"Ich erkenne sofort an, dass Aktien an jedem folgenden Tag, in jeder Woche oder sogar in einem Jahr deutlich riskanter sein werden als kurzfristige US-Anleihen. Mit zunehmendem Anlagehorizont eines Anlegers wird ein diversifiziertes Portfolio aus US-Aktien jedoch zunehmend weniger risikoreich als Anleihen, sofern die Aktien zu einem vernünftigen Vielfachen der Gewinne im Verhältnis zu den vorherrschenden Zinssätzen gekauft werden."
(Warren Buffett)
Posts mit dem Label Anleihen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Anleihen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 1. Mai 2026
Mittwoch, 29. April 2026
Börsenweisheit des Tages | 29.04.2026
"Es ist ein schrecklicher Fehler für langfristig orientierte Anleger - darunter Pensionskassen, Hochschulstiftungen und Sparer - das Risiko ihrer Anlage am Verhältnis ihrer Anleihen zu Aktien zu messen. Hochwertige Anleihen in einem Anlageportfolio erhöhen oft das Risiko."
(Warren Buffett)
(Warren Buffett)
Labels:
Anleihen,
Börsenweisheiten,
Warren Buffett
Montag, 24. November 2025
Börsenweisheit des Tages | 24.11.2025
"Es ist überlebensnotwendig, dass du deine Kaufkraft erhältst. Einer der größten Fehler ist es, zu viel Geld in festverzinsliche Wertpapiere zu stecken."
(Sir John Templeton)
(Sir John Templeton)
Labels:
Anleihen,
Börsenweisheiten,
John Templeton
Freitag, 17. Januar 2025
Börsenweisheit des Tages | 17.01.2025
"Mit Ausnahme von sehr kurzfristigen Anleihen und Rentenfonds können auch Anleihen riskant sein. Hier zwingen Sie steigende Zinsen zu einer von zwei unangenehmen Entscheidungen: Sie müssen sich mit der niedrigen Rendite abfinden, bis die Anleihen fällig werden, oder die Anleihen mit einem erheblichen Abschlag auf den Nennwert verkaufen. Wenn Sie wirklich risikoscheu sind, dann sind Geldmarktfonds oder die Bank der richtige Ort für Sie. Andernfalls gibt es Risiken, wohin Sie sich auch wenden." (Peter Lynch)
Labels:
Anleihen,
Börsenweisheiten,
Peter Lynch
Donnerstag, 7. November 2024
Börsenweisheit des Tages | 07.11.2024
"Alles in allem ziehe ich Aktien vor. Die Leute machen sich Sorgen über das Risiko von Aktien, aber Anleihen können genauso riskant sein. Schauen Sie sich an, was mit dem Kurs eines Rentenfonds passiert, wenn die Zinsen das nächste Mal um 2 Prozent steigen."
(Peter Lynch, 1997)
Labels:
Anleihen,
Börsenweisheiten,
Peter Lynch,
Zinsen
Donnerstag, 13. Juni 2024
Börsenweisheit des Tages | 13.06.2024
"Während Unternehmen ihre Aktionäre routinemäßig mit höheren Dividenden belohnen, hat kein Unternehmen in der Geschichte der Finanzwirtschaft, die bis zu den Medicis zurückreicht, seine Anleihegläubiger je mit einer Erhöhung des Zinssatzes für eine Anleihe belohnt."
(Peter Lynch)
Labels:
Anleihen,
Börsenweisheiten,
Dividende,
Peter Lynch,
Zinsen
Mittwoch, 10. April 2024
Börsenweisheit des Tages | 10.04.2024
"In einem Zeitraum von 20 Jahren haben Sie nie Geld mit Aktien verloren, aber Sie haben mit Anleihen die Hälfte Ihres Portfolios vernichtet, nach Inflation. Welches ist also die riskantere Anlage?"
(Jeremy S. Siegel)
(Jeremy S. Siegel)
Labels:
Anleihen,
Börsenweisheiten,
Buy&Hold,
Jeremy Siegel
Sonntag, 15. Oktober 2023
Kissigs Kloogschieterei: Ruhig schlafen mit Anleihen?
Die Anleihekurse befinnen sich im freien Fall und das ist ein Kollateralschaden der aktuellen Zinspolitik der US-Notenbank. Die will die zählebige Inflation bekämpfen und hat die Zinsen schnell und stark erhöht. Aber die Wirtschaft bremst nicht so schnell wie erwartet erhofft. Ärgerlich.
Die wohl wesentliche Ursache ist schnalle gefunden: das Dilemma wird resultiert vor allem in der expansiven Politik des US-Präsidenten. Denn die 'Bidenomics' zeichnen sich vor allem durch gewaltige schuldenfinanzierte Investitionsprogramme aus und damit wird die Nachfrage stimuliert – auf Pump. Das führt die Inflationseindämmungsversuche der Notenbank völlig ad absurdum und stellt die Notenbank vor eine schier unlösbare Aufgabe...
Labels:
Anleihen,
Finanzen,
Kissigs Kloogschieterei
Börsenweisheit des Tages | 15.10.2023
"Aktien erwirtschaften im Allgemeinen höhere Renditen als Anleihen und diese Differenz in der Performance macht sich über die Zeit bemerkbar."
(Christopher Davis)
Labels:
Anleihen,
Börsenweisheiten,
Chris Davis,
Compounding,
Vermögensaufbau,
Zinsen,
Zinseszins
Mittwoch, 11. Oktober 2023
Kissigs Aktien Report: Bärenmarktgeflüster - Inflation, Zinsen, Energiepreise. Das kann doch nur schlimm ausgehen, oder?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.
Labels:
Aktien Report,
Anleihen,
Börsencrash,
Buy&Hold,
Finanzen,
Inflation,
Medien,
Quality Investing,
Zinsen
Mittwoch, 2. August 2023
Kissigs Aktien Report: Anleihen als ultimative Alternative zu Aktien. Wirklich!?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.
Aktien Report Nr. 142 vom 28.07.2023
Labels:
Aktien Report,
Anleihen,
Finanzen,
Medien,
Zinsen
Sonntag, 23. August 2020
Sind Unternehmensanleihen eine Alternative zu Aktien? Oder vielleicht sogar mehr?
Oft bieten Unternehmensanleihen attraktive Zinskonditionen, jedenfalls verglichen mit den dürftigen Angeboten der öffentlichen Hand. Denn Bundesanleihen bringen inzwischen bisweilen sogar schon Negativrenditen und das Kapital wird durch die Inflation zusätzlich angeknabbert - eine negative Gesamtrendite ist die Folge.
Wer sich in ein Unternehmen einkauft, ist auch an dessen Gewinnen und Verlusten beteiligt. Am einfachsten geht dies bei börsennotierten Aktiengesellschaften über den Erwerb der entsprechenden Aktien an der Börse. Dabei muss sich die Aktienkursentwicklung nicht an der Entwicklung des Unternehmens orientieren, auf lange Sicht ist dies jedoch meistens der Fall. Und deshalb sollte man Geduld mitbringen und langfristig in ausgesuchte Top-Unternehmen investieren.
Doch auch bei der sorgfältigsten Auswahl kann es vorkommen, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät und vielleicht sogar Insolvenz anmelden muss; die Auswirkungen der Corona-Pandemie führen uns das ja gerade explizit vor Augen. Hier ist einer der entscheidenden Unterschiede zwischen Aktien und Unternehmensanleihen zu verorten: Aktionäre sind Eigentümer, Anleihebesitzer sind Gläubiger. Im Insolvenzfall erhalten zunächst die Gläubiger ihr Geld - oftmals nur anteilig zur Insolvenzquote - und nur wenn die Gläubiger vollständig bedient werden konnten, wird der verbliebene Restwert auf die Eigentümer verteilt. Das Risiko für den Investor ist also bei Aktien größer als bei Anleihen.
Labels:
Anleihen,
Dividende,
Rendite,
Stock-Picking,
Strategie,
Turnaround,
Value Investing,
Zinsen
Dienstag, 19. November 2019
Niedrigzinsen fressen Vermögen auf. Nur richtig sparen bringt noch Rendite!
Seit mehr als einem Jahrzehnt wählen die Notenbanken gegen jedes Problem nur ein Mittel: mehr Geld. Ob Finanzkrise, Bankenkrise, Wirtschaftsflaute, Euro-Problemzonen oder Crash-Tendenzen, stets wird noch mehr Geld gedruckt und zwar Unmengen davon. Üblicherweise führt ein starkes - und auch noch globales - Geldmengenwachstum nach der klassischen Lehre zu Inflation, denn wenn (zu) viel Geld im Umlauf ist, sind Preissteigerungen leichter durchzusetzen und Inflation ruft steigende Zinsen seitens der Notenbanken hervor, um die Preissteigerungen wieder in den Griff zu bekommen.
Doch diesmal scheint alles anders zu sein, das Geld fließt nicht direkt in die Wirtschaft, sodnern in Assets wie Immobilien und Aktien. Daher ist in den führenden Wirtschaftszonen der Welt trotz des vielen zusätzlich verfügbaren Geldes die Inflation weit unter den Zielwerten der Notenbanken und dem entsprechend sinken die Zinsen auf neue Rekordniedrigststände. Nachdem die Strafzölle im US-China-Handelsstreit tiefe Bremsspuren in der globalen Konjunktur hinterlassen und gerade Deutschland mit seinem starken Exposure in den Sektoren Automobil und Maschinenbau kräftig schlingert, haben sich die Notenbanken weltweit auf eine neue Zinssenkungsrunde eingelassen. Das viele billige Geld verleitet zu noch ungebremsterem Schuldenmachen, auch wenn in Deutschland der Staat seit einiger Zeit Schuldenabbau praktiziert - und dafür heftig kritisiert wird. Andernorts wird weiter fleißig drauf gesattelt.
Das dauerhafte Niedrigzinsniveau in der Euro-Zone ruft mehrere Effekte hervor und die Gekniffenen sind vor allem die Sparer. Denen entgeht die Rendite, doch damit fängt ihr Leiden gerade erst so richtig an.
Doch diesmal scheint alles anders zu sein, das Geld fließt nicht direkt in die Wirtschaft, sodnern in Assets wie Immobilien und Aktien. Daher ist in den führenden Wirtschaftszonen der Welt trotz des vielen zusätzlich verfügbaren Geldes die Inflation weit unter den Zielwerten der Notenbanken und dem entsprechend sinken die Zinsen auf neue Rekordniedrigststände. Nachdem die Strafzölle im US-China-Handelsstreit tiefe Bremsspuren in der globalen Konjunktur hinterlassen und gerade Deutschland mit seinem starken Exposure in den Sektoren Automobil und Maschinenbau kräftig schlingert, haben sich die Notenbanken weltweit auf eine neue Zinssenkungsrunde eingelassen. Das viele billige Geld verleitet zu noch ungebremsterem Schuldenmachen, auch wenn in Deutschland der Staat seit einiger Zeit Schuldenabbau praktiziert - und dafür heftig kritisiert wird. Andernorts wird weiter fleißig drauf gesattelt.
Das dauerhafte Niedrigzinsniveau in der Euro-Zone ruft mehrere Effekte hervor und die Gekniffenen sind vor allem die Sparer. Denen entgeht die Rendite, doch damit fängt ihr Leiden gerade erst so richtig an.
Samstag, 20. April 2019
[Kissigs Börsenlexikon] Wandelanleihe
Manche Leute sehen in Wandelanleihen die Allzweckwaffen der Finanzanlage, denn diese Wertpapiere kombinieren die Sicherheit einer Anleihe mit den Kurschancen einer Aktie. Als Zwischenlösung zwischen Anleihe und Aktie stellt die Wandelanleihe ein Nischenprodukt dar.
Begibt ein Unternehmen eine Wandelanleihe, stellt dies zunächst einen normalen Kredit dar, den der Käufer der Anleihe dem Unternehmen gewährt. Er erhält für diese Schuldverschreibung regulär Zinsen, allerdings kann er ab einem bestimmten Zeitpunkt (spätestens zum Ende der Laufzeit der Wandelanleihe) entscheiden, ob er anstelle der Rückzahlung des Nominalwertes der Anleihe diesen in Aktien erhalten möchte. Die Anzahl der Aktien ist hierbei bereits bei der Emission der Wandelanleihe festgelegt - für den Käufer lohnt sich also die Rückzahlung in Aktien (Wandelung) in der Regel dann, wenn die Aktien zwischenzeitlich im Kurs gestiegen sind. Sind sie hingegen gefallen, lässt er sich den Anleihebetrag in bar zurückzahlen - und kann ggf. die Aktien billiger über die Börse kaufen. Eine Wandelanleihe ist also dann ein interessantes Investment, wenn man von mittelfristig steigenden Kursen des Basiswerts ausgeht, aber zuvor mit einem Kursrücksetzer rechnet. In diesem Fall streicht man zunächst die sicheren Zinsen ein und wandelt ggf. die Anleihe, wenn der Aktienkurs sich wieder erholt hat.
Eine besondere Form der Wandelanleihe ist die Pflichtwandelanleihe (oder auch Zwangswandelanleihe), bei der von vornherein festgelegt ist, dass die Rückzahlung in Aktien erfolgt, spätestens am Laufzeitende. Für das Unternehmen hat dies den Charme, dass bei dem aktuellen niedrigen Zinsniveau Fremdkapital günstiger ist als Eigenkapital, das ja einen Anteil am Gewinn erhält, die Mittel aus einer Pflichtwandelanleihe von den Ratingagenturen allerdings von Anfang an als Eigenkapital bewertet werden. Und je höher die Eigenkapitalquote, desto besser die Bonität. Eine Pflichtwandelanleihe stellt also eine Kapitalerhöhung dar, da am Ende junge Aktien zu ihrer Begleichung ausgegeben werden - mit dem entsprechenden Verwässerungseffekt für die Altaktionäre.
Labels:
Anleihen,
Börsenlexikon,
Kapitalerhöhung
Dienstag, 24. November 2015
Wandelanleihe: Aurelius munitioniert sich mit 166 Millionen Euro mächtig auf
Gerade hatte ich noch getitelt, Aurelius übernähme sich nicht, da beschafft sich die Münchner Beteiligungsgesellschaft schon frisches Kapital für weitere Zukäufe. Nachdem jüngst drei Übernahmen erfolgreich durchgezogen wurden und der Aktienkurs nahe am Allzeithoch notiert, nutzte Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus die Gunst der Stunde und kündigte die Ausgabe einer Wandelanleihe an. Und das in nicht unerheblichem Umfang, immerhin rund 10 Prozent des bisherigen Kapitals sollten so in die Kassen von Aurelius gespült werden.
Bereits nach wenigen Stunden vermeldete der Konzern Vollzug, da die Anleihe bei institutionellen Anlegern reißenden Absatz fand. Die Wandelanleihe sei vollständig platziert worden und Aurelius flossen 166,3 Mio. EUR an frischen Gelder zu; bei einer vollständigen Wandlung der Anleihe in Aktien würde dies einer Erhöhung des Grundkapitals um 9,994 Prozent entsprechen. Dem üblichen Schnappreflex bei einer Kapitalerhöhung konnte sich der Aurelius-Aktienkurs dann auch nicht entziehen und die Aktie tauchte um mehr als 5 Prozent ab. Was für eine Kaufgelegenheit...!
Denn ein Blick auf die Konditionen der Wandelanleihe zeigt, was für einen grandiosen Deal Dr. Markus hier eingefädelt hat. Trotz Niedrigszinsphase werden sog. "Mittelstandsanleihen" im hohen einstelligen oder gar zweistelligen Prozentbereich verzinst, ansonsten sind sie aufgrund der Ausfallrisiken nicht an den Mann zu bringen. Aurelius hingegen zahlt nur 1 Prozent pro Jahr während der Laufzeit bis Ende 2020. Die Anleihe wird in 3,166 Millionen Aktien - dies entspricht 9,994% des derzeitigen Stammkapitals der Gesellschaft - umtauschbar sein und der anfängliche Wandlungspreis in Höhe von 52,5229 EUR wurde mit einer Wandelprämie von 30 Prozent über dem heutigen Durchschnittskurs der Aurelius-Aktie festgesetzt.
Ein geradezu unverschämt grenzgenialer Deal
Doch was bedeutet das konkret? Nun, Aurelius leiht sich für 4 Jahre 166 Mio. EUR für 1 Prozent Zinsen im Jahr. Ende 2020 zahlt man dieses Geld einfach zurück - es sei denn, die Anleihegläubiger wandeln die Anleihe in Aktien. Das können sie zu einem festgesetzten Aktienkurs von 52,5229 EUR tun, was aber erst dann Sinn macht, wenn der Aktienkurs in der Zwischenzeit um mehr als 30 Prozent gestiegen ist. Wenn die frischen Gelder also von Aurelius erfolgreich eingesetzt wurden. Erst dann erfolgt ggf. die Verwässerung durch die Wandlung in neue Aktien (9,994 Prozent des Stammkapitals). Allerdings hat dann ja bereits die Wertsteigerung durch die Investitionen eingesetzt und das Unternehmen stark an Wert zugelegt, so dass sich das zusätzlich beschaffte Kapital für die Altaktionäre mehr als bezahlt gemacht hat - nämlich in stark gestiegenen Aktienkursen.
Und in der Zwischenzeit kauft Aurelius munter weiter eigene Aktien zurück - sollte der Kurs also einmal die 52,5229 EUR überschreiten und die Anleihegläubiger die Wandlung in Aktien verlangen, muss Aurelius diesem Wunsch nicht zwangsläufig durch die Ausgabe neuer Aktien nachkommen. Das Unternehmen kann auch die bis dahin zurückgekauften (aber nicht nicht eingezogenen!) eigenen Aktien hierzu verwenden - und damit einen doppelten Gewinn erzielen. Denn das seit Juli laufende neue Aktienrückkaufprogramm weist aktuelle 51.500 zurückgekaufte Aktien mit einem Durchschnittskaufkurs von 41,501 EUR aus. Sollten diese Aktien nachher wieder ausgegeben werden zur Bedienung der Wandelanleihe, würde ein zusätzlicher Gewinn von bisher durchschnittlich fast 11 EUR je Aktie dabei herausspringen. Ähnliches hatte die Beteiligungsholding MBB bereits vor anderthalb Jahren mit einem Millionengewinn vorgemacht. Der Vorteil für die Aktionäre liegt auf der Hand, denn es würde auf diese Art eine geringere Verwässerung geben, da ja weniger junge Aktien "geschaffen" werden müssten. Und das von der Hauptversammlung genehmigte neue Kapital würde nicht ganz so sehr ausgeschöpft und würde ggf. für eine weitere Kapitalmaßnahme zur Verfügung stehen.
Meine Einschätzung
Ich halte die Begebung dieser Wandelanleihe für eine rundum gelungene Transaktion und fühle mich in meiner positiven Einschätzung zum Aurelius-Management einmal mehr bestärkt. Bei keinem meiner Investments schlafe ich ruhiger, als bei diesem Wert mit der besten Performance auf meiner Empfehlungsliste! Daher habe ich die Chance ergriffen und heute zu knapp unter 40 EUR meine eh schon große Position weiter aufgestockt.
P.S.:
Die letzte Kapitalerhöhung bei Aurelius erfolgte im Juli 2013 und es waren ebenfalls rund 10 Prozent des Stammkapitals neu hinzugekommen. Die Kurse brachen damals sogar um 10 Prozent ein - allerdings bei einem Kursniveau von 20 EUR. Es gab seitdem also mehr als eine Kursverdopplung und zusammen sogar noch mehr als 3 EUR an Dividenden oben drauf. Nur so als Erinnerungsstütze für diejenigen, die sich von der aktuellen Kapitalmaßnahme haben verschrecken lassen...
Bereits nach wenigen Stunden vermeldete der Konzern Vollzug, da die Anleihe bei institutionellen Anlegern reißenden Absatz fand. Die Wandelanleihe sei vollständig platziert worden und Aurelius flossen 166,3 Mio. EUR an frischen Gelder zu; bei einer vollständigen Wandlung der Anleihe in Aktien würde dies einer Erhöhung des Grundkapitals um 9,994 Prozent entsprechen. Dem üblichen Schnappreflex bei einer Kapitalerhöhung konnte sich der Aurelius-Aktienkurs dann auch nicht entziehen und die Aktie tauchte um mehr als 5 Prozent ab. Was für eine Kaufgelegenheit...!
Denn ein Blick auf die Konditionen der Wandelanleihe zeigt, was für einen grandiosen Deal Dr. Markus hier eingefädelt hat. Trotz Niedrigszinsphase werden sog. "Mittelstandsanleihen" im hohen einstelligen oder gar zweistelligen Prozentbereich verzinst, ansonsten sind sie aufgrund der Ausfallrisiken nicht an den Mann zu bringen. Aurelius hingegen zahlt nur 1 Prozent pro Jahr während der Laufzeit bis Ende 2020. Die Anleihe wird in 3,166 Millionen Aktien - dies entspricht 9,994% des derzeitigen Stammkapitals der Gesellschaft - umtauschbar sein und der anfängliche Wandlungspreis in Höhe von 52,5229 EUR wurde mit einer Wandelprämie von 30 Prozent über dem heutigen Durchschnittskurs der Aurelius-Aktie festgesetzt.
![]() |
| Aurelius (Quelle: comdirect.de) |
Doch was bedeutet das konkret? Nun, Aurelius leiht sich für 4 Jahre 166 Mio. EUR für 1 Prozent Zinsen im Jahr. Ende 2020 zahlt man dieses Geld einfach zurück - es sei denn, die Anleihegläubiger wandeln die Anleihe in Aktien. Das können sie zu einem festgesetzten Aktienkurs von 52,5229 EUR tun, was aber erst dann Sinn macht, wenn der Aktienkurs in der Zwischenzeit um mehr als 30 Prozent gestiegen ist. Wenn die frischen Gelder also von Aurelius erfolgreich eingesetzt wurden. Erst dann erfolgt ggf. die Verwässerung durch die Wandlung in neue Aktien (9,994 Prozent des Stammkapitals). Allerdings hat dann ja bereits die Wertsteigerung durch die Investitionen eingesetzt und das Unternehmen stark an Wert zugelegt, so dass sich das zusätzlich beschaffte Kapital für die Altaktionäre mehr als bezahlt gemacht hat - nämlich in stark gestiegenen Aktienkursen.
Und in der Zwischenzeit kauft Aurelius munter weiter eigene Aktien zurück - sollte der Kurs also einmal die 52,5229 EUR überschreiten und die Anleihegläubiger die Wandlung in Aktien verlangen, muss Aurelius diesem Wunsch nicht zwangsläufig durch die Ausgabe neuer Aktien nachkommen. Das Unternehmen kann auch die bis dahin zurückgekauften (aber nicht nicht eingezogenen!) eigenen Aktien hierzu verwenden - und damit einen doppelten Gewinn erzielen. Denn das seit Juli laufende neue Aktienrückkaufprogramm weist aktuelle 51.500 zurückgekaufte Aktien mit einem Durchschnittskaufkurs von 41,501 EUR aus. Sollten diese Aktien nachher wieder ausgegeben werden zur Bedienung der Wandelanleihe, würde ein zusätzlicher Gewinn von bisher durchschnittlich fast 11 EUR je Aktie dabei herausspringen. Ähnliches hatte die Beteiligungsholding MBB bereits vor anderthalb Jahren mit einem Millionengewinn vorgemacht. Der Vorteil für die Aktionäre liegt auf der Hand, denn es würde auf diese Art eine geringere Verwässerung geben, da ja weniger junge Aktien "geschaffen" werden müssten. Und das von der Hauptversammlung genehmigte neue Kapital würde nicht ganz so sehr ausgeschöpft und würde ggf. für eine weitere Kapitalmaßnahme zur Verfügung stehen.
Meine Einschätzung
Ich halte die Begebung dieser Wandelanleihe für eine rundum gelungene Transaktion und fühle mich in meiner positiven Einschätzung zum Aurelius-Management einmal mehr bestärkt. Bei keinem meiner Investments schlafe ich ruhiger, als bei diesem Wert mit der besten Performance auf meiner Empfehlungsliste! Daher habe ich die Chance ergriffen und heute zu knapp unter 40 EUR meine eh schon große Position weiter aufgestockt.
P.S.:
Die letzte Kapitalerhöhung bei Aurelius erfolgte im Juli 2013 und es waren ebenfalls rund 10 Prozent des Stammkapitals neu hinzugekommen. Die Kurse brachen damals sogar um 10 Prozent ein - allerdings bei einem Kursniveau von 20 EUR. Es gab seitdem also mehr als eine Kursverdopplung und zusammen sogar noch mehr als 3 EUR an Dividenden oben drauf. Nur so als Erinnerungsstütze für diejenigen, die sich von der aktuellen Kapitalmaßnahme haben verschrecken lassen...
Labels:
Analysen,
Anleihen,
Aurelius,
Empfehlung,
Kapitalerhöhung,
Meldung,
Nebenwerte,
Stock-Picking,
Übernahme,
Zinsen
Dienstag, 4. August 2015
Steuern die Versicherer auf massive Kapitalerhöhungen zu?
Seit einiger Zeit schon stehe ich den Versicherungsaktien skeptisch gegenüber und warne vor den sich immer mehr zuspitzenden Problemen der Assekuranzen. Dabei geht es vor allem um die Lebensversicherungen, aber auch um die Rückversicherer, denen beiden das Geschäftsmodell weggebrochen ist aufgrund des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus.
Vordergründig "locken" die Aktien mit niedrigen KGVs und hohen Dividendenrenditen, aber es sind zunehmend offensichtlich Value Traps. Nachdem zuletzt die Ratingagentur Moody's gewarnt hat, die deutsche Lebensversicherungsbranche sei die riskanteste der Welt, weil in kaum einem anderen Land die Garantiezusagen zu hoch und der Anlagenmix so ungünstig sei. Auch Sandard & Poors wies darauf hin, dass die Profitabilität der Lebensversicherer stärker und nachhaltiger leide als bisher in den Jahresabschlüssen erkennbar sei. Je mehr Altverträge die Anbieter in ihren Beständen hätten, um so größer sei die Gefahr für die Unternehmen.
Nun hat der Ausschuss der Europäischen Zentralbank für Systemrisiken (ESRB, European Systemic Risk Board) eine EU-weite Auffanglösung für Lebensversicherer gefordert, denn die Probleme seien nicht nur auf deutsche Lebensversicherer beschränkt. Man fürchtet, dass viele Lebensversicherte ihre Verträge wegen der schwachen Renditen vorzeitig kündigen könnten und die Lebensversicherer dann in großem Umfang Anleihen an der Börse verkaufen müssten. Das würde zu hohen Kursverlusten führen und mitunter sogar zu einer Panik, da Anleihen bei vielen Investoren eigentlich als sicherer Hafen gelten...
Vordergründig "locken" die Aktien mit niedrigen KGVs und hohen Dividendenrenditen, aber es sind zunehmend offensichtlich Value Traps. Nachdem zuletzt die Ratingagentur Moody's gewarnt hat, die deutsche Lebensversicherungsbranche sei die riskanteste der Welt, weil in kaum einem anderen Land die Garantiezusagen zu hoch und der Anlagenmix so ungünstig sei. Auch Sandard & Poors wies darauf hin, dass die Profitabilität der Lebensversicherer stärker und nachhaltiger leide als bisher in den Jahresabschlüssen erkennbar sei. Je mehr Altverträge die Anbieter in ihren Beständen hätten, um so größer sei die Gefahr für die Unternehmen.
Nun hat der Ausschuss der Europäischen Zentralbank für Systemrisiken (ESRB, European Systemic Risk Board) eine EU-weite Auffanglösung für Lebensversicherer gefordert, denn die Probleme seien nicht nur auf deutsche Lebensversicherer beschränkt. Man fürchtet, dass viele Lebensversicherte ihre Verträge wegen der schwachen Renditen vorzeitig kündigen könnten und die Lebensversicherer dann in großem Umfang Anleihen an der Börse verkaufen müssten. Das würde zu hohen Kursverlusten führen und mitunter sogar zu einer Panik, da Anleihen bei vielen Investoren eigentlich als sicherer Hafen gelten...
Labels:
Altersvorsorge,
Anlegerschutz,
Anleihen,
Lebensversicherung,
Value Trap,
Zinsen
Montag, 3. August 2015
Andere Ansichten: Bei Mittelstandsanleihen droht eine Pleitewelle
Mittelstandsanleihen suggerieren Solidität, Verlässlichkeit, Substanz, der deutsche Mittelstand genießt weltweit einen hervorragenden Ruf und ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Kein Wunder, dass sich viele dieses Nimbus bedienen wollen, auch wenn sie ihn nicht verdienen, nicht einmal ansatzweise.
Bei Anleihen ist das leider so. Viele der in den letzten Jahren von Unternehmen an den Markt gebrachten Anleihen, diese sog. Mittelstandsanleihen, bereiten ihren Anlegern inzwischen größtes Kopfzerbrechen, wie finanzen.net berichtet. Es wird sogar mit einer Pleitewelle gerechnet, weil ich den nächsten Jahren viele dieser Anleihen zur Rückzahlung anstünden und viele dieser Anleihen nur begeben worden seien, um andere Bankverbindlichkeiten abzulösen. Es sei kaum Geld davon ins operative Geschäft geflossen. Und die Zinssätze seien oft im hohen einstelligen Bereich oder sogar noch darüber und für die Unternehmen kaum zu erwirtschaften. Bei nicht wenigen Unternehmen würden daher die Bonds nicht zurückgezahlt werden können, wenn sie nicht durch die Ausgabe neuer Anleihen getilgt werden könnten.
"Das meiste, das an Mittelstandsanleihen in den letzten Jahren emittiert wurde, ist Schrott", meint der Nürnberger Anwalt Christian Gloeckner. "Rund 90 Prozent werden ausfallen". Heinz Steffen von Fairesearch rät, Inhabern von Mittelstandsanleihen, den Markt, Unternehmen und Management regelmäßig zu beobachten, da man sonst relevante Ereignisse verpassen könne, die den Anleihekurs beeinflussen. Investoren sollten das Geschäftsmodell des Unternehmens kritisch hinterfragen und sich operative Ergebnisentwicklung und vor allem den Cashflow sowie die Gesamthöhe der Verschuldung genau ansehen.
___________________________
Weitere Artikel zum Thema:
04.12.2012 Letzte Chance Unternehmensanleihe?
03.12.2012 Der unheimliche Boom bei Unternehmensanleihen
23.10.2012 Sind Unternehmensanleihen besser als Aktien?
Bei Anleihen ist das leider so. Viele der in den letzten Jahren von Unternehmen an den Markt gebrachten Anleihen, diese sog. Mittelstandsanleihen, bereiten ihren Anlegern inzwischen größtes Kopfzerbrechen, wie finanzen.net berichtet. Es wird sogar mit einer Pleitewelle gerechnet, weil ich den nächsten Jahren viele dieser Anleihen zur Rückzahlung anstünden und viele dieser Anleihen nur begeben worden seien, um andere Bankverbindlichkeiten abzulösen. Es sei kaum Geld davon ins operative Geschäft geflossen. Und die Zinssätze seien oft im hohen einstelligen Bereich oder sogar noch darüber und für die Unternehmen kaum zu erwirtschaften. Bei nicht wenigen Unternehmen würden daher die Bonds nicht zurückgezahlt werden können, wenn sie nicht durch die Ausgabe neuer Anleihen getilgt werden könnten.
"Das meiste, das an Mittelstandsanleihen in den letzten Jahren emittiert wurde, ist Schrott", meint der Nürnberger Anwalt Christian Gloeckner. "Rund 90 Prozent werden ausfallen". Heinz Steffen von Fairesearch rät, Inhabern von Mittelstandsanleihen, den Markt, Unternehmen und Management regelmäßig zu beobachten, da man sonst relevante Ereignisse verpassen könne, die den Anleihekurs beeinflussen. Investoren sollten das Geschäftsmodell des Unternehmens kritisch hinterfragen und sich operative Ergebnisentwicklung und vor allem den Cashflow sowie die Gesamthöhe der Verschuldung genau ansehen.
___________________________
Weitere Artikel zum Thema:
04.12.2012 Letzte Chance Unternehmensanleihe?
03.12.2012 Der unheimliche Boom bei Unternehmensanleihen
23.10.2012 Sind Unternehmensanleihen besser als Aktien?
Labels:
Andere Ansichten,
Anlegerschutz,
Anleihen,
Rendite,
Zinsen
Freitag, 2. Januar 2015
2015 können die Aktienkurse nicht weiter steigen. Oder doch?
Letztes Jahr schrieb ich "2014 kommt das Ende des Aktienbooms. Oder nicht?" und im Frühjahr sowie im Spätherbst und noch einmal kurz vor Jahresultimo erreichten die Indizes Dow Jones und DAX neue All-Time-Highs bei 18.000 bzw. 10.000 Punkten - nicht ohne heftige Korrekturen von 10 oder 15 Prozent zwischendurch. Meine doch sehr positive Einschätzung wurde letztlich bestätigt. Doch die Anleger sind ob der hohen Kurse zunehmend nervös, und Crash-Propheten finden in regelmäßigen Abständen immer wieder mal Gehör in der Medienlandschaft.
Als Dauerbrennerthemen hat sich (leider) die Eurokrise erwiesen, Europa kommt konjunkturell nicht in Tritt und Amerikas Wirtschaft erholt sich. Die FED hat ihre Staatsanleihekäufe eingestellt, während die EZB sich anschickt, damit beginnen zu wollen. Also wirklich neu ist das alles nicht, das habe ich bereits 2013 und 2014 thematisiert. Immobilienpreise in Deutschland steigen in den Ballungszentren weiterhin rasant an, ansonsten herrscht eher Tristesse auf dem Wohnungsmarkt und auf dem Land bekommt man sein Häuschen fast nicht einmal mehr verschenkt. Dieser Trend dürfte weiter anhalten, die Urbanisierung in Deutschland wird nicht so schnell enden. Auch das ist nicht neu. Das Zinsniveau in Euroland ist historisch niedrig, auch das ist schon länger bekannt. Allerdings kommt hier eine neue Sorge hinzu, denn u.a. der starke Ölpreisverfall hat dazu geführt, dass die Inflationsrate in der Eurozone deutlich unter 1 Prozent gefallen ist. Und dies treibt Volkswirten den Angstschweiß auf die Stirn, sehen sie doch deflationäre Tendenzen am Horizont aufkommen.
Als Dauerbrennerthemen hat sich (leider) die Eurokrise erwiesen, Europa kommt konjunkturell nicht in Tritt und Amerikas Wirtschaft erholt sich. Die FED hat ihre Staatsanleihekäufe eingestellt, während die EZB sich anschickt, damit beginnen zu wollen. Also wirklich neu ist das alles nicht, das habe ich bereits 2013 und 2014 thematisiert. Immobilienpreise in Deutschland steigen in den Ballungszentren weiterhin rasant an, ansonsten herrscht eher Tristesse auf dem Wohnungsmarkt und auf dem Land bekommt man sein Häuschen fast nicht einmal mehr verschenkt. Dieser Trend dürfte weiter anhalten, die Urbanisierung in Deutschland wird nicht so schnell enden. Auch das ist nicht neu. Das Zinsniveau in Euroland ist historisch niedrig, auch das ist schon länger bekannt. Allerdings kommt hier eine neue Sorge hinzu, denn u.a. der starke Ölpreisverfall hat dazu geführt, dass die Inflationsrate in der Eurozone deutlich unter 1 Prozent gefallen ist. Und dies treibt Volkswirten den Angstschweiß auf die Stirn, sehen sie doch deflationäre Tendenzen am Horizont aufkommen.
Donnerstag, 2. Januar 2014
2014 kommt das Ende des Aktienbooms. Oder nicht?
Vor einem Jahr schrieb ich "2013 wird das Jahr der Aktien" und der DAX schließt fast auf Alltimehigh, beinahe 25% höher als zu Jahresbeginn.
Ich mahnte damals, dass die Eurokrise noch nicht gebannt sei - und das gilt noch heute. Ich erwähnte das Wiedererstarken des US-Immobilienmarktes - und der Trend hält an, die US-Banken stehen besser da, als ihre europäischen Mitbewerber.
Wie vor einem Jahr werden EZB und Fed weiterhin die Märkte mit billigem Geld fluten, das langsame Reduzieren der Anleiherückkäufe durch die US-Notenbank (75 Mrd. USD pro Monat anstelle von 85 Mrd. USD) wird keine harte Landung verursachen und die Inflationsraten liegen nahe der Nulllinie.
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt weiterhin Überhitzungstendenzen in den Ballungszentren und die Mieten steigen - noch. Auch hier hat sich die Lage nicht wesentlich verändert.
Und meine Skepsis bzgl. des Goldpreises hat sich als richtig erwiesen und auch für 2014 sehe ich hier wenig Kurstreibendes. Wenn Gold sein Niveau halten kann, wäre das schon eine kleine Überraschung.
Ich mahnte damals, dass die Eurokrise noch nicht gebannt sei - und das gilt noch heute. Ich erwähnte das Wiedererstarken des US-Immobilienmarktes - und der Trend hält an, die US-Banken stehen besser da, als ihre europäischen Mitbewerber.
Wie vor einem Jahr werden EZB und Fed weiterhin die Märkte mit billigem Geld fluten, das langsame Reduzieren der Anleiherückkäufe durch die US-Notenbank (75 Mrd. USD pro Monat anstelle von 85 Mrd. USD) wird keine harte Landung verursachen und die Inflationsraten liegen nahe der Nulllinie.
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt weiterhin Überhitzungstendenzen in den Ballungszentren und die Mieten steigen - noch. Auch hier hat sich die Lage nicht wesentlich verändert.
Und meine Skepsis bzgl. des Goldpreises hat sich als richtig erwiesen und auch für 2014 sehe ich hier wenig Kurstreibendes. Wenn Gold sein Niveau halten kann, wäre das schon eine kleine Überraschung.
Labels:
Altersvorsorge,
Anleihen,
Dividende,
Finanzen,
Immobilien,
Jahresausblick,
Rohstoffe,
Stock-Picking,
Turnaround
Donnerstag, 6. Juni 2013
Chancen und Risiken von Mittelstandsanleihen am Beispiel der Gamigo-Anleihe
Das Zinsniveau ist für Anleger ein wahrer Alptraum, fehlen ihnen doch die attraktiven Anlagemöglichkeiten. Während Tagesgeld und Bundesanleihen nicht einmal mehr die Inflation kompensieren können, also unter dem Strich einen realen Vermögensverzehr bedeuten, drängen immer mehr Unternehmen auf den Markt, um den renditehungrigen Anlegern Anleihen zu offerieren, die zumeist mit Zinscoupons aufwarten, die im mittleren oder gar hohen einstelligen Prozentbereich notieren.
Hohe Zinsen zahlen die Unternehmen jedoch nicht, weil sie Mitleid mit gebeutelten Anlegern haben, sondern weil sie es müssen. Denn die optisch hohen Zinscoupons sind der Preis für das nicht unerhebliche Risiko, das man bei einer Investition in Unternehmensanleihen eingeht.
Anleihen stellen aus Sicht des Unternehmens Fremdkapital dar, das gegen Zinsaufwendungen für eine festgeschriebene Zeit zur Verfügung gestellt wird und am Ende an den Anleihegläubiger zurückgezahlt werden muss. Dieser wird also nicht Anteilseigner des Unternehmens, wie ein Aktionär, trägt aber ebenfalls das Risiko eines Teil- oder Totalausfalls, wenn die Geschäfte des Unternehmens schlecht laufen. Im Insolvenzfall ist der Anleihegläubiger vor einem Aktionär an der Insolvenzmasse zu beteiligen, was aber in der Praxis jedoch nur das zweitschlechteste Ergebnis ist. Denn wenn ein Unternehmen Insolvenz anmelden muss, steht ein Totalverlust für den Anleger ins Haus und dann ist es unerheblich, ob als Rendite 8,9 oder 12 Prozent versprochen worden sind.
Wichtigster Faktor ist also das Einschätzen des Verlustrisikos. Je höher dieses ist, desto höher muss auch die Rendite sein, mit der man sich dieses Risiko bezahlen lässt. Dabei sollte man sich nicht auf große und bekannte Namen verlassen, denn auch "Blue Chips" können straucheln, wie man z.B. an den US-Investmentbanken oder den US-amerikanischen Automobilherstellern sehen konnte. Um eine genaue Prüfung der Geschäftszahlen des Unternehmens kommt man also nicht herum und es kann auch nicht schaden, jenseits des Emissionsprospekts nach Researchmaterial umzusehen.
Die Gamigo AG betreibt und vermarktet online Spiele, sog. Massively Multiplayer Online Games, und tummelt sich dabei in einem rasant wachsenden, aber auch hart umkämpften und sehr kurzlebigen Markt. Gegründet wurde die Gamigo AG im Jahr 2000 als “Gamesweb.de AG”, 2007 stiegen die Axel Springer AG die börsennotierte bmp AG als Investoren ein, bis 2009 dann Axel Springer alle Anteile übernahm. Im Oktober 2012 übernahm die Samarion SE dann diese Anteile. Diese wiederum gehört zu 90 Prozent dem heutigen Chef der Gamigo AG, Remco Westermann. Westermann selbst ist in der Branche kein Unbekannter, war er doch lange Jahre Miteigentümer und Vorstandsvorsitzender der Bob Mobile AG, die heute unter Cliq Digital AG firmiert.
Das Geschäftsmodell ist relativ simpel: Gamigo erwirbt Lizenzen für Online-Spiele, die für die Spieler grundsätzlich kostenlos sind. Allerdings besteht die Möglichkeit, zusätzliche Goodies zu erwerben gegen Zahlung mit einer virtuellen Währung - die muss natürlich selbst gegen "echtes Geld" eintauschen.
Je mehr Spieler also Gefallen an dem Spiel finden und je länger sie in diese virtuelle Welt abtauchen, desto höher sind die Einnahmemöglichkeiten für die Gamigo AG. Das Risiko besteht also darin, dass die Games nicht genügend Interessenten finden oder aber zu schnell durch vermeintlich interessantere Spiele abgelöst werden. Dann sinken die Einnahmen rapide ab. Der wohl bekannteste Player in diesem Markt, die inzwischen auch börsennotierte Zynga, muss gerade 520 Mitarbeiter entlassen, weil immer weniger Leute "Mafia Wars" oder "Farmville" spielen und entsprechend für zusätzliche Features bezahlen. Nicht jedes Spiel ist so lange so erfolgreich wie World of Warcraft. Die Gamigo AG hat momentan 10 Spiele im Angebot, wie das Strategie Browser Game Cultures Online, das 3D Browser Game Dino Storm oder den Clan-Klassiker King of Kings III.
Die Gamigo-Anleihe
Die Anleihe soll ein Volumen von 15 Mio. EUR aufweisen, das auf bis zu 25 Mio. EUR aufgestockt werden kann - was schon deutlich mehr als dem Jahresumsatz des Unternehmens entspräche. Mit den neuen Mitteln sollen (neben den Kosten der Emission) Altverbindlichkeiten abgelöst, aber auch Investitionen in die Zukunft getätigt werden, sowohl für organisches Wachstum als auch für Übernahmen. Die Verzinsung von 8,5% pro Jahr wird jeweils nachträglich gezahlt, die Laufzeit beträgt 5 Jahre und die Mindeststückelung liegt bei EUR 1.000. Die Anleihe soll nach der Emission im Entry Standard an der Frankfurter Börse gehandelt werden, was einen börsentäglichen Handel gewährleistet. Sie kann dort im Zeitraum vom 05.bis 18.06.2013 gezeichnet werden; der eigentliche Emissionstermin ist dann der 20.06.2013. Der rechtlich maßgebliche Wertpapierprospekt ist kostenfrei erhältlich über www.gamigo-anleihe.de oder über die gamigo AG, Behringstraße 16b, 22765 Hamburg.
Ich finde es relativ schwierig, den Markt für Onlinespiele einzuschätzen und auch das Potenzial, das sich hier ggf. in Umsätzen und bestenfalls Gewinnen niederschlagen kann. Einen entsprechenden Versuch haben die Analysten von GBC unternommen, die eine Research-Studie eigens für die Emission dieser Anleihe verfasst haben, und ich lege sie jedem Interessierten ans Herz. Hier sind alle relevanten Informationen zu Historie, Geschäftsverlauf und eine Einschätzung für die Entwicklung der nächsten drei Jahre zu finden - es dürfte nicht überraschen, dass das Urteil der Analysten "überdurchschnittlich attraktiv" lautet.
Fazit
Die Anleihe weist eine attraktive Verzinsung auf, jedenfalls verglichen mit Festgeld oder Bundesanleihen. Das Geschäftsfeld, in dem sich die Gamigo AG tummelt, ist sehr schnelllebig und Trends wechseln in kurzen Abständen. Das Ziel, lange und profitable Kundenbeziehungen herzustellen, ist ambitioniert und nur durch ständige Innovationen in einem hart umkämpften Markt zu erreichen. Ob dies gelingen wird, ist schwer einzuschätzen, so dass die im Verhältnis dann doch lange Laufzeit von 5 Jahren nicht ohne Risiken ist. Vergleicht man hingegen die angebotene Rendite, so liegt sie nicht deutlich höher als Anleihen von Unternehmen, die schon seit Jahren erfolgreich am Markt tätig sind und deren Geschäftsmodell daher zielsicherer einzuschätzen ist. Um sich in der Gamigo Anleihe zu engagieren muss der Anleger also eine erhöhte Risikoaffinität mitbringen; für konservative Anleger oder als sog. "Witwen- und Waisen-Investment" dürfte die Anleihe nicht geeignet sein. Persönlich bevorzuge ich sowieso Direktinvestitionen in Unternehmen und werde mich bevorzugt an Aktien halten. Anleihen können eine attraktive Beimischung im Depot sein, sollten das Risiko des Depots jedoch tendenziell eher senken als erhöhen.
Blog-Marketing ad by hallimash
"Risiko ist die Bugwelle des Erfolgs."
(Carl Amery)
Hohe Zinsen zahlen die Unternehmen jedoch nicht, weil sie Mitleid mit gebeutelten Anlegern haben, sondern weil sie es müssen. Denn die optisch hohen Zinscoupons sind der Preis für das nicht unerhebliche Risiko, das man bei einer Investition in Unternehmensanleihen eingeht.
Anleihen stellen aus Sicht des Unternehmens Fremdkapital dar, das gegen Zinsaufwendungen für eine festgeschriebene Zeit zur Verfügung gestellt wird und am Ende an den Anleihegläubiger zurückgezahlt werden muss. Dieser wird also nicht Anteilseigner des Unternehmens, wie ein Aktionär, trägt aber ebenfalls das Risiko eines Teil- oder Totalausfalls, wenn die Geschäfte des Unternehmens schlecht laufen. Im Insolvenzfall ist der Anleihegläubiger vor einem Aktionär an der Insolvenzmasse zu beteiligen, was aber in der Praxis jedoch nur das zweitschlechteste Ergebnis ist. Denn wenn ein Unternehmen Insolvenz anmelden muss, steht ein Totalverlust für den Anleger ins Haus und dann ist es unerheblich, ob als Rendite 8,9 oder 12 Prozent versprochen worden sind.
"Regel Nummer eins lautet: nie Geld verlieren. Regel
Nummer zwei lautet: vergiss nie Regel Nummer eins."
(Warren Buffett)
Wichtigster Faktor ist also das Einschätzen des Verlustrisikos. Je höher dieses ist, desto höher muss auch die Rendite sein, mit der man sich dieses Risiko bezahlen lässt. Dabei sollte man sich nicht auf große und bekannte Namen verlassen, denn auch "Blue Chips" können straucheln, wie man z.B. an den US-Investmentbanken oder den US-amerikanischen Automobilherstellern sehen konnte. Um eine genaue Prüfung der Geschäftszahlen des Unternehmens kommt man also nicht herum und es kann auch nicht schaden, jenseits des Emissionsprospekts nach Researchmaterial umzusehen.
![]() |
| Cultures Online |
Die Gamigo AG betreibt und vermarktet online Spiele, sog. Massively Multiplayer Online Games, und tummelt sich dabei in einem rasant wachsenden, aber auch hart umkämpften und sehr kurzlebigen Markt. Gegründet wurde die Gamigo AG im Jahr 2000 als “Gamesweb.de AG”, 2007 stiegen die Axel Springer AG die börsennotierte bmp AG als Investoren ein, bis 2009 dann Axel Springer alle Anteile übernahm. Im Oktober 2012 übernahm die Samarion SE dann diese Anteile. Diese wiederum gehört zu 90 Prozent dem heutigen Chef der Gamigo AG, Remco Westermann. Westermann selbst ist in der Branche kein Unbekannter, war er doch lange Jahre Miteigentümer und Vorstandsvorsitzender der Bob Mobile AG, die heute unter Cliq Digital AG firmiert.
![]() |
| Dino Storm |
Das Geschäftsmodell ist relativ simpel: Gamigo erwirbt Lizenzen für Online-Spiele, die für die Spieler grundsätzlich kostenlos sind. Allerdings besteht die Möglichkeit, zusätzliche Goodies zu erwerben gegen Zahlung mit einer virtuellen Währung - die muss natürlich selbst gegen "echtes Geld" eintauschen.
Je mehr Spieler also Gefallen an dem Spiel finden und je länger sie in diese virtuelle Welt abtauchen, desto höher sind die Einnahmemöglichkeiten für die Gamigo AG. Das Risiko besteht also darin, dass die Games nicht genügend Interessenten finden oder aber zu schnell durch vermeintlich interessantere Spiele abgelöst werden. Dann sinken die Einnahmen rapide ab. Der wohl bekannteste Player in diesem Markt, die inzwischen auch börsennotierte Zynga, muss gerade 520 Mitarbeiter entlassen, weil immer weniger Leute "Mafia Wars" oder "Farmville" spielen und entsprechend für zusätzliche Features bezahlen. Nicht jedes Spiel ist so lange so erfolgreich wie World of Warcraft. Die Gamigo AG hat momentan 10 Spiele im Angebot, wie das Strategie Browser Game Cultures Online, das 3D Browser Game Dino Storm oder den Clan-Klassiker King of Kings III.
![]() |
| King of Kings III |
Die Anleihe soll ein Volumen von 15 Mio. EUR aufweisen, das auf bis zu 25 Mio. EUR aufgestockt werden kann - was schon deutlich mehr als dem Jahresumsatz des Unternehmens entspräche. Mit den neuen Mitteln sollen (neben den Kosten der Emission) Altverbindlichkeiten abgelöst, aber auch Investitionen in die Zukunft getätigt werden, sowohl für organisches Wachstum als auch für Übernahmen. Die Verzinsung von 8,5% pro Jahr wird jeweils nachträglich gezahlt, die Laufzeit beträgt 5 Jahre und die Mindeststückelung liegt bei EUR 1.000. Die Anleihe soll nach der Emission im Entry Standard an der Frankfurter Börse gehandelt werden, was einen börsentäglichen Handel gewährleistet. Sie kann dort im Zeitraum vom 05.bis 18.06.2013 gezeichnet werden; der eigentliche Emissionstermin ist dann der 20.06.2013. Der rechtlich maßgebliche Wertpapierprospekt ist kostenfrei erhältlich über www.gamigo-anleihe.de oder über die gamigo AG, Behringstraße 16b, 22765 Hamburg.
Ich finde es relativ schwierig, den Markt für Onlinespiele einzuschätzen und auch das Potenzial, das sich hier ggf. in Umsätzen und bestenfalls Gewinnen niederschlagen kann. Einen entsprechenden Versuch haben die Analysten von GBC unternommen, die eine Research-Studie eigens für die Emission dieser Anleihe verfasst haben, und ich lege sie jedem Interessierten ans Herz. Hier sind alle relevanten Informationen zu Historie, Geschäftsverlauf und eine Einschätzung für die Entwicklung der nächsten drei Jahre zu finden - es dürfte nicht überraschen, dass das Urteil der Analysten "überdurchschnittlich attraktiv" lautet.
Fazit
Die Anleihe weist eine attraktive Verzinsung auf, jedenfalls verglichen mit Festgeld oder Bundesanleihen. Das Geschäftsfeld, in dem sich die Gamigo AG tummelt, ist sehr schnelllebig und Trends wechseln in kurzen Abständen. Das Ziel, lange und profitable Kundenbeziehungen herzustellen, ist ambitioniert und nur durch ständige Innovationen in einem hart umkämpften Markt zu erreichen. Ob dies gelingen wird, ist schwer einzuschätzen, so dass die im Verhältnis dann doch lange Laufzeit von 5 Jahren nicht ohne Risiken ist. Vergleicht man hingegen die angebotene Rendite, so liegt sie nicht deutlich höher als Anleihen von Unternehmen, die schon seit Jahren erfolgreich am Markt tätig sind und deren Geschäftsmodell daher zielsicherer einzuschätzen ist. Um sich in der Gamigo Anleihe zu engagieren muss der Anleger also eine erhöhte Risikoaffinität mitbringen; für konservative Anleger oder als sog. "Witwen- und Waisen-Investment" dürfte die Anleihe nicht geeignet sein. Persönlich bevorzuge ich sowieso Direktinvestitionen in Unternehmen und werde mich bevorzugt an Aktien halten. Anleihen können eine attraktive Beimischung im Depot sein, sollten das Risiko des Depots jedoch tendenziell eher senken als erhöhen.
Abonnieren
Posts (Atom)


















