Posts mit dem Label Osram werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Osram werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 2. Juli 2018

Welche Auswirkungen hat die Börsengötterdämmerung im Automobilsektor auf Zulieferer wie Aumann, Delignit, H&R, Leoni, MAX Automation, MBB, MS Industrie, Osram und Technotrans?

Der Automobilsektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland: Dreiviertel der Autos werden exportiert, fast 8% der Wirtschaftsleistung Deutschlands geht auf den Automobilsektor zurück, die einen Jahresumsatz von mehr 400 Mrd. Euro erzielt. Das beinhaltet nicht nur die Global Player BMW, Daimler und Volkswagen, sondern auch die Zulieferbranche, wie Continental, Osram oder Schaeffler. Insgesamt sind hier rund 800.000 Menschen beschäftigt. Und die Gewinnwarnungen bei einigen von ihnen zeigen, dass sich hier großes Ungemach zusammenbraut, das seinen Ursprung im aufziehenden Wirtschaftskrieg hat, den Donald Trump dem Rest der Welt aufzwingt. Die US-Steuerreform, die Strafzölle auf Stahl und Automobilimporte zeigen erste negative Wirkungen und gerade die US-Strafzölle auf Autos könnten Deutschlands Wirtschaft hart treffen.

Jenseits der großen DAX-und MDAX-Konzerne gibt es auf dem deutschen Kurszettel eine Reihe von Unternehmen, die im Automobilsektor tätig oder vom ihm abhängig sind. Einige davon habe ich auf meiner Empfehlungsliste, wie Aumann, H&R, Leoni, MAX Automation, MBB, MS Industrie oder Technotrans und wenn sich das Sentiment einer ganzen Branche eintrübt, wäre es fahrlässig, seine Positionen nicht zu überdenken. Und das habe ich...

Dienstag, 30. Januar 2018

Und es ward (wieder) Licht. Dank Osram...

Der Name ist jedem bekannt, Osram steht für Tradition, für Licht. Der 111 Jahre alte Traditionskonzern hat viele von uns durch die Welt der zunehmenden Elektrifizierung geführt und noch heute haben die meisten von uns Osram-Leuchtmittel im Schrank und in ihrem Lampen. Sobald wir einen Baumarkt betreten, strahlen sie uns an, diese Leuchtmittel – dabei sind die meisten gar nicht mehr von Osram und wo heute Osram drauf steht, ist nicht mehr Osram drin.

Der Spin-Off
Osram war lange Zeit eine Siemens-Sparte, doch in dem Konzern entschloss man sich, sich vom absehbar schwächelnden Geschäft mit Beleuchtungsmitteln zu trennen. Das war 2013 und Siemens führt Osram seinerzeit mit einem Wert von rund 3,2 Milliarden Euro in den Büchern. Nachdem man lange geprüft und abgewogen hatte, entschied man sich gegen einen eigenen Börsengang von Osram, sondern für einen klassischen Spin-Off. Siemens selbst behielt noch 19,5 Prozent der Anteile und wollte wohl zeigen, dass man Osram für eine eigentlich gute Investition hielt.

Neben der reinen Kurspflege stand aber noch ein anderer Gedanke im Vordergrund und der heißt Geld. Genauer gesagt Wertschöpfung. Denn bei Mischkonzernen nimmt die Börse oft Konglomeratabschläge vor, so dass diese Mischkonzerne nicht selten an der Börse unter dem Wert ihrer einzelnen Sparten gehandelt werden. Dahinter steckt der Gedanke, dass ein eigenständiges und von Konzernzwängen befreites Unternehmen agiler am Markt agieren kann, während es als in die Konzernstrukturen eingebundene Sparte mit zu langen Entscheidungswegen und zurückzustellenden Eigeninteressen gegenüber anderen Konzerntöchtern konfrontiert ist.

Durch den Spin-Off von Osram wollte Siemens also auch den Konglomeratabschlag abschmelzen, der üblicherweise zwischen 10 und 20 Prozent liegt. Denn nach Untersuchung von 500 Spin-Offs aus den Jahren 2000 bis 2010 kamen die Analysten des US-Researchhauses „The Spinoff Researcher“ zu dem Ergebnis, dass die Aktien der abgebenden Muttergesellschaft innerhalb eines Jahres nach dem Spin-Off im Schnitt um 17 Prozent stiegen, während die neuen Aktien im gleichen Zeitraum sogar durchschnittlich um 23 Prozent zulegten. Zwei Jahre nach den Spin-Offs war der Kurs der neu an die Börse gebrachten Unternehmen im Mittel sogar um 37 Prozent geklettert.

Und natürlich hatte Siemens auch im Blick, dass das EU-Verbot klassischer Glühbirnen auch bei Osram zu heftigen Strukturveränderungen und Personalabbau führen würde. Und dies würde in einem eigenständigen Unternehmen Osram nicht mehr so sehr Siemens angelastet werden. Was dann aber folgte, damit hat niemand gerechnet…