Posts mit dem Label Lese-Tipp werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lese-Tipp werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 6. September 2025

Mein Lese-Tipp: "Der Börse einen Schritt voraus" von Peter Lynch - wahrscheinlich das beste Börsenbuch aller Zeiten?!

Peter Lynch war der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre und das wurde er mit dem Value Investment-Ansatz, den auch Benjamin Graham und Warren Buffett verfolgen. 1977 übernahm Lynch bei Fidelity den damals recht unbekannten "Magellan Fonds" mit einem Volumen von gerade einmal 18 Millionen Dollar. Als Peter Lynch 1990 seine Karriere als Fondsmanager beendete lag das verwaltete Fondsvolumen bei mehr als 14 Milliarden Dollar und er hatte für seine Anleger eine durchschnittliche Jahresrendite von 29,6% erzielt. Top!

Aber weshalb sollte man nun sein Buch "Der Börse einen Schritt voraus" lesen? Ganz einfach, dieses Buch ist anders, und zwar erfrischend anders. Und es erklärt die grundlegenden, aber wesentlichen Faktoren und Verhaltensweisen, die an der Börse zum nachhaltigen Erfolg führen - oder zum Misserfolg. Für beides bringt Lynch eindrückliche Beispiele aus der Praxis, aus seinem Investorenleben. Und auch wenn viele der genannten Unternehmen heute keine Rolle mehr spielen oder von anderen übernommen wurden, bleiben Lynchs Lektionen zeitlos. Und gerade deshalb macht sich dieses Buch gleich mehrfach bezahlt. Aber der Reihe nach...

Sonntag, 25. Juni 2023

Mein Lese-Tipp: 'Die Lehr- und Wanderjahre eines Value-Investors' von Guy Spier

Guy Spier ist ein äußerst erfolgreicher Value Investor. Große Aufmerksamkeit erlangte er, als er im Jahr 2008 gemeinsam mit Mohnish Pabrai ein Mittagessen mit Warren Buffett ersteigerte - für mehr als 650.000 USD.

Spier wuchs in England auf und besuchte dort das Brasenose College an der Oxford University, wo er Kommilitone des späteren Premierministers David Cameron war.

Als seinen größten Fehler im Leben beschreibt Guy Spier seinen Einstieg in die Finanzwelt, als er sich für eine windige Bude entschied, die an die Drückermethoden aus dem Blockbuster "Wolf of Wall Street" mit Leonardo DiCaprio in der autobiografischen Rolle des Jordan Belfort erinnert. Mit Value Investing hatte das überhaupt nichts zu tun. Es dauerte eine ganze Zeit, bis Spier akzeptieren konnte, dass er den falschen Weg eingeschlagen hatte - und die Konsequenzen zog. Er nahm sich Warren Buffetts frühere Partnerships als Vorbild für seinen eigenen Aquamarine Fonds, in dem er seit vielen Jahren erfolgreich eigenes Geld und das seiner Kunden investiert. Mit überdurchschnittlichen Renditen...

Donnerstag, 1. Juni 2023

Mein Lese-Tipp: "Aktien für die Ewigkeit" von Jeremy Siegel

Viele Anleger agieren bei Kurseinbrüchen geradezu panisch. Sie können die Auswirkungen des Corona-Virus nicht einschätzen oder die Einflüsse von Inflation und Zinsanhebungen durch die Notenbanken. Und so starren sie nur auf die blutroten Zahlen in ihren Depots - und verkaufen am Ende gnadenlos alle Werte. Oft mit hohen Verlusten.

Dabei ist die aktuelle Börsentristesse und der damit einhergehende Börsenabsturz nur einer von vielen und die älteren Hasen nehmen es gelassen(er) hin. Marie Curie meinte einmal, was man zu verstehen gelernt habe, fürchte man nicht mehr. Und genau darum geht es in Siegels Buch, denn es ist eine Abhandlung über die Weltwirtschaftskrise und die Globale Finanzkrise, über die Fehler, die damals gemacht wurden und die Erkenntnisse, die jeder Anleger hieraus ziehen kann - und sollte! Eine Anleitung, wie man relativ unbeschadet durch die turbulenten Zeiten kommt, nicht nur, aber vor allem als Aktionär.

Über 'Stocks For The Long Run' von Jeremy J. Siegel, wie 'Aktien für die Ewigkeit' im Original heißt, schreibt die Washington Post, es sei "eines der 10 besten Investmentbücher aller Zeiten". Inzwischen liegt es in der 6. Auflage vor und anders als oft üblich wurden nicht nur ein paar Kommata anders gesetzt und einige Rechtschreibfehler korrigiert, sondern Siegel schreibt sein Werk konsequent fort und bindet neue Erkenntnisse und empirische Daten mit ein.

Jeremy Siegel ist Professor an der Wharton School und Kolumnist für das Wall Street Journal, Barron's und die Financial Times. Darüber hinaus ist er Senior Investment Strategy Advisor bei Wisdom Tree Investments. Er kennt das Investieren sowohl aus der theoretischen Sicht als Professor, als auch als Praktiker und Investor. Sein Buch kann ohne Zweifel als Standardwerk bezeichnet werden und weist den Weg für die richtige Portfoliostrategie und kontinuierliche Renditen...

Freitag, 23. April 2021

Lese-Tipp: Gustave Le Bon an der Börse - "Psychologie der Massen für Aktionäre"

Emotionen bestimmen das Börsengeschehen und lassen die Aktienkurse heftig schwanken; 'Behavioral Finance' heißt die Disziplin, die sich genau hiermit auseinandersetzt.

Bei "Gustave Le Bon an der Börse - Psychologie der Massen für Aktionäre" von Dr. Felix Johnson handelt es sich um den übersetzten Originaltext von Gustave Le Bon aus dem Jahr 1865 mit Kommentierungen von Dr. Felix Johnson. Und diese setzen Le Bons wissenschaftliche Abhandlung in den Kontext der Finanzmärkte und bieten hierdurch einen direkten Mehrwert für Aktionäre. Denn wir alle sind an der Börse der Psychologie der Massen ausgesetzt.

Das Werk von Gustave Le Bon über die Psychologie der Massen mit seinen bemerkenswerten Anmerkungen zur Verwendung als praktisches Handbuch für die Aktienanlage ist dafür eine ausgezeichnete Grundlage und bietet den idealen Einstieg in die Welt der 'Behavioral Finance'.


Dieses Buch hat allerdings für mich über das bloße Interesse als Anleger und Leser hinaus einen ganz persönlichen Touch, denn ich wurde vom Autor gebeten, das Vorwort zu verfassen. Diese Anfrage empfand ich als große Ehre und bin dem Wunsch sehr gerne nachgekommen...

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Mein Lese-Tipp: "Das Tao des Warren Buffett" von Mary Buffett und David Clark

Mary Buffett hat mit dem Rechtsanwalt und Fondsmanager David Clark ein weiteres Buch über ihren früheren Schwiegervater geschrieben, den legendären Value-Investor Warren Buffett. Doch in diesem Buch dreht es sich nicht um Strategien oder die Bewertung von Investments; stattdessen haben die beiden eine Sammlung unterschiedlichster Zitate Warren Buffetts zusammengetragen und erläutern diese anhand exemplarischer Beispiele aus seinem Leben.

Ich bin ja ein bekennender Freund von Börsenweisheiten, wie regelmäßige Leser meines Blog bestimmt schon mitbekommen haben. Denn durch die oftmals pointierte Zuspitzung eines komplizierten Sachverhalts auf eine kurze, schlüssige Logik, kann die eigentliche Botschaft noch eingänglicher vermittelt werden.
»Ein guter Spruch ist wie die Wahrheit eines ganzen Buches in einem Satz.«
(Theodor Fontane)
Gerade Warren Buffett hat dies zur Perfektion erhoben, da er seine Lehren vorlebt...

Donnerstag, 27. August 2020

Mein Lese-Tipp: "Warren Buffett. Das Leben ist wie ein Schneeball" von Alice Schroeder

Am 30. August 2020 feiert Warren Buffett seinen 90. Geburtstag und ich möchte euch aus diesem Anlass ein wirklich lesenswertes Buch vorstellen: seine Biographie.

Buffett predigt gerne aber er lebt auch vor, was er predigt. Und das ist sein Schlüssel zum Erfolg: bleibe bei dem, was du kennst und kannst, und beschränke dich auf deine Kompetenzen. "Das Leben ist wie ein Schneeball" ist ein wirklich tolles Buch über das Leben von Warren Buffett. Ausführlich wird sein Werdegang beschrieben vom Zeitungsausträger und Coke-Verkäufer bis zum "Orakel von Omaha", dem zeitweilig reichsten Menschen der Welt. Dabei kommen auch die Persönlichkeiten, die Buffett nachhaltig geprägt haben, nicht zu kurz, darunter Buffetts Vater, Buffetts Mentor Benjamin Graham und sein kongenialer Partner Charlie Munger bei Berkshire Hathaway.

Das Buch hat mich gefesselt, weil es sehr lebensnah geschrieben ist und das Gefühl vermittelt, man wäre an Warren Buffetts Seite und würde die jeweilige Situation live miterleben. Und natürlich kommen Warren Buffetts Grundsätze und seine Investitionsentscheidungen nicht zu kurz und man erlebt mit, wie er sich vom Zigarrenstummel-Investieren zum Quality Investing entwickelt. Sogar seine (wenigen) gravierenden Fehler werden beleuchtet und auch persönlich belastende Episoden, wie die Trennung von seiner ersten Frau oder die Vorgänge um die Investmentbank Salomon Brothers, bei der Buffetts Reputation maßgeblich zum Überleben der Firma beigetragen hat. Dabei lässt es die Autorin stets so aussehen, als wäre es ganz einfach, ebenso erfolgreich zu investieren wie Warren Buffett.

Vom Umfang von mehr als 1.150 Seiten sollte man sich nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil: das Werk ist so kurzweilig, dass es ruhig noch einige Seiten mehr hätten sein können. Und obwohl dieses Buch eine Biographie ist, ist es doch viel mehr noch ein Lehrbuch über das richtige und nachhaltige Investieren. Strong buy!


Titel: "Das Leben ist wie ein Schneeball"
Autor: Alice Schroeder
Taschenbuch: 1.152 Seiten
Verlag: FinanzBuch Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898796027

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus November 2011

Sonntag, 16. August 2020

Mein Lese-Tipp: "Wie man eine Bilanz liest" von Reinhold Gagel

Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" ist eines dieser Bücher, von denen man nicht zugeben sollte, sie zu kennen. Denn Fachleute rümpfen die Nase, weil es sich hierbei nicht um ein klassisches Studienbuch mit entsprechendem Tiefgang handelt, sondern um ein praxisorientiertes Buch für Einsteiger.

Gagel vermittelt auf leicht bekömmliche Art und Weise, was man wo in einer Bilanz findet, wie eine Gewinn- und Verlustrechnung aussieht und welche Informationen sie enthält. Kurz und prägnant werden die wichtigsten Positionen erläutert und mit einfachsten Buchungssätzen die Auswirkung von Geschäftsvorfällen auf die Bilanz veranschaulicht. Tiefgreifende Kenntnisse vom Buchungs- und Bilanzierungsrecht sind keine Voraussetzung, um mit diesem Buch den Einstieg in die ansonsten eher trockene Materie zu wagen.


Hat man das Buch bis zum Ende gelesen, ist man in der Lage, die wichtigsten Fachbegriffe und Zusammenhänge einer Bilanz verstehen und nachvollziehen zu können. Das vermittelte Wissen reicht für die grobe Analyse eines Geschäftsberichtes allemal; möchte man die einzelnen Positionen gezielt hinterfragen, sollte man sich allerdings tiefer gehender Literatur zum Thema Bilanzierungsrecht widmen. Und zu der darf man sich dann auch ohne schlechtes Gewissen öffentlich bekennen... ツ

Titel: "Wie man eine Bilanz liest"
Autor: Reinhold Gagel
Seiten: 176 Seiten
Verlag: FBV
Auflage: Juni 2020
ISBN-10: 3959723474
••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Januar 2012

Freitag, 17. Juli 2020

Mein Lese-Tipp: "Die Geschichte der Spekulationsblasen - Die Psychologie hinter vier Jahrhunderten Gier und Panik an der Börse"

Ich habe kürzlich ein kurzes, aber sehr lehrreiches Buch gelesen von John Kenneth Galbraith. Und ich meine nicht seine Abhandlung über den großen Crash von 1929, sondern "Die Geschichte der Spekulationsblasen: Die Psychologie hinter vier Jahrhunderten Gier und Panik an der Börse". Im Original heißt es "A Short History oF Financial Euphoria" und Galbraith bezeichnete sein Buch selbst als "Hmyne der Vorsicht". Das trifft es ziemlich genau...

Samstag, 18. April 2020

Mein Lese-Tipp: "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten"

Der Journalist Roger Lowenstein hat mit seinem Werk "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten" eine Biographie über den wohl besten und erfolgreichsten Investoren aller Zeiten geschrieben. Dabei gab ihm Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, selbst keine Interviews, aber er unternahm auch keine Versuche, die Menschen, mit denen Lowenstein sprach, in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Die vielen Quellen sind Freunde, Familienangehörige, Angestellte, Partner, Konkurrenten von Warren Buffett und Lowenstein gelingt es, aus diesen vielen Ansichten eine bemerkenswerte Charakterstudie Buffetts zu zeichnen, eines sympathischen Genies, der in der Sache stur und konsequent bleibt, aber sich auch durch Herzensgüte und Mitgefühl auszeichnet.

Freitag, 29. November 2019

Mein Lese-Tipp: "So macht es Warren Buffett. 24 einfache Anlagestrategien des weltweit erfolgreichsten Value Investors" von James Pardoe

In seinem Werk "So macht es Warren Buffett" stellt James Pardoe 24 einfache Anlagestrategien des weltweit erfolgreichsten Value Investors vor und erläutert diese ausführlich. Und zwar auf eine eingängige Weise, dass sie für jeden verständlich sind, insbesondere auch für Neulinge in der Materie des Investierens und Bewertens von Unternehmen.

Pardoes Schreibstil ist umgänglich und kommt das ganze Buch über weitgehend ohne Fachchinesisch aus. Und ohne Zahlen! Auf Kennzahlen oder Bilanzen wird nur sehr allgemein eingegangen, was auf den ersten Blick verwundert. Doch erklärt sich dies aus der Absicht des Autors, das besondere Augenmerk auf die Strategie des Value Investings zu legen und anhand von Warren Buffetts Herangehensweise das Verständnis für diesen Investmentansatz beim Leser zu verankern. Zu diesem Zweck werden zentrale Kernbotschaften öfter wiederholt, ohne dass dies störend wirken würde. Wie ein Mantra, das Mantra des Value Investings.

Mein Fazit: ein einfaches aber sehr effektives Handlungskonzept, das auch für Anfänger leicht verständlich ist. Pflichtlektüre!


Titel: "So macht es Warren Buffett"
Autor: James Pardoe
Seiten: 167, Gebundene Ausgabe
Verlag: Linde, Wien
1. Auflage (Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709303478
Neupreis: 19,90 Euro

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Januar 2012

Mittwoch, 27. November 2019

Mein Lese-Tipp: "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht" von Jason Zweig

Jason Zweig ist einer der renommiertesten Finanz- und Wirtschaftsjournalist der USA und erlangte durch Buchveröffentlichungen zu den Themen Value Investing, Verhaltens- und Neuroökonomie weltweit Bekanntheit. Und natürlich mit seiner regelmäßigen Kolumne für das Wall Street Journal.

Dieses Buch ist der Hammer und absolut lesenswert! Auch wenn der reißerische Obertitel "Gier" der deutschen Ausgabe eher abschreckend wirkt - er ist alleine der Gier des Verlags geschuldet; wer darüber hinwegsehen kann, wird mit einem Buch der Extraklasse zum Thema Behavioral Finance belohnt.


Denn das Buch erläutert ausführlich, weshalb wir keine guten und schon gar keine besseren Anleger sind, warum wir die dummen Fehler begehen, die wir rational immer ausschließen würden. "Neuroökonomie" nennt sich das noch recht neue Forschungsgebiet, bei dem Wissenschaftler dem Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem (überwiegend schlechten) Umgang mit Geld und Geldanlagen nachgehen. Und was uns Statistiken und Erfahrung schon gelehrt hat, wird schonungslos belegt: wir Menschen und unser Gehirn sind nicht für die Finanzmärkte geschaffen. Wir können uns nur schlecht Fehler ein gestehen und daher halten wir zu lange an den falschen Aktien fest. Andererseits neigen wir zu Selbstüberschätzung und wenn wir denn ein paar Erfolge vorzuweisen haben, schreiben wir das unserem außergewöhnlichen Können zu und halten uns schnell für unfehlbar. Mit oft fatalen Auswirkungen bei unseren Börseninvestments.

Mittwoch, 17. April 2019

Mein Lese-Tipp: "Gierig. Verliebt. Panisch. Wie Anleger ihre Emotionen kontrollieren und Fehler vermeiden" von Jessica Schwarzer

Börse ist zu 90% Psychologie verrät uns der Volksmund. Und wer dem teilweise hektischen Auf und Ab der Börsenkurse über einen längeren Zeitraum folgt, kann dem nur beipflichten. Längst gibt es hierfür eine eigene Börsendisziplin, die "Behavioral Finance".

Dabei sind die den Börsenbewegungen zugrunde liegenden Fakten alles andere als emotionsgetrieben, sondern vielmehr nackte, langweilige Fakten. Wie das eben so ist bei der Bewertung von Unternehmen anhand von Kennzahlen und Geschäftsberichten. Und doch ist da noch mehr, denn bei der Interpretation dieser Fakten, die kann alles andere als emotionslos erfolgen. Gerade in Marktphasen, wo sich die Nachrichten überschlagen und Unsicherheit die Menschen treibt.


Und genau hier setzt Jessica Schwarzer an mit ihrem Buch...

Montag, 15. April 2019

Mein Lese-Tipp: "Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes" - ein ganz besonderes Kinderbuch

Über Geld spricht man nicht! So ist das in Deutschland. Man zeigt seinen Reichtum nicht und wenn man schon Statussymbole öffentlich präsentiert, schweigt man sich dennoch über ihre Bezahlung aus. Vieles wird auf Pump finanziert, gerade die Jugend kennt hier keine Halten mehr beim Konsumwahn, und die Zahlen der Privat-Insolvenzen schnellt weiter in die Höhe, während kaum Termine zu bekommen sind bei den Schuldnerberatungsstellen, die aus allen Nähten platzen. Von Hilfe ganz zu schweigen.

Über Geld spricht man nicht! Das gilt für unser Elternhaus, wo möglichst niemand in der Familie wissen darf, was der Papa oder die Mama denn so verdienen. Das gilt ebenso für die Schule, wo es kein Unterrichtsfach gibt, das Kindern und Jugendlichen beibringt, wie man mit Geld richtig umgeht und wie hart man es sich erarbeiten muss. Geld ist einfach immer da und steht jederzeit für den Konsum zur Verfügung. Das ist die Botschaft, das ist das Empfinden. Die Schulen sollen die Heranwachsenden auf die Lebensrealität bestens vorbereiten - nicht nur beim Thema Geld versagen sie.

Über Geld spricht man nicht! Die Kinder bekommen (nicht nur bei diesem Thema) keine Werte mehr vermittelt. Und "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr", das besagt schon eine altbekannte Deutsche Lebensweisheit. Dabei wäre so wichtig, wenn unsere Kleinen frühzeitig das Wichtigste über Geld erfahren würden. Obwohl oder gerade weil dieser Stoff nicht einfach zu vermitteln ist. Doch nun gibt es Abhilfe. Anna Prinz wagt mit ihrem Buch "Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes" das Undenkbare: sie hat eine wundervolle Geschichte verfasst, die sich an die Kleinen wendet und ihnen geradezu spielerisch die wichtigsten Lektionen zum Thema Geld vermittelt.


Doch dieses Buch ist weit mehr als eine nette Geschichte über einen Jungen, der auszog, das große Geld zu machen...

Freitag, 11. Januar 2019

Mein Lese-Tipp: "Der Club der Diebe" von James B. Stewart

Selbst Insider sahen nicht voraus, dass der große Wall-Street-Boom während der "wilden Achtziger" in einen Finanzskandal von gigantischem Ausmaß münden würde. James B. Steward, Pulitzerpreisträger und Redakteur des New Yorker "Wall Street Journals", erzählt die Geschichte eines der größten Börsenschwindels aller Zeiten und die seiner Akteure. Und darunter sind so illustre Namen wie der des Königs der Junk-Bonds, Michael Milken, des "Corporate Raides" Ivan Boesky und des Firmenjägers Carl Icahn. Aber auch Goldman Sachs und Drexel Burnham Lambert sind mit von der Partie. Und natürlich "Mr. Diamond".


Wen die Fakten hinter Oliver Stones Film "Wall Street" mit Michael Douglas in der Rolle des Raiders Gordon Gekko interessieren (Filmzitat: "Die Gier ist gut, die Gier ist richtig, die Gier funktioniert, sie klärt die Dinge"), kommt mit diesem Buch voll auf seine Kosten. Denn "der wichtigste Gebrauchsgegenstand, den ich kenne, ist die Information" - auch dieses Zitat wurde Gekko in den Mund gelegt...