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Mittwoch, 2. Mai 2018

Entpuppt sich Gilead Sciences doch noch als Value Trap?

Das Biotech-Unternehmen Gilead Sciences (WKN: 885823) habe ich noch gar nicht so lange auf dem Schirm und heute weiß ich, dass ich die Finger ganz davon hätte sein lassen sollen. Vor 15 Monaten habe ich mir die Frage gestellt, ob Gilead ein Value Investment wert sei und ich kam zu dem Schluss, dass es wohl so sei. Doch erst die Übernahme des Krebsspezialisten Kite Pharma veranlasste mich, etwas Geld in Gilead zu investieren und das Unternehmen auf meine Empfehlungsliste zu nehmen.

Mein Investmentcase war, dass Gilead mit seinem Hepatitis- und HIV-Business hohe Cashflows und Gewinne erwirtschaftet und auch wenn das Hepatitis-C-Franchise zunehmend unter Druck geraten war, Gilead hier doch erfolgreich gegensteuern würde können und seine enormen Cash-Reserven gleichzeitig in neue lukrative Geschäftsfelder investieren würde. So lautete der Plan...

Donnerstag, 2. November 2017

BB Biotech – Ein ganz spezielles Beteiligungsunternehmen

Börsenlegende Peter Lynch sagte einmal, Anleger sollten nur Aktien von Unternehmen kaufen, die sie auch verstehen. Und das ist ein guter Rat. Wenn man also, wie Warren Buffett zum Beispiel, auf Schokolade setzt, muss man nicht allzu viel wissen. Sie schmeckt toll, enthält Unmengen an Zucker und ist nicht übermäßig gesund. Und alle lieben sie, nicht nur Kinder. An grundsätzlichen Überlegungen muss man eigentlich nur im Blick haben, ob die Menschen in Zukunft wohl eher mehr oder weniger Schokolade kaufen werden. Und dann noch das entspreche Unternehmen ins Visier nehmen und schauen, ob die aktuelle Bewertung attraktiv genug ist für einen Einstieg.

Nun gibt es nicht nur Schokoladenfirmen, sondern auch solche, die sehr komplexe oder für Laien kaum zu verstehende Produkte verkaufen. Bitcoins sind so ein Produkt. Fast niemand versteht, was wirklich dahinter steckt, aber es klingt irgendwie heiß und der Kurs der beteiligten Unternehmen steigt und steigt. Dann muss es wohl gut sein, wenn alle es kaufen. Dieser Herdentrieb erinnert ein bisschen an die Zeiten des Neuen Markts, als auch alles wahllos gekauft und hochgejubelt wurde. Doch am Ende waren keine Käufer mehr da, denen man seine Papiere andrehen konnte, und in der Folge brachen die Kurse dramatisch ein. Und viele Unternehmen gingen Pleite, weil ihr Geschäftsmodell nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet war, sondern ausschließlich auf Wachstum, finanziert durch eine regelmäßige Liquiditätsspritze über die Ausgabe neuer Aktien. Doch diese Gelddruckmaschine kam am März 2000 zum Erliegen und so versiegte der Liquiditätsnachschub.

Neben Internetwerten waren es vor allem Biotechaktien, die damals (fast) kein Halten mehr kannten und durch die Decke gingen. Und auch in diesem Sektor gab es spektakuläre Pleiten, denn Biotechunternehmen sind extrem kapitalhungrig. Auch für sie versiegte der Strom frischen Geldes. Aber anders als im E-Commerce-Bereich kam es bei den Biotechwerten eher zu einer Marktbereinigung und eine Vielzahl von ihnen wurde von größeren Wettbewerbern oder Pharmaunternehmen geschluckt oder durch Kooperationen und sog. Meilensteinzahlungen am Leben erhalten. Und das hatte durchaus handfeste Gründe.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Gilead Sciences: Ist Kite Pharma ein (zu teurer) Befreiungsschlag?

Gilead Sciences Inc. ist eine wahre Erfolgsgeschichte im Biotechsektor. Erst vor 30 Jahren gegründet, bringt das Unternehmen aus dem kalifornischen Foster City immerhin 110 Milliarden Dollar auf die Börsenwaagschale – und es waren vor zwei Jahren mit über 150 Milliarden Dollar schon einmal erheblich mehr. Dabei ist Gilead mit seinen eigenen ursprünglichen Produkten gar nicht so überragend erfolgreich gewesen, sondern setzte vor allem mit seiner gut überlegten und fokussierten Übernahmestrategie Ausrufezeichen. Vor allem auf die hochpreisigen medizinischen Bereiche HIV und Hepatitis konzentriert sich Gilead heute und ist hier mit einigen Blockbusterpräparaten sehr erfolgreich tätig, Doch auch für Atemwegs-, Herz- und Stoffwechselerkrankungen und für die Behandlung verschiedener Krebstherapien hat der Konzern inzwischen Medikamente im Portfolio und weitere in verschiedenen Phasen der klinischen Forschung. Mit derzeit schon mehr als 20 zugelassenen Präparaten und über 40 weiteren Wirkstoffkandidaten in der Erforschung ist aus dem einstigen Biotech-Startup längst ein Pharmakonzern geworden.

Montag, 18. September 2017

Investor-Update: Berentzen, Deutsche Rohstoff, Genworth Financial, Gilead, Hercules Capital, Leifheit, Prospect Capital

In meine Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Der September ist da!
Überall ist zu lesen, dass der böse September als schlechtester Börsenmonat nun endlich für den lang herbeigeredeten Crash sorgen wird. Und unisono werden die großen Finanzexperten nicht müde zu betonen, dass sie ihr Geld aus dem Aktienmarkt herausgenommen haben und es lieber in Gold oder sonstwas parken (ja, wo nur, wo es doch auf dem Konto Strafzinsen kostet?). Und die Bewertung der Aktien ist im Schnitt schon ambitioniert, allerdings wird gerne außer Acht gelassen, dass es kaum Alternativen gibt. Dank der Niedrigzinsen. Wer Anleihen kauft, muss sich bei nun leicht steigenden Zinsen mit sinkenden Kursen und unattraktiver Verzinsung herumschlagen. Gold... also bitte! Ich halte nichts von Gold als Geldanlage. Habe ich hier im Blog ja mehrfach ausgeführt, ist noch immer wo, bleibt auch so. Zum Thema Rohstoffe insgesamt hat Warren Buffett es mal schön verdeutlicht.

»Das Problem bei Rohstoffen ist, dass du darauf wettest, dass jemand anderes in einem halben Jahr mehr dafür bezahlen will. Der Rohstoff selbst bringt dir nichts. Etwas zu kaufen und darauf zu hoffen, dass die jemand in zwei Jahren mehr dafür bezahlt, ist etwas komplett anderes, als etwas zu kaufen, von dem du in Zukunft ein Einkommen erwartest.«
(Warren Buffett) 

Nun macht der September aber bisher nicht, was man von ihm erwartet. Denn die Kurse steigen, die Stimmung steigt und da so viele bereits ihr Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen habe - und sich in den USA viele institutionelle Anleger über Puts gegen einen Markteinbruch abgesichert haben - besteht auch gar keine so große Wahrscheinlichkeit, dass viel Material auf den Markt geworfen werden dürfte, sollte es zu einem Negativszenario kommen. Seit anderthalb Jahren erleben wir, dass Abverkäufe immer wieder nach kurzer Zeit zum (Wieder-) Einstieg genutzt werden und der Markt nach kleinen Zwischenkorrekturen von um die 10% zu neuen Höhen strebt. Das muss sich nicht ständig wiederholen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es noch eine Zeit lang so bleibt. Solange die Zinsen so niedrig sind und es keine wirklichen Alternativen zu Aktien gibt, wird das Geld immer schnell wieder in die Aktienmärkte zurückströmen. Trotz Crash-Angst und Crash-Gefahr kann man diese Gemengelage wohl als Sicherheitsnetz betrachten...

Mittwoch, 25. Januar 2017

Ist Gilead Sciences ein Value-Investment wert?

Die Kosten der Krankenkassen explodieren, nicht nur in Deutschland. Das liegt daran, dass es immer mehr Menschen gibt, die auch noch immer älter werden. Und bis zum Altsein immer ungesünder leben. Die Zivilisationskrankheiten haben rasante Zuwachsraten, Übergewicht ist fast schon zum Normalzustand geworden. Zum ungesunden Leben gehören aber auch Alkohol und Zigaretten, die viele Menschen regelmäßig konsumieren. Und inzwischen mehren sich die Stimmen, die Alkohol als Mitverursacher von Krebs anprangern. Für Pharmafirmen sollten das paradiesische Zustände sein, denn immerhin wächst ihre Zielgruppe exponentiell an.

Allerdings lässt sich mit Medikamenten nur dann etwas verdienen, wenn man zuvor Geld ausgegeben hat. Und zwar eine Menge. Von 1.000 Wirkstoffen, die erforscht werden, schafft es nur ein einziger bis zu einem zugelassenen Medikament. Alle übrigen erweisen sich als wirkungslos. Und zwar nicht alle von Anfang an, sondern über einen langen Zeitraum hinweg in den unterschiedlichen Phasen der Forschung und Entwicklung. Stoffe, die sich im Anfangsstadium befinden, erzeugen noch keine hohen Kosten, aber wenn sich Wirkstoffe bereits in der klinischen Erprobung befinden, sind schon hohe Millionenbeträge angefallen und ein Scheitern in der sog. Phase 3 ist extrem ärgerlich und extrem teuer. Was auch daran liegt, dass die Hürden für die Medikamentenzulassung immer höher gelegt werden, um die Menschen vor ungewollten Nebenwirkungen zu schützen.

Vor einigen Jahren habe ich mich mit dem damaligen Deutschland-Chef des Pharmakonzerns AstraZeneca über dieses Thema unterhalten und der hat mir diese Zahlen bestätigt. Ein zugelassenes, neues und innovatives Medikament, hat durchschnittlich 1 Milliarde Dollar gekostet, um es zur Marktreife zu bringen. Darin sind die ganzen Rohrkrepierer mit eingerechnet. Und diese Zahl zeigt auch, weshalb die Unternehmen sich auf die lukrativsten Wirkstoffe fokussieren und deren Preise in der patentgeschützten ersten Phase so exorbitant hoch sind. Denn laufen die Patente aus, ist die Zusammensetzung der Medikamente frei verfügbar und es kommen umgehend Nachahmerprodukte auf den Markt. Diese sog. Generika kosten dann natürlich viel weniger, denn die Nachahmer haben ja keinen Cent für Forschung und Entwicklung ausgegeben und daher haben sie nicht den enormen Kostenblock, den der Initiator erst einmal verdienen musste.