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Dienstag, 12. Dezember 2023

Kissigs Portfoliocheck: Charlie Mungers letzter Deal

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 242. Portfoliocheck schaue ich zum letzten Mal Charlie Munger über die Schulter, einem der erfolgreichsten Investoren der Welt und zweifellos einer der intelligentesten Menschen unseres Zeitalters. Die bekannteste Rolle des kürzlich im Alter von 99 Jahren verstorbenen Starinvestors ist wohl die des Beifahrers von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway.

Munger hielt mit seiner Meinung nie hinterm Berg und scheute sich nicht, mit seinen Aussagen anzuecken. Gerade deshalb war er stets ein gern gesehener Interviewpartner in nahezu allen Medien. Mit seinem Buch "Poor Charlie's Almanack" hat Munger das Konzept der 'elementaren, weltlichen Weisheit' in Bezug auf Wirtschaft und Finanzen eingeführt. Er verfolgt einen ganzheitlichen Denkansatz über ein breites Wissensspektrum und verbindet all diese unterschiedlichen mentalen Modelle zu einer Art Gitterkonstruktion zur Lösung kritischer Geschäftsprobleme.

Munger war ein Anhänger des Focus Investing und setzte nur auf eine kleine Zahl von Unternehmen. Er kaufte nur die besten und das genau und nur dann, wenn sich eine außergewöhnlich gute Einstiegsmöglichkeit bietet.
"Weise Investoren setzen viel, wenn die Welt ihnen großartige Gelegenheiten bietet. Sie setzen viel, wenn die Chancen auf ihrer Seite sind. Den Rest der Zeit tun sie das nicht. So einfach ist das."
(Charlie Munger)
Dabei konzentrierte er sich auf absolute Qualitätsunternehmen, nicht zuvorderst auf den günstigsten Preis. Buffett und Munger bezeichnen sich als 'Business-Picker', nicht als 'Stock-Picker'. Sie investieren in Qualitätsunternehmen mit starkem Geschäftsmodell, anhaltender Preissetzungsmacht und einem fähigen Management. Und dann mischen sie sich nicht in das operative Geschäft dieser Unternehmen ein, sondern überwachen lediglich, dass es seine außergewöhnlichen Eigenschaften bewahrt. Des Weiteren investierte Munger mit viel Geduld und sehr langfristig. Er gab dem Zinseszinseffekt ('Compounding') die nötige Zeit, seine ganze Kraft zu entfalten.
"Die erste Regel beim Compounding ist, es nie unnötig zu unterbrechen."
(Charlie Munger)
Wenn man Mungers Investments durschauen will, muss man mehrere Ebenen betrachten. Sein Vermögen steckte ganz überwiegend in Berkshire-Aktien, die ihn zum Milliardär machten. Zudem hielt er einen signifikanten Anteil an Himalaya Capital Management von Li Lu; dieser chinesisch-stämmige Investor gilt als der Warren Buffett Asiens und war einer der engsten Freunde Mungers.

Mungers privates Portfolio

Knapp 95 % seines Vermögens hielt Munger in Berkshire-Hathaway-Aktien, weitere 4 % in Aktien von Costco Wholesale und dann noch 1 % in Aktien von Daily Journal, einem kleinen Zeitungsverlag, an dem Munger mit seinen 50.000 Aktien rund 3,6 % hält und wo er als Chairman jahrzehntelang die Investments verwaltete. Daily Journal wird daher auch öfter mal als Mungers 'private Vermögensverwaltung' bezeichnet. 

Das Portfolio von Daily Journal ist recht übersichtlich. Im 3. Quartal 2023 gab es erneut keine Aktiendispositionen; die letzte Veränderung datiert aus dem 4. Quartal 2022, als der kleine 0,25%ige Depotanteil am südkoreanischen Stahlkonglomerat POSCO veräußert worden war. Ende September bestand das Portfolio aus ganzen vier Aktienpositionen: drei Bankwerte, die Munger sehr günstig während der Globalen Finanzkrise 2008/09 eingekauft hatte und seitdem hielt, sowie dem chinesischen Internetgiganten Alibaba Group, wo Munger im Frühjahr 2021 eingestiegen war und in den folgenden Quartalen bei weiter stark sinkenden Kursen zweimal seinen Bestand verdoppelt hatte. Im 1. Quartal 2022 halbierte er seine Position, wohl aus steuerlichen Gründen, und seitdem schlummert sie mit einem Anteil von gut 16 % in seinem Depot.

Alibaba war Mungers letzter Deal und kein guter, wie er selbst bekannte. Viel besser hatte er es vor 70 Jahren gemacht, als er sich ein ölreiches Grundstück sicherte, das ihm bis zuletzt fette 'Royalties' einspielte - ein echter Thousandbagger! Und da war da natürlich noch Mungers wichtigster Deal...


Disclaimer: Habe Berkshire Hathaway, Costco auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Freitag, 8. Dezember 2023

Kissigs Aktien Report: R.I.P. Charlie Munger – (M)ein Nachruf auf eine Legende

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 153 vom 29.11.2023

Donnerstag, 27. Juli 2023

Kissigs Portfoliocheck: Charlie Munger und sein „schlimmer“ Alibaba-Irrtum

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 231. Portfoliocheck schaue ich Charlie Munger über die Schulter, einem der erfolgreichsten Investoren der Welt und zweifellos einer der intelligentesten Menschen unseres Zeitalters. Die bekannteste Rolle des inzwischen 99-Jährigen ist wohl die des Beifahrers von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway.

Munger hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und scheut sich nicht, mit seinen Aussagen anzuecken. Gerade deshalb ist er ein gern gesehener Interviewpartner in nahezu allen Medien. Mit seinem Buch "Poor Charlie's Almanack" hat Munger das Konzept der 'elementaren, weltlichen Weisheit' in Bezug auf Wirtschaft und Finanzen eingeführt. Er verfolgt einen ganzheitlichen Denkansatz über ein breites Wissensspektrum und verbindet all diese unterschiedlichen mentalen Modelle zu einer Art Gitterkonstruktion zur Lösung kritischer Geschäftsprobleme.

Munger ist ein Anhänger des Focus Investing und setzt nur auf eine kleine Zahl von Unternehmen. Er kauft nur die besten und das genau dann, wenn sich eine außergewöhnlich gute Einstiegsmöglichkeit bietet. Und nur dann.
"Weise Investoren setzen viel, wenn die Welt ihnen großartige Gelegenheiten bietet. Sie setzen viel, wenn die Chancen auf ihrer Seite sind. Den Rest der Zeit tun sie das nicht. So einfach ist das."
(Charlie Munger)
Dabei konzentriert er sich auf absolute Qualitätsunternehmen, nicht zuvorderst auf den günstigsten Preis. Buffett und Munger bezeichnen sich als 'Business-Picker', nicht als 'Stock-Picker'. Sie investieren in Qualitätsunternehmen mit starkem Geschäftsmodell, anhaltender Preissetzungsmacht und einem fähigen Management. Und dann mischen sie sich nicht in das operative Geschäft dieser Unternehmen ein, sondern überwachen lediglich, dass es seine außergewöhnlichen Eigenschaften bewahrt. Des Weiteren investiert Munger mit viel Geduld und sehr langfristig. Er gibt dem Zinseszinseffekt ('Compounding') die nötige zeit, seine ganze Kraft zu entfalten.
"Die erste Regel beim Compounding ist, es nie unnötig zu unterbrechen."
(Charlie Munger)
Wenn man Mungers Investments durschauen will, muss man mehrere Ebenen betrachten. Sein Vermögen steckt ganz überwiegend in Berkshire-Aktien, die ihn zum Milliardär machten. Zudem hält er einen signifikanten Anteil an Himalaya Capital Management von Li Lu; dieser chinesisch-stämmige Investor gilt als der Warren Buffett Asiens und ist einer der engsten Freunde Mungers.

Mungers privates Portfolio

Knapp 95 % seines Vermögens hält Munger in Berkshire-Hathaway-Aktien, weitere 4 % in Aktien von Costco Wholesale und dann noch 1 % in Aktien von Daily Journal, einem kleinen Zeitungsverlag, an dem Munger mit seinen 50.000 Aktien rund 3,6 % hält und wo er als Chairman jahrzehntelang die Investments verwaltete. Daily Journal wird daher auch öfter mal als Mungers 'private Vermögensverwaltung' bezeichnet. 

Das Portfolio von Daily Journal ist recht übersichtlich. Im 2. Quartal 2023 gab es erneut keine Aktiendispositionen; die letzte Veränderung datiert aus dem 4. Quartal 2022, als der kleine 0,25%ige Depotanteil am südkoreanischen Stahlkonglomerat POSCO veräußert worden war.

Ende Juni bestand das Portfolio aus ganzen vier Aktienpositionen: drei Bankwerte, die Munger sehr günstig eingekauft hat und schon seit langem hält, sowie dem chinesische Internetgiganten Alibaba Group, wo Munger im Frühjahr 2021 eingestiegen war und in den folgenden Quartalen bei weiter stark sinkenden Kursen zweimal seinen Bestand verdoppelt hatte. Im 1. Quartal 2022 halbierte er seine Position dann und seitdem schlummert sie mit einem Anteil von rund 15 % in seinem Depot. Kürzlich äußerte sich Munger zu Alibaba und bezeichnete dieses Investment als einen seiner schlimmsten Fehler. Doch damit meinte er nicht etwa den großen Verlust, den ihm Alibaba eingebrockt hat...


Disclaimer: Habe Berkshire Hathaway, Costco auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 12. September 2022

Kissigs Aktien Report: Charlie Munger simplified - Das Geheimnis hinter seinen großen Positionen an Bank of America und Wells Fargo

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Dienstag, 12. April 2022

Charlie Munger's Daily Journal halbiert in Q1/22 die Alibaba-Position

Charlie Munger halbierte sein Paket an Alibaba Group.  Und zwar nicht bei seiner mit Warren Buffett betriebenen Investmentholding Berkshire Hathaway, sondern bei seiner eigenen Vermögensverwaltung, der Daily Journal Corp, die er 1977 übernahm und bei der er seitdem Chairman ist war.

Munger agiert äußerst selten und zwar immer nur dann, wenn er sich absolut sicher ist, eine Jahrhundertgelegenheit gefunden zu haben. Dann steigt er groß ein und zwar nicht mit Kleckerbeträgen. Nach vielen Jahren hatte er im Frühjahr 2021 erstmals wieder zugeschlagen und zwar ausgerechnet bei Alibaba. Im Herbst hatte er seinen Bestand annähernd verdoppelt, doch der Aktienkurs befindet sich weiterhin im Sturzflug und Munger und Munger verdoppelte seinen Einsatz gleich noch einmal im 2021er Schlussquartal. Doch im 1. Quartal 2022 ist nun auf einmal alles anders!?

Mittwoch, 16. Februar 2022

Charlie Munger's Daily Journal verdoppelt in Q4/21 den Einsatz bei Alibaba - nochmals

Charlie Munger hat Aktien der Alibaba Group gekauft. Und zwar nicht für seine mit Warren Buffett gemeinsam betriebene Investmentholding Berkshire Hathaway, sondern für seine eigene Vermögensverwaltung, die Daily Journal Corp, die er 1977 übernahm und bei der er seitdem Chairman ist.

Munger agiert äußerst selten und zwar immer nur dann, wenn er sich absolut sicher ist, eine Jahrhundertgelegenheit gefunden zu haben. Dann steigt er groß ein und zwar nicht mit Kleckerbeträgen. Nach vielen Jahren der Kaufzurückhaltung hatte er im Frühjahr 2021 erstmals wieder zugeschlagen und zwar ausgerechnet bei Alibaba. Der Aktienkurs befindet sich seitdem weiterhin im Sturzflug - und Munger verdoppelt seinen Einsatz. Nicht zum ersten Mal...

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Charlie Munger's Daily Journal verdoppelt den Einsatz bei Alibaba in Q3/21

Charlie Munger hat Aktien der Alibaba Group gekauft. Und zwar nicht für seine mit Warren Buffett gemeinsam betriebene Investmentholding Berkshire Hathaway, sondern für seine eigene Vermögensverwaltung, die Daily Journal Corp, die er 1977 übernahm und bei der er seitdem Chairman ist.

Munger agiert äußerst selten und zwar immer nur dann, wenn er sich absolut sicher ist, eine Jahrhundertgelegenheit gefunden zu haben. Dann steigt er groß ein und zwar nicht mit Kleckerbeträgen. Nach vielen Jahren hatte er im Frühjahr 2021 erstmals wieder zugeschlagen und zwar ausgerechnet bei Alibaba. Der Aktienkurs befindet sich weiterhin im Sturzflug - und Munger verdoppelt seinen Einsatz...

Donnerstag, 8. April 2021

Charlie Munger's Daily Journal kauft sich in Q1/21 bei Alibaba ein - gleich mit 19% des Vermögens

Charlie Munger hat Aktien der Alibaba Group gekauft. Und zwar nicht für seine mit Warren Buffett gemeinsam betriebene Investmentholding Berkshire Hathaway, sondern für seine eigene Vermögensverwaltung, die Daily Journal Corp, die er 1977 übernahm und Chairman ist.

Nach vielen Jahren hat Munger nun mal wieder zugeschlagen. Er agiert äußerst selten und zwar immer nur dann, wenn er sich absolut sicher ist, eine Jahrhundertgelegenheit gefunden zu haben. Dann steigt er groß ein und zwar nicht mit Kleckerbeträgen.