebereich. "Mein Plan" ist, dann die aufgeblähten Mittel aus dem Verkauf des DAX-Puts zum Wiederaufstocken der Nebenwerte zu nutzen. Ob das so aufgeht und ob ich emotional dann gefestigt genug bin, zum richtigen Zeitpunkt den Put zu verkaufen und Nebenwerte zu kaufen, bleibt abzuwarten. In der Theorie klappt das bestimmt, in der Praxis vielleicht nicht...

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    12. Hallo Herr Kissig,

      mich würde interessieren, welchen Put Sie genau gekauft haben? Könnten Sie vielleicht die WKN oder eine andere Nummer uns mitteilen?

      Gruß
      Matthias

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    13. Moin Matthias,
      ich habe mich für ein endlos laufendes Knock-Out-Zertifikat auf den DAX entschieden mit einem Basiswert von 15.967 Punkten, also ganz weit "aus dem Geld". Es ist der Citi TurboBear OpenEnd DAX mit der WKN: KE9F7S.

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  22. m_praetorius30.07.22, 12:11

    Hallo Herr Kissig,
    Sie haben die Porsche Automobil Holding SE als Neuzugang auf die Beobachtungsliste genommen. In der Vergangenheit waren Sie bezüglich deutschen Automobilwerten immer sehr skeptisch. Haben Sie Ihre diesbezügliche Einschätzung geändert? Gehen Sie ggf. mit einem eigenen Artikel auf diesen Investmentcase ein?
    Schöne Grüße und vielen Dank für die tollen Beiträge, die Sie hier kostenfrei veröffentlichen!

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    1. Richtig, ich bin kein großer Freund von Investments in Automobilhersteller: zu kapitalintensiv, zu große Einmischung der Politik, zu starke Gewerkschaften... Tesla sehe ich eher als EE-Unternehmen, wo Automobilbau nur Mittel zum Zweck ist; könnte mir sogar vorstellen, dass der Teil irgendwann verkauft wird und Tesla zum reinen EE-Dienstleister und -zulieferer für andere wird. Die Porsche Automobilholding SE ist ebenfalls ein Sonderfall. Sie ist ja kein Automobilhersteller, sondern die börsennotierte Vermögensverwaltung der Familien Porsche und Piech. Klar, ihr größtes Asset ist die VW-Beteiligung, aber die notiert via Porsche SE-Aktie mit einem großen Abschlag zum VW-Kurs. Das ist reizvoll, zumindest wenn man davon ausgehen kann, dass sich diese Abstand in absehbarer Zeit mal verringert. Denn... "ein Schnäppchen, das ein Schnäppchen bleibt, ist kein Schnäppchen" (Martin Whitman). Doch hier mehren sich die Anzeichen, dass die unterbewerteten Werte bald gehoben werden könnten, zumindest teilweise. Der Deal mit VW über eine Direktbeteiligung an Porsche und der angedachte Porsche-Börsengang dürften bei der VW-Aktie zu einer deutlichen Höherbewertung führen (und damit auch das VW-Paket in der Porsche SE kräftig hochtreiben). Der Porsche-Hersteller als eigenständige börsengelistete Firma dürfte viel höher bewertet werden als es momentan als bloße Tochter von VW der Fall ist. Ferrari ist hier die Blaupause, sowohl hinsichtlich des Börsengangs als auch in Bezug auf die damit einhergehenden Bewertungsaufschläge.

      Und dann scheint sich der Chipmangel und weitere Probleme in den Lieferketten langsam aufzulösen, so dass VW im 2. Halbjahr deutlich besser abschneiden dürfte als im 1. Halbjahr.

      All diese Faktoren sprechen für kräftiges Potenzial für die Aktie von Porsche SE. Obwohl es (auch) um Automobilbau geht. ;-)

      P.S.: Und ich werde meinen Investmentcase auch noch in einem ausführlichen Artikel vorstellen.

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  23. Hallo Michael,
    da du ja bekanntermaßen einen Fokus auf Beteiligungsgesellschaften legst, würde mich deine aktuelle Einschätzung zu MPH Health Care sehr interessieren. Wie ich gesehen habe, hast du vor 10 Jahren hier auf deinen Blog schon einmal näher damit beschäftigt. MPH wird ja öfters als sehr günstig bewertete Aktie (bis zu 50 Prozent unter NAV) mit zukunftsträchtigen Beteiligungen empfohlen. Du warst damals aber in deinen Beiträgen insbesondere wegen der Rolle des Mehrheitsaktionärs Magnum sehr skeptisch. Wie beurteilst du denn heute die Aussichten von MPH? Vielen Dank für deine Einschätzung! Beste Grüße, Tom

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    1. Moin Tom,
      ich meide Unternehmen sämtliche aus dem Dunstkreis der Magnum und kann deswegen auch keine Einschätzung zu diesen Werten abgeben.

      Hintergrund: Haemato war mal die Windsor AG und ein Immobilienunternehmen - mit einer Tochter namens MPH, das im Pharmabereich tätig war und hohe Dividenden liefern sollte. Und zwei weiteren Pharmatöchtern, Pharmigon und Simgen (eine wurde später in Haemato umbenannt, glaube ich). Dann wurde - nach heftigen Misserfolgen bei der Windsor - schlagartig das Immobilienbusiness verkauft und die Windsor übernahm das Pharmageschäft der Haemato und der anderen Pharmatöchter. Das Immobilienunternehmen wurde mal eben so zum Pharmaunternehmen! Und der Immobilienbereich ausgegliedert und verscherbelt. Am Ende dieses ganzen Kuddelmuddels war auf einmal die MPH war die Mutter der Haemato/Windsor.

      Die Aktionäre waren dem Hin- und Hergeschiebe der Assets/Beteiligungen schutzlos ausgeliefert und den besten Schnitt zu jedem Zeitpunkt hat immer die Magnum gemacht. Weiß nicht, ob ich die inzwischen Jahre zurückliegenden Vorgänge korrekt zusammengefasst habe, aber für mich ist seit jener Zeit klar, dass ich mit diesen Leuten (Magnum) keine Geschäfte mehr machen möchte. Als Aktionär bin ich denen nicht wichtig, die agieren ausschließlich aus Eigennutz.

      P.S.: Die Windsor AG war das erste Unternehmen, das ich hier im Blog besprochen habe (Dezember 2011). Ich habe also meine persönlichen Erfahrungen mit der Magnum gemacht, auch als herumgeschubster Aktionär ihrer Beteiligungen.

      Tut mir leid, dass ich Dir nicht wirklich weiterhelfen kann mit Deiner Frage zu MPH...

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  24. Michael, was machen wir bei IAC?

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    1. Der Kursverlauf bei IAC InterActiveCorp. ist ein Trauerspiel. Operativ machen die einen hervorragenden Job und investieren ihr vieles Geld in neue aussichtsreiche Geschäftsfelder. Zuletzt hat man ja sogar noch bei MGM Ressorts Int. zugekauft, wo IAC extrem günstig mitten im Coronacrash seinen Ersteinstieg platziert hatte. Da IAC hauptsächlich auf Online-Businesses zielt und dieser Bereich seit anderthalb Jahren an der Börse ausverkauft wird, fallen mit diesen Bewertungen auch die IAC-Aktien. Zusätzlich läuft es bei ANGI als einer der größten Töchter noch immer (oder schon wieder?) nicht richtig rund.

      Insgesamt hatte IAC in den letzten Jahrzehnten spektakuläre Erfolge mit dem Aufbau neuer Geschäfte und deren Spin-offs. Im Anschluss gab es öfter magere Zeiten für den Aktienkurs, wenn neue Geschäfte aufgebaut wurden. Unterm Strich und auf lange Sicht hat IAC aber immer überdurchschnittlich gut abgeschnitten, auch bei der Kursentwicklung. Das dürfte in einem sich wieder bessernden Börsenklima, wenn die Inflation zurückgeht und die Zinssteigerungen nicht mehr auf der Agenda stehen, wieder so werden. Also eigentlich eine aussichtsreiche Börsenphase, um antizyklisch einzusteigen oder aufzustocken...

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  25. Hallo Michael,

    da die 3U AG noch auf deiner Beobachtungsliste steht, wäre es sehr interesant zu wissen, was du vom überraschenden Exit aus der wecplapp SE hälst. Gerade in der aktuellen Börsenzeit war der 50% Kurssprung natürlich schön, andererseits hätte ich gern langfristig an der wecplapp-Entwicklung teilgehabt. Meinst du es macht Sinn auf die angekündigte üppige Dividende und eine neue Übernahme zu warten? Ich spiele eher mit dem Gedanken vorher die Gewinne mitzunehmen, da es schwer vorzustellen ist, dass mit dem jetzigen Cash Berg erneut ein so aussichtsreiches Unternehmen wie die weclapp aquiriert werden kann.

    Danke für deinen interessanten Blog.
    Beste Grüße

    Tobias

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    1. Moin Tobias,
      genau das ist bei 3U Holding je die spannende Frage und der Grund, weshalb der Kurs so deutlich unter dem (demnächst vorhandenen) Cashwert von etwa 4,50 Euro notiert.

      Man hat bei weclapp Kasse gemacht, weil sofort die Wertschöpfung vieler weiterer Jahre realisieren konnte, insofern finde ich den Verkauf sinnvoll. Mit selfio möchte man wohl etwas ähnlich Erfolgreiches durchziehen, aber ob das so gelingt, bleibt abzuwarten.

      Wohin das viele Geld fließt, ist auch nicht klar. Die neuen Geschäftsfelder, die in den letzten Jahren aufgetan wurden (weclapp, Reg. Energien) haben allesamt hohe Renditen eingebracht. Das früher sicher berechtigte Misstrauen gegen den Vorstand ist insofern nicht mehr gerechtfertigt. Ein Teil des Geldes wird in eine fette Dividende fließen, Aktienrückkäufe wird es wohl eher nicht geben. Vielleicht versucht man weitere EE-Anlagen zu erwerben? Aussichtsreich, gute perspektiven, aber momentan viel zu teuer.

      Bin gespannt, was der Vorstand da als "Vision" vorstellt. Und ich glaube, dass sich der Kurs auch erst dann deutlich über die 4-Euro-Marke aufschwingen wird; solange dürfte die Unsicherheit ihn deckeln.

      Ob man jetzt verkaufen sollte? Kann ich nicht beantworten. Nach unten sollte der Kurs eigentlich recht gut abgesichert sein durch den hohen Cashanteil.

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  26. m_praetorius20.09.22, 14:28

    Hallo Herr Kissig,
    Da Sie zur MBB SE schon länger nichts mehr geschrieben haben, würde ich Sie um ein kurzes Update zu diesem Unternehmen bitten. Der Kurs ist ja deutlich unter die Räder gekommen, das Unternehmen befindet sich aber nach wie vor auf Ihrer Beobachtungsliste. Wie sehen Sie MBB im Moment?
    Schöne Grüße
    M_Praetorius

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    1. MBB hat viel Cash auf dem Konto und mit Friedrich Vorwerk als größte Beteiligung einen großen Gewinner der Energiewende im Portfolio. Aber... FV hat bisher auch viel Umsatz mit Gasnetzen gemacht und die werden ja zum Auslaufmodell. Bzgl. der Zahlen hatte FV gewarnt, dass man bei den vielen neuen LNG- und Wasserstoffprojekten anfangs erstmal Kostenbelastungen hat, während die Erträge später folgen. Die Margen werden also eine zeitlang leiden. Bei Aumann ruht die Hoffnung auf E-Mobilität, aber die hohen Strompreise drücken hier die Absatzzahlen der Autohersteller. Die hohen Energiekosten drücken bei allen Töchtern auf die Geschäftszahlen und es ist nicht absehbar, ob MBB hier finanziell stützend eingreifen muss. Geld (genug) haben sie ja. Über potenzielle Zukäufe ist aktuell auch nichts bekannt; da MBB aber kein Sanierungsspezialist ist, muss dies nicht als schlechtes Zeichen gewertet werden. Es ist halt viel Unsicherheit über die Energiepreise, die Zinsentwicklung und die wirtschaftlichen Aussichten im Markt und das belastet alle Unternehmen in Europa und vor allem Deutschland. Auch MBB. Die Aktie kann sich der allgemeinen negativen Marktstimmung daher nicht entziehen.

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    2. m_praetorius24.09.22, 20:11

      Danke für das Update!

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  27. Wollte mir gerne Ares Capital ins Depot legen aber leider nicht möglich:-(
    Herausgefunden habe ich das BDCs in Europa nicht mehr handelbar sind, vermutlich sind sie teilweise als nicht MIFID2-konform klassifiziert...:-(

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    1. BDCs sind sehr wohl in Europa handelbar. Manche Broker machen es sich nur zu einfach und stufen sie (eigenmächtig) als AIF (Alternative Investment Fonds) ein und unterbinden den Handel für ihre Kunden.

      Nach meiner Vorstellung der BDC FS KKR Capital hier im Blog hatten wir eine lange Diskussion mehrere Leser (bitte mal die Kommentare ansehen) und über mehrere Tage verteilt und durch die gestiegenen Nachfragen bei ihren Brokern wurde die BDC "auf einmal" bei immer Brokern handelbar. Es liegt also definitiv an Deinem Broker, dass der BDCs blockt!

      Ares Capital ist eine der größten BDCs weltweit, ein Milliardenunternehmen, und keine windige Klitsche. Schon gar nicht die dahinter stehende Private Equity Firma, die auf Augenhöhe mit Blackstone oder KKR agiert...

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    2. Also bei der Comdirect ist das mit Ares,HTGC und FS KKR kein Problem mit handeln. Ares bespare ich zudem bereits seit 2 Jahren im Rahmen eines Aktiensparplanes.

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    3. Wenn eine Bank behauptet, BDCs seien nicht MIFID2-konform und könnten deshalb in Europa nicht gehandelt werden, dann einfach bei einer anderen Bank ein Depot eröffnen! Bei den meisten Depotbanken in Deutschland sind BDCs problemlos handelbar - auch zum Beispiel bei den kostengünstigen Neobrokern.

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  28. Moin Michael,

    Wie bewertest du denn den deutschen und Nordamerikanischen Immobiliensektor? Grade Firmen wie Hypoport als Finanzierer oder die diversen Reits sind ja unter Druck aus verschiedenen Problemen. Du hast ja auch Unternehmen in deinem Portfolio die grade dem Geschäftimmobilienmarkt zugängig sind, wie DIC Asset.
    Die Nordamerikaner auch im Digital Bereich Public Storage oder im "normalen" Bereich wie Realty Income stehen unter Druck. Hast du eine dezidierte Meinung, wie die Mittelfrist oder auch langfristige Aussicht sich gestaltet?
    Sind das Verwerfungen auf den Märkten, oder eher Vorwehen eines größeren Übels der Realwirtschaft bezüglich Rezension etc? Deine Meinung würde ich gerne mal hören, danke.

    Viele Grüße und warme Räume,

    Dagobert

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    1. Moin Dagobert,
      meine Einschätzung zum Immobilienmarkt und der Zinslage habe ich in meinem letzten Aktien Report dargelegt. Gewerbeimmobilien werden unter Druck bleiben, vor allem Ladenlokale. In Innenstädten fallen nun auch wieder die "Just-in-time-Delivery-Hypies" (mir fällt das Buzzword dazu gerade nicht ein, war es Quick-Commerce?) wie Gorillaz etc. weg und Amazon hat eine ganze Reihe im letzten Jahr "auf Vorrat" angemieteter Ladenlokale wieder entmietet. Insgesamt stehen ältere Immobilien, auch bei Büro- und Gewerbeimmobilien jetzt unter großem Druck wegen der Heiz- und Energiekosten. Da muss relativ schnell und umfassend wärmegedämmt oder saniert werden, das wird hohe Investitionen verschlingen und das bei steigenden Zinsen. DIC Asset gehört ja schon länger nicht mehr zu meinen Favoriten und ich sehe momentan auch keine Faktoren, die das in absehbarer Zeit ändern würden.

      Im Wohnimmosektor stehen ebenfalls Wärmedämmung und neue Heizung auf der Agenda. Gleiches Problem: niemand weiß, welche Heizung man wählen soll, die Investitionen sind hoch, die Materialpreise ebenso, die -verfügbarkeit eher niedrig. Und die Zinsen... Derweil können die Mieten nur bedingt angehoben werden, so dass die Inflation ein Loch reißt.

      In den USA sinkt die Zahl der Verkäufe bei Neubauten und die Preise geraten hier kräftig ins Rutschen - was die Nachfrage nochmals abbremst. Für Public Storage ist das grundsätzlich nicht negativ, denn wer eigentlich in ein (größeres) Haus ziehen wollte und sich das jetzt nicht mehr leisten kann, wird wohl für seinen Krempel eine alternative Unterbringung suchen (müssen). Die steigenden Zinsen belasten PSA insofern, als dass man ja stark durch Übernahmen gewachsen ist und dafür auch Fremdkapital hinzugezogen hat. Andererseits sinken Firmenwerte gerade deutlich, ebenso Immobilienpreise, daher könnte PSA wohl bessere Kaufpreise erzielen, was sich unterm Strich wohl ausgleichen dürfte. Seine preise um die Inflation anzupassen, dürfte auch nicht so schwer fallen, weil alle Anbieter gleich betroffen sind und wohl kaum jemand sein Abteil nur wegen ein paar Dollar mehr im Monat kündigen wird. Insgesamt sollte PSA von der Situation profitieren können.

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  29. Hammer was bei Texas Pacific Land Trust los ist. Schon ein Jahr auf deiner Beobachtungsliste "überlesen", dann Performance gecheckt - dann letzte Q-Berichte gelesen und war begeistert. Aber dann habe ich die Bewertung gesehen, da war es hin mit der Euphorie.

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  30. Tesla... -61,4%. Mich würde deine aktuelle Einschätzung zu Tesla und Musk interessieren. Vielen Dank, Ralf.

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    1. Ich hatte Ende Oktober eine Einschätzung abgebeben ("Tesla - Zwischen Musk und Murks") und daran hat sich kaum etwas geändert. Abgesehen davon, dass Musk sich durch seine Twitter-Eskapaden und sein sprunghaftes, unüberlegtes Agieren weiter massiv selbst beschädigt und damit auch seine Unternehmen - vor allem Tesla. Ich denke, es wäre für Tesla und Twitter am besten, wenn er dort von seinem CEO-Posten zurücktreten würde. Das hat auch anderen Unternehmen geholfen, wieder in die Erfolgsspur zu kommen (wie z.B. Google, als Eric Schmidt übernahm). Tesla ist mehr als Autos, auch wenn die natürlich im Vordergrund des Interesses stehen. Tesla ist eine Elektrifizierungsfirma und setzt hier weltweit Maßstäbe. Sie dürfte damit auf lange Sicht erfolgreich sein. Aber die Bewertung ist und bleibt sportlich, zumal die Wettbewerber jetzt den den Turbo angeschaltet haben...

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  31. Moin Michael,
    erstmal wünsche ich alles Gute für’s neue Jahr – auf dass es auch für dich als Investor ein möglichst erfolgreiches werde!
    Da du ja auch General Electric auf deiner Beobachtungsliste hast, eine Frage: Am 4.01. erfolgt nun der Spin-Off von GE Health Care, wobei wir Anleger für jeweils 3 GE-Aktien eine GEHC-Aktie erhalten (Record Date dafür war der 16.12.).
    Ich hätte eigentlich erwartet, dass es dann am 17.12. einen entsprechenden Kurs-Abschlag bei der GE-Aktie gibt, denn schließlich wird der bisherige Wert des Gesamtunternehmens nun im Verhältnis 3:1 auf die Rest-GE und GEHC aufgeteilt. Dies ist aber nicht geschehen! Theoretisch hätte ich dann doch am 15.12. mir 3.000 GE-Aktien ins Depot legen können, würde sie jetzt (sogar mit etwas Gewinn) wieder verkaufen – und würde dann trotzdem am 4.01. 1.000 GEHC-Aktien in mein Depot gebucht bekommen – quasi völlig umsonst.
    Kannst du erklären, warum es keinen Kurs-Abschlag gab?
    Beste Grüße, Tom

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    1. Moin Tom,
      auch Dir ein frohes Neues Jahr. Grundsätzlich ist es bei einem Spin-off ähnlich wie bei einer Dividendenzahlung: am "Ex-Tag" verliert die Aktie an Wert, weil Geld oder Vermögen aus dem Unternehmen verschwindet. Das bedeutet aber nicht, dass der Kursabschlag dem Wertverlust entsprechen muss, denn der Kurs bildet sich alleine aus Angebot und Nachfrage.

      Bei GE ist die Besonderheit, dass niemand den Wert der GE Healthcare-Sparte richtig einschätzen kann. Um den 15.12.22 herum haben wir einen leichten Kurseinbruch von rund 5 % bei der GE-Aktie gesehen, aber der wurde schnell wieder aufgeholt. Gut möglich, dass viele der neuen GE-Aktionäre das Thema nicht auf dem Schirm hatten und/oder nur einen günstigen Einstiegskurs witterten. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass der GE-Kurs am 4.1. gedrückt wird, wenn die GEHC-Aktien an der Börse notieren. GE hält dann ja noch 19,9 % an GEHC und anhand beider Aktienkurse kann man dann leicht berechnen, was denn die GE-Aktie ohne den 80,1 %-Anteil an GEHC wert wäre - bezogen auf den zuvor gehandelten letzten Kurs (der nichts mit dem Werte der Aktie zu tun hat/haben muss).

      Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich diese Situation auflöst. Ist ja ggf. auch die Blaupause für den zweiten anstehende Spin-off bei GE...

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  32. Hi Michael, kurzes Update vom GE-Spin-Off: Die GEHC-Aktien wurden bei mir direkt am 4.01.23 eingebucht (Smartbroker), allerdings nicht entsprechend der GE-Stückzahl, die ich am angegebenen Stichtag (16.12.22) hatte, sondern entsprechend meiner Stückzahl zum Handelsschluss des 3.01.23. Dazu würde jetzt natürlich auch passen, dass der entsprechende Kursabschlag bei der GE-Aktie erst am 4.01.23 erfolgte. Allerdings frage ich mich dann schon, warum GE überhaupt den 16.12.22 als Stichtag deklariert hatte?!
    Beste Grüße, Tom

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    1. Moin Tom,
      was es mit dem Record Day von General Electrichinsichtlich des Spin-offs auf sich hat(te), kann ich Dir auch nicht recht beantworten. Da der Kurs nicht entsprechend nachgegeben hatte, klag das zu gut, um wahr zu sein. Oder wie es an der Börse heißt: there's no such thing as a free lunch. Ärgerlich ist diese Verwirrung trotzdem, wenn man sich auf die Angaben verlassen hat.

      Ich habe mich in der Vergangenheit schon öfter über solche Aktionen geärgert, gerade wenn es um US-Aktien ging, so dass ich meistens im Vorfeld meine Aktien verkaufe und direkt nach der Maßnahme zurückkaufe. So verliere ich ggf. einige Prozentpunkte Rendite, muss ggf. früher Steuern auf Kursgewinne zahlen und verursache Transaktionsgebühren, aber... ich spare mir den anderen Stress.

      Auf jeden Fall wünsche ich uns beiden viel Erfolg mit den neuen GEHC-Aktien im Depot. =)

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  33. Hallo Michael, das Durchhalten bei Genworth Financial hat sich ja gelohnt. Du hattest 5,40 USD auch mal als Ziel ausgegeben, das jetzt fast erreicht ist. Bist du hier weiter positiv für den Wert? Vielen Dank, Michael.

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    1. Bei meiner Turnaround-Spekulation Genworth Financial ist vieles so gekommen, wie ich es Anfang 2016 erwartet hatte, als ich zum ersten Mal dort zugegriffen habe. Das Oceanwide-Übernahme-Drama gehört nicht dazu und die dadurch verursachte jahrelange Hängepartie ebenso wenig und auch nicht die Fehlkalkulationen. Aber dass sich das Business stabilisiert, dass die nötigen Abschreibungen verdaut und dass steigende Zinsen zu einem verbesserten Businesscase führen werden. Also mal so über den großen Daumen gepeilt.

      Dass Genworth aktuell recht gut dasteht liegt auch daran, dass man sich von Töchtern getrennt hat. Im Grunde ist nur noch die US-Hypotheken-Versicherungstochter übrig geblieben ("Enact"), an der GNW noch 81,6 % hält. Und das ist meines Erachtens momentan der Hemmschuh: das Versicherungsbunsiness läuft recht solide, aber das Geschäft mit Hypothekenversicherungen ist stark zurückgegangen - klar, denn wenn die Immomarkt schwächelt, die Preise fallen, aber kaum Leute Immobilien kaufen (wegen der deutlich gestiegenen Zinsen), dann schließt auch kaum jemand Hypothekenversicherungen ab. Da GNW einen so hohen Anteil an Enact hält, dürften deren zu erwartenden schlechteren Geschäftszahlen sich auch bei GNW bemerkbar machen. Das könnte für Druck auch auf den GNW-Aktienkurs sorgen. Andererseits wäre das vielleicht eine gute Chance, sich dann nochmal bei GNW einzudecken. Denn grundsätzlich läuft der Turnaround, wenn man auch weiterhin viel Geduld mitbringen muss.

      Die Marke von 5 USD, an der der Kurs gerade wieder notiert, ist schon wichtig für die GNW-Aktie. 2011, 2012 und 2015 als Unterstützung, dann nach dem Absturz darunter ab 2016 immer wieder als Deckel. Wenn der nachhaltige Ausbruch über diese Marke gelingen würde, wäre das schon ein starkes Kaufsignal mit Luft bis 9 USD. Jedenfalls nach meiner wenig professionellen Chartleseexpertise.

      So oder so, GNW steht besser da als es in den letzten Jahren der Fall war und wird von steigenden Zinsen bzw. einem erhöhten Zinsniveau profitieren.

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  34. Hallo Herr Kissing, was ist denn aktuell bei Aurelius los? Haben Sie die Aktie noch im Blick?

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    1. Aurelius will das Premiumsegment m:acess verlassen und seine Aktien nur noch im "normalen" Freiverkehr listen lassen. Damit werden Aktionärsschutzrechte verringert und Veröffentlichungspflichten. Man könnte es als Tritt in den Mors für die Aktionäre bezeichnen und genauso kommt es an der Börse auch an. Kein guter/fairer Zug von Aurelius.

      Mutares ist vor einigen Monaten genau den anderen Weg gegangen, den des Uplistings, und ich bevorzuge Mutares ja schon eine ganze Zeit ggü. Aurelius, die ab Umsetzung des Downlistings damit zu rechnen sein muss, dass man als Anleger nur noch selten Informationen bekommt - und das bei einem ohnehin nicht unbedingt transparenten Geschäftsmodell, wo Zahlen (bei Käufen oder Exits) gerne vermieden werden.

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    2. Danke für Ihre Erläuterungen. Ich scheue noch den Ausstieg, werde mich wohl aber meinem aktuellen Verlust von 65% stellen müssen.

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    3. Meiner Erfahrung nach fühlt man sich nach einer Verlustrealisierung besser, weil die Loser-Aktie einem nicht ständig auslacht beim Blick ins Depot. Natürlich hat man immer "Angst", dass die Aktie direkt nach dem Verkauf zu steigen beginnt und man sich aufgrund der entgangenen Kurszuwächse doppelt blöd fühlt. Aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen. Warren Buffett (und andere Starinvestoren) liegt auch oft falsch und sagte dazu, man müsse nicht mit derselben Aktie die Verluste wieder einspielen, mit denen man sie eingefahren wurden. Also lieber auf ein aus heutiger Sicht deutlich aussichtsreicheres Unternehmen setzen und mit dieser Aktie dann schöne Gewinne einfahren...

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  35. Hallo Herr Kissig, können Sie ein paar Worte zur Aufnahme von Opendoor Tech sagen? Mich wundert der Titel aufgrund seines Verlaufs schon sehr. Riechen Sie hier einen Turnaround? Lg

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    1. Mit Opendoor habe ich schonmal 80 % versenkt, inzwischen notiert die Aktie nochmals 50 % tiefer. Der sich abkühlende Immobilienmarkt hat gezeigt, dass deren Algorithmus nicht gut genug funktioniert hat in fallenden Märkten. Die letzten Monate über hat sich jedoch die Zeitspanne zwischen An- und Verkauf deutlich verringert und man macht fast keinen Verlust mehr mit den Deal. Das ist bemerkenswert, da sich der Abschwung beschleunigt hat - meine Überlegung ist nun, dass Opendoor sich angepasst hat und bei einer Bodenbildung des Immomarktes und noch mehr bei einem moderaten Wiederanstieg richtig Geld verdienen sollte. Genug Cash haben sie auf dem Konto, um mit der aktuellen reduzierten Cashburnrate noch lange durchzuhalten. Soviel in Kürze...

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  36. Hallo Michael,
    erstmal vielen herzlichen Dank für deinen mega-starken Finanzblog. Ich schaue immer wieder gerne rein und konnte schon verdammt viel mit mitnehmen. Da ich auch etwas Old-school mäßig ticke, habe ich auch mit der Textlastigkeit keinerlei Probleme. Weiter so!
    Die älteren Beobachtungslisten scheinen zu verschwinden, wenn Du eine aktuelle reinstellst...
    So konnte ich gar nicht schauen, wieviel Dividende Du zuvor gleich mit der ersten Position 3U-Holding bislang eingesammelt hattest. Aber das dürften bislang nur Cent-Beträge (pro Aktie) gewesen sein. Jetzt nach der Hammerdividende von 3,20 Euro, sind in Summe 5,10 Euro eingetragen - vermutlich ein Kommafehler bei den Altdividenden. Aber das nur am Rande.
    Noch schönes Restwochenende
    Heiko

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    1. Moin Heiko,
      ich habe immer nur die aktualisierte Fassung der Beobachtungsliste online. Und Du hast Recht, bei der Dividende von 3U Holding ist mir ein Rechenfehler unterlaufen, es waren zuvor 0,19 Euro angefallen, nicht 1,90, so dass es statt 5,10 Euro nun insgesamt 3,39 Euro heißen muss. Hab's korrigiert - danke für den Hinweis!

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    2. Hallo Herr Kissig, ich lese seit Jahren ihren Blog regelmäßig und möchte einmal Danke sagen! Ich finde ihre Ideen und Anregungen häufig sehr gut. Und sie beobachten häufig ähnliche Aktien wie ich. Das macht es spannend, einmal eine andere Sichtweise zu sehen. Sehr bereichernd! Erlauben Sie eine Frage: Sie haben auch einmal über Fairfax Financial und Markel geschrieben, meine ich mich zu erinnern. Nun halte ich persönlich gerade Fairfax Financial für sehr spannend. Zum einen ist die Aktie mit dem 0,9 fachen Buchwert sehr günstig bewertet. Zum anderen prognostiziert Prem Watsa pro Jahr 3 Milliarden Dollar Gewinn jährlich für die nächsten paar Jahre. Und weiteres Wachstum ist mit Übernahmen, die derzeit stattfinden, bereits in der Pipeline, bzw. seit Jahresanfang geschehen. Und bei den 3 Milliarden $ ist noch nicht einmal das Aktien-Portfolio, jedenfalls nicht die Anstiege der Kurse, berücksichtigt. Am Ende läuft es auf einen Return on Equity um die 20 % +/- hinaus. Also ein rechnerisches KGV um 5. dazu kommt, dass FF auch eine Relative-Strengths-Aktie ist und dieses Kahr 20% im Plus liegt. Im vergangenen Jahr war FF einer der Best-Performer in Kanada.

      Vielleicht haben Sie die Aktie ja etwas aus den Augen verloren und dieser kleine Post macht sie neugierig? 😉 falls Jahr würde ich mich natürlich sehr freuen, ihre Meinung dazu zu lesen. Oder gibt es ein Grund, warum sie per Fax financial für sich persönlich aussortiert haben? Frohe Pfingsten und Gruß aus Hamburg nach Hamburg.

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    3. Fairfax Financial... das ist viele Jahre her, dass ich mich mit dem Unternehmen und Prem Watsa mal näher befasst habe. FF hat jahrelang underperformt und das starke Engagement bei BlackBerry finde ich nach wie vor nicht überzeugend. Davon abgesehen habe ich die Entwicklung in den letzten Jahren nicht mehr wirklich verfolgt über bloße Schlagzeilen hinaus. Deine Darstellung klingt allerdings durchaus reizvoll und vielleicht nehme ich mir das Unternehmen ja nochmal vor...

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    4. Blackberry ist sicherlich nicht der beste Move von Watsa gewesen; macht aber auch nur noch einen Bruchteil der Aktieninvestments aus (ca. 150 Mio. Dollar; unter 1% des Buchwertes von FF ). Er hat aber auch jüngst einen Versicherungsbereich für - aus der Erinnerung - 1,x Mrd. Dollar verkauft, die er ca. 15 Jahre zuvor für 30 Mio. Dollar gekauft hatte. Das Unternehmen hat sich kolossal geändert und wieder zurück in die Spur gefunden:
      59 Mrd. an Investments, darunter ein gewaltiges, mit einer Combined Ratio von 94% profitables (auch das war ja nicht immer so…) mittlerweile weltweit (… wirklich weltweit!) diversifiziertes Versicherungsgeschäft mit starkem Wachstum (das mit Abstand stärkste in den letzten Jahren). Die Aktie wird mit 720 Dollar gehandelt, wobei je Aktie etwa doppelt so viel Float „arbeitet“ und mittlerweile dank der gestiegenen Zinsen ordentliche Einnahmen produziert (insgesamt repräsentiert jede Aktie 2.400 Dollar an Investments). Gleichzeitig wurden innerhalb von 5 Jahren 16% der ausstehenden Aktien zurückgekauft.
      Dazu als Perle Fairfax India. Auch die Aktien-Investments schneiden nicht so schlecht ab; das gesamte Portfolio von über 12 Mrd. Dollar hat wegen der Valueausrichtung in letzter Zeit profitiert. Wenn man das Aktienportfolio (Stand Ende 2022) vom Marktwert (17 Mrd) abzieht, so bekommt man für 5 Mrd. Dollar das komplette, wachsende, profitable Versicherungsgeschäft 31+ Mrd. Dollar) sowie die Zinseinnahmen desselben und die Einnahmen aus dem Management von Fairfax India + x.

      Fairfax war durch den Deflationshedge lange auf der Bremse und man hatte FF komplett abgeschrieben; ich denke, daher ist es immer noch so unbeobachtet. Aber wenn FF tatsächlich 3 Mrd. Dollar/Jahr an Earnings produziert, dann sind 17 Mrd. Marktkapitalisierung einfach nicht adäquat. Wenn der Share-Preis da bliebe, wo er heute ist, dann kann Watsa in 7 Jahren sämtliche ausstehenden Aktien aus den Gewinnen zurückkaufen (Steuern und Aktiengewinne von FF nicht berücksichtigt ). Oder er lässt es stumpf auf dem Konto liegen und in 3-4 Jahren notiert FF bei 0,5 PB. Ist meine stärkste Position aktuell.

      Übersehe ich etwas?

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    5. Hallo,
      leider weiß ich auch nicht genau wie man Versicherungsunternehmen bewertet. Aber besonders das KGV oder der Gewinn pro Aktie ist hier nicht aussagekräftig. Da diese sehr schwanken aufgrund von Schadensfällen und natürlich auch von den Aktiengewinnen oder ihren Investments stark beeinflusst werden. Besser ist hier normalerweise der Free Cashflow. Aber auch der schwankt bei Versicherungsunternehmen deutlich stärker und muss je nach Versicherungsunternehmen ja irgendwann wieder teilweise zurückgezahlt werden z.b. bei Lebensversicherungen. Deshalb wird bei manchen Versicherungsunternehmen wie z.b. Markel der Buchwert herangezogen für die Bewertung. Leider kann ich hier nur begrenztes Halbwissen beitragen. Aber hoffe das hilft dir ein wenig. Meiner Meinung nach kommt es stark auf das Versicherungsunternehmen an und in welchem Bereich es tätig ist. Wie z.b. Krankenversicherungen, Lebensversicherung usw.
      Sry war nur der Versuch einer Erklärung.

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    6. Vielen Dank. Mit der Bewertung von Versicherungsunternehmen kenne ich mich grundsätzlich sehr gut aus. Seit etwa anderthalb Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Berkshire, Markel, Fairfax Financial, Protektor Forsikring etc. Whitney Tilson hat eine gute Methode entwickelt (bzw. eine vorhandene Methode promotet und als regelmäßige PPT aufbereitet). Die kann man gut googeln. „Sum of the Parts“. Book value ist gut, um einen ersten groben Eindruck zu bekommen, ja.
      Viele Grüße aus Hamburg

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  37. Hallo Michael,
    wie handhabst du Nachkäufe in deiner Beobachtungsliste? Passt du schlicht den Einstiegskurs an (Investiertes Geld / Anzahl Aktien = Einstiegskurs)?

    Du schreibst stets von einem konzentrierten Ansatz: wenige Werte dominieren das Depot. Wie passt das mit deiner stetig wachsenden Liste an Investments zusammen? Wie ist da dein Abwägungsprozess? Jede Neuinvestition ist im Grunde ja eine Abwägung: Wo sehe ich mehr Potenzial für Wertsteigerungen?
    a) Bei meinen etablierten Positionen, die erfolgreiche Investments waren und die weiterhin tolle Zukunftsaussichten haben,
    b) bei Positionen, die im Minus stehen, von denen ich aber weiterhin überzeugt bin und eigentlich ein Nachkauf angebracht ist oder
    c) bei aufregenden Neulingen?

    Bin gespannt auf deine Antwort!

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    1. Moin Flo,
      wie ich vor der tabellarischen Auflistung der einzelnen Positionen schreibe, ist diese Beobachtungsliste kein Musterdepot. Ich notiere dort die Werte mit dem aktuellen Kurs, sobald ich sie auf die Liste nehme; eine Anpassung der Kurse erfolgt nicht, außer bei Kapitalmaßnahmen (Splits o.ä.), was ich dann am Ende der Liste in der Legend vermerke.

      Die Beobachtungsliste enthält die Werte, über die ich hier im Blog berichte und die für interessant genug erachte, sie weiter im Blick zu behalten. Die Liste ist nicht identisch mit meinem Depot und auch nicht mit den Wikis; die darin enthaltenen Aktienpositionen finden sich ganz überwiegend aber auf meiner Beobachtungsliste.

      Du schreibst richtig, dass ich (a) einen fokussierten Ansatz verfolge und (b) fast immer voll investiert bin. Zu beiden Aspekten habe ich meine Überlegungen sehr ausführlich dargelegt: hier zum Focus Investing und hier zur Mini-Cash-Quote. Ich denke, eine erneute, ausführliche Darlegung an dieser Stelle würde den Rahmen doch sprengen. Wenn Du Fragen/ Anregungen/ (andere) Meinungen zu den beiden Ansätzen hast, dann schreib mir gerne einen Kommentar unter den betreffenden Artikeln, damit andere Leser ggf. diese auch lesen und vielleicht in die Diskussion einsteigen.

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    2. Kurzer Nachklapp: Informationen zu den 10 am stärksten gewichteten Positionen in meinem Investmentdepot veröffentliche ich immer zum Quartalsende in meinen 'Investor-Updates'.

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  38. Hallo Michael,
    ich habe eine Frage zu deiner Position DIC Asset auf der Beobachtungsliste. Seit Aufnahme hast du aktuell -39% Performance. Die jährliche Rendite ist aber noch leicht positiv. Rechnet deine Tabelle falsch oder sind hier Dividenden berücksichtigt, die das Ergebnis noch leicht positiv darstellen? Die nicht so technische Frage lautet: wie siehst du die Firma aktuell bewertet und kommt für dich ein Ausbau der Position in Frage? Viele Grüße, Joachim

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    1. Moin Joachim,
      richtig, die durchschnittliche Rendite p.a. bezieht sich auf die Spalte davor, wo die Gesamtrendite (Kursentwicklung inkl. Bruttodividenden) aufgeführt ist.

      Die DIC Asset (bald Branicks Group) steht finanziell angeschlagen dar und 'plündert' gerade ihre viel zu teuer übernommene Tochter VIB Vermögen, um irgendwie über die Runden zu kommen. Das sieht nicht vielversprechend aus. Ich habe das Thema als Antwort auf eine Leserfrage ausführlich vor vier Wochen hier beantwortet: 'Siehst du DIC Asset inzwischen auch als gefährdet an oder glaubst du noch an deren Geschäftsmodell und Finanzierungsstärke?'. Der letzte Schachzug mit der Darlehensüberlassung von der VIB an die DIC würde ich unter dem Label Verzweiflungstat einstufen. Die DIC Asset erkauft sich damit Zeit und finanziellen Spielraum, während die VIB ihrer Chancen beraubt wird. Als VIB-Aktionär würden mir die Tränen kommen, vorsichtig ausgedrückt.

      Ich habe in den letzten Tagen mehrfach die hawaiianische Investorin Mariko Gordon zitiert und greife mal das mal hier auf: "Einfachheit ist die Maxime - wenn Du es nicht verstehst, verlierst Du Geld damit". Und "Wenn es unverständlich ist, ist es auch uninvestierbar". DIC Asset hat Vermögenswerte in die VIB verschoben und dafür einen (viel zu?) hohen Wert angesetzt. Und nun hat man sich zu 'marktüblichen' (???) Konditionen Geld von der VIB geliehen - die VIB Vermögen kann deshalb (!) also aktuell nicht die sich bietenden Chancen am Markt wahrnehmen und strauchelnde Logistikobjekte von Wettbewerbern übernehmen, weil ihr Geld jetzt bei der DIC Asset betriebsinterne Finanzbrände löschen muss. Die Manöver der DIC Asset sind insofern zwar durchaus "verständlich" im Sinne von nachvollziehbar, aber das macht sie noch lange nicht zu guten Manövern, sondern dennoch zu Verzweiflungstaten.

      Meine klare Antwort: Unter diesen Prämissen sind für mich aktuell weder die DIC Asset noch die VIB Vermögen investierbar. Geld in eine 'Black Box' zu werfen, ist kein Investmentcase, sondern reines Zocken. Dass ich beiden Unternehmen ganz fest die Daumen drücke, dass sie diese Krise überstehen, ändert an meiner Einschätzung natürlich nichts.

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  39. Konstantin12.07.23, 00:39

    Hallo Michael, die aktuellen Real-Markt Risiken werden mMn an der Börse noch nicht vollständig abgebildet, die Börse scheint von einer Erholung nach dem Sommer auszugehen. VCI schreibt jedoch: "Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechterte sich zuletzt dramatisch. Der Auftragsmangel macht mittlerweile allen Branchen zu schaffen. Auch in der Chemie- und Pharmaindustrie hat sich die Stimmung zuletzt deutlich eingetrübt. Die Hoffnung auf eine allmähliche Erholung im zweiten Halbjahr besteht nicht mehr." (Quelle: https://newsletter.vci.de/a/a.aspx?nlkey=TY4OqX89RIS78Tey1FXA150OGRZ8H6). Klar ist Chemie nicht der ganze Markt, und die Börse bildet die Zukunft ab, aber doch ist mMn gerade die Auftragslage dieser Branche ein guter Indikator dafür, wie es dem gesamten Markt demnächst gehen wird (alles, was wir konsumieren trägt zum Umsatz der Chemiebranche bei). Wäre dies nicht ein Grund derzeit etwas mehr Cash zu halten, als sonst üblich, bis die Auftragslage der Industrie im In- und Ausland besser wird oder bleibst Du dennoch optimistisch für die zweite Hälfte des Jahres?

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    1. Moin Konstantin,
      Aktien (alleine) wegen makroökonomischer Faktoren zu kaufen oder verkaufen ist selten zielführend. Wirtschaftsprognosen sind ganz überwiegend falsch, was man in der Rückschau prima sehen kann, auch wenn sie zumeist plausibel klingen. Und in den Unternehmen, an denen ich beteiligt bin, gibt es ein fähiges Management, das sich genau mit diesen Faktoren beschäftigt und das Unternehmen entsprechend anpasst/ausrichtet. Wenn ich dem Management das nicht zutraue, bin ich im falschen Unternehmen investiert. Und wenn ich glaube, die Einschätzung besser vornehmen zu können als das Management, wo doch die ganzen 'Experten' ständig falsch liegen mit ihren Annahmen, dann würde das irgendwie schon an Größenwahn grenzen, oder nicht?

      Wer Aktien verkauft, um Cash für einen möglicherweise zukünftig eintretenden Fall von niedrigeren Kursen bereit zum Wiedereinstieg zu sein, vernichtet nach meiner 35-jährigen Börsenerfahrung Rendite. Es ist nur eine andere Form des Markttimings und damit verdient fast niemand Geld; allenfalls mal mit viel Glück, aber selten öfter oder gar dauerhaft. Ausführlich habe ich mich damit hier beschäftigt: "Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?".

      Meine Cashquote steigt eigentlich nur insoweit an, als dass ich meinen monatlichen positiven Cashflow nicht immer sofort investiere, sondern hierfür auf besondere Gelegenheiten warte. Aber eher nicht aus Makrosicht, sondern wenn ein Unternehmen auf meiner Wachtlist 'zufällig' gerade mal günstig zu kaufen ist.

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  40. Hallo Michael,

    was sind deine aktuellen Gedanken über die MBB SE mit Ihren Töchtern und der aktuelle Kursverlauf? Ich denke ohne eine neue Aquisition wird es da seitwärts laufen. Hier warten denke ich viele darauf, mal was neues aus dem Bereich M&A zu hören. Ich versuche immer Geduld mit zu bringen aber so langsam wird man ungeduldig. An sich bin ich weiterhin überzeugt auch was Vorwerk betrifft . 2024 wird hier wieder viel besser laufen. Vielleicht magst du mal wieder ein Update geben.

    Liebe Grüße

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    1. Bei MBB bin ich im September 2012 eingestiegen, nachdem man im Frühjahr die Claas Fertigungstechnik übernommen hatte und klar war, dass sich der Umsatz von MBB verdoppeln und der Gewinne noch stärker hochschrauben würde. In den Quartalsberichten wurden die vierteljährlichen Zuwächse abgebildet, aber der Kurs sprang immer nur um die 10 % hoch, um in den nächsten Wochen einen Teil der Gewinne wieder abzugeben. Das sah ich als große Chance an.

      Auch wenn MBB inzwischen sehr weit von seinen früheren Allzeithochständen entfernt ist, liegt die Aktie (inkl. der Dividenden und des einmaligen Aktienrückkaufs) mit 680 % im Plus - auf die Gesamtzeit sind das 20,6 % pro Jahr, was eine überdurchschnittliche Rendite darstellt.

      Nach dem Muster von Claas (inzwischen Teil von Aumann) ging MBB noch mehrmals vor: man agiert sehr zurückhaltend und kauft Unternehmen, die gut laufen und gut geführt werden und die einen signifikanten Beitrag zu Umsatz und Gewinn beisteuern. Aumann war so ein Zukauf, Friedrich Vorwerk ebenso. Und MBB macht teilweise Kasse, wenn sich eine günstige Gelegenheit an der Börse bietet - wie beim IPO von Aumann und auch bei dem von Friedrich Vorwerk.

      Aber als Anleger benötigt man sehr viel Geduld, weil zwischen den einzelnen Transaktionen teilweise Jahre vergehen. Und weil bei Tochterunternehmen auch nicht immer alles rund läuft. So wie bei Aumann als Automobilzulieferer in einer seit Jahren kriselnden und sich im Umbruch befindlichen Branche. Oder bei Vorwerk mit der Energiewende nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Vorwerk hat hier sehr viele Aufträge angenommen zum Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur, die dann nicht rentabel abgearbeitet werden konnten. Man könnte das als "patriotischen Akt" werten, weil es niemanden gab, der es sonst hätte erledigen können. Aber als Aktionär muss mir das nicht gefallen, denn als solcher zahle ich ja die Zeche mit, dass ein stark steigendes Auftragsvolumen zu unattraktiven Konditionen in die Bücher genommen wurde.

      Aumann und Vorwerk steuern mit Abstand den Großteil zu Umsatz und Ergebnis von MBB bei. Die übrigen Beteiligungen spielen kaum eine Rolle (mehr) wegen der Größe der beiden anderen. Und beide Unternehmensgruppen agieren in "Branchen im Wandel", von denen Warren Buffett sagt, man solle die Finger davon lassen. Der nächste große Zukauf sollte möglichst eine andere Branche ins Portfolio holen. Aber... auch das ist Teil des Problems: die einzelnen MBB-Töchter haben kaum Synergien, sie agieren eigenständig und das birgt nicht richtig Potenzial. Schaut man auf die - wegen des Fokus auf Sanierungsfälle nicht wirklich vergleichbare - Mutares, agiert diese mit dem Plattformansatz. Man kauft Unternehmen, die entweder zu einer bestehenden Plattform passen, oder die als Basis für eine neue Plattform dienen. Hieraus werden durch weitere Zukäufe dann große und schlagfertige Unternehmen gebildet, die am Markt ganz andere Chancen haben. Anders als MBB ist Mutares aber immer nur Eigentümer auf Zeit und hat von Stunde 1 an einen Exit-Plan für seine Neuerwerbung. MBB versteht sich eher als Familie. Mir gefallen beide Ansätze, aber der von Mutares hat sich in den letzten Jahren als der schlagfertigere präsentiert. Und momentan sieht es nicht danach aus, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern sollte. Mutares sehe ich daher grundsätzlich als Kauf, MBB nur als Halteposition an.

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  41. Ringmetall notiert aktuell sehr niedrig. Eine Gelegenheit aufzustocken?

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    1. Ringmetall hat zunehmend Probleme bekommen, seine Preise am Markt durchzusetzen. Die Konjunkturflaute macht dem Unternehmen zu schaffen, zumal man stark bei der chemischen Industrie positioniert ist, die alles andere als rund läuft. Ich fürchte, auch der Start in die zweite Jahreshälfte ist ähnlich "zurückhaltend" (aka schlecht) ausgefallen.

      Ringmetall hat sein - kleineres - zweites Standbein, die HMS verkauft. Das ist konsequent und ich halte das für richtig. Aber... es ist bereits das zweite Mal, dass Ringmetall (damals noch als HPI Holding firmierend) sich an einem zweiten Standbein versucht hat und damit krachend gescheitert ist. Man kann nur hoffen, dass diese "Divorsifikation" (nach Peter Lynch) nun endgültig beendet ist und man sich wirklich auf seine Kernkompetenz Verpackung/Spannringe/Inliner fokussiert und hier durch sinnvolle Add on-Akquisitionen anorganisch wächst.

      Aktuell dürften aber die negativen Einflüsse überwiegen und noch scheint keine Besserung in Sicht. Daher bröckelt auch der Kurs weiter...

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  42. Moin Michael,
    hast du eine Idee, warum der Kurs von GE Healthcare zur Zeit so stark fällt? Hängt das mit der Verschuldung des Unternehmens zusammen - jetzt wo immer deutlicher erkennbar wird, dass die Zinsen doch noch längere Zeit hoch bleiben werden? Oder hast du eine andere Erklärung?
    Beste Grüße, Tom

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    1. Moin Tom,
      einen konkreten Grund für den Kursverfall bei GE HealthCare habe ich nicht zur Hand. Wie Du auch vermute ich die deutlich gestiegenen Zinsen als Übeltäter, weil sie einerseits das Zinsergebnis belasten, wenn alte Kredite erneuert werden müssen, und darüber hinaus bereits beim Börsenstart klar war, dass der Fokus des Unternehmens zunächst auf dem Abbau der etwas erhöhten Verschuldung liegt und damit nicht auf Aktienrückkäufen. Diese wiederum hätten den Kursrückgang bremsen und für die Aktionäre letztlich Mehrwert schaffen können. Weil nun aber mehr Geld für Zinsen aufgewendet werden muss, wird der Free Cashflow längere Zeit weniger stark ausfallen und damit weniger Geld für Aktenrückkäufe zur Verfügung stehen bzw. später. Als letzten Gedanken hätte ich Corona anzubieten. Die Fallzahlen der neuen Variante nehmen deutlich zu und sollte die Pandemie wieder zu einem Problem (in den Krankenhäusern) führen, würden "normale" Operationen erneut zulasten der Behandlung von akut gefährdeten Corona-Patienten verschoben. GEHC hat hierunter stärker gelitten als zB Danaher oder Thermo Fisher, die in dieser Phase Zusatzumsätze aus Corona bedingten Produkten/Dienstleistungen erzielt haben.

      Aber, wie gesagt, das ist nur eine Einschätzung, weil ich keine konkreten Gründe für den Kursrückgang kenne.

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  43. Hallo Herr Kissig, ich wollte nochmal zu PNE nachfragen. Haben Sie da ggf. eine aktuelle Einschätzung zur Branche der Wind-/Solarparkbetreiber parat? Ich denke da an PNE, Encavis, ABO Wind etc. Da geht es momentan ja parallel zu Vestas, Nordex, Orsted stark nach unten. Besten Dank! Grüße Tom

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    1. Moin Tom,
      die gesamte EE-Branche leidet momentan. Bei den Projektierern gibt es teilweise erhebliche Verzögerungen und Preissteigerungen, was sich negativ in den Geschäftszahlen niederschlägt und die Anleger verärgert. Verständlicherweise, auch wenn die Unternehmen daran nicht unbedingt 'schuld' sind. Zudem gibt es bei einigen Turbinenherstellern immer wieder mal Qualitätsprobleme und das führt zu teilweise längeren Ausfällen und/oder nötigen Ersatzinstallationen. Konflikte, die niemand wirklich braucht. Des Weiteren führen die erheblich gestiegenen Zinskosten dazu, dass sich insbesondere Offshore-Projekte nicht mehr wirklich rentieren. Und auch die häufigen Eingriffe des Staates sind keine gute Basis für nachhaltig solide Geschäfte.

      Der Gemengelagencocktail ist daher seit einiger Zeit eher sauer bis ungenießbar für die EE-Unternehmen. Das dürfte auch noch einige zeit anhalten, bis sie sich an die neuen Gegebenheiten angepasst haben und damit besser/gut zurechtkommen. Zurzeit sieht es aber (noch) nicht danach aus und darunter leidet auch die Aktienkursentwicklung.

      Andererseits weiß niemand, wann die Kurse mit ihrer Erholungsphase beginnen werden. Auf dem jetzigen, bereits deutlich reduzierten Kursniveau, noch zu verkaufen, könnte also genau die falsche Entscheidung sein. Aber Freude bereitet der Sektor schon länger nicht mehr...

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  44. Hallo Michael,
    ich beobachte und interessiere mich seit einiger Zeit für die GFT Technologies SE.
    In deinem BLOG konnte ich einige Infos zum Unternehmen auffinden. Und das Unternehmen
    selbst hatte in den Jahren 2017-2019/2020 nicht gerade geglänzt. Seit rund drei Jahren
    scheint es jetzt wieder "gleichmässiger" voran zugehen. Hast du in letzter Zeit wieder mal einen Blick auf das Unternehmen geworfen. Viele Grüße, Frank M.

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    1. Moin Frank,
      Software gehört nicht zu meinem inneren 'Circle of Competence', deshalb tue ich mich schwer mit Analysen und Einschätzungen in diesem Sektor. GFT hatte ich mal als spekulative Depotbeimischung an Bord, aber das ist viele Jahre her und ging auch nicht gerade gut aus. Seitdem hab ich mir das Unternehmen nie wieder genauer angesehen. Ich hab mich stattdessen auf Profis eingelassen, die sich in dem Metier bestens auskennen: Roper Technologies. Damit fühle ich mich sicherer.

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    2. Habe vielen Dank für deine Rückmeldung. Mit deiner Aussage zum "CoC" triffst du den Nagel auf den Kopf und erinnerst uns wieder daran, dieses sehr wichtige Gebot nicht aus dem Auge zu verlieren.
      Ich habe noch eine andere Frage: Blue Cap AG. Hat ja seinen langjährigen CEO quasi verloren. Hr. von Kottwitz wird die Stelle übernehmen. Da er bisher im Aufsichtsrat tätig war, sollte man den Eindruck haben, dass er das Unternehmen sehr gut kennt.
      Wenn ich mir seinen Werdegang ansehe, bin ich mir nicht so ganz schlüssig, ob er dauerhaft die Position bei der Blue Cap übernehmen wird. Wie schätzt du das ein?
      Danke dir und Grüße, Frank M.

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  45. Großes Lob für Deine Arbeit, die ich seit Jahren sehr schätze. Eine Anmerkung: Ich weiß, dass Du Versicherungsaktien, gerade den deutschen, immer kritisch gegenüber gewesen bist und deshalb nie auf Deiner Beobachtungsliste waren. Aber, muss man nicht seine Meinung ändern, wenn sich die Umstände ändern ? Lt. Bloomberg sehe ich aktuell folgende 12-Monate-Performances: Allianz 44.10% / Hannover Rück 42.15% / Münchener Rück 55.89% / Talanx 67.01%.

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    1. Ich stehe nicht allen Versicherungsunternehmen kritisch gegenüber, sondern vor allem den deutschen. Ich freue mich, wenn jemand mit Allianz oder Münchener Rück endlich mal Geld verdient, aber auf lange Sicht waren und sind die Dinger Geldvernichter. Die Allianz notiert mit 230 Euro heute noch immer nur bei knapp der Hälfte ihres Kurses aus 2000. In der Zwischenzeit gab es Dividenden, klar, aber die wurden von der Inflation (und Steuern) mindestens überkompensiert. Bei der Münchener Rück sieht es besser aus, die hat beinahe ihr 2000er Niveau wieder erreicht. Wüstenrot & Württemberigsche? Die notiert mit 15 Euro bei einem Drittel des 2000er Kurses.

      Ich habe hingegen Berkshire Hathaway im Depot und die notiert beim Siebenfachen des 2000er Kurses. Keine Dividenden, klar, aber das spielt kaum eine Rolle, oder? Und ich habe seit Herbst 2020 Kinsale Capital im Depot, die liegt seitdem 135 % im Plus.

      Es kommt eben drauf an und deutsche (oder auch europäische) Versicherungsaktien sind für mich hier keine erste Wahl...

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    2. Einen interessanten Blick auf Versicherungen (hier im Fokus die Allianz und als seine Alternative Fairfax Financial) bietet Reimer Scholz von Bavaria Industries in seinem Blog-Beitrag "Allianz - noch ein tönerner Koloss?". Scholz erklärt, weshalb die Allianz risikobehafteter ist und schlechter performt hat; Prädikat lesenswert.

      P.S.: Fairfax Financial habe ich natürlich auch im Depot. ^^

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  46. Es kommt aber auch darauf an, welchen Zeitraum man betrachtet: am 31. März 2003 hat die Allianz ein Low von 40,27 Euro markiert. Seitdem hat sie also nicht nur ordentlich im Kurs performt, sondern auch noch insgesamt 122,60 Euro an Dividenden (brutto) bezahlt. Alles eine Frage der Perspektive

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    1. Klar, man kann sich immer einen beliebigen Startpunkt suchen und je nachdem die Rendite schön- oder schlechtrechnen; im Grunde sollte man mehrere Jahre wählen und den Durchschnittswert ermitteln, dann kommt man näherungsweise auf ein "faires" Ergebnis. Die Dividenden mussten versteuert werden, dann blieben nur 89 EUR übrig. Für den 31.03.2003 wird mir ein Kurs von 41 EUR für die Allianz ausgeworfen verglichen mit aktuell 226 EUR. Inkl. 89 EUR Dividenden. So gesehen das Siebeneinhalbfache.

      Der Aktienkurs der Berkshire A-Aktie stand am 31.03.2003 übrigens bei 63.800 USD und aktuell bei 537.000 USD, also dem knapp Achteinhalbfachen. ;-)

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    2. Ergänzung zum Renditevergleich: Das Tief von Berkshire (A) lag nicht im März 2003, sondern Ende Januar 2000 und zwar bei 41.300 USD. Damals stand die Allianz-Aktie bei 304 EUR. Von diesem Startpunkt aus betrachtet hat die Allianz inkl. der Nettodividenden gerade einmal 10 EUR je Aktie "verdient". Das sind weniger als 3,5 % in 23,5 Jahren. Die Berkshire-A-Aktie hat sich in diesem Zeitraum auf 537.000 USD glatt verzwölffacht (+1.100 %). Ich denke nicht, dass es eine wirkliche Entscheidungsalternative zwischen den beiden gibt und auch nicht zwischen BRK und den übrigen deutschen/europäischen Versicherungsaktien. ;-)

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  47. Dann sind wir ja nah beieinander. Außerdem hat man bei einem Investment in Berkshire ein Währungsrisiko. Letzteres spüre ich übrigens aktuell deutlich bei meinem langjährigen Investment in Holmen. Sehr gute Firma (Value-Titel), aber die Schwedenkrone nahe am Alltime-Low.

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    1. Klar, US-Aktien haben immer Währungsrisiken.

      Zum Renditevergleich: Das Tief von Berkshire (A) lag nicht im März 2003, sondern Ende Januar 2000 und zwar bei 41.300 USD. Damals stand die Allianz-Aktie bei 304 EUR. Von diesem Startpunkt aus betrachtet hat die Allianz inkl. der Nettodividenden gerade einmal 10 EUR je Aktie "verdient". Das sind weniger als 3,5 % in 23,5 Jahren. Die Berkshire-A-Aktie hat sich in diesem Zeitraum auf 537.000 USD glatt verzwölffacht (+1.100 %). Ich denke nicht, dass es eine wirkliche Entscheidungsalternative zwischen den beiden gibt und auch nicht zwischen BRK und den übrigen deutschen/europäischen Versicherungsaktien. ;-)

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    2. Der Vergleich hinkt massiv: Berkshire schüttet keine Dividenden aus, der Compound ist also intern. Allianz schüttet Teile des Gewinns aus, für einen Vergleich muss man deshalb die Annahme treffen, dass die Dividenden wieder angelegt werden. Genau das tut Bloomberg mit seiner "TRA" (Total Return Analysis) Funktion. Da sehe ich z.B. in der 10-Jahres-Analyse folgendes: Allianz 12.05% p.a. / Berkshire A 11.98% p.a. Bei den 5 Jahren: Allianz 8.52% p.a./ Berkshire A 10.49% p.a.
      Klar ist die Dividende zu versteuern (wobei es auch Investoren gibt, die eine NV-Bescheinigung haben). Ich will nur darauf hinaus, dass die dt. Versicherungen nicht so schlecht sind (v.a. MUV2 und die Hannover) wie hier impliziert wird. Das Hauptproblem bei der Allianz lag wirklich damals im Absturz zwischen dem High am 4.4.2000 bei EUR 402,66 und dem Low am 31.3.2003 bei EUR 40,26. Wer also im Jahr/vor 2000 investiert hat, dessen Bilanz ist nicht gut. Nach 2003 schaut es deutlich besser aus.

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    3. Nein, der Vergleich hinkt leider nicht, Du rechnest Dir das schön. Bei Berkshire verbleibt der Gewinn im Unternehmen und wird dort wieder reinvestiert: Compunding in Perfektion. Bei der Allianz wir ein erheblicher Teil des Gewinns als Dividende ausgeschüttet; dabei verliert der Anleger schon mal immer wieder die darauf zu entrichtende Steuer, hat also einen realen Minderertrag, weil er weniger als 75 % aufs Konto kriegt. Selbst wenn er das wieder anlegen würde, würde der Zinseffekt in jedem Jahr gnadenlos zuschlagen und massiv (potenzielle) Rendite wegfressen. Aber... Du unterstellst, dass der Anleger die Nettodividende wieder in Allianz-Aktien angelegt hätte. Dann wären aber noch Ordergebühren und/oder andere Kosten abgezogen worden, was den negativen Zinseszinseffekt noch verstärkt. Zudem würden die meisten Leute die Dividenden nicht sofort wieder anlegen, sondern das Geld verkonsumieren oder woanders investieren. Und dann müsste dieses andere Investment auch erstmal 20 % pro Jahr an Rendite erwirtschaften wie Buffett/Berkshire. Das schaffen aber nur wenige Unternehmen, schon gar nicht über 20, 50 oder 60 Jahre, wie Buffett. Also ist Deine Rechnung nur ein theoretisches Beispiel, das in der Praxis wenig Relevanz hat. Mit Buffett/Berkshire wäre man auf Nummer sicher gefahren. Und besser. ;-)

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  48. Ich betreue neben meinem eigenen Depot noch einige andere, bei welchen NV-Bescheini-gungen hinterlegt sind, d.h. Steuern sind nicht immer unbedingt ein Thema. Ferner: auch der Berkshire-Aktionär trennt sich mal von Stücken, dann fällt die Steuer auf den aufgelaufenen Gewinn eben in einem "großen Brocken" an.
    Das Währungsrisiko auf US-Aktien muss definitiv berücksichtigt werden, aktuell ist der USD recht stark, aber der FX-Kurs kann auch mal wieder Richtung 1.20/1.25 gehen, dann sind schnell 10 - 15% der Performance weg.
    Last but not least: In der Tat könnte die Allianz mehr Werte für den Aktionär heben, deshalb gefällt mir auch die Hannover Rück (noch) besser. Diese schüttet auch nicht so viel aus und zeigt bei der TRA in Bloomberg über Jahre hervorragende Werte: 5 Jahre 14.68% p.a. / 10 Jahre 19.12% p.a. / 20 Jahre 16.23% p.a.

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    1. Okay, ich will Dir Deine deutschen Versicherungsaktien nicht ausreden. Du hattest mich nach meiner Meinung gefragt und ich finde sie nach wie vor nicht interessant und setze lieber auf ausgewählt US-Wettbewerber.

      Kleiner Nachschlag noch zur NV-Bescheinigung: die gilt ja nur bis 1.000 Euro (Kapital-/Zinserträge), das kann/sollte man also nicht in einen Vergleich einrechnen, weil es um die persönliche Steuer- und Vermögenssituation einzelner Anleger geht. Wer ein bisschen mehr Vermögen anzulegen hat als 200.000 Euro reißt die Grenze schnell und dann greift der ganz normale (individuelle) Steuersatz.

      Und zu Deinem Verkaufsargument... Ja, wenn man Aktien verkaufen muss, um seinen Lebensunterhalt bezahlen zu können, muss man die aufgelaufenen Kursgewinne versteuern. Ob man nur Berkshire-Aktien oder Allianz-Aktien verkauft. Ist man allerdings in dieser Situation, kommt man auch mit NV-Bescheinigung und weniger als 1.000 Euro an Allianz-Dividenden nicht 12 Monate lang durch und müsste, Deinem Beispiel entsprechend, Allianz-Aktien verkaufen. Was Steuern auf den Kursgewinn auslöst und die künftigen Dividenden verringert...

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  49. Ich will Dir auch Berkshire nicht ausreden, ist unbestritten eine tolle Firma. Ich wollte nur darauf hinaus, dass auch Versicherungen bzw. Rückversicherungen (die haben wirklich einen ökonomischen Burggraben) bei uns gut performen können.
    Die Aussage, die NV-Bescheinigung gelte nur bis 1000 Euro Erträge, stimmt nicht (die von Dir genannten 1000 Euro sind der Sparerfreibetrag), das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Wenn keine anderen Einkünfte vorliegen, kann man die NV-Bescheinigung beantragen und bis zum Grundfreibetrag (in 2023 EUR 10.908) Kapitalerträge ohne Steuerabzug einnehmen. Das kommt z.B. für Depots der Kinder in Frage . Und selbst für nicht mehr Berufstätige ist die Beantragung möglich, wenn z.B. Renten bezogen aber außergewöhnliche Belastungen wie Pflege-(heim)kosten dagegen gerechnet werden. Einziger, aber m.E. tragbarer Nachteil: Die NV-Bescheinigung muss alle drei Jahre beim Finanzamt beantragt und dann bei der Depotbank hinterlegt werden.

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  50. Ich weiß, dass ich langsam lästig werde aber erlaube mir noch eine Anmerkung: Du hast die Berkshire Aktie seit dem 21.11.2011 auf der Beobachtungsliste, als Performance seit dem gibst Du 548% an. Am selben Tag hat die Hannover Rück bei 32,27 EUR notiert. Aktuell steht sie bei 207,50 EUR und hat, wenn ich halbwegs richtig rechnen kann, somit eine Rendite von 543% erzielt. Vor Dividenden. Da kamen nochmal 52 Euro (ich weiß, muss meist versteuert werden) dazu. Somit hat die Hannover Rück besser performt und das ohne Kursrisiko.

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    1. muss heissen "ohne Währungsrisiko"

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  51. Hallo Hr. Kissig
    wie stehen sie zu Heidelberger Druck.
    Ich setze hier seit mehreren Jahren auf den Turnaround....denke die Firma ist auch
    gut vorangekommen und steht deutlich besser und profitabler da als vor wenigen Jahren.
    Auch die hoffentlich bald wieder aufkeimende Chance mit der Elektro Mobilität sollte hier doch
    eine große Chance darstellen.
    Wie sehen sie das ?

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    1. Bei Heidelberger Druck bin ich schon seit mehr als fünf Jahren (?) nicht mehr wirklich im Thema. Ich kann also leider nicht viel dazu sagen, sorry. Vielleicht werde ich mir die Firma bei Gelegenheit mal wieder ansehen.

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    2. Habe mir kürzlich sowohl die als auch Koenig & Bauer angeschaut. Bei beiden war ich regelrecht schockiert, wie günstig sie aktuell sind. Auch wenn Koenig & Bauer aufgrund der Schulden etwas risikoreicher und optisch teurer ist, bieten sie in meinen Augen mehr Fantasie mit Wellpappe und VW-Partnerschaft, weshalb ich mich dafür entschieden habe. Halte beide aber für sehr attraktiv bei den jetzigen Kursen - und hatte mich auch schon gewundert, dass ich bisher hier noch nichts darüber gelesen hatte

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  52. Hallo Michael,
    ich bin beim Suchen nach interessanten Aktien über die Northern Data Aktie gestolpert. Die Northern Data Group ist ein Anbieter energieeffizienter High Performance-Computing (HPC)-Infrastruktur für Unternehmen und Forschungseinrichtungen und ist so finde ich in einem sehr spannenden Umfeld unterwegs. Vielleicht ist die Aktie mal in naher Zukunft für dich einen Blick wert. Viele Grüße und vorsorglich bereits an dieser Stelle ein frohes Fest sowie einen guten Rutsch!
    Kann nur (erneut) den Hut ziehen; einen echt tollen Blog betreibst du hier!

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    1. Moin Heiner,
      vielen Dank für das nette Lob und auch Dir frohes Festtage.

      Die Story von Northern Data klingt durchaus interessant, allerdings steht dahinter der umstrittene Investor Christian Angermayer, was für mich per se ein KO-Kriterium ist - unabhängig von den vielen Skandalen, BaFin-Prüfungen, Betrugsvorwürfen. Ob die Kiste dennoch fliegt, kann ich nicht beurteilen, für mich sind es zu viele Red Flags, so dass ich mich lieber woanders umschaue.

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  53. Hallo Michael, wie immer sehr interessant. Was hältst Du eigentlich von deinem Wert Texas Pacific. Da gab es jetzt ein Urteil zu Gunsten des Managements. In Meinen Augen verfolgt das Management mehr seine eigene Agenda als die Interessen der Aktionäre. Deshalb bin ich da raus. Wie siehst du das aktuell?
    Beste Grüße
    Nils

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    1. Moin Nils,
      ich sehe das Urteil bei Texas Pacific Land nicht als negativ an. Horizon Kinetics hatte mit dem Management eine Investorenvereinbarung getroffen, die zur gleichgerichteten Stimmabgabe bei bestimmten Entscheidungen verpflichtete. Das Management hat der HV vorgeschlagen, neues Kapital zu genehmigen, u.a. um einen Aktiensplit durchführen zu können. Horizon war/ist dagegen und meinte, man könne die Vereinbarung entsprechend anders auslegen - man befürchtet, bei Kapitalmaßnahmen verwässert zu werden und behauptet (deshalb), das Management strebe überbordende Optionsprogramme für sich und Mitarbeiter an.

      Das Gericht hat nun klargestellt, dass die Investorenvereinbarung auch für diesen Fall gilt und Horizon entsprechend für den Management-Vorschlag hätte stimmen müssen.

      Bedeutet, dass die Pläne des Managements nun greifen können - was daraus wirklich wird, ob es zulasten der freien Aktionäre geht, das steht bisher überhaupt nicht fest und daran würde ich (m)eine Entscheidung festmachen wollen.

      Und... inzwischen gibt es nach meiner Information eine geänderte bzw. konkretisierte neue Investorenvereinbarung, so dass sich so eine Hängepartei mit gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht wiederholen sollte.

      Wie gesagt, ob das Management gegen die Interessen der Aktionäre handelt, steht für mich überhaupt nicht fest. Möglicherweise handelt es nicht im (alleinigen) Interesse des Großaktionärs, aber dessen Interessen und die der Kleinaktionäre (also uns) muss ja nicht unbedingt deckungsgleich sein.

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  54. Hallo Michael,
    ist es möglich, dass du dir zu Technotrans einen aktuellen Beitrag veröffentlichst? Der letzte ist aus 2019 und seitdem hat sich dort einiges getan. Zum einen verfolgen Sie eine ganz passabel laufende Strategie: "Future Ready 2025". Zum anderen versuchen Sie mit der aktuellen Entwicklung im Bereich Server-Kühlung auf den fahrende Zug rund um KI und Cloud aufzuspringen. Da muss sich aber noch zeigen, ob sie sich profilieren können.

    VG
    Florian

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    1. Moin Florian,
      die Entwicklung um das noch vergleichsweise neue Geschäftsfeld Kühlung (von Servern) klingt spannend, aber es bisher lediglich ein überschaubarer Teil der Umsätze. Ich kann mir aber gut vorstellen, Technotrans mal wieder intensiver zu beleuchten. ;-)

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  55. Konstantin04.01.24, 00:05

    Hallo Michael, Du hast SEA weiterhin auf der Watchlist. Wie ist Deine aktuelle Meinung zu diesem Unternehmen? Mich wundert sehr, dass sie aktuell eine sehr starke negative Cash Flow fahren (im 3Q2023 wohl ca -1,2 Mrd USD!). Ich hätte genau das Gegenteil erwartet. Ist Dein Business Case dort noch zutreffend?

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    1. Bei Sea Ltd. stehe ich schon länger an der Seitenlinie. Ich fand das Businessmodell sehr spannend, weil man die Marktplatzexpansion mit dem Wachstum und der Stärke im Gamingsegment finanzieren konnte. Doch das Gamingsegment schwächelt, die Expansion (u.a. nach Lateinamerika) wurde eingedampft und das finde ich nicht mehr so überzeugend. MercadoLibre mit seiner klaren Fokussierung gefällt mir da besser.

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  56. Hallo Michael, wie siehst du Porsche AG, die du ja vor zwei Jahren beim Börsengang als aussichtsreich eingestuft hast, dich aber auf Grund der Beteiligungen an VW und Porsche für die Porsche SE entschieden hast?!
    Viele Grüße

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    1. Moin Heiner,
      ich habe damals Porsche als Autobauer positiv eingestuft und denke auch jetzt noch, dass man zu den besser positionierten Unternehmen gehört. Meine Überlegungen zur Unterbewertung und damit doppelten Chance bei der Porsche Holding haben sich nicht bestätigt, der Abschlag hat sogar noch zugenommen. Insgesamt halte ich mich aber schon länger von der Automobilbranche weitgehend fern, so wie auch fast meine gesamtes Börsenleben lang. Ich habe hier leider noch nie große Erfolge feiern können (außer mit MBB).

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    2. Danke für die Rückmeldung!

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  57. Hallo Michael, hast du dich aus der Holdingpwrspektive mal mit Constellation Software beschäftigt? Der Aktienkurs rennt wie verrückt, ich kriege die Firma fundamental aber überhaupt nicht eingeschätzt. Bin eher für Roper, finde Kanada als Währungsraum interessant
    Vielen Dank für Deine Antwort!

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    1. Constellation Software taucht als Peer für Roper Technologies natürlich immer als erstes auf, aber ich habe mir nie intensiv angesehen, obwohl der Erfolg des Unternehmens für sich spricht. Der seit Jahr(zehnt)en anhaltende 'Kaufrausch' macht das Konglomerat für mich kaum durchschaubar und ich kann das überhaupt nicht bewerten. Ich habe Constellation Software daher auf meinen "Zu schwierig zu verstehen-Haufen" gelegt und schaue denen nur von der Tribüne aus beim erfolgreichen wachsen zu. Allerdings... nimmt man den Aktienkurs als Gradmesser für den Unternehmenserfolg, dann sieht man, wohin die Reise für Roper weiter gehen kann, nachdem die sich inzwischen ja auch ausschließlich auf Softwarefirmen konzentrieren.

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  58. Danke für die Nachricht. Sehe ich ähnlich.

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  59. Hallo Michael,
    wünsche Dir auch für 24 ein erfolgreiches Börsenjahr.
    Habe gelesen Du hast beim wertvollasten Unternehmen nachgekauft.
    Was war der Auslöser Bauchgefühl oder Kopfsache?
    Vielen Dank fürs Teilen.

    Viele Grüße
    Reiner

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    1. Moin Reiner,
      ich bin von Microsoft ja schon seit vielen Jahren überzeugt und glücklicher Aktionär. Ich denke das Unternehmen ist am besten von den 'Magnificent Seven' für die Zukunft gerüstet und dürfte stark vom KI-Trend profitieren. Der Kurs steht auf Allzeithoch, der Börsenwert hat den von Apple - mal wieder und nach längerer Zeit - überholt und... die Aktie liegt bzgl. der Bewertung über ihrem langjährigen Durchschnitt. Ich habe trotzdem jetzt aufgestockt, weil ich davon überzeugt bin, dass das Unternehmen in 5 und 10 Jahren deutlich mehr wert sein wird. Ob ich damit richtig liege und sich das Investment in Microsoft auch künftig so kräftig auszahlen wird, das wissen wir erst in einigen Jahren. Aber sich setze darauf - auch Geld... ;-)

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    2. Danke Michael für deine offene Einschätzung.
      Microsoft ist in meinem Depot die größte Position.
      Möchte noch 5 Jahre investiert sein und dann eine Teil Rente Entnahme machen.
      Viele Grüße
      Reiner

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  60. Hallo Michael, vielen Dank für deine immer guten Beiträge und Weisheiten.
    Wie ist deine aktuelle Einschätzung zur Amadeus Fire, die du ja auch auf der Beobachtungsliste hast?

    VG Phil

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    1. Moin Phil,
      zu Amadeus FiRe hatte ich Ende November (hier klicken) meine aktuelle Einschätzung ausführlich dargelegt und daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

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    2. Die hatte ich wohl überlesen. Danke für die Verlinkung zur Einschätzung. Ich habe eine ähnliche Einschätzung und habe in der letzten Woche noch einmal aufgestockt.

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  61. Hallo Micha, ich weiß, du bist schon lange aus der Position raus. Hast du gleichwohl eine Meinung zum aktuelle Barabfindungsangebot von Aurelius? Leider bin ich da investiert geblieben und frage mich jetzt, was nun die klügste Vorgehensweise ist. Danke, Tom

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    1. Moin Tom,
      bei Aurelius bin ich schon seit Jahren an der Seitenlinie und informiere mich auch nicht mehr über das Unternehmen - zu viele Red Flags. Ich kann dir daher auch keine Einschätzung zu dem Abfindungsangebot geben.

      Meine Empfehlung ist, dass du dir mal bei wallstreet-online.de in dem Aurelius-Strang Infos besorgst (hier klicken), da gibt es wohl eine rege Diskussion mit vielen Anregungen/Meinungen.

      Tut mir leid, dass ich Dir da nicht wirklich weietrhelfen kann.

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    2. Danke für deine schnelle Rückmeldung und den Link. Ich denke, ich werde es erstmal weiter aussitzen und auf eine bessere Ausstiegsgelegenheit „spekulieren“ (mehr ist es leider nicht). Grüße Tom

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  62. Was sagst Du zur Shortseller-Attacke auf Fairfax?

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    1. Die Short-Attacke gegen Fairfax Financial scheint wenig Substanz zu haben. Im Grunde geht es um den Vorwurf, man würde Werte von Beteiligungen zu hoch ansetzen, was angesichts der hohen Schwankungen an den Aktienmärkten in den letzten 5 Jahren ein ziemlich beliebiger Vorwurf ist. Carson Block (Muddy Waters) meint, deshalb sei der Buchwert einige Prozentpunkte zu hoch - der Buchwert spielt bei Fairfax Financial aber keine zentrale Rolle (wie auch nicht bei Berkshire Hathaway), sondern die Stärke und Entwicklung des operativen Einkommens, insbesondere des Versicherungsgeschäfts (der 'Float').

      Ziemlich notdürftiger Shortversuch, eher enttäuschend. Schon die Attacke gegen Blackstone Mortgage Trust (BXMT) im Dezember lief nach dem selben Muster ab. Enttäuschend. Früher wurden echte Skandale ausgegraben, Betrügereien, wirkliche Bilanzmanipulationen und dann die Aktien (zu Recht) geshortet. Das diente auch der Finanzmarkthygiene. Die jüngsten Attacken sehen eher nach Verzweiflung aus, weil man keine 'richtigen' Shortziele mehr findet.

      Der Kurs wird noch etwas angeschlagen bleiben, weil sich kein Anleger ein richtiges Bild machen kann und deshalb 'Short Attacke' wie eine dunkle Wolke über der Aktie hängt. Aber dunkle Wolken ziehen weiter und die Sache ist dann schnell vergessen. Sofern nichts Substanzielles im Argen liegt und das sieht bei Fairfax Financial nicht so aus...

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    2. Danke für Deine Antwort, Michael. Sehe ich auch so. Das war wzielich dürftig von MW. Sonnerstag kommen die Q4-Zahlen heraus. Ich denke, das wird ziemlich gut werden...

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    3. Der kurze Kursschock nach der hingestümperten Short-Attacke bei Fairfax Financial ist verdaut, die Zahlen kamen stark rein und gut an. Gut für alle, die sich nicht aus der Akte haben vertreiben lassen...

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    4. Hallo Michael, was hältst du eigentlich von der jüngsten Veröffentlichung seitens FS KKR? Insbesondere von den gestiegenen Non-accrual und Non-Income Investments? Beides zusammen über 10 Prozent und bei einem sechsfachen FK-Hebel nicht unerheblich für das Eigenkapital. Immerhin ist das NII auf Jahressicht 2023 leicht gestiegen..Danke.

      VG Robert

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    5. Moin Robert,
      FS KKR Capital hat solide Zahlen für das 4. Quartal vorgelegt. FSK tätigte neue Engagements in Höhe von 680 Mio. USD und strich Rückzahlungen in Höhe von 664 Mio. ein. Der Gesamtwert der Investitionen belief sich am 31. Dezember 2023 auf 14,6 Mrd. USD, wovon 66 % in vorrangig besicherte Wertpapiere investiert waren, gegenüber 14,7 Mrd. USD am 30. September 2023. Der Nettoinventarwert lag am 31. Dezember 2023 bei 24,46 USD je Aktie, verglichen mit 24,89 USD Ende September. Die Quartalsdividende wird für 2024 bei mindestens 0,70 USD bleiben. Gegenüber dem Vorjahr steigerte FSK sein Total Investment Income um 12 % und an Liquidität standen Ende 2023 rund 3,9 Mrd. USD zur Verfügung.

      Die schlechte Nachricht ist, dass FSK gleich fünf Kreditengagements mit einem kombinierten Anschaffungswert von 654 Mio. USD und einem Marktwert von 422 Mio. USD auf „nonaccrual“ einstufen musste. Dies sind Forderungen, die seit mindestens 90 Tagen nicht mehr bedient wurden. Der Betrag stellt 8,9 % des Portfolios dar bzw. 5,5 % auf Basis aktueller Bewertungen und hat den Markt negativ überrascht. Dabei ist nonacrual nicht mit uneinbringlich zu verwechseln, denn die notleidenden Kredite werden umstrukturiert und/oder die Sicherheiten verwertet. Kurzfristig fallen Zinseinnahmen aus, aber die Einnahmen kommen später und oft in vollem Umfang.

      Im Earnings Call hat FSK nachvollziehbar begründet, weshalb die Kredite notleidend sind und was man nun unternehmen wird. Die (erste) Sorge der Anleger, FSK könnte in die "schlechten alten Zeiten" zurückfallen, als man zu hohe Risiken einging und damit zu hohe kreditausfälle in Kauf nahm, stufe ich als übertrieben ein. KKR hat vor sechs Jahren hier das Ruder übernommen und die Kreditqualität deutlich verbessert. Die Ausfälle, insbesondere im durch Corona noch immer gebeutelten Medizintechniksektor sowie bei zwei durch Lohnsteigerungen deutlich negativ betroffenen Unternehmen dürften nicht der Regelfall sein und stellen zudem Belastungen dar, die der gesamten Wirtschaft momentan zu schaffen machen. Es ist also kein FSK-spezifisches Problem und daher ändert sich meine grundsätzlich positive Einschätzung zu FS KKR Capital nicht.

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    6. Vielen Dank für die klare Einschätzung.

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