Die vergangene Woche Stand unter dem Einfluss der Notenbanken. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi verkündet hatte, bei einem Konjunktureinbruch nicht nur die Zinsen zu senken, sondern auch wie Anleihekäufe aufzunehmen ("Quantative Easing"), wetterte US-Präsident Donald Trump via Twitter, die EZB verschaffe der Eurozone unlautere Wettbewerbsvorteile. Als dann die FED einige Tage später zusammentrat und die Zinsen nicht senkte, war nicht etwas dies das Thema, sondern Trumps angebliche Versuche, sich des FED-Chefs Jerome Powel zu entledigen. Denn der bzw. die FED verstünde nichts von seinem Job. Die Börsen haben den FED-Entscheidung dennoch positiv aufgenommen, denn die zugrundeliegende Problematik einer sich abschwächenden Welt- und US-Konjunktur ist ja nicht mehr wegzudiskutieren, aber die FED signalisiert ihre Bereitschaft, ebenfalls mit Zinssenkungen einzuschreiten. Und die Befürworter von Zinssenkungen innerhalb der FED gewinnen an Boden, so dass an der Börse inzwischen drei Zinssenkungen noch in 2019 "gespielt" werden. Und Zinssenkungen sind seit jeher eine enorme Triebfeder für die Aktienkurse...
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Sonntag, 23. Juni 2019
Kissigs Kloogschieterei: Die 25. Börsenwoche im Rückspiegel mit Adobe, Jefferies Financial, KAP, MBB, msg life, PennantPark Investment, Rocket Internet, Softbank Group
Samstag, 4. März 2017
Zahlen & Mehr: Bausch Health, GBK Beteiligungen, GFT, msg life, Scherzer & Co.
In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.
▸ GBK Beteiligungen
Die auf Eigenkapitalbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen fokussierte GBK kann bei ihrem Jahresabschluss zum 31.12.2016 ein Rekordergebnis ausweisen. So haben die Hannoveraner im Geschäftsjahr 2016 ein Realisiertes Ergebnis in Höhe von €12,4 Mio. erwirtschaftet und unter Berücksichtigung des Nicht realisierten Ergebnisses beläuft sich das Ergebnis des Geschäftsjahres auf €7,6 Mio. Dieses ist maßgeblich durch den Verkauf von drei Beteiligungen positiv beeinflusst worden. Der Nettoinventarwert je Aktie ist weiter gestiegen und beläuft sich am 31.12.2016 auf €10,18 je Aktie, so dass das Unternehmen der Hauptversammlung eine Ausschüttung von €1,00 je Aktie vorschlagen werden (zuvor €0,70), also einen Gesamtbetrag von €6,75 Mio. Dies entspricht einer Dividendenrendite von knapp 10%.
Meine Einschätzung
GBK Beteiligungen investiert dort, wo andere gar nicht hinschauen: bei den kleinen Unternehmen des erfolgreichen Mittelstands. Diese fliegen für die großen Beteiligungsgesellschaften unter dem Radar und GBK ist auch bereit, sich mit einem Minderheitsanteil zufrieden zu geben. Zuletzt war man zwei neue Beteiligungen eingegangen, um die drei Verkäufe aus dem Vorjahr zu kompensieren. Eine aktive Rolle bei der Führung des jeweiligen Tochterunternehmens strebt man nicht an, wie auch die beiden jüngsten Beteiligungen wieder zeigen. GBK ist ein Nischenwert mit allen Vor- und Nachteilen eines so kleinen Unternehmens, insbesondere der eingeschränkten Handelbarkeit der Aktie und die seltene Berichterstattung in den Medien. Wen das nicht schreckt und wer auf hohe Dividendenausschüttungen aus ist, der findet bei GBK Beteiligungen eine interessante Möglichkeit von Investments in kleine und mittlere Unternehmen des deutschen Mittelstands profitieren zu können.
▸ GBK Beteiligungen
Die auf Eigenkapitalbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen fokussierte GBK kann bei ihrem Jahresabschluss zum 31.12.2016 ein Rekordergebnis ausweisen. So haben die Hannoveraner im Geschäftsjahr 2016 ein Realisiertes Ergebnis in Höhe von €12,4 Mio. erwirtschaftet und unter Berücksichtigung des Nicht realisierten Ergebnisses beläuft sich das Ergebnis des Geschäftsjahres auf €7,6 Mio. Dieses ist maßgeblich durch den Verkauf von drei Beteiligungen positiv beeinflusst worden. Der Nettoinventarwert je Aktie ist weiter gestiegen und beläuft sich am 31.12.2016 auf €10,18 je Aktie, so dass das Unternehmen der Hauptversammlung eine Ausschüttung von €1,00 je Aktie vorschlagen werden (zuvor €0,70), also einen Gesamtbetrag von €6,75 Mio. Dies entspricht einer Dividendenrendite von knapp 10%.
Meine Einschätzung
GBK Beteiligungen investiert dort, wo andere gar nicht hinschauen: bei den kleinen Unternehmen des erfolgreichen Mittelstands. Diese fliegen für die großen Beteiligungsgesellschaften unter dem Radar und GBK ist auch bereit, sich mit einem Minderheitsanteil zufrieden zu geben. Zuletzt war man zwei neue Beteiligungen eingegangen, um die drei Verkäufe aus dem Vorjahr zu kompensieren. Eine aktive Rolle bei der Führung des jeweiligen Tochterunternehmens strebt man nicht an, wie auch die beiden jüngsten Beteiligungen wieder zeigen. GBK ist ein Nischenwert mit allen Vor- und Nachteilen eines so kleinen Unternehmens, insbesondere der eingeschränkten Handelbarkeit der Aktie und die seltene Berichterstattung in den Medien. Wen das nicht schreckt und wer auf hohe Dividendenausschüttungen aus ist, der findet bei GBK Beteiligungen eine interessante Möglichkeit von Investments in kleine und mittlere Unternehmen des deutschen Mittelstands profitieren zu können.
Dienstag, 17. Januar 2017
msg life AG: Übernahmeangebot, Delisting - lasst die Spiele beginnen!
Die msg life AG ist ein Spezial-Softwareunternehmen für die Versicherungsbranche und auf dem besten Weg, einen erfolgreichen Turnaround hinzulegen. Ich hatte vor knapp einem halben Jahr erstmals über das Unternehmen berichtet, das aus der Fusion der beiden ehemaligen neuer Markt-Werte FJA und Cor entstanden war, und hatte es als aussichtsreiche Turnaroundsituation bei €2,20 auf meine Empfehlungsliste genommen und kurze Zeit später bei knapp über €2,00 nochmals etwas aufgestockt, als die eigentlich recht ansprechenden Halbjahreszahlen mit einem 10-prozentigen Kurseinbruch quittiert wurden. Seither hat sich das Unternehmen prächtig entwickelt und mit ihm der Aktienkurs. Bis gestern...
Denn gestern gab das Unternehmen eine für seine Aktionäre folgenschwere Meldung heraus. So hat die msg systems AG, mit aktuell ca. 49,09% Anteil die Hauptaktionärin der msg life AG, dem Vorstand der msg life AG mitgeteilt, ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot für alle Aktien der msg life AG abgeben zu wollen. Den Aktionären soll der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreis angeboten werden.
Normalerweise versetzt ein Übernahmeangebot die Aktionäre in Entzücken, denn üblicherweise wird es mit einer fetten Prämie auf den zuletzt aufgerufenen Aktienkurs garniert. Doch nicht dieses Mal. Denn die Hauptaktionärin will den freien Aktionären lediglich ein Angebot in Höhe des gesetzlichen Mindestpreises unterbreiten und bei freiwilligen Übernahmeangeboten und bei Pflichtangeboten hat ein Bieter den Aktionären einer Zielgesellschaft eine angemessene Gegenleistung anzubieten. Wie eine angemessene Gegenleistung zu berechnen ist, ergibt sich aus den §§3ff. der WpÜG-Angebotsverordnung. Nach §5 Abs. 1 WpÜG-Angebotsverordnung muss die Gegenleistung mindestens dem gewichteten durchschnittlichen inländischen Börsenkurs der durch einen Bieter zu erwerbenden Aktien einer Zielgesellschaft während der letzten drei Monate vor Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe eines Angebots bzw. der Veröffentlichung der Kontrollerlangung entsprechen. Die BaFin ermittelt nun diesen Angebotspreis und im Anschluss daran wird die Hauptaktionärin msg systems AG eine Angebotsunterlage veröffentlichen. Dann steht der Preis fest, zu dem Aktionäre ihre Aktien andienen können.
In den letzten drei Monaten schwankte der Aktienkurs der msg life AG zwischen €2,15 und €2,95, aber bei der Preisbestimmung spielen auch die Umsätze, also die Anzahl der gehandelten Aktien eine Rolle. Daher kann man aktuell den Angebotspreis nur erahnen. Aber er dürfte vermutlich so um die €2,40 liegen - dort, wo sich der Aktienkurs auch nach der Meldung in etwa eingependelt hat. Und damit deutlich unterhalb der kürzlich erreichten Hochs bei €2,95.
Denn gestern gab das Unternehmen eine für seine Aktionäre folgenschwere Meldung heraus. So hat die msg systems AG, mit aktuell ca. 49,09% Anteil die Hauptaktionärin der msg life AG, dem Vorstand der msg life AG mitgeteilt, ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot für alle Aktien der msg life AG abgeben zu wollen. Den Aktionären soll der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreis angeboten werden.
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| msg life AG (Quelle: finanzen.net) |
In den letzten drei Monaten schwankte der Aktienkurs der msg life AG zwischen €2,15 und €2,95, aber bei der Preisbestimmung spielen auch die Umsätze, also die Anzahl der gehandelten Aktien eine Rolle. Daher kann man aktuell den Angebotspreis nur erahnen. Aber er dürfte vermutlich so um die €2,40 liegen - dort, wo sich der Aktienkurs auch nach der Meldung in etwa eingependelt hat. Und damit deutlich unterhalb der kürzlich erreichten Hochs bei €2,95.
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Mittwoch, 17. August 2016
Halbjahreszahlen: msg life AG surft weiter auf Turnaroundkurs
Das Spezialsoftwareunternehmen für die Versicherungsbranche msg life hat seine Halbjahreszahlen präsentiert - und die Börse reagiert mit deutlichen Kursabschlägen. Dabei präsentierte das Unternehmen gar keine (negativen) Überraschungen.
Die Halbjahreszahlen
Zum 30. Juni 2016 liegen sowohl der Gesamtumsatz von €57,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €52,2 Mio.) als auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) von €2,8 Mio. Euro (per 30. Juni 2015: €2,9 Mio.) im Rahmen der Jahresplanungen. Dabei enthält das EBITDA einen ergebniswirksamen Aufwand in Höhe von knapp €0,8 Mio. Euro aus einem Vergleich in Zusammenhang mit der ehemaligen Beteiligung an der B+S Banksysteme AG.
Unter Berücksichtigung des Steueraufwands in Höhe von €1,8 Mio. erzielte msg life zum 30. Juni 2016 ein Periodenergebnis von €0,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €1,2 Mio. Euro) und damit ein ausgeglichenes Ergebnis je Aktie (Vorjahr: €0,03). Der positive Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beträgt €0,8 Mio. (Vorjahr: €1,5 Mio.) und das Eigenkapital beträgt nahezu unveränderte €46,2 Mio. bei einer Eigenkapitalquote von 54,3% (Vorjahr: 56,8%).
Im laufenden Geschäftsjahr 2016 erwartet msg life ein EBITDA zwischen €10,0 Mio. und €12,0 Mio. sowie einen Gesamtumsatz zwischen €110,0 Mio. und €112,0 Mio.
Meine Einschätzung
Die Zahlen sind natürlich besonders durch den Vergleich bzgl. der B+S Banksysteme AG gekennzeichnet, aber dieser Vergleich wurde von msg life allerdings bereits in vorangegangenen Meldungen besprochen und ist auch Bestandteil der angehobenen Jahresplanungen. Insofern sollte dieser Einmalaufwand keine negative Überraschung darstellen, sondern eher für freudige Gesichter bei den Aktionären sorgen. Denn ohne diesen Einmaleffekt hätte das EBITDA gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zugelegt und damit bestätigt, dass der Turnaround in vollem Gange ist und zunehmend Gestalt annimmt. Die Vertriebserfolge der vergangenen Monate deuten jedenfalls in diese Richtung und das Management ist zuversichtlich, hier noch weiter punkten zu können.
Msg life befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und stellt eine aussichtsreiche Turnaround-Spekulation dar. Der marktenge Titel sollte aber nur von risikobereiten Anlegern ins Depot genommen werden. Ich habe den fast 10-prozentigen Kurseinbruch heute genutzt, um meine Position etwas aufzustocken.
>>> zur Meldung
Die Halbjahreszahlen
Zum 30. Juni 2016 liegen sowohl der Gesamtumsatz von €57,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €52,2 Mio.) als auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) von €2,8 Mio. Euro (per 30. Juni 2015: €2,9 Mio.) im Rahmen der Jahresplanungen. Dabei enthält das EBITDA einen ergebniswirksamen Aufwand in Höhe von knapp €0,8 Mio. Euro aus einem Vergleich in Zusammenhang mit der ehemaligen Beteiligung an der B+S Banksysteme AG.
Unter Berücksichtigung des Steueraufwands in Höhe von €1,8 Mio. erzielte msg life zum 30. Juni 2016 ein Periodenergebnis von €0,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €1,2 Mio. Euro) und damit ein ausgeglichenes Ergebnis je Aktie (Vorjahr: €0,03). Der positive Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beträgt €0,8 Mio. (Vorjahr: €1,5 Mio.) und das Eigenkapital beträgt nahezu unveränderte €46,2 Mio. bei einer Eigenkapitalquote von 54,3% (Vorjahr: 56,8%).
Im laufenden Geschäftsjahr 2016 erwartet msg life ein EBITDA zwischen €10,0 Mio. und €12,0 Mio. sowie einen Gesamtumsatz zwischen €110,0 Mio. und €112,0 Mio.
Meine Einschätzung
Die Zahlen sind natürlich besonders durch den Vergleich bzgl. der B+S Banksysteme AG gekennzeichnet, aber dieser Vergleich wurde von msg life allerdings bereits in vorangegangenen Meldungen besprochen und ist auch Bestandteil der angehobenen Jahresplanungen. Insofern sollte dieser Einmalaufwand keine negative Überraschung darstellen, sondern eher für freudige Gesichter bei den Aktionären sorgen. Denn ohne diesen Einmaleffekt hätte das EBITDA gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zugelegt und damit bestätigt, dass der Turnaround in vollem Gange ist und zunehmend Gestalt annimmt. Die Vertriebserfolge der vergangenen Monate deuten jedenfalls in diese Richtung und das Management ist zuversichtlich, hier noch weiter punkten zu können.
Msg life befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und stellt eine aussichtsreiche Turnaround-Spekulation dar. Der marktenge Titel sollte aber nur von risikobereiten Anlegern ins Depot genommen werden. Ich habe den fast 10-prozentigen Kurseinbruch heute genutzt, um meine Position etwas aufzustocken.
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Freitag, 12. August 2016
msg life macht mit ihrer Software der Versicherungsbranche das Leben leichter
Die msg life AG ist ein Softwareunternehmen, das hauptsächlich Versicherungen als Kunden hat. Das Unternehmen ging aus der Fusion der einstigen Neuer Markt-Werte FJA und Cor hervor und hat eine schwierige Zeit hinter sich; Ende 2014 notierte die Aktie noch im Penny-Stock-Bereich unterhalb von €1. Seit 2015 läuft der Turnaround samt neuer Ausrichtung und dieser scheint zu gelingen, jedenfalls deuten die bisherigen Entwicklungen darauf hin. Von den für den 17. August angekündigten Halbjahreszahlen erwarte ich mir mindestens eine Bestätigung der im Februar angehobenen Jahresprognosen für das Geschäftsjahr 2016.
Das Zahlenwerk
Die Zahlen für 2015 deuteten den erfolgreichen Turnaround bereits an. Das EBITDA belief sich auf €8,4 Mio. und der Umsatz stieg auf €108 Mio. nach €104,3 Mio. in 2014. Das EBITDA lag nach 9 Monaten bei €4,9 Mio. und so wurde allein im letzten Quartal €3,5 Mio. EBITDA erwirtschaftet.
Die 2016er-Guidance für das EBITDA wurde nach Vorlage der 3-Monatszahlen auf €10 bis12 Mio. Euro von zuvor 8,5 bis 10,5 Mio. angehoben und schaut man auf das EBITDA im Q4/2015 erscheint selbst dies durchaus noch konservativ. Anstelle vollmundiger Versprechen, wie in der Vergangenheit durchaus öfter platziert, scheint ein zurückhaltend-realistischer Stil getreten zu sein, was zu begrüßen und im Anlegerinteresse ist. Lieber besser als erwartete Zahlen liefern, als zu enttäuschen und zurückrudern zu müssen.
Geschäftsfelder der msg life AG
Die msg life ist der führende Anbieter von Software, Beratung und Cloud-Lösungen für Lebensversicherer und Altersvorsorgeeinrichtungen. Neben der führenden Marktstellung im deutschen Sprachraum ist die Software von msg life auch weltweit im Einsatz, wo Anwender in mehr als 30 Ländern die msg-Lösungen nutzen, unter anderem auch in den USA und Australien. Die msg life Gruppe mit Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart hat Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Polen, Portugal und den USA beschäftigt weltweit rund 900 Mitarbeiter.
Die Kernkompetenz liegt derzeit im Bereich Lebensversicherungen in Deutschland und der Schweiz, während als neues Standbein Standardsoftware für die Krankenversicherung insbesondere in den USA etabliert wird. In den nächsten Jahren soll der Ausbau des Geschäfts im Bereich Lebensversicherungen im Rest Europas erfolgen und darüber hinaus möchte man sich als Anbieter implementierungsnahen Consultings in Deutschland, der Schweiz und Zentral- und Osteuropa positionieren. Hier konnten zuletzt bereits Erfolge mit UNIQA Asigurari de viata Rumänien und Helvetia Österreich vermeldet werden.
Inzwischen hat man sich in den USA als führender Softwareanbieter für Krankenversicherungen etabliert und in der DACH Region ist man führend bei Lebensversicherungen. Im letzten Jahr konnten mit der Heidelberer Leben und dem US-Versicherer Prudential, für den eine Angebots- und Auftragsplattform im Lebensversicherungsgeschäft eingerichtet werden soll, zwei große Kunden gewonnen werden. Alleine der Prudential-Deal hat einen Auftragswert von rund $5 Mio.
Interessant und potenzialträchtig ist auch die seit mehr als 5 Jahren bestehende erfolgreiche Partnerschaft mit IBM, insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem IBM Kompetenzzentrum in Ehningen. IBM setzt mit "Watson" und seiner Sparte Künstliche Intelligenz zunehmend auf den Bereich der Krankenversorgung.
Ausblick
Das Thema Digitalisierung wird von msg life konsequent vorangetrieben. So hat man 2015 zum einen die Komponente für die Versicherungsmathematik als eine der letzten großen Komponenten auf die moderne JEE Technologie gehoben (“JEE Mathematik”) und die Entwicklung der msg.CuSS Komponente vorgestellt (CuSS = Customer Self Service), mit deren Hilfe Kunden umfangreiche Prozesse selbst steuern und abwickeln können, wie u.a. Anpassungen laufender Verträge oder den Rückkauf von Policen. In diesem neuen Geschäftsfeld wird im Herbst ein erster Vertriebserfolg erwartet, für den eine mündliche Zusage bereits vorliegen soll.
Dividendenausschüttungen kein vordringliches Ziel
Das Management möchte die bestehenden Verlustvorträge bestmöglich nutzen und geht davon aus, dass msg life erst in 2 bis 3 Jahren die Dividendenfähigkeit erreichen wird. Diese Ankündigung gab es in gleicher Form allerdings auch schon auf der Hauptversammlung 2014 und man erkennt daran, dass man das Unternehmen überhaupt nicht als Dividendenwert positionieren will, sondern eher als Wachstumswert. Die Zahlung einer Dividende ist und wird also kein primäres Unternehmensziel.
Meine Einschätzung
Die Versicherungsbranche steht massiv im Gegenwind und gerade erst hat die BaFin vor der sich zuspitzenden Lage bei deutschen Lebensversicherern gewarnt. Aber der Druck steigt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Auf der einen Seite schmälern die historisch niedrigen Zinsen die Erträge und auf der anderen Seite werden die Menschen immer Älter, was sowohl bei den Krankenkosten als auch bei Kapitallebens- und Rentenversicherungen zu immer größeren Problemen führt. Darüber hinaus werden die Regularien stetig strenger, so der Ausweis der wirklich anfallenden Vertriebskosten. Der Druck, Kosten zu sparen, nimmt gewaltig zu und daher wird überall der Rotstift angesetzt, auch beim Personal bzw. dem Außendienst. So will alleine Ergo 2.400 Vollzeitstellen streichen, Personalabbau wurde aber auch von HDI, Talanx, oder Signal Iduna angekündigt. Ergo will im Gegenzug nicht nur eine reine Online-Versicherung an den Markt bringen, sondern auch €1 Mrd. in die Hand nehmen, um "die veraltete Verwaltung und IT auf Vordermann zu bringen". Der Trend zur Digitalisierung in der Finanzbranche eröffnet msg life und anderen einen riesigen Markt und die msg life AG sollte zu den großen Profiteuren gehören.
Ich habe mir daher einige Aktien gegönnt, nachdem der Kurs vom Jahreshoch bei €2,70 wieder auf rund €2,20 zurückgekommen ist, und ich nehme sie auf meine Empfehlungsliste. Auch bei msg life gilt, dass es sich um einen marktengen Nebenwert handelt, der sich (noch) in einer Turnaroundsituation befindet. Ob dieser Turnaround wirklich gelingt, muss sich erst noch beweisen - auch wenn die Zeichen darauf hindeuten. Ein Engagement in Aktien der msg life AG ist eine Turnaround-Spekulation für geduldige Anleger, kein Value Investment im klassischen Sinn. Die Risiken sind entsprechend höher, die Chancen im Erfolgsfall ebenso.
Das Zahlenwerk
Die Zahlen für 2015 deuteten den erfolgreichen Turnaround bereits an. Das EBITDA belief sich auf €8,4 Mio. und der Umsatz stieg auf €108 Mio. nach €104,3 Mio. in 2014. Das EBITDA lag nach 9 Monaten bei €4,9 Mio. und so wurde allein im letzten Quartal €3,5 Mio. EBITDA erwirtschaftet.
Die 2016er-Guidance für das EBITDA wurde nach Vorlage der 3-Monatszahlen auf €10 bis12 Mio. Euro von zuvor 8,5 bis 10,5 Mio. angehoben und schaut man auf das EBITDA im Q4/2015 erscheint selbst dies durchaus noch konservativ. Anstelle vollmundiger Versprechen, wie in der Vergangenheit durchaus öfter platziert, scheint ein zurückhaltend-realistischer Stil getreten zu sein, was zu begrüßen und im Anlegerinteresse ist. Lieber besser als erwartete Zahlen liefern, als zu enttäuschen und zurückrudern zu müssen.
Geschäftsfelder der msg life AG
Die msg life ist der führende Anbieter von Software, Beratung und Cloud-Lösungen für Lebensversicherer und Altersvorsorgeeinrichtungen. Neben der führenden Marktstellung im deutschen Sprachraum ist die Software von msg life auch weltweit im Einsatz, wo Anwender in mehr als 30 Ländern die msg-Lösungen nutzen, unter anderem auch in den USA und Australien. Die msg life Gruppe mit Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart hat Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Polen, Portugal und den USA beschäftigt weltweit rund 900 Mitarbeiter.
Die Kernkompetenz liegt derzeit im Bereich Lebensversicherungen in Deutschland und der Schweiz, während als neues Standbein Standardsoftware für die Krankenversicherung insbesondere in den USA etabliert wird. In den nächsten Jahren soll der Ausbau des Geschäfts im Bereich Lebensversicherungen im Rest Europas erfolgen und darüber hinaus möchte man sich als Anbieter implementierungsnahen Consultings in Deutschland, der Schweiz und Zentral- und Osteuropa positionieren. Hier konnten zuletzt bereits Erfolge mit UNIQA Asigurari de viata Rumänien und Helvetia Österreich vermeldet werden.
![]() |
| msg life AG (Quelle: finanzen.net) |
Interessant und potenzialträchtig ist auch die seit mehr als 5 Jahren bestehende erfolgreiche Partnerschaft mit IBM, insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem IBM Kompetenzzentrum in Ehningen. IBM setzt mit "Watson" und seiner Sparte Künstliche Intelligenz zunehmend auf den Bereich der Krankenversorgung.
Ausblick
Das Thema Digitalisierung wird von msg life konsequent vorangetrieben. So hat man 2015 zum einen die Komponente für die Versicherungsmathematik als eine der letzten großen Komponenten auf die moderne JEE Technologie gehoben (“JEE Mathematik”) und die Entwicklung der msg.CuSS Komponente vorgestellt (CuSS = Customer Self Service), mit deren Hilfe Kunden umfangreiche Prozesse selbst steuern und abwickeln können, wie u.a. Anpassungen laufender Verträge oder den Rückkauf von Policen. In diesem neuen Geschäftsfeld wird im Herbst ein erster Vertriebserfolg erwartet, für den eine mündliche Zusage bereits vorliegen soll.
Dividendenausschüttungen kein vordringliches Ziel
Das Management möchte die bestehenden Verlustvorträge bestmöglich nutzen und geht davon aus, dass msg life erst in 2 bis 3 Jahren die Dividendenfähigkeit erreichen wird. Diese Ankündigung gab es in gleicher Form allerdings auch schon auf der Hauptversammlung 2014 und man erkennt daran, dass man das Unternehmen überhaupt nicht als Dividendenwert positionieren will, sondern eher als Wachstumswert. Die Zahlung einer Dividende ist und wird also kein primäres Unternehmensziel.
Meine Einschätzung
Die Versicherungsbranche steht massiv im Gegenwind und gerade erst hat die BaFin vor der sich zuspitzenden Lage bei deutschen Lebensversicherern gewarnt. Aber der Druck steigt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Auf der einen Seite schmälern die historisch niedrigen Zinsen die Erträge und auf der anderen Seite werden die Menschen immer Älter, was sowohl bei den Krankenkosten als auch bei Kapitallebens- und Rentenversicherungen zu immer größeren Problemen führt. Darüber hinaus werden die Regularien stetig strenger, so der Ausweis der wirklich anfallenden Vertriebskosten. Der Druck, Kosten zu sparen, nimmt gewaltig zu und daher wird überall der Rotstift angesetzt, auch beim Personal bzw. dem Außendienst. So will alleine Ergo 2.400 Vollzeitstellen streichen, Personalabbau wurde aber auch von HDI, Talanx, oder Signal Iduna angekündigt. Ergo will im Gegenzug nicht nur eine reine Online-Versicherung an den Markt bringen, sondern auch €1 Mrd. in die Hand nehmen, um "die veraltete Verwaltung und IT auf Vordermann zu bringen". Der Trend zur Digitalisierung in der Finanzbranche eröffnet msg life und anderen einen riesigen Markt und die msg life AG sollte zu den großen Profiteuren gehören.
Ich habe mir daher einige Aktien gegönnt, nachdem der Kurs vom Jahreshoch bei €2,70 wieder auf rund €2,20 zurückgekommen ist, und ich nehme sie auf meine Empfehlungsliste. Auch bei msg life gilt, dass es sich um einen marktengen Nebenwert handelt, der sich (noch) in einer Turnaroundsituation befindet. Ob dieser Turnaround wirklich gelingt, muss sich erst noch beweisen - auch wenn die Zeichen darauf hindeuten. Ein Engagement in Aktien der msg life AG ist eine Turnaround-Spekulation für geduldige Anleger, kein Value Investment im klassischen Sinn. Die Risiken sind entsprechend höher, die Chancen im Erfolgsfall ebenso.
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